Montag, 17. Juni 2019

Liebes Tagebuch,

heute war ein typischer Montag: Er ging viel zu früh los, ich war den ganzen Tag viel zu müde und irgendwie drehte sich fast alles um Arbeit. Klingt total dröge und anstrengend, oder? War es aber gar nicht.

Wegen Sommer und Vollmond und frühem Sonnenaufgang (es ist immerhin schon Geburtstagswoche) konnten weder ich noch Nimbin gut schlafen. Gegen halb 5 fand er dann mal wieder, dass ich doch wohl genug geschlafen hätte und wollte nicht nur gefüttert, sondern auch bespaßt werden. Kann er sich nicht mal ein Beispiel an Noosa nehmen, die um die Uhrzeit auf der Couch liegt und pennt?! Nunja, zwei-, dreimal durfte ich nochmal kurz einnicken oder wegdösen, aber richtig erholsam war das dann nicht mehr.

Auf dem Weg zur Arbeit habe ich den Karton des gestern zusammengebauten Spiegelschranks entsorgt und in drei verschiedenen Läden Sondermüll abgegeben – abgelaufene Medikamente in der Apotheke, leere Batterien und kaputte Energiesparlampen im Drogeriemarkt und defekte Aquarium-Leuchtstoffröhren aus einer Zeit, in der es in dieser Wohnung noch ein Aquarium gab, im Elektrofachhandel.

Im Büro war dann irgendwie sehr viel Geburtstag. Insgesamt hatten drei Kolleg*innen heute Geburtstag und zwei Kolleg*innen feierten ihren Geburtstag nach. Es gab also jede Menge Kuchen und Süßes. Außerdem gab es die übliche Arbeit, inkl. dem Erstellen/Übersetzen von Schulungsmaterial und einem sehr guten Meeting. Mittags haben wir zu viert meditiert und danach ging ich mit meinen selbstgemachten Antipasti von gestern raus in den Park, aß und döste ein wenig im Schatten. Außerdem habe ich in unserem Tischtennis-Turnier heute zwei Partien gespielt – eine gewonnen und eine verloren. Kann sich sehen lassen, würde ich sagen.

Auf dem Heimweg habe ich noch etwas eingekauft und dann gab es Quark mit frischen Kräutern vom Balkon (Schnittlauch, Dill, Melisse, Thymian, Rosmarin und zwei Sorten Basilikum). Direkt danach rief die beste Freundin an und wir erzählten uns die neusten Entwicklungen in unseren Leben.

Der Abend verging mit guten Gesprächen und nun gehe ich früh ins Bett, denn der nächste Nimbin kommt bestimmt.

Gute Nacht, liebes Tagebuch!

1000 Fragen zum wieder Reinkommen

Dieses tägliche Bloggen habe ich letzter Zeit ganz schön verrafft, was? Mein Leben hat grad jede Menge Content, aber irgendwie ist das wenigste davon blogbar und außerdem bin ich abends meist viel zu müde, um aus dem Blogbaren noch schöne Sätze zu drechseln. Ich bin grad so raus, aus dem Blogthema, dass ich gestern Abend sogar essen war, ohne ein einziges Foto zu machen. Schlimm. Damit meine Blogroutine nicht völlig einrostet, gibt es heute erstmal wieder die nächsten der 1000 Fragen und dann hoffe ich, dass ich mich jetzt wieder mehr disziplinieren kann – immerhin sind wir schon mitten in der Geburtstagswoche. 😉

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

441. Wie persönlich ist deine Einrichtung?

Aufgrund der Ereignisse im ersten Quartal ist sie zuletzt deutlich persönlicher geworden – einfach, weil ich alleine entscheiden kann. Aber so ganz individuell ist sie nicht – vieles ist IKEA oder einfach Kram, den ich schon ewig habe und nicht weggeben kann oder will.

 

442. Welchen Songtext hast du jahrelang verkehrt gesungen?

Mit Sicherheit ganz viele. Mein Lieblingsbeispiel als Kind ist aus Casablanca von City. Da geht der Refrain bekanntermaßen: „Play it again, Sam / Again and again“. Statt „Play it again, Sam“ habe ich als Kind immer „flehen die Gänse“ gesungen.

 

443. Würdest du gern viele Höhepunkte erleben, auch wenn du dann viele Tiefpunkte erleben müsstest?

Hmm… Das sind vielleicht ein bisschen zu krasse Ausschläge. Aber generell habe ich glaube ich lieber ein bisschen Auf und Ab als immer eine gerade Linie. Und von den Tiefpunkten lernt man ja auch jedes Mal etwas. Also: Ja.

 

444. Mit wem hattest du vor Kurzem ein gutes Gespräch?

Mit P.

 

445. Was trinkst du an einem Tag vorwiegend?

Hauptsächlich Wasser, am besten aus der Leitung, am liebsten auf jeden Fall still oder wenn es sein muss mit ganz wenig Sprudel. Als nächstes kommt dann Tee, würde ich sagen.

 

446. Welches Lied hast du zuletzt gesungen?

Ton Steine Scherben – Schritt für Schritt ins Paradies.

 

447. Kannst du über dich selbst lachen?

Auf jeden Fall.

 

448. Wann hast du zuletzt eine Kopfmassage gehabt?

Eine professionelle Kopfmassage hatte ich glaube ich noch nie. Das letzte intensivere Kopfstreicheln war glaube ich Ende März.

 

449. Wie sieht der ideale Sonntagmorgen aus?

Lange schlafen, ohne dass Nimbin mich nervt. Dann erstmal noch ne ganze Weile im Bett liegen bleiben und das Internet leer lesen. Dann ganz gemütlich aufstehen, schöne Musik anmachen und in Ruhe frühstücken. Dann auf die Couch oder auf die Wiese und weiterlesen.

 

450. Machst du manchmal ganz alleine einen langen Spaziergang?

Ja.

Satz mit X

Tja, man sollte nie irgendwas aufschreiben, was man in der Zukunft zu machen gedenkt. So war ich also gestern weder in Brandenburg, noch habe ich darüber gebloggt. Der Grund war ganz einfach der, dass meine Gastgeberin leider krank geworden ist und absagen musste. Stattdessen habe ich den Tag dann also noch einmal genutzt, um ausgiebig zu couchen, das zweite Buch an diesem langen Wochenende durchzulesen, Musik zu hören, Mittagsschlaf zu machen und es mir ganz allgemein gut gehen zu lassen – Kraft tanken für die nächsten Wochen, die bestimmt nicht entspannender werden als die letzen.

Aber hey, es ist Sommer in Berlin, das macht alles andere wett! 🙂

 

Das Blog mit Loch*

Huch, da ist ja ein mehrtägiges Loch in meinem Blog! Alle dahin, die schönen Vorsätze so langsam. Irgendwie ist mir durch das Immergut mit einhergehendem Schlafmangel und dann noch Konzert und Musical und Arbeit und noch mehr Schlafmangel das Gleichgewicht etwas ins Wanken geraten und ich brauchte erstmal ein paar Tage, um mich wieder einzunorden*. Da passt so ein langes Wochenende natürlich ganz hervorragend. Am Freitag bin ich nach der Arbeit fast direkt ins Bett gefallen. Gestern habe ich tausend Dinge erledigt, die man an freien Tagen erledigen kann, wenn die Geschäfte offen haben… Eine Hose zum Nähen gebracht, ein paar benötigte Klamotten gekauft, die Lebensmittelvorräte aufgefüllt, mein Fahrrad in die Werkstatt gebracht, Balkonpflanzen gekauft und in die Kästen gebracht… Und mich ansonsten weiter ausgeruht. Heute dann die Wohnung wieder halbwegs auf Vordermann gebracht, weiter entrümpelt und einen Spaziergang um den Weißen See gemacht. Außerdem in den letzten Tagen viel gelesen (u. a. mal wieder mein Lieblingsbuch, das ich spätestens morgen wieder durch haben werde), viel kommuniziert, viel mit den Katzen gekuschelt und viel Musik gehört. Jetzt bin ich wieder einigermaßen in Balance und freue mich morgen auf einen kleinen Ausflug ins Brandenburgische, über den ich dann auch hoffentlich wieder zeitnah blogge 😉

*In Überschrift und Text finden sich zwei Song-Referenzen mit Bezug auf mein Lieblingsalbum. Wer Songs und Albumtitel richtig errät erhält meine höchste Hochachtung gratis zur Albumempfehlung.

Tagebuch-5 im Juni 2019 #WMDEDGT

Es ist mal wieder der 5. und wie in jedem Monat fragt Frau Brüllen: WMDEDGT?. Die anderen Beiträge gibt es dort, meinen hier:

Es ist gegen 5 Uhr morgens, als Nimbin findet, ich könne mich jetzt mal um ihn kümmern und bräuchte nicht mehr weiterschlafen. Da die Mitbewohnerin nicht da ist, die sonst sehr früh aufsteht und ihn mit Futter ablenken kann, stehe ich nach guten 10 Minuten entnervt auf und reiche eine Handvoll Trockenfutter an. Zurück im Bett stelle ich mir einen Podcast an und schlafe folgerichtig in wenigen Minuten wieder ein. Beim nächsten Miau ist es 7:13 Uhr, also kurz vorm Weckerklingeln, das ist in Ordnung.

Morgendliches Internetleerlesen und Fortsetzen der Korrespondenz von gestern Abend, dann aufstehen, lüften, Morgentoilette, Katzenstreu auffegen, Wassernäpfe auffüllen, Kleid aussuchen und anziehen und ab nach draußen. Mit Tram und U-Bahn zur Arbeit, wo bereits eine Stachelbeerschnecke darauf wartet, gefrühstückt zu werden – vielen Dank, Vergangenheitsloosy! Dann Kaffeerunde mit dem Team, ein paar E-Mails abarbeiten, mich über ein paar E-Mails aufregen, eine Präsentation fertig übersetzen, ein kurzes Meeting und dann ist auch schon Mittagspause.

Aufgrund von mangelnder Beteiligung lassen wir die Meditation heute ausfallen, stattdessen geht es direkt zum Streetfood-Markt (Kochbananen und Bohnen von der Kamerunerin) und dann direkt auf die Picknickdecke im Park. Essen, chatten, bloggen, träumen…

Am Nachmittag arbeite ich relativ entspannt weiter Sachen ab, übersetze noch eine Präsentation, esse ein von der Firma gesponsertes Eis und dann ist es auch schon Feierabend. Die beste Kolleginnenfreundin und ich laufen bei 33 Grad um 18 Uhr hinüber zum Admiralspalast, wo zwei Gästelistentickets darauf warten, abgeholt zu werden. Dann schlendern wir hinüber zur Böse Buben Bar, setzen uns draußen auf eine Bank, trinken Johannibeerschorle und essen Quiche. Der Gesprächsstoff geht wie immer nicht aus, aber wir haben ja noch was vor.

Pünktlich um 8 sitzen wir in der 5. Reihe und freuen uns auf das Musical Fame. Ich habe den Film bestimmt 20 mal gesehen, kenne die Songs in- und auswendig und habe schon vor Beginn den Kopf voller Ohrwürmer. Und dann… Nennen die alle Figuren anders, ändern die Handlung, bis man sie kaum noch wiedererkennt, performen nur den Titelsong einmal fast komplett und lassen nur einen anderen für ein paar Takte anklingen und packen das Stück ansonsten voll mit neuen Songs, von denen keiner wirklich catchy ist. In der zweiten Hälfte steigern sich Energie und Qualität der Songs, aber am Ende bleibe ich doch enttäuscht zurück und bin froh, kein Geld dafür ausgegeben zu haben.

Dann noch fix nach Hause fahren, die Katzen versorgen und ab ins Bett…

1000 Fragen vor Eric Clapton

Heute Abend streiche ich einen weiteren der alten Helden von meiner To-Do-Liste, allerdings finanziere ich seine rassistischen Einstellungen nicht mit, sondern bin dienstlich da. Weil das aber lange dauern wird, gibt es vorher noch die nächsten der 1000 Fragen.

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

431. Findest du es wichtig, dass deine Meinung gehört wird?

Kommt darauf an, worum es geht, ob ich mich in dem Thema auskenne und ob etwaige Entscheidungen mich betreffen.

432. Was ist dir in Bezug auf das andere Geschlecht ein Rätsel?

Nichts, ich glaube nicht, dass es grundlegende und vor allem allgemeingültige Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, die sich zu hinterfragen lohnen.

433. Kannst du dich gut beschäftigen?

Allermeist. Es sei denn ich sitze wie auf Kohlen und warte auf etwas, dann fällt es mir schwer, mich auf anderes zu konzentrieren.

434. Kannst du Dinge leicht von dir abschütteln?

Auch allermeist, es sei denn sie berühren mich emotional besonders stark.

435. Wie voll ist dein Bücherregal?

Wie, Singular? Meine Bücherregale sind gut gefüllt und der Inhalt wächst regelmäßig weiter an.

436. Bist du mit deiner Handschrift zufrieden?

Für kurze Sachen reichts.

437. Können deine Hände machen, was dein Kopf will?

Nicht immer. Zum Beispiel beim Klavier- oder Gitarrespielen oder beim Gebrauch herkömmlicher Zahnseide. Aber dafür gibt es zum Glück Hilfsmittel.

438. Wie oft am Tag schaust du in den Spiegel?

Vermutlich fast immer, wenn ich an einem vorbeikomme – reines Interesse. 😉

439. Klagst du schnell über körperliche Beschwerden?

Darüber denke ich viel nach, es ist so schwer, Schmerzempfinden zu vergleichen. Manchmal denke ich, so schlimm ist es gar nicht und dann bekomme ich gespiegelt, dass aber doch. Und natürlich hat das ganze noch eine andere Komponente, nämlich wie sehr ich mich in dem Moment körperlich einschränken lassen möchte. Für Dinge, die mir wichtig sind, überschreite ich auch mal Schmerzgrenzen, in anderen Momenten freue ich mich über einen guten Grund, mich zu schonen.

440. Klickst du auf Facebook manchmal auf „gefällt mir“, obwohl du anderer Meinung bist?

Nein, meine Likes werden ja von meinen Freunden ggf. gesehen und ich möchte kein falsches Bild vermitteln.

Letztes vom Immergut und 1000 Fragen

Mir ist noch was eingefallen vom Immergut, das ich noch nicht verbloggt habe: Bei dem Panel, auf dem Manuela Schwesig (seit heute Teil eines Trios) mitdiskutierte, waren Leute mit einem Schild. Darauf stand: Philipp Amthor Ultras. Das fand ich extrem witzig. Muss ja auch mal gesagt werden.

Ansonsten fällt mir heute nicht viel Blogbares ein (die Rückreise war nicht besonders spannend, nur dass der Zug extrem voll war), deswegen gibt es die nächsten der 1000 Fragen:

Der Jawl fasst die Erklärung bei sich immer schön zusammen:

Die Fragen stammen übrigens übrigens ursprünglich mal aus dem Flow-Magazin, Johanna von pink-e-pank.de hat daraus eine persönliche Blog-Challenge gemacht und Beyhan von my-herzblut.com hat das PDF gemacht.

 

421. Welches Ritual hast du beim Duschen?

Kämmen und dann Haare entweder zusammenknoten (wenn ich sie nicht waschen will) oder offen lassen (wenn ich sie waschen will). Ausziehen, Bademantel zurechtlegen, in die Wanne steigen, Duschvorhang zuziehen. Wasser an und Temperatur mit der Hand prüfen. Einmal abbrausen, einseifen (wenn ich die Haare waschen will erst Shampoo), unter der Brause drehen, bis alles weg ist. Wasser abstellen, Duschvorhang auf, Bademantel an, Beine + Füße (und ggf. Haare) abtrocknen, fertig. Dauert ca. 2 Minuten.

 

422. Wie gefährlich ist deine Arbeit?

Die Treppe im Büro ist ganz schön steil.

 

423. Welchen Kinofilm hast du sehr genossen?

Viele, viele… Zum Beispiel Take This Waltz, Before Sunset, Eternal Sunshine of the Spotless Mind, Finding Neverland… Da erinnere ich mich noch gut an das wohlige Gefühl beim aus dem Kino kommen.

 

424. Welches Brettspiel magst du am liebsten?

Carcassonne, wobei es da kein Brett gibt. Dann Cranium.

 

425. Wem hast du zuletzt eine Postkarte geschickt?

Vermutlich meiner zuletzt verstorbenen Oma, aus dem Urlaub. Ist also vor ungefähr 4 Jahren gewesen.

 

426. Wie eng ist deine Beziehung zu deinen Verwandten?

Ich habe sehr, sehr viele Verwandte (alleine 8 Cousins und 10 Cousinen, die alle Eltern und/oder Kinder haben), deswegen gibt es da keine eindeutige Antwort. Mit meiner Kernfamilie bin ich so gut wie täglich in Kontakt. Ansonsten reicht es von „wie beste Freund*innen“ bis „es gibt faktisch keine Beziehung“ – mit allen Schattierungen dazwischen, es sind wirklich so viele Verwandte.

 

427. Wann hast du zuletzt in ein Mikrofon gesprochen?

In das meines Smartphones vor einer guten Stunde (ich wurde angerufen, nicht was Ihr denkt!), in das meines Arbeitslaptops heute Mittag, in ein Handmikrofon im April auf der Betriebsversammlung.

 

428. Hast du gelegentlich Freizeitspass?

Äh, was?

 

429. Was sind die drei schönsten Ereignisse des heutigen Tages?

Höchsttemperatur 34 Grad. Mittagspause auf der Dachterrasse mit der besten Kolleginnenfreundin. Eine WhatsApp-Nachricht pünktlich zum Feierabend.

 

430. Macht du manchmal einen Mittagsschlaf?

Immer gerne, wenn es sich anbietet.

Immergut-Bemerknisse Samstag 2019

Der Standplatz hinterm Birkenhain ist super, wenn man gemütlich dem Geschehen auf der Bühne lauschen will. Nicht so gut ist er, wenn man gerne die Musik der Party auf der Zeltbühne hören will, aber die der Party auf dem Birkenhain hört. Und zwar bis 6 Uhr morgens. Dann kommt irgendwann der kurze Moment relativer Stille. Dann der, an dem es sehr kalt wird. Und dann der, an dem es plötzlich unerträglich heiß ist und drumherum schon wieder alle Musik hören und viel zu laut reden (also wenn man Glück hat und sie nicht irgendwas skandierend oder grölen).

Aber ich hatte ja auch wieder einen frühen Termin, denn samstags findet ja das Fußballturnier statt. Also raus aus dem Schlafsack. Komposttoilette, umziehen, Zähne putzen, halbwegs präsentablen Zustand herstellen und los. Vorne am Brötchenstand traf ich auf Fiete und Schiete und lief dann gemeinsam mit ihnen durch den Wald zum Fußballplatz. Dabei moderierten sich die beiden schonmal ein wenig warm.

Beim Fußball dann das übliche Prozedere und außerdem Treffen mit den diversen Bezugsgruppen. Gruppe Lohro/Rostock am Mikro, auf dem Feld und am Spielfeldrand. Gruppe KTV-Zone/Berlin/Rostock im Schatten am Rand. Meine Kollegin mit ihren Freunden ein paar Meter weiter. Alle da.

Wieder zurück dann Lesung mit Linus Volkmann und dazu ein*e Crêpe mit Erdbeeren und Schokolade. Ein kurzes Konzert von Dagobert und dann die Lesung und Diskussion mit Nadia Shehadeh und Hengameh Yaghoobifarah. Gerade in der Diskussion sehr beeindruckend. Als ich schon facepalmend war bei „Rassismus gegen Weiße“, erwiderten die beiden überlegt, klug, ohne Vorwurf und am Ende überzeugend. Yay, das will ich auch können. Es war auch total super, Nadia davor und danach endlich mal live zu treffen ❤ Liebste Grüße an dieser Stelle nochmal und wir sehen uns in Bielefeld!

Den Rest des Tages dann wieder Konzerte, Konzerte, Konzerte und – so es der Empfang zuließ – weiterhin reger Gedankenaustausch, auch, aber nicht nur, über das Dublin-Thema. Ich liebe meine neue Powerbank, die dafür sorgt, dass ich auch noch am 4. Tag in der Pampa genug Akku habe, um darüber zu bloggen. Während Bilderbuch verzog ich mich dann wieder in meinen Schlafsack und dämmerte langsam in einen glücklich-zufriedenen Schlaf hinüber.

Immergut-Bemerknisse Freitag 2019 / Timeline-Debakel / Im Juni werde ich…

Puh, was für ein Tag das gestern war. Er begann mit den Erinnerungen daran, warum ich damals vor 7 Jahren das erste Mal nicht zum Immergut fuhr: Der Tod meiner Oma jährte sich und Facebook, E-Mails und unsere Familien-Threema-Gruppe erinnerten mich daran. Später habe ich das auch nochmal erzählt, im Gespräch mit einem der vielen Menschen, die ich hier kenne und der der Meinung war, er hätte mich doch jedes Jahr auf dem Immergut gesehen. Ja, jedes Jahr bis auf die 6 dazwischen 🙂

Ansonsten die erste kurze Nacht, die nicht an langen Abendgesprächen und frühen Katzen lag, sondern an langer Abendmusik und früher Morgenmusik. Meine Augen waren soooooo klein, als ich beschloss, nicht mehr weiterschlafen zu können.

Frühstück im Zelt – draußen nieselte es -, Zähneputzen und Katzenwäsche (wer duscht, war nicht dabei!), ein Cold Brew mit irgendwie unsinnigem warmem Milchschaum dazu. Dann den Pendelzug zum Stadthafen genommen und erstmal ein wenig am Wasser gesessen. Auf der „Insel Helgoland“ begann dann das Konzertgeschehen bereits mittags mit Children (so schön!) und Die Kerzen, deren Sänger trotz der frühen Stunde schon ganz schön einen im Tee hatte und zur guten Musik ganz schön unrunde Ansagen lieferte.

Mit dem Pendelzug zurück und eigentlich die Idee gehabt, mich noch ein Stündchen hinzulegen. Aber dann hätte ich die Diskussionsrunde mit Manuela Schwesig verpasst, in der es darum geht, welche Auswirkungen Festivals auf die Gemeinden, Landkreise und Mecklenburg-Vorpommern im Speziellen haben. Natürlich ging es zuerst um die Fusion, für die Frau Schwesig sich genau wie alle anderen aussprach. Ansonsten Fazit: Es gibt hier Fläche und Flair, die Festivals sind weitestgehend gut (nur die Umwelt leidet evtl mitunter), es sollte noch mehr davon geben und sie sollten sich besser vernetzen. Sie liefern ein Bunt im Braun und sind Aushängeschild für die Region.

Dann den neuen Birkenhain „eingeweiht“. Das Layout des Festivalgeländes ist dieses Jahr ja ganz schön anders, alle sind ein bisschen verwirrt, dabei ist alles nur etwa um 90 Grad gedreht und der Birkenhain ist irgendwie noch nach hinten ausgeklappt. Das Ergebnis ist mehr Platz auf der Zeltbühne und vor dem Birkenhain, gefühlt weniger Platz vor der Waldbühne und tatsächlich: Mehr Flair.

Von den meisten Bands habe ich dann relativ wenig mitbekommen – zu viele Gespräche vor Ort, mit Berlin und mit Dublin (Oh Dublin – ich weiß nicht, was ich sagen soll. Selten so sprach- und hilflos gewesen. Meiner Timeline geht es weitestgehend ähnlich. Wird wohl eine ganze Weile dauern, bis der Sturm sich gelegt hat und alles sortiert ist. Mein Herz sagt mir, ich sollte nicht vorschnell urteilen und vor allem sollte ich weiter liebhaben – und das tue ich!)

Was ich noch weiß: Sophia Kennedy und Nilüfer Yanya klangen sehr gut und müssen zuhause nochmal in Ruhe gehört werden. Die Screenshots waren gut, aber etwas weniger lustig, als ich erwartet hätte. Wahrscheinlich hatten die auch so viel Twitter gelesen, wie ich oder das immergute Publikum war nicht ganz die richtige Bühne… Die „großen Namen“ Balthazar und Roosevelt kriegten mich irgendwie auch nicht so…

Zum Schluss dann noch eine arg verkürzte Indie Night (für meine Verhältnisse). Kurz die Kollegin getroffen, die auch hier ist, ein bisschen gequatscht und getanzt. Dann noch für eine gute halbe Stunde alleine auf der Tanzfläche eskaliert und alle verwirrenden Emotionen des Tages rausgeschüttelt und dann war ich gegen 3 schon wieder im Zelt.

Im Juni werde ich…

Juhu, ab heute habe ich Geburtstagsmonat!!!! In drei Wochen werde ich unfuckingfassbare 36! Das wird natürlich auch gebührend gefeiert werden, gemeinsam mit unserer WG-Einweihungsparty. Ansonsten:

  • Noch einen hoffentlich tollen letzten Immergut-Tag haben – es wird heiß!
  • Die Haseneltern noch einmal sehen, die die alte Waschmaschine abholen kommen
  • Spannende Gespräche führen
  • Noch ein paar Dinge für Wohnung und Balkon besorgen
  • Eric Clapton live sehen
  • Mit der besten Kolleginnenfreundin das Musical Fame auf der Bühne erleben
  • Einen Volunteering-Tag im SOS-Kinderdorf verbringen
  • Auf Arbeit nicht nur meditieren, sondern auch Yoga machen
  • Bloc Party live sehen
  • An einer Schulung teilnehmen
  • Eddie Vedder live sehen
  • Jede Menge Erdbeeren essen, das Sommerwetter genießen und hoffentlich ein paar Hirngespinste verwirklichen – der Sommer wird toll!

Immergut-Bemerknisse Donnerstag 2019

  • Wieder meinen Stammzeltplatz bekommen – der gleiche seit so vielen Jahren (meinem dritten Immergut, dem ersten als „Nur Gast“)
  • Komposttoilette und Emaillebecher statt Dixis und Müll – yeah!
  • Aus der Hausordnung: „Damit der immergute Festivalbesuch ein schönes Erlebnis mit tollen Erinnerungen wird, bitten wir alle Festivalbesucher*innen um Toleranz, Rücksichtnahme, Zivilcourage und Hilfe in Notfällen. Daher wird bei uns rassistisches, menschenverachtendes, sexistisches und homophobes Verhalten nicht toleriert, zur Anzeige gebracht und führt zum sofortigen Aufdiestraßesetzen.“ ❤ Dazu gibt es noch ein Awareness-Team, das man ansprechen kann, wenn einem was Blödes passiert ist. Mit Symbol Gürteltier, das für „Verständnis für persönliche Grenzen und Respekt für die Grenzen anderer“ steht und „Verwundbarkeit, Empathie und Urteilsvermögen“ steht. Wusste ich auch noch nicht.
  • Leckere vegane Pelmeni mit georgischer Sauce – aus Sohland/Spree und mit Bautzener Kennzeichen 😮
  • Die Frau am Cider-Stand (nicht viel jünger als ich, schätze ich) hat mich gesiezt und ich fühlte mich plötzlich sehr alt
  • Monako wirken auf der großen Bühne noch toller als neulich im Marie Antoinette
  • Some Sprouts waren ganz schön gut
  • Bei Kala Brisella gabs die ersten Crowdsurfer – mit Gruß an Fancy Lenzi, dessen Füße ich zweimal in der Hand hatte
  • Überhaupt viele bekannte Rostocker Gesichter am Start – wie erwartet
  • Eine Sonnenbrille geschenkt bekommen (naja, ein Werbegeschenk, das ich weitergereicht bekam, kann ich mich auf meine also doch wieder drauflegen)
  • Karies und Leoniden waren auch ziemlich super
  • Bei Frittenbude nach der Hälfte im Zelt verschwunden und dort weiter gehört – der Vorteil meines Stamm-Zeltplatzes
  • Grundgefühl: Ganz viel Hachz!