Aufwachen kurz vor dem (auf eine Stunde später gestellten Wecker), so reicht die Zeit für morgendlichen Reboot und den Gang nach nebenan ins Arbeitszimmer aus. Zum Frühstück gibt es Rosinenbrot mit Erdnussbutter und Mangomarmelade, Apfel und Matcha Latte.

Nach den üblichen Arbeitsdingen des Morgens habe ich um 10 das einzige Meeting des Tages, danach wird es eher kreativ und ich wechsle hinaus ins Balkonoffice.

In der Mittagspause gehe ich raus, bringe ein bisschen Müll weg, kaufe ein paar Kleinigkeiten ein und vervollständige die Balkonpflanzensituation. Habe jetzt zusätzlich zu den mehrjährigen Blumen wieder Lavendel, vier verschiedene blühende Dekodinger für gute Laune und Insekten und am wichtigsten: die Kräuter, in dem Fall Rosmarin, Thymian, Salbei, Pfefferminze, Oregano, Schnittlauch, glatte Petersilie, krause Petersilie, Liebstöckel und Zitronenmelisse. Dazu an einer schattigen Stelle Waldmeister (bald ist Maibowlenzeit) und drinnen in der Küche Basilikum. Dill und Koriander brauche ich auch viel, aber da bin ich eher bei Tiefkühlware oder Bünden bei Bedarf, die verwelken mit auf dem heißen Balkon zu schnell. (Werden einige der anderen auch, spätestens im Hochsommer).


Fast zu heiß ist es auf dem Balkon, aber als die Sonne dann um die Ecke rum ist plötzlich erstaunlich kühl. Ich wechsle wieder an den Schreibtisch und bringe dort die Arbeitswoche zu Ende.
Dann nochmal eine Runde durch den Kiez, Übertöpfe kaufen für die neuen Pflanzen vom Mittag und dann endlich Feierabend. Ich mixe mir eine aperitiven Gin Tonic und verkoche die letzten beiden Salsiccie mit roter Zwiebel, Fenchelsamen, frischem Rosmarin und einer Dose Datteltomaten, dazu kupfergepresste Fusilli und Grana Padano. Sehr, sehr lecker und in eine Decke eingewickelt auf dem Balkon verspeist.

Als es dunkelt, wechsele ich aufs Sofa und lese Sanditon aus. Buch 15 dieses Jahr ist abgehakt. Von den drei enthaltenen Werken ist mir „The Watsons“ das Liebste, „Lady Susan“ ist abgeschlossen, aber auch eine unangenehme Figur, „Sanditon“ ist zu unfertig, das wäre nach ein paar Überarbeitungen und Erweiterungen bestimmt noch gut geworden, aber da war Jane Austen ja dann schon tot. „The Watsons“ hingegen liest sich so wie andere ihrer Romane, ist halt irgendwann nicht weitergeschrieben worden.
Nach dem Buch kommt der Film, heute ist es Like a complete unknown. Wieder Biopic eines großen musikalischen Helden, ähnlich gut gemacht wie gestern, aber anders. Timothée Chalamet passt mal sehr gut und mal eher weniger, aber ich habe direkt Lust, mich nochmal mehr mit der Zeit, der Musik und der Geschichte zu befassen. Und mit den anderen Charakteren wie Woody Guthrie, Pete Seeger (Immerhin kenne ich jemanden, der bei ihm schon auf dem Schoß gesessen hat…), Johnny Cash, Joan Baez und Suze Rotolo. Und ich hätte glaube ich wenig Lust, mit Bob Dylan befreundet zu sein, aber das geht wohl den meisten Menschen so. Vielleicht höre ich aber nochmal ein wenig in seinen „Podcast“ rein…
Bettgehzeit ist gegen Mitternacht und ich genieße das Gefühl von frischem Schlafanzug, frischer Bettdecke und frischem Buch. Amy Liptrot – The Instant habe ich neulich in der Magnolienstraße von einem Fensterbrett mitgenommen, mal gucken, was das kann.