Schon wieder viel zu früh wach (halb 6) aber dank Wochenende habe ich mich erfolgreich, Podcastfolge für Podcastfolge, noch bis halb 9 weiter im Traumland aufgehalten. Danach wie üblich die nächsten Stunden im Bett geblieben, gelesen, Sprachkram gemacht, mit dem Liebsten telefoniert, mit den Katzen gekuschelt und schlussendlich auch gefrühstückt. Es gibt schwarzen Tee mit Mango, Brot mit Mandelmus und Pflaumenmarmelade und Blutorange mit körniger Frischkäse.
Gegen 12 stehe ich dann endgültig auf und beschäftige mich mit dem Haushalt – Spülmaschine füllen und anschalten, Bett abziehen und Waschmaschine anschalten, Wäsche zusammenlegen und in den Schrank räumen – dabei Nimbin aus seinem Versteck aufschrecken -, Katzenklo durchsieben, Bett neu beziehen, Wohnung durchsaugen, Müll runterbringen.
Mit Verschnaufpausen dazwischen bin ich genau passend kurz vor halb 3 fertig und mache mich dann zu Fuß auf den Weg in das Krankenhaus, in dem mein Bruder seit einer Woche liegt. Ich bringe ihm Katapult-Magazine der letzten Monate zur Lektüre mit und verbringe insgesamt anderthalb Stunden am Krankenbett. Dann laufe ich wieder nach Hause und habe mein Schrittziel beinahe erreicht, als ich wieder zuhause bin.
Ich hänge die Wäsche auf. Dann gibt es Chai und Brownies vom Mitbewohner und ich setze mich nochmal mit meinem Buch aufs Sofa, bis halb 7 der Liebste klingelt. Gemeinsam spazieren wir für unsere Date Night in die Osteria Tressanti und haben dort einen sehr schönen Abend. Zum Aperitivo gibt es Negroni Sbagliato für mich (ich TikTok-Opfer) und Campari Orange für ihn. Als Gruß aus der Küche kommt eine winzige Bruschetta mit Panzanella.
Wir nehmen den Antipasto all‘italiana für Zwei – mit Mortadella, Wildschweinsalami, neapolitanischer Salami, Mailänder Salami, Taleggio, Pecorino, gegrilltem Radicchio, Fenchel-Orangen-Salat, eingelegter Paprika, geröstetem Blumenkohl und Kartoffelspalten. Fenchel und Blumenkohl habe ich für mich alleine. Dazu trinken wir eine Flasche des Regaleali Bianco von Tasca d‘Almerita, denn das heilige Gesetz sagt, wenn Wein von Fabrizias Familie auf der Karte steht, wird er bestellt.
Nach den Antipasti gibt es römische Pasta – echte Carbonara für den Liebsten und Gricia für mich – und zwar jeweils eine riesige Portion, die wir beide nicht schaffen. Das ist schade, denn eigentlich wollte ich hinterher noch den Cannolo im Glas probieren, aber das muss dann wohl bis zum nächsten Mal warten.
Beim Bezahlen bekommen wir dann noch einen Grappa (er) und einen Limoncello (ich) und dann laufen wir mit vollem Bauch nach Hause, wo ich bereits auf dem Sofa beinahe einschlafe und mich dann noch mit letzter Kraft ins Bett schleppe.
Der Tag beginnt viel zu früh. Zwei Handwerker sind angekündigt, beide für das Zeitfenster „zwischen 7 und 16 Uhr“ und also klingelt mein Wecker um 6, damit ich rechtzeitig ansprechbar und präsentabel bin und nicht gerade im Bad stehe, wenn es klingelt. Und damit der Mitbewohner, der gemeinhin später aufsteht als ich, auch ausreichend die Chance hat, schließlich müssen beide Handwerker in sein Zimmer.
True to form wache ich natürlich eine Stunde vor dem Wecker auf, kann aber zum Glück nochmal ein wenig wegdösen, bis er wirklich klingelt. Zehn vor 7 bin ich angezogen, gekämmt und habe die Zähne geputzt und mein Bett gemacht. Dann lese ich weiter im Internet herum und frage mich, was der Plan des Mitbewohners wohl ist. Gar keiner, stellt sich heraus. Sein Wecker klingelt wie üblich halb 8, da haben der erste Handwerker ihn schon wachgeklopft. Der Handwerker ist übrigens derselbe, der auch schon vor Jahren wegen der gleichen Thematik hier war. Ich erkenne ihn direkt wieder und er läuft auch direkt freudestrahlend auf Nimbin zu und knuddelt ihn.
Während er zugange ist, telefoniere ich mit dem Liebsten und koche Kaffee. Dann denke ich über den bevorstehenden Arbeitstag nach. Ich stelle fest, dass der Tag im Bettoffice mir geholfen hat und es mir körperlich deutlich besser geht. Allerdings ist es auch Freitag und das wäre ja auch irgendwie Quatsch, da jetzt extra an den Schreibtisch zu gehen. Ich beschließe, auf Nummer sicher zu gehen, und gemütlich vom Bett aus zu arbeiten. Also gibt es wieder ein Frühstückstablett – Kaffee und aufgewärmte Kirsch-Wareniki von gestern – und gerade als ich loslegen will, klingelt der zweite Handwerker.
Der ist zwar neu hier, aber auch ein großer Katzenfreund. Wir klopfen dann auch wieder den Mitbewohner aus dem Schlaf, der sich direkt wieder die Decke über den Kopf zieht, als wir in seinem Zimmer fertig sind. Als der Handwerker geht und ich wirklich mit dem Arbeiten anfange, stelle ich fest, dass mein einziges Meeting des Tages abgesagt wurde. So habe ich auf jeden Fall genug Zeit für zwei größere strategische Aufgaben, die Nachdenken und Kreativität benötigen.
Unterbrochen werde ich dabei zweimal von spontanen Zoom-Meetings, einmal vor DHL-Boten, einmal von Biokisten-Lieferanten, diverse Male durch Chatnachrichten… In der Mittagspause esse ich die aufgewärmten Pelmeni und Kartoffel-Wareniki von gestern und ab dem Nachmittag zieht sich der Arbeitstag dann seeeeeeehr. Als ich alle wichtigen Aufgaben hinter mir habe, klappe ich den Laptop zu.
Dann gibt es erstmal noch Aufregung wegen des Fotos eines positiven Schnelltests, ich dachte ja, wir hätten dieses ganze Drama dann jetzt irgendwann auch mal hinter uns. Aber nein, plötzlich ist wieder 2020-22 und Testsensitivität, Anlaufstellen für PCR-Nachtestungen und „wo kriegt man am Wochenende Paxlovid her“ drehen sich in meinem Kopf. Ein zweiter Schnelltest bleibt dann vorerst negativ, Aufschub des Dramas auf morgen früh.
Im Laufe des Tages trudelte die Nachricht ein, dass Anja Caspary nicht mehr Musikchefin bei radioeins sein wird. Ich falle in ein eskapistisches Wikipedia-Loch, kaufe mir dann ihr Buch „In meinem Herzen steckt ein Speer. Das Jahr das alles veränderte“ als eBook und lese die erste Hälfte noch im Bett liegend, die zweite Hälfte dann in der Badewanne. Das Buch ist kurz und trotz furchtbar schwerer Thematik liest es sich sehr flüssig, nach insgesamt guten drei Stunden bin ich damit durch.
Dann geht es aus der Wanne aufs Sofa. Im Fernsehen läuft der deutsche ESC-Vorentscheid, auf dem Handy laufen Mastodon, Google und Handyspiele. Ich snacke einen Rest philippinischer frittierter Maiskörner mit „Chicken“-Geschmack und bin dann nach dem Durchlauf aller acht Bewerbersongs so müde und uninteressiert am Ergebnis, dass ich ins Bett gehe.
Nach ein paar Seiten „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ falle ich in einen tiefen und (Spoiler, haha) nicht allzu langen Schlaf.
Jetzt ist es soweit, jetzt bin ich platt. Die letzten Wochen waren so anstrengend, der Schlaf kam zu kurz, der gestrige Tag war lang… Schon der Gedanke, mich aus dem Bett zu erheben und an den Schreibtisch zu gehen, scheint zu viel. Leicht erkältet fühle ich mich außerdem auch. Anderen würde ich natürlich sofort sagen, sie sollen sich krank melden. Aber…
Im Moment passiert auf der Arbeit so viel, fas weichenstellend ist und sich auch auf Wochen und Monate hinaus auf mein Stresslevel auswirken wird, dass ich beschließe trotzdem zu arbeiten und mich beim Weichenstellen einzubringen. Ein Tag Bettoffice, dann kann ich ja immer noch schauen, wie es morgen ist.
Also gibt es ein Frühstückstablett und den Laptop ans Bett. Apfel-Zimt-Macadamia-Müsli mit frischem Apfel dazu und natürlich Tee. Insgesamt sind 5 Meetings und ein Webinar zu absolvieren, dazwischen ruhe ich mich aus. Mittags gibt es Stulle mit Kräuterfrischkäse und veganer Schinkenspicker, dazu Fior-di-latte-Mozzarella mit viel Olivenöl, Salz und Pfeffer. Und eine Tomate, die langsam unansehnlich wurde und aber halt schmeckt, wie eine Tomate Anfang März. Bin das WG-Schwein, zuständig dafür, zu viel gekaufte Lebensmittel vor dem Verderben zu schützen. (Bin selbst nicht frei davon, auch ich komme nicht immer dazu, alles zu verwerten, was ich kaufe.)
Nach Feierabend habe ich Lust auf osteuropäisches Essen, auf Self Care und unbeschwerten Genuss. Also bestelle ich mir Pelmeni, Kirsch-Wareniki und Kirsch-Wareniki. Die eine Hälfte gibt es zum Abendbrot, die andere Hälfte morgen über den Tag verteilt.
Ich sage meine Sportpläne und die Abendverabredung für den nächsten Tag ab, lese in „Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid“ weiter und mache gegen halb 11 das Licht aus.
Ihr habt es ja so gewollt, jeden Tag ein Blogpost…
Gestern klingelte der Wecker schon halb 7, da ich ins Büro musste und auch früher als sonst dort Termine hatte. Wach war ich aber natürlich schon seit halb 6…
Bis auf das übliche morgendliche Programm (soziale Medien, Feedreader, Duolingo, Babbel) machte ich auch noch einen Schnelltest, bzw. zwei, denn beim ersten sah es erst nach einem zweiten Strich aus. Stellte sich dann später als Reflexion der Stelle auf dem Teststreifen aus, die sich verfärben würde, wenn. Aber trotzdem beschloss ich, im Büro und auch sonst in Innenräumen durchgängig Maske zu tragen.
Es gab Tee to go, außer beim Tramfahren, und einen Apfelplunder vom Backshop. Auch to go, denn am Büro angekommen musste die Maske auf und blieb dann da auch bis zur Mittagspause. Ich verbringe den Großteil des Arbeitstags in einem Meetingraum mit wechselnder Belegschaft. Mittags geht es nach draußen, mit zwei Kolleg*innen in der Sonne sitzen und ein Spicy Tuna Sandwich von Nordsee essen. Danach zurück in den Meetingraum. Danach noch mehr Meetings und Arbeit und alles. Ich verlasse das Büro mit Überstunde im Gepäck und laufe nach Hause, um mein Schrittziel vollzubekommen. Dazu höre ich Podcast.
Zuhause angekommen gibt es die Reste der Suppe von Dienstag und dann geht es direkt ins Bett. Eigentlich hätte ich um 8 das Licht ausmachen können. Habe dann aber noch kurz mit dem Liebsten telefoniert und das Licht dann erst um 9 ausgemacht. Wachtgelegen habe ich noch bis mindestens 11…
Jetzt kommt das Problem mit dem Tagebuchbloggen an Werktagen. Ich schaffe es heute erst abends und bis dahin ist schon so viel passiert, dass ich mir erst über das Checken meines Kalenders und meiner Tröts von gestern wieder erschließen muss, was gestern war.
Es war wieder eine viel zu kurze Nacht, und ich weiß noch, dass ich mir morgens im Bett noch ausgemalt habe, wie ich Details dazu verbloggen würde, aber bis jetzt habe ich das längst vergessen. Irgendwas mit Katzen und dann morgens erstmal Blogs lesen und Kreuzworträtsel lösen, um dann kurz vorm Weckerklingeln doch nochmal einzuschlafen. Fies.
Es gab Frühstück am Schreibtisch, mit Blaubeeermüsli und Apfel, dazu schwarzem Tee mit Mango und später pakistanischen Chai. Mittags zog es mich raus in die langvermisste Sonne. Ich erledigte Einkäufe im dm und im Centro Italia – wie großartig, dass ich nun seit über 9 Jahren fußläufig zu einem italienischen Supermarkt lebe!
Nach Feierabend ging es dann wieder raus, diesmal zum Yoga, mit Hin- und Rückweg machte ich mein Schrittziel komplikationslos voll. Erst nach 21 Uhr war ich wieder zuhause. Eigentlich wollte ich noch ne leichte Kleinigkeit essen, aber der Mitbewohner hatte Carrot Cake gebacken und drückte mir direkt an der Wohnungstür einen Teller in die Hand.
Danach dauerte es eine Weile, bis ich mich wieder bewegen konnte, um das Katzenklo durchzusieben und mich bettfertig zu machen. Mein weiser Plan, schon gegen 22 Uhr im Bett zu liegen, schob sich eine ganze Stunde nach hinten, aber dafür war dann auch gleich Licht aus angesagt.
Am Sonntag hatte ich ein Meme gesehen, das ein gewisses Alter (Menschen, die oft Solitär gespielt haben), mit Rückenschmerzen am Morgen in Verbindung brachte. Und Zack, Montagmorgen wachte ich mit fiesen Rückenschmerzen auf. Ich schiebe es in diesem Fall auf merkwürdig verkrampftes Liegen aufgrund der beiden Katzen, mit denen ich das Bett teile, aber andererseits werde ich ja auch demnächst 40…
Anyway. Praktischerweise begann der Tag sowieso mit Physiotherapie, so dass ich zumindest gleich etwas professionelle Hilfe bekam, was zu einer gewissen Verbesserung führte. Bei der anschließenden Lymphdrainage durfte ich Nacken und Schultern auch noch auf einem Heizkissen betten und wäre am Ende am liebsten einfach liegen geblieben. Stattdessen spazierte ich aber recht schnellen Schrittes zurück ins Homeoffice, wo ein Haufen Arbeit wartete.
Meeting reihte sich an Meeting, ohne Mittagspause dazwischen, war aber OK, da es dank des Termins am Vormittag am Ende dann auch nur noch 6 Stunden oder so waren.
Nach der Arbeit kochte ich dann einen Gemüseeintopf für den Mitbewohner und mich. Ein halber Weißkohlkopf musste endlich mal verbraucht werden und wurde mit Vorräten kombiniert – Cannelini-Bohnen, Dosentomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Rosmarin, Parmesan und dem letzten Becher Sahne aus dem überdimensionierten Einkauf des Mitbewohners. (Er hatte Kuchen für seine neuen Kolleg*innen backen wollen, der Termin dafür verschob sich immer weiter und etwa zwei Wochen lang stand unser Kühlschrank voller Schlagsahne, von der am Ende 2,5 Becher übrig blieben).
Die Suppe war ein wenig von meiner Lektüre zur venezianischen Küche inspiriert, ein wenig von einem Ribollita-Rezept. Eigentlich hätte ich dem Weißkohl gerne Fenchelsamen entgegengesetzt, aber ich konnte keine mehr finden und nahm stattdessen Kümmelpulver, mit dem ich ein wenig ausrutschte. Auch um diesen Geschmack auszugleichen kam die Sahne mit rein.
Zum Essen gab es noch ein paar Scheiben Brot und für mich ein Glas Tempranillo, dazu Gespräche über anderer Leute Blinddärme, den Berliner Wohnungsmarkt und das deutsche Steuersystem.
Nach dem Essen packte ich mir eine große Ladung Papiermüll in eine IKEA-Tüte und ging mit Italo-Pop auf den Ohren noch einmal hinaus ins dunkle Kalte. Während meiner Runde um den Block führte ich das Abendtelefonat mit dem Liebsten und dann erreichte ich bei ziemlich genau 10.000 Schritten wieder die Wohnung.
Zurück auf dem Sofa las ich „Bei den Brunettis zu Gast“ zu Ende, außerdem aus Gründen das Italien-Kapitel aus Nilz Bokelbergs „Endlich gute Musik“ wieder.
Zähneputzen, Pullern und ab ins Bett – sangen schon die großen Philosophen von Knorkator. Dort warteten schon wieder die Katzen auf mich und außerdem ein neues Buch: Alena Schröder – Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid. Ich schaffte noch so 20 Seiten, bis mir die Augen zufielen, freute mich aber noch über den unverhofften Rostock- und Warnemünde-Bezug.
Wie befürchtet wachte ich früher auf, als nach der Reinfeierei eigentlich gut für mich gewesen wäre. Ich erinnere mich nicht mehr, ob es die Katzen oder meine Blase waren, konnte aber zum Glück wenigstens nochmal ein Stündchen oder so wegdösen, bevor die Nacht gegen 8:30 Uhr dann endgültig vorbei war.
Nachdem ich mein Schrittziel für die Woche schon lange übererfüllt hatte und aus vielerlei Gründen dringend einen Selfcare-Tag brauchte, beschloss ich trotz schönem blauen Himmel, weitgehend im Bett zu bleiben.
Nach dem Leerlesen des Internets und den täglichen Duolingo- und Babbel-Pflichten machte ich mir gegen Mittag zum Frühstück ein sizilianisch inspiriertes Toast-Sandwich mit Olivenöl, Oregano, Sardellen, Käse und Tomate sowie eine Vollkornstulle mit Erdnussbutter und Pflaumenmarmelade. Dazu gab es eine sizilianische Crowdfarming-Blutorange (Sorte Tarocco) und einen vom Mitbewohner servierten pakistanischen Chai.
Ich hörte das Hörbuch von Monchi zu Ende, während ich mich um die Wäsche kümmerte und einmal die Wohnung durchsaugte. Danach las ich, zurück im Bett, noch die zweite Hälfte von Francesca Melandris „Über Meereshöhe“ zu Ende.
Irgendwann zwischendrin kam eine Nachricht, die dem Tag unnötige Spannung verlieh, die sich bis zur erlösenden Nachricht spät am Abend mehr und mehr aufbaute und in den letzten 2 Stunden wirklich unangenehm wurde. Kopfkino deluxe, Adrenalin hoch 10, Ablenkungslesen unmöglich. Ist dann aber zum Glück alles soweit gut gelaufen und löste sich noch rechtzeitig auf, ohne dass eine schlaflose Nacht daraus wurde.
Zwischendurch gab es noch eine Nachmittagsmahlzeit aus Pellkartoffeln und einem „Salat“ aus MSC-zertifizierten Eismeergarnelen, Dill, Zitrone, Sahne und einem Spritzer Majo. Statt Sahne hätte es etwas Leichteres auch getan, das war aber nicht im Haus und die Sahne musste langsam weg – der Mitbewohner hatte mal wieder überdimensioniert eingekauft. Es war sehr lecker, versetzte mich gedanklich nach Schweden und dank des ganzen Fetts brauchte ich dann auch keine dritte Mahlzeit geschweige denn einen Snack mehr.
Nachdem sich die Kacksituation aufgelöst hatte, traute ich mich gegen halb 11 endlich, in die Badewanne zu gehen. Dort beruhigte ich mich dann soweit wieder, dass ich einem Podcast folgen konnte. Zum Einschlafen gab es dann noch kulinarische Lektüre aus Venedig und dann fielen mir irgendwann gegen halb 1 endlich die Augen zu.
Nach dem frühen Ende des Freitagabends begann der Samstag ebenfalls früh – wie im Moment leider fast alle Tage. Immerhin bis halb 8 konnte ich einigermaßen dösen, dann huschte ich aufs Klo. Das war wohl für das Teilzeitkind das Signal, dass jetzt Wachsein in Ordnung war und es kam kurz ins Schlafzimmer geschneit, um „Tagchen“ zu sagen, was dann auch den Liebsten endgültig weckte. Dann kehrte es zurück in sein Zimmer, um Hörspiel zu hören, während der Liebste Kaffee und Kakao kochen ging und ich mich nochmal gemütlich einkuschelte. Aber wach ist wach.
Wie üblich verbrachten wir den Morgen mit Kaffee und Endgeräten im Bett. Gegen 11 dann ging es hinaus in den (Schnee-)Regen und auf den Markt. Wir kauften frische Bio-Eier, französische Salami, ein Baguette, Taboulé und Rucola-Aufstrich und dann noch Börekstangen und Quarkbällchen auf die Hand. Dann ging es schnell zurück ins Warme und der Liebste bereitete Spiegeleier und Bio-Würstchen zu während ich die Spülmaschine ausräumte und den Tisch deckte – das Teilzeitkind erbarmte sich, ein wenig zu helfen, sortierte aber vor allem Lego.
Während des Frühstücks setzten wir das Gesprächsthema des Rückwegs fort – welche Native Americans/First Nations ursprünglich wo lebten und wo heute und ob es eigentlich OK war, wenn eine Mohawk im Fernsehen eine Sioux spielte oder nicht. War man schon froh, wenn die Rolle an eine Native ging, oder war es unzulässig verallgemeinernd? Müsste man dann wohl nochmal direkt „Betroffene“ fragen, zur Besetzung von Reservation Dogs fanden wir zumindest spontan keine diesbezüglichen Kontroversen online. Der Rest des Tischgesprächs drehte sich dann um The Cursed Child. Ich bin ja eine Verfechterin von „No spoilers“, während der Liebste und das Teilzeitkind diesem Prinzip wenig abgewinnen können. Die beste Freundin des Teilzeitkinds hat ihm schon wesentliche Spoiler aus Harry Potter 6 und 7 und sogar einiges über The Cursed Child verraten. Ich finde das nicht gut und versuche, jegliche Nachfragen diesbezüglich abzuwehren, habe dabei aber im Liebsten nicht immer einen Verbündeten. Und so erfährt das Teilzeitkind dann doch noch, wer die Eltern von Delphie sind. An viel mehr kann ich mich zum Glück nicht erinnern.
Nach dem Essen sollst Du ruhen oder tausend Schritte tun. Mit Schritten war ich für die Woche durch, also ging es ans Ruhen. Lesen, spielen, Kreuzworträtseln, Duolingo und Babbel üben, zwischendurch ein wenig einnicken und dann am Ende noch über Freitag bloggen…
Irgendwann trauten sich die beiden Anderen nochmal raus und kauften fürs Abendessen ein. Dann kochte der Liebste seine vegetarische Bolognese mit Fettuccine und wir aßen noch gemeinsam, bevor ich dann meine Siebensachen packte und wieder zurück nach Ostberlin fuhr – meine Cousine wollte in ihren Geburtstag hineinfeiern und hatte zur WG-Party geladen.
Es wurde ein netter Abend mit Sekt und Wein, Ofengemüse und Dipps und diversen Gesprächen. Die anwesenden Gästinnen (nur ein Mann war dabei, der ist hier mitgemeint) kamen beim Reden immer wieder an den Punkt, sich zu fragen, was man auf Parties eigentlich gleich nochmal macht und worüber man so redet – wir waren alle etwas aus der Übung nach den letzten Jahren. Es wurde jedenfalls viel über Kinder und das Elterndasein gesprochen, über Schul- und Kitapolitik in Berlin und Brandenburg, über die Berlinale und diverse Filme, über die Erinnerungskultur zum Holocaust, speziell in Auschwitz, über vergangene und geplante Reisen, über das Vierzig und älter werden und über die völlige Verblendung des „Mehr Bock auf Arbeit“-Anspruchs des Arbeitgeberverbands. Original kein Gespräch drehte sich im engeren Sinne um die Arbeit oder den Beruf der Beteiligten – kein „Und, was machst Du so?“ Das fiel mir sehr wohltuend auf!
Am späteren Abend stieß eine andere Cousine zu uns, die gerade von der Arbeit bei der Berlinale kam (Ich widerspreche mir hier ein wenig selbst ;)) und erstmal tütenweise Popcorn auf den Tisch knallte – in Süß und Salzig. Das hob die Stimmung nochmal gewaltig an, bis zum Höhepunkt um Mitternacht, als es Gesang, Wunderkerzen, Knallbonbons, Geschenke und hervorragenden Käsekuchen für das Geburtstagskind gab.
Bis ungefähr 2 Uhr hielt ich es dann noch aus, bevor ich es angesichts von einer halben Stunde Heimweg, auf mich wartender hungriger Katzen und der nächsten wahrscheinlich viel zu früh endenden Nacht aus Vernunftgründen für sinnvoll hielt, aufzubrechen. Des Nächtens war ich dann endgültig die einzige mit Maske in U- und S-Bahn. Ich stapfte durch den Schnee nach Hause, fütterte die Katzen und machte von meinem Erwachsenenprivileg Gebrauch, nach einer Partynacht ohne Zähneputzen direkt ins Bett zu gehen. Kurz vor 3 habe ich dann wohl geschlafen, meint das FitBit.
Was immer in der Welt passiert ist in den letzten Jahren – und das war eine ganze Menge – ich lese immer noch jeden Tag die Blogs in meinem Feedly. Und dabei am allerliebsten die Tagebuchblogs, die Fenster in anderer Leute Leben, deren Protagonist*innen zu meinem Leben dazugehören, obwohl ich vielen von ihnen noch nie persönlich begegnet bin, noch nicht einmal direkten 2-Wege-Kontakt habe ich mit ihnen gehabt. Immer wieder ergreift mich dann beim Lesen die Lust, wieder mitzuspielen.
Heute stolperte ich dann bei Buddenbohm und Söhne über ein Zitat von Mikka, das dieses Gefühl verstärkte und auch noch eine politische Dimension mit einbrachte (sowas ähnliches las ich neulich gestern schon bei der Kaltmamsell):
„Please blog
To reclaim the public square, the virtual town hall, we need to have a voice. One that is not drowned out in a river of unrelated things, one that does not fade in seconds. We need to speak in sentences, not artificially shortened slogans. Personal blogs educate, advocate, and entertain. They are, more than any microblog can ever be, humans behind keyboards, firmly anchored in the realities and complexities of life.
Blog in a way that is indestructible. Iron Blogging. Own your content, both digitally and personally. The cost is minimal, free more often than not (cost of a domain excluded, .md cost me $30 for five years), but the benefits are wonderful.
Don’t wait for the Pulitzer piece. Tell me about your ride to work, about your food, what flavor ice cream you like. Let me be part of happiness and sadness. Show me, that there is a human being out there that, agree or not, I can relate to. Because without it, we are just actors in a sea of actors, marketing, proselytizing, advocating, and threatening towards each other in an always vicious circle of striving for a relevance that only buys us more marketing, more proselytizing, more advocating, and more threats.“
Eine kurze Diskussion auf Mastodon später, bei der es um anonym, pseudonym, Klarnamen und Blog- und Nichtblogbares ging, bin ich nun hier. Während der Liebste und das Teilzeitkind gemeinsam das Computerspiel spielen, dessen Name nicht genannt werden darf – was ich aus ideologischen Gründen eigentlich falsch finde, aber vor dem individuellen Hintergrund der beiden Beteiligten wiederum vertretbar – liege ich gemütlich herum, habe unverhofft etwas Zeit, und schreibe kurz auf, was gestern war. Ob das von nun an täglich passiert, wage ich nicht vorauszusagen.
Gestern war Freitag und zwar ein Freitag im Homeoffice. Da der Mitbewohner auf Reisen ging und deshalb außer der Reihe zu meiner Stammzeit das Bad belegte, schaffte ich es nicht rechtzeitig, mir vor dem ersten Meeting Frühstück zu machen. Immerhin war ich aber fertig angezogen, hatte Tee und die Katzen waren versorgt. Ein von den Katzen vollgepinkelter Rucksack drehte im Hygienewaschgang seine Runden. Nicht zu viel wollen. Nach dem Meeting gab es dann Müsli (Salted Caramel Cherry Granola) mit kleingeschnittenem Apfel und Crowdfarming-Blutorange aus Sizilien (Sorte Moro, etymologisch bedenklich, ökologisch und kulinarisch aber vertretbar).
Die Mittagspause nutzte ich, um einen reparierten Mantel aus der Änderungsschneiderei abzuholen und ein zu reparierendes Kleid dort hinzubringen. Beide Kleidungsstücke litten unter geplatzten Nähten und ich habe noch zwei weitere, die ihnen folgen werden, sobald ich sie gewaschen habe. Die Frau in der Schneiderei schenkt mir immer leckeren vietnamesischen Instantkaffee und Minibonbons. Zurück zuhause säuberte ich noch das Katzenklo, füllte es mit frischem Streu, füllte die Wassernäpfe auf und stellte den Müll an die Wohnungstür.
Zum nächsten Meeting gab es dann Mittagessen – einen Rest Reis mit Linsencurry vom Mitbewohner, dazu Joghurt und einen Rest Koriander. Dann machte ich recht bald früh Feierabend, stellte den Katzen eine Extraportion Futter hin und stellte fest, dass mein Thermobecher kaputt war und ich ohne heißen vietnamesischen Instantkaffee losmusste. Also warm angezogen, Rucksack und Kopfhörer auf (das Hörbuch zu Monchis Buch – auch hier wieder Ambiguität – gute Musik, politisch stabiler Typ, spannendes Thema, Ostseeliebe, aber auch ungeklärte #metoo-Anschuldigungen stehen im Raum) und dann mit dem Müll nach unten.
Vom Müllplatz ging es dann zu Fuß durch zwei Parks, Nebenstraßen und an meiner alten Wohnung (von vor 10 Jahren) vorbei bis zum Café Moskau, das aktuell aus Gründen Café Kyiv heißt. Dort versammelten sich bereits die Demonstrant*innen zur Full Scale Freedom Demo – gegen Putin und für die Unterstützung der Ukraine. Abends verfolgte ich im Internet, wie viele meiner realen und virtuellen Bekanntschaften auch dort gewesen waren. Getroffen habe ich niemanden, obwohl ich es mit einem Freund zumindest versucht hatte, der mit seinen halbukrainischen Kindern dort war. Dann müssen wir uns bald mal wieder im Warmen treffen.
Die Auftaktkundgebung zog sich, der Lauti war viel zu leise und es drückten Regen, Windböen, Kälte und meine Blase. Ich beschloss, einen kurzen Abstecher ins nahegelegene Büro zu machen, um aufs Klo zu gehen und einen heißen Tee zu trinken. Unterwegs vibrierte mein FitBit – 10.000 Schritte geschafft. Im Büro traf ich trotz Freitagnachmittag sogar noch auf zwei Kollegen, mit denen ich einen kurzen Plausch hielt.
Dann fühlte ich mich gewappnet, wieder raus zu gehen und traf auf Höhe des Neptunbrunnens wieder auf den Demonstrationszug, der sich inzwischen auf den Weg gemacht hatte. Die Linden hinunter und aufs Brandenburger Tor zu, genau wie damals vor 20 Jahren, als wir noch hofften, die USA würden keinen Krieg mit dem Irak beginnen. Damals war ich da auch mit dem Freund, ohne Kinder natürlich noch. Wie verrückt, dass es uns 20 Jahre später aus ähnlichen Gründen wieder auf eine Demo dort verschlug, nur dass es diesmal gegen andere Imperialisten ging. Damals spielte Paddy Kelly bei der Abschlusskundgebung, diesmal gab es eine Videobotschaft von Selenskyi. Die habe ich dann aber nicht mehr mitbekommen. Als wir an der russischen Botschaft und dem russischen Panzerwrack vorbei waren, war mir erstens wieder kalt und zweitens drängte die Zeit bereits.
Ich stieg also am Brandenburger Tor direkt in die S-Bahn nach Südberlin und wartete beim Stammitaliener an der Ecke mit einem Campari Amalfi noch ein paar Minuten auf den Liebsten und das Teilzeitkind. Das gehört jetzt jeden zweiten Freitag irgendwie schon zum Ritual. Man kennt uns, man weiß, was mir möchten, wie das Kind heißt und dass ich experimentierfreudig bin. Einer von den Kellnern spricht mit mir immer Italienisch, sicherlich auch, um mich zu erfreuen, aber tatsächlich ist sein Deutsch auch weniger gut, als das des Anderen. Beide sind gute Freunde des Teilzeitkinds und schenken zum Abschied immer „heimlich“ einen Lolli.
Gestern jedenfalls meinte man auf Italienisch zu mir, das man heute ausnahmsweise Calamaretti hätte, die nicht auf der Karte stünden, und ob das nicht was für mich wäre. Klang erstmal gut. Mit ein bisschen Salat vielleicht? Hmm, wir hatten ja schon die traditionelle Focaccia und Bruschetta als Vorspeise… Oder vielleicht mit Spaghetti, in einer Tomatensauce? Now we’re talking! Calamaretti und Calamari in guter Tomatensauce, mit ordentlich Knoblauch und Petersilie und mit Peperonischeiben aromatisiertem Öl zum vorsichtigen Selbstdosieren. Sehr lecker!
Nach dem Essen waren das Teilzeitkind und ich schon sehr müde und eilten durch Kälte und Nieselregen nach Hause, während sich der Liebste noch uns Bezahlen und einen Gratis-Grappa kümmerte. Dann trafen wir uns alle im Kinderzimmer wieder. Das Teilzeitkind lag im Bett, der Liebste und ich lümmelten auf einer Matratze davor. Da der Liebste nun plötzlich noch müder war als ich, war ich mit Vorlesen dran und er machte ein Nickerchen. Kein ganzes Kapitel von Harry Potter 6 (s. o.) später, wurde verfügt, dass das Teilzeitkind jetzt noch leise weiterlesen und dann einschlafen darf – es war schon ganz schön spät geworden.
Die Erwachsenen trafen sich auf dem Sofa, um Reservation Dogs weiterzuschauen. Nach dem Vorspann war ich eingeschlafen und irgendwie schaffte ich es dann in einer Schlafpause noch ins Bett des Liebsten hinüber… Über 18.000 Schritte waren das gestern, nach fast ebenso vielen vorgestern. Vor zwei Monaten wäre das noch komplett illusorisch gewesen. #longcovid
Die Pandemie macht vieles anders – einiges leichter, einiges schwerer – und einiges einfach aufregender.
Vor etwa zwei Wochen ging meine Jogginghose kaputt – sie wird seit Beginn der Pandemie deutlich häufiger getragen, als vorher und das Innenfutter riss beim zügigen Einsteigen am Morgen ein. Ich bestellte mir also online eine neue und bei der Gelegenheit gleich noch ein paar andere Basics (Mütze, Unterwäsche, Socken, schöne warme Pullover).
Bei drei Bestellungen ging alles glatt, bei der vierten passte ich nicht auf und erhielt zwei Tage später eine Mail vom Hausmeister unseres Firmenbüros, dass dort ein Paket für mich eingegangen sei. Annahme und Abgabe von Paketen gehörte vor der Pandemie zu den Annehmlichkeiten, die uns Mitarbeiter*innen das Leben erleichterten. Aber jetzt sind wir bald seit einem Jahr im Homeoffice!
Ich überschlug meine Möglichkeiten – während der Arbeitszeit nach Mitte und wieder zurück gurken würde zu viel Zeit verschlingen. Außerdem ist es draußen kalt, das Fahrrad kaputt und in den ÖPNV möchte ich aktuell nicht mehr. Somit fiel auch die Variante aus, für einen Tag im Büro zu arbeiten, wie ich es seit Beginn der Pandemie eine Handvoll Male getan hatte, wenn es nötig war. Das war auch im Frühjahr und Sommer, also in mehrfacher Hinsicht unter besseren Bedingungen.
Zum Glück wohnen meine Eltern nur wenige Gehminuten vom Büro entfernt und erklärten sich bereit, das Päckchen bei einem Spaziergang abzuholen. Von da an war alles ein wenig flexibler, denn das Schicksal der Pullover war nicht mehr von Büroschließzeiten abhängig. Allerdings wohnen meine Eltern logischerweise ebenfalls in Mitte und damit für mich aktuell eigentlich nur im Auto des Liebsten oder mit einem seeeeeeeeehr ausgedehnten Spaziergang am Wochenende erreichbar.
Gut erreichbar hingegen ist für mich mein Bruder, der wohnt nur 20 Gehminuten von mir entfernt. Und hat ein funktionierendes Fahrrad. Es begab sich also, dass er am letzten Wochenende meine Eltern besuchte und dort nicht nur die Pullover, sondern noch ein verspätet geliefertes Weihnachtsgeschenk für mich in Empfang nahm und radelnd hier in den Kiez brachte.
Ich war zu der Zeit nun allerdings beim Liebsten im Süden Berlins und (ohne erkennbaren Zusammenhang) danach die ganze Woche über krank bei mir zuhause. Also verschoben wir eine Übergabe der Waren immer weiter und weiter.
In einem parallelen Handlungsstrang bestellte ich vorletzte Woche für die ganze Kernfamilie Vogelhochzeitsleckereien aus der alten Heimat, die nun diese Woche bei mir ankamen und darauf harrten, auf die drei Haushalte verteilt zu werden. Der Bruder und ich verabredeten also, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Ein Treffen mit Tausch von Pullovern+Buch gegen Süßkram für die beiden anderen Haushalte mit anschließender Fahrradkurierfahrt nach Mitte andererseits.
Allerdings begab es sich dann aber so, dass er am von mir anvisierten Tag (heute) weder zeitlich noch räumlich verfügbar war. Aber: Ich habe einen Zweitschlüssel für seine Wohnung und so spazierte ich also vorhin dorthin, legte Süßkram für ihn wie angewiesen ab und nahm die Dinge für mich mit – fühlte sich sehr konspirativ an!
Zum Glück passen und gefallen beide Pullover, die Rücksendefrist hätte ich wohl inzwischen verpasst. Schon Anfang der Woche fragte der Händler per E-Mail nach, ob ich mit meiner Bestellung zufrieden sei. Ich hatte fast ein schlechtes Gewissen, dass ich dazu nichts sagen konnte, da meine (wirklich schönen, warmen, nachhaltig produzierten) Pullover sich durch meine Schusseligkeit bereits an der dritten Zwischenstation auf dem Weg zu mir befanden… Ich bin aber immer noch ein bisschen stolz auf mich, dass uns diese Lieferkette eingefallen ist und ich das Päckchen am Ende sogar komplett kontaktlos empfangen konnte.
Die Süßigkeiten für die Eltern müssen dann morgen Nachmittag leider per Liebstentaxi nach Mitte, damit sie pünktlich zur Vogelhochzeit da sind. Das erfährt der Liebste dann heute beim Abendtelefonat, wenn er es nicht vorher hier liest… Upsi.