Eine öffentliche Beichte

Ich muss das jetzt endlich loswerden, die Schuld nagt schon seit einer ganzen Weile an mir und ich weiß nicht mehr, wie ich damit umgehen soll. Deswegen folgt jetzt hier eine öffentliche Beichte. Die Sache ist nämlich die, seit einigen Jahren mache ich mich in regelmäßigen Abständen wissentlich mitschuldig an Raub und Betrug. Und zwar an den Kindern eines Kollegen, nennen wir sie einfach einmal Tommy und Annika. (Namen von der Redaktion geändert). 

Lieber Tommy, liebe Annika, falls Ihr das hier in ein paar Jahren lest: Es tut mir leid! Ich habe immer wieder für Eure Rechte gekämpft, bin aber kläglich an der Entschlossenheit Eurer Eltern gescheitert. Es ist nämlich so: Jahrelang haben sie immer wieder, zeitweise täglich, Süßigkeiten aus Euren Vorräten entwendet, die Ihr von Familenfesten und Omabesuchen zusammengehortet habt. Heimlich des Nachts wurdet Ihr beraubt und das Diebesgut am nächsten Tag unter uns naschhaften Kollegen verteilt. Der Vorwand war dabei aber immer Euer Wohl, insbesondere das Eurer Zähne!

Solltet Ihr jetzt in der Rückschau dankbar für dieses hintertriebene Verhalten Eurer Erziehungsberechtigten sein, so will ich nichts gesagt haben. Seid Ihr jetzt erzürnt, so bitte ich in aller Form und mit tief empfundenen Bedauern um Verzeihung.

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