03.05.2024 – The Erdbeere has landed

Heute stehe ich mal auf und arbeite zum ersten Mal seit über zwei Wochen mal wieder an meinem Schreibtisch, dazwischen war Bett-Office, Büro-Office, Balkon-Office angesagt. Mal schauen, wie das so klappt, mein Bett sieht schon sehr verlockend aus. Eine der ersten Amtshandlungen ist, mein 14-jähriges Dienstjubiläum zu feiern – schon krass, ich arbeite länger in dieser Firma, als ich zur Schule gegangen bin, länger als ich fast überall gewohnt habe, doppelt so lange wie meine längste Beziehung. Über die Jahre hat sich der Job immer mehr an mich, meine Vorlieben und Fähigkeiten angepasst (und ich mein Leben natürlich auch ein wenig an den Job). Wir sind zusammen gewachsen und zusammengewachsen. Mit allen Vor- und Nachteilen, wie in einer Beziehung. Klingt mir ein bisschen zu neoliberal, wenn ich das so schreibe.

Anyway, um 9:15 gibt es das erste Meeting – die monatliche virtuelle Kaffeerunde, heute mit Lichtenberg, Braunschweig, Bonn, Chemnitz, Valencia und London, auf Deutsch und Niederländisch. Hinterher ein paar Telefonate (Deutsch und Englisch) und Routinearbeiten, dann geht es 11:30 ins nächste Meeting – wieder Lichtenberg und London und dazu noch Prenzlauer Berg, diesmal auf Englisch. Zwischendurch habe ich einen heftigen Hustenanfall. Danach ein weiteres Meeting auf Englisch, mit Madrid und Dublin, und dann ist es schon langsam Zeit für die Mittagspause.

Ich gehe ins Draußen, treffe mich mit der Kollegin aus dem Pberg und ihrem Hund am Bánh-Mi-Laden. Mit unseren Bánh Mis (meins mit Schweinebauch, das der Kollegin mit Hühnchen), setzen wir uns beim Planetarium ins Gras. Der dreisprachige Hund (Deutsch, Englisch, Arabisch) hat großes Interesse an unserem Essen, lässt sich aber mit Leckerli und anderen Hunden ganz gut ablenken.

Auf dem Rückweg stelle ich fest, dass das Erdbeerhäuschen am S-Bahnhof aufgemacht hat. Das zwingt mich natürlich zu einem Kauf – Saisoneröffnung!!!

Mit dem wertvollen Gut geht es noch weiter in den Supermarkt, noch ein paar Kleinigkeiten holen. Dort stelle ich fest, dass die guten Erdbeeren vom Häuschen sogar günstiger sind, als die deutschen Erdbeeren im Discounter (nicht aber als die spanischen). Kein schlechtes Gewissen also. Zurück am Schreibtisch gibt es die Erdbeeren und ein Glas Blutorangensaft (von meiner gestrigen Lektüre inspiriert, Blutorangen haben gesundheitlich gesehen Superkräfte).

Trotzdem baue ich ab da dann langsam wieder ab und werde furchtbar müde. Ich erledige, was zu erledigen ist und gehe dann 16 Uhr ins letzte Meeting des Tages – witzigerweise haben alle anderen abgesagt, außer meiner Madrilener Gastgeberin und mir. Wir reden also kurz über Arbeit und dann noch ganz viel über anderes – auch sie ist gerade krank und kämpft sich wegen dringender Deadlines irgendwie durch. Ab halb 5 schreibe ich dann meinen Wochenbericht, um 5 klappe ich den Laptop zu und verziehe mich wieder ins Bett.

Ich will gerade ein Nickerchen machen, als mich nochmal Arbeitsnachrichten hochschrecken. Ich hänge also vom Bett aus nochmal schnell 20 Minuten dran und dann ist kurz nach 18 Uhr endgültig Wochenende. Mit dem Nickerchen wird es nichts mehr, stattdessen gucke ich durch die sozialen Medien nach Inspiration fürs Abendessen. Es wird dann ein Zucchini-Salat mit Olivenöl-Zitronen-Dressing und Parmesan.

Dazu und danach höre ich dann nochmal den „Alles gesagt”-Podcast mit Paul Auster und nehme mir zum wiederholten Mal diese Woche vor, mal wieder „Smoke“ und „Blue in the Face“ zu schauen (heute extra neue Batterien für die Fernbedienungen gekauft, die DVDs stehen im Regal). Bei der Aufnahme wusste er noch nichts von seinem Krebs, bezeichnete sich als gesund und mit Plänen für Parties zum Hundertsten. Ach, ach. Ich mnehme den Podcast mit in die Badewanne und dann später als frühe Einschlafhilfe.

02.05.2024 – Zweiter Montag

Schon wieder Montag, diesmal am Donnerstag. Am Morgen bin ich immer noch halsschmerzig und verrotzt und gehe deshalb also wieder nicht ins Büro. Erste Hälfte des Arbeitstags auf dem Balkon, dann wird es dort zu heiß (26 Grad und pralle Sonne) und ich wechsle zurück ins Bett.

Ich verbringe den Tag mit Datenauswertung und Content-Erstellung und dazwischen sind insgesamt vier Meetings (mit Valencia-Hamburg-Lichtenberg-Pankow, mit Nordengland, mit London, mit Chicago), ein fünftes fällt aus. Reicht aus.

Da mein Frühstücksmüsli erst irgendwann gegen 12 aufgegessen ist, lasse ich das Mittagessen ausfallen, dafür gibt es dann ein größeres Abendessen – aus Resten von Kartoffeln und veganen Buletten plus Mais, Tomaten, Peperoncini und Käse mache ich eine Art Tex-Mex-Auflauf. Den gibt es auf dem wieder kühleren Balkon mit einer Dattel-Granatapfel-Limonade.

Portion 1/2

Dazu und danach gibt es heute mal weniger Fernseherei. Ich lese im Zitronenland weiter, im Speziellen das Kapitel über Blutorangen, höre Podcast und lese schließlich zum Einschlafen wieder Zauberberg.

Blogtechnisch kein sehr ergiebiger Tag.

01.05.2024 – Tag ohne Feiern

Ich erwache um 6, als der Mitbewohner samt Besuch nach Hause kommt, wahrscheinlich von einer Feierlichkeit, nehme ich an. Diese jungen Leute (er ist ein halbes Jahr älter als ich). Es ist natürlich schon taghell, die Vögel zwitschern und es dauert eine ganze Weile, bis sich alles in der Wohnung wieder beruhigt (Wer viel feiert, muss danach viel schlafen), also bin und bleibe ich wach. Ich fühle in mich hinein und halte mich für weniger krank als gestern – vielleicht kann ich ja heute doch mal rausgehen und evtl. sogar den Liebsten mal wieder sehen? Der hat heute volles Programm mit zwei verschiedenen Freund*innenterminen, für den zweiten wäre ich eigentlich mit eingeplant gewesen. Ich mache mir einen „Energietee“ mit Ingwer und Holunderblüte, lese das Internet leer, blogge und überlege weiter vor mich hin.

Das Internet bringt mich auf eine Doku über Musiker*innen in der DDR, hauptsächlich Mucker*innen, es sind aber auch Dirk Michaelis und Die Art dabei. Ganz interessant. Zwischendrin telefoniere ich mit dem Liebsten und wir verabreden, dass ich bis er zum ersten Termin aufbricht mal schaue, wie sich mein Zustand entwickelt. Als die Doku vorbei ist, mache ich mir eine Playlist mit (guten) Ostsongs an und stehe auf. Inzwischen ist es fast 11, da bin ich ohne schlechtes Gewissen laut. Ich ziehe mich an und kümmere mich erstmal um den Haushalt – Balkon gießen, Katzen füttern, Geschirrspüler aus- und einräumen, Müll runterbringen. Beim Treppe wieder hochsteigen muss ich mir eingestehen, dass es mit meiner Genesung noch nicht so weit her ist. Das frühmorgendliche High hat sich verzogen, die Atemwege sind wieder zu. Als der Liebste wieder anruft, muss ich ihm schweren Herzens absagen – bis zum Wochenende muss ich aber wieder gesund werden, wir haben doch Pläne!

Ich mache mir Wasser mit Zitrone und Müsli mit Apfel und setze mich zum Frühstücken auf den Balkon – heute gut eingecremt und mit Sonnenhut. Statt der Ostsongs höre ich jetzt Arbeiterlieder, wo ich schon den 1. Mai verpasse. Nach dem Essen werde ich wieder müde und gehe zurück ins Bett. Hier läuft mir im Internet die nächste Filmempfehlung über den Weg, die ich so weitergeben kann. Das Leuchten der Rentiere ist eine Netflix-Produktion von, mit und über Samen, in dem es um die Konflikte zwischen indigener Bevölkerung und Mehrheitsgesellschaft geht. Spielt in Schweden aber könnte ähnlich auch in vielen anderen Gegenden erzählt werden. Drauf gekommen bin ich über eine norwegische Sami-Aktivistin, der ich auf TikTok folge. Leider muss ich inzwischen viele ihrer Videos überspringen, in der sie sich zu Gaza äußert und dort die Palästinenser*innen als indigen und die Israelis als Kolonialist*innen bezeichnet. Äpfel, Birnen.

Der Film ist gut, aber zwischendurch schlafe ich ein – Mittagsschlaf zwischen Frühstück und Mittagessen. Am Ende des Films gucke ich das mir fehlende Stück (etwa 20 Minuten) nochmal nach. Danach habe ich wirklich Mittagshunger und während ein großer Teil meiner Familie sich zu einer Feier in einem sorbischen Restaurant trifft, mache ich mir passend Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl und sauren Gurken.

Kartoffeln sind heute quasi verpflichtend, denn „früher“ am 1. Mai standen wir Kinder immer ganz früh am Morgen auf, holten Kartoffeln aus dem Keller und „rösteten“ sie in der noch heißen Asche des Hexenfeuers vom Vorabend. Ich habe sofort alles wieder im Sinn, wenn ich daran denke: Das erst noch taufrische Gras, wie sich die gelbe Siebschüssel in den Fingern anfühlt, in der ich die Kartoffeln zum (Ex-)Feuer trage, wie die Heugabel in der Hand liegt, mit der wir die Asche nach Glut durchsuchen und wie die Asche dabei klingt, das Knacken und Duften des kleinen Feuers, das wir oftmals anzündeten, um noch restliche Zweige zu verbrennen, und wie wir dann schließlich die heißen, verkohlten Kartoffeln aus der Asche klauben, uns beim Abschälen die Finger verbrennen, ein bisschen Butter und Salz auf die Kartoffeln tun und sie direkt aus der Hand (oder von der Heugabel) essen – bester Kartoffelgeschmack, leicht aschig im Abgang. Am nächsten kommt man dem Geschmack übrigens nicht mit Ofenkartoffeln, sondern mit Pellkartoffeln aus dem Schnellkochtopf. Meine bleiben aber heute klassisch.

Dazu und danach gibt es das nächste Film-Dings. Eine Freundin schrieb mir gestern von „Hack your Health“ auf Netflix, Doku aus der „Darm mit Charme“-Ecke. Die gucke ich mir jetzt auch mal an. Quintessenz am Ende: Das Mikrobiom ist wichtig und bei jedem individuell, es lässt sich durch Essen und Lebensweise beeinflussen und der Zustand unseres Darms hat Einfluss nicht nur auf unsere körperliche, sondern auch auf unsere seelische Gesundheit. Wichtigste Tipps: Viele, viele Ballaststoffe und möglichst abwechslungsreich essen, damit eine schöne bunte Population an Bakterien da ist, die auf alles bestmöglich reagieren kann. Als Anhaltspunkt soll man schauen, dass man 20-30 verschiedene Obst- und Gemüsesorten pro Woche isst. Die Freundin hat vor ein paar Tagen zu dokumentieren angefangen und ich mache das jetzt spaßheitshalber auch mal.

Von der Doku wechsle ich wieder zu The West Wing, gucke die sechste Staffel zu Ende und fange die 7. an. Zwischendurch überlege ich, was es zum Abendbrot geben soll. Am Ende entscheide ich mich für veganes Sushi (Ingwer gegen die Erkältung, Wasabi für die Atemwege, Algen und den Rest für die Obst- und Gemüseliste). Ich bestelle ungefähr als der Liebste berichtet, wie er mit einem Dönerteller auf dem Weg nach Hause ist. Als Abendunterhaltung schaue ich „Morning Glory“, den mir Netflix schon den ganzen Tag unter die Nase hält. Kein guter Film, aber ich sehe Diane Keaton sehr gerne und Rachel McAdams auch und ich glaube Diane Keaton und Harrison Ford hatten bestimmt viel Spaß beim Drehen ihrer gemeinsamen Szenen. Mittendrin kommt das Sushi an, ist aber das Falsche (Bestellung verwechselt) Zwanzig Minuten später kommt dann das Richtige und ich kann meiner Liste neben Ingwer und Algen auch noch Romasalat, Rettich, Paprika, Spinat, Shiitake, Avocado und Mango hinzufügen. Macht heute alleine schon 15. Gestern dachte ich noch 20-30 sei sportlich, aber mit solchen Aktionen geht es wohl doch recht easy (Muss man sich natürlich auch leisten können, so spontan Sushi zu bestellen).

Kurz nach 10 ist der Film vorbei und ich verschwinde mit dem „Zauberberg“ wieder im Bett, nach einer halben Stunde sind die Augen zu…

30.04.2024 – Sonnenbrand statt Hexenbrennen

Dass der 30. April und damit nicht nur „Hitler-ist-tot-Tag“ sondern außerdem auch Hexenbrennen ist (zumindest da, wo ich herkomme), fällt mir erst im Laufe des Tages ein und auf. Vorher wurde ich mit einem blöden Traum sehr früh aus dem Schlaf gerissen und habe dann Mühe, wieder einzuschlafen, aber dann geht es bis zum Weckerklingeln weiter. Kurzer Gesundheitsscan: Immer noch verrotzt. Es war also richtig, das Yoga abzusagen und ich werde dann heute also auch nicht ins Büro gehen, sondern wieder im Liegen arbeiten. Ob des plötzlichen Sommereinbruchs aber wenigstens auf dem Balkon und nicht im Bett, auf dass frische Luft und Sonne den Bazillen den Marsch blasen.

Ich frühstücke Kräutertee mit Zitrone und Honig, Müsli und Apfel und arbeite mich durch die E-Mails der Nacht. Neben zwei langen Meetings heute ist die Hauptaufgabe vom Monatswechsel bestimmt und da komme ich dann darauf, dass heute Abend in der Lausitz die Feuer brennen und ich nicht dabei sein werde. Im Norden am Meer wird in den Mai getanzt und da bin ich in meinem Zustand schon gar nicht dabei. Hier melancholisches Seufzen einfügen. Dass ich an der Berliner Tradition zum ersten Mai teilnehmen kann – Daydrinking in Kreuzberg und dann rechtzeitig heim, bevor es ungemütlich wird – ist auch nicht sehr wahrscheinlich, die Erkältung geht wirklich sehr langsam (obwohl sie heute regelgemäß den ersten Tag „gehen“ müsste). Es ist alles sehr unerquicklich.

Wenigstens bereite ich für den Mai einen Achtsamkeitskalender vor, mit 31 kleinen Anregungen für mehr Präsenz im Hier und Jetzt. Mai ist nämlich „Mental Health Awareness Month“ und schon das Lesen der Anregungen beim Kopieren in den Kalender bringt mich ein wenig runter. Muss es eben später im Jahr Feuer und Tanz und Waldmeisterbowle geben, ich lasse mir von einem kaputten Immunsystem nicht vorschreiben, wann ich zu feiern habe!

Um 17 Uhr dann wieder früher Feierabend – die selbst notierten Überstunden von letzter Woche sind eh noch nicht aufgebraucht – und dann geht es auch vom Balkon zurück ins Bett. Hätte ich mich heute morgen mal eingecremt, mein Gesicht ist feuerrot. Passt ja aber auch zum allgemeinen Unwohlsein, seufz. Den Abend verbringe ich mit Ablenkungsmanövern – nicht zu viel nachdenken über die Arbeit, die Welt, das Befinden lieber Menschen. Daher zwischen diversen Telefonaten mit dem Liebsten und einem mit Mama viel TikTok mit Essens-, Sprach-, Katzen- und Reiseinhalten. Die Essensinhalte helfen dann beim Kreieren des Abendbrots.

Restereis mit Kichererbsen, Gurke, Rosinen, Olivenöl, Zitronensaft, Schnittlauch, Minze, Petersilie, Salz und Pfeffer zu Salat verarbeitet

Dazu gibt es zwei Folgen „The West Wing“, dann ist es schon wieder nach 10 und ich mache mich schlaffertig. Erkältung wegschlafen ist das Motto!

29.04.2024 – Bleibt drei Tage

Wir sind nach meiner Rechnung am dritten Bleibetag der Erkältung, ab morgen sollte sie gehen, aber mal sehen, was hält sich dieser Tage schon an Regeln. Angesichts von dringenden Arbeitsdingen, die nur ich tun kann, beschließe ich, trotz allem zu arbeiten – vom Bett aus – und es dabei mit Ankündigung ruhig angehen zu lassen. Dabei hilft, dass nach Verschiebung des Team-Meetings auf morgen heute nur zwei Meetings anstehen. Ich gehe unter die Dusche, mache mir wieder Balkonkräutertee mit Honig und Zitrone, Müsli mit Apfel und dann geht es los.

Ein bisschen Kleinkram hier und da, viel schriftliche Abstimmung mit Kolleg*innen und Arbeit an mehreren größeren Projekten, die demnächst fällig werden. Dazwischen ein Meeting mit Berlin (Lichtenberg, Pankow und Reinickendorf), Hamburg und Valencia und später eines mit London, beide mit Kamera aus und viel Husten, Niesen und Schniefen meinerseits. In der Mittagspause mache ich die Lachs-Orangen-Fenchel-Reste von gestern warm, dazu wieder Reis, von dem noch übrig ist – ein Ansatz fürs morgige Essen, das noch in den Sternen steht. Die kleinen Abenteuer des Alltags. Gegen 17 Uhr mache ich dann einen frühen Feierabend und starte in den ohne-Arbeit-Rumliegen-Teil des Tages.

Der ist ein bisschen unspezifisch – ein bisschen Telefonieren, ein bisschen Spielen, ein bisschen Podcast hören (zwei Folgen Feelings inkl. Deluxe-Teil). Dann mache ich mir zum Abendbrot Büffelmozzarella mit Tomaten (reif und regional, also wohl Gewächshaus, weniger aromatisch als man sich wünschen würde, aber was wundere ich mich im Mai) mit Balkonbasilikum und getoastetem Brot. Zum Nachtisch Modica-Schokolade mit Zitrone.

Dazu und danach gibt es eine Folge „The West Wing“, danach nochmal Telefonieren. Statt dann noch eine Folge anzufangen, simuliere ich den am Wochenende ausgefallenen Saunabesuch, lege mich in eine heiße Badewanne mit Latschenkieferschaum und lese im „Zauberberg“ weiter (heute recht modern, mit homoerotischer Verliebtheit und Überlegungen zu Kleidungscodes bei Frauen). Gegen 22 Uhr liege ich im frischem Schlafanzug wieder im Bett, bis zum Einschlafen dauert es nach dem ganzen Rumliegen aber noch eine ganze lange Weile. Kein Bock mehr auf Kranksein!

28.04.2024 – Ganztägige Liegekur

Wann ist das eigentlich passiert, dass der Biorhythmus der Woche auch das Wochenende mit übernimmt? Das war doch früher nicht so, das ist so ein Erwachsenendings. Jedenfalls wache ich kurz nach 8 endgültig auf, nachdem ich vorher schonmal wach war und mir ein Hörbuch zum Wiedereinschlafen angemacht hatte. Wenige Minuten später schon ruft der Liebste an, es ist aber noch zu früh zum Reden. Ich drehe erst eine stumme Runde durchs Internet und rufe dann zurück. Da ist schon lange klar, dass ich heute den ganzen Tag liegen werde, die Erkältung ist noch in vollem Gange. Der Liebste ist mit seinem besten Freund zum Backen verabredet, das schaffen die aber auch ohne mich. Ich mache mir dann ein Sonntagsfrühstück mit Ei und allem Drum und Dran und gehe damit auf den Balkon, in den Liegestuhl.

Hühnerei (hellgrün) mit Fischeiern

Nach dem Essen wird gelesen – warm eingemummelt und mit wechselnden Katzen auf dem Schoß im Liegestuhl im Balkon liegend lese ich wie Hans Castorp warm eingemummelt in Davos auf dem Balkon liegt. Wir machen gemeinsam Liegekur und das passt alles sehr gut. Beinahe schlafe ich dabei auch ein, aber in dem Moment vibriert dann gerade mein Handy. Zwischendrin wechsle ich dann mal für eine Weile wieder zu den italienischen Zitronen, das Buch will ja auch weiter gelesen werden. Heute geht es um Skorbut, Orangenanbau, Mandarinen und die Entstehung der Mafia.

Kurz vor 14 ist die Sonne um die Hausecke gewandert und da es doch noch Frühling ist und nicht Sommer wird es mir draußen zu frisch. Ich wechsle zurück ins Bett und schlafe folgerichtig direkt erstmal für ein Mittagsschläfchen ein.

Wieder wach telefoniere ich mit dem Liebsten und lasse mir vom Backen berichten – alles nach Plan. Der Süßhunger wird durch weißen Nougat mit Mandeln befriedigt. Dann schaue ich mir im Schnelldurchlauf die Highlights des gestrigen White House Correspondents Dinners an. Das passt dann thematisch gut zu der täglichen Dosis The West Wing, die mich bis zur Abendessenzeit trägt. Erstaunlicherweise reicht die Energie dann für Kochen – wobei es hauptsächlich um Schnippeln und Backen geht. Es gibt Wildlachs mit Orangen-Fenchel-Gemüse, Kapern und Reis – eine Portion für heute, eine zum Mittagessen morgen.

Während das Essen im Ofen ist, läuft mir auf Instagram eine Szene aus Meet Joe Black über den Weg, in der Brad Pitt Patois spricht. Ich habe den Film ewig nicht gesehen und vor allem wohl noch nie auf Englisch – in der deutschen Fassung spricht er glaube ich irgendwas holländisch angehauchtes? Jedenfalls will ich dann den ganzen Film nochmal sehen und tue das zum und nach dem Abendessen. Ich hatte auch vergessen, dass der tatsächlich drei Stunden lang geht – hui. Es ist dann also hinterher schon kurz nach 11 und ich mache mich direkt bettfertig, inklusive Erkältungssalbe, Nasenspray und Lutschtablette gegen austrocknenden Hals beim Schlafen.

27.04.2024 – Krank, aber noch zu tun

Ich schlafe mit einer kurzen Unterbrechung bis der Liebste um Punkt 8 Uhr aus dem tiefen Westen anruft, weil er gleich in den Süden aufbricht. Meine Stimme ist noch nicht wach, ich winke hauptsächlich in die Kamera. Ein kurzer Körper-Scan zeigt weiterhin jede Menge Erkältung, heute etwas weniger Husten, dafür ordentlich Schnupfen. Ich sage schonmal vorsorglich für die offizielle Geburtstagsfeier von Papa ab. Dummerweise muss ich aber heute trotzdem noch ein paar Dinge erledigen und kann nicht einfach im Bett liegen bleiben. Deshalb quäle ich mich irgendwann aus dem Bett und mache mir Frühstück für auf dem Balkon – der Frühsommer ist zurück.

Porridge mit Banane, Zimt und Ahornsirup, Apfel und Orange, Tee aus Minze, Melisse und Salbei vom Balkon mit Zitrone und Honig

Es ist warm, ich sitze in der Sonne und von irgendwo wabern Cannabisschwaden herüber. Wäre ich nicht krank, es könnte ein toller Tag werden. Auf Instagram covert ein Freund Franz Ferdinand, wir schreiben kurz über unsere gemeinsame Liebe zu den beiden ersten Alben der Band und dann mache ich die einfach an, als Energieschub zum Erledigen. Das erste Album trägt mich durch Frühstück abräumen, Waschmaschine anstellen, Bett neu beziehen, Katzenklos durchsieben, Duschen und Anziehen. Ich muss nämlich ins Draußen. Immerhin ohne Jacke (nachdem ich die ganze Woche über wieder den Wintermantel gebraucht habe, verrückt).

Ich laufe gemütlich weil kränklich erst zum Drogeriemarkt, um Vorräte aufzufüllen und dann weiter zum Fahrradladen, wo seit Dienstag bereit mein neues (Mamas altes) Fahrrad frisch inspiziert und mit neuen Reifen und Schläuchen zur Abholung bereitsteht. Ich muss eine kurze Runde Probefahren, damit Lenker und Sattel richtig eingestellt werden können, dann kaufe ich ein adäquates Schloss und schiebe das Rad nach Hause. In meinem Zustand traue ich mir nicht zu, die 500 Meter zu fahren. Deshalb schließe ich es auch draußen an, anstatt es in den Keller zu wuchten – sobald ich wieder gesund bin, ist die Chance so auch höher, dass ich es benutze. In den Keller muss ich dann trotzdem, frisches Katzenstreu nach oben holen.

Oben verräume ich die Einkäufe, trinke Tee und horche in mich hinein, ob ich noch eine zweite Runde Einkäufe schaffe. Ja, das geht. Also nochmal kurz in den Discounter und den Vollsortiment-Supermarkt daneben, dann bin ich für die nächsten Tage ausgestattet. Dann wieder Einkäufe verräumen und den unterwegs gekauften Lavendel eintopfen für die Bienen und Schmetterlinge der Umgebung. Jetzt ist richtig Feierabend – etwa 14 Uhr – und ich lege mich nochmal mit einer Rhabarberschnecke (immerhin verpasse ich Geburtstagskuchen!) in den Liegestuhl, bis es auf dem Balkon zu kalt wird. Da ruft der Liebste an, der inzwischen im Süden angekommen ist und bald wieder in den Zug nach Berlin steigt. Wir telefonieren kurz, dann werde ich unheimlich müde und lege mich ins Bett.

Ich schlafe ein Stündchen und bin danach weiter platt und bleibe liegen. Gegen halb 6 stehe ich nochmal auf und koche mir ein aufwendigeres Abendessen – Kartoffelbrei mit Bohnen und veganen Buletten. Die Buletten sind fertig gekauft, aber sehr lecker, und werden nochmal mit Schalotten angebraten. Für die Bohnen habe ich extra noch Bohnenkraut besorgt, der Kartoffelbrei ließ sich ohne Zukäufe bewerkstelligen.

Beim Kochen und Essen und noch ein Stück danach höre ich den „Alles gesagt“-Podcast mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann zu Ende. Danach selbes Programm wie gestern: Drei Folgen West Wing (Es geht passenderweise um einen körperlich angeschlagenen US-Präsidenten und seine Regierungsfähigkeit und gleichzeitig um den Wahlkampf dreier potenzieller Nachfolger) – zwischendurch Telefonat mit dem Liebsten, der wieder in Berlin ist – und dann ein paar Seiten Zauberberg bis zum Einschlafen.

26.04.2024 – Zurück im Bett-Office mit 40 Torten

Dass ich den Freitag liegend verbringen würde, war mir ja schon Montagmorgen (oder Sonntagabend?) beim Ausblick auf die Woche klar. Zu viel los, zu viel Abendveranstaltungen (Montag bis Donnerstag täglich), zu viel Bürotage. Mit der dann noch dazu kommenden Erkältung habe ich nicht gerechnet, aber das hätte mir auch spätestens Montagmorgen klar sein können, als der Dozent unserer Schulung, mit dem ich Stunden in kleinen Räumen verbrachte hustend ankam. Folgerichtig seit Mittwoch erste Symptome gehabt, Donnerstag kränklich gefühlt und heute dann eben krank. Also, nicht krank im Sinne von Vor-Corona-Zeiten, da hätte ich mich mit der Art Erkältung direkt arbeitsunfähig gemeldet, sondern krank im Sinne von: Ich bleibe heute im Bett aber zum Arbeiten reicht es noch. Vielleicht würde ich das anders entscheiden, aber nach der Woche ist einfach noch viel Liegengebliebenes und Dingendes übrig plus eben fünf Meetings, die anstehen.

Ich koche mir ein große Kanne Sweet-Fern-Tee, von Mama selbst im kanadischen Wald gesammelt und dann getrocknet, dazu gibt es Brötchen mit Honig und Rosenmarmelade, Banane und Orange und dann lege ich kurz vor 9 los. Zunächst einmal dafür sorgen, dass alle ihre E-Mail-Signaturen anpassen, denn seit gestern Abend ist der neue Geschäftsführer auch offiziell der neue Geschäftsführer. Dann aktualisiere ich eine Seite im Intranet termingerecht, für die ich die letzten zwei Wochen über einem Dutzend Menschen für ihre Beiträge dazu hinterhergelaufen bin. Und schon ist es 10, Zeit für das Freitagsmeeting mit Ostfriesland. Das rechtzeitig vorher eingeworfene GeloRevoice sorgt für die nötige Stimme.

Danach kurz 15 Minuten verschnaufen und E-Mails abarbeiten, bis zum nächsten Meeting mit Prenzlauer Berg, Moabit und London. Ab da gibt es eine größere Meetingpause, so dass ich mich drei Stunden lang in andere Themen vertiefen kann. Ich vergrabe mich tief in eine Tabelle und eine Präsentation und erstelle schöne bunte Tortendiagramme, 40 an der Zahl. Damit bin ich bis zum nächsten Meeting gut beschäftigt. Das ist dann mit Warschau und Prag. Hinterher ist es schon dreiviertel 4 und allerhöchste Zeit für Mittagspause.

Es gibt Brot mit Süßkartoffelaufstrich und veganer Salami, dazu einen Apfel. Beim Brot aus dem Tiefkühlfach holen kommt eine Menge Eis mit, die ich vom Boden aufsammle und in die Spüle werfe. Wenigstens muss ich es jetzt wohl nicht mehr aktiv enteisen. Der Kühlschrank zeigt nach fünf Jahren zum ersten Mal Anzeichen von sowas, war wohl ein guter Kauf. Nebenbei bespricht der Mitbewohner mit mir zukünftige Besuche. Es sieht ganz danach aus, als wäre unter anderem seine mamma über meinen Geburtstag hier. „Wenn sie da ist, essen wir eine Woche lang, ohne einen Finger zu rühren.“ Das hat mich überzeugt und ich bin gespannt auf das diesjährige Geburtstagspicknick, diesmal übrigens am Sonntag, für alle mitlesenden Gäst*innen.

Ich gönne mir eine Dreiviertelstunde Pause, direkt bis zum nächsten Meeting mit Nordengland und Chicago. Danach schließe ich meinen Wochenbericht ab und gehe dann um 17:15 ins letzte Meeting dieser Woche – mit Nordengland, Chicago und Paris. Eine halbe Stunde später ist Wochenende. Endlich. Ich telefoniere kurz mit dem Liebsten, der nach einer Bahn-Odyssee schon wieder tief im Westen angekommen ist. Dann entferne ich alle Arbeitsdinge aus meinem Bett und beschäftige mich eine Weile mit den sozialen Medien, bis ich Appetit aufs Abendessen habe. Da ich ja die ganze Woche nicht zuhause war, ist nichts da und ich bin auch zu kaputt, um jetzt noch was zu zaubern, also wird bestellt.

Es gibt heute Ukrainisch – erst Banosh mit Waldpilzen und Schafskäse und dann Kirsch-Wareniki. Beides wirklich, wirklich lecker.

Dazu und danach schaue ich seit langem mal wieder The West Wing weiter, bis ich kurz vor 11 zum Zauberberg wechsle – im Dunkeln auf dem Kindle – aber schon nach wenigen Seiten tief und fest schlafe.

25.04.2024 – Schon wieder Büro, aber auch Pho und Tapas

Beim Aufwachen merke ich schon, dass die Erkältung nicht weg ist, sondern sich heiter weiter manifestiert hat. Beim Telefonat mit dem Liebsten habe ich kaum Stimme, der Hals tut weh und ist dick, aber ansonsten geht es mir gar nicht soooo schlecht. Ich mache einen COVID-Test (negativ), reibe mich mit Erkältungssalbe ein, dope mich mit Aspirin+C und hole mir vor dem Einsteigen in die Tram noch GeloRevoice und IslaMoos in der Apotheke. Die Revoice lutsche ich gleich und damit habe ich dann bei Ankunft im Büro wieder eine Stimme, mit der sich arbeiten lässt. Ich kippe mir Milch ins mitgebrachte Müsli mit den letzten Crowdfarming-Blaubeeren und beginne dann, die lange To-Do-Liste abzuarbeiten, die sich über die letzten Tage angesammelt hat.

Von den ursprünglich geplanten fünf Meetings finden nur vier statt (die Stimme dankt, der Revoice-Vorrat auch). Eins mit jemandem hier in Berlin, eins mit Paris, eins mit Nordengland, eins mit Nordengland und Prag. Dazwischen viel Klein- und Großkram jeglicher Couleur, inkl. Wegräumen der Partyreste von gestern Abend.

In der Mittagspause gehe ich zum dritten Mal diese Woche zum Vietnamesen, bezahle aber zum ersten Mal selbst. Es gibt schöne heiße Pho Bo mit ordentlich Ingwer, Limette und Chili gegen die Erkältung.

Um 17 Uhr mache ich einen frühen Feierabend (habe trotzdem noch ordentlich Plusstunden auf dem imaginären Stundenkonto – seit dieser Woche tracke ich nur für mich mit einer App) und laufe rüber zu meinen Eltern – Papa hat Geburtstag. Ich kann gleich erstmal ein bisschen auf der Couch liegen und Kräutertee mit Honig trinken. Nebenbei reagiere ich noch auf drei Anfragen auf dem Diensthandy (ist wichtig). Später kommt mein Bruder dazu und dann gehen wir zu viert schön Tapas essen.

Kurz vor 22 Uhr bin ich zuhause, mache mich direkt bettfertig und telefoniere dann nur nochmal kurz mit dem Liebsten, bevor gegen halb 11 endgültig Schlafenszeit ist. Morgen ist definitiv Bett-Office!

24.04.2024 – Captain, it‘s Wednesday

Einen Tag später habe ich schon lange wieder vergessen, wie die Nacht war, erinnere mich aber an Aufwachen vor dem Weckerklingeln. Mit allen morgendlichen Dingen (inkl. Frühstück mit Müsli, Hafermilch und Blaubeeren) bin ich jedenfalls ziemlich pünktlich um 9 im Büro. Neben mir sind das nach dem gestrigen Abend noch nicht allzu viele andere, und diese wenigen verbringen dann erstmal eine halbe Stunde oder so damit, aufzuräumen und Partyreste zu entsorgen. Gegen halb 10 beginnt dann die eigentliche Arbeit.

Ich beginne damit, alles, was in den letzten beiden Tagen liegengeblieben ist, abzuarbeiten. Zunächst die Kleinkram-Sachen, da ich um 10 gleich das erste Meeting habe und mein Kopf auch eh noch nicht ganz wach ist. Für 45 Minuten Austausch mit der lieben Kollegin in Madrid, die neulich meine Gastgeberin war, reicht es aber. Danach ist mein Denkapparat auch komplett hochgefahren und ich kann mich an anspruchsvollere Dinge machen. Umfragedatenauswertung steht zum Beispiel wieder an.

Um 13 Uhr gehen fast alle, die heute im Büro sind, gemeinsam essen, was im Restaurant für einige Probleme sorgt. Erst müssen wir warten, dann werden wir auf zwei Tische weit voneinander verteilt und erst dann wird ein weiterer Tisch frei und wir können alle zusammensitzen. Das Essen ist dann sehr gut (Zitronenhähnchen mit Mangosauce bei mir) und das Tischgespräch erbaulich. Am Ende muss ich aber früher los sprinten, weil ich ins nächste Meeting muss.

Dann eine Stunde Team-Meeting. Für den Kollegen in Chicago ist es erst 7 Uhr morgens, aber er hat seinen Tagesablauf angepasst, damit er möglichst viel Überlappung mit uns hat – und dann eben einen frühen Feierabend. Wir halten kurz inne und sind erleichtert, dass wir nur drei Zeitzonen im Blick haben müssen für unsere Meetings. Andere Teams haben es da schwerer und auch bei uns gab es (vor Jahren) auch noch Australien und Japan zu beachten. Japan gehört heute nicht mehr dazu und in Australien sitzt zumindest niemand mehr aus unserem Team. Meine Chefin (in Nordengland) erzählt uns aber Schauergeschichten von ihrem vorherigen Job, in denen sie es früh morgens mit Korea und spät abends mit Kalifornien zu tun hatte.

Anyway, es gibt viel zu besprechen und glattzuziehen und dann komme ich mit einer Menge action items wieder heraus. Für eines davon muss ich nochmal kurz mit Paris videotelefonieren, danach ist es vorbei mit Meetings, ein späteres wurde auf nächste Woche verschoben. Ich arbeite noch zwei Stunden vor mich hin, immer wieder unterbrochen von Gesprächen mit Kolleg*innen vor Ort, aber gegen 17 Uhr habe ich dann die wichtigsten Dinge aufgeholt und kann dem Rest der Woche mit Ruhe entgegensehen. Um mich herum hat bereits die Feierabendlaune begonnen, erste Getränke machen die Runde.

Ich bleibe heute beim alkoholfreien Radler, erstens liegen mir die beiden letzten Abende noch auf dem Organismus und zweitens scheint sich meine morgendliche Heiserkeit langsam in eine ausgewachsene Erkältung zu verwandeln. Da die Runde heute kleiner ist und alle schon einigermaßen erschöpft, kommen wir heute ohne Musik aus und sitzen einfach in der Couch-Ecke und reden. Es ist der letzte Abend mit unserem Geschäftsführer hier in Berlin, bevor er morgen Vormittag zurück nach Dortmund fährt und nächsten Dienstag seinen letzten Arbeitstag bei uns hat. Gegen 19:00 verabschieden ein Kollege und ich uns aus der Runde. Und fahren mit U-Bahn und Tram in unsere Höhlen zurück.

Auf dem Weg telefoniere ich mit meinem Bruder, bin aber schon deutlich platt. Zuhause noch Katzen füttern, die Reste des Döners von gestern warm machen und essen, mit dem Liebsten telefonieren, ein Geschenk einpacken, das Katzenklo durchsieben und dann liege ich gegen 21 Uhr in der Wanne und gegen 22 Uhr im Bett.