Jetzt ist es soweit, jetzt bin ich platt. Die letzten Wochen waren so anstrengend, der Schlaf kam zu kurz, der gestrige Tag war lang… Schon der Gedanke, mich aus dem Bett zu erheben und an den Schreibtisch zu gehen, scheint zu viel. Leicht erkältet fühle ich mich außerdem auch. Anderen würde ich natürlich sofort sagen, sie sollen sich krank melden. Aber…
Im Moment passiert auf der Arbeit so viel, fas weichenstellend ist und sich auch auf Wochen und Monate hinaus auf mein Stresslevel auswirken wird, dass ich beschließe trotzdem zu arbeiten und mich beim Weichenstellen einzubringen. Ein Tag Bettoffice, dann kann ich ja immer noch schauen, wie es morgen ist.
Also gibt es ein Frühstückstablett und den Laptop ans Bett. Apfel-Zimt-Macadamia-Müsli mit frischem Apfel dazu und natürlich Tee. Insgesamt sind 5 Meetings und ein Webinar zu absolvieren, dazwischen ruhe ich mich aus. Mittags gibt es Stulle mit Kräuterfrischkäse und veganer Schinkenspicker, dazu Fior-di-latte-Mozzarella mit viel Olivenöl, Salz und Pfeffer. Und eine Tomate, die langsam unansehnlich wurde und aber halt schmeckt, wie eine Tomate Anfang März. Bin das WG-Schwein, zuständig dafür, zu viel gekaufte Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. (Bin selbst nicht frei davon, auch ich komme nicht immer dazu, alles zu verwerten, was ich kaufe.)
Nach Feierabend habe ich Lust auf osteuropäisches Essen, auf Self Care und unbeschwerten Genuss. Also bestelle ich mir Pelmeni, Kirsch-Wareniki und Kirsch-Wareniki. Die eine Hälfte gibt es zum Abendbrot, die andere Hälfte morgen über den Tag verteilt.
Ich sage meine Sportpläne und die Abendverabredung für den nächsten Tag ab, lese in „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ weiter und mache gegen halb 11 das Licht aus.
Ihr habt es ja so gewollt, jeden Tag ein Blogpost…
Gestern klingelte der Wecker schon halb 7, da ich ins Büro musste und auch früher als sonst dort Termine hatte. Wach war ich aber natürlich schon seit halb 6…
Bis auf das übliche morgendliche Programm (soziale Medien, Feedreader, Duolingo, Babbel) machte ich auch noch einen Schnelltest, bzw. zwei, denn beim ersten sah es erst nach einem zweiten Strich aus. Stellte sich dann später als Reflexion der Stelle auf dem Teststreifen aus, die sich verfärben würde, wenn. Aber trotzdem beschloss ich, im Büro und auch sonst in Innenräumen durchgängig Maske zu tragen.
Es gab Tee to go, außer beim Tramfahren, und einen Apfelplunder vom Backshop. Auch to go, denn am Büro angekommen musste die Maske auf und blieb dann da auch bis zur Mittagspause. Ich verbringe den Großteil des Arbeitstags in einem Meetingraum mit wechselnder Belegschaft. Mittags geht es nach draußen, mit zwei Kolleg*innen in der Sonne sitzen und ein Spicy Tuna Sandwich von Nordsee essen. Danach zurück in den Meetingraum. Danach noch mehr Meetings und Arbeit und alles. Ich verlasse das Büro mit Überstunde im Gepäck und laufe nach Hause, um mein Schrittziel vollzubekommen. Dazu höre ich Podcast.
Zuhause angekommen gibt es die Reste der Suppe von Dienstag und dann geht es direkt ins Bett. Eigentlich hätte ich um 8 das Licht ausmachen können. Habe dann aber noch kurz mit dem Liebsten telefoniert und das Licht dann erst um 9 ausgemacht. Wachtgelegen habe ich noch bis mindestens 11…
Jetzt kommt das Problem mit dem Tagebuchbloggen an Werktagen. Ich schaffe es heute erst abends und bis dahin ist schon so viel passiert, dass ich mir erst über das Checken meines Kalenders und meiner Tröts von gestern wieder erschließen muss, was gestern war.
Es war wieder eine viel zu kurze Nacht, und ich weiß noch, dass ich mir morgens im Bett noch ausgemalt habe, wie ich Details dazu verbloggen würde, aber bis jetzt habe ich das längst vergessen. Irgendwas mit Katzen und dann morgens erstmal Blogs lesen und Kreuzworträtsel lösen, um dann kurz vorm Weckerklingeln doch nochmal einzuschlafen. Fies.
Es gab Frühstück am Schreibtisch, mit Blaubeeermüsli und Apfel, dazu schwarzem Tee mit Mango und später pakistanischen Chai. Mittags zog es mich raus in die langvermisste Sonne. Ich erledigte Einkäufe im dm und im Centro Italia – wie großartig, dass ich nun seit über 9 Jahren fußläufig zu einem italienischen Supermarkt lebe!
Nach Feierabend ging es dann wieder raus, diesmal zum Yoga, mit Hin- und Rückweg machte ich mein Schrittziel komplikationslos voll. Erst nach 21 Uhr war ich wieder zuhause. Eigentlich wollte ich noch ne leichte Kleinigkeit essen, aber der Mitbewohner hatte Carrot Cake gebacken und drückte mir direkt an der Wohnungstür einen Teller in die Hand.
Danach dauerte es eine Weile, bis ich mich wieder bewegen konnte, um das Katzenklo durchzusieben und mich bettfertig zu machen. Mein weiser Plan, schon gegen 22 Uhr im Bett zu liegen, schob sich eine ganze Stunde nach hinten, aber dafür war dann auch gleich Licht aus angesagt.
Am Sonntag hatte ich ein Meme gesehen, das ein gewisses Alter (Menschen, die oft Solitär gespielt haben), mit Rückenschmerzen am Morgen in Verbindung brachte. Und Zack, Montagmorgen wachte ich mit fiesen Rückenschmerzen auf. Ich schiebe es in diesem Fall auf merkwürdig verkrampftes Liegen aufgrund der beiden Katzen, mit denen ich das Bett teile, aber andererseits werde ich ja auch demnächst 40…
Anyway. Praktischerweise begann der Tag sowieso mit Physiotherapie, so dass ich zumindest gleich etwas professionelle Hilfe bekam, was zu einer gewissen Verbesserung führte. Bei der anschließenden Lymphdrainage durfte ich Nacken und Schultern auch noch auf einem Heizkissen betten und wäre am Ende am liebsten einfach liegen geblieben. Stattdessen spazierte ich aber recht schnellen Schrittes zurück ins Homeoffice, wo ein Haufen Arbeit wartete.
Meeting reihte sich an Meeting, ohne Mittagspause dazwischen, war aber OK, da es dank des Termins am Vormittag am Ende dann auch nur noch 6 Stunden oder so waren.
Nach der Arbeit kochte ich dann einen Gemüseeintopf für den Mitbewohner und mich. Ein halber Weißkohlkopf musste endlich mal verbraucht werden und wurde mit Vorräten kombiniert – Cannelini-Bohnen, Dosentomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin, Parmesan und dem letzten Becher Sahne aus dem überdimensionierten Einkauf des Mitbewohners. (Er hatte Kuchen für seine neuen Kolleg*innen backen wollen, der Termin dafür verschob sich immer weiter und etwa zwei Wochen lang stand unser Kühlschrank voller Schlagsahne, von der am Ende 2,5 Becher übrig blieben).
Die Suppe war ein wenig von meiner Lektüre zur venezianischen Küche inspiriert, ein wenig von einem Ribollita-Rezept. Eigentlich hätte ich dem Weißkohl gerne Fenchelsamen entgegengesetzt, aber ich konnte keine mehr finden und nahm stattdessen Kümmelpulver, mit dem ich ein wenig ausrutschte. Auch um diesen Geschmack auszugleichen kam die Sahne mit rein.
Zum Essen gab es noch ein paar Scheiben Brot und für mich ein Glas Tempranillo, dazu Gespräche über anderer Leute Blinddärme, den Berliner Wohnungsmarkt und das deutsche Steuersystem.
Nach dem Essen packte ich mir eine große Ladung Papiermüll in eine IKEA-Tüte und ging mit Italo-Pop auf den Ohren noch einmal hinaus ins dunkle Kalte. Während meiner Runde um den Block führte ich das Abendtelefonat mit dem Liebsten und dann erreichte ich bei ziemlich genau 10.000 Schritten wieder die Wohnung.
Zurück auf dem Sofa las ich „Bei den Brunettis zu Gast“ zu Ende, außerdem aus Gründen das Italien-Kapitel aus Nilz Bokelbergs „Endlich gute Musik“ wieder.
Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett – sangen schon die großen Philosophen von Knorkator. Dort warteten schon wieder die Katzen auf mich und außerdem ein neues Buch: Alena Schröder – Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid. Ich schaffte noch so 20 Seiten, bis mir die Augen zufielen, freute mich aber noch über den unverhofften Rostock- und Warnemünde-Bezug.
Wie befürchtet wachte ich früher auf, als nach der Reinfeierei eigentlich gut für mich gewesen wäre. Ich erinnere mich nicht mehr, ob es die Katzen oder meine Blase waren, konnte aber zum Glück wenigstens nochmal ein Stündchen oder so wegdösen, bevor die Nacht gegen 8:30 Uhr dann endgültig vorbei war.
Nachdem ich mein Schrittziel für die Woche schon lange übererfüllt hatte und aus vielerlei Gründen dringend einen Selfcare-Tag brauchte, beschloss ich trotz schönem blauen Himmel, weitgehend im Bett zu bleiben.
Nach dem Leerlesen des Internets und den täglichen Duolingo- und Babbel-Pflichten machte ich mir gegen Mittag zum Frühstück ein sizilianisch inspiriertes Toast-Sandwich mit Olivenöl, Oregano, Sardellen, Käse und Tomate sowie eine Vollkornstulle mit Erdnussbutter und Pflaumenmarmelade. Dazu gab es eine sizilianische Crowdfarming-Blutorange (Sorte Tarocco) und einen vom Mitbewohner servierten pakistanischen Chai.
Ich hörte das Hörbuch von Monchi zu Ende, während ich mich um die Wäsche kümmerte und einmal die Wohnung durchsaugte. Danach las ich, zurück im Bett, noch die zweite Hälfte von Francesca Melandris „Über Meereshöhe“ zu Ende.
Irgendwann zwischendrin kam eine Nachricht, die dem Tag unnötige Spannung verlieh, die sich bis zur erlösenden Nachricht spät am Abend mehr und mehr aufbaute und in den letzten 2 Stunden wirklich unangenehm wurde. Kopfkino deluxe, Adrenalin hoch 10, Ablenkungslesen unmöglich. Ist dann aber zum Glück alles soweit gut gelaufen und löste sich noch rechtzeitig auf, ohne dass eine schlaflose Nacht daraus wurde.
Zwischendurch gab es noch eine Nachmittagsmahlzeit aus Pellkartoffeln und einem „Salat“ aus MSC-zertifizierten Eismeergarnelen, Dill, Zitrone, Sahne und einem Spritzer Majo. Statt Sahne hätte es etwas Leichteres auch getan, das war aber nicht im Haus und die Sahne musste langsam weg – der Mitbewohner hatte mal wieder überdimensioniert eingekauft. Es war sehr lecker, versetzte mich gedanklich nach Schweden und dank des ganzen Fetts brauchte ich dann auch keine dritte Mahlzeit geschweige denn einen Snack mehr.
Nachdem sich die Kacksituation aufgelöst hatte, traute ich mich gegen halb 11 endlich, in die Badewanne zu gehen. Dort beruhigte ich mich dann soweit wieder, dass ich einem Podcast folgen konnte. Zum Einschlafen gab es dann noch kulinarische Lektüre aus Venedig und dann fielen mir irgendwann gegen halb 1 endlich die Augen zu.
Nach dem frühen Ende des Freitagabends begann der Samstag ebenfalls früh – wie im Moment leider fast alle Tage. Immerhin bis halb 8 konnte ich einigermaßen dösen, dann huschte ich aufs Klo. Das war wohl für das Teilzeitkind das Signal, dass jetzt Wachsein in Ordnung war und es kam kurz ins Schlafzimmer geschneit, um „Tagchen“ zu sagen, was dann auch den Liebsten endgültig weckte. Dann kehrte es zurück in sein Zimmer, um Hörspiel zu hören, während der Liebste Kaffee und Kakao kochen ging und ich mich nochmal gemütlich einkuschelte. Aber wach ist wach.
Wie üblich verbrachten wir den Morgen mit Kaffee und Endgeräten im Bett. Gegen 11 dann ging es hinaus in den (Schnee-)Regen und auf den Markt. Wir kauften frische Bio-Eier, französische Salami, ein Baguette, Taboulé und Rucola-Aufstrich und dann noch Börekstangen und Quarkbällchen auf die Hand. Dann ging es schnell zurück ins Warme und der Liebste bereitete Spiegeleier und Bio-Würstchen zu während ich die Spülmaschine ausräumte und den Tisch deckte – das Teilzeitkind erbarmte sich, ein wenig zu helfen, sortierte aber vor allem Lego.
Während des Frühstücks setzten wir das Gesprächsthema des Rückwegs fort – welche Native Americans/First Nations ursprünglich wo lebten und wo heute und ob es eigentlich OK war, wenn eine Mohawk im Fernsehen eine Sioux spielte oder nicht. War man schon froh, wenn die Rolle an eine Native ging, oder war es unzulässig verallgemeinernd? Müsste man dann wohl nochmal direkt „Betroffene“ fragen, zur Besetzung von Reservation Dogs fanden wir zumindest spontan keine diesbezüglichen Kontroversen online. Der Rest des Tischgesprächs drehte sich dann um The Cursed Child. Ich bin ja eine Verfechterin von „No spoilers“, während der Liebste und das Teilzeitkind diesem Prinzip wenig abgewinnen können. Die beste Freundin des Teilzeitkinds hat ihm schon wesentliche Spoiler aus Harry Potter 6 und 7 und sogar einiges über The Cursed Child verraten. Ich finde das nicht gut und versuche, jegliche Nachfragen diesbezüglich abzuwehren, habe dabei aber im Liebsten nicht immer einen Verbündeten. Und so erfährt das Teilzeitkind dann doch noch, wer die Eltern von Delphie sind. An viel mehr kann ich mich zum Glück nicht erinnern.
Nach dem Essen sollst Du ruhen oder tausend Schritte tun. Mit Schritten war ich für die Woche durch, also ging es ans Ruhen. Lesen, spielen, Kreuzworträtseln, Duolingo und Babbel üben, zwischendurch ein wenig einnicken und dann am Ende noch über Freitag bloggen…
Irgendwann trauten sich die beiden Anderen nochmal raus und kauften fürs Abendessen ein. Dann kochte der Liebste seine vegetarische Bolognese mit Fettuccine und wir aßen noch gemeinsam, bevor ich dann meine Siebensachen packte und wieder zurück nach Ostberlin fuhr – meine Cousine wollte in ihren Geburtstag hineinfeiern und hatte zur WG-Party geladen.
Es wurde ein netter Abend mit Sekt und Wein, Ofengemüse und Dipps und diversen Gesprächen. Die anwesenden Gästinnen (nur ein Mann war dabei, der ist hier mitgemeint) kamen beim Reden immer wieder an den Punkt, sich zu fragen, was man auf Parties eigentlich gleich nochmal macht und worüber man so redet – wir waren alle etwas aus der Übung nach den letzten Jahren. Es wurde jedenfalls viel über Kinder und das Elterndasein gesprochen, über Schul- und Kitapolitik in Berlin und Brandenburg, über die Berlinale und diverse Filme, über die Erinnerungskultur zum Holocaust, speziell in Auschwitz, über vergangene und geplante Reisen, über das Vierzig und älter werden und über die völlige Verblendung des „Mehr Bock auf Arbeit“-Anspruchs des Arbeitgeberverbands. Original kein Gespräch drehte sich im engeren Sinne um die Arbeit oder den Beruf der Beteiligten – kein „Und, was machst Du so?“ Das fiel mir sehr wohltuend auf!
Am späteren Abend stieß eine andere Cousine zu uns, die gerade von der Arbeit bei der Berlinale kam (Ich widerspreche mir hier ein wenig selbst ;)) und erstmal tütenweise Popcorn auf den Tisch knallte – in Süß und Salzig. Das hob die Stimmung nochmal gewaltig an, bis zum Höhepunkt um Mitternacht, als es Gesang, Wunderkerzen, Knallbonbons, Geschenke und hervorragenden Käsekuchen für das Geburtstagskind gab.
Bis ungefähr 2 Uhr hielt ich es dann noch aus, bevor ich es angesichts von einer halben Stunde Heimweg, auf mich wartender hungriger Katzen und der nächsten wahrscheinlich viel zu früh endenden Nacht aus Vernunftgründen für sinnvoll hielt, aufzubrechen. Des Nächtens war ich dann endgültig die einzige mit Maske in U- und S-Bahn. Ich stapfte durch den Schnee nach Hause, fütterte die Katzen und machte von meinem Erwachsenenprivileg Gebrauch, nach einer Partynacht ohne Zähneputzen direkt ins Bett zu gehen. Kurz vor 3 habe ich dann wohl geschlafen, meint das FitBit.
Was immer in der Welt passiert ist in den letzten Jahren – und das war eine ganze Menge – ich lese immer noch jeden Tag die Blogs in meinem Feedly. Und dabei am allerliebsten die Tagebuchblogs, die Fenster in anderer Leute Leben, deren Protagonist*innen zu meinem Leben dazugehören, obwohl ich vielen von ihnen noch nie persönlich begegnet bin, noch nicht einmal direkten 2-Wege-Kontakt habe ich mit ihnen gehabt. Immer wieder ergreift mich dann beim Lesen die Lust, wieder mitzuspielen.
Heute stolperte ich dann bei Buddenbohm und Söhne über ein Zitat von Mikka, das dieses Gefühl verstärkte und auch noch eine politische Dimension mit einbrachte (sowas ähnliches las ich neulich gestern schon bei der Kaltmamsell):
„Please blog
To reclaim the public square, the virtual town hall, we need to have a voice. One that is not drowned out in a river of unrelated things, one that does not fade in seconds. We need to speak in sentences, not artificially shortened slogans. Personal blogs educate, advocate, and entertain. They are, more than any microblog can ever be, humans behind keyboards, firmly anchored in the realities and complexities of life.
Blog in a way that is indestructible. Iron Blogging. Own your content, both digitally and personally. The cost is minimal, free more often than not (cost of a domain excluded, .md cost me $30 for five years), but the benefits are wonderful.
Don’t wait for the Pulitzer piece. Tell me about your ride to work, about your food, what flavor ice cream you like. Let me be part of happiness and sadness. Show me, that there is a human being out there that, agree or not, I can relate to. Because without it, we are just actors in a sea of actors, marketing, proselytizing, advocating, and threatening towards each other in an always vicious circle of striving for a relevance that only buys us more marketing, more proselytizing, more advocating, and more threats.“
Eine kurze Diskussion auf Mastodon später, bei der es um anonym, pseudonym, Klarnamen und Blog- und Nichtblogbares ging, bin ich nun hier. Während der Liebste und das Teilzeitkind gemeinsam das Computerspiel spielen, dessen Name nicht genannt werden darf – was ich aus ideologischen Gründen eigentlich falsch finde, aber vor dem individuellen Hintergrund der beiden Beteiligten wiederum vertretbar – liege ich gemütlich herum, habe unverhofft etwas Zeit, und schreibe kurz auf, was gestern war. Ob das von nun an täglich passiert, wage ich nicht vorauszusagen.
Gestern war Freitag und zwar ein Freitag im Homeoffice. Da der Mitbewohner auf Reisen ging und deshalb außer der Reihe zu meiner Stammzeit das Bad belegte, schaffte ich es nicht rechtzeitig, mir vor dem ersten Meeting Frühstück zu machen. Immerhin war ich aber fertig angezogen, hatte Tee und die Katzen waren versorgt. Ein von den Katzen vollgepinkelter Rucksack drehte im Hygienewaschgang seine Runden. Nicht zu viel wollen. Nach dem Meeting gab es dann Müsli (Salted Caramel Cherry Granola) mit kleingeschnittenem Apfel und Crowdfarming-Blutorange aus Sizilien (Sorte Moro, etymologisch bedenklich, ökologisch und kulinarisch aber vertretbar).
Die Mittagspause nutzte ich, um einen reparierten Mantel aus der Änderungsschneiderei abzuholen und ein zu reparierendes Kleid dort hinzubringen. Beide Kleidungsstücke litten unter geplatzten Nähten und ich habe noch zwei weitere, die ihnen folgen werden, sobald ich sie gewaschen habe. Die Frau in der Schneiderei schenkt mir immer leckeren vietnamesischen Instantkaffee und Minibonbons. Zurück zuhause säuberte ich noch das Katzenklo, füllte es mit frischem Streu, füllte die Wassernäpfe auf und stellte den Müll an die Wohnungstür.
Zum nächsten Meeting gab es dann Mittagessen – einen Rest Reis mit Linsencurry vom Mitbewohner, dazu Joghurt und einen Rest Koriander. Dann machte ich recht bald früh Feierabend, stellte den Katzen eine Extraportion Futter hin und stellte fest, dass mein Thermobecher kaputt war und ich ohne heißen vietnamesischen Instantkaffee losmusste. Also warm angezogen, Rucksack und Kopfhörer auf (das Hörbuch zu Monchis Buch – auch hier wieder Ambiguität – gute Musik, politisch stabiler Typ, spannendes Thema, Ostseeliebe, aber auch ungeklärte #metoo-Anschuldigungen stehen im Raum) und dann mit dem Müll nach unten.
Vom Müllplatz ging es dann zu Fuß durch zwei Parks, Nebenstraßen und an meiner alten Wohnung (von vor 10 Jahren) vorbei bis zum Café Moskau, das aktuell aus Gründen Café Kyiv heißt. Dort versammelten sich bereits die Demonstrant*innen zur Full Scale Freedom Demo – gegen Putin und für die Unterstützung der Ukraine. Abends verfolgte ich im Internet, wie viele meiner realen und virtuellen Bekanntschaften auch dort gewesen waren. Getroffen habe ich niemanden, obwohl ich es mit einem Freund zumindest versucht hatte, der mit seinen halbukrainischen Kindern dort war. Dann müssen wir uns bald mal wieder im Warmen treffen.
Die Auftaktkundgebung zog sich, der Lauti war viel zu leise und es drückten Regen, Windböen, Kälte und meine Blase. Ich beschloss, einen kurzen Abstecher ins nahegelegene Büro zu machen, um aufs Klo zu gehen und einen heißen Tee zu trinken. Unterwegs vibrierte mein FitBit – 10.000 Schritte geschafft. Im Büro traf ich trotz Freitagnachmittag sogar noch auf zwei Kollegen, mit denen ich einen kurzen Plausch hielt.
Dann fühlte ich mich gewappnet, wieder raus zu gehen und traf auf Höhe des Neptunbrunnens wieder auf den Demonstrationszug, der sich inzwischen auf den Weg gemacht hatte. Die Linden hinunter und aufs Brandenburger Tor zu, genau wie damals vor 20 Jahren, als wir noch hofften, die USA würden keinen Krieg mit dem Irak beginnen. Damals war ich da auch mit dem Freund, ohne Kinder natürlich noch. Wie verrückt, dass es uns 20 Jahre später aus ähnlichen Gründen wieder auf eine Demo dort verschlug, nur dass es diesmal gegen andere Imperialisten ging. Damals spielte Paddy Kelly bei der Abschlusskundgebung, diesmal gab es eine Videobotschaft von Selenskyi. Die habe ich dann aber nicht mehr mitbekommen. Als wir an der russischen Botschaft und dem russischen Panzerwrack vorbei waren, war mir erstens wieder kalt und zweitens drängte die Zeit bereits.
Ich stieg also am Brandenburger Tor direkt in die S-Bahn nach Südberlin und wartete beim Stammitaliener an der Ecke mit einem Campari Amalfi noch ein paar Minuten auf den Liebsten und das Teilzeitkind. Das gehört jetzt jeden zweiten Freitag irgendwie schon zum Ritual. Man kennt uns, man weiß, was mir möchten, wie das Kind heißt und dass ich experimentierfreudig bin. Einer von den Kellnern spricht mit mir immer Italienisch, sicherlich auch, um mich zu erfreuen, aber tatsächlich ist sein Deutsch auch weniger gut, als das des Anderen. Beide sind gute Freunde des Teilzeitkinds und schenken zum Abschied immer „heimlich“ einen Lolli.
Gestern jedenfalls meinte man auf Italienisch zu mir, das man heute ausnahmsweise Calamaretti hätte, die nicht auf der Karte stünden, und ob das nicht was für mich wäre. Klang erstmal gut. Mit ein bisschen Salat vielleicht? Hmm, wir hatten ja schon die traditionelle Focaccia und Bruschetta als Vorspeise… Oder vielleicht mit Spaghetti, in einer Tomatensauce? Now we’re talking! Calamaretti und Calamari in guter Tomatensauce, mit ordentlich Knoblauch und Petersilie und mit Peperonischeiben aromatisiertem Öl zum vorsichtigen Selbstdosieren. Sehr lecker!
Nach dem Essen waren das Teilzeitkind und ich schon sehr müde und eilten durch Kälte und Nieselregen nach Hause, während sich der Liebste noch uns Bezahlen und einen Gratis-Grappa kümmerte. Dann trafen wir uns alle im Kinderzimmer wieder. Das Teilzeitkind lag im Bett, der Liebste und ich lümmelten auf einer Matratze davor. Da der Liebste nun plötzlich noch müder war als ich, war ich mit Vorlesen dran und er machte ein Nickerchen. Kein ganzes Kapitel von Harry Potter 6 (s. o.) später, wurde verfügt, dass das Teilzeitkind jetzt noch leise weiterlesen und dann einschlafen darf – es war schon ganz schön spät geworden.
Die Erwachsenen trafen sich auf dem Sofa, um Reservation Dogs weiterzuschauen. Nach dem Vorspann war ich eingeschlafen und irgendwie schaffte ich es dann in einer Schlafpause noch ins Bett des Liebsten hinüber… Über 18.000 Schritte waren das gestern, nach fast ebenso vielen vorgestern. Vor zwei Monaten wäre das noch komplett illusorisch gewesen. #longcovid
Die Pandemie macht vieles anders – einiges leichter, einiges schwerer – und einiges einfach aufregender.
Vor etwa zwei Wochen ging meine Jogginghose kaputt – sie wird seit Beginn der Pandemie deutlich häufiger getragen, als vorher und das Innenfutter riss beim zügigen Einsteigen am Morgen ein. Ich bestellte mir also online eine neue und bei der Gelegenheit gleich noch ein paar andere Basics (Mütze, Unterwäsche, Socken, schöne warme Pullover).
Bei drei Bestellungen ging alles glatt, bei der vierten passte ich nicht auf und erhielt zwei Tage später eine Mail vom Hausmeister unseres Firmenbüros, dass dort ein Paket für mich eingegangen sei. Annahme und Abgabe von Paketen gehörte vor der Pandemie zu den Annehmlichkeiten, die uns Mitarbeiter*innen das Leben erleichterten. Aber jetzt sind wir bald seit einem Jahr im Homeoffice!
Ich überschlug meine Möglichkeiten – während der Arbeitszeit nach Mitte und wieder zurück gurken würde zu viel Zeit verschlingen. Außerdem ist es draußen kalt, das Fahrrad kaputt und in den ÖPNV möchte ich aktuell nicht mehr. Somit fiel auch die Variante aus, für einen Tag im Büro zu arbeiten, wie ich es seit Beginn der Pandemie eine Handvoll Male getan hatte, wenn es nötig war. Das war auch im Frühjahr und Sommer, also in mehrfacher Hinsicht unter besseren Bedingungen.
Zum Glück wohnen meine Eltern nur wenige Gehminuten vom Büro entfernt und erklärten sich bereit, das Päckchen bei einem Spaziergang abzuholen. Von da an war alles ein wenig flexibler, denn das Schicksal der Pullover war nicht mehr von Büroschließzeiten abhängig. Allerdings wohnen meine Eltern logischerweise ebenfalls in Mitte und damit für mich aktuell eigentlich nur im Auto des Liebsten oder mit einem seeeeeeeeehr ausgedehnten Spaziergang am Wochenende erreichbar.
Gut erreichbar hingegen ist für mich mein Bruder, der wohnt nur 20 Gehminuten von mir entfernt. Und hat ein funktionierendes Fahrrad. Es begab sich also, dass er am letzten Wochenende meine Eltern besuchte und dort nicht nur die Pullover, sondern noch ein verspätet geliefertes Weihnachtsgeschenk für mich in Empfang nahm und radelnd hier in den Kiez brachte.
Ich war zu der Zeit nun allerdings beim Liebsten im Süden Berlins und (ohne erkennbaren Zusammenhang) danach die ganze Woche über krank bei mir zuhause. Also verschoben wir eine Übergabe der Waren immer weiter und weiter.
In einem parallelen Handlungsstrang bestellte ich vorletzte Woche für die ganze Kernfamilie Vogelhochzeitsleckereien aus der alten Heimat, die nun diese Woche bei mir ankamen und darauf harrten, auf die drei Haushalte verteilt zu werden. Der Bruder und ich verabredeten also, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ein Treffen mit Tausch von Pullovern+Buch gegen Süßkram für die beiden anderen Haushalte mit anschließender Fahrradkurierfahrt nach Mitte andererseits.
Allerdings begab es sich dann aber so, dass er am von mir anvisierten Tag (heute) weder zeitlich noch räumlich verfügbar war. Aber: Ich habe einen Zweitschlüssel für seine Wohnung und so spazierte ich also vorhin dorthin, legte Süßkram für ihn wie angewiesen ab und nahm die Dinge für mich mit – fühlte sich sehr konspirativ an!
Zum Glück passen und gefallen beide Pullover, die Rücksendefrist hätte ich wohl inzwischen verpasst. Schon Anfang der Woche fragte der Händler per E-Mail nach, ob ich mit meiner Bestellung zufrieden sei. Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, dass ich dazu nichts sagen konnte, da meine (wirklich schönen, warmen, nachhaltig produzierten) Pullover sich durch meine Schusseligkeit bereits an der dritten Zwischenstation auf dem Weg zu mir befanden… Ich bin aber immer noch ein bisschen stolz auf mich, dass uns diese Lieferkette eingefallen ist und ich das Päckchen am Ende sogar komplett kontaktlos empfangen konnte.
Die Süßigkeiten für die Eltern müssen dann morgen Nachmittag leider per Liebstentaxi nach Mitte, damit sie pünktlich zur Vogelhochzeit da sind. Das erfährt der Liebste dann heute beim Abendtelefonat, wenn er es nicht vorher hier liest… Upsi.
So einen richtigen Jahresrückblick will dieses Jahr wohl keiner lesen, nicht einmal ich. Aber ein paar Traditionen dürfen sein, deswegen folgen hier das übliche Blog-Stöckchen und hinterher die Dokumentation der von mir in diesem Jahr erlebten Konzerte und Kinofilme sowie beendeten Bücher und Serien(staffeln). Los gehts…
Zugenommen oder abgenommen? Ich wiege mich äußerst selten, tippe aber auf zu. Es gab dieses Jahr eindeutig weniger Bewegung als sonst, aber natürlich nicht weniger Essen.
Haare länger oder kürzer? Seit 2014 wurden meine Haare nicht geschnitten…
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Keine Veränderung, ein bisschen kurz.
Der hirnrissigste Plan? War nicht von mir. Das unsinnigste war vielleicht, noch im Februar Juli-Flüge nach Kanada zu buchen. Die ließen sich dann aber komplett und anstandslos stornieren.
Die gefährlichste Unternehmung? Puh… Bahn fahren, mit mehreren Kolleg*innen im Fahrstuhl stehen, ohne Maske zu fünft Auto fahren und dabei sogar singen, in zwei WGs gleichzeitig leben, zum Arzt gehen… So 2020-Sachen eben.
Die teuerste Anschaffung? Da die Flüge erstattet wurden: Ein Klavier, ein Klavier. Also, ein E-Piano, samt Ständer und Hocker.
Das leckerste Essen? Man verliert ja so leicht den Überblick, wenn man eigentlich täglich lecker isst. Ich habe viele schöne Sachen gekocht, der Liebste und ich haben mehrfach sehr gut bestellt, außerdem das „Weihnachtsessen“ im September mit der Familie im vor dem Tbilisi und – ja, ich glaube das wars, das Geburtstagsessen für den Bruder, ebenfalls im September, im vor dem Simsim.
Das beeindruckendste Buch? Fabrizia Lanza – Tenerumi. Beeindruckend, weil eine Freundin ihre Lebensgeschichte so literarisch erzählen kann und weil ich es auf Italienisch gelesen und überwiegend verstanden habe.
Der berührendste Film? Ich muss wirklich anfangen, mir Filme aufzuschreiben, aber von denen, die ich im Kino gesehen habe (haha, siehe unten) auf jeden Fall Die perfekte Kandidatin
Das beste Lied? Seit dem Ende der dritten Staffel The Good Fight haben der Liebste und ich „unser Lied“, das DJ Shuffle gerne mal in passenden Momenten abspielt – etwa beim Losfahren in den Urlaub oder am Ende eines schönen Wochenendes, wenn er mich zuhause absetzt: Silver Jews – How Can I Love You If You Won’t Lie Down.
Das schönste Konzert? Schwierig, bei so vielen, höhö. Am gerührtesten war ich wohl bei einigen alten Silbermond-Songs…
Die meiste Zeit verbracht mit? Den Katzen, dicht gefolgt vom Liebsten.
Die schönste Zeit verbracht mit? Dem Liebsten, dicht gefolgt von den Katzen. 😉
2020 zum ersten Mal getan? Nicht nur tageweise, sondern monatelang im Homeoffice gearbeitet, das Draußen und liebe Menschen als gefährlich wahrgenommen, Mund-Nasen-Schutz getragen, Zoom-Karaoke, Zoom-Cocktailkurs, Zoom-Weihnachtsfeier, kein einziges Mal draußen gebadet, Gänsebrust zubereitet, WG-Casting über WhatsApp Videochat und dann eine Person am Tag des ersten Treffens bei mir einziehen lassen, eine US-Wahl-NachtWoche live im Fernsehen verfolgt und auf das Ergebnis angestoßen, zu zweit mit Kind Urlaub gemacht.
2020 nach langer Zeit wieder getan? Sehr viel Tagesfreizeit gehabt, mit einer fremden Person zusammengezogen, eine Bio-Kiste bestellt, nicht im Ausland gewesen und nur in Deutschland Urlaub gemacht, ein Kind aus der Schule abgeholt, einem Kind beim Lesen lernen zugesehen, regelmäßig Klavier geübt, Fahrrad gefahren.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Die Pandemie mit all ihren Auswirkungen, WG-Stress, diese eine Kürbissuppe
Drei Dinge, auf die ich nicht hätte verzichten wollen? Das Internet, gutes Essen, das Auto des Liebsten, durch das wir mobiler und sicherer waren und das eigentlich demnächst hätte abgeschafft werden sollen
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugten wollte? Existenz, Funktionsweise und Gefährlichkeit eines uns bekannten Virus
2020 war in einem Wort? Anders
Konzerte
Erstaunlicherweise war ich dieses Jahr auf Konzerten, und zwar zweimal, jeweils mit der besten Kolleginnenfreundin. Das eine war Silbermond (so halb dienstlich, halb aus nostalgischen Gründen), das andere war Alice Merton mit Support Act Declan J Donovan. Beim zweiten war Corona schon mehr Thema, auch in Deutschland, aber hatte Berlin noch nicht in bedrohlichem Ausmaß erreicht. Das nächste geplante Konzert, Anfang März von Ash, haben der Liebste und ich dann geknickt, weil wir beide erkältet waren und uns einerseits nicht fit genug fühlten und andererseits verantwortungsbewusst gegenüber anderen waren. Am Vorabend meines Geburtstags gab es ein Dritte Wahl-Konzert im MAU im Stream und eines oder zwei der Hauskonzerte von Igor Levit habe ich auch mitgenommen.
Kino
Im Kino war ich auch zweimal – einmal mit dem Liebsten Anfang März (nach der Erkältung, vor dem Lockdown und in einem halbleeren Saal) in den Känguru-Chroniken und dann noch einmal im Sommer mit der besten Kolleginnenfreundin im Freiluftkino, bei Die perfekte Kandidatin.
Theater
Aus Gründen Fehlanzeige.
Bücher
Gelesen habe ich jede Menge, ich hatte ja auch insgesamt viel mehr Zeit als in anderen Jahren. Die Häufung an Mike-Gayle-Büchern liegt daran, dass er zu Beginn des britischen Lockdowns beschlossen hat, eine wöchentliche virtuelle Lesung seiner Bücher in chronologischer Reihenfolge zu machen. Nach der ersten habe ich beschlossen, jeweils zum Termin das jeweilige Buch wiedergelesen zu haben. Ein paar davon hatte ich nur als E-Book oder nur in der deutschen Übersetzung, die habe ich mir im Laufe des Jahres dann noch von ihm signieren und persönlich zuschicken lassen, als Dankeschön für diesen schönen Zeitvertreib und Termin dieses Jahr.
Erin Meyer: The Culture Map. Decoding how People Think, Lead and Get Things Done across Cultures.
Annie Proulx: Barkskins.
Mike Gayle: My Legendary Girlfriend.
Mike Gayle: Mr Commitment
Mike Gayle: Turning Thirty
Mike Gayle: Dinner for Two
Mike Gayle: His ’n‘ Hers
Mike Gayle: Brand new Friend
Mike Gayle: Wish You Were here
Mike Gayle: The Life and Soul of the Party
Mike Gayle: The To-Do List
Mike Gayle: The Importance of Being a Bachelor
Mike Gayle: Men at Work
Mike Gayle: The Stag and Hen Weekend
Mike Gayle: Turning Forty
Mike Gayle: Seeing other People
Mike Gayle: The Hope Family Calendar
Mike Gayle: The Man I Think I Know
Mike Gayle: Half a World away
Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Apokryphen
Fabrizia Lanza: Tenerumi (auf Italienisch, etwas mehr als die Hälfte verstanden, denke ich)
Francesca Melandri: Eva schläft
Yay Gyrasi: Heimkehren
Mike Gayle: All the Lonely People (Neuerscheinung mit virtueller Premierenparty ;))
Regina Scheer: Machandel
Isabel Bogdan: Laufen
Robin DiAngelo: White Fragility. Why It’s so hard for White People to Talk about Racism (im Rahmen unseres antirassistischen Buchclubs auf Arbeit)
Jasmin Schreiber: Marianengraben
Fatma Aydemir, Hengameh Yagoobifarah (Hrsg.): Eure Heimat ist unser Albtraum
Naomi Wolf: Vagina. A new Biography
Elizabeth Gilbert: City of Girls
Glen Cook: Sweet Silver Blues
Nick Hornby: State of the Union
Erich Kästner: Emil und die drei Zwillinge
Giles Blunt: Until the Night
Nick Hornby: Just like You
Louise Erdrich: Der Club der singenden Metzger
Volker Kutscher: Olympia
Campino: Hope Street
Sabine Wirsching: Man kann sich nicht immer aufhängen
Barack Obama: A Promised Land
Jane Austen: Lady Susan
Lothar Kutsche, Elizabeth Shaw: Quer durch England in anderthalb Stunden
Emma: Mental Load
Lea Streisand: Hufeland, Ecke Bötzow
Francesca Melandri: Alle, außer mir
Serien(staffeln)
Viel Zeit zum Serien gucken hatte ich natürlich auch, teils alleine, teils mit dem Liebsten. Aufgelistet habe ich nur komplette Staffeln, nicht wenn ich mir zum Essen mal eine Folge How I Met Your Mother angemacht habe und auch nicht die diversen Einzelfolgen von Paw Patrol, My Little Pony, Bibi Blocksberg und Co., die ich so im Alltag mitnehme. 😉
The Affair 5
The Marvelous Mrs Maisel 3
Gilmore Girls 3-7 und A Year in the Life (mit dem Liebsten – Premiere für ihn, Rewatch für mich, Staffel 1 und 2 schon letztes Jahr)
Anne with an E 3
Grace & Frankie 6
The Healing Powers of Dude 1
Sex Education 2
Rita 1-5
The Ranch 8
Virgin River 1-2
Fleabag 1-2
Hjördis
Good Omens (mit dem Liebsten – Premiere für mich, Rewatch für ihn)
Bunheads (mit dem Liebsten – Premiere für ihn, Rewatch für mich)
Unorthodox
Community 1-4 (mit dem Liebsten, wir sind aktuell in Staffel 5)
Space Force 1 (mit dem Liebsten)
The Good Fight 1-3 (mit dem Liebsten, Staffeln 1 und 2 für mich als Rewatch)
How to Sell Drugs Online (Fast) 2
Borgen 1-4 (Rewatch)
Little Fires Everywhere
Parlament 1 (erst alleine, dann nochmal mit dem Liebsten)
The West Wing 1-2 (mit dem Liebsten, Rewatch für ihn, Premiere für mich, wir sind in Staffel 3)
Das letzte Wort 1
The Duchess 1
You Me Her 5
Alpha House 1 (mit dem Liebsten, Rewatch für ihn, Premiere für mich, wir sind in Staffel 2)
Liebe und Anarchie
The Queen’s Gambit
Dash & Lily
Lovesick 1-3
The Crown 4
Emily in Paris 1
The Bold Type 1-4
Weihnachten zu Hause 2
Bridgerton 1
Filme
…sollte ich 2021 mal versuchen, auch mit aufzuschreiben. 😉
Ob ich es wirklich wieder zum täglichen Bloggen schaffe, weiß ich nicht. Aber zumindest werde ich versuchen, in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen ein paar Bemerknisse festzuhalten…
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Neulich durfte ich als Versuchskaninchen herhalten und ein neues Kommunikationsformat in unserer Firma ausprobieren – um der gefühlten Distanz durch das Homeoffice entgegenzuwirken und gleichzeitig Inklusion und Diversität zu stärken, wurden die Teilnehmenden einer Zoom-Konferenz per Zufallsgenerator in spontane Breakout-Sessions geschickt. 11 Minuten hatte man Zeit, um die Kolleg*innen kennenzulernen, als Icebreaker wurden ein paar Gesprächsthemen vorgeschlagen, von denen wir aber schnell abwichen. In der ersten Session traf ich dabei witzigerweise auf die Chefin der Chefin meiner Chefin, die in Nashville sitzt – und die ich durch monatliche Team-Meetings und natürlich E-Mails bereits ganz gut kannte. Zu uns gesellten sich dann aber noch eine Entwicklerin in Chicago und eine Projektmanagerin in Bristol. Nach kurzer Vorstellung sprachen wir über gendergerechte Sprache im Deutschen und Englischen im Vergleich – ergab sich ganz spontan. In der zweiten Session traf ich auf einen aus Indien stammenden Grafiker in Dublin, dem ich zwar bereits ein paar mal in riesigen Zoom-Konferenzen begegnet war, mit dem ich aber noch nie ein direktes Wort gewechselt hatte, und eine Recruiterin in San Francisco. Wir kamen kaum über die Vorstellungsrunde hinaus und sprachen sonst vor allem darüber, wie cool es ist, in so einer internationalen Firma zu arbeiten. Ich hoffe, dass das Feedback der anderen Teilnehmenden ähnlich gut war wie meines (ich hätte mir die Sessions einen Tick länger gewünscht und gerne noch eine dritte angeschlossen), und dass dieses Format dann auch bald für die gesamte Firma ausgerollt wird und regelmäßig stattfindet.
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Echtes Tagebuchbloggen von heute, 6. Oktober 2020:
Endlich endlich die Steuererklärung (die in diesem Jahr etwas komplizierter ausfiel als sonst immer) abgeschlossen
Gemeinsam mit der neuen Mitbewohnerin die Wohnung geputzt und andere Haushaltsdinge getan und uns auf einen Modus für die Zukunft geeinigt, der für uns beide passt – zum Glück haben wir sehr ähnliche Vorstellungen und Schmerzgrenzen
Endlich die Traditionsbäckerei hier um die Ecke ausprobiert, in der noch alles selbst gebacken wird und kurz vor Ladenschluss auch nur noch ein paar Reste da sind – es gab Pfannkuchen als Nachtisch fürs Abendbrot. Von der Bäckerei weiß ich seit ein paar Monaten, obwohl ich bereits seit fast sieben Jahren hier wohne – sie liegt in einer Nebenstraße, durch die ich nie komme und erst durch einen Zeitungsartikel wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es sie gibt. Ab jetzt werden Backwaren nur noch dort gekauft – zumindest für den Prenzlberger Haushalt.
Gemeinsam mit der Mitbewohnerin gekocht – individuelles Restgemüse auf den Tisch und los gehts – es entstanden ein Salat aus Rucola, Tomaten und Feta und eine Minestrone aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Petersilienwurzeln, Steckrübe, Spinat, Erbsen und Buchstabennudeln. Die angebrochene Flasche Pflaumenwein haben wir auch noch platt gemacht und zum Nachtisch gabs eben die Pfannkuchen.
Grund für das Verputzen der Gemüsereste war a) dass ich die nächsten Tage im Steglitzer Haushalt verbringen werde und b) dass wir ab Freitag eine wöchentliche Biokiste bestellt haben. Jetzt wo ich wieder viel zu Hause koche und auch noch eine zweite Person da ist, die beim Essen der vielen Dinge hilft, die der Liebste verschmäht, lohnt sich das wieder – und reduziert vielleicht die Gänge in den Supermarkt während der erhöhten Infektionszahlen.
Der Senat beschloss heute endlich ein paar zusätzliche Maßnahmen – von 23-6 Uhr Sperrstunde für Läden und Lokale, keine Treffen mit mehr als 5 Personen oder zwei Haushalten draußen und maximal 10 Personen drinnen – hoffen wir, dass es hilft
Besorgte Blicke hinüber in die USA, all day, every day.