Jamaica, was bleiben wird (I)

-Der junge Mann, der nicht fassen kann, dass meine Mitreisenden jeweils nur 1 Geschwister und 2 Cousins/Cousinen haben – “Die kleinste Familie der Welt!” Und sie sollen sich schnell Frau und viele Kinder anschaffen, damit sie nicht so allein sind

-Der junge Mann, der komplett erstaunt ist, dass man als Obdachloser in Deutschland im Winter erfrieren kann, weil es dort so kalt ist
-Der junge Mann, der völlig baff ist, dass man in Deutschland für 1 kg Marihuana rund eine halbe Million Jamaika-Dollar bezahlt (eine Ernte bei ihm ergibt 20 kg, dafür kriegt er umgerechnet 200 €)
-Der junge Mann, der sein Auto mit einer 500 € teuren Musik- und Videoanlage ausgestattet hat und alles hört und sieht, was ihm unter die Finger kommt; er träumt davon, nach Kanada auszuwandern, hat aber trotz Commonwealth ohne verwandtschaftliche Beziehungen schelchte Karten
-Die junge Frau, die nur Patois spricht, aber kein Englisch, obwohl das die offizielle Amtssprache ist
-Lucky, das kleine Waisenmädchen, dass  die Betreiber des Guesthouses bei sich aufgenommen haben und das abends nie ins Bett will
-Die vielen Kinder, die nicht zur Schule gehen können, weil man für die kostenfreie Grundschule eine kostspielige Uniform braucht – alle Bildung danach kostet, eine Schulpflicht existiert nicht
-Das laute Knallen der Domino-Steine auf dem Tisch
-Die Nachbarskatze, die regelmäßig aufs Auto springt und damit die wahnsinnig laute Alarmanlage auslöst
-Zuckerrohrsaft mit Ingwer, der in alten Rumflaschen verkauft wird und köstlich ist
-Überhaupt der Rum – overproof mit Wasser dazu (“So trinken ihn die alten und so ist er am besten, wir jungen mischen lieber mit Pepsi.”)
-Die Kolibris, die in der Luft stehen und eine Hibiskusblüte nach der anderen besuchen 
-Das Korallenriff, an dem wir uns festhalten, damit uns die Strömung nicht aufs Meer hinaus zieht, während uns ein paar Jungs mit einem Seil retten kommen – und die Abschürfungen an meinem Schienbein, die mich noch lange daran erinnern werden
-Die Musik überall – jedes Auto, jedes Haus, jeder Obststand, jedes Grüppchen am Strand hat eine Anlage, aus der Reggae ertönt (manchmal auch Dancehall, Beyoncé oder schnulzige Balladen aus den 80ern)
-Das köstliche Essen, das auf jeden Fall nochmal einen Extraeintrag bekommen wird 😉 
…to be continued

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