Zu kurz aber gut und durch geschlafen, heute mal mit kooperativen Katzen. Weil um 8 das Wasser abgestellt wird, ist der morgendliche Ablauf etwas anders. Nach Internet leer lesen und Bloggen stehe ich direkt auf – die Mitbewohnerin ist schon los – und gehe ins Bad. Dann gibt es Wasser für die Pflanzen, die Katzen, einen großen Eimer voll fürs Bad und einen großen Topf voll für die Küche – man weiß ja nie. Geplant sind nur fünf Stunden, aber… Nochmal aufs Klo, solange ich noch eine funktionierende Spülung habe, dann Frühstück machen und einpacken, Ingwer-Kurkuma-Thymian-Tee kochen und in den To-Go-Becher tun, Liebstentelefonat, die neue Decke von der Wäscheleine nehmen und für den Größenvergleich mit gestern samt Noosa drapieren…


Noch eine schnelle Banane, dann geht es los ins Büro. Auf dem Weg fällt mir auf, dass die Magnolienblüten nicht nur alle ab sind, es sind auch 99,9 % Prozent der Blütenblätter bereits weg. Der Regen und die BSR, nehme ich. Dafür blühen die nächsten Bäume.

Ich nutze die Bahnfahrt für den Rest vom morgendlichen Reboot. Im Büro angekommen erledige ich schnell die erste Aufgabe des Tages, dann hole ich mir eine Mate und frühstücke Kuchen und Blaubeeren.

Mein für den Vormittag angesetztes Meeting fällt spontan aus, ich habe genug Zeit für Organisatorisches und räume ein bisschen digital auf, sortiere, dokumentierte und priorisiere. So vergeht die Zeit bis zur Mittagspause. Für die probiere ich ein koreanisches Lokal um die Ecke aus und esse für einen okayen Preis (für heutige Verhältnisse) ein sehr gutes Bibimbap mit Lachs und Banchan.

Der sizilianische Eisladen lockt, aber ich bleibe standhaft und bastle mir den Nachtisch im Büro – es ist noch selbst gemachtes Vanille- und Schokoeis vom Kollegen da, außerdem Obstreste vom Dienstagsfrühstück. Dazu mehr Tee.

Von den zwei Meetings am Nachmittag fällt wieder eines aus, das andere, mit Nordhessen, ist sehr angenehm und bringt mich weiter. Dann noch Arbeit an verschiedensten Aufgaben bis zum Feierabend. Ich laufe zurück nach Friedrichshain, nehme die S-Bahn nach Mitte und die U-Bahn nach Pankow und treffe dort die Ellis zu einem frühen Abendessen beim Sudanesen.

Nach dem Essen spazieren wir weiter zu einer Kleinkunstbühne, wo heute Abend kanadische Musik gegeben wird. Es spielen auf: Michael Friedman und Paul Pigat aus Vancouver. Wir halten ein kurzes Schwätzchen mit dem ein Heimspiel spielenden Mike (kanadischer Ossi mit breitem Ostberliner Dialekt), dann suchen wir uns unsere Plätze und vertreiben uns die Wartezeit. Das Konzert beginnt pünktlich mit einem deutschen Stück, danach wird auf Englisch gesungen und auf Englisch/Berlinerisch parliert. Zwei Gitarren, eine zwischenzeitlich nur mit fünf Seiten, zwei Stimmen, ein wilder Ritt durch Blues, Jazz, Folk und Singer/Songwriter. Dazu gibt es Ansagen, die sich unfreiwillig mit dem Kinderschänder im Weißen Haus beschäftigen, mit „Elbows Up“, aber auch mit Hoffnung, mit Vancouver, mit Ost-Berlin und der Liebe. Zum Schluss muss ganz leise gesungen, gespielt und geklatscht werden, weil es schon nach 22 Uhr ist.



Gegen halb 11 ist das Konzert dann endgültig vorbei, wir verabschieden uns noch und laufen dann zurück zur U-Bahn. Im Pberg steige ich aus und mache mich auf den Weg nach Hause. Bis ich im Bett liege ist es halb 12. Noch ein kurzes Liebstentelefonat und dann ist dieser multikulturelle Tag vorbei.