07.03.2023 – Stachelbeerschnitte und Netflix-Marathon

So langsam fängt es wieder an, anstrengend zu werden mit der täglichen Bloggerei. Aber Ihr wolltet es so und ich hab gesagt, ich mach‘s, also: Here goes…

Da meine Arbeitstage wegen der Zeitzonen im Moment öfters mal ziemlich lang ausfransen, nehme ich mir vor, erst später anzufangen. Am Ende sitze ich dann aber auch meistens trotzdem schon gegen halb 10 wieder am Schreibtisch, so auch heute. Eigentlich war mein Tag sehr vollgepackt geplant, aber zwei der angesetzten Meetings werden verschoben, da eine Kollegin krank ist. Ich habe also Zeit, ein paar Dinge zu recherchieren und mich chattend mit Kolleg*innen auszutauschen. Bei dem einen Vormittagsmeeting sind wir zu fünft – alle aus Berlin, davon zwei im Homeoffice, eine im Büro, einer auf einer Messe und einer in einem Hotel. So gut, dass das inzwischen geht.

In der verlängerten Mittagspause laufe ich mit einem Podcast (die neueste Folge Hagrids Hütte) auf den Ohren zur Physiotherapie. Dabei gibt es wie immer sehr anregende Gespräche mit der Physiotherapeutin. Da ich mich aber ziemlich erkältet fühle, behalte ich heute die Maske auf und sage ihr auch den Yoga-Termin für den Abend ab.

Auf dem Heimweg gehe ich bei der „ältesten Bäckerei Berlins“ vorbei und hole mir nach einigem Anstehen einen Pfannkuchen mit Kirschmarmelade und eine Stachelbeerschnitte (ich würde sagen: Eierschecke mit Stachelbeeren), um mir den Nachmittag zu verschönern. Das klappt auch ganz ausgezeichnet und das Meeting am Nachmittag ist dann auch sehr angenehm. (Die anderen Teilnehmer*innen saßen in Colchester, Paris, Dublin, Atlanta und Chicago).

Die Erkältung macht sich immer stärker bemerkbar und so mache ich kurz nach 18 Uhr dann doch Feierabend und verziehe mich auf die Couch. Da morgen Feiertag ist, gönne ich mir ein wenig Wein zum Abendessen (Reste von gestern) und fange eine vermeintlich seichte Miniserie auf Netflix an. Schwarze Amerikanerin kommt nach Florenz und verliebt sich in einen sizilianischen Koch – was kann schon schiefgehen? Stellt sich dann heraus, dass „From Scratch“ erstens auf einer wahren Geschichte basiert und zweitens später das Gegenteil von seicht wird. Muss dann also alle acht Folgen gucken, um genügend Closure zu haben, damit ich schlafen kann. Licht aus ist also erst halb 3, aber hey, Feiertag!

06.03.2023 – Montag

Gestern war Montag, an viel mehr kann ich mich aus heutiger Perspektive nicht mehr erinnern. Ich hatte erstaunlich gut geschlafen, das weiß ich noch – beinahe bis zum Weckerklingeln.

Es gab Müsli und Apfel zum Frühstück, Stulle zum Mittagessen und gebackene Kartoffeln, Möhren und Radicchio zum Abendbrot – mit Gorgonzola.

Mittags war ich Katzengras und ein paar Dinge im Drogeriemarkt kaufen. Abends habe ich gelesen und TikTok geguckt und ich glaube das war’s.

Achja, viel Arbeit zwischendurch – Meetings und so, Ihr kennt das.

05.03.2023 – Sonntag mit Sauna und Sektchen #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu „Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?“ findet Ihr hier.

Ich wache auf und habe neben den Katzen auch noch den Liebsten neben mir liegen, der aber noch selig schlummert. Bis sich das ändert, lese ich gemütlich das Internet leer und kuschele mit den Katzen. Dann stehe ich auf und mache Tee und Kaffee und komme damit natürlich wieder zurück ins Bett. Es ist Sonntagmorgen, wir haben noch ne ganze Menge Zeit. Wie üblich lesen und reden wir, dann bekomme ich irgendwann Hunger und mache uns Schnittchenteller fertig – für jede*n eine Stulle mit Paprika-Aufstrich, Käse und Spiegelei und jeweils eine halbe mit Mozzarella, Olivenöl, Salz und Pfeffer bzw. mit veganer Teewurst. Dazu gibt es mehr Tee und Kaffee, Apfel-Quitten-Saft und für mich einen Apfel.

Irgendwann müssen wir dann doch aufstehen, denn wir haben noch Pläne. Wir ziehen uns an, packen unseren Kram zusammen, setzen uns gegen Schnee und Hagel warme Wollmützen auf und fahren ins Fitnessstudio (Damit hat niemand gerechnet, oder?) Zuerst schwimmen wir ein paar Bahnen gemeinsam, dann lasse ich den Liebsten alleine weiter machen und versuche mich an die AquaFitness-Übungen zu erinnern, die ich hier sonst immer mache, aber Donnerstag wegen akutem Unwohlseins abgesagt hatte. Nach einer guten halben Stunde reicht es uns dann erstmal (die Zeit drängt) und wir begeben uns in die Bio-Sauna, unter die kalte Dusche und danach in den Ruheraum.

Als sich mein Puls wieder normalisiert hat, gehe ich noch für einen Moment in die 90-Grad-Sauna. Allerdings kommt kurz nach mir ein tätowierter Muskelprotz rein, der als erstes mal einen Aufguss macht, mit seinem Handtuch allen die heiße Luft entgegenwedelt und dann nach gerade mal drei Minuten Sitzen die Sauna wieder verlässt – war ihm wohl zu heiß (den Schlüppi hatte er auch angelassen). Mir wurde es dann dank des Aufgusses auch schneller als nötig unangenehm heiß, also ging ich nochmal kalt duschen und wieder in den Ruheraum. Der Liebste hatte den zweiten Saunagang ausgelassen und war stattdessen nochmal Schwimmen gegangen.

Dann ging es für uns beide in die Umkleiden und kurz nach 15 Uhr verließen wir den Ort des Geschehens für den nächsten Programmpunkt und setzten uns in die S-Bahn. Wir waren bei einer Freundin des Liebsten zu Sekt und Schnittchen geladen. Es gab dann allerdings gar keine Schnittchen, sondern überbackene Brotstangen, Guacamole, veganen Eiersalat, selbstgemachte Falafel und Joghurt-Tahini-Dip. Und Sekt natürlich. Wir schmausten und plauschten gemütlich, bis es dunkel wurde und machten direkt Pläne für weitere Treffen in den nächsten Wochen.

Dann fuhren der Liebste zurück nach Südberlin und ich zurück nach Ostberlin, wo schon Katzen, Couch und Buch auf mich warteten. Ich als „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendkleid, blaues Licht“ zu Ende und fing dann später im Bett noch „The light er carry“ von Michelle Obama an, bevor ich zum ersten Mal seit langem fast 8 Stunden und mit nur einer Unterbrechung schlief.

04.03.2023 – Krankenbesuch und Date Night

Schon wieder viel zu früh wach (halb 6) aber dank Wochenende habe ich mich erfolgreich, Podcastfolge für Podcastfolge, noch bis halb 9 weiter im Traumland aufgehalten. Danach wie üblich die nächsten Stunden im Bett geblieben, gelesen, Sprachkram gemacht, mit dem Liebsten telefoniert, mit den Katzen gekuschelt und schlussendlich auch gefrühstückt. Es gibt schwarzen Tee mit Mango, Brot mit Mandelmus und Pflaumenmarmelade und Blutorange mit körniger Frischkäse.

Gegen 12 stehe ich dann endgültig auf und beschäftige mich mit dem Haushalt – Spülmaschine füllen und anschalten, Bett abziehen und Waschmaschine anschalten, Wäsche zusammenlegen und in den Schrank räumen – dabei Nimbin aus seinem Versteck aufschrecken -, Katzenklo durchsieben, Bett neu beziehen, Wohnung durchsaugen, Müll runterbringen.

Mit Verschnaufpausen dazwischen bin ich genau passend kurz vor halb 3 fertig und mache mich dann zu Fuß auf den Weg in das Krankenhaus, in dem mein Bruder seit einer Woche liegt. Ich bringe ihm Katapult-Magazine der letzten Monate zur Lektüre mit und verbringe insgesamt anderthalb Stunden am Krankenbett. Dann laufe ich wieder nach Hause und habe mein Schrittziel beinahe erreicht, als ich wieder zuhause bin.

Ich hänge die Wäsche auf. Dann gibt es Chai und Brownies vom Mitbewohner und ich setze mich nochmal mit meinem Buch aufs Sofa, bis halb 7 der Liebste klingelt. Gemeinsam spazieren wir für unsere Date Night in die Osteria Tressanti und haben dort einen sehr schönen Abend. Zum Aperitivo gibt es Negroni Sbagliato für mich (ich TikTok-Opfer) und Campari Orange für ihn. Als Gruß aus der Küche kommt eine winzige Bruschetta mit Panzanella.

Wir nehmen den Antipasto all‘italiana für Zwei – mit Mortadella, Wildschweinsalami, neapolitanischer Salami, Mailänder Salami, Taleggio, Pecorino, gegrilltem Radicchio, Fenchel-Orangen-Salat, eingelegter Paprika, geröstetem Blumenkohl und Kartoffelspalten. Fenchel und Blumenkohl habe ich für mich alleine. Dazu trinken wir eine Flasche des Regaleali Bianco von Tasca d‘Almerita, denn das heilige Gesetz sagt, wenn Wein von Fabrizias Familie auf der Karte steht, wird er bestellt.

Nach den Antipasti gibt es römische Pasta – echte Carbonara für den Liebsten und Gricia für mich – und zwar jeweils eine riesige Portion, die wir beide nicht schaffen. Das ist schade, denn eigentlich wollte ich hinterher noch den Cannolo im Glas probieren, aber das muss dann wohl bis zum nächsten Mal warten.

Beim Bezahlen bekommen wir dann noch einen Grappa (er) und einen Limoncello (ich) und dann laufen wir mit vollem Bauch nach Hause, wo ich bereits auf dem Sofa beinahe einschlafe und mich dann noch mit letzter Kraft ins Bett schleppe.

03.03.2023 – Türklingeln und Eskapismus

Der Tag beginnt viel zu früh. Zwei Handwerker sind angekündigt, beide für das Zeitfenster „zwischen 7 und 16 Uhr“ und also klingelt mein Wecker um 6, damit ich rechtzeitig ansprechbar und präsentabel bin und nicht gerade im Bad stehe, wenn es klingelt. Und damit der Mitbewohner, der gemeinhin später aufsteht als ich, auch ausreichend die Chance hat, schließlich müssen beide Handwerker in sein Zimmer.

True to form wache ich natürlich eine Stunde vor dem Wecker auf, kann aber zum Glück nochmal ein wenig wegdösen, bis er wirklich klingelt. Zehn vor 7 bin ich angezogen, gekämmt und habe die Zähne geputzt und mein Bett gemacht. Dann lese ich weiter im Internet herum und frage mich, was der Plan des Mitbewohners wohl ist. Gar keiner, stellt sich heraus. Sein Wecker klingelt wie üblich halb 8, da haben der erste Handwerker ihn schon wachgeklopft. Der Handwerker ist übrigens derselbe, der auch schon vor Jahren wegen der gleichen Thematik hier war. Ich erkenne ihn direkt wieder und er läuft auch direkt freudestrahlend auf Nimbin zu und knuddelt ihn.

Während er zugange ist, telefoniere ich mit dem Liebsten und koche Kaffee. Dann denke ich über den bevorstehenden Arbeitstag nach. Ich stelle fest, dass der Tag im Bettoffice mir geholfen hat und es mir körperlich deutlich besser geht. Allerdings ist es auch Freitag und das wäre ja auch irgendwie Quatsch, da jetzt extra an den Schreibtisch zu gehen. Ich beschließe, auf Nummer sicher zu gehen, und gemütlich vom Bett aus zu arbeiten. Also gibt es wieder ein Frühstückstablett – Kaffee und aufgewärmte Kirsch-Wareniki von gestern – und gerade als ich loslegen will, klingelt der zweite Handwerker.

Der ist zwar neu hier, aber auch ein großer Katzenfreund. Wir klopfen dann auch wieder den Mitbewohner aus dem Schlaf, der sich direkt wieder die Decke über den Kopf zieht, als wir in seinem Zimmer fertig sind. Als der Handwerker geht und ich wirklich mit dem Arbeiten anfange, stelle ich fest, dass mein einziges Meeting des Tages abgesagt wurde. So habe ich auf jeden Fall genug Zeit für zwei größere strategische Aufgaben, die Nachdenken und Kreativität benötigen.

Unterbrochen werde ich dabei zweimal von spontanen Zoom-Meetings, einmal vor DHL-Boten, einmal von Biokisten-Lieferanten, diverse Male durch Chatnachrichten… In der Mittagspause esse ich die aufgewärmten Pelmeni und Kartoffel-Wareniki von gestern und ab dem Nachmittag zieht sich der Arbeitstag dann seeeeeeehr. Als ich alle wichtigen Aufgaben hinter mir habe, klappe ich den Laptop zu.

Dann gibt es erstmal noch Aufregung wegen des Fotos eines positiven Schnelltests, ich dachte ja, wir hätten dieses ganze Drama dann jetzt irgendwann auch mal hinter uns. Aber nein, plötzlich ist wieder 2020-22 und Testsensitivität, Anlaufstellen für PCR-Nachtestungen und „wo kriegt man am Wochenende Paxlovid her“ drehen sich in meinem Kopf. Ein zweiter Schnelltest bleibt dann vorerst negativ, Aufschub des Dramas auf morgen früh.

Im Laufe des Tages trudelte die Nachricht ein, dass Anja Caspary nicht mehr Musikchefin bei radioeins sein wird. Ich falle in ein eskapistisches Wikipedia-Loch, kaufe mir dann ihr Buch „In meinem Herzen steckt ein Speer. Das Jahr das alles veränderte“ als eBook und lese die erste Hälfte noch im Bett liegend, die zweite Hälfte dann in der Badewanne. Das Buch ist kurz und trotz furchtbar schwerer Thematik liest es sich sehr flüssig, nach insgesamt guten drei Stunden bin ich damit durch.

Dann geht es aus der Wanne aufs Sofa. Im Fernsehen läuft der deutsche ESC-Vorentscheid, auf dem Handy laufen Mastodon, Google und Handyspiele. Ich snacke einen Rest philippinischer frittierter Maiskörner mit „Chicken“-Geschmack und bin dann nach dem Durchlauf aller acht Bewerbersongs so müde und uninteressiert am Ergebnis, dass ich ins Bett gehe.

Nach ein paar Seiten „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ falle ich in einen tiefen und (Spoiler, haha) nicht allzu langen Schlaf.

02.03.2023 – Platt

Jetzt ist es soweit, jetzt bin ich platt. Die letzten Wochen waren so anstrengend, der Schlaf kam zu kurz, der gestrige Tag war lang… Schon der Gedanke, mich aus dem Bett zu erheben und an den Schreibtisch zu gehen, scheint zu viel. Leicht erkältet fühle ich mich außerdem auch. Anderen würde ich natürlich sofort sagen, sie sollen sich krank melden. Aber…

Im Moment passiert auf der Arbeit so viel, fas weichenstellend ist und sich auch auf Wochen und Monate hinaus auf mein Stresslevel auswirken wird, dass ich beschließe trotzdem zu arbeiten und mich beim Weichenstellen einzubringen. Ein Tag Bettoffice, dann kann ich ja immer noch schauen, wie es morgen ist.

Also gibt es ein Frühstückstablett und den Laptop ans Bett. Apfel-Zimt-Macadamia-Müsli mit frischem Apfel dazu und natürlich Tee. Insgesamt sind 5 Meetings und ein Webinar zu absolvieren, dazwischen ruhe ich mich aus. Mittags gibt es Stulle mit Kräuterfrischkäse und veganer Schinkenspicker, dazu Fior-di-latte-Mozzarella mit viel Olivenöl, Salz und Pfeffer. Und eine Tomate, die langsam unansehnlich wurde und aber halt schmeckt, wie eine Tomate Anfang März. Bin das WG-Schwein, zuständig dafür, zu viel gekaufte Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. (Bin selbst nicht frei davon, auch ich komme nicht immer dazu, alles zu verwerten, was ich kaufe.)

Nach Feierabend habe ich Lust auf osteuropäisches Essen, auf Self Care und unbeschwerten Genuss. Also bestelle ich mir Pelmeni, Kirsch-Wareniki und Kirsch-Wareniki. Die eine Hälfte gibt es zum Abendbrot, die andere Hälfte morgen über den Tag verteilt.

Ich sage meine Sportpläne und die Abendverabredung für den nächsten Tag ab, lese in „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ weiter und mache gegen halb 11 das Licht aus.

01.03.2023 – Uff

Ihr habt es ja so gewollt, jeden Tag ein Blogpost…

Gestern klingelte der Wecker schon halb 7, da ich ins Büro musste und auch früher als sonst dort Termine hatte. Wach war ich aber natürlich schon seit halb 6…

Bis auf das übliche morgendliche Programm (soziale Medien, Feedreader, Duolingo, Babbel) machte ich auch noch einen Schnelltest, bzw. zwei, denn beim ersten sah es erst nach einem zweiten Strich aus. Stellte sich dann später als Reflexion der Stelle auf dem Teststreifen aus, die sich verfärben würde, wenn. Aber trotzdem beschloss ich, im Büro und auch sonst in Innenräumen durchgängig Maske zu tragen.

Es gab Tee to go, außer beim Tramfahren, und einen Apfelplunder vom Backshop. Auch to go, denn am Büro angekommen musste die Maske auf und blieb dann da auch bis zur Mittagspause. Ich verbringe den Großteil des Arbeitstags in einem Meetingraum mit wechselnder Belegschaft. Mittags geht es nach draußen, mit zwei Kolleg*innen in der Sonne sitzen und ein Spicy Tuna Sandwich von Nordsee essen. Danach zurück in den Meetingraum. Danach noch mehr Meetings und Arbeit und alles. Ich verlasse das Büro mit Überstunde im Gepäck und laufe nach Hause, um mein Schrittziel vollzubekommen. Dazu höre ich Podcast.

Zuhause angekommen gibt es die Reste der Suppe von Dienstag und dann geht es direkt ins Bett. Eigentlich hätte ich um 8 das Licht ausmachen können. Habe dann aber noch kurz mit dem Liebsten telefoniert und das Licht dann erst um 9 ausgemacht. Wachtgelegen habe ich noch bis mindestens 11…

28.02.2023 – Yoga und Carrot Cake

Jetzt kommt das Problem mit dem Tagebuchbloggen an Werktagen. Ich schaffe es heute erst abends und bis dahin ist schon so viel passiert, dass ich mir erst über das Checken meines Kalenders und meiner Tröts von gestern wieder erschließen muss, was gestern war.

Es war wieder eine viel zu kurze Nacht, und ich weiß noch, dass ich mir morgens im Bett noch ausgemalt habe, wie ich Details dazu verbloggen würde, aber bis jetzt habe ich das längst vergessen. Irgendwas mit Katzen und dann morgens erstmal Blogs lesen und Kreuzworträtsel lösen, um dann kurz vorm Weckerklingeln doch nochmal einzuschlafen. Fies.

Es gab Frühstück am Schreibtisch, mit Blaubeeermüsli und Apfel, dazu schwarzem Tee mit Mango und später pakistanischen Chai. Mittags zog es mich raus in die langvermisste Sonne. Ich erledigte Einkäufe im dm und im Centro Italia – wie großartig, dass ich nun seit über 9 Jahren fußläufig zu einem italienischen Supermarkt lebe!

Nach Feierabend ging es dann wieder raus, diesmal zum Yoga, mit Hin- und Rückweg machte ich mein Schrittziel komplikationslos voll. Erst nach 21 Uhr war ich wieder zuhause. Eigentlich wollte ich noch ne leichte Kleinigkeit essen, aber der Mitbewohner hatte Carrot Cake gebacken und drückte mir direkt an der Wohnungstür einen Teller in die Hand.

Danach dauerte es eine Weile, bis ich mich wieder bewegen konnte, um das Katzenklo durchzusieben und mich bettfertig zu machen. Mein weiser Plan, schon gegen 22 Uhr im Bett zu liegen, schob sich eine ganze Stunde nach hinten, aber dafür war dann auch gleich Licht aus angesagt.

Langweiliger Alltag, reine Chronistinnenpflicht heute, sorry!

27.02.2023 – Aua

Am Sonntag hatte ich ein Meme gesehen, das ein gewisses Alter (Menschen, die oft Solitär gespielt haben), mit Rückenschmerzen am Morgen in Verbindung brachte. Und Zack, Montagmorgen wachte ich mit fiesen Rückenschmerzen auf. Ich schiebe es in diesem Fall auf merkwürdig verkrampftes Liegen aufgrund der beiden Katzen, mit denen ich das Bett teile, aber andererseits werde ich ja auch demnächst 40…

Anyway. Praktischerweise begann der Tag sowieso mit Physiotherapie, so dass ich zumindest gleich etwas professionelle Hilfe bekam, was zu einer gewissen Verbesserung führte. Bei der anschließenden Lymphdrainage durfte ich Nacken und Schultern auch noch auf einem Heizkissen betten und wäre am Ende am liebsten einfach liegen geblieben. Stattdessen spazierte ich aber recht schnellen Schrittes zurück ins Homeoffice, wo ein Haufen Arbeit wartete.

Meeting reihte sich an Meeting, ohne Mittagspause dazwischen, war aber OK, da es dank des Termins am Vormittag am Ende dann auch nur noch 6 Stunden oder so waren.

Nach der Arbeit kochte ich dann einen Gemüseeintopf für den Mitbewohner und mich. Ein halber Weißkohlkopf musste endlich mal verbraucht werden und wurde mit Vorräten kombiniert – Cannelini-Bohnen, Dosentomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin, Parmesan und dem letzten Becher Sahne aus dem überdimensionierten Einkauf des Mitbewohners. (Er hatte Kuchen für seine neuen Kolleg*innen backen wollen, der Termin dafür verschob sich immer weiter und etwa zwei Wochen lang stand unser Kühlschrank voller Schlagsahne, von der am Ende 2,5 Becher übrig blieben).

Die Suppe war ein wenig von meiner Lektüre zur venezianischen Küche inspiriert, ein wenig von einem Ribollita-Rezept. Eigentlich hätte ich dem Weißkohl gerne Fenchelsamen entgegengesetzt, aber ich konnte keine mehr finden und nahm stattdessen Kümmelpulver, mit dem ich ein wenig ausrutschte. Auch um diesen Geschmack auszugleichen kam die Sahne mit rein.

Zum Essen gab es noch ein paar Scheiben Brot und für mich ein Glas Tempranillo, dazu Gespräche über anderer Leute Blinddärme, den Berliner Wohnungsmarkt und das deutsche Steuersystem.

Nach dem Essen packte ich mir eine große Ladung Papiermüll in eine IKEA-Tüte und ging mit Italo-Pop auf den Ohren noch einmal hinaus ins dunkle Kalte. Während meiner Runde um den Block führte ich das Abendtelefonat mit dem Liebsten und dann erreichte ich bei ziemlich genau 10.000 Schritten wieder die Wohnung.

Zurück auf dem Sofa las ich „Bei den Brunettis zu Gast“ zu Ende, außerdem aus Gründen das Italien-Kapitel aus Nilz Bokelbergs „Endlich gute Musik“ wieder.

Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett – sangen schon die großen Philosophen von Knorkator. Dort warteten schon wieder die Katzen auf mich und außerdem ein neues Buch: Alena Schröder – Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid. Ich schaffte noch so 20 Seiten, bis mir die Augen zufielen, freute mich aber noch über den unverhofften Rostock- und Warnemünde-Bezug.

26.02.2023 – Bett-Tag

Wie befürchtet wachte ich früher auf, als nach der Reinfeierei eigentlich gut für mich gewesen wäre. Ich erinnere mich nicht mehr, ob es die Katzen oder meine Blase waren, konnte aber zum Glück wenigstens nochmal ein Stündchen oder so wegdösen, bevor die Nacht gegen 8:30 Uhr dann endgültig vorbei war.

Nachdem ich mein Schrittziel für die Woche schon lange übererfüllt hatte und aus vielerlei Gründen dringend einen Selfcare-Tag brauchte, beschloss ich trotz schönem blauen Himmel, weitgehend im Bett zu bleiben.

Nach dem Leerlesen des Internets und den täglichen Duolingo- und Babbel-Pflichten machte ich mir gegen Mittag zum Frühstück ein sizilianisch inspiriertes Toast-Sandwich mit Olivenöl, Oregano, Sardellen, Käse und Tomate sowie eine Vollkornstulle mit Erdnussbutter und Pflaumenmarmelade. Dazu gab es eine sizilianische Crowdfarming-Blutorange (Sorte Tarocco) und einen vom Mitbewohner servierten pakistanischen Chai.

Ich hörte das Hörbuch von Monchi zu Ende, während ich mich um die Wäsche kümmerte und einmal die Wohnung durchsaugte. Danach las ich, zurück im Bett, noch die zweite Hälfte von Francesca Melandris „Über Meereshöhe“ zu Ende.

Irgendwann zwischendrin kam eine Nachricht, die dem Tag unnötige Spannung verlieh, die sich bis zur erlösenden Nachricht spät am Abend mehr und mehr aufbaute und in den letzten 2 Stunden wirklich unangenehm wurde. Kopfkino deluxe, Adrenalin hoch 10, Ablenkungslesen unmöglich. Ist dann aber zum Glück alles soweit gut gelaufen und löste sich noch rechtzeitig auf, ohne dass eine schlaflose Nacht daraus wurde.

Zwischendurch gab es noch eine Nachmittagsmahlzeit aus Pellkartoffeln und einem „Salat“ aus MSC-zertifizierten Eismeergarnelen, Dill, Zitrone, Sahne und einem Spritzer Majo. Statt Sahne hätte es etwas Leichteres auch getan, das war aber nicht im Haus und die Sahne musste langsam weg – der Mitbewohner hatte mal wieder überdimensioniert eingekauft. Es war sehr lecker, versetzte mich gedanklich nach Schweden und dank des ganzen Fetts brauchte ich dann auch keine dritte Mahlzeit geschweige denn einen Snack mehr.

Nachdem sich die Kacksituation aufgelöst hatte, traute ich mich gegen halb 11 endlich, in die Badewanne zu gehen. Dort beruhigte ich mich dann soweit wieder, dass ich einem Podcast folgen konnte. Zum Einschlafen gab es dann noch kulinarische Lektüre aus Venedig und dann fielen mir irgendwann gegen halb 1 endlich die Augen zu.