Fußball, Google Maps und der Ford Anglia

Ich hab heute Nacht mal wieder sehr plastisch geträumt und weils so skurril war, nebenbei schon gedacht: Ach cool, da hab ich was schönes zum Bloggen heut Abend. Dann bin ich dummerweise aufgewacht und hab das alles gar nicht wirklich erlebt. Mist. Und dann fiel mir ja ein, dass ich ja TROTZDEM drüber bloggen könnte. So here goes…

Foto: Michael Paul Gollmer (Mipago),CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

In meinem Traum bin ich in Rostock, der Stadt in der ich knappe sechs Jahre lang gelebt und studiert habe und die sowas wie meine zweite Heimat geworden ist. (Im Traum bin ich da auch noch ziemlich oft, meistens zu Besuch, oder um mir eine Zweit- oder Wochenendwohnung zuzulegen. Fertig bin ich mit der Stadt jedenfalls noch nicht.) 

Ich bin dort und möchte scheinbar eine Art Übersichtskarte oder Draufsicht der Innenstadt zusammenstellen, mit Markierungen für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten: Brauerei, Kröpeliner Tor, Universität, Marienkirche, Rathaus, Nikolaikirche, Petrikirche. Dazu gucke ich mir das Ganze auf Google Maps in Satellitenansicht an. Und weil es ein Traum ist, ist das kein Foto, sondern eine Art Video – man kann reinzoomen und ist dann mitten drin im Geschehen – aufgenommen wurde der 4. Juli 2004. 
Meine Freundin MuTZ – ihres Zeichens Stadtführerin, deswegen hilft sie mir wohl – sagt, als wir so durch die Lange Straße scrollen: “Guck mal, mitten am Tag läuft da Fußball!” Ich so im Klugscheißermodus: “Ja, da war ja auch EM!” Ich zoome näher heran an das Gebäude und bin erleichtert, dass in dem Raum wirklich eine Leinwand aufgebaut ist, auf der die EM läuft – allerdings spielt gerade ein afrikanisches Team gegen ein karibisches – die genauen Länder sind mir entfallen, waren aber auch nicht real. Mein Traum-Ich erinnert sich, das Spiel dort gesehen zu haben (ich selbst habe nie in der Langen Straße Fußball geschaut*, wüsste auch nicht, wo man es dort öffentlich tun sollte…) und richtig: Beim näheren Heranzoomen entdecken wir einige meiner Freunde und mich selbst, allerdings nur verschwommen, denn sooo nah kam Google uns dann wohl doch nicht.
Dann bekomme ich Hunger und mache mich auf den Weg zurück in die KTV. Scheinbar bin ich jetzt aber selbst in dieser Aufnahme vom 4. Juli 2004, denn auf einmal fliegt über mir ein Auto und ich muss schmunzeln: Es ist der Ford Anglia aus Harry Potter, mit dem Harry und Ron nach Hogwarts fliegen, scheinbar von Rostock aus und genau an diesem Tag, denn Google hat diesen Insiderwitz hier in seinen Maps augenzwinkernd versteckt. Dann ertönt ein Vogelschrei, der nicht von den Möwen kommt: Ein Hipogriff folgt dem Ford Anglia.
Langsam wird es dunkel und ich hole mir am Doberaner Platz etwas vom (fiktiven) karibischen Imbiss (es gibt in dem Traum zwei direkt nebeneinander). Irgendwas mit Früchten und Curry und Yams, zum Teil lustig in Vogelform gepresst, aber komplett vegan. Die Verkäuferin spricht sehr leise und mit starkem Akzent, so dass wir uns nur schwer über den Preis verständigen können. Am Ende bezahle ich zu viel: 9 Euro und ein paar Kastanien, die ich noch in der Hosentasche hatte (die sind echt) und die dort dann sofort in der Pfanne landen.
Zuhause angekommen, lese ich im Internet, dass die Verkäuferin eigentlich eine bekannte feministische Reggae-Sängerin ist, die sich aus dem Business zurückgezogen hat, weil ihr alles zu viel wurde. Dann bin ich aufgewacht.

* Das ist nicht ganz korrekt, es kann durchaus sein, dass ich mal bei @johnny_cash von aptgetupdate Fußball geguckt habe, der wohnte damals dort, allerdings nicht in dem Haus aus dem Traum.

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