26.04.2024 – Zurück im Bett-Office mit 40 Torten

Dass ich den Freitag liegend verbringen würde, war mir ja schon Montagmorgen (oder Sonntagabend?) beim Ausblick auf die Woche klar. Zu viel los, zu viel Abendveranstaltungen (Montag bis Donnerstag täglich), zu viel Bürotage. Mit der dann noch dazu kommenden Erkältung habe ich nicht gerechnet, aber das hätte mir auch spätestens Montagmorgen klar sein können, als der Dozent unserer Schulung, mit dem ich Stunden in kleinen Räumen verbrachte hustend ankam. Folgerichtig seit Mittwoch erste Symptome gehabt, Donnerstag kränklich gefühlt und heute dann eben krank. Also, nicht krank im Sinne von Vor-Corona-Zeiten, da hätte ich mich mit der Art Erkältung direkt arbeitsunfähig gemeldet, sondern krank im Sinne von: Ich bleibe heute im Bett aber zum Arbeiten reicht es noch. Vielleicht würde ich das anders entscheiden, aber nach der Woche ist einfach noch viel Liegengebliebenes und Dingendes übrig plus eben fünf Meetings, die anstehen.

Ich koche mir ein große Kanne Sweet-Fern-Tee, von Mama selbst im kanadischen Wald gesammelt und dann getrocknet, dazu gibt es Brötchen mit Honig und Rosenmarmelade, Banane und Orange und dann lege ich kurz vor 9 los. Zunächst einmal dafür sorgen, dass alle ihre E-Mail-Signaturen anpassen, denn seit gestern Abend ist der neue Geschäftsführer auch offiziell der neue Geschäftsführer. Dann aktualisiere ich eine Seite im Intranet termingerecht, für die ich die letzten zwei Wochen über einem Dutzend Menschen für ihre Beiträge dazu hinterhergelaufen bin. Und schon ist es 10, Zeit für das Freitagsmeeting mit Ostfriesland. Das rechtzeitig vorher eingeworfene GeloRevoice sorgt für die nötige Stimme.

Danach kurz 15 Minuten verschnaufen und E-Mails abarbeiten, bis zum nächsten Meeting mit Prenzlauer Berg, Moabit und London. Ab da gibt es eine größere Meetingpause, so dass ich mich drei Stunden lang in andere Themen vertiefen kann. Ich vergrabe mich tief in eine Tabelle und eine Präsentation und erstelle schöne bunte Tortendiagramme, 40 an der Zahl. Damit bin ich bis zum nächsten Meeting gut beschäftigt. Das ist dann mit Warschau und Prag. Hinterher ist es schon dreiviertel 4 und allerhöchste Zeit für Mittagspause.

Es gibt Brot mit Süßkartoffelaufstrich und veganer Salami, dazu einen Apfel. Beim Brot aus dem Tiefkühlfach holen kommt eine Menge Eis mit, die ich vom Boden aufsammle und in die Spüle werfe. Wenigstens muss ich es jetzt wohl nicht mehr aktiv enteisen. Der Kühlschrank zeigt nach fünf Jahren zum ersten Mal Anzeichen von sowas, war wohl ein guter Kauf. Nebenbei bespricht der Mitbewohner mit mir zukünftige Besuche. Es sieht ganz danach aus, als wäre unter anderem seine mamma über meinen Geburtstag hier. „Wenn sie da ist, essen wir eine Woche lang, ohne einen Finger zu rühren.“ Das hat mich überzeugt und ich bin gespannt auf das diesjährige Geburtstagspicknick, diesmal übrigens am Sonntag, für alle mitlesenden Gäst*innen.

Ich gönne mir eine Dreiviertelstunde Pause, direkt bis zum nächsten Meeting mit Nordengland und Chicago. Danach schließe ich meinen Wochenbericht ab und gehe dann um 17:15 ins letzte Meeting dieser Woche – mit Nordengland, Chicago und Paris. Eine halbe Stunde später ist Wochenende. Endlich. Ich telefoniere kurz mit dem Liebsten, der nach einer Bahn-Odyssee schon wieder tief im Westen angekommen ist. Dann entferne ich alle Arbeitsdinge aus meinem Bett und beschäftige mich eine Weile mit den sozialen Medien, bis ich Appetit aufs Abendessen habe. Da ich ja die ganze Woche nicht zuhause war, ist nichts da und ich bin auch zu kaputt, um jetzt noch was zu zaubern, also wird bestellt.

Es gibt heute Ukrainisch – erst Banosh mit Waldpilzen und Schafskäse und dann Kirsch-Wareniki. Beides wirklich, wirklich lecker.

Dazu und danach schaue ich seit langem mal wieder The West Wing weiter, bis ich kurz vor 11 zum Zauberberg wechsle – im Dunkeln auf dem Kindle – aber schon nach wenigen Seiten tief und fest schlafe.

25.04.2024 – Schon wieder Büro, aber auch Pho und Tapas

Beim Aufwachen merke ich schon, dass die Erkältung nicht weg ist, sondern sich heiter weiter manifestiert hat. Beim Telefonat mit dem Liebsten habe ich kaum Stimme, der Hals tut weh und ist dick, aber ansonsten geht es mir gar nicht soooo schlecht. Ich mache einen COVID-Test (negativ), reibe mich mit Erkältungssalbe ein, dope mich mit Aspirin+C und hole mir vor dem Einsteigen in die Tram noch GeloRevoice und IslaMoos in der Apotheke. Die Revoice lutsche ich gleich und damit habe ich dann bei Ankunft im Büro wieder eine Stimme, mit der sich arbeiten lässt. Ich kippe mir Milch ins mitgebrachte Müsli mit den letzten Crowdfarming-Blaubeeren und beginne dann, die lange To-Do-Liste abzuarbeiten, die sich über die letzten Tage angesammelt hat.

Von den ursprünglich geplanten fünf Meetings finden nur vier statt (die Stimme dankt, der Revoice-Vorrat auch). Eins mit jemandem hier in Berlin, eins mit Paris, eins mit Nordengland, eins mit Nordengland und Prag. Dazwischen viel Klein- und Großkram jeglicher Couleur, inkl. Wegräumen der Partyreste von gestern Abend.

In der Mittagspause gehe ich zum dritten Mal diese Woche zum Vietnamesen, bezahle aber zum ersten Mal selbst. Es gibt schöne heiße Pho Bo mit ordentlich Ingwer, Limette und Chili gegen die Erkältung.

Um 17 Uhr mache ich einen frühen Feierabend (habe trotzdem noch ordentlich Plusstunden auf dem imaginären Stundenkonto – seit dieser Woche tracke ich nur für mich mit einer App) und laufe rüber zu meinen Eltern – Papa hat Geburtstag. Ich kann gleich erstmal ein bisschen auf der Couch liegen und Kräutertee mit Honig trinken. Nebenbei reagiere ich noch auf drei Anfragen auf dem Diensthandy (ist wichtig). Später kommt mein Bruder dazu und dann gehen wir zu viert schön Tapas essen.

Kurz vor 22 Uhr bin ich zuhause, mache mich direkt bettfertig und telefoniere dann nur nochmal kurz mit dem Liebsten, bevor gegen halb 11 endgültig Schlafenszeit ist. Morgen ist definitiv Bett-Office!

24.04.2024 – Captain, it‘s Wednesday

Einen Tag später habe ich schon lange wieder vergessen, wie die Nacht war, erinnere mich aber an Aufwachen vor dem Weckerklingeln. Mit allen morgendlichen Dingen (inkl. Frühstück mit Müsli, Hafermilch und Blaubeeren) bin ich jedenfalls ziemlich pünktlich um 9 im Büro. Neben mir sind das nach dem gestrigen Abend noch nicht allzu viele andere, und diese wenigen verbringen dann erstmal eine halbe Stunde oder so damit, aufzuräumen und Partyreste zu entsorgen. Gegen halb 10 beginnt dann die eigentliche Arbeit.

Ich beginne damit, alles, was in den letzten beiden Tagen liegengeblieben ist, abzuarbeiten. Zunächst die Kleinkram-Sachen, da ich um 10 gleich das erste Meeting habe und mein Kopf auch eh noch nicht ganz wach ist. Für 45 Minuten Austausch mit der lieben Kollegin in Madrid, die neulich meine Gastgeberin war, reicht es aber. Danach ist mein Denkapparat auch komplett hochgefahren und ich kann mich an anspruchsvollere Dinge machen. Umfragedatenauswertung steht zum Beispiel wieder an.

Um 13 Uhr gehen fast alle, die heute im Büro sind, gemeinsam essen, was im Restaurant für einige Probleme sorgt. Erst müssen wir warten, dann werden wir auf zwei Tische weit voneinander verteilt und erst dann wird ein weiterer Tisch frei und wir können alle zusammensitzen. Das Essen ist dann sehr gut (Zitronenhähnchen mit Mangosauce bei mir) und das Tischgespräch erbaulich. Am Ende muss ich aber früher los sprinten, weil ich ins nächste Meeting muss.

Dann eine Stunde Team-Meeting. Für den Kollegen in Chicago ist es erst 7 Uhr morgens, aber er hat seinen Tagesablauf angepasst, damit er möglichst viel Überlappung mit uns hat – und dann eben einen frühen Feierabend. Wir halten kurz inne und sind erleichtert, dass wir nur drei Zeitzonen im Blick haben müssen für unsere Meetings. Andere Teams haben es da schwerer und auch bei uns gab es (vor Jahren) auch noch Australien und Japan zu beachten. Japan gehört heute nicht mehr dazu und in Australien sitzt zumindest niemand mehr aus unserem Team. Meine Chefin (in Nordengland) erzählt uns aber Schauergeschichten von ihrem vorherigen Job, in denen sie es früh morgens mit Korea und spät abends mit Kalifornien zu tun hatte.

Anyway, es gibt viel zu besprechen und glattzuziehen und dann komme ich mit einer Menge action items wieder heraus. Für eines davon muss ich nochmal kurz mit Paris videotelefonieren, danach ist es vorbei mit Meetings, ein späteres wurde auf nächste Woche verschoben. Ich arbeite noch zwei Stunden vor mich hin, immer wieder unterbrochen von Gesprächen mit Kolleg*innen vor Ort, aber gegen 17 Uhr habe ich dann die wichtigsten Dinge aufgeholt und kann dem Rest der Woche mit Ruhe entgegensehen. Um mich herum hat bereits die Feierabendlaune begonnen, erste Getränke machen die Runde.

Ich bleibe heute beim alkoholfreien Radler, erstens liegen mir die beiden letzten Abende noch auf dem Organismus und zweitens scheint sich meine morgendliche Heiserkeit langsam in eine ausgewachsene Erkältung zu verwandeln. Da die Runde heute kleiner ist und alle schon einigermaßen erschöpft, kommen wir heute ohne Musik aus und sitzen einfach in der Couch-Ecke und reden. Es ist der letzte Abend mit unserem Geschäftsführer hier in Berlin, bevor er morgen Vormittag zurück nach Dortmund fährt und nächsten Dienstag seinen letzten Arbeitstag bei uns hat. Gegen 19:00 verabschieden ein Kollege und ich uns aus der Runde. Und fahren mit U-Bahn und Tram in unsere Höhlen zurück.

Auf dem Weg telefoniere ich mit meinem Bruder, bin aber schon deutlich platt. Zuhause noch Katzen füttern, die Reste des Döners von gestern warm machen und essen, mit dem Liebsten telefonieren, ein Geschenk einpacken, das Katzenklo durchsieben und dann liege ich gegen 21 Uhr in der Wanne und gegen 22 Uhr im Bett.

23.04.2024 – Noch längerer Dienstag

Extrem zerstückelte Nacht, nach der ersten Schlafphase liege ich bestimmt eine Stunde wach, danach geht es nur noch in kurzen Etappen weiter und kurz vor 6 erkläre ich die Nacht für beendet, da halb 7 eh schon der Wecker klingelt. Dafür dann in Ruhe die morgendliche Internetrunde gedreht, gebloggt, Tschechisch und Italienisch gemacht, mit dem Liebsten telefoniert, Brötchen mit veganer Salami, Apfel und Orange gefrühstückt und dann geht es mit Tee im Thermobecher kurz nach 8 los ins Draußen – wieder mit Wintermantel, denn es ist weiterhin wirklich kalt. Tram und U-Bahn sind okay gefüllt, ich kann die meiste Zeit über sitzen.

Im Büro bin ich eine der Ersten und helfe zuerst einmal mit, den Meetingraum, in dem wohl noch lange nach meinem Abgang gestern weiter gezecht wurde, wieder zurück in ein seriöses Arbeitsumfeld zu verwandeln. Um 9 sitzen wir dann zu neunt darin – inkl. Besuch aus Nürnberg, Prag, Ostfriesland, Paris und London und mit noch mehr Paris und Nordengland zugeschaltet – für knappe drei Stunden intensives Gespräch. Direkt im Anschluss kümmere ich mich um dringende Anliegen, die während des Meetings aufgelaufen sind, bevor ich wieder mit dem Besuch aus Dortmund und London zusammensitze.

Danach esse ich schnell die Hälfte eines mir mitgebrachten Döners, bevor ich ein anderthalbstündiges Town Hall mit Leuten aus ganz Deutschland und diversen internationalen Teilnehmenden abhalte – as in: moderiere, die Präsentation fahre und etwa ein Drittel der Inhalte selbst präsentiere. Danach gibt es nochmal kurz eine „Pause“ zum Abarbeiten von Dringlichkeiten, noch ein Meeting mit dem Besuch aus London und dann viele informelle Gespräche – u. a. mit Besucher*innen aus Valencia und Hamburg, die inzwischen auch eingetroffen sind. Gegen 17 Uhr kommt wieder eine Pizza-Lieferung an und dann beginnt der gemütliche Teil des Abends – mit mehr Menschen als gestern und in Partyatmosphäre, mit sich ständig neu formierenden Grüppchen zwischen denen ich hin und her wechsle.

Zwischendurch schaffe ich es gegen 20 Uhr zumindest, kurz der Liebstenmama per WhatsApp zum Geburtstag zu gratulieren, bevor ich ins nächste Gespräch gezogen werde. Gegen halb 11 breche ich dann wie gestern wieder mit der Kollegin, die auch hier im Kiez wohnt und einem anderen Kollegen, der sich einen Teil des Weges mit uns teilt, auf. Diesmal haben wir Glück mit der U-Bahn und können bis zum Alex fahren und dort in die Tram umsteigen. Gegen halb 12 liege ich mit zwei Kuschelkatzek im Bett und schlafe dann sehr schnell – und deutlich besser als gestern – ein und fast durch.

22.04.2024 – Langer Montag

Frühes Aufwachen noch vor dem Weckerklingeln am ersten von vielen Bürotagen diese Woche. Da sich der Beginn des anstehenden Meetings nach hinten verschiebt, habe ich noch Zeit für ausführliches Frühstück zuhause und dann eine gemütliche Fahrt mit Tram und U-Bahn, als der ärgste Berufverkehr bereits vorbei ist. Halb 10 bin ich im Büro und finde den Konferenzraum, den wir für eine ganztägige Schulung gebucht haben. Zwei Leute sind remote zugeschaltet – einer aus Chemnitz, eine kränklich aus dem Homeoffice, zehn Menschen sind live vor Ort. Das hatten wir in dieser Gruppenstärke auch schon lange nicht mehr. Schöne, anspruchsvolle Schulung!

In der Mittagspause gehen wir durch Graupelschauer zum Vietnamesen um die Ecke, wo ich, da für heute Abend noch ein Restaurantbesuch geplant ist, „nur“ Sushi bestelle – sehr leckeres allerdings – und sich die Tischgespräche viel um aktuelle Politik drehen.

Am Ende flitze ich etwas früher ins Büro zurück als die Anderen, weil mich ein Hilferuf erreicht – Besuch aus Paris steht am Empfang und will eingelassen werden. Ich bringe den Besuch nach oben, gebe eine kurze Einführung zum Büro und helfe mit dem WLAN-Passwort. Dann geht es zurück in den Konferenzraum für die zweite Hälfte Schulung. Kurz nach 17 Uhr beenden wir diese und ich kehre mit einigen Teilnehmenden ins normale Büro zurück. Die Restaurantreservierung haben wir von 18 auf 19 Uhr verschoben, damit alle noch genug Zeit haben. Ich nutze diese für die dringende Korrektur einer Übersetzung.

Zwischendurch ruft der Dozent an, der fragt, ob er seinen Laptop im Konferenzraum vergessen hat. Ich sprinte durch Hagelschauer zurück in den Raum (über den Hof ist schneller als durchs Gebäude), aber der Rucksack ist nicht da. Durch das Live-Tracking des MacBooks, das sich im Rucksack befindet, klärt sich die Sachlage relativ schnell – er steht in der U-Bahn, mit der Dozent ins Hotel gefahren ist und fährt munter die U2 rauf und runter. Oben im Büro hat sich inzwischen ein anderes Meeting aufgelöst – mit Besuch aus Dortmund, London, Prag und eben Paris. Ein Kollege hängt sich in die Warteschleife der BVG-Hotline, zwei andere verbringen die nächste Zeit damit, gemeinsam mit dem Dozenten durch verschiedene U2-Bahnen zu laufen und nach dem Rucksack zu suchen. Die U-Bahn fährt alle vier Minuten, das Live-Tracking aktualisiert sich seltener, es ist also nicht ganz trivial, die richtige Bahn zu finden.

Die im Büro verbliebenen entscheiden dann, die Restaurantreservierung aufzugeben, stattdessen wird Pizza bestellt und Musik angemacht. Ein glücklicher Dozent mit Rucksack kommt noch vor der Pizza an. Am Ende haben sie einen U-Bahnführer gefragt, der über Funk gehört hat, dass der Rucksack Nollendorfplatz abgegeben wurde – dort konnten sie ihn dann abholen. Den Rest des Abends verbringen wir heiter, mit Pizza und dem einen oder anderen Getränk im Büro. Als ich mit der Kollegin, die auch im Pberg wohnt, kurz nach 22 Uhr aufbreche, bin ich noch lange nicht die letzte.

Jetzt fährt die U-Bahn wegen Bauarbeiten und nächtlichem Pendelverkehr viel seltener. Wir wollen keine Viertelstunde warten, also laufen wir bis zum Alex und nehmen von dort die Tram. Kurz nach 23 Uhr liege ich mit beiden Katzen im Bett und versuche schnell einzuschlafen, denn morgen wird wieder ein langer (und früherer als heute) Bürotag.

21.04.2024 – Gönnjamine

Heute einfach so lange wie möglich im Bett bleiben, haben der Liebste und ich uns vorgenommen. Da das Teilzeitkind ja jetzt groß ist und sich im Allgemeinen morgens alleine beschäftigt und versorgt, könnte das super werden, wenn ich nicht schon kurz vor halb 8 aufwachen würde. Aber immerhin habe ich ja auch seit 10 oder so geschlafen. Alles nicht so wild. Ich lese das Internet leer und dann im „Zauberberg“ weiter, höre das Kind aufstehen und ins Wohnzimmer gehen und irgendwann dann rührt sich auch der Liebste, sagt er würde gleich Kaffee machen und schläft dann wieder ein. Dann dämmere ich auch nochmal fast weg, bis er wirklich aufsteht und Kaffee macht. Zwei Tassen leeren wir jeweils im Bett, lesen und erzählen. Endlich mal Zeit.

Gegen 11 zeichnet sich langsam ein Aufstehwillen beim Liebsten ab, wenig später geht er Brötchen holen und wir decken den Tisch. Kaum ist es mittags frühstücken wir auch schon – u. a. lomo und chorizo, die ich aus Spanien mitgebracht hatte. Nach dem Tisch abräumen legen wir uns wieder hin. Lesen, erzählen, nochmal einnicken… Irgendwann steht das Teilzeitkind in der Tür und erinnert uns daran, dass wir gestern versprochen hatten, heute Eis essen zu gehen. Na dann los, es ist zwar wirklich kalt draußen, aber was muss das muss.

Macadamia und schwarze Johannisbeeren

Draußen ist die Wahlwerbung zur Europawahl ausgebrochen, kommt mir früh vor, aber haut wohl tatsächlich so hin. Eine Partei hat ihr Plakat sinnigerweise am Eisladen aufgehängt. Mit je zwei Kugeln in der Waffel stapfen wir nach Hause und dann nicht mehr ins Bett sondern auf die Couch. Anders als ich haben die beiden nach den ersten beiden Folgen der neuen LOL-Staffel aufgehört, also schauen wir das jetzt nochmal gemeinsam zu Ende. Als das zu Ende ist, ist es schon Zeit, zum frühen Abendessen aufzubrechen. Auf dem Weg zum Eis hatte das Teilzeitkind beim Stammitaliener einen Tisch für 17:30 reserviert (und wurde mit „VIP“ ins Reservierungsbuch eingetragen, wie es stolz berichtete).

Sarti Spritz/Prosecco/Apfelschorle an Rosmarin-Focaccia
Einfach, klassisch, Spaghetti Napoli

Wir sitzen und essen und reden über Sommerurlaubspläne – langsam wird es Zeit, Nägel mit Köpfen zu machen, aber es kommt ja immer wieder etwas dazwischen. Wir nähern uns aber. Nach dem Essen verabschieden wir uns voneinander und ich fahre zurück in den Pberg.

Dort erst einmal emsige Geschäftigkeit – Tasche auspacken, Schwimmsachen wegsortieren, Müll runterbringen, Katzenklo durchsieben, Katzen füttern… Dann mache ich es mir im neuen Sessel bequem und schaue die zweite Hälfte der ersten Staffel „Loudermilk“. Gegen halb 11 wechsle ich ins Bett und schlafe nach wenigen Seiten im Zauberberg ein.

20.04.2024 – Akkus auftanken

Es war wohl eine Mischung aus fettem, scharfen und knoblauchigem Essen, spätem Tee mit Koffein und einem viel zu Denken, die mich so lange wachgehalten hat – erst deutlich 2 eingeschlafen und dann bei erster Gelegenheit kurz vor halb 7 wieder aufgewacht und direkt wachgeblieben. Äußerst suboptimal für die Erholung. Einziger Vorteil: Ich habe keinen Schwierigkeiten, das Haus rechtzeitig zu verlassen um halb 11 im Schwimmbecken zur AquaFitness zu sein und vorher sogar noch vier Bahnen zu schwimmen. Dann ähnlich wie letzte Woche – guter Kurs (45 Minuten) und hinterher ausgiebiges Saunieren (Dampfbad, Biosauna, Finnische Sauna).

In den Pausen im Ruheraum lese ich nicht in meinem Papierbuch weiter, sondern ich habe mir den „Zauberberg“ auf den Kindle geladen. Erstens brauche ich einen Roman als Ausgleich zum Sachbuch (ansonsten lese ich darauf noch ein weiteres, auch noch auf Italienisch), zweitens ist der Kindle praktisch, um auch nachts weiterzulesen, falls ich schlaflos neben dem Liebsten liegen werde und drittens habe ich da schon lange Lust drauf, immer wenn ich in so Ruheräumen oder in Landchaften herumliege, um einfach nur zu sein. Nun also mein dritter Thomas Mann, nach dem „Tod in Venedig“ in der Schule und den „Buddenbrooks“ irgendwann später. Es lässt sich ganz gut an und wieder passt ein Kapitel gut in die Pause zwischen zwei Saunagängen.

Als ich mich vom dritten erholt habe, gehe ich duschen und in die Umkleide. Sauber und halbwegs trocken fahre ich nach Südberlin. Dort läuft mir am helllichten Tag ein Fuchs über den Weg, der sich bereitwillig fotografieren lässt, dann aber schnell wieder unter ein Auto verschwindet. Was den wohl geweckt hat?

und werde vom Liebsten und dem Teilzeitkind freudig begrüßt, die gerade vom Fahrradübungsplatz zurück sind. Das Kindelein hat alle Übungsstunden absolviert und ist nun bereit für die Führerscheinprüfung. Ich bekomme ein Frühstück (vor dem Sport hatte es nur eine Mate und eine Banane gegeben) mit Brot, Aufstrich, Taboulé, Bulgursalat, Oliven, Apfel, Quarkbällchen und Tee. Danach bin ich halbwegs wieder hergestellt und kann mit dem Teilzeitkind an einer Schulaufgabe arbeiten. Wichtigstes Ziel für heute: Eine Szene aus „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ heraussuchen, die kurz genug zum Vorlesen ist, exemplarisch dafür steht, warum das Kind das Buch mag, für das Buch begeistern kann ohne zu viel zu verraten und sich gut mit Bildmaterial illustrieren lässt. Wir einigen uns am Ende für die Flucht aus Gringotts auf dem Drachen. Dann ziehen wir nochmal zu dritt los, um Bastelmaterial und Snacks und Getränke für den Abend zu besorgen – heute steht „Die Rückkehr des Königs“ auf dem Programm.

Im Supermarkt bringt das Teilzeitkind erst Pfandflaschen weg und verdient sich so 2,50 € zum Taschengeld hinzu. Dann treffen wir die Mutter eines Mitschülers, der sich witzigerweise für das gleiche Buch entschieden hat – wir hoffen mal auf eine andere Szene. Wir besorgen Chips und Gummibonbons und dann dürfen sich alle noch eine Limo aussuchen. Das Teilzeitkind und ich einigen uns auf Wildberry und wegen des Liedes, das bei uns rauf und runter läuft, möchte ich dazu auch noch Lillet. Erschreckenderweise findet das Teilzeitkind die Flasche schneller als ich und weiß auch noch, welche der Varianten die richtige ist. Im anderen Haushalt gibt es das nämlich auch öfter, für Mama mit, fürs Teilzeitkind ohne Lillet.

Wieder zuhause bestellen wir uns Abendessen (für die anderen Burger, für mich Hot Dog und Brokkoli-Nuggets) und dann geht es auf die Couch. Kurz nach 17 Uhr starten wir den Film, der knappe dreieinhalb Stunden geht. Bis das Essen kommt, döse ich ein wenig weg (gute Tradition bei mir und dem Film), dann kehren mit dem Essen und dem Drink die Lebensgeister zurück.

Nach dem siebzehnten endgültigen Ende des Films ist es halb 9. Die beiden anderen beschäftigen sich noch ein Weilchen mit dem Making Of, während ich schon wieder döse. Kurz nach 21 Uhr geht das Teilzeitkind ins Bett und direkt danach auch ich ein paar Seiten Zauberberg und ich schlafe tief und fest.

19.04.2024 – Langsam Runterfahren

Heute bleibe ich im Bett. Nicht nur habe ich mein Arbeitszimmer ja für des Mitbewohners Prüfung geräumt, der Kram von rund um meinen Schreibtisch belegt auch den Wohnzimmertisch, in der Küche arbeiten ist mir zu ungemütlich und auf dem Balkon ist es heute zu kalt. Bleibt also nur noch das Bett – was mir gut in den Kram passt, denn ich bin eh völlig durch von der Woche und finde einfach nur Liegen total attraktiv.

So muss ich auch nur ganz kurz vor 9 mal eben aufstehen, mich obenrum präsentabel machen, die Katzen füttern, Tee kochen und Müsli parat machen (mit der letzten Mispel) und kann dann direkt loslegen, flankiert von zwei Katzen, natürlich. Die freuen sich auch, dass sie in ihrer Bekuschelung flexibler sein können, als wenn ich am Schreibtisch säße. Angesetzt sind heute sechs Arbeitsvideocalls und ein privater, einer davon wird aber schon recht früh am Tag auf nächste Woche verschoben. Bleibt immer noch genug.

  • Call mit Ostfriesland, überzogen
  • Call mit Prenzlauer Berg, Lichtenberg und Moabit, überzogen
  • Call mit Paris
  • Teilnahme an einem Webinar

Zack, schon ist Mittagspause. Währenddessen hat der Mitbewohner nebenan seine Prüfung bestritten und bestanden. Wir feiern mit einer Art scharfen Mettwurst aus seiner Heimat auf gerösteten Baguette und Primitivo (für mich nur ein wönziger Schlock) und ich esse noch den Rest Thunfischsalat auf.

Dann klingelt auch noch der DHL-Bote und bringt drei Pakete für mich und eins für einen Nachbarn. Gutes Timing! Das CrowdFarming-Paket mache ich gleich auf. Es gibt Orangen, Zitronen und Blaubeeren, von denen wir uns direkt zum Nachtisch bedienen.

Nach der Pause geht es dann mit dem letzten Arbeitsmeeting für heute weiter – mit Ostfriesland, Lichtenberg, Pankow, Dortmund, London und Paris. Die Zeit zwischen 14:30 und 18:00 verbringe ich mit diversem Kleinkram. Hier und da an Projekten weiter arbeiten, mit Leuten Sachen per Chat abklären, neue Aufgaben im Projektmanagementtool sortieren und zuweisen, im Team-Ordner aufräumen, einen Post in den globalen Chat senden, mit einem Bericht in einer Excel-Tabelle herumspielen und schließlich meinen Wochenbericht schreiben. Tatsächlich ist es 17:50 als ich den Arbeitslaptop zuklappe und meinen privaten Laptop aufklappe – um 18 Uhr startet ein Workshop in meinem Adulting-Projekt.

Dieser beschäftigt mich aktiv bis kurz nach halb 8 – passiv noch den ganzen Abend und die halbe Nacht. Ich mache dann noch schnell meine private Buchhaltung und dann ist gegen 20 Uhr Schluss mit sowas. Ich packe ein weiteres Paket aus – das neue Polster für meinen Sessel. Das alte aus hellem Stoff haben die Katzen über die letzten zehn Jahre mit Krallen und Haaren so nachhaltig verändert, dass ich etwas Neues wollte. Mal gucken, ob sie ein Lederpolster ebenso in Ruhe lassen wir das Lederpolster vom Schaukelstuhl gegenüber. Sieht auf jeden Fall erstmal neu und seriöslich aus – danke für das Weihnachtsgeschenk an meine Eltern!

Das Ergebnis meiner Buchhaltung war übrigens, dass es doch OK wäre, sich heute Abend etwas zu Essen zu bestellen und das tue ich dann auch. Chinesische Nudeln vom gehypetesten Chinesische-Nudeln-Restaurant der Stadt, heute mit Aubergine und veganen Hackfleisch. Dazu und danach gibt es die Daily Show von Montag und dann die erste Hälfte der ersten Staffel von Loudermilk – mein Gehirn ist zu Brei für anspruchsvolle Unterhaltung heute Abend und nach anfänglichem Fremdeln macht die Serie dann auch Spaß. Erst nach Mitternacht klappe ich den Laptop wieder zu und mache das Licht aus. Mit dem Einschlafen dauert es dann noch bis nach 2 – zu viel zu denken nach dem Webinar.

18.04.2024 – Zwei Fische und ein Fahrrad

Der Tag beginnt streng genommen gegen halb 5, als ich eigentlich nur kurz wachwerde, dann aber gute anderthalb Stunden wachliege und immerhin mein Hörbuch zu Ende höre. Zwischen 6 und 7:20 döse ich nochmal halbherzig weg, dann ists vorbei, denn heute geht es wieder ins Büro. Der Mitbewohner und ich sind ungefähr zur selben Zeit in der Küche, was uns für ungeahnte logistische Probleme stellt als wir beide noch gefühlt im Halbschlaf versuchen, unseren Verrichtungen nachzugehen, ohne uns im Weg zu stehen. Meine sind: Tee von gestern aufwärmen und in den Thermobecher füllen, Banane schnippeln und Müslibecher füllen, Salat von gestern portionieren und in Dose zum Mitnehmen füllen, Katzennäpfe ausleeren, abwaschen und neu füllen, nebenbei Spülmaschine ausräumen. Der Mitbewohner hat Kaffee kochen, Milch und Müsli in eine Schüssel tun und beim Spülmaschine ausräumen helfen auf dem Plan – wir brauchen ungefähr gleich lange und es wäre vermutlich alles schneller gegangen, hätte ich das mit der Spülmaschine alleine gemacht. Wenigstens reden wir beide morgens nicht viel.

Kurz vor halb 9 verlasse ich das Haus und erwische so eine Tram- und U-Bahn-Kombination, die gar nicht sooo voll ist. Nach einer Station habe ich in der Tram einen Sitzplatz, in der U-Bahn sofort mit nur wenig Trickserei. So bin ich eine der ersten im Büro und als mein Laptop aufgebaut ist und ich Milch im Müsli habe ist es genau 9 Uhr. Der neue Bürohund macht heute Homeoffice, das finden wir alle nicht gut und beschweren uns bitterlich bei seiner Besitzerin. Ansonsten ist der Arbeitstag aber OK.

Um 10 anderthalb Stunden Meeting mit Ostfriesland, Nürnberg und zu dritt vor Ort, direkt im Anschluss Meeting mit Ostfriesland und Paris und nach kurzer Pause Meeting mit Nordengland. Dann ist es 14 Uhr und dringend Zeit für eine Mittagspause. Ich gehe mit meinem Thunfischsalat nach unten in die Gemeinschaftsküche und esse da. Zwei meiner drei Nachmittagsmeetings werden dann verschoben, so dass ich etwas ausführlicher Zeit habe als geplant, um mich um die verschiedensten Projekte zu kümmern. Letztes Meeting dann um 17 Uhr, mit Leuten vor Ort und Hamburg, Dortmund, Paris, Prenzlauer Berg, London und Valencia. Hinterher noch kurze Nacharbeit und dann verlasse ich das Büro als letzte gegen 17:40 und gehe rüber zu meinen Eltern. Dort gibt es ein frühes Abendbrot mit Heilbutt und Möhrengemüse.

Hinterher holen wir mein neues Fahrrad aus dem Keller und dann fahren meine Eltern ins Kino und ich mache mich radelnd auf den Heimweg. Leider klappt das nur bedingt gut, weil die Reifen nach Jahren im Keller die von meinem Papa reingepumpte Luft nicht richtig halten. Nach etwa 10 Minuten höre ich auf zu radeln und beschließe zu schieben – zum Glück ist gutes Wetter und mein Schrittziel ist eh in weiter Ferne. Ich checke kurz und stelle fest, dass der Fahrradladen bei mir um die Ecke bis 20 Uhr offen hat, also wird der mein Ziel. Das dauert etwa eine Stunde zu Fuß, genug unverhoffte Zeit also, um mit der Freundin und Kollegin in Frankreich zu telefonieren.

Am Fahrradladen angekommen beende ich das Gespräch frühzeitig und gebe dann neue Reifen und eine Frühjahrsinspektion in Auftrag. Angeblich soll das schon am Montagabend erledigt sein, ich werde frühestens am Mittwoch Zeit zum Abholen haben, also kein Problem. Zuhause angekommen bin ich dann so richtig platt, kein Wunder nach der Nacht und dem Heimweg. Die geplante Sportrunde muss nochmal verschoben werden. Stattdessen gibt es Feierabendlimo (Blaubeere-Salbei) auf dem Bett liegend und das erste ausführliche Telefonat mit dem Liebsten seit Sonntag. Teilweise geht es da auch um die Planung der nächsten Tage und Wochen und hui, es geht bei uns beiden so weiter wie die letzten Wochen. Wenn alles klappt, treffen wir uns dieses Wochenende für etwa 24 Stunden, dann evtl. nächsten Sonntag, wahrscheinlich am 1. Mai und so richtig ausführlich dann erst am Wochenende danach. Niemand ist hier gestresst.

Gegen halb 9 legen wir auf, ich verabrede uns für ein Essen mit dem Ex-Mitbewohner für in dreieinhalb Wochen, räume mit dem aktuellen Mitbewohner meinen Schreibtisch und Umgebung leer, damit er an selbigem morgen eine Online-Prüfungsleistung ablegen kann (sein Zimmer ist zu vollgestellt und erfüllt nicht die Prüfungsbedingungen) und ziehe mich dann mit einer seichten Komödie vor toller Landschaft zurück. Wahrscheinlich wollte Julia Roberts mal wieder nach Bali und George Clooney hatte nichts besseres vor. Kann man gucken, wie immer, wenn jemand von denen irgendwo mitspielt.

Gegen 11 ist dann Licht aus und einschlafen zu einem neuen Hörbuch.

17.04.2024 – Luftholtag

Durchgeschlafen, juhu! Und früh genug aufgewacht, um noch mit dem Liebsten zu telefonieren, bevor sein anstrengender Tag losgeht – später gibt es nur mehr Textnachrichten von ihm und bis auf ein Foto zwischendurch klingt das alles gar nicht schön. War zu erwarten, aber ist ja trotzdem doof. Im Vergleich nimmt sich mein Tag da echt okay aus. Gemütlicher Morgen mit ausreichend Zeit, dann ab 9 am Schreibtisch – zum Frühstück English Muffins mit Honig, Nudossi, Mandel-Tonka-Creme und Rosengelee, dazu gemischten Tee (schwarz und Kräuter), Apfel, Banane, Mispel.

Heute ist dann mal wirklich meetingfreier Mittwoch, bis auf ein etwa fünfminütiges Videotelefonat mit Prag, das aber nicht als Meeting durchgeht, wir mussten nur schnell was klären. Ansonsten arbeite ich an den den verschiedensten Projekten vor mich hin – ein wenig Recherche, ein wenig Leuten hinterherlaufen, ein wenig Kreatives. So könnte es jeden Tag sein.

In der Mittagspause stelle ich eine Waschmaschine an, bringe Müll runter und mache einen langen Spaziergang durchs frische Grün.

Kurz vor Feierabend werde ich nach einem Nachmittagstief, das ich zum Wäsche aufhängen nutze, nochmal richtig produktiv, so dass ich mich kurz nach 18 Uhr fast zwingen muss, den Laptop zuzuklappen, aber es reicht dann auch. Ich räume ein bisschen auf, putze ein wenig vor mich hin, stelle die Spülmaschine an und beschäftige mich dann erstmal noch ein wenig mit den sozialen Medien, bis mein Abendessenplan steht. Und dann wird gekocht – eine Art Salade niçoise, aber auch nicht ganz, mit sizilianischen Anleihen und ohne Tomaten, Paprika (hat beides keine Saison) und Blattsalat (habe ich nicht da), dafür mit Kapern und Oregano. Außerdem mit Kartoffeln, Bohnen, Ei (in drei verschiedenen Töpfen gleichzeitig gekocht, was für ein Aufwand), Thunfisch, Oliven, Gurke (die hätte es nicht gebraucht, stand aber im Originalrezept), Oregano und einer Vinaigrette mit Dijon-Senf, die ich im gerade geleerten Salzkapernglas zurechtschüttele. Sehr lecker das alles!

Nach dem Essen ausführliche Sprachübungen, ein wenig Spielerei und dann sitze ich Musik hörend (die Ellis haben bei ihrem heutigen Vortrag einen Musiker kennengelernt, dessen größten Hit ich dann auf Spotify anmache, woraufhin der Algorithmus mir einen erstaunlich guten Soundtrack für den Abend bastelt) auf dem Sofa, unter zwei Katzen, und lese in meinem Buch weiter – über die Zitrussammlung der Medici, die lange, und längst vergangene, Geschichte der Sauerorangen in der italienischen Küche (meine einzigen Sauerorangenerfahrungen habe ich aus Jamaika), Amalfi-Zitronen und die arabisch-muslimische Geschichte Siziliens. Gewusst habe ich das natürlich schonmal, aber bewusst war mir nicht, dass Palermo während seiner Zeit als Bal‘harm – mitten im Mittelalter – die am weitesten entwickelte europäische Stadt war – dank vor allem der arabischen Irrigationssysteme und des Zitrusanbaus.

Gegen halb 11 habe ich genug gelesen und mache mich bettfertig, kurz nach 11 schlafe ich tief und fest.