Noch zweimal Arbeiten bis Urlaub #loosinterrail

So langsam wird es wirklich ernst… Morgen und übermorgen geht es nochmal ins Büro und es ist auch noch eine ganze Menge zu tun, fertigzustellen und zu übergeben, aber dann habe ich meinen ersten richtigen Urlaub seit Weihnachten (Frauentag, Osterfeiertage, re:publica, Immergut und vor allem Beerdigung nicht mitgerechnet).

Morgen Abend treffe ich meinen Bruder, der von einer Expedition vom Yukon und aus den Northwest Territories zurückkehrt. Freitag Abend verabschieden wir eine liebe Kollegin mit einem rauschenden Fest. Am Sonnabend dann letzte Einkäufe und Vorbereitungen und Sonntag in aller Frühe geht es dann so ganz richtig ernsthaft los.

Ich und mein Rucksack, drei Wochen auf Schienen unterwegs, immer dorthin, wohin uns der Wind treibt. Das wird auf jeden Fall aufregend und nochmal etwas völlig anderes. Das Einzige, was halbwegs steht, sind Hin- und Rückfahrt. Sonntag geht es über Mannheim, Basel, Lugano und Mailand bis nach Genua, wo ich in einem Hostel einkehren und hoffentlich lecker essen gehen werde.

Ganz am Ende bin ich aller Voraussicht nach an einem der schönsten und magischsten Orte der Welt im Landesinneren von Sizilien, bevor ich mich auf die 27-stündige Fahrt zurück nach Berlin mache – vom Provinzdorf in die Provinzstadt, weiter nach Catania und von dort über Neapel, Bologna und München wieder zurück nach Hause. Ich komme in einer Samstagnacht wieder in Berlin an, habe den Sonntag um mich zu regenerieren und Montag geht das wahre Leben wieder mit voller Macht los.

Was zwischen Genua und dem Paradies auf Sizilien liegt, weiß ich noch nicht genau. Ich habe ein paar grobe Ideen und Anhaltspunkte – Orte, die auf meiner persönlichen Bucket List stehen ebenso wie Orte, die ich nach Jahren gerne einmal wiedersehen möchte. Welche davon ich tatsächlich besuche, wird von Lust und Laune, dem Wetter und diversen anderen Umständen abhängen, die ich jetzt noch nicht voraussehen kann. Wichtig ist: Ich will so oft wie möglich am Meer sein und so oft wie möglich gut essen. Alles andere wird sich zeigen…

Hallo?

Ist hier noch wer? Ich war so lange nicht mehr auf meinem Blog, dass ich nicht einmal bemerkt habe, wie sich vor mehreren Wochen ein alter angefangener Entwurf als veröffentlichter Beitrag hier hereingeschlichen hat – wohl ein Synchronisationsproblem zwischen App und Web… Auch sonst werde ich gerade immer wieder gefragt, ob es mir gut geht und warum ich so still bin. Stimmt auch irgendwie, ich bin grad ganz schön still, aber vielleicht kann ich das ja jetzt auch mal wieder ändern, dachte ich mir.

Gründe fürs Stillsein gibt es eine ganze Menge. Zum Beispiel bin ich mit vielen Dingen beschäftigt, die sich nicht als Inhalt für ein öffentliches Blog unter Klarnamen eignen. Und da ich seit August einen neuen Job habe und jetzt hauptberuflich den ganzen Tag kommuniziere, sind meine Kommunikationsakkus abends dann auch so ausgebrannt, dass mir Energie, Inspiration und Muße fehlen, um die blogbaren Momente des Alltags in schöne Worte zu kleiden. Zudem haben mich die Ereignisse um den Tod einer Freundin, die in den Medien weite Kreise zogen, auch ein wenig verstummen lassen. Ich war ein wenig abgeschreckt, ein wenig verunsichert über Sinn und Unsinn der Bloggerei… Und mir fehlt jetzt auch einfach eine der Säulen, die stets für neue Inspiration sorgten.

Ich hoffe, dass ich trotz des neuen Jobs jetzt aber wieder öfter dazu komme, etwas hier hinein zu schreiben – vielleicht nicht jeden Tag, wie Anfang des Jahres großspurig angefangen und auch sehr lange Zeit komplett durchgezogen, aber doch möglichst ein wenig häufiger als zuletzt.

Was mir dabei durchaus helfen könnte, ist der Urlaub, den ich heute in zwei Wochen antreten werde. Dann geht es mit dem Interrail-Ticket drei Wochen lang auf große Fahrt und es gibt wahrscheinlich auch vieles zu berichten und erzählen. Einen genau fixierten Plan habe ich noch nicht im Kopf, anders als bisher will ich versuchen, mich ein wenig mehr treiben zu lassen. Daher verrate ich hier erstmal nur die erste Station, die einzige auch, für die ich tatsächlich schon eine Unterkunft gebucht habe: Die ersten beiden Septembernächte werde ich in Genua verbringen.

Ich bin sehr gespannt, was es mit mir macht, drei Wochen lang auf eigene Faust und ganz alleine unterwegs zu sein. Meine letzten Alleinreisen beschränkten sich immer auf wenige Tage und meist besuchte ich dabei Leute. Das längste waren mal zehn Tage, vor sieben Jahren in Spanien. Diese Reise endete allerdings damit, dass ich effektiv nur zwei oder drei Tage wirklich alleine war, weil ich jeweils zwei bis drei Tage mit Freundinnen verbrachte und in der Zeit, die dazwischen lag, auch noch neue Freund*innen kennenlernte und dann halt viel mit denen herumhing. Möglicherweise passiert mir das ja diesmal auch so, man wird sehen.

Wenn nicht, freue ich mich tatsächlich darauf, Zeit mit mir alleine zu verbringen und dabei nicht auf der Couch zu hängen oder in Berlin herumzulaufen, sondern tatsächlich unterwegs zu sein. Es gibt eine Menge zu sortieren in meinem Kopf und ich stelle mir das als eine gute Gelegenheit vor…