19.04.2024 – Langsam Runterfahren

Heute bleibe ich im Bett. Nicht nur habe ich mein Arbeitszimmer ja für des Mitbewohners Prüfung geräumt, der Kram von rund um meinen Schreibtisch belegt auch den Wohnzimmertisch, in der Küche arbeiten ist mir zu ungemütlich und auf dem Balkon ist es heute zu kalt. Bleibt also nur noch das Bett – was mir gut in den Kram passt, denn ich bin eh völlig durch von der Woche und finde einfach nur Liegen total attraktiv.

So muss ich auch nur ganz kurz vor 9 mal eben aufstehen, mich obenrum präsentabel machen, die Katzen füttern, Tee kochen und Müsli parat machen (mit der letzten Mispel) und kann dann direkt loslegen, flankiert von zwei Katzen, natürlich. Die freuen sich auch, dass sie in ihrer Bekuschelung flexibler sein können, als wenn ich am Schreibtisch säße. Angesetzt sind heute sechs Arbeitsvideocalls und ein privater, einer davon wird aber schon recht früh am Tag auf nächste Woche verschoben. Bleibt immer noch genug.

  • Call mit Ostfriesland, überzogen
  • Call mit Prenzlauer Berg, Lichtenberg und Moabit, überzogen
  • Call mit Paris
  • Teilnahme an einem Webinar

Zack, schon ist Mittagspause. Währenddessen hat der Mitbewohner nebenan seine Prüfung bestritten und bestanden. Wir feiern mit einer Art scharfen Mettwurst aus seiner Heimat auf gerösteten Baguette und Primitivo (für mich nur ein wönziger Schlock) und ich esse noch den Rest Thunfischsalat auf.

Dann klingelt auch noch der DHL-Bote und bringt drei Pakete für mich und eins für einen Nachbarn. Gutes Timing! Das CrowdFarming-Paket mache ich gleich auf. Es gibt Orangen, Zitronen und Blaubeeren, von denen wir uns direkt zum Nachtisch bedienen.

Nach der Pause geht es dann mit dem letzten Arbeitsmeeting für heute weiter – mit Ostfriesland, Lichtenberg, Pankow, Dortmund, London und Paris. Die Zeit zwischen 14:30 und 18:00 verbringe ich mit diversem Kleinkram. Hier und da an Projekten weiter arbeiten, mit Leuten Sachen per Chat abklären, neue Aufgaben im Projektmanagementtool sortieren und zuweisen, im Team-Ordner aufräumen, einen Post in den globalen Chat senden, mit einem Bericht in einer Excel-Tabelle herumspielen und schließlich meinen Wochenbericht schreiben. Tatsächlich ist es 17:50 als ich den Arbeitslaptop zuklappe und meinen privaten Laptop aufklappe – um 18 Uhr startet ein Workshop in meinem Adulting-Projekt.

Dieser beschäftigt mich aktiv bis kurz nach halb 8 – passiv noch den ganzen Abend und die halbe Nacht. Ich mache dann noch schnell meine private Buchhaltung und dann ist gegen 20 Uhr Schluss mit sowas. Ich packe ein weiteres Paket aus – das neue Polster für meinen Sessel. Das alte aus hellem Stoff haben die Katzen über die letzten zehn Jahre mit Krallen und Haaren so nachhaltig verändert, dass ich etwas Neues wollte. Mal gucken, ob sie ein Lederpolster ebenso in Ruhe lassen wir das Lederpolster vom Schaukelstuhl gegenüber. Sieht auf jeden Fall erstmal neu und seriöslich aus – danke für das Weihnachtsgeschenk an meine Eltern!

Das Ergebnis meiner Buchhaltung war übrigens, dass es doch OK wäre, sich heute Abend etwas zu Essen zu bestellen und das tue ich dann auch. Chinesische Nudeln vom gehypetesten Chinesische-Nudeln-Restaurant der Stadt, heute mit Aubergine und veganen Hackfleisch. Dazu und danach gibt es die Daily Show von Montag und dann die erste Hälfte der ersten Staffel von Loudermilk – mein Gehirn ist zu Brei für anspruchsvolle Unterhaltung heute Abend und nach anfänglichem Fremdeln macht die Serie dann auch Spaß. Erst nach Mitternacht klappe ich den Laptop wieder zu und mache das Licht aus. Mit dem Einschlafen dauert es dann noch bis nach 2 – zu viel zu denken nach dem Webinar.

18.04.2024 – Zwei Fische und ein Fahrrad

Der Tag beginnt streng genommen gegen halb 5, als ich eigentlich nur kurz wachwerde, dann aber gute anderthalb Stunden wachliege und immerhin mein Hörbuch zu Ende höre. Zwischen 6 und 7:20 döse ich nochmal halbherzig weg, dann ists vorbei, denn heute geht es wieder ins Büro. Der Mitbewohner und ich sind ungefähr zur selben Zeit in der Küche, was uns für ungeahnte logistische Probleme stellt als wir beide noch gefühlt im Halbschlaf versuchen, unseren Verrichtungen nachzugehen, ohne uns im Weg zu stehen. Meine sind: Tee von gestern aufwärmen und in den Thermobecher füllen, Banane schnippeln und Müslibecher füllen, Salat von gestern portionieren und in Dose zum Mitnehmen füllen, Katzennäpfe ausleeren, abwaschen und neu füllen, nebenbei Spülmaschine ausräumen. Der Mitbewohner hat Kaffee kochen, Milch und Müsli in eine Schüssel tun und beim Spülmaschine ausräumen helfen auf dem Plan – wir brauchen ungefähr gleich lange und es wäre vermutlich alles schneller gegangen, hätte ich das mit der Spülmaschine alleine gemacht. Wenigstens reden wir beide morgens nicht viel.

Kurz vor halb 9 verlasse ich das Haus und erwische so eine Tram- und U-Bahn-Kombination, die gar nicht sooo voll ist. Nach einer Station habe ich in der Tram einen Sitzplatz, in der U-Bahn sofort mit nur wenig Trickserei. So bin ich eine der ersten im Büro und als mein Laptop aufgebaut ist und ich Milch im Müsli habe ist es genau 9 Uhr. Der neue Bürohund macht heute Homeoffice, das finden wir alle nicht gut und beschweren uns bitterlich bei seiner Besitzerin. Ansonsten ist der Arbeitstag aber OK.

Um 10 anderthalb Stunden Meeting mit Ostfriesland, Nürnberg und zu dritt vor Ort, direkt im Anschluss Meeting mit Ostfriesland und Paris und nach kurzer Pause Meeting mit Nordengland. Dann ist es 14 Uhr und dringend Zeit für eine Mittagspause. Ich gehe mit meinem Thunfischsalat nach unten in die Gemeinschaftsküche und esse da. Zwei meiner drei Nachmittagsmeetings werden dann verschoben, so dass ich etwas ausführlicher Zeit habe als geplant, um mich um die verschiedensten Projekte zu kümmern. Letztes Meeting dann um 17 Uhr, mit Leuten vor Ort und Hamburg, Dortmund, Paris, Prenzlauer Berg, London und Valencia. Hinterher noch kurze Nacharbeit und dann verlasse ich das Büro als letzte gegen 17:40 und gehe rüber zu meinen Eltern. Dort gibt es ein frühes Abendbrot mit Heilbutt und Möhrengemüse.

Hinterher holen wir mein neues Fahrrad aus dem Keller und dann fahren meine Eltern ins Kino und ich mache mich radelnd auf den Heimweg. Leider klappt das nur bedingt gut, weil die Reifen nach Jahren im Keller die von meinem Papa reingepumpte Luft nicht richtig halten. Nach etwa 10 Minuten höre ich auf zu radeln und beschließe zu schieben – zum Glück ist gutes Wetter und mein Schrittziel ist eh in weiter Ferne. Ich checke kurz und stelle fest, dass der Fahrradladen bei mir um die Ecke bis 20 Uhr offen hat, also wird der mein Ziel. Das dauert etwa eine Stunde zu Fuß, genug unverhoffte Zeit also, um mit der Freundin und Kollegin in Frankreich zu telefonieren.

Am Fahrradladen angekommen beende ich das Gespräch frühzeitig und gebe dann neue Reifen und eine Frühjahrsinspektion in Auftrag. Angeblich soll das schon am Montagabend erledigt sein, ich werde frühestens am Mittwoch Zeit zum Abholen haben, also kein Problem. Zuhause angekommen bin ich dann so richtig platt, kein Wunder nach der Nacht und dem Heimweg. Die geplante Sportrunde muss nochmal verschoben werden. Stattdessen gibt es Feierabendlimo (Blaubeere-Salbei) auf dem Bett liegend und das erste ausführliche Telefonat mit dem Liebsten seit Sonntag. Teilweise geht es da auch um die Planung der nächsten Tage und Wochen und hui, es geht bei uns beiden so weiter wie die letzten Wochen. Wenn alles klappt, treffen wir uns dieses Wochenende für etwa 24 Stunden, dann evtl. nächsten Sonntag, wahrscheinlich am 1. Mai und so richtig ausführlich dann erst am Wochenende danach. Niemand ist hier gestresst.

Gegen halb 9 legen wir auf, ich verabrede uns für ein Essen mit dem Ex-Mitbewohner für in dreieinhalb Wochen, räume mit dem aktuellen Mitbewohner meinen Schreibtisch und Umgebung leer, damit er an selbigem morgen eine Online-Prüfungsleistung ablegen kann (sein Zimmer ist zu vollgestellt und erfüllt nicht die Prüfungsbedingungen) und ziehe mich dann mit einer seichten Komödie vor toller Landschaft zurück. Wahrscheinlich wollte Julia Roberts mal wieder nach Bali und George Clooney hatte nichts besseres vor. Kann man gucken, wie immer, wenn jemand von denen irgendwo mitspielt.

Gegen 11 ist dann Licht aus und einschlafen zu einem neuen Hörbuch.

17.04.2024 – Luftholtag

Durchgeschlafen, juhu! Und früh genug aufgewacht, um noch mit dem Liebsten zu telefonieren, bevor sein anstrengender Tag losgeht – später gibt es nur mehr Textnachrichten von ihm und bis auf ein Foto zwischendurch klingt das alles gar nicht schön. War zu erwarten, aber ist ja trotzdem doof. Im Vergleich nimmt sich mein Tag da echt okay aus. Gemütlicher Morgen mit ausreichend Zeit, dann ab 9 am Schreibtisch – zum Frühstück English Muffins mit Honig, Nudossi, Mandel-Tonka-Creme und Rosengelee, dazu gemischten Tee (schwarz und Kräuter), Apfel, Banane, Mispel.

Heute ist dann mal wirklich meetingfreier Mittwoch, bis auf ein etwa fünfminütiges Videotelefonat mit Prag, das aber nicht als Meeting durchgeht, wir mussten nur schnell was klären. Ansonsten arbeite ich an den den verschiedensten Projekten vor mich hin – ein wenig Recherche, ein wenig Leuten hinterherlaufen, ein wenig Kreatives. So könnte es jeden Tag sein.

In der Mittagspause stelle ich eine Waschmaschine an, bringe Müll runter und mache einen langen Spaziergang durchs frische Grün.

Kurz vor Feierabend werde ich nach einem Nachmittagstief, das ich zum Wäsche aufhängen nutze, nochmal richtig produktiv, so dass ich mich kurz nach 18 Uhr fast zwingen muss, den Laptop zuzuklappen, aber es reicht dann auch. Ich räume ein bisschen auf, putze ein wenig vor mich hin, stelle die Spülmaschine an und beschäftige mich dann erstmal noch ein wenig mit den sozialen Medien, bis mein Abendessenplan steht. Und dann wird gekocht – eine Art Salade niçoise, aber auch nicht ganz, mit sizilianischen Anleihen und ohne Tomaten, Paprika (hat beides keine Saison) und Blattsalat (habe ich nicht da), dafür mit Kapern und Oregano. Außerdem mit Kartoffeln, Bohnen, Ei (in drei verschiedenen Töpfen gleichzeitig gekocht, was für ein Aufwand), Thunfisch, Oliven, Gurke (die hätte es nicht gebraucht, stand aber im Originalrezept), Oregano und einer Vinaigrette mit Dijon-Senf, die ich im gerade geleerten Salzkapernglas zurechtschüttele. Sehr lecker das alles!

Nach dem Essen ausführliche Sprachübungen, ein wenig Spielerei und dann sitze ich Musik hörend (die Ellis haben bei ihrem heutigen Vortrag einen Musiker kennengelernt, dessen größten Hit ich dann auf Spotify anmache, woraufhin der Algorithmus mir einen erstaunlich guten Soundtrack für den Abend bastelt) auf dem Sofa, unter zwei Katzen, und lese in meinem Buch weiter – über die Zitrussammlung der Medici, die lange, und längst vergangene, Geschichte der Sauerorangen in der italienischen Küche (meine einzigen Sauerorangenerfahrungen habe ich aus Jamaika), Amalfi-Zitronen und die arabisch-muslimische Geschichte Siziliens. Gewusst habe ich das natürlich schonmal, aber bewusst war mir nicht, dass Palermo während seiner Zeit als Bal‘harm – mitten im Mittelalter – die am weitesten entwickelte europäische Stadt war – dank vor allem der arabischen Irrigationssysteme und des Zitrusanbaus.

Gegen halb 11 habe ich genug gelesen und mache mich bettfertig, kurz nach 11 schlafe ich tief und fest.

16.04.2024 – Große Dinge allerorten

Das ist dann eine dieser Nächte, die im Nachhinein nur als Nachtschlaf gelten, weil ich früh genug damit angefangen habe. In den Pausen gibt es Hörbuch, Lesen, Katzenkuscheln und scheinbar auch viel Denken, das ich dann in so Halbwachträume einbaue. Interessant, was mich so alles beschäftigt, kriegt man ja im Alltag alles gar nicht so mit. Das endgültige Aufwachen ist dann weit genug vor Weckerklingeln um ganz in Ruhe das Internet leer zu lesen und zu bloggen. Als der Liebste anruft, bin ich dann schon mitten im Aufbruch – ab dieser Woche sind ganz offiziell der Dienstag und der Donnerstag Bürotage. Zum Glück habe ich ja jetzt schon einige Übung darin.

Es ist im Vergleich zu den letzten Tagen furchtbar kalt und morgens auch noch nass. Ich trage den Hoodie aus Hiddensee, der passt zum Wetter. Die Tram ist furchtbar überfüllt und die U-Bahn dann erstaunlich leer, vielleicht kann ich es irgendwie einrichten, an den nächsten Diens- und Donnerstagen eine halbe Stunde später loszugehen, das würde das alles deutlich entzerren und angenehmer machen. Trotzdem schaffe ich es, schon in der Bahn ein bisschen die E-Mails zu checken und bekomme spannende Entwicklungen zu großen Dingen mit, die gleich in einem Chat mit Mailand münden. Außerdem gibt es im Büro mal wieder Probleme mit der Stromversorgung und ich kann gleich beim Ankommen am Empfang Bescheid sagen. Hoffentlich wird das jetzt nicht auch ein wöchentliches Erlebnis.

Beim Hochgehen treffe ich heute auf die Kollegin mit dem neuen Bürohund und oben setze ich mich auch direkt neben die beiden. Schön ist, dass man im Büro gleich von mehreren Umarmungen empfangen wird, die Art von Kollegium sind wir. Ich gieße mir Milch ins Müsli mit Apfel und arbeite los. Mit vielen Unterbrechungen und Smalltalk zwischendurch – Großraumbüro halt. Kurz vor halb 11 ein kurzer Call mit Prag, dann halb 11 mit Ostfriesland. Um 11 mit Leuten vor Ort und Ostfriesland. Dreiviertel 1 mit Ostfriesland, Dortmund und London.

Halb 2 kann ich Mittagspause machen und gehe mit zwei Kolleg*innen und Hund in eine Sandwichbar um die Ecke. Wir holen uns etwas to go und setzen uns damit dann in die Büroküche. Für mich gibt es ein warmes Panino mit Tomate und Mozzarella und dann ein Apfel-Zimt-Dings.

Wir nutzen die Stunde voll aus und reden erst über Arbeit und dann über Wohnungseinrichtung und Familien. Dann geht es zurück ins Großraumbüro, wo die Arbeit nicht abreißt.

15 Uhr habe ich ein Meeting mit Dortmund und London (es stehen große Dinge an), direkt im Anschluss eins mit Nordengland, Südengland und Paris. Dann nochmal kurz zurück ins Großraumbüro und kurz vor 16:30 dann wieder in einen Meetingraum – ich bin für das technische Hosten eines globalen Calls zuständig. Als der vorbei ist, rufe ich den Liebsten zurück, der zwischendurch angerufen hatte um quasi live von anderen großen Dingen – der Verleihung eines – Bundesverdienstkreuzes am Bande zu berichten (nicht an ihn, aber sehr nahe dran). Alles sehr aufregend!

Ich gehe dann zurück an meinen Großraumbüro und arbeite noch bis kurz nach 18 Uhr weiter Sachen ab, während um mich herum allgemeine Aufbruchstimmung herrscht. Am Ende schreibe ich noch mit der Kollegin und Freundin in Frankreich, die mir mit meinem Verständnis eines niederländischen Textes helfen kann. Dann ist auch für mich irgendwann Feierabend und ich nehme die U-Bahn zum Yoga.

Das findet heute wieder zu viert in einem kleinen Raum statt, ist dafür aber mal wieder genau in der richtigen Intensität für mich. Hinterher halte ich noch ein längeres Schwätzchen mit der Yoga-Lehrerin und dann verlasse ich kurz vor 9 die Physiotherapiepraxis und laufe die halbe Stunde nach Hause. Zwischendurch schreibe ich mit meiner Familie und mein Bruder kommentiert trocken, dass die Unterschrift von Frank-Walter Steinmeier wie die einer Grundschullehrerin aussieht – da ist was dran.

Zuhause mache ich mir den Rest Gnocchi warm und telefoniere nochmal in Ruhe mit dem Liebsten. Dann tausche ich mich mit einer Freundin über Polster aus. Nach dem Essen geht es in die Badewanne und dann gegen 23 Uhr ins Bett. Halb 12 mache ich das Licht aus. Reicht für heute.

15.04.2024 – Verquerer Montag und Topinambur-Gnocchi

Dieser Montag geht irgendwie anders als andere Montage, ich kann es gar nicht richtig greifen. Es fängt schonmal damit an, dass ich ziemlich gut ausgeschlafen bin, es dann aber dauert, bis ich mir den nötigen Ruck geben kann, auch wirklich aufzustehen. Trotzdem sitze ich noch vor 9 am Schreibtisch, mit Müsli und Tee, und bin produktiv. Irgendwer hat da an der Werkseinstellung gedreht. Dann kommt dazu, dass keines meiner heutigen regulären Meetings auch regulär stattfindet, zwei werden wegen Krankheit verschoben, eins wegen Busyness auf der anderen Seite, genau deswegen fällt auch ein anderes, zwar nicht reguläres, aber immerhin schon länger geplantes aus. Statt vier geplanter Meetings habe ich dann ein ungeplantes, das auch noch zusätzliche Arbeit nach sich zieht. Routine ist anders.

Mittags gehe ich ins Draußen und in zwei Supermärkte, um ein paar Dinge zu holen, die dringend benötigt werden und einen Ricotta für ein Rezept, das mir für heute Abend in den Weg gesprungen ist. Auch der zweite Supermarkt hat keinen Ricotta, also sattle ich dann spontan auf Frischkäse um. Zum Mittagessen gibt es dann Stullen und cruditées, wie man anderen Gegenden hip sagt.

Am Nachmittag weiter leicht merkwürdiges Arbeiten – ich erledige lauter Jobs für andere, die nicht da sind. Nebenbei begleite ich den Liebsten emotional, der mal wieder Abenteuer mit der Bahn erlebt. Der Feierabend um 18 Uhr kommt dann erstaunlich schnell, ich habe aber weiterhin das Diensthandy am Start, weil ich noch auf Rückmeldungen warte, die schnelles Handeln erforderlich machen. Die kommen dann aber nicht. Währenddessen hauselfe ich wieder ein wenig – Staubsaugen und Müll runterbringen steht auf dem Plan. Ich überlege noch, einen Spaziergang dranzuhängen, aber als ich den Müll wegbringe droht das saftige Grün gerade noch viel saftiger zu werden und ich gehe schnell und rechtzeitig vor Gewitter und Hagel wieder rein.

Reinstes Aprilwetter also, passt ja ausnahmsweise zum Kalender. Nach einer kurzen Verschnaufpause stelle ich mich dann in die Küche und koche nach diesem Rezept Topinambur-Gnocchi mit einer Knoblauch-Salbei-Butter. Der letzte Topinambur von der Hasenmama muss endlich verbraucht werden, den Salbei habe ich ja jetzt wieder frisch vom Balkon und den Rest eh immer da. Statt dem Ricotta gibt es wie gesagt Frischkäse, was auch erstaunlich gut schmeckt, mit Ricotta stelle ich es mir aber noch raffinierter vor. Einzig die Konsistenz des Teiges kriege ich nicht so hin, dass man ihn in Gnocchi-Form bringen könnte, stattdessen steche ich mit einem Löffel Nocken (höhö) ab, das funktioniert auch erstaunlich gut.

Der ganze Prozess dauert dann eine gute Stunde, dafür habe ich eine gute Portion für heute und noch eine weitere für die nächsten Tage. Ich schlemme im Bett und gucke nebenbei auf TikTok rum. Für Lesen bin ich heute zu kaputt. Stattdessen mache ich mich dann schon kurz nach 10 bettfertig und schlafe extrem schnell ein.

14.04.2024 – Sonntagsruhe und Date Night

Es ist Sonntag und die Verpflichtungen sind rar. Ganz grundsätzlich bin ich mit dem Liebsten verabredet, aber wir sind schon gestern Abend einstimmig übereingekommen, dass das doch keine Frühstücksverabredung wird, sondern wir dann im Laufe des Tages gucken, wie und wonach uns ist. Von daher bleibe ich nach gutem Nachtschlaf (unterbrochen wieder von Nimbin, dem gegen halb 7 kurz langweilig ist), einfach im Bett liegen. Internet leer lesen, Bloggen, Telefonat mit dem Liebsten. Wir einigen uns auf gemeinsames Ausgehen am Abend und danach alle wieder zurück in ihre eigenen Wohnungen. Das ist mir sehr recht, nach dem vielen Unterwegssein der letzten Wochen möchte ich einfach nur wohnen und der Liebste bricht morgen Mittag eh schon wieder auf durch die halbe Republik.

Jetzt, wo ich weiß, dass ich erst abends rausmuss, richte ich mich so richtig im Bett ein. Es gibt noch schnell Frühstück für die Katzen und mich und ich stelle eine Waschmaschine an, dann liege ich und lese in aller Ruhe mein Buch aus. Ich bin hin und her gerissen, mag vieles daran sehr (das Kind, den Hund, die Nerdigkeit – sehe nur ich die Anleihen bei Irving, dazu noch das Waisenhaus und die alleinstehende Mutter, oder sind die gewollt?), aber neben dem, dass es unrealistisch ist (das Kind, der Hund, der Erfolg der Nerdigkeit im Fernsehen der 60er Jahre) ist es auch sehr on the nose was Feminismus und allgemeine wokeness angeht. Alles ein bisschen zu sehr gewollt, zu sehr forciert, zu sehr aus der Sicht 60 Jahre später geschrieben, neben den vielen schrecklichen Dingen auch ein bisschen zu schön, um wahr zu sein. Bin gespannt, was der Firmen-Buchclub dazu sagt.

Rosengelee auf Erdnussmus, Nudossi, Mispeln, Apfel, Sencha

Als das Buch aus ist, beschäftige ich mich kurz mit Dringlichem – Wäsche abnehmen und zusammenlegen, gewaschene Wäsche aufhängen, Spülmaschine aus- und einräumen, Katzenklos durchsieben… Und habe dann immer noch ausreichend Zeit. Also lege ich mich wieder ins Bett und schaue einen Film – The Zone of Interest – und der ist wirklich so gut, wie alle sagen, aus genau diesen Gründen. Puh.

Ich beschließe dann, früher aufzustehen als ich müsste und noch ein bisschen draußen zu spazieren – das Schrittziel, ihr versteht. Also werfe ich mich in Schale und gehe zur S-Bahn, die mich bis zum Ostkreuz bringt. Von hier aus spaziere ich eine knappe Stunde bis zum Restaurant, wo ich den Liebsten treffe.

Auf der Modersohnbrücke treffen sich Menschen weit vor Sonnenuntergang und gucken auf die Gleise. Verstehe das Konzept nicht. Aber Brückensitzen ist halt so ein Ding in Berlin, ich präferiere aber Brücken über Wasser.
Quod erat demonstrandum

Wir treffen uns heute in einem österreichischen Lokal, in dem ich früher öfter wegen des Kaiserschmarrns war, der Liebste zum Trinken und Doppelkopf spielen, als er noch um die Ecke wohnte. Heute kommen wir, um ganz ernsthaft und gut zu speisen.

Gerösteter Blumenkohl auf Kräutern, Ei und Kapern / Limonade mit weißem Pfirsich und Lavendel
Frittatensuppe
Panierte Portobello-Pilze mit Erdäpfel-Vogerlsalat, Dip und Preiselbeeren
Wiener Schnitzel mit Röstkartoffeln und Preiselbeeren / Helles vom Fass
Marillenknödel mit Bröselbutter

Wir schmausen und erzählen – nachdem es morgens beim Telefonieren schon um Iran und Hitler ging abends dann leichtere Themen – Linguistik, Writing Prompts, Planung der nächsten Tage… Vor zwei Tagen hatten wir viereinhalbjähriges Jubiläum, das kann hier also als Festessen durchgehen. Der Liebste lädt großzügig ein, vielen Dank dafür! Nach dem Essen verabschieden wir uns und gehen in verschiedenen Richtungen zur U-Bahn, die hier alle vier Minuten über unseren Köpfen rattert – mit Grüßen an Element of Crime!

Den Rückweg bestreite ich mit U-Bahn, S-Bahn und S-Bahn und kurz vor Zuhause sind die 10.000 Schritte voll. Ich putze mir die Zähne und liege kurz vor 10 wieder in meinem Bett, von Katzen umgeben, und fange das nächste Buch an, bis mir eine Stunde später die Augen zufallen.

13.04.2024 – Ein gut genutzter Samstag

Eigentlich ja Sonnabend, aber irgendwie verwestlicht meine Sprache zusehends – es passt aber hier auch von Rhythmus und Klang irgendwie schöner, weiß nicht warum. Nach einer frühen Weckung durch das Katertier schlafe ich nochmal ein bisschen weiter, so dass es am Ende auf jeden Fall reicht, und verbringe dann den Morgen trotz vergleichsweise frühen Plänen gemütlich im Bett. Irgendwann heißt es dann Aufstehen, Katzen füttern, Pflanzen gießen, eine Banane frühstücken und mit dem Liebsten telefonieren und kurz nach halb 10 bin ich auch schon aus dem Haus. Ich habe mir einen AquaFitness-Kurs gebucht. Für 10:30, was ich eigentlich für unvernünftig früh halte am Wochenende, aber so geht sich das alles aus – nach hinten raus.

In diesem Fitnessstudio war ich schon länger nicht mehr, weil die Kurszeiten nicht passten und der Wellnessbereich gebaut wurde. Neu ist, dass man eine Plastikkarte hinterlegen muss, um eine Spindkarte zu bekommen – aber keine Bankkarte und auch keinen Ausweis. Ich überlege ein Weilchen hin und her und entscheide mich dann für die PayBack-Karte, mit der ich Flugmeilen sammle. Merkwürdiges System, aber gut. Nicht neu ist der Pool, der deutlich größer ist als der in Südberlin, dafür aber von viel mehr Menschen eingesehen wird. Neu ist auch die Trainerin, die sehr gut ist und das Wasser und die Poolnudeln sehr sinnvoll als Trainingselemente einsetzt. Ich sitze das erste Mal in meinem Leben auf einer Poolnudel und kann mich im Wasser zurücklehnen. Neu sind dann auch Teile des Wellnessbereichs. Ich gehe erst ins Dampfbad und fühle mich sehr römisch, dann lese ich ein Kapitel im Ruhebereich. Dann Biosauna (alt), dann ein Kapitel im Ruhebereich. Dann finnische Sauna (neu: Es gibt jetzt zwei) und noch ein Kapitel im Ruhebereich.

Um 13:00 gehe ich final unter die Dusche und ziehe mich dann wieder an und gehe ins Draußen, 13:30 bin ich mit einer Freundin zum Frühstücken verabredet. Wir sitzen draußen in der Sonne und es ist gar nicht schlimm, dass ich meine Haare nicht zu Ende geföhnt habe.

Hüben wie drüben: Croque Mademoiselle mit Käse, Ei und Pilzen. Hier Rosmarin-Rhabarber-Limo, dort Maracujaschorle

Zum Nachtisch gibt es dann noch einen baskischen Käsekuchen mit Erdbeer-Rhabarber-Kompott, der wirklich umwerfend gut und fluffig ist. In Spanien habe ich den so nicht bekommen!

Vollgefuttert laufen wir an die Spree und setzen uns dort noch eine Weile hin und gucken aufs Wasser. Es ist ein typischer Berliner Frühsommertag Anfang April.

Gegen 16:00 wird es Zeit aufzubrechen, denn ich bin noch mit meinen Eltern und ihren Freund*innen verabredet, die von ihrem Trip in die Oberlausitz zurück sind. Ich fahre drei Stationen S-Bahn und laufe dann wieder an der Spree entlang. Mama hat Cranberry-Schokoladen-Scones gemacht und dazu gibt es Kräutertee aus dem Garten einer anderen Freundin.

Am frühen Abend breche ich auch dort auf und fahre mit U-Bahn und Tram zurück in den Pberg. Erst gibt es Radler und Buch auf dem Balkon, bis es dort gegen 20 Uhr zu kalt wird, dann wechsle ich aufs Sofa. Abendbrot brauche ich nach dem Geschlemme heute keins mehr, dafür nicke ich zwischendurch beim Lesen schonmal ein. Kurz vor 10 telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, gegen halb 11 wechsle ich ins Bett, gegen 11 gebe ich das Lesen für heute auf und schlafe ein. 15.700 Schritte.

12.04.2024 – Sprech- und sprachenlastiger Tag

Anderswo wird heute #12v12 mit zwölf Fotos am Zwölften zelebriert, ich hingegen könnte es durchaus auf zwölf Meetings heute bringen – naja, fast. Zwei Drittel Zielerreichung, wobei, Ziel impliziert ja, dass man etwas erreichen m ö c h t e. Anyway… Von Anfang an:

Ich erwache zehn Minuten vor dem Weckerklingeln, das heute schon um 6:30 ist, weil das Teilzeitkind ja immer noch in die Schule muss (Das bleibt noch eine Weile, es geht ja gerade erst dem Ende der vierten Klasse entgegen.) Dafür habe ich durchgeschlafen, das ist ja auch nett, und muss selbst erst viel später aufstehen. Es gibt also Kaffee und Lesen und Bloggen im Bett, bis der Liebste irgendwann an den Schreibtisch muss (vorher haben wir beide schon liegend auf dem Handy E-Mails gecheckt und erste Arbeitsdinge erledigt), dann stehe ich auch auf, richte mir meinen Sofa-Arbeitsplatz ein und mache mir Frühstück – Müsli mit Milch und Mispeln.

Um 9:30 dann Meeting 1 – mit Mailand. Es ist eine Art Kennenlernmeeting und dauert dadurch länger als die angesetzte Zeit, auch weil wir zur Verständigung Italienisch und Englisch brauchen und mein Italienisch nicht so schnell ist, ebenso wie das Englisch des Gegenübers. Aber immerhin verstehen wir uns gegenseitig ziemlich gut, nur das Sprechen… Wir überziehen jedenfalls gründlich, was sich dann auch auf alle folgenden Meetings auswirkt. Meeting 2 ist mit Ostfriesland, das ist sprachlich weniger herausfordernd. Durch die Verzögerung entfällt allerdings die eigentlich eingeplante Meetingpause danach. Dafür geht es direkt weiter mit Meeting 3 – Prenzlauer Berg, Lichtenberg und Moabit, auf Deutsch und Englisch. Im Anschluss ohne Pause Meeting 4, mit Südengland und komplett auf Englisch. Dann ist wieder eine Meetingpause eingeplant, was dafür sorgt, dass ich wieder in den normalen Rhythmus komme, durchatmen kann und die inzwischen angelaufenen E-Mails sichten kann. Aber nur kurz denn dann ist Meeting 5 da – Ostfriesland, Lichtenberg, Moabit und noch irgendwo in Berlin – diesmal alles auf Deutsch und wieder kurz überziehend, aber danach ist ja erstmal Mittagspause.

Ich mache mir den Rest Pommes mit Guacamole von gestern warm und esse ihn beim Liebsten im Bett liegend, während er schon wieder am Arbeiten ist – er hatte vorher schon Pause machen müssen, um etwas im Draußen zu erledigen. Ich pausiere keine volle Stunde, denn die To-Do-Liste ist noch lang. Ein paar Kleinigkeiten kann ich noch erledigen, bevor um 14 Uhr Meeting 6 losgeht – mit Prenzlauer Berg und auf Englisch. Direkt im Anschluss Meeting 7 – mit Paris und auch auf Englisch. Dann ist es 15 Uhr. Ich atme ich einmal tief durch, schreibe alles auf, was ich im Ergebnis all dieser Meetings noch machen muss und rufe dann nochmal in Lichtenberg an – Meeting 8 sozusagen. Als das vorbei ist, hat der Liebste schon Feierabend – er arbeitet nach Tarifvertrag und weniger als 40 Stunden pro Woche. Er legt sich zu mir aufs Sofa, während ich im Akkord alles abarbeite, was heute noch ansteht – einiges muss ich auf Montag verschieben, weil es so spät am Freitagnachmittag einfach nichts mehr bringt, eine Sache vergesse ich – die werde ich mir später noch für Montag einplanen.

Um 17 Uhr fahre ich meinen Laptop runter, mein Kopf ist Brei. Kurz Atmen und dann packe ich meine Sachen zusammen. Der Liebste und ich besprechen die Pläne fürs Wochenende und dann bringt er mich zur Bahn. Auf dem Heimweg mache ich Kreuzworträtsel und werde sehr müde. Keine 10.000 Schritte heute, ich will einfach nur nach Hause. Dort angekommen gibt es Abendbrot für die Katzen und ein Feierabendgetränk für mich – alkoholfreie Sangria sozusagen mit Wasser, Erdbeersirup, Orangen und Zitronen. Damit und mit meinem Buch setze ich mich auf den Balkon, wo es auch nach 18:30 noch warm genug ist.

Vorm Lesen mache ich noch Italienisch und Tschechisch. Dann ein paar Seiten im Buch, bis es zu kalt wird und ich aufs Sofa wechsle. Vorher mache ich mir noch einen Schnittchenteller zum Abendbrot.

Dann gibt es die letzten beiden Folgen LOL für diese Staffel (insgesamt unterwältigend diesmal, Olaf Schubert klares Highlight) und hinterher den wirklich guten Film „C‘è ancora domani“. Läuft grad auch in den Kinos (mit Untertiteln oder synchronisiert?), ich schaue aber die italienische Originalfassung aus dem letzten Jahr, wie der Mitbewohner letztes Wochenende. Der Film ist komplett im römischen Dialekt, was es nochmal schwieriger macht. Das Wichtigste bekomme ich mit, aber einige Details erst beim späteren Nachlesen. Ich denke mir es hilft, dass die mamma von Il Professore Römerin ist (der papà spricht Neapolitanisch, was mir auch schon Vorteile verschafft hat).

Nach dem Film ist es schon deutlich nach 10. Ich mache mich bettfertig und lese dann noch bis kurz vor 11 im Bett weiter, bis mich die Müdigkeit übermannt.

11.04.2024 – Nach der Arbeit in den Wald

Nicht so ganz toll, dass ich um 5 eine (unabsichtliche? Man weiß es nicht) Katzenpfote im Gesicht habe, denn nach dem Klogang habe ich Mühe, wieder einzuschlafen und gebe es gegen 6 dann ganz auf, weil um 7 eh schon der Wecker klingelt. Stattdessen gibt es dann also eine Tasse weißen Tee und die übliche Morgenlektüre mit anschließendem Bloggen und ausführlicher Sprach-App-Bedienung. Duolingo steht seit dem Wochenende wieder auf Italienisch, da ich ja aus Spanien zurück bin, und nach den Tagesaufgaben habe ich noch zwei Herzen für Tschechisch übrig, denn die nächste Auslandsreise geht nach Prag. In Babbel schaffe ich auch, einen Berg an liegengebliebenen Italienischwiederholungen abzutragen – so ist die zusätzliche Zeit zumindest gut genutzt.

Ab dem Aufstehen wird es kurz ein wenig hektisch, weil ich so vieles im Kopf habe, das berücksichtigt werden muss. Neben Duschen und Anziehen muss ich einen Rucksack packen für:

  • Den Vormittag im Büro inkl. Frühstück und Klebeband und Schere für eine Spezialoperation
  • Den heutigen After-Work-Auftrag
  • Eine Übernachtung
  • Das Wiedersehen mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind inkl. Mitbringsel aus Spanien

Außerdem Katzen füttern, die neue Balkonbepflanzung ausgiebig gießen, noch einen weißen Tee machen und in den Thermobecher für unterwegs gießen und nebenbei mit dem Liebsten telefonieren. Uff.

Dann geht es mit Tram und U-Bahn ins Büro und zwar so früh wie präpandemisch oft, also mit völlig überfüllten Bahnen und Bahnsteigen, wie ich das nicht vermisst habe! Besonders in der U-Bahn ist es ölsardinenhaft – plus eine Gruppe von Tourist*innen, die das anstrengend, aber witzig finden und unbedingt Fotos machen müssen und damit den kompletten Rush-Hour-Verkehr behindern und noch anstrengender machen. Ich bin sehr froh, als ich aussteigen kann und mit vielen anderen unser Bürogebäude betrete. Das ist so weitläufig, dass ich nach kurzer Zeit wieder völlig allein bin – auch, als ich unsere Räumlichkeiten betrete. Es ist auch erst kurz vor 9.

Ich baue meinen Laptop auf, frühstücke und checke E-Mails. Dann drucke ich Dinge aus – und weil ich müde und schludrig bin, tue ich das insgesamt dreimal. Macht drei Gewaltmärsche bis zum Drucker und hohe Wahrscheinlichkeit für Muskelschmerzen/Sehenscheidenentzündungen vom Öffnen der vielen Zwischentüren. Der Schrittzähler freut sich. Das anschließende Telefonat mit einem Kollegen nutze ich für Schneidarbeiten und nach dem Telefonat laufe ich durch die Gegend und klebe Sachen an Wände und Türen. Auch erledigt.

Danach unterhalte ich mich länger mit einem anwesenden Kollegen über die Ereignisse der Woche, bevor ich mich der Arbeit an einem neuen Projekt widme – zunächst Recherchen. Um 13 Uhr dann das Jahresrückblicksgespräch mit meiner Chefin, bei dem wir die angesetzte Stunde mal wieder ordentlich überziehen. Ein gutes Gespräch mit vielen neuen Impulsen und einer für mich überraschenden Erkenntnis im Bezug auf Eigen- und Fremdwahrnehmung. Sie spiegelt mir, dass ich in Meetings mit mehreren Menschen immer komplett ruhig und abgeklärt wirke und sie dann manchmal total überrascht ist, wenn ich im 1:1-Gespräch sage, wie gestresst ich gerade bin. Dass ich total ruhig wirke habe ich schon öfter gehört und ich verzeichne das auch als etwas sehr Positives. Muss nur noch ergründen, woran es liegt – evtl. daran, dass ich bei vielen Meetings eine Katze auf dem Schoß habe? Unsere Teammeetings liegen auch normalerweise ganz am Ende des Arbeitstages, vielleicht bin ich da auch einfach ausgepowert. Muss mal die Leute fragen, mit denen ich eher morgens Meetings habe. Jedenfalls da mal weiter drüber nachdenken – und nebenbei gucken, wie die Chefin und ich da besser kommunizieren können, damit sie mich besser einschätzen kann.

Nach dem Meeting wird es schon wieder hektisch, denn ich muss meinen Krempel zusammenpacken und mit U- und S-Bahn nach Südberlin fahren und mir irgendwie Mittagessen organisieren, bevor mein nächstes Meeting beginnt. Nach kurzem Check-in mit dem Liebsten bestelle ich mir noch aus der Bahn einen Burger und Pommes mit Guacamole zu ihm nach Hause. Außerdem verschiebe ich von da noch das nächste Meeting doch auf morgen früh, da es zeitlich durch das vorherige Überziehen einfach nicht hinhaut. Das gibt mir dann genügend Zeit, um mich am Schreibtisch des Liebsten einzurichten und dann erst mein Essen und dann das Teilzeitkind in Empfang zu nehmen, bevor das nächste Meeting losgeht.

Bei dem muss ich dann einfach essen – es ist schon 15:30 – aber die beiden Kolleginnen in Madrid und Chicago haben Verständnis. Um 16 Uhr dann das letzte – globale – Meeting des Tages, das eine Stunde lang geht. Punkt 17 Uhr klappe ich den Laptop zu, packe Buch, Wasser und Portemonnaie in eine Tasche und treibe das Kind an, sich fertig zu machen, denn wir müssen los. Wir laufen zum Bus und fahren zusammen weiter gen Westen. Das Kindelein bekommt ein Franzbrötchen spendiert und geht dann zu seinem Schwimmkurs. Da das Wetter gut ist, lasse ich das Buch Buch sein und vertreibe mir die Wartezeit mit einem Spaziergang durch den Wald zum See.

Das dauert in gemütlichem Tempo fast genau die Stunde, die der Schwimmkurs geht. Ich nehme ein nasshaariges Kind wieder in Empfang und dann fahren wir mit U-Bahn und Bus zurück nach Hause, wo uns der Liebste erwartet, der in der Zwischenzeit von seiner Dienstreise zurückgekehrt ist, eingekauft hat und Abendbrot gemacht hat. Ein Wiedersehen nach drei Wochen (für das Teilzeitkind waren es nur drei Tage, aber es freut sich ebenso). Wir essen tortellini in brodo und erzählen uns von unserem Tag. Nach dem Essen chillen alle in ihren Zimmern (also ich mit in dem des Liebsten), bis es Zeit für das Kindelein wird, ins Bett zu gehen. Wir haben dann auch nicht mehr viel vor und gegen 23 Uhr geht auch bei uns das Licht aus. 18.188 Schritte sagt der Zähler.

10.04.2024 – Plötzlich wieder April

Gestern waren es noch 26 Grad, heute dann nur noch 14, es geht also mit Jeans und Hoodie und Tee an den Schreibtisch, der Balkonarbeitsplatz kann mich heute definitiv nicht locken. Auf Mastodon ging es zuletzt viel um das verfrühte Erblühen der Vegetation, jetzt scheint es eine kurze Rückbesinnung auf den Kalender zu geben – was natürlich nicht bedeutet, dass die Blüten sich wieder einschrumpeln.

Auch die Arbeit hält sich nicht an den Kalender. Eigentlich ist heute meetingfreier Mittwoch, trotzdem habe ich insgesamt sechs davon. Eins mit Paris, Mailand, Madrid (ja wirklich!) und Ostfriesland, eins mit Ostfriesland, Nürnberg, Lichtenberg und Charlottenburg, zwei globale nur zum Zuhören, eins ganz kurzes mit Mailand und dann nochmal eins mittelkurzes mit Paris kurz vor Feierabend. Dazwischen bleibt dann gar nicht so viel Zeit für die eigentliche Arbeit, ich schaffe nur ein paar Kleinigkeiten hier und da und erledige Dinge von meiner To-Do-Liste, die eben keine größeren Denkanstrengungen benötigen. Es ist ein Tag der kleinen Gesten – Überraschungen vorbereiten, Eid-al-fitr-Wünsche versenden, sich nach Befinden erkundigen…

Die Mittagspause muss durch die Lage der Meetings auch kurz ausfallen, ich bringe nur schnell etwas Müll herunter und mache mir Käsestullen und Apfel. Nach Feierabend geht es dann aber nochmal so richtig in die Vollen.

Erst absolviere ich endlich die dritte Session im Sportprogramm für Vielsitzende. Erst war ich kränklich gewesen, dann haute es terminlich nicht hin und in Spanien hatte ich schlicht nicht die richtigen Gegebenheiten – in Valencia wollte ich, aber auf Fliesenboden turnt es sich schlecht. Heute aber dann endlich, mit meiner Yogamatte als Unterlage. Und dann zähle ich nochmal nach: Ich habe noch drei Wochen Slacken gut, bis zu meinem Geburtstag muss ich die zehn Einheiten absolviert haben, damit ich mein Geld zurückbekomme, das sollte schaffbar sein.

Nach dem Sport geht es raus in die Stadtnatur – das Schrittziel ist heute noch weit entfernt. Ich laufe eine Stunde draußen herum – durch die Hinterhofgärten, die schon verblühte Magnolienstraße, am Kiezteich entlang, unter Kirschblüten hindurch, durch den Park, weiter unter Bäumen, über den Spielplatz und wieder zurück. Ganz am Ende wähle ich mich nebenbei schon in das Webinar vom Adulting-Projekt ein, das um 20 Uhr startet, als ich gerade wieder die Treppen hochlaufe. Ich höre zu und absolviere meinen Redeanteil dann, während ich mir Abendbrot mache – die erste Pasta seit 26 Tagen laut den Fotos in meinem Handy. Was zwei Wochen Spanien so mit einem machen. Schlimm.

Die Pasta gibt es sommerlich, als lauwarmen Nudelsalat mit Avocado, getrockneten Tomaten, eingelegten Zucchini und Parmesan, dazu eine Feierabendlimo.

Wegen technischer Schwierigkeiten endet das Webinar heute früher, so dass ich nochmal ausführlich mit dem Liebsten telefonieren und dann die Daily Show von Montag nachgucken kann, bevor es Zeit wird, ins Bett zu gehen und nochmal so 20 Seiten zu lesen. Gegen 23 Uhr mache ich das Licht aus.