Heute mal ganz entspannt keinen Schritt aus dem Kiez rausbewegt und trotzdem jede Menge erlebt.
Der Tag beginnt nicht wie erhofft um 7, der erste Krallenstupser kommt halb 6. Dreiviertel 6 gebe ich auf und beginne den Tag. Kurz nach halb 8 Liebstentelefonat, gegen halb 9 ist der morgendliche Reboot endgültig abgeschlossen und ich stehe auf. Es ist wie angekündigt Wetter, daher geht es direkt ins Balkonoffice, mit Müsi, Joghurt und Sanddornschorle.

Um 10 kurze Unterbrechung, um Tickets für die Beste Band der Welt zu kaufen. Das Brüderchen und ich hängen uns beide in die Schlange der ständig Aktualisierenden, aber nur er hat Glück und kann acht Tickets ergattern (mehr gibt es nicht pro Person), um die dann im Nachhinein noch zu schachern sein wird, denn idealerweise hätten wir ein paar mehr gebraucht. Ein furchtbarer Prozess, auch wenn kurz ein schönes Gemeinschaftsgefühl aufkommt, weil halb Deutschland grad aus guten Gründen das selbe Unterfangen hat. Hinterher ist die Aufregung in den sozialen Netzen groß, denn vielen geht es so wie mir.

Darauf mache ich mir erstmal einen Espresso Tonic, ein bisschen Koffein wäre schon wichtig für den Rest des Arbeitstages. Inzwischen wird es aber auch im T-Shirt draußen sehr warm, so dass ich kurz vorm 11-Uhr-Meeting doch nach drinnen an den Schreibtisch wechsle. Es folgt eine Stunde angenehmstes Brainstormen mit München und Köln.
Dann weiter Stillarbeit, um 13 Uhr ein Webinar, dann endlich Mittagspause. Die eingeplante Stunde reicht genau, um zum Baumarkt zu gehen und jede Menge Kräuter und ein paar Blumen für den Balkon zu kaufen, die in den Blumenkästen zu verteilen (in den Töpfen, bei zu viel Erde machen die Katzen erfahrungsgemäß Unfug) und einen Stullenteller vorzubereiten.


Mit dieser Stärkung fliegt der Rest des Arbeitstages quasi vorbei. Zwischendurch holt noch eine Nachbarin ihr Paket ab und wir teilen unser Leid mit Vermietern und Handwerkern.
Zum Feierabend treffe ich dann den Lieblingsnachbarn an der Ecke und wir machen einen unserer üblichen Eis-Spaziergänge.

Wir updaten uns über die letzten Wochen, laufen einmal quer durch den Pberg, hören die Gespräche telefonierender Passant*innen mit und überlegen uns, worum es geht… („Ich lege jetzt auf, Arne, und gehe bei Dir heute auch nicht nochmal ran!“ „I don‘t give a flying fuck what they are doing.“, …)
Kurz vor Zuhause erzähle ich von meinem Eier-Dilemma im Supermarkt („Meine These: Sie verkaufen keine!“) und der Lieblingsnachbar ist sofort zu einem Sidequest bereit. Wir betreten also den Supermarkt und laufen prompt der Kollegin in die Arme, mit der ich als letztes vor dem Feierabend noch geschrieben habe. Sie beteiligt sich gerne am Sidequest und führt uns aber zielsicher an die Stelle, wo die Eier verkauft würden, wenn es denn welche gäbe – ein Schild informiert, dass die Eiersituation gerade schwierig ist. Ich könnte schwören, dass ich an genau der Stelle zumindest die letzten beiden Male lang gegangen bin und dort keine Spur von – nicht einmal ausverkauften – Eiern war. Ich bin ja nicht blind. Vermutlich stand etwas davor. Ich werde das weiter beobachten, denn ab und zu muss ich in diesen Supermarkt, um Sanddornsaft nachzukaufen.
Wir überlassen die Kollegin ihrem Einkauf, verlassen den Supermarkt ohne eigene Einkäufe und verabschieden uns bald darauf.
Wieder zuhause koche ich mir aus dem Rest Reis und der letzten Kartoffel von gestern plus einer Dose Kichererbsen, Fenchelsamen, Cumin, Koreander, Zwiebeln Knoblauch, Salz, grüner Chili und Zitronensaft ein Dings, wie es der pakistanische Mitbewohner oft zubereitete. Dazu gibt es Joghurt, Pfirsich-Chutney und Kirschtee.



Bald nach dem Essen ist der Liebste von seiner Dienstreise zurück und wir telefonieren nochmal. Dann geht es für mich in die Badewanne und als ich endlich im Bett liege ist es auch schon fast wieder 23 Uhr. Huch.