Mal wieder vor dem Wecker von Katzenkrallen geweckt worden, diesmal aber weniger als fünf Minuten vorher, das lasse ich ausnahmsweise durchgehen. Ich lese das Internet leer, verblogge den restlichen Tag, telefoniere mit dem Liebsten, knacke das nächste Duolingo-Level in Französisch, mache die tägliche Italienisch-Wiederholung und muss dann wirklich langsam aufstehen – die Rätsel hebe ich mir für die Bahn auf.
Schnelles Fertigmachen, Katzen füttern, Müsli einpacken, Weg-Mate schnappen und dann geht es auch schon raus in den sonnigen Frühlingstag. Inzwischen ist viel Blütenrieselns, bräunliche von den Magnolien, weiße von Kirschen und Mirabellen. Aber einiges hängt auch noch.

Mit zwei S-Bahnen nach Friedrichshain, über die Brücke nach Kreuzberg, pünktlich um 9 im Büro. Ich mache mir einen Hafermilch-Latte macchiato und gieße weitere Hafermilch ins Müsli. Frühstück an E-Mails und Nachrichten, während die Kollegin nebenan ihr Meeting hat. Danach haben wir viel zu besprechen.

Mit einem anderen Kollegen gibt es dann ebenso viel zu besprechen, vorher aber auch noch ganz physische Aufgaben mit Sortieren, Dokumentieren und Transportieren. Ich betrete zum ersten Mal den Keller und bin ganz froh, einen Auskenner dabei zu haben, denn das Gewirr der Gänge ist doch etwas unübersichtlich. Zurück im Tageslichtbereich gehen die Gespräche in die Mittagspause über, die wir zu dritt in der Markthalle verbringen.

Zurück im Büro gibt es eine Bionade aus dem Kühlschrank und dann wieder einfache Laptop-Arbeit. Das letzte Kolleginnen-Meeting des Tages verlegen wir dann kurzerhand raus in die Sonne. Die betreffende Kollegin (die ich gestern im Supermarkt traf) arbeitet heute aus dem Homeoffice, also direkt bei mir um die Ecke. Ich verlege den Heimweg also bereits auf den Nachmittag, treffe die Kollegin am Späti und dann setzen wir uns mit Getränk in den Park (20 Grad!) und besprechen dort, was zu besprechen ist. Der Heimweg nach Feierabend ist dann erfreulich kurz.

Zuhause telefoniere ich mit dem Liebsten und mache mir den Rest Kichererbsen-Curry von gestern warm. Dann faules Berieselnlassen auf dem Sofa, aber zumindest mit inhaltlichem Anspruch: Ich schaue Deliver Me From Nowhere über Bruce Springsteens Verhältnis zu seinem Vater, seine Depressionen und die Entstehung von „Nebraska“ und „Born in the USA“. Gut gemacht und manchmal sehe ich zwischendurch kurz nicht, dass das Jeremy Allen White, also Carmy aus The Bear ist – er spielt gut!
Danach bin ich noch nicht ganz bettschwer und schaue daher die ersten drei Folgen vom Scrubs-Reboot, nachdem eine Kollegin am Dienstag geschwärmt hat, wie großartig es ist. Und die ist so jung, dass sie die ersten Staffeln der Originalserie nur als Rerun kennen kann, wir stellten Dienstag fest, dass sie biologisch meine Tochter sein könnte…) Die erste Folge begeistert mich wirklich schwer (nach all den Jahren funktioniert das Premise immer noch und ist vor allem auf heutiges Niveau upgegradet), die zweite ist auch toll, die dritte fällt ein bisschen ab, aber das kann dann auch an meiner Müdigkeit liegen. Ich zwinge mich kurz vor Mitternacht ins Bett.