Mittwoch, 19. Juni 2019 – Townhouse-Spaß

Liebes Tagebuch,

nicht nur habe ich heute beim firmeninternen Tischtennisturnier insgesamt drei Partien verloren – eine im Einzel gegen den Angstgegner und zwei im Doppel, ebenfalls gegen Angstgegner*innen – ich habe heute auch noch eine wirklich, wirklich lustige Anekdote erlebt:

Auf dem Weg zurück aus der Mittagspause lief ich an einigen extrem schicken und teuren Townhouses in Mitte vorbei. Hinter mir andere Büroflüchtlinge, die auch mal kurz draußen gewesen, mir aber gänzlich unbekannt waren. Auf einmal hält eine Limousine mit Fahrer in Anzug und Krawatte vor einem der Townhouses. Eine junge Frau, Typ Modetussi, kommt eifrig auf ihrem Smartphone tippend aus dem Haus und steigt ganz selbstverständlich hinten in die Limousine ein. Da ruft es von oben aus dem offenen Fenster – ein etwas älterer Typ, gegelte Haare, halb offenes Hemd, in Eleganz und Haltung nicht seinem scheinbaren Besitzstand entsprechend…

Er: “Warte mal, X*, wo gehst Du denn jetzt hin?”

Sie: “Ich geh jetzt ins Nagelstudio, und dann hole ich den [Bello*] ab.”

Wie aufs Kommando fangen die Gruppe hinter mir und ich an zu kichern. Erst noch verhalten, je weiter wir entfernt sind, desto lauter werden wir. Ich drehe mich zu ihnen um und sage: “Ein Traum, oder?” Man pflichtet mir bei und tauscht sich darüber auch, dass das doch wirklich der perfekte Moment gewesen sei, wunderschön und wie aus dem Reality Fernsehen.

Spontane Verbrüderung gegen ein gemeinsames Feindbild. Es kann manchmal so einfach sein…

 

*Name von der Redaktion zum Zwecke der Verfremdung geändert

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