13.02.2024 – Gar nicht so kleiner Dienstag

Irgendwann wache ich auf, weil Noosa schnarcht oder die Blase drückt, dann gehe ich aufs Klo, dann liege ich wieder, die Gedanken sind schon lange angesprungen – es ist kurz vor halb 6. Ich versuche zu lesen und dabei wieder einzuschlafen, aber nein, ich bleibe wach. Das hat zur Folge, dass ich dann wenigstens alles morgendliche erledigen kann (außer Italienisch und Spielen), ausführlich mit dem Liebsten telefoniere, die Katzen füttere und mir Frühstück mache, und dann trotzdem pünktlich um 9 am Laptop sitze.

Ich mache an der Stelle weiter, an der ich gestern Abend erschöpft aufgehört habe. Damit bin ich gut beschäftigt bis zum ersten Meeting um 11. Als das 12:30 zu Ende ist, beschließe ich, meine Mittagspause vorzuziehen und direkt nach Draußen in die Sonne zu gehen. Das hilft schon mal in punkto Energie und Stress veratmen. Habe dem Mitbewohner auch geraten, mittags rauszugehen, weil er immer so müde und antriebslos ist und wenn halt erst abends im Dunkeln draußen ist. Er meinte, dass er das nicht schafft, weil seine Mittagspause kaum reicht, um zu kochen und zu essen. Und abends vorkochen ginge nicht, weil er immer gleich alles aufessen würde, egal wie viel er kocht. So hat also jeder seine inneren Zwänge und Ausreden.

Ich spaziere bei strahlendem Sonnenschein, gebe Altkleider ab, bringe Pfanddosen zurück und kehre dann in der nächstgelegenen Handwerksbäckerei ein, um Pfannkuchen für mich und den Mitbewohner zu holen, immerhin ist heute Fasching. In der Nähe sind noch zwei weitere Bäckereien, bei denen bestimmt lange Schlangen stehen, weil sie beliebter sind, aber hier bin ich die einzige Kundin und werde mit so einer ausgesuchten Berliner Unfreundlichkeit bedient, dass es eine Freude ist.:

-„Hallo!“

-[Nicken]

-„Ich hätte gerne Pfannkuchen.“

-[Geht rüber zur Pfannkuchenauslage und nimmt sich schobmal Einwickelpapier]

-„Was haben Sie denn für Sorten?“

-„Die sind alle Pflaumenmus.“

-„Okay, dann nehme ich… zwei.“

-[Packt Pfannkuchen ein und legt sie auf die Theke] „Drei Euro“

-„Bitteschön! Tschüß!“

-[Wendet sich wortlos ab]

Ich laufe nach Hause und esse dann am Laptop meinen Pfannkuchen, während ich weiterarbeite, bis es plötzlich schon 14 Uhr ist und der Meetingmarathon am Nachmittag startet.

Erste Runde mit Berlin und Ostfriesland, die Fortsetzung von gestern, diesmal etwas kürzer als angesetzt. Dann kurz durchatmen, dann ist Paris dran. Kurz durchatmen, Madrid. Kurz durchatmen, Paris-Chicago-Südengland, also mein Team minus der Chefin, die ja Urlaub hat. Gegen Ende geht das Gespräch von Arbeitsdingen zu Musik über. 17 Uhr ist das Meeting vorbei, ich habe aber noch ernsthaft zu tun. Ich recherchiere und stelle Informationen in einer Präsentation zusammen. Nebenbei schicken wir uns im Teamchat Hip-Hop-artige Songs aus unseren jeweiligen Ländern. Ich steuere aus Deutschland „Nordisch by Nature“, „8000 Mark“ und „Wildberry Lillet“ bei.

Gegen 18:40 bin ich fertig mit der Präsentation und verabschiede mich auch im Teamchat. Ich füttere die Katzen, mache mir Stullen, ein vegetarisches Würstchen und Knabbergemüse und setze mich aufs Sofa. Erst Telefonat mit dem Liebsten, dann mit meinem ehemaligen Chef aus Toronto (von damals vor nunmehr fast 19 Jahren – oha), dann nochmal mit dem Liebsten. Danach packe ich das Paket von gestern aus. Der Sack Trockenfutter kommt erstmal zur Seite, interessant ist heute das neue Gimmick für die Katzen, dass ich mit Hilfe eines YouTube-Videos aufbaue (die mitgelieferte Anleitung mit schematischen Illustrationen blieb mir unverständlich)

Die Katzen schauen neugierig aber schüchtern auf den neuen Trinkbrunnen. Etwas später dann traut sich Nimbin ran und ist recht begeistert.

Ich verbringe den Rest des Abends auf der Couch. Fürs Lesen reicht die Muße nicht, aber mit Italienisch, TikTok und ein bisschen Spielen habe ich eine gute Zeit bis gegen 11. Dann schnell Katzenklo durchsieben, Zähne putzen und am ins Bett. Das Einschlafen geht heute sehr schnell.

12.12.2024 – Huiiiiiiiii

Meine Yogalehrerin hat mir mal, als sie noch meine Physiotherapeutin war, eine witzige „Übung“ beigebracht. Man soll sich bewusst machen, mit was für einer krassen Geschwindigkeit (global gesehen, pun intended), die Erde durchs Weltall rast. Und dann in diesem Bewusstsein einen Strecksprung machen und „Huiiiiiiii“ rufen. Das macht gute Laune und holt einen ein bisschen raus aus dem Trott und der Strecksprung hat bestimmt auch noch physische Vorteile. Aber dies nur am Rande.

Ich erwache vom Weckerklingeln und fühle mich erst einmal unglaublich müde. Viel Zeit habe ich dadurch nicht, Italienisch und Spielen muss ich auf später verschieben. Halb 10 sitze ich am Schreibtisch, mit Müsli und Flohsamen und Kräutertee. Ich beantworte schnell die dringendsten E-Mails und telefoniere dann mit dem Finanzamt, das eine Woche später noch keine wirklich detaillierteren Informationen für mich hat, außer, das irgendwelche Infos wohl nicht angekommen sind über Elster und wir die nochmal einreichen sollen. Also stelle ich nochmal alles zusammen und schicke es meinem Bruder, damit er es ausdrucken kann und wir das postalisch machen. Zum Glück sind das nur wenige Klicks und ein Anschreiben.

Dann widme ich mich dem Rest der E-Mails und dem Projektmanagement-Tool und einer Übersetzung und telefoniere erst mit Ostfriesland und dann mit Lichtenberg. Das dauert bis zum ersten Meeting halb 12 – mit dem neuen Büro. Das hat diese Woche sein Soft Opening und genau darüber informiere ich im Nachgang die Belegschaft. Dann kommt eine Benachrichtigung von DHL, dass ein Paket mir genau während der üblichen Mittagspausenzeit zugestellt werden soll. Also ziehe ich mich schnell an und gehe vorher nach Draußen. Schneller Einkauf im Supermarkt, mit Selbstzahlkasse statt Schlange, I love it. So brauche ich inklusive Hin- und Rückweg nur eine halbe Stunde. Hunger habe ich noch keinen, also setze ich mich wieder an den Laptop und mache weiter.

Ich lektoriere eine Übersetzung und meete dann spontan die Kollegin in Südengland, um zwei Punkte abzusprechen. Dabei stellen wir fest, dass wir einen Teil der Woche nur zu zweit im Team sein werden und das mal wieder ganz schön sportlich werden wird. Unsere Chefin hat eigentlich ab Morgen Urlaub, da ihr Kind Ferien hat, wird aber wohl oder übel trotzdem teilweise arbeiten müssen, wir wollen ihr aber so viel wie möglich echte Freizeit ermöglichen. Donnerstag beginnt der erste Urlaub des Kollegen in Chicago seit dem Sommer und ab Donnerstag Nachmittag hat die Kollegin in Paris frei, die gerade mitten im Umzug steckt und dann ihre alte Wohnung zur Übergabe fertig machen muss. Gut, dass ich letzte Woche krank war und nicht diese. Aber auch: Ich muss dann jetzt diese Woche gesund sein, auch wenn der Bauch noch rumort.

Während dieses Meetings klingelt es und der DHL-Bote kommt. Weil der Teenie (Oder inzwischen nicht mehr Teenie? Er fährt jedenfalls schon Auto) von oben drüber eilfertig nach unten läuft, um sein Paket zu holen, muss ich wohl oder übel hinterher, sonst dauert das alles ewig und ich habe ja die Kollegin virtuell da sitzen. An der Haustür nehmen wir unsere Pakete entgegen, aber immerhin trägt mir der Teenie dann mein schweres hoch (Trockenfutter und ein neues Katzen-Gimmick, erzähle ich, wenn ich die Muße zum Auspacken und Ausprobieren hatte) und ich ihm sein leichtes. Ich komme trotzdem außer Puste zurück ins Meeting, aber die Kollegin hatte auch jemanden an der Tür und so fügt sich dann alles wieder.

Dann geht es von diesem Meeting direkt ins Nächste – wieder Büro und dazu Ostfriesland. Wir reden konstruktiv, überziehen eine Viertelstunde und beschließen dann eine Vertagung auf ein weiteres Meeting morgen Nachmittag, weil zwei dringend los müssen. Ich nutze dann gegen 15 Uhr die Gelegenheit und mache mir den Rest Kartoffel-Möhren-Dings und zwei vegetarische Würstchen warm. Gegessen wird wieder am Laptop, es gibt genug zu tun. Ich schaue mir die Aufzeichnung eines Talks an, dem ich neulich nur beiläufig folgen konnte, und mache mir Notizen. Dann ist der Kollege in Ostfriesland vom Kita-Abholen zurück und wir sprechen nochmal eine halbe Stunde. Am Rande auch darüber, dass heute Rosenmontag ist und er als Düsseldorfer ja im Karnevalsexil. Letztes Jahr ist er von Potsdam nach Ostfriesland gefahren und wenigstens wird dort in der Kita auch am Rosenmontag gefeiert und nicht wie bei uns im Osten am Dienstag, wo doch da im Rheinland quasi immer schon alles vorbei ist. Da habe ich so noch nie drüber nachgedacht. Ich denke generell wenig über Karneval nach, bin aber damit aufgewachsen, dass Fasching immer am Dienstag ist und fand es dann merkwürdig, dass woanders so ein Brimborium gemacht wird und der Montag so wichtig sein soll. So schwimmen wir halt alle in unseren Blasen.

Von diesem Meeting geht es direkt weiter in eines mit Madrid, Chicago, Bristol und London. Auch hier wird überzogen, aber ich muss leider pünktlich raus in mein Team-Meeting um 17 Uhr. Das ist mal wieder pickepackevoll und wir müssen um 18 Uhr abbrechen, ohne alles durchgesprochen zu haben, weil da schon wieder das nächste Meeting ist, für drei von uns zumindest. Diesmal muss ich nur still zuhören und es ist sehr spannend. Ab 18:30 mache ich dann noch die dringendsten Nacharbeiten aus dem Team-Meeting und dann klappe ich irgendwann völlig fertig den Laptop zu und setze mich kurz zum Veratmen und mit dem Liebsten telefonieren auf die Couch. Ein Montag mit sieben Meetings, davon vier direkt back to back, zwei dienstlichen Telefonaten, einem DHL-Boten und dem Finanzamt.

Unter normalen Umständen würde ich jetzt einfach auf der Couch bleiben und irgendwann ins Bett wechseln, aber heute hat Mama Geburtstag und deswegen verlasse ich stattdessen kurz vor halb 8 die Wohnung und fahre mit Tram und U-Bahn nach Mitte, wo wir uns als vollständige Kernfamilie (passiert selten genug) in einem Restaurant treffen. Einen Tag, nachdem ich einem ähnlichen Plan in Südberlin eine Absage erteilt hatte, weil ich noch nicht fit genug und mein Magen zu empfindlich war. Skurril, aber Familie ist Familie.

Ich brüte dann auch lange über der Karte, bis ich ein für mich gangbares Menü (möglichst schonköstlich, möglichst histaminfrei) zusammengestellt habe. Ganz geht das nicht, mit Spinat zumindest muss ich leben. Die Alternativen wären noch fettiger und damit nicht schonköstlich gewesen – oder halt voller Histamin mit Tomaten, Parmesan usw. Während die Familie sich an apulischem Primitivo erfreut, trinke ich Ginger Ale und Wasser. Das Essen ist dann aber nicht nur schon-, sondern auch sonst köstlich:

Vitello tonnato und ein Malfatto
Wolfsbarschfilet an Zitronen-Kardamom-Sauce und Spinat
Mangoparfait mit Mangosauce und Beeren

Ich esse vorsichtig und kaue gut und hoffe, dass das alles irgendwie verträglich ist. Dabei unterhalten wir uns natürlich wie immer sehr gut und haben eine Menge Spaß und ich schaffe es zwischendurch, die Arbeit zu vergessen und den Fakt, dass es Montag ist und noch die ganze Woche vor mir liegt. Die Eltern erzählen ausführlich von ihrer Reise samt Vortrag in Rostock, von der sie gestern zurückgekommen sind, es gibt viel Neues von den verschiedenen Bekannten und Verwandten. Und am späteren Abend geht es dann nochmal tief in die Familiengeschichte, und die Berührungspunkte mit dem „Widerstand“ gegen das NS-Regime – über den Pfarrer, der seinen Ort zur Kapitulation vor den Sowjets überzeugt hat, die (Groß-)tante, die eine jüdische Familie versteckt hat und in Yad Vashem geehrt wird und meinen Uropa, der die Produktion kriegswichtiger Erzeugnisse sabotierte, ukrainischen Kriegsgefangenen zur Flucht verholfen hat und im Laufe seines Lebens Mitglied verschiedenster linker Gruppierungen war.

Kurz nach 22 Uhr verabschieden wir uns – ich laufe wieder zur Bahn, der Rest geht noch auf einen Absacker zurück zu den Eltern. Während ich auf die U-Bahn warte, google ich nochmal ein paar Bilder, um herauszufinden, ob der Mann am Nebentisch, von dem mein Bruder meinte, er hätte Bernd Lucke sein können, nicht eher Jan Fleischhauer oder doch Heiko Maas war. Vermutlich keiner der Drei, aber er sah allen dreien ähnlich und vielleicht gibt es ja noch einen anderen Promi, der uns einfach nicht eingefallen ist? Sowohl die U-Bahn als auch die Tram fahren nicht mehr so eng getaktet um diese Zeit, so dass ich fast eine Stunde bis nach Hause brauche. Immerhin kann ich so Italienisch nachholen und meinen Streak im Handyspiel sichern. Gegen halb 12 liege ich mit rumorendem Bauch im Bett, bis zum Einschlafen ist es wieder nach Mitternacht.

11.12.2024 – Hardcore-Erholung

Ich erwache gegen 9 nach ziemlich genau acht Stunden tiefen, ununterbrochenen Schlafes. Keine Katzen liegen im Bett. Eine schnarcht darunter und kommt sehr schnell hoch, als sie hört, dass ich wach bin. Der andere hat irgendwo außerhalb des Zimmers genächtigt und rührt sich erst, als ich Stunden später sein Frühstück vorbereite – dann aber unverzüglich. Schnell wird klar, dass ich mich heute weiter auskurieren und nicht nach Südberlin fahren werde, wo ein Ferienausstandsdinner beim Stammitaliener lockt. Verdauungsapparat says no. Das Wetter draußen ist trübe und zwingt auch nicht zum Aufstehen, also entscheide ich mich nochmal für einen kompletten Tag im Bett, in der Hoffnung, dann morgen wirklich wieder halbwegs fit zu sein.

Erst gegen 11 erinnert sich mein Körper, dass Frühstück eine gute Sache ist. Ich stehe also auf und koche mir zwei Eier für im Glas. Dazu gibt es Quarkbrote – eins mit Meerrettich und eins mit Erdbeer-Zimt-Aufstrich -, einen Apfel, Flohsamen und Früchtetee. Die Histamin-App rümpft die Nase über Meerrettich aus dem Glas und Erdbeeren, wird aber erst rot, als ich es wage, Kaviarcreme über die Eier zu geben. Allerdings hat die App nur so Lachsrogen, keinen Heringsrogen mit Dill, also wer weiß, wie ernst das zu nehmen ist. Überhaupt kriege ich schon wieder Pusteln bei dem Gedanken, das mit dem Histamin wirklich durchzuziehen und auf alles zu verzichten, was Spaß macht. Ich denke, das wird ein eher kurzes Experiment.

Der Tee mit Deckel übrigens, weil Nimbin gerne aus herumstehenden Teetassen trinkt

Mit viel Zeit und sonntäglicher Muße schaue ich heute zwei Oscar-nominierte Filme – „Maestro“ und „Nyad“. Beide hatte ich schon vor einer Weile angefangen und dann aufgegeben, weil ich einfach nicht die nötige Ruhe und Konzentrationsfähigkeit hatte. Heute gehen sie beide gut durch und runter. Statt danach noch weitere Oscar-Filme zu gucken (Der Ehrgeiz ist ein bisschen weg, seit ich mir nicht mehr die Oscar-Nacht um die Ohren schlage.), schaue ich mir hinterher noch die Aufzeichnung vom Adulting-Webinar von Mittwoch an, da war ich noch zu krank und wollte mich nicht damit beschäftigen.

Nebenbei spiele ich ziemlich viel, höre dabei auch 1-2 Podcasts. Ich telefoniere bestimmt fünfmal mit dem Liebsten, halte einen längeren Schwatz mit dem Mitbewohner in der Küche, packe Geburtstagsgeschenke ein und abends lege ich mich dann nochmal gemütlich in die Badewanne und widme mich der ausführlichen Körperpflege. Gegen halb 11 bin ich zurück im Bett. Rund wäre gewesen, dann noch zu lesen, aber irgendwie ist mir mehr nach TikTok und ich versinke bis gegen Mitternacht in einer Flut von Videos. Das Gute daran: Die machen Hunger. Zum frühen Abendbrot hatte es nochmal Kartoffeln und Möhren gegeben, aber so langsam möchte mein Körper scheinbar wieder richtig mitspielen im Essensgame. Das probieren wir dann wohl morgen aus, mal gucken, ob er das verträgt…

(Übrigens: Aus Spaß auch mal auf die Wage gestellt, abends und also völlig außer Wertung. Die knappe Woche Kranksein hat mich zwei Kilo abnehmen lassen. Mal schauen, ob das nachhaltig ist.)

10.02.2024 – Halb und halb

Gut durchgeschlafen heute Nacht, ich habe zwar bemerkt, als der Mitbewohner irgendwann nach Hause kam, bin aber nicht genug wach geworden, um auf die Uhr zu sehen, sondern direkt wieder eingeschlafen. Es war auf jeden Fall noch dunkel, denn als ich aufwache ist im Wohnzimmer das Licht an. Gemütlicher Morgen im Bett, mit einem Rest Grüntee und dann Früchtetee und mit dem Rest Chia-Wild-Berry-Porridge. Ich lese ausgiebig im Internet, mache Italienisch, telefoniere mit dem Liebsten, spiele, höre einen Podcast… Ich bin eine gute Kranke.

Irgendwann will ich aber heute auch nochmal vor die Tür und es gibt auch ein paar dringende Gründe dafür (einen wirklich dringenden, das Klopapier ist alle und es gibt hier ja immer noch kein Bidet in meiner Berliner Wohnung…). Also stehe ich dann gegen 14 Uhr auf und erwische damit genau das Zeitfenster, in dem es draußen Sonnenschein gibt (unglaublich warm ist es auch – zweistellige Temperaturen Anfang Februar). Ich werfe mich schnell in Jogginghose und Hoodie und trage nur „Übergangsjacke“ darüber – fast sowas wie eine Strickjacke eigentlich, von der Funktion her, ist aber aus Fleece und mehr Poncho als Jacke, aber mit Ärmeln und Kapuze – es ist kompliziert.

Damit spaziere ich zu dem etwas weiter entfernten Drogeriemarkt, weil der Selbstbedienungskassen und damit das geschmeidigste Einkaufserlebnis hat. Ich bekomme alles auf meiner Liste, inkl. Sachen, die man früher nicht im Drogeriemarkt gekauft hätte (Cannelini-Bohnen und Kokosmilch), laufe an der langen Kassenschlange vorbei (der halbe Prenzlauer Berg ist heute Nachmittag hier, inkl. der Kinder) und versorge mich selbst – inkl. Einlösen zweier Geschenkgutscheine und Sammeln von Punkten, die sich in Flugmeilen umwandeln werden.

Dann spaziere ich zurück und halte nochmal so viel wie möglich mein Gesicht in die Sonne. Wieder zuhause verräume ich die Einkäufe und mache mir dann den Rest Congee von gestern als Mittagessen warm. Dann habe ich noch ein wenig Energie übrig und wusele durch die Wohnung – Abwaschen, Bett neu beziehen, Waschmaschine anstellen, Wäsche zusammenlegen… Und dann gehe ich auch noch das Horrorfach aus dem Kleiderschrank an. Dafür hatte ich mir Unterteilungen bestellt und jetzt wird (aus-)sortiert und neu arrangiert.

Bei der Gelegenheit wird dann auch noch eine Plastikwanne frei, in der ich bisher meine Socken gelagert hatte. Die bekommt jetzt eine neue Funktion als Medikamentenkiste – die alte Schachtel fällt auseinander. Also auch nochmal die Medikamente durchsortiert und umgebettet. Ich habe jetzt also einen Beutel zum Wegbringen mit abgelaufenen Medikamenten und einen weiteren für die Altkleidersammlung. Die Gründe zum Rausgehen hören nie auf, eine Tüte Papiermüll ist auch schon wieder voll und wenn die Pfanddosen von gestern aus der Spülmaschine kommen, müssen die ja auch wieder abgegeben werden. Ein ewiger Kreislauf – aber nicht mehr für heute.

Über all diesen Verrichtungen ist dann irgendwann mein Hörbuch alle, Terry Pratchett: „Hogfather“ – geschafft. Allerdings habe ich nicht immer konzentriert zugehört und so nehme ich mir für den Abend noch die Verfilmung vor. Erstmal aber nochmal schön ausruhen und dann koche ich mir schonköstliches Abendessen – Pellkartoffeln, Möhren, mit etwas Butter und Salz leicht gestampft, dazu Petersilie. Davon gibt es eine kleine Portion zum Abendbrot – plus noch 2-3 Fenchelsamen-Taralli. Ab heute dokumentiere ich auch wieder alles in der Histamin-App, in der Hoffnung, dass sich alles wieder normalisiert (außerdem gibt es Flohsamen, Kräutertropfen und für den Notfall Tabletten).

Dann also die zweiteilige Hogfather-Verfilmung, leider nur auf Deutsch verfügbar, was mich einigermaßen aus der Bahn wirft. Statt Hogswatch spricht man von Silvester, der Hogfather heißt der Schneevater, Teatime heißt Kaffeetrinken… Das ist alles etwas unbefriedigend. Dafür wird Susan von Michelle Dockery gespielt, was natürlich wieder schön an den Downton-Abbey-Film von neulich anknüpft. Nach dem Film versinke ich dann noch in Spielereien, bis es irgendwann halb 1 ist und ich mich bettfertig mache. Dann fange ich noch ein neues Buch an – zu den beiden anstrengenden, die ich gerade in der Mache habe, brauche ich mal was leichtes – nämlich „Mindset“ von Sebastian Hotz (El Hotzo). Ich schaffe 17 Seiten…

09.02.2024 – Jetzt aber

Irgendetwas, vermutlich Noosa, weckt mich um 5 und nach einem Gang auf die Toilette habe ich Zweifel, ob ich wieder einschlafen werde. Es dauert eine ganze Weile, aber dann presse ich doch noch etwas Schlaf aus dieser Nacht und bin dann erst kurz nach 7 richtig wach. Heute wird wirklich wieder gearbeitet, direkt vom Bett aus. Da zwischen 9 und 11 jemand im Auftrag der Hausverwaltung vorbeikommen soll, drehe ich vorher noch eine kurze Runde und räume das Gröbste auf. Frühstückshunger habe ich keinen, es gibt einen Rest Früchtetee von gestern und frischen grünen Tee und dann lege ich kurz vor 9 mit der Arbeit los.

In den drei Tagen Krankheit haben sich etwas über 100 E-Mails angesammelt, die durchgesehen werden wollen, dazu ein paar Chat-Nachrichten und diverse Benachrichtigungen aus dem Projektmanagement-Tool. Damit bin ich die ersten zwei Stunden gut beschäftigt. Danach habe ich zumindest wieder einen Überblick und kann um 11 ins erste Meeting gehen – mit Kreuzberg, Moabit und Lichtenberg. (Kurz vor 11 kam die Dame von der Hausverwaltung und nahm Daten über die Ausstattung der Wohnung auf. Die Eigentümerfirma ist vor ein paar Jahren von einer größeren geschluckt worden und scheinbar wollte diese jetzt mal Inventur machen.) Danach finalisiere ich eine Mail an die deutsche Belegschaft und schicke sie raus, dann geht es um 12 weiter mit Paris, um 12:30 mit Ostfriesland.

Kurz nach 13 Uhr mache ich Mittagspause. Die besteht hauptsächlich aus Nichtarbeitskram lesen, Brudertelefonat, Liebstentelefonat und ganz am Ende dann doch noch aus Essen machen. Mal sehen, was mein Magen zu Brot, der letzten Crowdfarming-Avocado und Ziegengouda sagt. Kurz nach 14 Uhr mache ich dann weiter mit der Umsetzung der am Vormittag sortierten Dinge. Es werden Sachen übersetzt, andere lektoriert, andere gelesen, Projektstadien aktualisiert, Broken Links gefixt… um 15:30 dann Meeting mit Madrid und ab 16:00 dann mit Madrid, Chicago und Nordengland. Kurz nach 16:30 sind wir fertig. Ich mache noch etwas Nachbereitung und schreibe meinen (diesmal sehr kurzen) Wochenbericht fertig und dann mache ich um 17 Uhr Feierabend. Wochenende.

Allerdings noch nicht so ganz, denn ich habe wie immer den Teamchat noch bis 18 Uhr im Auge und bekomme dabei mit, dass auf LinkedIn gerade eine große Trollaktion abgeht. Das muss ich mir genauer ansehen. Ich schaue mir die Kommentarhistorie der betreffenden Person an und sehe, dass sie gezielt Personen rund um unser Unternehmen beschimpft und beleidigt – unter aktuellen Beiträgen genauso wie unter uralten. (Und das ist kein ehemaliger Kollege, der Frust wegen irgendetwas ablassen muss, sondern einfach ein random Dude, der mit der Welt und unserer Dienstleistung unzufrieden ist.) Ich melde 25 Kommentare als Belästigung (und einige nicht, in denen nur Unmut geäußert wird) und kann später nachverfolgen, dass von den 25 zwei gelöscht wurden. Die anderen entsprechen angeblich den Community-Regeln von LinkedIn. Allerdings ist irgendwann das komplette Profil des Typen weg – vielleicht hat man also doch durchgegriffen.

Zurück zu meinem Feierabend. Ich hadere damit, dass ich nicht einfach essen kann, worauf ich Lust habe und dass ich andererseits weder die Muße noch die Zutaten habe, um das zu kochen, was ich wohl essen sollte. Dann komme ich auf die Idee, die Vorteile von Internet und Großstadt zu nutzen und mir einfach Schonkost zu bestellen. Ein vietnamesisches Restaurant findet sich, das Congee mit Huhn liefert – also quasi Reisschleimsuppe mit Huhn, nicht scharf gewürzt, sondern nur mit etwas Zitronengras und Koriander. Bingo. Und halt dann noch schwarzen Klebreis mit Mango und Kokos, ein bisschen Spaß soll es ja auch machen. Ich esse die Hälfte der Suppe (den Rest gibt es morgen) und das Dessert und schaue eine BBC4-Doku über britischen Reggae, die mir der Liebste empfohlen hat.

Danach ist es wieder Zeit für RomCom. Diesmal gibt es „The Incredible Jessica James“ – erfrischend anders im Sinne davon, dass das Happy End nicht zwischen einem Paar stattfindet, sondern im beruflichen Erfolg der Frau – ob es ein romantisches Happy End gibt, bleibt etwas ungewiss. Außerdem sehr schöne Dialoge und Chris O‘Dowd ist sowieso oft ein Zeichen für gute Filme. Achja und ein interracial couple im Fokus einer RomCom, ohne, dass das thematisiert wird, ist natürlich auch erfrischend anders.

Nach dem Film hole ich ganz viele Italienischübungen dieser Woche nach und dann ist es auch schon fast Mitternacht. So ein Tag im Bett ist ja viel kürzer, wenn man dabei arbeitet.

08.02.2024 – Überraschung

Ich erwache ziemlich munter etwa eine Stunde vor dem Weckerklingeln. Ein kurzer Temperaturcheck sagt, dass mein Körper wieder im Normalbereich operiert und so fühle ich mich auch. Ich bin also ganz darauf eingestellt, heute wieder zu arbeiten und schwinge mich früher als sonst normal wäre aus dem Bett, um zu duschen und mich anzuziehen. Nach der Dusche denke ich: Hui, vielleicht aber besser noch Bett-Office heute. Ich gehe in die Küche, füttere die Katzen, mache mir Porridge und Tee und bringe ein Tablett zum Bett, außerdem den Dienstlaptop. Inzwischen denke ich: Ich versuche das heute mit dem Arbeiten mal, mal schauen, wie lange ich durchhalte. Als ich noch etwas aus der Küche hole, treffe ich auf den Mitbewohner und sage, dass ich heute versuche zu arbeiten. Er schaut mich völlig entgeistert an: „You do what??“ Ich frage, ob er das für keine gute Idee hält und er verneint energisch. Seiner Meinung nach sollte ich mich die ganze Woche rausnehmen. Ich wackle zum Bett, fahre den Dienstlaptop hoch, fange an E-Mails zu sichten und dann zieht sich alles wieder zu. Ich verschiebe nochmal Meetings, gebe dem Team Bescheid, melde mich einen weiteren Tag krank, lege den Dienstlaptop wieder weg und löffle mein Porridge.

Nebenbei telefoniere ich mit dem Liebsten, der mich zu meiner Entscheidung beglückwünscht. Als ich fertig gefrühstückt habe, bin ich so platt, dass ich wieder einschlafe. Soviel zu meinen tollen Plänen. Irgendwann nach 11 wache ich wieder auf und habe dann einen kleinen Energieschub, den ich nutze, um nach draußen zu gehen. Ein Paket wartet in einer Packstation auf mich und da es nicht sehr schwer ist, nutze ich die Gelegenheit für Bewegung an der frischen Luft. Müll nehme ich auch noch mit runter. Der kurze Spaziergang (hin und zurück vielleicht ein Kilometer) ist ganz schön anstrengend und ich bin froh, als ich wieder drinnen bin und lege mich erstmal hin.

Passend zum Thema Außenwelt öffne ich die Post der letzten zwei Tage (Muss schon wieder Dinge tun, mit Fristen, die Drucker involvieren, wah!) und rufe dann noch bei der Versicherung an, die mit der Auszahlung meines Guthabens wartet, bis ich eine beglaubigte Kopie meines Personalausweises eingeschickt habe. Das tat ich vergangenen Montag, zwei Tage später schickten sie mir eine Erinnerung, die nochmal zwei Tage später bei mir ankam und mich nervös machte. Ich muss mehrmals Dinge sagen, die von einer Maschinenstimme wiederholt werden, lande dann für mehrere Minuten in einer Warteschleife und habe dann endlich eine nette Dame am Apparat. Sie braucht noch mehr Infos von mir und kann mir dann aber sagen, dass die Kopie noch nicht im System hinterlegt ist.

Gemeinsam kommen wir darauf, dass ich meine Vertragsnummer nicht auf die Kopie geschrieben habe und auch das ursprüngliche Schreiben der Versicherung nicht beigelegt hatte. Nichts davon stand in dem Schreiben und ich bin davon ausgegangen, dass man anhand meiner Ausweisdaten die Kopie recht einfach meinem Kundenkonto zuordnen könnte. Wohl nicht. Ich soll in einer Woche nochmal anrufen und fragen, ob die Kopie inzwischen angekommen und zugeordnet werden konnte, wenn nicht müsse ich evtl. nochmal eine Kopie machen und die würde sie dann per E-Mail schicken. Auch von dieser Möglichkeit stand nix in dem ollen Schreiben. Ich bringe meinen Unmut über das ganze Verfahren zum Ausdruck und erwähne, wie schwierig es ist, in Berlin an einen Ämtertermin für so eine Kopie zu kommen. Sie meinte, die könne ich ja auch bei meiner Bank oder meinem „Vermittler“ ganz einfach machen lassen. Ich erkläre ihr dann, dass ich seit Jahren keine Bank mit Filiale mehr habe und dass meine Versicherungsagentin nicht in Berlin lebt. „Oh“, sagt sie.

Ich rufe dann also wohl nächste Woche wieder an und gucke solange entsetzt auf das Loch in meiner Barschaft, denn die neue Versicherung hat den genau dafür eingeplanten Betrag natürlich schon abgebucht – meine Versicherungsagentin und ich hatten extra einen Monat Puffer eingebaut, damit es da keine Probleme gibt. Well… Ich hasse alles mit Papier und möchte bitte zurück ins 21. Jahrhundert.

Dann verspüre ich langsam ein Hüngerchen und mache mir eine Art Pastina, kleingebrochene Capellini in Gemüsebrühe, mit Blattspinat und verquirltem Ei. Das esse ich langsam und vorsichtig und es bleibt alles drin und jetzt ist mir auch nicht mehr übel, wie nach dem Porridge vom Morgen.

Dann überlege ich, was ich mit dem Rest des ungeplanten dritten Krankheitstages anstelle und verlege mich wie gestern aufs Filme gucken. Heute samt und sonders leicht verdauliche Kost: Der Coming of Age-Film „Along for the Ride“, die Episoden-RomCom „Happy New Year“ und die eher klassischen RomComs „The Switch“ und „The Rebound“, alle vier Filme mit kitschig-schönen Happy Ends.

Zwischendurch schaue ich immer schon ein bisschen, was so auf Arbeit passiert und schreibe auch mit zwei Kolleg*innen kurz. Ich denke, morgen kann ich wieder arbeiten – Freitage sind ja tendenziell eh eher ruhig. Diesmal aber direkt vom Bett aus, bloß nicht zu weit aus dem Fenster lehnen! MKurz vor Mitternacht mache ich das Licht aus.

07.02.2024 – Regenerationstag an Filmmarathon

Ich erwache kurz vor dem üblichen Weckerklingeln und horche in mich hinein. Immer noch ein wenig platt und schwummrig, immer noch ganz schön müde, dafür, dass ich so viel geschlafen habe gestern und heute Nacht. Leicht erhöhte Temperatur habe ich auch noch, also tue ich das Vernünftige und melde mich für einen weiteren Tag krank. Dann drehe ich mich erstmal wieder um und schlafe weiter, bis der Liebste anruft, dem ich vergessen habe, Bescheid zu sagen. Das tue ich dann aber jetzt und dann schlafe ich nochmal ein bisschen. Irgendwann liege ich wach und blogge und denke, dass ich mal was essen könnte. Ich mache mir eine Stulle mit Butter und Honig und eine mit Butter und Käse und dazu einen Apfel und dann hoffe ich das Beste.

Das Essen weckt erstmal noch ungeahnte Lebensgeister – deshalb macht man das also ursprünglich, denke ich – und bleibt dann auch drin. Trotzdem ist mir weiterhin etwas flau im Magen, aber der ist ja auch immer noch sehr leer im Vergleich zu sonst. Eine ganze Kanne Pfefferminztee habe ich mir auch gemacht, die trinke ich über den Tag verteilt aus. Auf TikTok stoße ich auf einen Beitrag von Julia Roberts und der löst dann aus, dass ich Lust habe, sie in einem Film zu sehen und gucke, was die Streamingdienste mir bieten. Weil mein Kopf viel weniger neblig ist als gestern, versuche ich es zuerst mit „August: Osage County“, der hat auch so viele andere tolle Schauspieler*innen. Ich hatte den damals schonmal zur Oscar-Vorbereitung gesehen, aber das ist lange her und das Wiedersehen lohnt sich. Danach finde ich dann aber etwas seichter doch gut und starte direkt im Anschluss „Eat Pray Love“, den ich schon mehrfach gesehen habe, das erste Mal auf einem verspäteten Flug von Toronto nach Halifax, Weihnachten 2011. Irgendwo zwischen Indien und Indonesien schlafe ich nochmal länger ein, hole das fehlende Stück aber nach dem Aufwachen auf.

Als der Film vorbei ist, schlägt mir Netflix „The Guilt Trip“ vor, ein Mutter-Sohn-Roadmovie mit Seth Rogen und Barbra Streisand – warum nicht, ich habe ja Zeit. Vorher mache ich mir aber noch den Rest Pellkartoffeln und eine Möhre warm, würze mäßig und gieße Leinöl drüber. Auch dieses Essen tut gut und bleibt drin. Außerdem ruft zwischendurch jemand wegen der Heizungsanlage an, nach fast zwei Woche, seitdem es angekündigt wurde und nach fast drei Wochen, nachdem ich den Schaden gemeldet hatte. Gemeinsam machen wir durch Herausziehen und Wiedereinsetzen der Sicherung einen Hard Reset des Systems und plötzlich geht alles wieder. „Have you tried turning it off and on again” sozusagen, wenn anders weder off noch on gehen. Weiß ich dann jetzt auch, aber hätte man mir das nicht vor zwei Wochen sagen können, anstatt mich erst einen Tag umsonst an die Wohnung zu fesseln und dann ewig in der heißen Bude sitzen zu lassen? Anyway, endlich wieder Kontrolle über die Raumtemperatur und Heizzeiten!

Irgendwann während des Films telefoniere ich zum letzten Mal heute mit dem Liebsten. Als er vorbei ist, ist es kurz nach 20 Uhr. Ich esse vorsichtig etwas Schokolade gegen die Fläue im Magen, das klappt ganz gut, und bemerke, dass ich jetzt den zweiten Downton-Abbey-Film gucken kann, von dem ich schon wieder komplett vergessen hatte, dass es ihn gibt bzw. ich ihn noch nicht kenne. Das also auch nachgeholt – nett, viel Fan Service, wenig Substanz, aber nett halt. Hinterher ist es es nach 10. Ich mache mich schlaffertig, messe noch einmal Temperatur (immer noch leicht erhöht), nehme wieder eine Paracetamol und schlafe dann rasch ein.

06.02.2024 – Nebel

Nachdem ich ja mit leichtem Sodbrennen ins Bett gegangen war, wird dieses im Laufe der Nacht immer stärker und hält mich kurz nach 2 erfolgreich vom Schlafen ab. Es dauert eine Weile, bis ich auf den Gedanken komme, dass ich mich möglicherweise übergeben müsste, damit es mir besser geht. Also tapere ich ins Bad, hänge den Kopf über das Klo und Bingo – da kommt ne Menge raus. Kurz Mund ab- und ausspülen und dann geht es erstmal wieder ins Bett. Mit Schlafen ist aber nichts, bis ich die Prozedur wiederhole – und dabei wieder froh bin, dass Klo und Badewanne direkt nebeneinander stehen und man so aus zwei Löchern gleichzeitig… Aber ich schweife ab. Dafür putze ich kurz Klo und Wanne und nehme mir dann einen Eimer mit ans Bett. Die dritte Runde, wieder in der Doppelvariante, erfolgt kurz vor dem Weckerklingeln, dazwischen gibt es nur ein wenig Dösen, keinen Tiefschlaf mehr.

Danach bin ich leer, da kann jetzt nichts mehr kommen. Dafür habe ich Kopf- und Gliederschmerzen, bin neblig im Kopf und unglaublich müde. Ich melde mich auf der Arbeit krank, übergebe (Pun not intended) schnell ein paar Aufgaben, verschiebe ein paar Termine, sage dem Liebsten und dem Mitbewohner Bescheid und mache dann wieder die Augen zu.

Den ganzen Tag über drifte ich zwischen Schlaf und Wachen hin und her. In den Wachmomenten lese ich im Internet, gucke aber noch viel mehr TikTok und anderes Seichtes. Meine Konzentrationsfähigkeit ist unentschuldigt abwesend. Erst irgendwann mittags schaffe ich es mal, die Runde durch die Blogs zu drehen und selbst zu bloggen. Noch viel später mache ich eine Lektion Duolingo, um den Streak nicht abreißen zu lassen. Zweimal mache ich mir eine Tasse Pfefferminztee, ein paar Schlucke Wasser trinke ich auch und ab dem Nachmittag knabbere ich ab und an an einem Fenchelsamen-Tarallo.

Irgendwann komme ich auf die Idee, Fieber zu messen, weil mir so komisch kalt ist. Und ja, das Thermometer zeigt 38,7. Das erklärt dann also auch den Nebel im Kopf und sagt mir, dass ich wohl nichts Falsches gegessen, sondern mir irgendwas eingefangen habe. Am Nachmittag mache ich mir den Murmeltiertag auf Netflix an, schlafe aber immer wieder dabei ein und muss wieder die richtige Stelle suchen. Genau der richtige Film für meinen Zustand also. Am Abend steigt das Fieber auf 39,1 und nachdem ich mir nochmal ein paar Taralli runtergewürgt habe, nehme ich dann eine Paracetamol. Ab da geht es im Kopf langsam aufwärts und ich merke, wie ich munterer werde. Ich schaue auf Netflix die Doku über „We are the World“ und hinterher noch „Good Grief“ von und mit Daniel Levy.

Als der Film vorbei ist, ist es kurz vor 23 Uhr. Das Fieberthermometer sagt 38,3 und ich mache das Licht aus und schlafe direkt wieder ein.

05.02.2024 – Ein Montag #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Die Nacht fühlt sich eher nach Dösen als nach Schlafen an, so zwischen dem Liebsten und zwei Katzen, die immer mal wieder Aufmerksamkeit brauchen. Als ich dann kurz vor 7 – meinem Weckerklingeln heute – auf die Uhr schaue, stehe ich direkt auf und mache uns den rituellen Morgenkaffee. Damit wecke ich dann den Liebsten. Wir schlürfen uns langsam munter, kuscheln und lesen durchs Internet, dann muss er auch schon los, zurück ins Homeoffice nach Südberlin. Ich bleibe noch gemütlich liegen, blogge, spiele usw.

Dann stehe ich auch auf, koche mir Pfefferminztee und mache mir Müsli mit Apfel und Hafermilch. Montags ist mein erstes reguläres Meeting erst ziemlich spät, also eile ich mich heute nicht. Dafür habe ich Zeit, das Finanzamt anzurufen. Die Dame bestätigt unsere Vermutung, kann sich aber den Grund nicht erklären. Ich soll nächste Woche wieder anrufen, wenn die Kollegin zurück ist, die den Steuerbescheid erstellt hat. Nun gut. Entschleunigung by proxy. Ich mache ein paar Kleinigkeiten, auch Italienisch, und gehe dann halb 12 in mein erstes Meeting, mit Berlin und Dortmund. Daraus folgt eine Schreibaufgabe, der ich mich bis zur Mittagspause widme.

Kurz nach halb 1 gehe ich nach draußen, bringe Pfanddosen zurück (schön einfach mit Selbstscannen an der Theke), erledige meinen Wocheneinkauf und mache mir dann zuhause Avocadobrot mit Gouda und Spiegelei. Dann geht es ins nächste Meeting, mit Berlin, Dortmund, Ostfriesland und Hamburg. Das wird ordentlich überzogen und geht direkt in ein Meeting mit Paris über. Danach schicke ich den Newsletter raus, den ich letzte Woche vorbereitet habe und mit dem die neue Intranetseite gelauncht wird, die ich letzte Woche gebastelt habe.

Noch etwas Downtime (unter anderem mit Ausschnitten der Grammy-Verleihung) und dann ist um 17 Uhr Teammeeting. Mit Nachbereitung dauert das bis 18:30. Feierabend. Ich setze Pellkartoffeln auf, mache den Abwasch und rühre Leinölquark an.

Beim Essen telefoniere ich mit dem Liebsten, danach mit meinen Eltern und dann versinke ich in irgendwelchen Internetlöchern, bis ich mir gegen 22 Uhr ein Bad einlasse. Darin trinke ich ein Glas vom arktischen Wein und dann geht es mit leichtem Sodbrennen ab ins Bett. Heute passiert hier nichts Spannendes mehr.

04.02.2024 – Ausgewogener Sonntag

Ich folgte ja eine ganze Weile lang mehr oder weniger aktiv den Praktiken der FlyLady und habe davon über die Jahre einiges in meinen Alltag einsickern lassen (und relativ viel Geld für Produkte ausgegeben, das aber immerhin schon lange nicht mehr). Ab und zu gucke ich auch heute noch in die App, die aber ähnlich wie die Website ziemlich aus der Zeit gefallen scheint, ganz abgesehen davon, dass der Ton insgesamt sehr altbacken ist, mit zu viel Religion und patriarchalen/sexistischen Anklängen. Will nicht wissen, was die FlyLady so wählt. Aber worauf ich hinaus will, der Sonntag ist bei FlyLady der „Renew your Spirit Day“ und ich denke, das habe ich erfolgreich hinbekommen.

Noosa weckt mich wieder mit Spielvorschlägen. Ihr neustes Ding ist, mit niedlichem Gurren immer wieder über mich drüber zu springen und da sie inzwischen schon 10 und auch kein Fliegengewicht mehr ist, schafft sie den Sprung nicht immer fehlerfrei und Teile von ihr landen dann auf mir oder streifen mich und spätestens dann bin ich halt wach. Das ist heute kurz vor halb 8. Ich liege gemütlich im Bett, gebe mir auch ein bisschen mehr Zeit, nach interessantem Content abseits der üblichen Leseroutinen zu suchen – schließlich ist Sonntag. Als Kind hieß das immer, dass meine Eltern zum und nach dem Frühstück DIE ZEIT lasen und damit eigentlich erst zum Kuchen essen am Nachmittag fertig wurden.

Meine Highlight des Morgens kam dann sogar auch aus der Zeit, allerdings von einer Freundin in Leipzig abfotografiert. Ich kann bei den Punkten zu Rostock fast vollumfänglich zustimmen, besonders natürlich beim Stammcafé, das wohl durch die Mitwirkung eines Bekannten am Artikel den Weg in die Liste gefunden hat. Und nach Leipzig sollte ich auch mal wieder, vor allem auch die Freundin (und ihren Mann und ihr Baby, die ich beide noch nicht kenne) besuchen.

Da der Liebste und ich nachher zum Brunchen verabredet sind, gibt es erstmal kein Frühstück, sondern nur eine große Tasse Chai. Gegen 10 bekomme ich Hummeln im Hintern und stehe auf. Ich nutze die freien Stunden, um mich dem lange geplanten Aufräumen und Ausmisten meines Kleiderschranks zu widmen. Das ist ausführlich zuletzt vor knapp fünf Jahren passiert. Ich widme mich der Thematik Fach für Fach, lasse aber aus Zeitgründen das „Fach des Schreckens“ (Unterwäsche, Socken, Tücher, Mützen, Gürtel, Accessoires) noch aus. Das kommt demnächst dran und evtl. besorge ich vorher noch geeignetes Equipment, damit da nicht immer alles durcheinander rutscht. Aber alles an Hosen, Röcken, T-Shirts, langärmligen Oberteilen, Schlaf- und Sportsachen schaffe ich. Demnächst ist dann noch die andere Seite mit dem Hängeteil, Schuhen und Taschen dran.

Die obere Hälfte, darunter das Fach des Schreckens und noch zwei Fächer, die der oberen Hälfte gleichen

Ein paar Sachen, die nicht mehr passen (alles eingelaufen natürlich!) kommen in eine Tüte für die Altkleidersammlung, ein paar Sachen, die von Katzenkrallen durchlöchert sind, kommen in den Müll. Irgendwann während dieser Aktion klingelt es und der Hase steht (angekündigt) vor der Tür. Er kommt gerade aus dem Dorf zurück und hat mir ein Care-Paket von seiner Familie mitgebracht. Zehn Eier von den Hühnern, ein Glas Honig von den Bienen, eine selbstgemachte Blaubeer-Marmelade und drei Gläser Marmelade aus der Fabrik, in der die Ex-Freundin seines Bruders arbeitet (Schwarzkirsche und zweimal Feige). Nicht nur wir, auch sein Bruder und dessen Ex haben sich sehr vorbildlich getrennt. Als er wieder losfährt, schreibe ich seiner Mama noch schnell und bedanke mich, dann geht es zurück an den Schrank.

Kurz vor 13 Uhr ist der oben beschriebene Zustand erreicht, dann mache ich mich fertig für den Tag. Der Liebste schreibt, dass er jetzt unterwegs ist. Gegen halb 2 breche ich auf, bringe die Altkleider direkt weg und hole ihn dann von der S-Bahn ab. Gemeinsam spazieren wir zur avisierten Brunch-Location (langsam, wir haben beide noch Schmerzen), müssen aber feststellen, dass trotz fortgeschrittener Stunde immer noch eine lange Schlange draußen steht. Also spazieren wir noch ein Stück weiter, zu einem weniger gehypten Café mit sehr ähnlichem Angebot, in dem man uns direkt einen Tisch zuweist – für den Liebsten mit Blick auf ein Video eines flackernden Kaminfeuers.

Wir schlemmen uns durch Eggs Benedict mit Avocado, Tomatenmarmelade, sautiertem Spinat und Spinatschaum (ich) und Rührei-Avocado-Stulle mit Bacon (er) und teilen uns hausgebeizten Lachs. Dazu gibt es für beide Mimosa und einen speziellen Earl Grey, der angeblich Noten von Honig und Leder mit sich bringt. Alles sehr zu empfehlen. Und weil das natürlich nicht reicht, gibt es hinterher noch (vor allem für mich) den riesigen fluffigen Buttermilch-Pancake mit Mousse von weißer Schokolade, gerösteten Kürbiskernen, Kürbiskernöl und Erdbeeren (die hätte man aufgrund der Saison gerne gegen etwas anderes tauschen können, aber das ist wirklich der einzige Kritikpunkt).

Nach knapp zwei Stunden spazieren wir wieder nach Hause, der Rücken des Liebsten schmerzt dabei immer mehr, während es bei mir inzwischen besser geht. Zuhause angekommen nimmt er als erstes eine Allergietablette und bekommt einen Tee auf dem Balkon serviert, bis sie wirkt. Dann legen wir uns beide auf mein Bett und ich überlasse ihm den Platz auf der Heizdecke. Die Katzen gesellen sich zu uns und es wird sehr gemütlich. Wir lesen und dösen beide hin und wieder ein. Irgendwann gegen 19 Uhr gebe ich dem Klagen der Katzen (und weniger laut dem des des Liebsten) nach und mache Abendbrot für alle.

Für die Zweibeiner*innen gibt es Spaghetti aglio olio e peperoncino, dazu öffnen wir endlich die Flasche Capriano del Colle DOC, die mein Bruder vor einer ganzen Weile von einer Schiffsexpedition in der Arktis mitgebracht hatte. Passend dazu, dass seine Freundin morgen mal wieder auf das Schiff zur Antarktisexpedition steigt.

Dazu und danach gucken wir „The Sting“ (die DVD-Sammlung muss ja mal genutzt werden) und der Liebste liest zwischendurch immer wieder passende Trivia zum Film und anderen Dingen vor. Danach gibt es dann noch zwei Folgen „Young Sheldon“ und schon ist wieder Bettgehzeit.