Schon wieder Sport

Ich sollte mir nicht zu früh auf die Schulter klopfen, aber Stand heute klappen meine inoffiziellen Vorsätze für dieses Jahr ganz gut. Der mit dem regelmäßigen Sport klappt allerdings schon viel länger und heute habe ich das erste Mal so richtig gemerkt, dass es mir leichter fiel als die letzten Male. Trotz viel zu wenig Schlaf heute Nacht. (Notiz an mich: Buch oder Podcast zum Einschlafen. Nicht Buch, Podcast, Buch und wieder Podcast!)

Der wenige Schlaf machte dann auch, dass ich heute ganze drei Mal an der Kaffeemaschine stand und nicht nur einmal wie an den meisten Tagen. Um aus dem Suppenkoma wieder herauszukommen war dann sogar noch eine kurze Tischtennisrunde mit zwei Kollegen vonnöten. Letzteres ist ne gute Runde und jedes Mal, wenn ich das mache, nehme ich mir vor, die Gelegenheit häufiger zu nutzen. Tja ¯\_()_/¯

Humoristisches Highlight im Büro heute: Ein Gespräch über Folsäure und all die Dinge, die man in der Schwangerschaft beachten soll. Hätte man ja früher auch nicht getan. Sagt der findige Kollege: „Und man sieht ja, was daraus geworden ist. Das ist doch die Generation der Flat Earther!“ Chapeau!

Ansonsten war dieser Arbeitstag schon weit weniger flauschig als der gestrige, zwischendurch wurde er mir sogar fast ein wenig lang. Aber schon morgen sieht das hoffentlich schon wieder ganz anders aus – ich habe da so eine Vorahnung.

Und weil ich heute keine anderen Fotos gemacht habe, zuletzt ein Schnappschuss vom Mittagessen (Restkohlehydrate mit Restknoblauch, Restkäse und neuer Avocado). Passt vielleicht auch optisch zu den Reptilienmenschen… #ungeschönt

Back to Work

Der erste Arbeitstag im neuen Jahr lässt mich in dem Gefühl zurück, dass 2019 genau so anfängt, wie 2018 aufgehört hat – und zwar im allerbesten Sinne.

Der Alltag hat noch nicht wieder ganz begonnen, die Routinearbeiten halten sich noch in Grenzen. Dafür gibt es spannende Projekte, an denen ich mitwirken darf. Abgesehen davon war sehr viel Liebe im Raum und auf die Endjahresumarmungen folgten die Wiedersehens- und Jahresbeginnumarmungen. Statt von den Plänen für die Feiertage zu erzählen, wurden die Ferienerlebnisse rekapituliert und dazu wurden weiterhin süße Leckereien genascht und Weihnachtsfeierfotos gemocht

Und in der Pause wurden die tollen Gespräche von vor dem Urlaub ebenso toll weitergeführt. Außerdem wurde ein Karaoke-Beschluss gefasst und befindet sich nun in der Vorbereitungsphase.

Ein rundherum gelungener Tag also. 10/10 Punkte. Toller Tag. Gerne wieder!

Lesen Schlafen Repeat

Nach der wirklich sehr schönen und lustigen Party gestern Abend verbrachte ich den Tag eigentlich nur mit Lesen (Geschmack von Apfelkernen endlich fertig, dann den 5. Teil der Millenium-Reihe, das wird schneller gehen) und zwischendurch immer wieder einnicken und schlafen.

Dazwischen gab es Kohlenhydrate und Käse in verschiedenen Zusammensetzungen und Katzenkuscheln. Ein guter Tag also.

Großartige Geschichte gestern Abend, leider nur verklausuliert erzählbar:

Ich lernte die Gastgeberin vor 14 Jahren in Kanada kennen. Unter anderem waren wir dort gemeinsam auf zwei Parties auf einem College-Campus. Zwei der Partyprotagonist*innen von damals habe ich nun gestern Abend zum ersten Mal wiedergetroffen.

Besonders einer von ihnen war mir aus Gründen noch sehr bildhaft in Erinnerung. Das lag aber an einem Foto, das entstanden ist, als ich gar nicht dabei war, aber trotzdem in meinen Besitz gelang. Dieses Foto hatte ich direkt wieder vor Augen, als ich ihn gestern gesehen habe, dabei ging es mir vor ungefähr 10 Jahren bei einem Festplattencrash verloren.

Ich nahm mir fest vor, dieses Foto nicht anzusprechen, auch in der Annahme, dass er gar nicht wissen konnte, dass ich es kenne. Es kostete mich quasi übermenschliche Anstrengungen, nicht gleich als erstes damit herauszuplatzen. Und was tut er? Fragt mich direkt zur Begrüßung, ob ich damals denn dieses Foto gesehen hätte.

Hmmm, wenn man das jetzt so aufgeschrieben liest und nicht weiß, um was für ein Foto es sich handelt, ist es nicht besonders witzig. Muss trotzdem sein, damit ich mich da auch in den nächsten 14 Jahren dran erinnere. Und der oder die eine oder andere Mitwisser*in liest bestimmt mit und hat große Freude an der Geschichte… 😁

Morgen dann übrigens wieder Arbeit. Ich freue mich sehr auf die Menschen und auf die Arbeit selbst auch ein bisschen. Aber ganz sicher werde ich schon in wenigen Tagen die schöne viele freie Zeit wieder vermissen. Dieses Erwachsenending ist echt nicht so leicht.

5. Januar 2019 – Was machst Du eigentlich den ganzen Tag #wmdedgt

Wie jeden Monatsfünften fragt Frau Brüllen die obige Frage. Meine Antwort folgt, die übrigen finden sich hier.

Für einen Sonnabend wache ich mit kurz vor 8 ungebührlich früh auf, aber das passiert mir in letzter Zeit häufiger. Da der Hase heute bei einem Umzug hilft, habe ich Bett und Wohnung für mich und bleibe erstmal noch liegen. Ich lese das Internet leer, führe spannende Gespräche über WhatsApp, lese in Katharina Hagenas „Der Geschmack von Apfelkernen“ (vor Monaten aus einer Zu-verschenken-Kiste vor der Tür mitgenommen und auch nach Wochen des immer-wieder-Anlesens bisher nicht richtig reingekommen, bin jetzt aber schon in der Hälfte und ziehe das durch) und döse zwischendurch auch ab und zu nochmal weg.

Gegen 12 dann ernsthaftes Aufstehen, nachdem ich bei der Meditation dank eines hartnäckigen Wombats-Ohrwurms kläglich gescheitert bin. Zum Frühstück gibt es Stulle, Frühstücksei und saure Gurke, dazu Jasmintee, einen Plätzchenrest und eine Folge The Affair. Danach gehe ich in dieses graue Draußen und besuche Buchhandlung und Blumenladen, denn heute Abend sind wir auf den Geburtstag einer lieben Freundin eingeladen. Sie ist mitverantwortlich für unsere Beziehung und feiert in der Bar, in der wir unser erstes Date hatten. Es wird also ein ganz besonderer Abend.

Wieder zuhause gehe ich mit Tee, Buch und Katzen auf die Couch, während die Waschmaschine läuft. Die Ruhe vor dem Sturm auskosten und die letzten Urlaubsstunden genießen…

Beim Lesen schlafe ich irgendwann ein und wache erst kurz nach 17 Uhr wieder auf, als der Hase nach Hause kommt. Zusammen schauen wir eine Folge Marvelous Mrs Maisel. Und dann heißt es Wäsche aufhängen, umziehen, Geburtstagskarte schreiben, Geschenk einpacken, Katzenklo sauber machen und auf zur großen Sause.

Diese dauert sicherlich bis weit nach Mitternacht, deswegen schließe ich schon jetzt mit etwas Streetart, die ich heute im Kiez gesehen habe. In diesem Sinne…

Spielzeug-Overkill und Caesar Salad

Auch der heutige Tag beinhaltete wieder Freundebesuche, einmal Kita-Abholung und kleine Kinder bespaßen (drei davon, eins fast 1 und zwei 3jährige).

Und jetzt… sitze ich bei Freunden am Küchenthresen, trinke Wein, höre auf das Knacken des Bacons im Ofen und dirigiere den Hasen beim Zubereiten des Dressings für den Caesar Salad. Ein guter letzter Urlaubstag.

Brandenburg und Eltern-Jukebox

Jetzt dachte ich ja eigentlich, dass ich Berlin in den nächsten Wochen erstmal nicht mehr verlassen werde, aber dann verschlug es mich dann heute doch nach Brandenburg, um endlich den Antrittsbesuch im nicht mehr ganz so neuen Haus der Tochterfamilie von Miz Kitty zu machen. (Um jetzt mal auf ein Blog und nicht die Twitter-Accounts zu verlinken mache ich diese kleine Umleitung. Jetzt weiter im Text.)

Weil es also in den Tarifbereich C und damit tatsächlich nach Brandenburg ging, nahm ich was zu essen (Kekse) und zu trinken (vom Hasen selbstgemachten Apfelsaft) mit und setzte mich nach einer morgendlichen Sportrunde in die Bahn, von der ich dann dankenswerterweise abgeholt wurde (In Brandenburg ist das Nahverkehrsnetz weniger engmaschig als in Berlin AB…)

Wir holten das Goldkind aus der Kita ab, tranken Tee und aßen Kuchen und Kekse, fütterten die Besuchskatze, bespielten diverse Spielzeuge und sangen schließlich auf Wunsch eines einzelnen Kindes diverse Weihnachtslieder. Zwischendurch gab es natürlich auch ganz erwachsene Gespräche, so ist das ja nicht!

Schön wars gewesen und beim nächsten Mal darf dann der Hase dann auch wieder selbst mitkommen, haben wir uns gedacht. Vielleicht bringt der sogar auch wieder Saft mit 😉

Tsts und Noni und sehr viele Gespräche

Hui, was für ein Tag. Nach der extremen Ruhe von gestern und vorgestern hatte ich heute gleich drei (in Worten: drei) Treffen mit Menschen. Ich weiß selbst noch nicht, ob ich mich jetzt leer- oder warmgeredet habe – das werden die nächsten Tage zeigen, an denen es an sozialen Unternehmungen nicht mangeln wird.

Zunächst einmal besuchte ich ein befreundetes Paar – ihr Kind war endlich wieder in der Kita – im hippen Teil von Lichtenberg. Die Gespräche drehten sich viel um Kommunikation, Beziehungskram, Vereinbarkeit, Reise- und Freizeitpläne sowie gemeinsame Bekanntschaften.

Danach spazierte ich Richtung Friedrichshain und wollte da eigentlich nach einem Geburtstagsgeschenk sehen, rief aber dann doch auf blauen Dunst einfach mal meine beste Freundin an und fragte nach ihrem Befinden. Wie sich herausstellte, war sie heftig erkältet und dank Kitaferien mit den beiden Kindern (eins davon ebenfalls krank) allein zuhause und ihr Mann noch bis morgen früh arbeiten. Ich verschob das Shoppen also auf unbestimmte Zeit und stattete einen Krankenbesuch ab. Wir tranken Tee, erzählten von den Tücken des Erwachsenenlebens und bespaßten mit vereinten Kräften die Kinder, die vom kleinen Kind als Tsts und Noni bezeichnet werden. Dazu gehörte auch mein erster Besuch in einem Kindercafé und eieiei, das ist wahrlich kein Spaß, vor allem, wenn man so erkältet ist, wie die beste Freundin. Aber was tut man nicht alles, um die Kinder gegen 7 ins Bett zu kriegen und dann immerhin den Abend über selbst krank sein zu dürfen.

Ich verließ die Szenerie dann als genau dieser Punkt erreichbar und fuhr weiter nach Kreuzberg, wo ich mich mit einigen Twittermenschen traf und einen sehr schönen Abend mit der Art von Gesprächen hatte, die man so mit Twittermenschen führt (gemeinsame Bekannte, Lieblingsblogs, Gesprächskultur auf Twitter und lauter Sachen, die man aus dem Leben der anderen bereits kennt und gerne mal ausführlicher beleuchtet hätte). Schön wars!

Neues Jahr dann erst morgen!

Der Plan für heute war, das Sofa nicht zu verlassen und genau das habe ich getan – mit Ausnahme eines Aufenthalts in der Badewanne, während der Hase das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee gesehen hat. Drumherum wurde gegessen (indisch-nepalesische Reste von gestern), geschlafen, gekuschelt und im Internet herumgelesen. Pläne wurden für die nächsten, für mich noch freien, Tage geschmiedet und diverse Folgen The Affair und Marvelous Mrs Maisel gesehen.

Jetzt noch eine Nacht Familienbett mit beiden Katzen, ab morgen geht das normale Leben wieder los – für den Hasen im Büro, für mich zum Glück noch im Urlaub. Aber angezogen!

2018 – Rückblick auf ein stacheliges Jahr

Wie schon im letzten Jahr recherchiere ich für diesen Text vornehmlich in den Fotos auf meinem Telefon, das ist zuverlässiger als jeder Kalender (und als dieses Blog sowieso). Tatsächlich gab es dieses Jahr sehr viel Tolles aber auch sehr viel Scheiße, die das Tolle überlagert. Durch das Durchsehen der Fotos habe ich mich gerade wieder an die Highlights erinnert, das war sehr schön. Insgesamt bin ich aber doch recht froh, dass es jetzt vorbei ist und wünsche mir für nächstes Jahr mehr Zeiten wie den März-Juni und weniger von den Kann-Weg-Monaten wie Februar und August, bittedanke. Aber jetzt das Jahr in Monaten und am Ende – weil ich endlich einmal durchgehalten habe – eine Liste der in diesem Jahr beendeten Bücher und im Kino gesehenen Filme:

Januar

Wir beginnen das Jahr tiefenentspannt und ruhig in der vorpommerschen Einöde und besuchen dann noch Susanne bei ihrer Familie in Greifswald (und sagen dem Bodden „Hallo!“, bevor es zurück nach Berlin geht. In den ersten Wochen des Jahres tagebuchblogge ich täglich (allerdings nicht hier), aber dann schläft das wieder ein. Auch andere Vorsätze, wie das tägliche Meditieren, klappen Anfang des Jahres noch gut, später dann schnell weniger. Davon abgesehen ist der Monat geprägt von Medikamenten, Arztbesuchen und einer dicken Erkältung. Kurz vor Schluss treffe ich allerdings das zauberhafte Fräulein wieder – definitiv ein Highlight. (Außerdem: Witzige Arbeits- und Abendveranstaltungen mit Kolleg*innen, mehrere liebe Besuche von Verwandten, Treffen mit Freundinnen, die Rückkehr der Eltern aus Kanada und einmal war ich auch tanzen.)

Februar

Vom Februar bleiben mir außer einem erneuten Treffen mit dem Fräulein, das wirklich wirklich wundervoll ist, keine positiven Bemerknisse zurück. Selbst die Fotos geben wenig her, ich habe fast keine gemacht und verbrachte einen großen Teil des Monats unter einer dunklen Wolke.

März

Der März beginnt mit dem Bemerknis, dass uns beim Lüften wegen starkem Wind die Balkontür kaputtgeht. Bis zur Reparatur ist es ein weiter Weg (Hausverwaltung, Handwerkerbesichtigung, Denkmalschutz…) Aber der Knall beim Zufallen der Tür hat mich vielleicht ein wenig aufgeweckt und zurück ins Leben geholt. Es geht aufwärts mit dem Jahr. Zunächst mit dem Konzert der Kelly Family in der Mercedes-Benz Arena (wenn auch etwas vergällt durch pöbelnde Idioten in der Reihe hinter uns). Dann folgt der Geburtstag zweier Freundinnen, bei dem wir über zugefrorene Berliner Seen spazieren, und bereits eine Woche später sitze ich mit der besten Freundin samt Familie im Stammcafé wieder draußen – es wird langsam Frühling. Mitte des Monats geht es für mich beruflich nach Hamburg, München und Bochum, was durchaus spannend ist. Dann kommt der St. Patrick’s Day, an dem der Hase und ich schon vormittags so viel irische Gemütlichkeit in uns aufnehmen, dass wir die zweite Hälfte des Tages schlafend auf dem Sofa verbringen und es abends nicht mehr ins Pub schaffen. Ein Wochenende in Rostock, mit Konzerten von Feine Sahne Fischfilet und Kat Frankie, einer tollen Indie Night, einem Strandbesuch und viel Familienflausch ist dann auch noch drin. Und ganz am Ende des Monats lerne ich Baby 2 einer lieben Freundin kennen. Jo, der März war ziemlich toll!

April

Im April werden wir französisch-vegan bekocht, der Grill im Büro wird eingeweiht und die Betriebsratswahl findet statt. Das bedeutet zunächst einmal Wahlkampf und Wahlorganisation, später dann den Wahltag selbst. Nach der Wahl setze ich mich in den Bus und erlebe in Magdeburg das nächste wundervolle Konzert – Shout Out Louds. Außerdem bringt der April Frühlingswetter und viel Zeit mit Freund*innen und Familie. Am Ende des Monats gibt es das erste kurzärmelige Balkonfrühstück für mich. Und weitere tolle Konzerte: Talking To Turtles (einmalig schönes Konzert zum zehnjährigen Band-Jubiläum), Das Paradies und La Suite Bizarre (inkl. Wiedersehen nach immerhin 6 Jahren, die Band hatte ich damals im Urlaub in Andalusien kennengelernt). Und eine Lesung mit Sabine Wirsching, deren zweiten Roman ich danach in Rekordzeit durchlese.

Mai

Der Mai ist der Festival-Monat. Er beginnt mit der re:publica und endet mit dem Immergut. Auf der re:publica erlebe ich Chelsea Manning live, lerne vier Akkorde auf der Ukulele, treffe neue und alte Internet-Bekanntschaften und genieße draußen die Sonne. Die Erdbeerhäuschen sind wieder da und ich feiere mein 8-jähriges Dienstjubiläum. Es folgen Familiengeburtstage und der Männertag in der Hasenheimat sowie ausgiebiges Bekuscheln der frisch geborenen Geißlein. Ab Mitte Mai ist es draußen schon so heiß, dass ich im kurzen Kleid herumlaufe und beim Konzert von Mike Friedman den ersten Sonnenbrand bekomme. Und kurz danach fahre ich dann zum Immergut – ganz alleine mit Rucksack, Zelt, Schlafsack, Isomatte und Verpflegungsbeutel mit dem Bus. Es wird ein wundervolles Festival-Wochenende nach 6 Jahren Abstinenz. Wichtigste musikalische (Neu-)Entdeckungen sind dabei Torpus & The Art Directors und Sam Vance-Law, deren Musik mich auch weiterhin durch das Jahr begleitet. Und natürlich bin ich nicht alleine geblieben, sondern habe jede Menge Leute (wieder-)getroffen. Hach war das toll. Und zurück in Berlin folgte dann mit Tex direkt noch ein Konzert.

Juni

Es ist und bleibt heiß. Der Juni beginnt mit Kindertag im Büro (alles voller Kolleg*innenkinder) und einem Wochenende in Rostock. Dort sehe ich Funny van Dannen live (wenn auch nur die zweite Hälfte des Konzerts, weil mein Bus Verspätung hat), hänge am Strand rum, esse Törtchen und Streetfood, und sehe auf KTV- und Brauereihoffest weitere Bands live (gut: Kudde & die Kudders, Les Bummms Boys, schräg: Christian Steifen) und am Ende gibts die nächste Indie Night, die jetzt wieder bis nach Sonnenaufgang dauert. Kurz danach eröffnen wir in Berlin die Freiluftkinosaison und schauen Loving Vincent. Einen Tag verbringe ich mit Kolleg*innen beim Müllaufsammeln im Tiergarten, danach geht es zum späten Anbaden in den Weißen See. Die WM beginnt und gleichzeitig wieder eine Zeit der vielen Arztbesuche. Zwischendurch ist mein Geburtstag und hui, 35 klingt schon echt ganz schön alt. Wir feiern wieder groß im Innenhof und es gibt jede Menge tolles Essen und schöne Menschen.

Juli

Obwohl mich eine Erkältung plagt ziehe ich ein mehrtägiges wichtiges Arbeitsmeeting durch und falle danach dann mit einer Kehlkopfentzündung und zehntägigem Sprechverbot aus. Es ist immer noch heiß draußen, aber ich verbringe die meiste Zeit drinnen auf der Couch, trinke Unmengen Tee und kuriere mich aus. Dann geht es Mitte des Monats zum runden Geburtstag des Hasenbruders, der groß gefeiert wird. MTS spielen live, und trotz Alte-Weiße-Männer-Humor ist doch noch der eine oder andere Lacher für mich dabei. Ein weiteres Highlight ist dann im Juli wieder ein Treffen mit dem Fräulein. Die dauernden Arztbesuche halten jedoch an, die Hitze ist zwar schön, aber auch sehr anstrengend für mich. Sie kulminiert Ende des Monats in einem Platzregen beim Konzert der Kelly Family in der Waldbühne (das nicht nur deswegen viel toller und legendärer ist als das im März drinnen).

August

Der August beginnt mit Sushi, großem Mist, langer Krankschreibung und vielen dunklen Wolken – obwohl es draußen immer noch die ganze Zeit heiß ist. Schön sind immerhin die Treffen mit Freund*innen und deren Kindern und das Babysitten beim großen Sohn der Freundin, die dieser Tage ihr zweites Kind bekommt. Erst in der letzten Augustwoche nehme ich wieder am normalen Leben teil und wir laden unsere lieben Katzensitter*innen zu einem italienischen Festmahl ein. Es folgen noch der Zug der Liebe und eine Anti-Nazi-Demo in Neukölln, die auf die Ereignisse in Chemnitz reagiert. Alles in allem kann der August aber – ähnlich wie der Februar – weg.

September

Der September verläuft zunächst unspektakulär, dann gibt es die große Sommerparty im Büro und im Anschluss ein Kurztrip in die Mecklenburger Seenplatte mit lieben Freunden. Wir gammeln viel rum, spazieren, reden und essen gut. Kurz danach geht es für ein Wochenende nach Sachsen-Anhalt auf eine Hochzeit, die ungeplant mit einer Nacht im Auto endet. Das Wochenende drauf verbringe ich mit den Cousins und Cousinen dann wieder in Rostock. Und dann sind nur noch ein paar Tage bis zum Urlaub, in denen lasse ich mir noch einen toten Zahn überkronen, mache eine Dienstreise nach Dortmund, und dann kann das Fressfest starten.

Oktober

Die ersten drei Wochen sind wir auf unserem Roadtrip durch Nord- und Mittelitalien, der südlichste Punkt ist der Lago di Bolsena. Über den Urlaub habe ich ja ausführlichst gebloggt, da gibt es jetzt nicht viel mehr zu zu sagen, außer, dass er superschön und trotzdem nicht unanstrengend war. Wieder zurück in Berlin treffe ich alte Schulfreund*innen wieder und besuche ein zauberschönes Konzert von Sam Vance-Law im Lido.

November

Den November beginne ich wieder mit einem Rostock-Wochenende voller Tanzen, Törtchen und Ostsee. Und dann wird schon langsam das Jahresende eingeläutet. Gänseessen mit der Hasenfamilie, diverse After-Work-Aktivitäten im Büro und beginnende Einigelung meinerseits. Bevor der November allzu grau wird, nehme ich mir spontan einen Tag frei und verbringe den im Vabali. Das war eine der besten Ideen seit langem! Ansonsten wird viel gegessen und wieder gut gekocht, wir treffen Fabrizia in Berlin bei einem sizilianischen Abend, gehen mit Freunden brunchen… Trotzdem ist die Stimmung gedrückt.

Dezember

Eine Nachhochzeitsfeier in Magdeburg, Zeit mit Freunden und Familie dort und ein Besuch auf dem schwedischen Weihnachtsmarkt in Wilmersdorf läuten den Dezember ein. Es folgen diverse Weihnachtsmarktbesuche in den unterschiedlichsten Konstellationen, viel Arbeit und Nach-Arbeits-Events, Geschenkebesorgerei, der Hasengeburtstag mit einem russischen Brunch und Theaterbesuch, ein Ausflug nach Wittenberg zu Familie und noch mehr Weihnachtsmarkt, die legendäre Weihnachtsfeier der Firma, dann Weihnachten in Familie und whoahistdasschonwiederalleszuvielgrad. Danach ein paar ruhige und entspannte Tage in Rostock zum Runterkommen. Mit Tanzen, lieben Freundinnen, viel Familie, Meer, Stadthafen, Spazierengehen, Durchatmen. Jetzt noch Silvester (Couch und Filme zu zweit) und dann ist es geschafft, dieses Jahr.

Kinobesuche 2018 (allesamt großartig):

  • Wildes Herz (2x)
  • Loving Vincent
  • Die Familie Brasch
  • Gundermann
  • Bohemian Rhapsody
  • Astrid

Beendete Bücher 2018 (wieder mehr gelesen als auch schon, nächstes Jahr mehr Frauen!):

  • Jane Gloriana Villanueva: Snow Falling (E-Book)
  • David Lagercrantz (nach Stieg Larsson): Verschwörung (Softcover)
  • Sven Regener: Wiener Straße (Hardcover)
  • Thees Uhlmann: Sophia, der Tod und ich. (Hörbuch)
  • Rob Sheffield: On Bowie (Softcover)
  • Volker Kutscher: Moabit (Hardcover)
  • Dmitrij Kapitelman: Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters (Softcover)
  • Sven Regener: Magical Mystery oder die Rückkehr des Karl Schmidt (Softcover)
  • Wolfgang Herrndorf: Bilder Deiner großen Liebe (Softcover)
  • Ulrich Schacht: Grimsey (Hardcover)
  • Giovanni Frazzetto: Nähe (E-Book)
  • Nino Harataschwili: Das achte Leben (Für Brilka) (E-Book)
  • Amulya Malladi: Song of the Cuckoo Bird (E-Book)
  • André Aciman: Call me by your Name (Softcover)
  • Trevor Noah: Born a Crime (Softcover)
  • Ian McEwan: Nutshell (Softcover)
  • Stephan Thome: Gegenspiel (Softcover)
  • Thomas Lindemann: Keine Angst, hier gibts auch Deutsche. Unser neues Leben im Problemkiez (Softcover)
  • Mike Gayle: The Man I Think I Know (E-Book)
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Hardcover)
  • Klaus Mann: Der Wendepunkt (Hörbuch)
  • Theodor Fontane: Cécile (Hörbuch)
  • Marlena di Blasi: 1000 Tage in Orvieto (Softcover)
  • Theodor Fontane: Stine (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Das nasse Fisch (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Der stumme Tod (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Goldstein (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Die Akte Vaterland (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Märzgefallene (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Lunapark (Hörbuch)
  • Volker Kutscher: Marlow. (Hardcover)

Opa

Mein Papa beschwerte sich, dass ich bei meinen Erinnerungen an Warnemünde immer nur von Oma rede. Ich glaube das liegt vor allem daran, dass in den Jahren, in denen wir die beiden dort oben besucht haben und bevor sie dann in die Lausitz zogen und wir uns oft gesehen haben, Oma einfach die prägendere Figur war.

Opa saß am Schreibtisch und arbeitete – zuerst noch im Rahmen seiner Tätigkeit als Professor, später als Rentner seinen aktuellen Interessen nach. Er trat zu den Mahlzeiten in Erscheinung und abends vor dem Fernseher oder beim Rommé spielen. Und noch später am Abend dann in politischen Debatten mit Freunden und Kindern, aber an denen nahm ich erst viel später Teil. Oma hingegen war für mich den ganzen Tag über präsent*, wuselte im Haushalt herum und ging mit uns nach draußen, spazierte mit uns über die Promenade, nahm uns mit zum Einkaufen und ließ uns auf dem Spielplatz toben.

Später habe ich dann noch sehr viel Zeit mit Opa verbracht, auch wenn sich diese grundsätzliche Aufteilung nie so recht änderte. Opa war mehr so fürs Intellektuelle und die sitzenden Tätigkeiten, auch weil er körperlich nicht mehr so fit war. Er las stundenlang, beschäftigte sich mit Goethe und Van Gogh und schrieb an seinen „Memoiren“, die mein Bruder dann abtippte, weil Opa nach ersten Erfolgen am Computer doch lieber wieder zum Stift griff. Ich lernte seine winzige Handschrift auch noch lesen, als ich nach dem Auszug meines Bruders dafür zuständig war, seinen Schriftwechsel mit dem Sozialgericht über seine Rentenansprüche zu tippen. Seine wissenschaftlichen Arbeiten hatte übrigens immer meine Oma abgetippt. Ich muss mal herausfinden, wie das mit den chemischen Formeln damals ging…

Opa war ein Freund von schönen Dingen, von Literatur, Malerei, Musik (auch wenn er selbst kein Instrument spielte) und süßen Leckereien. Er zeichnete und schrieb und schenkte mir ein koloriertes Stillleben, das ich immer noch habe und mal wieder aufhängen könnte. Er ermunterte auch uns zu all diesen Dingen und war stolz auf meine Geige spielende Cousine und vor allem auf alle naturwissenschaftlichen Leistungen, die wir so zu Stande brachten. Bei mir waren das nicht besonders viele, aber ich weiß noch, wie er reges Interesse an meiner Teilnahme bei der Matheolympiade zeigte und mich dabei anspornte. Und nebenbei versuchte, die Aufgaben auf seine Art zu lösen (nicht auf 6.-Klasse-Niveau). Damit verbrachte er Stunden, während ich schon längst wieder am spielen war…

Opa saß stundenlang, las oder dachte nach und rauchte eine Zigarette nach der anderen, erst f6 und später Pall Mall. Das erste, was er nach der Begrüßung zu mir sagte, war meist: „Holste mir mal den Aschenbecher?“ Andere typische Opa-Phrasen waren: „Naja!“ (als Abschluss einer längeren Denkpause oder um Schweigen zu überbrücken), „Pfui Geier!“ (beim Einnehmen ekliger Tropfen), „Schmeckt schön!“ bzw. „Macht’s Maul breet, das viel ’neigeht!“ (beim Essen) und „So’n Mist!“ (zu den Nachrichten im Fernsehen oder wenn wir Kinder Filme mit angedeuteten Sexszenen schauten.)

Als die Memoiren fertig waren (und später noch einmal) habe ich sie gelesen. Ich erfuhr viel Neues über Opas Kinder- und Jugendjahre. Sah den kleinen Knirps mit den Segelohren (daher habe ich die also) und den hübschen jungen Mann mit der blonden Tolle und den blauen Augen. Ich lernte etwas über die deutschen und die polnischen Vorfahren, über das Aufwachsen während des Krieges, über das Bewachen der Schule in der Bombennacht und die Heimkehr zur zerstörten Wohnung. Über das Eingezogenwerden, die Ausbildung an der Waffe und das Gefangennehmenlassen bei erster Gelegenheit. Mit 16. Über Jugendbeziehungen, Studienjahre und Familiengründung. Und dann konzentrierte ich mich auf die Geschichten über die Familie und überblätterte wissenschaftliche Erfolge, politische Arbeit und gesundheitliche Probleme.

Diesen Teil muss ich mir auf jeden Fall noch einmal genauer anschauen, den finde ich jetzt mit 15 Jahren Abstand doch deutlich spannender als damals. Wieso 15 Jahre? Heute vor 15 Jahren habe ich das letzte Mal mit Opa gesprochen. Da rief ich ihn an und gratulierte ihm zum 75. Geburtstag. Er klang krank und schwach, aber freute sich sehr. Bevor wir auflegten, erkundigte er sich noch nach dem Befinden meines damaligen Freundes. Einen Tag später war Opa tot.

Zum 90. denke ich heute sehr viel an ihn. ❤


*Oma war keine Hausfrau, sondern Lehrerin an der Hochschule für Seefahrt. Vermutlich hatte sie frei, wenn wir kamen?