13.04.2024 – Ein gut genutzter Samstag

Eigentlich ja Sonnabend, aber irgendwie verwestlicht meine Sprache zusehends – es passt aber hier auch von Rhythmus und Klang irgendwie schöner, weiß nicht warum. Nach einer frühen Weckung durch das Katertier schlafe ich nochmal ein bisschen weiter, so dass es am Ende auf jeden Fall reicht, und verbringe dann den Morgen trotz vergleichsweise frühen Plänen gemütlich im Bett. Irgendwann heißt es dann Aufstehen, Katzen füttern, Pflanzen gießen, eine Banane frühstücken und mit dem Liebsten telefonieren und kurz nach halb 10 bin ich auch schon aus dem Haus. Ich habe mir einen AquaFitness-Kurs gebucht. Für 10:30, was ich eigentlich für unvernünftig früh halte am Wochenende, aber so geht sich das alles aus – nach hinten raus.

In diesem Fitnessstudio war ich schon länger nicht mehr, weil die Kurszeiten nicht passten und der Wellnessbereich gebaut wurde. Neu ist, dass man eine Plastikkarte hinterlegen muss, um eine Spindkarte zu bekommen – aber keine Bankkarte und auch keinen Ausweis. Ich überlege ein Weilchen hin und her und entscheide mich dann für die PayBack-Karte, mit der ich Flugmeilen sammle. Merkwürdiges System, aber gut. Nicht neu ist der Pool, der deutlich größer ist als der in Südberlin, dafür aber von viel mehr Menschen eingesehen wird. Neu ist auch die Trainerin, die sehr gut ist und das Wasser und die Poolnudeln sehr sinnvoll als Trainingselemente einsetzt. Ich sitze das erste Mal in meinem Leben auf einer Poolnudel und kann mich im Wasser zurücklehnen. Neu sind dann auch Teile des Wellnessbereichs. Ich gehe erst ins Dampfbad und fühle mich sehr römisch, dann lese ich ein Kapitel im Ruhebereich. Dann Biosauna (alt), dann ein Kapitel im Ruhebereich. Dann finnische Sauna (neu: Es gibt jetzt zwei) und noch ein Kapitel im Ruhebereich.

Um 13:00 gehe ich final unter die Dusche und ziehe mich dann wieder an und gehe ins Draußen, 13:30 bin ich mit einer Freundin zum Frühstücken verabredet. Wir sitzen draußen in der Sonne und es ist gar nicht schlimm, dass ich meine Haare nicht zu Ende geföhnt habe.

Hüben wie drüben: Croque Mademoiselle mit Käse, Ei und Pilzen. Hier Rosmarin-Rhabarber-Limo, dort Maracujaschorle

Zum Nachtisch gibt es dann noch einen baskischen Käsekuchen mit Erdbeer-Rhabarber-Kompott, der wirklich umwerfend gut und fluffig ist. In Spanien habe ich den so nicht bekommen!

Vollgefuttert laufen wir an die Spree und setzen uns dort noch eine Weile hin und gucken aufs Wasser. Es ist ein typischer Berliner Frühsommertag Anfang April.

Gegen 16:00 wird es Zeit aufzubrechen, denn ich bin noch mit meinen Eltern und ihren Freund*innen verabredet, die von ihrem Trip in die Oberlausitz zurück sind. Ich fahre drei Stationen S-Bahn und laufe dann wieder an der Spree entlang. Mama hat Cranberry-Schokoladen-Scones gemacht und dazu gibt es Kräutertee aus dem Garten einer anderen Freundin.

Am frühen Abend breche ich auch dort auf und fahre mit U-Bahn und Tram zurück in den Pberg. Erst gibt es Radler und Buch auf dem Balkon, bis es dort gegen 20 Uhr zu kalt wird, dann wechsle ich aufs Sofa. Abendbrot brauche ich nach dem Geschlemme heute keins mehr, dafür nicke ich zwischendurch beim Lesen schonmal ein. Kurz vor 10 telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, gegen halb 11 wechsle ich ins Bett, gegen 11 gebe ich das Lesen für heute auf und schlafe ein. 15.700 Schritte.

12.04.2024 – Sprech- und sprachenlastiger Tag

Anderswo wird heute #12v12 mit zwölf Fotos am Zwölften zelebriert, ich hingegen könnte es durchaus auf zwölf Meetings heute bringen – naja, fast. Zwei Drittel Zielerreichung, wobei, Ziel impliziert ja, dass man etwas erreichen m ö c h t e. Anyway… Von Anfang an:

Ich erwache zehn Minuten vor dem Weckerklingeln, das heute schon um 6:30 ist, weil das Teilzeitkind ja immer noch in die Schule muss (Das bleibt noch eine Weile, es geht ja gerade erst dem Ende der vierten Klasse entgegen.) Dafür habe ich durchgeschlafen, das ist ja auch nett, und muss selbst erst viel später aufstehen. Es gibt also Kaffee und Lesen und Bloggen im Bett, bis der Liebste irgendwann an den Schreibtisch muss (vorher haben wir beide schon liegend auf dem Handy E-Mails gecheckt und erste Arbeitsdinge erledigt), dann stehe ich auch auf, richte mir meinen Sofa-Arbeitsplatz ein und mache mir Frühstück – Müsli mit Milch und Mispeln.

Um 9:30 dann Meeting 1 – mit Mailand. Es ist eine Art Kennenlernmeeting und dauert dadurch länger als die angesetzte Zeit, auch weil wir zur Verständigung Italienisch und Englisch brauchen und mein Italienisch nicht so schnell ist, ebenso wie das Englisch des Gegenübers. Aber immerhin verstehen wir uns gegenseitig ziemlich gut, nur das Sprechen… Wir überziehen jedenfalls gründlich, was sich dann auch auf alle folgenden Meetings auswirkt. Meeting 2 ist mit Ostfriesland, das ist sprachlich weniger herausfordernd. Durch die Verzögerung entfällt allerdings die eigentlich eingeplante Meetingpause danach. Dafür geht es direkt weiter mit Meeting 3 – Prenzlauer Berg, Lichtenberg und Moabit, auf Deutsch und Englisch. Im Anschluss ohne Pause Meeting 4, mit Südengland und komplett auf Englisch. Dann ist wieder eine Meetingpause eingeplant, was dafür sorgt, dass ich wieder in den normalen Rhythmus komme, durchatmen kann und die inzwischen angelaufenen E-Mails sichten kann. Aber nur kurz denn dann ist Meeting 5 da – Ostfriesland, Lichtenberg, Moabit und noch irgendwo in Berlin – diesmal alles auf Deutsch und wieder kurz überziehend, aber danach ist ja erstmal Mittagspause.

Ich mache mir den Rest Pommes mit Guacamole von gestern warm und esse ihn beim Liebsten im Bett liegend, während er schon wieder am Arbeiten ist – er hatte vorher schon Pause machen müssen, um etwas im Draußen zu erledigen. Ich pausiere keine volle Stunde, denn die To-Do-Liste ist noch lang. Ein paar Kleinigkeiten kann ich noch erledigen, bevor um 14 Uhr Meeting 6 losgeht – mit Prenzlauer Berg und auf Englisch. Direkt im Anschluss Meeting 7 – mit Paris und auch auf Englisch. Dann ist es 15 Uhr. Ich atme ich einmal tief durch, schreibe alles auf, was ich im Ergebnis all dieser Meetings noch machen muss und rufe dann nochmal in Lichtenberg an – Meeting 8 sozusagen. Als das vorbei ist, hat der Liebste schon Feierabend – er arbeitet nach Tarifvertrag und weniger als 40 Stunden pro Woche. Er legt sich zu mir aufs Sofa, während ich im Akkord alles abarbeite, was heute noch ansteht – einiges muss ich auf Montag verschieben, weil es so spät am Freitagnachmittag einfach nichts mehr bringt, eine Sache vergesse ich – die werde ich mir später noch für Montag einplanen.

Um 17 Uhr fahre ich meinen Laptop runter, mein Kopf ist Brei. Kurz Atmen und dann packe ich meine Sachen zusammen. Der Liebste und ich besprechen die Pläne fürs Wochenende und dann bringt er mich zur Bahn. Auf dem Heimweg mache ich Kreuzworträtsel und werde sehr müde. Keine 10.000 Schritte heute, ich will einfach nur nach Hause. Dort angekommen gibt es Abendbrot für die Katzen und ein Feierabendgetränk für mich – alkoholfreie Sangria sozusagen mit Wasser, Erdbeersirup, Orangen und Zitronen. Damit und mit meinem Buch setze ich mich auf den Balkon, wo es auch nach 18:30 noch warm genug ist.

Vorm Lesen mache ich noch Italienisch und Tschechisch. Dann ein paar Seiten im Buch, bis es zu kalt wird und ich aufs Sofa wechsle. Vorher mache ich mir noch einen Schnittchenteller zum Abendbrot.

Dann gibt es die letzten beiden Folgen LOL für diese Staffel (insgesamt unterwältigend diesmal, Olaf Schubert klares Highlight) und hinterher den wirklich guten Film „C‘è ancora domani“. Läuft grad auch in den Kinos (mit Untertiteln oder synchronisiert?), ich schaue aber die italienische Originalfassung aus dem letzten Jahr, wie der Mitbewohner letztes Wochenende. Der Film ist komplett im römischen Dialekt, was es nochmal schwieriger macht. Das Wichtigste bekomme ich mit, aber einige Details erst beim späteren Nachlesen. Ich denke mir es hilft, dass die mamma von Il Professore Römerin ist (der papà spricht Neapolitanisch, was mir auch schon Vorteile verschafft hat).

Nach dem Film ist es schon deutlich nach 10. Ich mache mich bettfertig und lese dann noch bis kurz vor 11 im Bett weiter, bis mich die Müdigkeit übermannt.

11.04.2024 – Nach der Arbeit in den Wald

Nicht so ganz toll, dass ich um 5 eine (unabsichtliche? Man weiß es nicht) Katzenpfote im Gesicht habe, denn nach dem Klogang habe ich Mühe, wieder einzuschlafen und gebe es gegen 6 dann ganz auf, weil um 7 eh schon der Wecker klingelt. Stattdessen gibt es dann also eine Tasse weißen Tee und die übliche Morgenlektüre mit anschließendem Bloggen und ausführlicher Sprach-App-Bedienung. Duolingo steht seit dem Wochenende wieder auf Italienisch, da ich ja aus Spanien zurück bin, und nach den Tagesaufgaben habe ich noch zwei Herzen für Tschechisch übrig, denn die nächste Auslandsreise geht nach Prag. In Babbel schaffe ich auch, einen Berg an liegengebliebenen Italienischwiederholungen abzutragen – so ist die zusätzliche Zeit zumindest gut genutzt.

Ab dem Aufstehen wird es kurz ein wenig hektisch, weil ich so vieles im Kopf habe, das berücksichtigt werden muss. Neben Duschen und Anziehen muss ich einen Rucksack packen für:

  • Den Vormittag im Büro inkl. Frühstück und Klebeband und Schere für eine Spezialoperation
  • Den heutigen After-Work-Auftrag
  • Eine Übernachtung
  • Das Wiedersehen mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind inkl. Mitbringsel aus Spanien

Außerdem Katzen füttern, die neue Balkonbepflanzung ausgiebig gießen, noch einen weißen Tee machen und in den Thermobecher für unterwegs gießen und nebenbei mit dem Liebsten telefonieren. Uff.

Dann geht es mit Tram und U-Bahn ins Büro und zwar so früh wie präpandemisch oft, also mit völlig überfüllten Bahnen und Bahnsteigen, wie ich das nicht vermisst habe! Besonders in der U-Bahn ist es ölsardinenhaft – plus eine Gruppe von Tourist*innen, die das anstrengend, aber witzig finden und unbedingt Fotos machen müssen und damit den kompletten Rush-Hour-Verkehr behindern und noch anstrengender machen. Ich bin sehr froh, als ich aussteigen kann und mit vielen anderen unser Bürogebäude betrete. Das ist so weitläufig, dass ich nach kurzer Zeit wieder völlig allein bin – auch, als ich unsere Räumlichkeiten betrete. Es ist auch erst kurz vor 9.

Ich baue meinen Laptop auf, frühstücke und checke E-Mails. Dann drucke ich Dinge aus – und weil ich müde und schludrig bin, tue ich das insgesamt dreimal. Macht drei Gewaltmärsche bis zum Drucker und hohe Wahrscheinlichkeit für Muskelschmerzen/Sehenscheidenentzündungen vom Öffnen der vielen Zwischentüren. Der Schrittzähler freut sich. Das anschließende Telefonat mit einem Kollegen nutze ich für Schneidarbeiten und nach dem Telefonat laufe ich durch die Gegend und klebe Sachen an Wände und Türen. Auch erledigt.

Danach unterhalte ich mich länger mit einem anwesenden Kollegen über die Ereignisse der Woche, bevor ich mich der Arbeit an einem neuen Projekt widme – zunächst Recherchen. Um 13 Uhr dann das Jahresrückblicksgespräch mit meiner Chefin, bei dem wir die angesetzte Stunde mal wieder ordentlich überziehen. Ein gutes Gespräch mit vielen neuen Impulsen und einer für mich überraschenden Erkenntnis im Bezug auf Eigen- und Fremdwahrnehmung. Sie spiegelt mir, dass ich in Meetings mit mehreren Menschen immer komplett ruhig und abgeklärt wirke und sie dann manchmal total überrascht ist, wenn ich im 1:1-Gespräch sage, wie gestresst ich gerade bin. Dass ich total ruhig wirke habe ich schon öfter gehört und ich verzeichne das auch als etwas sehr Positives. Muss nur noch ergründen, woran es liegt – evtl. daran, dass ich bei vielen Meetings eine Katze auf dem Schoß habe? Unsere Teammeetings liegen auch normalerweise ganz am Ende des Arbeitstages, vielleicht bin ich da auch einfach ausgepowert. Muss mal die Leute fragen, mit denen ich eher morgens Meetings habe. Jedenfalls da mal weiter drüber nachdenken – und nebenbei gucken, wie die Chefin und ich da besser kommunizieren können, damit sie mich besser einschätzen kann.

Nach dem Meeting wird es schon wieder hektisch, denn ich muss meinen Krempel zusammenpacken und mit U- und S-Bahn nach Südberlin fahren und mir irgendwie Mittagessen organisieren, bevor mein nächstes Meeting beginnt. Nach kurzem Check-in mit dem Liebsten bestelle ich mir noch aus der Bahn einen Burger und Pommes mit Guacamole zu ihm nach Hause. Außerdem verschiebe ich von da noch das nächste Meeting doch auf morgen früh, da es zeitlich durch das vorherige Überziehen einfach nicht hinhaut. Das gibt mir dann genügend Zeit, um mich am Schreibtisch des Liebsten einzurichten und dann erst mein Essen und dann das Teilzeitkind in Empfang zu nehmen, bevor das nächste Meeting losgeht.

Bei dem muss ich dann einfach essen – es ist schon 15:30 – aber die beiden Kolleginnen in Madrid und Chicago haben Verständnis. Um 16 Uhr dann das letzte – globale – Meeting des Tages, das eine Stunde lang geht. Punkt 17 Uhr klappe ich den Laptop zu, packe Buch, Wasser und Portemonnaie in eine Tasche und treibe das Kind an, sich fertig zu machen, denn wir müssen los. Wir laufen zum Bus und fahren zusammen weiter gen Westen. Das Kindelein bekommt ein Franzbrötchen spendiert und geht dann zu seinem Schwimmkurs. Da das Wetter gut ist, lasse ich das Buch Buch sein und vertreibe mir die Wartezeit mit einem Spaziergang durch den Wald zum See.

Das dauert in gemütlichem Tempo fast genau die Stunde, die der Schwimmkurs geht. Ich nehme ein nasshaariges Kind wieder in Empfang und dann fahren wir mit U-Bahn und Bus zurück nach Hause, wo uns der Liebste erwartet, der in der Zwischenzeit von seiner Dienstreise zurückgekehrt ist, eingekauft hat und Abendbrot gemacht hat. Ein Wiedersehen nach drei Wochen (für das Teilzeitkind waren es nur drei Tage, aber es freut sich ebenso). Wir essen tortellini in brodo und erzählen uns von unserem Tag. Nach dem Essen chillen alle in ihren Zimmern (also ich mit in dem des Liebsten), bis es Zeit für das Kindelein wird, ins Bett zu gehen. Wir haben dann auch nicht mehr viel vor und gegen 23 Uhr geht auch bei uns das Licht aus. 18.188 Schritte sagt der Zähler.

10.04.2024 – Plötzlich wieder April

Gestern waren es noch 26 Grad, heute dann nur noch 14, es geht also mit Jeans und Hoodie und Tee an den Schreibtisch, der Balkonarbeitsplatz kann mich heute definitiv nicht locken. Auf Mastodon ging es zuletzt viel um das verfrühte Erblühen der Vegetation, jetzt scheint es eine kurze Rückbesinnung auf den Kalender zu geben – was natürlich nicht bedeutet, dass die Blüten sich wieder einschrumpeln.

Auch die Arbeit hält sich nicht an den Kalender. Eigentlich ist heute meetingfreier Mittwoch, trotzdem habe ich insgesamt sechs davon. Eins mit Paris, Mailand, Madrid (ja wirklich!) und Ostfriesland, eins mit Ostfriesland, Nürnberg, Lichtenberg und Charlottenburg, zwei globale nur zum Zuhören, eins ganz kurzes mit Mailand und dann nochmal eins mittelkurzes mit Paris kurz vor Feierabend. Dazwischen bleibt dann gar nicht so viel Zeit für die eigentliche Arbeit, ich schaffe nur ein paar Kleinigkeiten hier und da und erledige Dinge von meiner To-Do-Liste, die eben keine größeren Denkanstrengungen benötigen. Es ist ein Tag der kleinen Gesten – Überraschungen vorbereiten, Eid-al-fitr-Wünsche versenden, sich nach Befinden erkundigen…

Die Mittagspause muss durch die Lage der Meetings auch kurz ausfallen, ich bringe nur schnell etwas Müll herunter und mache mir Käsestullen und Apfel. Nach Feierabend geht es dann aber nochmal so richtig in die Vollen.

Erst absolviere ich endlich die dritte Session im Sportprogramm für Vielsitzende. Erst war ich kränklich gewesen, dann haute es terminlich nicht hin und in Spanien hatte ich schlicht nicht die richtigen Gegebenheiten – in Valencia wollte ich, aber auf Fliesenboden turnt es sich schlecht. Heute aber dann endlich, mit meiner Yogamatte als Unterlage. Und dann zähle ich nochmal nach: Ich habe noch drei Wochen Slacken gut, bis zu meinem Geburtstag muss ich die zehn Einheiten absolviert haben, damit ich mein Geld zurückbekomme, das sollte schaffbar sein.

Nach dem Sport geht es raus in die Stadtnatur – das Schrittziel ist heute noch weit entfernt. Ich laufe eine Stunde draußen herum – durch die Hinterhofgärten, die schon verblühte Magnolienstraße, am Kiezteich entlang, unter Kirschblüten hindurch, durch den Park, weiter unter Bäumen, über den Spielplatz und wieder zurück. Ganz am Ende wähle ich mich nebenbei schon in das Webinar vom Adulting-Projekt ein, das um 20 Uhr startet, als ich gerade wieder die Treppen hochlaufe. Ich höre zu und absolviere meinen Redeanteil dann, während ich mir Abendbrot mache – die erste Pasta seit 26 Tagen laut den Fotos in meinem Handy. Was zwei Wochen Spanien so mit einem machen. Schlimm.

Die Pasta gibt es sommerlich, als lauwarmen Nudelsalat mit Avocado, getrockneten Tomaten, eingelegten Zucchini und Parmesan, dazu eine Feierabendlimo.

Wegen technischer Schwierigkeiten endet das Webinar heute früher, so dass ich nochmal ausführlich mit dem Liebsten telefonieren und dann die Daily Show von Montag nachgucken kann, bevor es Zeit wird, ins Bett zu gehen und nochmal so 20 Seiten zu lesen. Gegen 23 Uhr mache ich das Licht aus.

09.04.2024 – Büro und Yoga in der Berlin-Version

Nach recht guter Nacht mit nur kurzer Unterbrechung komme ich morgens trotzdem schwer aus dem Bett. Die Katzen kleben nach meinen zwei Wochen Abwesenheit immer noch sehr an mir und ich muss mich quasi unter und zwischen ihnen hinauswinden, was die Sache nicht einfacher macht. Dann ziehe ich mich rasch an, packe meinen Rucksack fürs Büro, füttere die beiden Biester, winke dem Mitbewohner zu, der auch sehr verschlafen aussieht, und mache mich auf den Weg zur Tram.

Während der Fahrt mache ich einerseits Duolingo, andererseits verfolge ich den Büro-Chat (der Arbeitstag hat schon angefangen). Es gibt Probleme mit der Stromversorgung, also gehe ich gleich bei Ankunft zum Empfang und nehme direkt einen Techniker mit hoch, der sich kümmert. Dann baue ich meinen Laptop auf, löffle mein Frühstück (den Rest Rhabarberkompott mit Müsli) und bespreche mich mit zwei Kolleg*innen. Überhaupt findet heute viel live und vor Ort statt, vieles außerhalb von formalen Meetings. Von denen habe ich nur drei – eins großteils vor Ort mit einer Person zugeschaltet, eins mit meinem Team (also Nord- und Südengland, Paris und Chicago) und eines nur mit Chicago. Drumherum viel Organisatorisches und viel Zwischenmenschliches. In der Mittagspause gehe ich meine Eltern besuchen, erzähle von Spanien und bekomme Gemüsesuppe vorgesetzt – und die Aussicht auf Übernahme des Fahrrads meiner Mama, die in Berlin aus verständlichen Gründen nicht mehr fahren will – vielleicht kommt ja dafür das in Kanada bald wieder zum Einsatz? 😉

Die Freund*innen der beiden, die ich hier eigentlich auch treffen wollte, verspäten sich leider, ich begegne ihnen aber immerhin noch unten auf der Straße, als ich ins Büro zurückkehre. Dort geht es befeuert mit einer Flasche Spezi weiter wie am Vormittag, bis ich kurz nach 18 Uhr die Segel streiche und nach einem letzten Austausch mit einem Kollegen die U-Bahn zum Yoga nehme.

Dort sind wir heute zu viert und in einem kleineren Raum, weil im großen gebaut wird, es ist wie immer sehr schön, aber mir fehlen die Baobab-Bäume aus dem Turia-Park schon ein wenig. Ich stelle sie mir dann beim Shavasana vor. Wir überziehen die Stunde ordentlich und als ich mich auf den Heimweg mache ist es schon dreiviertel 9. Ich komme noch an einem offenen Späti/vietnamesischen Obst- und Gemüseladen vorbei und kann sowohl endlich Mispeln kaufen (die in Spanien sahen immer schon zu überreif aus) und außerdem meine Balkonbepflanzung erweitern – mit Minze, Melisse, Rosmarin, Estragon und Salbei. Jetzt noch Thymian, Oregano und was fürs Auge (und die Schmetterlinge und Bienen) und das Arrangement ist perfekt.

Zuhause angekommen stelle ich schnell die Töpfe in die Kästen, füttere die Katzen und mache mir einen Abendbrotteller mit Käsebrot, Salamibrot, Radieschen, Banane und Mispeln mit einem Rest Tee. Den gibt es gegen halb 10 auf der Couch.

Gegen 10 mache ich mich bettfertig und schaffe es tatsächlich noch, etwa 40 Seiten zu lesen – das neu angefangene Buch ist übrigens „Lessons in Chemistry“ von Bonnie Garmus – wärmstens empfohlen von diversen Menschen (außer der Chemikerin Frau Brüllen) und das aktuelle Buch in unseren Firmen-Buchclub, lag zum Glück schon seit Weihnachten auf meinem Bücherstapel.

08.04.2024 – Homeoffice und Sommer in Berlin

Die Nacht war gut, die Katzen kuschelig, der Morgen ist entspannt. Nicht viel zu essen im Haus (also frühstücksgeeignet – das Carepaket, dass der Mitbewohner von seiner mamma zu Ostern bekommen hat, mit Würsten und Käse und allem möglichen sonst wird noch eine Weile reichen), also gibt es einen kleinen Rest Osterbrot und eine kleine Schüssel Müsli ohne Obst, dazu Mate und Früchtetee. Der Arbeitstag lässt sich gemütlich an, drei Meetings werden abgesagt oder verschoben, die verbliebenen drei finden erst am Nachmittag statt. Ich puzzle also am Morgen so vor mich hin, endlich wieder Arbeit mit Katze auf dem Schoß.

Mittags drehe ich dann eine Einkaufsrunde zu Drogerie- und Supermarkt und werde vom eingetroffenen Frühling bei Sommertemperaturen fast erschlagen.

Die Tulpen habe ich fast verpasst, leider

Als ich wieder zuhause bin, gibt es den Mangosalat, den ich gestern eigentlich als Vorspeise bestellt hatte, zum Mittag und danach das erste Meeting des Tages – mit Ostfriesland, dem Berliner Büro, Pankow, Barcelona und London. Danach wieder Stillarbeit bis zum Meeting mit London. Zwischendurch telefoniere ich erst mit dem Liebsten, im Zug zu einer Dienstreise, und dann mit dem Teilzeitkind, das deswegen den Nachmittag über alleine zuhause ist, weil die Lehrer*innen heute Weiterbildung haben und sein Bonuspapa es erst am Nachmittag abholen kann, wenn er die kleinen Geschwister aus dem Kindergarten holt. (Mama ist auch auf Dienstreise.) Das Kindelein ist ganz zufrieden mit der Situation, es guckt fern und putzt nebenbei die Küche. Evtl. sollte man es öfter mal alleine lassen?

Dann ist es Zeit für das dritte Meeting, mit Chicago und Maine – hier sprechen wir neben den eigentlichen Themen auch über die Sonnenfinsternis, die beide Kolleginnen im Laufe des Tages erreichen würde, und wie sie sich noch eine passende Brille basteln könnten. Ich erzähle von meinem Total-Eclipse-Erlebnis 1999 in England und der partiellen vor einigen Jahren in Berlin.

Kurz vor 18 Uhr bin ich für heute fertig und gehe wieder raus, diesmal eine Runde über Baumarkt, Blumenladen und einen weiteren Supermarkt, mit dem Ziel der Balkonbegrünung. Scheinbar hat Berlin am Wochenende ordentlich zugeschlagen, die Ausbeute ist gering. Ich kaufe zwei schmückende Pflanzen mit gelben und orangenen Blüten, außerdem Katzengras, Schnittlauch, Petersilie und Basilikum.

Wieder zuhause topfe ich den Basilikum um – aus eins nach vier, in der Hoffnung, dass er so länger hält und wächst und gedeiht, entsorge alte und vertrocknete Pflanzen, verteile die restlichen Töpfe auf die Balkonkästen und gieße. Ein Anfang ist gemacht, aber Fotos gibt es erst, wenn ich ausreichend Pflanzen habe und mit dem Gesamtbild zufrieden bin. Ich durchsiebe noch die beiden Katzenklos (das auf dem Balkon wird ja jetzt auch wieder häufiger frequentiert, bringe Müll weg und hole frisches Streu aus dem Keller, dann habe ich Feierabend.

Ich verarbeite den ersten Rhabarber mit Ahornsirup, Erdbeersirup, Wasser und Vanillepuddingpulver zu Kompott. Dann mache ich mir einen deutsch-italienischen Abendbrotteller: Roggenvollkornbrot mit Butter und Kresse, Radieschen und dann kampanische Salami, Parmesan und eingelegte Zucchini. Gegessen wird erstmals auf dem Balkon, wo es auch nach 20 Uhr noch warm genug dafür ist.

Das Kompott gibt es dann aber schon drinnen auf der Couch (bei offener Balkontür), dazu Podcast und Spielen. Gegen 22 Uhr mache ich mich bettfertig und schlafe dann auch schnell ein, ohne Lesen heute.

07.04.2024 – Ein letztes Fitzelchen Spanien und glückliche Katzen

Um noch möglichst viel vom Tag zu haben, hatte ich mir den Wecker auf halb 8 gestellt. Dann werde ich schon um 7 wach, döse aber immer wieder ein. Gegen 8 ist dann ein Munterkeitsstatus erreicht, der mir erlaubt, das Internet leer zu lesen und zu bloggen. Gegen 9 stehe ich auf, dusche, ziehe mich an und packe schon wieder meine Sachen, während ich mit dem Liebsten telefoniere. Ich hatte letzte Woche einiges in Madrid gelassen, das jetzt irgendwie in den Koffer muss, dafür wird der Wintermantel hündisch getragen werden müssen – gebraucht ganz sicher nicht, in Madrid und Berlin werden es heute entspannte 23/24 Grad. Die Hitzewelle, in deren Ende ich vor zwei Wochen bei Ankunft in Madrid noch gerutscht bin, hat mittlerweile Deutschland erreicht.

Kurz vor 10 gehe ich los in die Chocolaterie, in der wir vor zwei Wochen am Sonntag auch waren (drei Sonntage in Spanien, dreimal Churros – jetzt ist es Tradition). Mir fällt auf, dass das das einzige Lokal ist, in dem ich in den vergangenen zwei Wochen zweimal war.

Nach dem reichlichen Frühstück fasse ich einen Plan für die restliche Zeit bevor ich los muss und spaziere zum Königlichen botanischen Garten. Unterwegs besorge ich noch ein paar Souvenirs und dann geht’s ins Grüne und Bunte.

Mandelbaum mit Früchten

Auf dem Heimweg laufe ich dann mit vielen anderen mitten auf der Straße, die schon seit gestern wegen irgendeines Laufes gesperrt ist. Natürlich tue ich das. Manche Leute laufen trotzdem auf dem Gehweg, aber schon aus politischen Gründen muss es die Straße sein.

Wieder in der Wohnung verschnaufe ich nochmal kurz, trinke etwas Wasser, telefoniere nochmal mit dem Liebsten, schreibe meiner Gastgeberin einen Zettel, lege ihre Schlüssel, Madrid Travel Card und Valencia Travel Card hin – falls sie mal hinwill – und dann heißt es Abschied nehmen. Mit Rucksack, Rollkoffer und Wintermantel geht es zurück zum Bahnhof – zum Glück heute bergab. Am Museum Reina Sofia wickelt sich wieder eine Schlange um den ganzen Platz… Beim nächsten Mal muss ich wochentags Zeit haben und online ein Ticket kaufen, dann versuche ich das mal.

Der Bahnhof ist groß und unübersichtlich. Die Automaten helfen mir nicht wirklich weiter beim Ticketkauf, also gehe ich zum Schalter. Da gibt es dann unproblematisch ein Ticket zum Flughafen und irgendwann habe ich auch das richtige Gleis gefunden. Unspektakuläre Zugfahrt, dann wieder viel Lauferei auf dem Madrider Flughafen. Zum Gepäck abgeben muss ich meine Bordkarte scannen (eingecheckt hatte ich schon gestern), dann dem Schreck entweichen, dass ich draufzahlen solle, weil der Automat erst im zweiten Schritt ansagt, dass ich ja schon zugebucht und bezahlt habe und dann den Koffer abgeben. Ähnlich chaotisch ist es an der Security, für Leute, die nicht so oft fliegen muss das alles ganz schön undurchsichtig sein.

Nach der Security habe ich dann eine Viertelstunde Zeit, bis mein Gate angezeigt wird. Die nutze ich für noch mehr Souvenirkauf. Bis zum Gate laufe ich dann noch ganz schön lange – und schlecht ausgeschildert. Die 10.000 Schritte habe ich für heute längst erreicht. Das Boarding ist dann wieder unspektakulär und den Flug verbringe ich mit Podcasts, Schlafen und Kreuzworträtseln. Gegen halb 7 landen wir in Berlin. Dann wieder ellenlange Fußwege, aufs Gepäck warten und zur Bahn. Auch hier wieder – gut, dass ich mich auskenne. Trotzdem muss ich den Koffer Treppen runterschleppen. Und dann nochmal rauf – am Ostkreuz beim Umsteigen. Beim Betreten der Ringbahn schicke ich meine Essensbestellung ab, die ich beim Warten aufs Gepäck zusammengestellt hatte.

Ein letztes Kofferschleppen dann beim Ankommen zuhause. Nimbin maunzt mich an und schimpft, dass ich so lange weg war. Dann kommt er kuscheln. Noosa kommt direkt und freut sich. Meine erste Amtshandlung ist es, die Balkontüren aufzureißen und die Liegestühle auf den Balkon zu stellen. Dann gibt es ein Radler draußen – es ist 20 Uhr, schon dunkel (eine Stunde früher als in Madrid) und noch 20 Grad. T-Shirt-Wetter im Dunkeln am 7. April. Der Mitbewohner kommt dazu und wir quatschten kurz, bis mein Essen ankommt – warmer Glasnudelsalat mit Tofu und ein Mangosalat, den ich mir für morgen aufhebe.

Dabei telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, bevor ich mich in die lang ersehnte Badewanne lege. Gegen 23 Uhr liege ich bei offener Balkontür im Bett und fange mein neues Buch an – zehn Minuten später schlafe ich tief und fest.

06.04.2024 – Tschüß València, zurück nach Madrid

Mit einer winzigen Wachpause gut durchgeschlafen und noch eine ganze Weile gemütlich liegengeblieben, nachdem ich mir Wasser mit Zitrone gemacht habe. Irgendwann nach dem Telefonat mit dem Liebsten stehe ich dann auf, denn es gibt ja noch einiges zu tun heute. Ich dusche und ziehe mich an, dann heißt es Kofferpacken. Bzw. erstmal Koffer, Rucksack und Handtasche. Da ich bei den heutigen Temperaturen lauschige 23 Grad sowohl hier als auch in Madrid ungern den Wintermantel mit mir herumschleppen möchte, muss der in den Koffer und nimmt dort eine Menge Platz weg, so dass dann nicht alles andere in den Rucksack passt. Außerdem will ich ja nochmal raus und da nur die Tasche mitnehmen.

Dann heißt es, die Wohnung in übergabefertigen Zustand zu bringen – aufräumen und den Abwasch der letzten Tage erledigen – ich habe es ein wenig schleifen lassen, weil auch pro Tag nicht so viel angefallen ist, jetzt also eine große Ladung. Außerdem schneide ich noch den letzten Apfel klein und packe ihn mir mit dem Rest Chips von gestern Abend als Reiseproviant ein – alle Reste ratzekahl verputzt! Yay!

Als alles fertig ist, gehe ich ins Draußen – zunächst zum Café um die Ecke, das mir die Gastgeberin als ihr Stammcafé empfohlen hat. Ich sitze an einem Tisch draußen und frühstücke Waffeln mit weißer Schokoladensauce, Rosenmarmelade und Pistazien, dazu heiße Schokolade und frisch gepressten O-Saft. Leider ist die heiße Schokolade nicht die richtige, die man zu Churros kriegt, sondern eher Kakao – hätte ich also auch Kaffee nehmen können.

Dann tragen mich meine Füße nochmal zum Meer. Es ist diesig heute (Sahara-Staub vielleicht?) aber trotzdem ordentlich warm und die Sonne hat trotzdem richtig Kraft. Ich setze mich nah ans Wasser, starre in die Wellen, beobachte mutige Schwimmer*innen und plantschende Kinder, atme tief die Seeluft ein und schnappe mir dann irgendwann mein Buch.

Nach ungefähr anderthalb Stunden vor dieser Kulisse verabschiede ich mich schweren Herzens und kehre ein letztes Mal zurück zur Ferienwohnung, um mein Gepäck zu holen. Damit geht es dann Richtung Tram-Haltestelle am Hafen. Unterwegs ruft es von der anderen Straßenseite – ein Kollege hat mich entdeckt und wünscht mir eine gute Heimreise. Hach. Mit der Tram geht es direkt bis in den U-Bahnhof, das hat den Vorteil, dass ich mein Gepäck weder die Treppe runtertragen muss, noch im Fahrstuhl steckenbleiben kann. Die U-Bahn fährt dann vom gleichen Bahnsteig, andere Seite, und bringt mich wieder zum Bahnhof. Dort duften die Orangenblüten wieder genauso intensiv wie am Ankunftstag und machen den Abschied perfekt.

Am Bahnhof habe ich noch ein paar Minuten Zeit und ein schlauer Mensch hat genau hier einen Bonbonladen mit Selbstmischmöglichkeit hingebaut. Folglich reise ich also mit gemischten Gummibonbons weiter (und einem Stück kandierter Pomeloschale – sehr lecker!)

Man muss dann warten, bis der Zug aufgerufen ist, dann darf man sein Gepäck durchleuchten lassen, das Ticket wird kontrolliert und man kommt auf den Bahnsteig. Der Zug hat heute 10 Minuten Verspätung, weil unterwegs irgendwo langsamer gefahren werden muss, ansonsten klappt alles so reibungslos wie auf der Hinfahrt. Ich habe wieder einen Fensterplatz mit Tisch und verbringe die Fahrt Apfel- und Chips-naschend und mein Buch auslesend. Kann man gut lesen und wahrscheinlich werde ich mir auch noch die Verfilmung (als Serie) anschauen. Schön auch, dass am Ende des Buches das Black-Cake-Rezept verraten wird.

Nach zwei Stunden kommen wir in Madrid an, an einem anderen Ende des Bahnhofs als ich abgefahren bin, bzw. als ich vor zwei Wochen vom Flughafen aus angekommen bin. Ich muss also ganz schön weit laufen, bis ich wieder auf mir bekannten Wegen bin, dann allerdings geht es ohne Probleme und Google Maps wieder zurück zur Wohnung meiner lieben Kollegin. Ohne Probleme stimmt nicht ganz, denn es geht natürlich wieder steil bergauf und ich bin ganz außer Puste, als ich ankomme. Mich erwarten ein lieber Brief und mein geliebtes Sofa. Die Kollegin war zwar Sonntag aus Frankreich zurückgekommen, ist dann aber Donnerstag wieder nach Irland abgereist und kommt dann erst nach einem Umweg über die Slowakei nach Madrid zurück, wenn ich schon längst wieder in Berlin bin.

Ich ruhe mich aus, trinke Wasser und recherchiere Dinge im Internet. Dann entscheide ich mich für ein Lokal fürs Abendessen und dafür, für spanische Verhältnisse früh hinzugehen (so dass ich auch an einem Samstagabend noch einen Tisch kriege und mich nicht mit anderen an der Bar drängen muss). Kurz vor 20 Uhr bestelle ich mir einen alkoholfreien Cocktail (Ananas, Maracuja, Vanille, Minze, Limette) und eine Paella mit Meeresfrüchten. Acht Tage lang habe ich in Valencia eine Gelegenheit gesucht, alleine Paella zu essen, in Madrid ist das kein Problem. Ist zwar nicht das valenzianische Original, aber ich mag Meeresfrüchte auch eh lieber als Kaninchen und außerdem gibt es in Madrid aufgrund des Hauptstadtstatus‘ angeblich sowieso die besten Fische und Meeresfrüchte des Landes. Schmeckt jedenfalls.

Kurz nach 9 liege ich wieder auf der Couch und gucke dann erst die beiden neuen Folgen LOL und dann noch ein bisschen auf YouTube herum, bis ich gegen Mitternacht ins Bett falle und schnell einschlafe. Letzte Nacht in Spanien, schnüff.

05.04.2024 – Letzter Arbeitstag in Valencia #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Der Tag beginnt erstmals kurz nach 3. In meinem Traum druckt jemand im Wohnzimmer etwas aus, es brummt und piept. Dann bin ich wach und es brummt und piept immer noch. Immer nur ganz kurz – tiefes Brummen, ein-zwei Piepser, Stille. Nach ein paar Minuten wieder. Ich nehme im Halbschlaf an, dass wirklich irgendwer in der Wohnung drüber oder der nebenan etwas druckt, gehe kopfschüttelnd aufs Klo, lege mich wieder hin, versuche einzuschlafen. Brumm-Piep! So wird das mit dem Einschlafen nichts. Ich versuche es erst mit Abwarten, dann stehe ich mehrfach auf und überprüfe sämtliche elektrischen Gerätschaften in der Ferienwohnung – Kühlschrank, Mikrowelle, Wasserkocher, Boiler, Klimaanlage, alles ist brav aus oder zu oder rührt sich nicht. Ich kehre zurück ins Bett und hoffe, dass das aufhört. Etwa zwei Stunden lese ich (zwischendurch fällt mir auch ein Arbeitsding ein, das ich kurz überprüfe), dann scheint wieder Stille zu herrschen und ich schlafe gegen 5 wieder ein.

Halb 7: Brumm-Klingeling. Statt dem Piepen jetzt wie eine Handymelodie. Nur noch zwei-dreimal, aber genug, um als Wecker fungieren. Ich bin recht gerädert nach dieser Nacht, aber es ist gar nicht so schlecht, dass ich schon so früh wach bin, der Wecker hätte auch so um 7 geklingelt. Ich lese das Internet leer, blogge und stehe dann auf – der Liebste hat heute frei und schläft hoffentlich noch, also kein Morgentelefonat. Ich dusche, putze Zähne, ziehe mich an und bereite meine Sachen fürs Büro vor. Eine Birne wird kleingeschnippelt und verdost, der Rest Müsli eingepackt (die Milch hier hatte ich ja gestern schon alle gemacht, also gibt es das Frühstück erst im Büro). Ich trinke den Rest Pfirsichsaft aus und dann laufe ich los.

Erst durchs verschlafene Fischerdorfviertel, dann wieder die laute lange Straße entlang – unter Palmen und Orangenbäumen – bis zum Büroturm an deren Ende. Halb 9 bin ich da und treffe direkt unten auf einen Kollegen. Wir fahren gemeinsam hoch und ich setze mich heute mit an seine Schreibtischinsel. Heute am Freitag sind sehr wenige Leute da, die beiden Neuen und der Kollege, der sie einarbeitet, und ein anderes Team, das als einziges am Freitag den Bürotag hat. Dafür sind heute 80% der Anwesenden deutschsprachig, was irgendwie ungewohnt ist nach den letzten beiden Wochen.

Ich hole mir einen Kaffee, kippe Milch ins Müsli und stelle fest, dass ich die Birnendose zuhause vergessen habe. Na toll. Dann hole ich mir wieder eine deutsche Tastatur aus dem Fundus, richte meinen Arbeitsplatz ein und dann kann es losgehen:

  • Ich baue schnell eine Seite im Intranet um und versende dann eine globale E-Mail als unser HR-Chef anlässlich des Weltgesundheitstags, der am Sonntag stattfindet. Ist natürlich alles mit ihm abgesprochen und von ihm abgesegnet. Dann poste ich noch etwas dazu in unserem globalen Chat und im Chat unserer Wellness ERG, wo sich eine Diskussion über praktische Gesundheitstipps für den Alltag entspinnt, Mission geglückt
  • Um 9:15 startet die virtuelle Kaffeerunde für das deutsche Team, heute mit Kolleg*innen in Berlin, Valencia, Ostfriesland, Hannover und auch Barcelona, wo eine Kollegin gerade weilt. Wir reden über das Essen, das Wetter, die Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland und spinnen Ideen für die Zukunft
  • 10:00 Meeting mit Ostfriesland
  • Danach kurze Atempause mit Abarbeiten von Kleinigkeiten und kurzem Check-in mit dem Liebsten, der mit dem Teilzeitkind auf dem Weg in ein Erlebnisbad ist
  • 11:00 Meeting mit Biesdorf, Moabit, Prenzlauer Berg und Hannover
  • Hinterher Nacharbeiten zu meinem Meeting-Marathon von gestern, da muss noch einiges an Action Items erledigt werden
  • 12:45 gehe ich mit einer ganzen Handvoll deutscher bzw. deutschsprachiger Kolleg*innen Mittag essen – heute gibt es Mexikanisch
  • 13:45 Meeting mit Ostfriesland, Biesdorf, Lichtenberg und Hannover (daher die für Spanien unheimlich frühe Mittagspause)
  • Dann wieder Nach- und Abarbeiten von Dingen, die vor dem Wochenende erledigt sein müssen – Aufgaben abschließen, Tickets erstellen, Wochenbericht schreiben…
  • Gegen 15 Uhr nochmal ein spontanes Meeting mit Biesdorf (inzwischen im Auto), Ostfriesland und Hannover
  • Nochmal Nacharbeit, dann gucke ich das Tutorial von gestern zu Ende und baue mit diesem Wissen dann eine Datenvisualisierung nach, die eine Kollegin geschickt hatte – Achievement unlocked, jetzt kann ich das auch

17:30 Feierabend. Ich packe meinen Kram zusammen, räume die Tastatur weg, bringe Geschirr in die Küche. Wir erklären den beiden Neuen, dass sie jetzt auch endlich ins Wochenende gehen sollten. Ein Teil der anderen geht noch in die Kneipe auf ein Bierchen, aber mich zieht es ans Meer – morgen muss ich schließlich von hier weg.

Ich spaziere zum Hafen – es ist nicht so warm wie gestern und vorgestern, aber immer noch so 22-23 Grad und die Sonne scheint. Auf den Stegen sonnen sich Menschen und einige Mutige springen direkt ins Wasser.

Dann kommt der Strand. Ich kaufe mir an einem Stand eine letzte Horchata und ein Farton dazu und setze mich damit in den Sand.

Nachdem ich aufgegessen und ausgetrunken habe, wird es mir langsam kühl. Der Wind hat aufgefrischt und es ist Abend geworden. Nur noch 17 Grad. Einige Verrückte sind noch im Wasser, ich hingegen ziehe mir alles an, was ich habe und gehe am Wasser spazieren.

Es sind einige Angler am Start und eine Frau plus Kind, die im flachen Wasser nach Muscheln graben. Ich überlege, ob ich nochmal Essen gehen soll – Paella bekomme ich alleine auf keinen Fall, das habe ich in den letzten Tagen gelernt – und entscheide mich dann, zum Rest Käse und Birne, die ich noch habe, einfach noch etwas dazuzukaufen und zuhause zu essen.

Nach ausführlichem Wellengucken drehe ich also um und laufe zurück in mein Viertel. Im Supermarkt kaufe ich eine kleine Flasche Gazpacho, eine Tüte Chips (Pfeffer und Zitrone) und eine Zitronenlimo. Ich überlege noch kurz vor der abgepackten Fertigpaella, entscheide mich aber dagegen. Leider gibt es keine kleinen Portionen jamón und auch keinen Orangenlikör zu kaufen. Nun denn.

Zuhause gibt es dann also gegen 21 Uhr Käsehäppchen, Birnenhäppchen, Gazpacho, Chips und Zitronenlimo auf dem Sofa. Dazu und danach telefoniere ich mit der Kollegin und Freundin in Frankreich, die ja eigentlich auch gerne mit nach Valencia gekommen wäre und aus Gründen nicht konnte. Nach drei Stunden (kurz nach Mitternacht) legen wir auf und ich mache mich bettfertig. Ich schaffe etwa eine halbe Seite Lesen und dann bin ich weg.

04.04.2024 – Viel mit Menschen in Valencia

Nachts wieder einmal aufgewacht, aber nach kürzester Zeit (1-2 Buchseiten) wieder eingeschlafen und dann erst vom Wecker geweckt worden, den ich auf die für mich normale Zeit gestellt hatte. Dementsprechend werde ich ein wenig hektisch als ich erst gegen halb 9 mit dem Bloggen und Telefonieren fertig bin und mich dann sehr rasch fertig mache. Ein schnelles Müsli noch und dann bin ich wieder auf dem Weg, die laute Straße entlang Richtung Büro. Ich gehe wirklich aus der Tür heraus nach rechts, zwei Straßen weiter nochmal nach rechts, ein paar Straßen später biege ich nach links ab und dann geht es etwa 20 Minuten stur geradeaus. Wobei die Straße selbst einen Bogen macht und ab nach dem Bogen sehe ich den riesigen Büroturm immer näher kommen. Insgesamt brauche ich etwa 25 Minuten, je besser ich die Strecke kenne, desto schneller werde ich – schon 4 Minuten schneller als die von Google Maps geschätzte Zeit.

Im Büro ist es heute noch voller als Dienstag, weil noch mehr Teams einen verpflichtenden Bürotag haben – ich sehe nochmal viele neue Gesichter, auch von Menschen, mit denen ich seit Jahren zusammenarbeite. Der liebe Kollege, von dem ich so viele Empfehlungen bekam, ist leider immer noch angeschlagen und bleibt zuhause. Ich suche mir ein Plätzchen in einer ruhigeren Ecke, am Fenster und Blickrichtung Park, hole mir eine deutsche Tastatur (es gibt Kisten mit verschiedenen Ausführungen, aus denen man sich bedienen kann), hole mir einen Kaffee in der Küche und starte meinen Arbeitstag kurz vor halb 10.

Der ist heute vollgepackt mit Meetings. Das mit meiner Chefin fällt aus, da sie heute frei hat. Bleiben noch sieben geplante, von denen zwei im Laufe des Tages noch von der jeweils anderen Partei verschoben werden. Also fünf:

  • Mit Berlin
  • Mit Paris
  • Mit London
  • Und zwei globale, in denen ich vor allem zuhören muss

Drumherum steige ich in die Projektplanung für eine Sache in zwei Wochen ein, spreche mich mit Menschen per Chat ab und tausche mich mit Menschen vor Ort aus. Mittags hole ich mir eine Etage drunter ein sehr leckeres Cubano-Sandwich und esse dann mit vier deutschsprachigen Kolleg*innen und einer Kollegin aus den Niederlanden, das Tischgespräch findet auf Englisch statt und die anderen haben sich alle etwas von Zuhause mitgebracht.

Eines meiner Meetings fand vor dem Essen statt, die anderen vier kommen back to back direkt danach, von 15:00 bis 17:45, mit dem einen verschobenen wäre es bis 18:15 gegangen. Danach geht es mit einer großen Gruppe Kolleg*innen – aus Deutschland, Indien, Spanien, USA, den Niederlanden, Mexiko und der Ukraine – in eine Bar um die Ecke. Wir müssen eine ganze Menge Tische und Stühle zusammenschieben, kommen aber nochmal in den vollen Genuss des 26-Grad-Tages, zumindest bis die Sonne um den Büroturm herum ist und es dann kühler wird.

Am Anfang bin ich mit einem Auge noch am Diensthandy, im Teamchat, aber so ab 18:30 kann ich mich auf die Gespräche um mich herum konzentrieren. Über das Leben als Expat in Valencia, Spanien zu Lockdown-Zeiten, Sportroutinen, das Leben mit dem Krieg in der Ukraine, das Leben für LGBTQIA+ in den Emiraten, das Leben als Frau in Indien, indische Musik vs westliche Musik, das Leben in unserer Firma früher und heute, die besten und schlechtesten Paella-Restaurants der Stadt… Leider zerstreut sich die Gruppe nach zweieinhalb Stunden, so dass ich auch heute nicht zum Paella essen komme.

Stattdessen laufe ich zurück in meine Wohnung, komme dort kurz nach 9 an und mache mir Reste zum Abendbrot – Tortilla, Salat und jamón werden aufgebraucht, die Milch war schon heute Morgen alle. So langsam muss ich an den Abschied von Valencia und kurz danach auch von Spanien denken. Morgen ist der letzte Arbeitstag hier, übermorgen geht es nach Madrid, Sonntag nach Hause. Wie immer bei Reisen fühlt es sich am Anfang ewig an und dann rennen plötzlich die Tage. Kurz nach 10 liege ich mit Buch im Bett.