Adventskalender 02.12.

Dieses Lied passt eigentlich zu einem Gespräch vom Dienstag, als ich mit Kollegen in der Mittagspause war und man darüber sprach, dass einige am Wochenende zu einem Konzert besagter Band gehen. Das erinnerte mich an meinen Konzertbesuch im März 2006 in Hamburg, im Grünspan (?) laut Google in der Fabrik. Eines meiner ersten Konzerte, bei denen ich auf der Gästeliste stand. Und demzufolge konnten wir es uns auch leisten, einfach schon etwas früher abzuhauen. Ich mag die Musik, aber das Konzert konnte uns nicht mitreißen. Wir waren müde und hatten Kopfschmerzen, hatten nichts bezahlt und eine lange Heimfahrt nach Rostock vor uns. Die wurde dann noch viel länger – irgendwo auf dem Weg zur Autobahn (ich glaube es gab eine Umleitung) haben wir uns verfahren und sind dann stundenlang durch niedersächsische und mecklenburgische Dörfer geirrt (eines davon hieß Mechow). Wir hörten CDs von Motorpsycho, sprachen über dies und das, pausierten an der einzigen Raststätte zwischen Lübeck und Rostock und kamen irgendwann spät nachts wieder in der Heimat an – später als diejenigen unserer Bekannten, die das Konzert bis zum Ende sahen. Naja, das war’s wert. 🙂 
Danko Jones – Sticky Situation

Adventskalender 01.12.

Ein bisschen Leben in die Blog-Bude bringen, dachte ich mir. Und: Ich poste soviel Musik überall hin, warum nicht auch als Adventskalender? Ab jetzt also die nächsten 24 Tage lang jeweils einen Song – passend zur Stimmung, mit aktuellem Bezug, mit historischem Bezug, mit Weihnachtsbezug oder einfach nur so. Wenn ichs schaffe, kommt auch noch eine Erklärung dazu – wie heute.

Dieses Lied hat mir DJ Shuffle gestern morgen zum Aufstehen (Aufstehen um 12, wegen Spätschicht… *pfeif*) beschert und es hat mich auf einen Schlag hellwach und einsatzbereit gemacht. Eins von den vielen Liedern, die ich aus meiner Rostocker Zeit mitgenommen habe in mein Leben. Zuerst gehört bei Lohro oder im MAU, live gesehen auf dem allerliebsten Lieblingsfestival zu Gantikow und auf dem Immergut. Gerade neulich noch wie wild dazu getanzt. Die Band gibts nicht mehr, aber dieses Lied wird immer mein sein 😉 (Wer die Anspielung im letzten Satz korrekt in einem Kommentar identifiziert, gewinnt etwas, das ich mir noch überlegen muss).

Kate Mosh – Kick Nave And The Sad Beats

Leider nicht als Video, dafür aber bei Grooveshark

Social Media at its best

Ich bin ja ein Geek, so sagte mir das zumindest ein Praktikant bei uns letzte Woche, als ich mein „Tweet Tweet Hashtag Retweet“-T-Shirt im Büro trug. Unser Social-Media-Mensch hingegen fand es toll und meinte, Geeks seien sowieso die besseren  Menschen. Auf jeden Fall sind Geeks wie ich (nicht Zocken, sondern eben so Web2.0-Sachen – inkl. Smartphone – und zudem noch im richtigen Leben nicht ganz sozial inkompetent), Menschen, denen mit diesen Spielzeugen lustige Dinge passieren.

Am Wochenende war ich wieder in Rostock, meiner alten Heimat. Der Anlass war das 14. Jubiläum der Indie Night mit Konzerten von Durango Riot, I Heart Sharks und Kraftclub. Ein schöner Nebeneffekt war, dass der Besuch mir die Gelegenheit gab, noch ein paar der Menschen wiederzusehen, mit denen es beim letzten Mal nicht geklappt hat. (Und was waren das für tolle Treffen!!!)

Doch zurück zum Web2.0-Dings. Als ich im M.A.U. ankam, habe ich über Foursquare dort eingecheckt und das auch auf Twitter und Facebook mit anzeigen lassen. Danach dachte ich mir einfach nix mehr dabei und mischte mich unters Konzert- und Partyvolk. Irgendwann im Laufe der Nacht passierten dann die folgenden Dinge:

1. Ein flüchtiger Bekannter kam zu mir, umarmte mich zur Begrüßung und sagte, er solle mir schöne Grüße von meiner ehemaligen Mitbewohnerin ausrichten. Sie lebt in den USA und hat bei Facebook gesehen, dass ich im M.A.U. bin und da sie gerade mit ihm gechattet hatte und von seiner Abendplanung hörte, hat sie ihm Grüße an mich aufgetragen.

2. Auf einmal standen zwei Menschen vor mir und meinen Begleitern, mit denen wir vor acht (!) Jahren regelmäßig unterwegs waren und die wir dann irgendwie aus den Augen verloren haben. Mit einem von den beiden bin ich über Twitter und Facebook vernetzt, aber direkt miteinander gesprochen hatten wir ewig nicht. Wir leben zwei völlig verschiedene Leben in zwei völlig verschiedenen Städten und waren zufällig beide gerade in Rostock. Besagter Herr stand also da rum, sah mich und war sich nicht ganz sicher, ob ichs wirklich bin. („Dein Tanzstil kam mir bekannt vor.“) Also checkte er nochmal kurz Facebook, um herauszufinden, ob ich vielleicht gerade in Rostock sei, bekam seine Meinung bestätigt und wagte sich zu uns vor und wir waren einigermaßen platt, auf einmal wieder alle beisammen zu sein.

Und weil alles so schön war, jetzt hier noch ein Lied, das zur Indie Night einfach dazugehört: Finn. – Electrify – viel Spaß 🙂

Neues vom Mixxer

Gerade eben nach langer Zeit mal wieder ein Mixtape eine Mix-CD erstellt, als Geschenk für den 30. Geburtstag einer Freundin. Dabei habe ich folgende Entdeckungen gemacht:

  •  Für einige Jahre gibt es so viele gute Musik, dass man sich nur mit schlechtem Gewissen für ein Song-Highlight entscheiden kann.
  • Erschreckenderweise hat meine Festplatte aus den Jahren 2009 und 2010 nur sehr sehr wenig neue Musik zu bieten, da herrscht definitiv Nachholbedarf.
  • Ich kann nicht mal mehr eine Tracklist per Hand schreiben, ohne dass mein Handgelenk verkrampft – und lesen kann mans auch nicht.

Beim Auswählen habe ich mich mal wieder in den Untiefen meiner Festplatte verrannt und neue und alte Schätze gehoben. Dies bewog mich dann zum bewährten „Alles auf Shuffle“-Spiel. Resultat: Es geht in der Popmusik wirklich IMMER nur um das EINE. Hier die ersten Tracks, die der Mixxer ausspuckte:

1. Bryan Adams – Don’t Give Up – omg, der hat Dancetracks gemacht??
2. Nirvana – Milk It
3. Santana – Everything’s Coming Our Way
4. Holly Cole – Trust In Me
5. The Coral – She’s Got A Reason
6. Tocotronic – Gott Sei Dank Haben Wir Beide Uns Gehabt
7. Chumbawamba – Behave
8. Element Of Crime – Wahr und Gut und Schön
9. Beastie Boys – Hold It Now, Hit It
10. The Beatles – Can’t Buy Me Love
11. Eminem – Drips
12. Johnny Cash – Southern Accents
13. Bruce Springsteen – Prove It all Night
14. Dean Martin – Everybody Loves Somebody
15. Brian May – China Belle
16. Erik Silvester – Zucker im Kaffee
17. Robbie Williams – Lazy Days
18. Phil Collins – Only You Know And I Know
19. Neil Diamond – Cracklin‘ Rosie
20. Alicia Keys – If I Ain’t Got You

Denn für dieses Leben….

Ein schönes YouTube-Fundstück. Bertolt Brecht singt sein „Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens“ und kreative Menschen machten dazu einen voll modernen Videoclip. 🙂

Review: Gernsehclub im Grünen Salon – This Is Spinal Tap

Komme gerade zurück aus dem Grünen Salon der Volksbühne. Heute war Gernsehclub und Olli Schulz, Joro Gogow und Toni Krahl (beide City) präsentierten This Is Spinal Tap.

Einer dieser Filme, von denen man immer wieder liest und hört, den ich aber noch nie gesehen hatte. Besonderer Zusatzanreiz waren die präsentierenden Herren (plus Nilz Bokelberg, der aber leider kurzfristig absagen musste). Gründe hinzugehen gab es also genug. Eins der schönen Dinge an Berlin ist ,ja, dass es so viele Überschneidungen gibt. An diesem Abend trafen sich für mich Filmgeschichte, Blogosphäre, meine Indie-Phase und familiäre Prägung, allesamt in der Volksbühne, die ungefähr gleichweit von Büro und Wohnung entfernt. hätte perfekt werden können.

Auf der Haben-Seite hat dieser Abend eindeutig den Film sowie das Ambiente und die Idee des Gernsehclubs. Gemütliches Rumlümmeln, riesige Bildschirme, die man von überall sehen kann, kostenloses Hot Dog- und Snackbüffet (Chips, Nüsse und Süßigkeiten soviel man will – ich fühlte mich wie früher als Kind, wenn ich hektisch eine Plastiktüte mit den verschiedenen Errungenschaften der Gummibonbon-Industrie füllte, die dann aber immer zu hart und außerdem schweineteuer waren.

Auf der Soll-Seite? Olli Schulz, Toni Krahl und Joro Gogow sind Musiker. Das können die auch. Ich möchte sagen, Toni Krahl und Joro Gogow können sogar verdammt gut singen respektive geigen/bassen. Sie spielen eine nicht unwesentliche Rolle in meinem Leben und singen sogar ein Lied über mich:

Und Olli Schulz schreibt zumindest ab und zu gute Lieder. Von ihm ist dieser wundervolle Vers:

Ich lernte Paul McCartney kenn‘ / und durft‘ zuhause bei Ihm penn‘ / wo er früher mit John Lenn‘ / die tollsten Songs geschrieben hat

Tja. Musiker halt. Was sie nicht so gut können ist moderieren. Olli Schulz spult seine üblichen Phrasen ab, merkt nicht, dass die Leute nicht wegen ihm da sind und weiß relativ wenig über die beiden, die er da interviewen soll („Wie spricht man Deinen Namen nochmal aus?“ „Jaja, so hat man damals die Stasi-Leute verarscht“) und verabschiedete uns beim Rausgehen mit: „Machts gut und baut keinen Scheiß“. Äußerst schwerfällig. Toni und Joro etwas cooler, aber eben auch – Musiker.

Naja, was solls, hab ich endlich mal Spinal Tap gesehen 🙂 In zwei Wochen gibts Kalkofe vs. Menzel und da werd ich wohl einen lustigen Abend mit meinem Bruder verbringen und mein zweites Ticket einsetzen.

Half awake in a Fake Empire

Gestern war der Tag aller Tage für einen Großteil der Berliner Musikliebhaber (Wenn man mit Musik aktuelle Popmusik der ernsthafteren und künstlerisch wertvollen Art meint) – The National spielten in der Columbiahalle. In den Wochen davor hörte man es an allen Ecken und Enden, wer da alles hinwill. Und scheinbar ging es nicht nur mir so. Auch einer meiner Lieblingsblogger und twitterer, Herm von Herm’s Farm muss ähnliches erlebt haben – zumindest twitterte er einen Veranstaltungshinweis ausdrücklich an „alle, die heute nicht zu The National gehen“.

Unsere Karten hatten wir jedenfalls schon seit Dezember, denn der Zufall wollte es, dass das Konzert ausgerechnet am Geburtstag des Liebsten stattfinden sollte – das perfekte Weihnachtsgeschenk also 😉 OK, so logisch ist das gar nicht, hat aber gepasst. Blöd wäre jetzt gewesen, wenn wir die Karten in den langen Wochen dazwischen irgendwie verloren hätten. Und so gerieten die letzten Tage ein wenig zur Zitterpartie.

Dazu muss man wissen, Weihnachten waren wir in Italien. Es gab viele Geschenke. Einige groß und unübersehbar, einige klein und unscheinbar – wie etwa papierne Konzertkarten und ein iTunes-Gutschein. Dazu kam, dass andere Weihnachtsgeschenke auf dem Postweg nach Italien aufgehalten wurden (erinnert sich noch wer an das Winterchaos?) – diese erreichten mich auch erst diese Woche in einem Fress-CARE-Paket der lieben „Schwiegereltern“.

Großes Durcheinander also, zwei verschiedene Abflugtage, wer nimmt was mit usw. Und nun vor ca. 10 Tagen plötzlich die Frage: „Wo sind eigentlich die The National-Karten?“ Nach einigem „Die hab ich Dir doch gegeben“ „Aber es sind doch Deine Karten, die sind bestimmt auf Deinem Schreibtisch“ „Wo haben wir die damals eigentlich reingetan?“ „Bist Du sicher, dass Du sie nicht eingesteckt hattest?“ folgten hektische Suchaktionen. Nackte Panik, dass beim Entrümpeln von zahllosen Pizzakartons und Magazinen die Karten irgendwie dazwischen gelandet sein könnten. Anrufe in Italien. Durchsuchen sämtlicher damals mitgenommener Taschen, Bücher, etc. „Welche Bücher haben wir denn noch geschenkt bekommen?“

Alles hatten wir durchgesucht. Alles. Dann erste vorsichtige Anfragen im Freundeskreis, ob nicht vielleicht noch jemand eine Karte übrig hätte? (Schließlich seit Wochen ausverkauft!). „Nur mal gucken“ und erschrecken bei eBay….

OK, durchatmen. Gibt es noch irgendetwas, das wir übersehen haben?

Moment, der Liebste bekam von seinem Bruder doch noch ein Buch. Was war das noch? Irgendetwas, das nicht auf dem „Zu lesen“-Stapel landete, sondern gleich im Regal. Mal überlegen.

Ein letztes Aufbäumen der Hoffnung. Ich rannte zum Regal, fand nach kurzem Suchen das Buch. Und. Da. Drin: 2 Stück Papier. Bestimmt Werbung. Doch nein – es waren DIE THE NATIONAL-KARTEN!!!!! Woooohooo. Eine Geröllhalde fiel mir vom Herzen.

Konzert gerettet, Geburtstag gerettet, Weihnachten gerettet.

Achja und das Konzert war dann auch noch großartig 😉

Kleiner Eindruck, danke YouTube:

Und noch ein riesiges Buon Compleanno an den Liebsten, auch von dieser Stelle 🙂