Sieben Nächte, sieben Eise, Si…zilien – Nacht 1: Catania

Eine Woche Resturlaub bis Ende März wollte verbraten sein. Dass der überhaupt übrig war, lag an meinem ständigen Kranksein und auch jetzt war ich wieder kurz davor. Also: Verwöhnen, radikal raus, Sonne, gutes Essen, was Neues sehen. Ein Blick auf die Europakarte sagte: Sizilien.

Mit einem halb gefüllten Koffer ging es los, die andere Hälfte wär für Lebensmittel reserviert. Wir nahmen ein Mietauto und steckten eine Route fest: Jede Nacht in einem anderen Bett, möglichst viel sehen, möglichst kurze Fahrten, alle Aspekte der Insel unter einen Hut bekommen.
Nacht 1: Catania
Am Flughafen zunächst die übliche Verwirrung: Wie, der Fahrer hat keine Kreditkarte? Wie, die Kreditkartenhalterin hat keinen Führerschein? Mit dem reservierten Wagen bei einer großen Firma wurde es nichts. Dafür bezahlten wir ein bisschen mehr bei einer kleineren, die dafür mit niedrigerem Verbrauch in ihrer Flotte warb. Elvy, unser kleiner Peugeot, war uns dann auch direkt sehr sympathisch und hat uns gemeinsam mit unserem frisch gekauften Navi Tommy zuverlässig durch die Woche gebracht. Ebenso zuverlässig erfuhr der Mann den berüchtigten sizilianischen Verkehr (kleine Straßen, die ohne Markierungen mal eben fünfspurig in eine Richtung befahren werden – plus mehrere Motorinos dazwischen, enge Gassen, steile Abhänge, Schlaglöcher und Serpentinen…). Alles wurde mit Bravour gemeistert und die einzigen neuen Kratzer bekam Elvy, als sie in einer engen Gasse in Palermo parkte. Aber ich schweife ab, wir sind ja noch in Catania.
Auf dem Weg vom Flughafen nahmen wir eine Kurve und auf einmal war der Ätna, der Berg der Berge, vor uns. Oben lag Schnee, darüber ein ständig aufsteigender Dampf. Im Osten der Insel ist der Vulkan allgegenwärtig und er sollte uns auch die nächsten beiden Tage weiter begleiten. Zunächst aber bezogen wir unser entspanntes, im Seventies-Style eingerichtetes Hostelzimmer in einem hochherrschaftlich anmutenden Palazzo mit ungelogen 4 Meter hoher und entsprechend schwerer Tür. Das Hostel selbst war genau unser Ding, ein gemütliches Home away from home. Man solle nur bitte nach 10 leise sein, damit die Nachbarn sich nicht beschweren. Kriegen wir hin. Überhaupt waren wir auf dieser Reise nie nach Mitternacht im Bett, immer völlig geplättet von Essen und Wein.
Da die Sonne dann sehr schnell unterging (der Nachteil an Reisen im März) erlebten wir die Stadt selbst zunächst vor allem im Dunkeln, aber auch so konnte man schon eine Menge sehen und im sizilianischen Leben ankommen. Genau so war der sanfte Einstieg geplant gewesen. Am Dom gab es das erste Eis (Pistazie und Limone) und dann begaben wir uns in ein gemütliches kleines Restaurant, um die in der Bellini-Stadt Catania erfundene Pasta alla Norma zu verkosten: hausgemachte frische Pasta mit frittierten Auberginen, unglaublich fruchtiger Tomatensauce und gesalzenem, festen Ricotta. Umwerfend lecker. Der Mann hatte indessen Pasta mit Meeresfrüchten und eine Fischplatte. (Edit: Die hatte er in Siracusa, sagt er ;)) Davor gab es Antipasti und danach einen Zibbibo – für ein Dessert hat mein Magenvolumen leider nur selten gereicht… 

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