Hostelsuche in Rostock – Einheimische vs. Touristin vs. Berlinerin

Ostern soll es nach Rostock gehen, seit langer Zeit mal wieder. Inzwischen sind schon so viele meiner Freunde dort weggezogen (nach dem Studium beschränken sich die beruflichen Möglichkeiten im geisteswissenschaftlichen Bereich schon sehr), dass es langsam eng wird, wenn man irgendwo kostenlos sein Haupt betten will. Wer noch in Rostock wohnt, hat meistens eine sehr kleine Wohnung oder WG und wenn man dort dann zu zweit (und auch noch als Paar) anrückt, dann wird es schon schwierig.

Deswegen habe ich mir heute Mal die Option angesehen, stattdessen in ein Hostel zu gehen. Mit Hostels habe ich seit Spanien im letzten und Australien in diesem Jahr sehr gute Erfahrungen gemacht und es ist immernoch cooler billiger, als ins Hotel zu gehen (zu Ostern! an der Ostsee!).

Witzig ist, dass ich diese Hostelsuche eben nicht als Touristin in einer fremden Stadt erledige, sondern quasi als Einheimische. Gibt man “hostel” und “rostock” bei Google Maps ein, sieht man schnell, dass sich die meisten Treffer im Zentrum der Stadt befinden – logisch und für den Touristen eine Supersache. Ich als Exil-Rostockerin denke dabei nur: Ui, das ist ja alles total weit vom Schuss.

Was ich weiß, und die Touristen nicht, ist dass das Leben der Stadt (kulturell, szenig, alternativ) sich eben nicht (oder nur zu einem sehr geringen Teil) in der Innenstadt abspielt, sondern in der KTV und die ist, wie der Name schon sagt, eben nicht im geographischen Zentrum, der Innenstadt oder Altstadt, sondern DAVOR, in diesem Fall westlich davon. Da will man hin, als Rostocker. Dort werden wir abends ausgehen, dort werden wir morgens frühstücken, da will ich dem Mann alles zeigen. (Ja ok, die Touri-Attraktionen wird er auch zu sehen bekommen.)

Die Rostockerin in mir findet also nur zwei der Hostels wirklich akzeptabel, beide unweit von ehemaligen Wohnungen von mir. Die anderen sind ja viel zu weit weg, da läuft man ja ewig, um irgendwohin zu kommen, denkt sie sich. Und dann klopft die Berlinerin in mir an und sagt: Wie, ewig? Ne Viertelstunde läuft man da. Das ist doch direkt um die Ecke, das is ja wie von zuhause bis zum Alex. Was willst Du denn bitte?

Ach Rostock, ich bin Dir entwachsen 😦 Zumindest was die Entfernungen angeht. Also gut, sollte es ein Hostel werden, wird nicht die Lage das entscheidenen Kriterium sein. Man wird ja erwachsen.

Sind Blogs jetzt doch tot?

Habe ich das Bloggen gerade in dem Moment wieder intensiviert, wo es irgendwie doch zu Ende geht? Dass das Leistungsschutzrecht trotz mangelndem Sinn, uneindeutiger Rechtslage und dem Zurückrudern ehemaliger Befürworter verabschiedet wurde – obwohl auf Twitter und diversen “einschlägigen” Blogs gewarnt, gewettert,informiert und protestiert wurde, macht nachdenklich. Unter anderem Sascha Lobo und mspr0 scheinen reichlich desillusioniert, über die Möglichkeiten, die Reichweite und die Relevanz von Blogs. Ein wenig aufmunternd schreibt hingegen und Stijlroyal, aber eher was die Zukunft des Internets angeht, nicht unbedingt die der Blogs.

Wo die Blogs allerdings immernoch stark sind, das ist wohl die Gegend des deutschsprachigen Internets, die als Kleinbloggersdorf bekannt ist – private Blogs, Tagebuchblogs, Mamablogs, Nähblogs, Kochblogs und Co. Da floriert es, das Bloggeschäft, aber da sind Blogs eben auch unpolitisch. Und beschaulich, wie der Name klingt, ist es auch in Kleinbloggersdorf nicht, siehe Frau… äh… Mutti. Da ist es wie überall im Internet, egal ob Blogs, Facebook oder – ganz schlimm – Spiegel Online: Kommentare lesen auf eigene Gefahr, im Idealfall lässt man es ganz (oder hat gar keine, so wie ich).

Einordnen möchte ich mich selbst am liebsten gar nicht, hier ein Prise Kochblog, da ein wenig Tagebuch und zwischendurch gerne auch mal wieder etwas zur Gesamtsituation (z.B. dass man mich neuerdings als “zu extrem feministisch” betitelt – dazu irgendwann mehr). Ich versuche also den Spagat, ob er mir so gut gelingt, wie Anke Gröner oder Maximilian Buddenboom, möchte ich bezweifeln. So gut schreiben können, werde ich definitiv nie.

PS: Überhaupt, Herr Buddenbohm erzählt uns heut was von der Integration – unbedingt lesen, freuen und nachmachen!