28.12.2024 – Bermuda-Dreieck

Ich sah in diesem Internet, dass die Zeit „zwischen den Jahren“ als Bermuda-Dreieck bezeichnet wird. Versteckte Tage ohne Verpflichtungen, an denen nichts, was man tut Konsequenzen hat und niemand Datum oder Wochentag weiß. Von diesen Tagen bleiben mir dieses Jahr genau zwei, möglicherweise auch nur einer, der ist dann aber heute und will weidlich ausgenutzt werden. Laaaaanger Morgen im Bett, dann gibt es Frühstück auf der Couch. Die letzte heiße Schokolade aus dem Adventskalender ist dran, heute mit Pfefferminzgeschmack und Zuckerstangenstückchen. Dazu gibt es Bagel halb und halb – halb herzhaft mit Frisch- und Käse, halb mit Pistaziencreme – und Obst. Weil ich gestern im Vollsortiment-Supermarkt war, kann ich heute Kumquats und gelbe Pitahaya essen – und ein paar Stollenbröckchen gibt’s auch noch dazu.

Während des Essens stellt sich heraus, dass der Lieblingsnachbar kränkelt, also fällt auch die avisierte Spazierrunde als Termin flach. Draußen ist zwar Sonne, aber drinnen ist meine Couch. Im Nachhinein richtig so, die Luftqualität ist schlecht und man soll Bewegung in ihr meiden und auch nicht zu lange lüften. Dafür schmeiße ich den Luftentfeuchter an, der fleißig Dienst tut.

Und ich lese dann ganz in Ruhe Dmitrij Kapitelmans Eine Formalie in Kiew aus, das ich auf der Zugfahrt gen Westen begonnen hatte. Nachdem mir das Internet gestern wiederholt Lust auf Sushi gemacht hatte, gebe ich heute nach und bestelle mir eine großzügige Auswahl zum Abendbrot. Es gibt eine Rainbow Roll mit Lachs, Thunfisch, Red Snapper, Surimi, Avocado und Gurken, Shiitake-Maki, Maki mit Ikura-Kaviar und verschiedene Nigiris (Butterfisch, Surimi, Tintenfisch, Jakobsmuschel und Surimi). Sehr, sehr lecker, da bestelle ich wieder. (Exkurs: Der Liebste nennt Sushi Gollumfisch, weil ja nur Gollum gerne rohen Fisch ist – I beg to differ.)

Zum und nach dem Essen schaue ich endlich The Bear weiter – immer noch eine krude Mischung aus viel zu stressig und total wholesome. Aber eben auch immer mit gutem Essen. Gegen 1 gehe ich zurück ins Bett.

27.12.2024 – Nebeliges Italien-Feeling

Der Tag beginnt mit einem Wecker, weil der Urlaub des Liebsten vorbei ist. Erstmal verschrecktes Aneinanderkuscheln, aber kurz danach steht er auf und macht uns Kaffee. Während er dann losarbeitet, drehe ich meine Runde durchs Internet. Gegen 9 stehe ich auf und treffe das Teilzeitkind, das auch eben seinen Ferientag begonnen hat, auf dem Weg ins Bad. Ich koche uns Tee und dann frühstücken wir Stollen und Kekse und beschäftigen uns noch ein wenig mit den Weihnachtsgeschenken, während der Liebste tapfer am Schreibtisch sitzt.

Danach räume ich die Küche auf und beseitige 80 % der Spuren vom gestrigen Abendessen. Bald wird das Kindelein zu einer Aktivität mit der Mama-Familie abgeholt und ich bereite meine Rückkehr in den Pberg vor. Verabschiedung vom Liebsten und raus in die neblige Suppe, die heute bleischwer über Berlin liegt.

Zwei S-Bahnen tragen mich zurück in meinen Kiez. Auf dem Heimweg gehe ich noch in den Supermarkt (heute mal Vollsortiment statt Discount, man gönnt sich ja sonst nichts) und fülle meine Vorräte auf. Dann geht es nach Hause zu zwei hungrigen, kuscheligen Katzen. Ich packe aus, verräume Einkäufe, füttere die Biester und fünf Minuten später liege ich auf der Couch und die Katzen liegen auf mir wie so eine schnurrende Gewichtsdecke. Jetzt ist Chillzeit. Ich mache ausführlich Duolingo und Babbel bzw. Französisch und Italienisch. Dann knurrt mir der Magen und ich mache mir eine Art spanische Tortilla, mit Kartoffeln und Zwiebeln, dazu grüne Bohnen und Knoblauch-Chili-Sauce und gucke beim Essen den Teil von Vaiana nach, den ich gestern verschlafen habe.

Nach dem Film bin ich müde genug, um direkt einen längeren Mittagsschlaf einzulegen, der weiter hilft, die Schlafdefizite der letzten Tage auszugleichen. (Dabei war das Hotelbett so bequem!). Gegen 16 Uhr ruft der Liebste an und vermeldet Feierabend. Ab da bleibe ich dann wieder wach und schaue mir mal wieder Drei Haselnüsse für Aschenbrödel an. Das wurde in der Zeit mit dem Hasen Tradition. Ich denke an die (inzwischen ehemalige) Freundin des Hasenbruders, die großer Fan ist, den Film wahrscheinlich fünfmal pro Saison sieht und ebenfalls ein Faible dafür hat, ihren Tieren wohlklingende Namen zu geben.

Nach dem Film wird es langsam Zeit, umzuswitchen. Ich ziehe mich um, packe mein kleines Konzerttäschchen und gehe wieder hinaus in den Nebel, um mit S- und U-Bahn nach Tempelhof zu fahren.

An der Columbiahalle treffe ich eine meiner Berliner Cousinen samt einer Freundin und dann geht es mitten ins Gewühle. Erst ewig anstehen, um unsere Jacken loszuwerden, dann ewig anstehen, um Getränke zu organisieren (Es gibt Columbia Spritz aus Prosecco und Martini Fiero, stilecht mit Eis und Orangenscheibe). Dann suchen wir uns in der Menge ein Plätzchen mit okayer Sicht und ausreichend Platz und wenig später geht das Konzert der Crucchi Gang los. Deren Alben kannte ich schon länger, dann sah ich sie im Sonmer auf dem Immergut und beschloss, mir Tickets für heute Abend zu holen.

Ich werde nicht enttäuscht, das wird wieder ein wundervolles Konzert, auch wenn die Show fast die Gleiche ist, wie beim Immergut, bis auf ein paar andere Gäste und damit Songs. Francesco Wilking ist wieder herzzereißend glücklich auf der Bühne und führt so durch den Abend, dass er alle anderen mitnimmt. Es wird gesungen, getanzt und gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Nächstes Jahr muss ich nach nun zwei Jahren Pause wirklich dringend mal wieder nach Italien!

La Dolce Vita
Solo Una Parola
Al Mio Locale
Mille Rose
Azzurro

Endlich auch mal (einen Teil von) Von Wegen Lisbeth live gesehen! Dabei fällt mir direkt wieder ein, wie ich vor ein paar Tagen im Auto ein großartiges Gesangsduett mit dem Nifftenkind hatte, das mit seinen fast fünf Jahren Bridge und Refrain von Wenn Du Tanzt auswendig mitsingen kann:

Schließt die Schulen dieser Stadt, weil es keinen Sinn mehr hat /
Noch ein Weltbild zu vermitteln, das schon durch das kleinste Schütteln /
Deines linken Schulterblatts einfach so zusammenkracht /
Und nur Schutt und Asche ist, wenn du dann am Tanzen bist.

Denn dass /

Diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /
Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /

Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
Allein an deinen Beinen /
Dass diese Welt nicht zusammenfällt, liegt nur
An deinen Beinen, wenn du tanzt.“

Nach dem Konzert legt auch, wie davor, Eric D. Clark auf, der den Älteren unter uns noch mit seinem Hit From Disco To Disco bekannt ist. Passend zu unserem Alter hört er aber auch gegen halb 12 auf, so dass wir uns gesittet auf den Heimweg begeben können. Kurz nach Mitternacht liege ich im Bett und höre im Kopf noch weiter Italo Pop, bis ich einschlafe.

26.12.2024 – Heute wieder Weihnachten

Nach etwa acht Stunden brutto sehr erholt aufgewacht, ein ganz vergessenes Empfinden. Ich kuschele mit den Katzen, drehe die Morgenrunde durchs Internet, blogge, lerne Sprachen, telefoniere mit dem Liebsten, mache den ersten Podcast des Tages an (Alles gesagt mit Hape Kerkeling) und irgendwann werden die Tiere unruhig, die Blase drückt und ich stehe auf.

Zum Frühstück gibt es Müsli mit Filmjölk und Apfel und die vorletzte heiße Schokolade aus dem Adventskalender – mit Zimt. Ich liege dann einfach auf der Couch weiter, bis es Zeit wird, meine Sachen zu packen und schon wieder das Haus zu verlassen. Irgendwo zwischen Tram und U-Bahn zu meinen Eltern ist der Podcast zu Ende und ich wechsle zu Und was machst Du am Wochenende mit Olaf Scholz. Bei den Eltern nur ein kurzer, bemaskter Stopp zum Abholen des Stollens, den meine Mama vorher bemaskt geschmiert hat – Covid ist ein Arschloch. Hoffentlich ist Sonntag alles wieder negativ, so dass wir dann unser Familienweihnachten nachholen können.

Mit Bus und S-Bahn geht es weiter nach Südberlin, Feelings mit Sönke Wortmann zu Ende hörend, bei dem ich gestern im ICE eingeschlafen war. Das reicht genau bis vor des Liebsten Haustier. Er hat schon die Geschenke unter den Baum gelegt und ist bei den Essensvorbereitungen. Gemeinsam lassen wir die Ente zu Wasser in den Ofen, decken den Tisch mit Stollen und Plätzchen und warten aufs Teilzeitkind.

Das kommt dann auch bald an und erzählt uns bei Tee und Süßkram von den letzten Tagen. Auf dem Fernseher laufen im Hintergrund die versammelten Super-8-Erinnerungen aus des Liebsten Familie, die wir gestern auf einem USB-Stick mitgebracht haben. Bald kommt auch die Mitbewohnerin nach Hause und draußen wird es dunkel – Zeit für Bescherung Nummer 2. Mitbewohnerin und Teilzeitkind sind sehr begeistert von ihren Geschenken – alles richtig gemacht. Dann kümmern wir uns um Rotkohl (aus dem Glas, wir hatten doch keine Zeit), Klöße und Sauce und schon ist es Zeit fürs Abendessen.

Zum Nachtisch gibt es einfach Schokopudding mit Obst. Danach schauen wir zu viert noch Vaiana (Das Kindelein geht nach den Ferien mit der Klasse Teil 2 im Kino sehen und kennt Teil 1 noch nicht.), wovon ich eine knappe Stunde im Mittelteil komplett verschlafe – das muss ich dann also demnächst nochmal nachholen. Hinterher gucken der Liebste und das Teilzeitkind noch zwei Folgen Percy Jackson und ich schaue mir im Bett noch die Hape-Kerkeling-Doku an, auf die heute morgen im Podcast so viel referiert wurde. Schlafenszeit!

25.12.2024 – Weihnachtspause

Während die internationale Timeline heute weihnachtsmäßig erst so richtig aufdreht, pausieren wir in dieser Hinsicht ein wenig. Kurz nach 9 treffen wir uns zum Hotelfrühstück, das aber auch schon etwas weniger ausschweifend ausfällt – kein Sekt diesmal und keine Weißwurst, nur zwei statt drei Gänge ans Buffet. Ich bin immer noch voll von gestern und vorgestern und vorvorgestern und außerdem hundemüde, nachdem ich heute Nacht schon wieder zwei Stunden wach gelegen habe. Nach dem Frühstück packen wir, checken aus und fahren nochmal zu den Liebsteneltern.

Familiäres Herumlungern, Arbeit an technischen Geräten, Nifftenkindbespielung… Ich bekomme noch ein Buch geschenkt (Es wird gerade entrümpelt.) und dann ist es auch schon Zeit, sich zu verabschieden. Wir rollkoffern zum Bus, fahren zum Bahnhof, holen uns noch Kaffee und Brezel als Proviant und steigen dann fast pünktlich in den Zug nach Berlin. Auf reservierten Plätzen sitzen wir, hören jede*r unsere eigene Unterhaltung, zeigen uns zwischendurch Memes und schlafen beide irgendwann ein. Vier Minuten vor der geplanten Ankunft sind wir am Hauptbahnhof. Wir fahren noch gemeinsam eine Station S-Bahn, dann steigt der Liebste aus und fährt nach Südberlin. Ich fahre noch ein Stück weiter und fahre dann mit der Tram zurück in den Pberg.

Auf dem Heimweg mache ich für eine Familie ein Foto, die sich grad nach dem Weihnachtsbesuch von der Oma verabschiedet. Im Briefkasten liegt die Weihnachtspost – eine Karte von meiner Versicherungsmaklerin. Oben dann warten die Katzen und sind ganz aus dem Häuschen, dass ich wieder da bin. Sie bekommen jede Menge Futter und dann liege ich endlich auf der Couch. Kurzer Check-in mit dem Liebsten und dann Füße hoch und Bauch nach oben.

Fürs Unterhaltungsprogramm fiel mir auf dem Rückweg Mio, mein Mio ein, als ich so im Dunkeln durchs Viertel lief. Den wollte ich eh schon lange wieder sehen und in meiner Erinnerung ist zumindest der Anfang weihnachtlich. Weil die Katzen auf mir liegen, kann ich aber nicht aufstehen und zum DVD-Regal gehen, also suche ich mir eine Streaming-Variante online, die dann auf Englisch ist – Premiere für mich. Weihnachtlich ist es nicht, der Beginn spielt im Herbst, mit Drachensteigen. Aber schön ist es doch. Allerdings deutlich düsterer und gruseliger, als ich es in Erinnerung habe. Jetzt verstehe ich, warum der Liebste den jahrelang zu heftig für das Teilzeitkind fand. In meiner Erinnerung war der herzerwärmende Teil des Films deutlich präsenter.

Nach dem Film mache ich mir ein leichtes Abendbrot (vorher hatte ich überlegt, mir irgendwo einen einfachen Salat zu bestellen, es ist ja wenig im Haus). Da heute der erste Abend von Channuka ist, entscheide ich mich für ein bisschen Jiddischkeit und belege mir einen Bagel mit verschiedenen Schmierungen. Butter und Forellenkaviar, Frischkäse und süßer Hering, Paprikacreme mit Radieschen und vegane Teewurst mit saurer Gurke. Dazu noch mehr Radieschen und einen Apfel – fertig ist die Laube.

Zum und nach dem Essen gucke ich noch ein wenig auf YouTube herum. Ich schaue das Gespräch zwischen Angela Merkel und Barack Obama über ihr Buch zu Ende, das ich gestern Abend angefangen hatte, dann ein aktuelles Bloomberg-Interview mit Alice Weidel und schließlich einen Video-Podcast mit Robert Habeck. Den dann allerdings schon von der Badewanne aus. Gegen 23 Uhr gehe ich ins Bett. Ich gehe noch mein Schlafproblem an, in dem ich einen neuen von der Krankenkasse finanzierten Kurs für erholsamen Schlaf beginne und schlafe dann gegen Mitternacht ganz wundervoll ein. Morgen ist wieder Weihnachten!

24.12.2024 – Fünf Mahlzeiten und ein Zoobesuch

Bis fast zum Weckerklingeln geschlafen. Heute gehen wir schon um 9 zum Frühstück, denn wir haben ja viel vor.

Am Vormittag findet nämlich der traditionelle jährliche Zoobesuch mit der Cousine des Liebsten samt Mann und Kind statt. Wir begucken uns das neue Tropenhaus, sagen diversen Tieren „Hallo“ und dann dürfen die Kinder um Punkt 12 die Elefanten mit Gurkenstückchen füttern. Um 13 Uhr schließt der Zoo, wir tauschen Geschenketüten aus und fahren dann zu den jeweiligen (Schwieger-)Eltern.

Ein Erdmännchen-Kuschel-Knäuel (der Liebste etabliert geschlechtergerecht „Erdleute“)

Dort angekommen steht das Mittagessen schon auf dem Tisch – es gibt Würstchen und Kartoffelsalat und zum Nachtisch Stippmilch mit Kirschkompott, Zucker und Zimt.

Danach legen sich die Herrschaften noch einmal hin und wir fahren zurück ins Hotel. Der Liebste geht auch in die Horizontale, das Nifftenkind und sein Papa gehen an den Pool und die Liebstenschwester und ich gönnen uns eine Pause mit Tee/Kaffee und Torte.

Um 16 Uhr sind wir zurück bei den Liebsteneltern, verpacken noch letzte Kleinigkeiten und dann gibt es Kaffee, Stollen und Plätzchen – ich vergesse zu fotografieren.

Sodann geht der Opa in die Küche und trifft Vorbereitungen fürs Abendbrot, das Nifftenkind wird von Mama und Oma am Klavier bespaßt, weil es sich vorm Christkind verstecken muss und der Liebste, sein Schwager und ich verteilen die Geschenke unter dem Baum und zünden die Kerzen an. Als der Opa das Signal gibt, dass eine Küchenpause statthaft ist, läutet die Glocke und ein Kind kommt gerannt und bestaunt mit großen Augen das Wunderwerk, das wir bereitet haben. Wir singen einige Weihnachtslieder, eine satirische Weihnachtsgeschichte wird vorgelesen und dann ist es endlich Zeit, auszupacken.

Viele sehr zufriedene Menschen sitzen um den Baum, bis es Zeit ist, den Champagner zu öffnen und das Abendessen zu servieren. Es gibt Kloß mit Soß, Rotkraut (Rotkohl, wie man hier sagt) und Rinderbraten und zum Nachtisch Eis. Die anderen trinken Rotwein, die Liebstenmama und ich arbeiten uns gemeinsam durch den Rest der Champagnerflasche. Dabei und danach wird erzählt, gelacht, noch mehr gesungen und mit dem Nifftenkind gespielt. Das Teilzeitkind ruft auch an und berichtet von seiner ersten Bescherung des Jahres.

Gegen halb 10 brechen wir die Zelte ab und fahren zurück ins Hotel. Die Liebstenschwester bringt das Nifftenkind ins Bett, ich lege mich in mein eigenes und gucke vollgefuttert ins Internet, der Liebste und sein Schwager gehen noch auf ein Bier an die Bar. Es ist Heiligabend.

23.12.2024 – Traditionsreicher Tag

Das erste Mal wach bin ich gegen 6, für zwei Stunden in denen ich schon mal das Internet leer lese, um wieder einzuschlafen. Dann nochmal Koma von 8 bis 9 als der Wecker klingelt. Halb 10 geht es hinunter zum Frühstück, wo wir auf die Liebstenschwester samt Familie treffen.

Wir lassen es uns gut gehen, dann ist es auch schon Zeit für Zähne putzen und los – der erste Termin des Tages ist ein Besuch bei Liebstenonkel und Liebstentante. Wir überreichen Geschenke, die unter den Baum wandern, trinken Kaffee und Tee, knabbern ukrainische Kekse und Kiewer Torte und erzählen viel.

Ein Stündchen später geht es weiter zu den Liebsteneltern, wo wir auch direkt an den Tisch gesetzt werden, schließlich ist Mittagszeit. Es gibt aber zum Glück „nur“ eine Gemüsesuppe. Danach wird der Baum eingestielt und der Liebste und ich verabschieden uns für Besorgungen in die Stadt, während der Rest sich um das Schmücken kümmert.

Wir verbringen eine gute Stunde in der Innenstadt, schieben uns durch Menschenmengen und diverse Läden und sind dann irgendwann wieder zurück, setzen uns ins Auto und fahren zurück ins Hotel. Uns bleibt eine weitere gute Stunde für ein bisschen Pool und Sauna. Den Wasserteil halte ich kurz, mein Arm verarbeitet noch die viele Bewegung vom Donnerstag. Die Sauna hingegen tut gut und ich halte lange durch – mein Kreislauf ist ja jetzt in Übung.

Duschen, Anziehen, zurück zu den Liebsteneltern, Baum bewundern, an den Tisch setzen. Zum Abendbrot gibt es ein sehr leichtes tomatiges Gulasch mit Bandnudeln und dazu Primitivo. Hinterher machen es sich alle auf und um das Sofa gemütlich und schauen wie an jedem 23. Der Kleine Lord. Das Nifftenkind hält zum ersten Mal einen ganzen Film durch und ist sehr stolz.

Nach dem Film geht es zurück ins Hotel. Die Liebstenschwester bringt das Nifftenkind ins Bett, wir anderen drei setzen uns noch an die Hotelbar und trinken ein bis drei Biere. Das ist beim Liebsten und seinem Schwager ebenfalls Tradition. Witzigerweise sitzt am anderen Ende der Theke ein niederländisches Pärchen. Man erkennt einander von letztem Weihnachten wieder und so geht der Gesprächsstoff nicht aus, bis gegen Mitternacht der Hammer fällt.

22.12.2024 – Advent auf der Schiene

Schlafen war wieder eher so mau, viele kleine Stückchen und in der Summe nicht viel, aber heute kann ich erstmal ganz entspannt liegenbleiben und stehe dann erst gegen 11 auf. Süßkramfrühstück mit Obst (heutige Heiße Schokolade sind Milchschokoladendrops, die ich in Hafermilch einrühre), Sachen packen, Katzen versorgen und dann geht es kurz nach 12 los durch strömenden Regen zur Tram. Beim Umsteigen in die S-Bahn tröpfelt es nur noch und ab dann bin ich eh drinnen.

Auf dem Bahnsteig am Hauptbahnhof stapeln sich schon Menschen und Gepäck, dabei fährt der Zug erst in einer knappen halben Stunde. Witzigerweise wird ein kürzerer Zug eingesetzt als geplant, so dass wir eine Belegung von 133 % haben. Der Zugbegleiter ermuntert uns, uns per E-Mail an den Bahnchef zu wenden und uns dort hinzusetzen, wo wir einen Platz finden. In meinem Fall ist das mein Koffer. Sind ja nur dreieinhalb Stunden. Ich lese ein bisschen, lausche den Gesprächen der Mitreisenden (Eine Anwältin für Arbeitsrecht, die ausschließlich Arbeitgeber vertritt plaudert aus dem Nähkästchen…), sage der WG-Kandidatin von gestern zu und bastle an der Playlist für Silvester.

Zwischendurch müssen wir außerplanmäßig halten, weil ein Passagier einen Krankenwagen benötigt, es scheint sich aber niemand allzu große Sorgen zu machen. Dennoch sorgt das am Ende für 20 Minuten Verspätung, so dass ich genau den Bus verpasse, der mich pünktlich zum Abendessen gebracht hätte und stattdessen ein Taxi nehmen muss. Kostet fast so viel wie die Zugfahrt, aber was tut man nicht alles für ein schönes Weihnachten in Familie.

Im Hotelzimmer ziehe ich mich schnell für den Abend um, schicke der WG-Kandidatin einen Mietvertrag und begrüße den Liebsten, seine Schwester und das Nifftenkind, die gerade vom Pool kommen. Wenig später geht es nach unten ins Restaurant, wo wir auf den Mann der Schwester und die Liebsteneltern treffen. Es gibt ein großes Hallo und dann ein wirklich, wirklich gutes Essen und eine wundervolle Zeit. Gegen 22 Uhr ist Aufbruch der Liebsteneltern und dann verschwinden wir anderen auch alle schnell in unseren Betten.

Feldsalat mit Speckcroutons, Walnüssen und Himbeer-Balsamico-Dressing, dazu Prosecco
Gänsebrust mit Kloß, Rotkohl und Bratapfel, dazu Spätburgunder
Honigkuchentiramisu mit Apfelkompott

21.12.2024 – Janz schön wat los

Dafür, dass das heute der kürzeste Tag des Jahres werden soll, mache ich ihn an beiden Enden ganz schön lang. Ich wache putzmunter auf und denke im Kopf schon die nächsten Schritte durch, frage mich, wann der Wecker klingelt, gucke auf die Uhr und es ist kurz nach halb 5. Mist. Ich liege beim Liebsten im Bett, das ist schmaler als meins und er ist breiter als zwei Katzen. Es gibt einen unausgesprochenen Kampf um die Bettdecke und überhaupt tut mein Arm weh und jedenfalls schlafe ich nicht mehr ein, sondern drehe lange Runden durchs Internet. Kurz vorm avisierten Weckerklingeln um 8 wacht auch der Liebste auf und steht bald danach auf um Kaffee zu machen. Den trinken wir noch entspannt zusammen, während das Teilzeitkind nebenan noch in seinem alten Playmobil wühlt (Diese Zeiten sind vorbei.) und ein Geburtstagsgeschenk für sein Geschwisterchen zusammenstellt (Ich erinnere mich noch, wie es das selbst zum Geburtstag bekam…)

Gegen 9 ist dann Aufstehzeit. Der Liebste packt Sachen, das Teilzeitkind und ich kümmern uns ums Frühstück. Das Kind macht Rührei, ich kümmere mich um Brötchen, Kaffee und Tischdecken. Nach dem Frühstück ist Aufbruchstimmung. Der Liebste muss als erstes aus dem Haus und macht sich fertig, während ich den Tisch abräume und das Kindelein sich fertig macht. Wir verabschieden ihn in die alte Heimat bzw. Richtung Zug. Dann mache ich mich fertig und das Teilzeitkind packt. Eine halbe Stunde später setze ich das voll bepackte Kind in den Bus zu Mama und laufe dann selbst zur U-Bahn. Auf der Fahrt sind dann auch Duolingo und Babbel dran.

Zuhause warten hungrige Katzen auf mich und ich lege dann erstmal kurz die Füße hoch, trinke die heutige Adventskalender-Schokoladd (mit Ingwer) und schmiede Pläne. Eine Stunde später kommt die heutige WG-Casting-Kandidatin vorbei und wir führen ein gutes Gespräch. Ich verabschiede sie und gehe dann selbst wieder ins Draußen. Erst eine weihnachtliche Besorgung im Pberg, dann mit der Tram weiter nach Fhain zu Bruder und Freundin. Wir tauschen meinen Wohnungsschlüssel (zum Katzensitten) gegen meinen Anteil an den Crowdfarming-Avocados. Dann habe ich plötzlich einen Aperol Spritz in der Hand und beschließe, noch zu bleiben. Familienzeit, so wichtig!

Wir haben uns viel zu erzählen, das letzte Treffen ist schon wieder ein paar Wochen her. Bald darauf klingelt es und weiterer Besuch steht vor der Tür, inkl. zweier deutsch-niederländischer Kinder. Es gibt Kaffee, Lebkuchen und Stollen und Gespräche über Sinterklaas und das niederländische Schulsystem und ich kann ein paar Sprachkenntnisse auspacken und antesten und mich über niederländische Satzkonstruktionen an deutschen Wörtern freuen.

Gegen 17 Uhr breche ich dann wieder auf und fahre zurück. Unterwegs höre ich weiter den „Alles gesagt“-Podcast mit Doris Dörrie (und später am Abend noch bis zum Schluss, sehr zu empfehlen). Zuhause packe ich noch eine Runde Geschenke ein und packe dann zwei Geschenketaschen – eine für Westdeutschland und eine für Berlin. Dann mache ich mir zum Abendbrot aus Vorräten: gebackenes TK-Kabeljaufilet mit TK-Bohnen und Couscous. Der Couscous wird dabei mit Salzkapern, Zitronensaft und der Olivenöl-Knoblauch-Dill-Mischung aus der Kabeljauform verfeinert – sehr lecker.

Zum Essen mache ich mir The Family Stone an, der gehört zur Weihnachtszeit dazu. Allerdings habe ich den auch schon zigmal gesehen, so dass ich nebenbei noch andere Dinge tue. Unter anderem schreibe ich der besten Freundin, die über Weihnachten wie immer nach Magdeburg fahren wollte, und frage, ob alles in Ordnung ist. Gestern erschien es mir übertrieben, heute brauche ich dann aber doch Gewissheit.

Es werden dann zwei sehr lange Stunden, bis sie die Nachricht liest und antwortet. Sie sind noch in Berlin und auch den Magdeburger Freund*innen und der Familie geht es gut. Puh. Nach zwei Stunden Adrenalin deluxe brauche ich dann noch sehr lange, um wieder runterzukommen. Gegen Mitternacht gehe ich ins Bett, bis ich wirklich schlafen kann, ist es fast 2 Uhr.

20.12.2024 – Countdown

Ich wache zu früh auf, habe gestern beim Programmieren der Waschmaschine nicht gut gerechnet. Es ist der letzte Arbeitstag des Liebsten und letzte Schultag des Teilzeitkinds. Einer ächzt unter der Arbeitsbelastung, die untypischerweise bis heute anhält, eins ist ganz aus dem Häuschen und voller Vorfreude. Ich selbst drehe mich nochmal um und kuschele mich ins Bettchen, während ich die Runde durchs Internet drehe. Meine To-Do-Liste für heute ist auch nicht kurz, aber größtenteils frei einteilbar. Aus dem Bett treibt mich schließlich, dass draußen die Sonne scheint. Tageslicht und vor allem Sonnenschein sind ein rares Gut dieser Tage. Ich gehe direkt zum Haare kämmen auf den Balkon und reiße außerdem direkt noch Türen und Fenster zum Lüften auf. Dummerweise machen die fehlenden Wolken es auch gleich ganz schön kalt.

Es gibt Müsli mit Apfel, Litschis und die letzte Clementine zum Frühstück, dazu weiße heiße Schokolade aus dem Adventskalender. Dann fix Wäsche aufhängen, neue Waschmaschine anschmeißen und bei Nachbars ein Päckchen abholen. Kurze Sichtung und Sortierung des Geschenkestapels – ein bisschen was muss noch verpackt werden, aber nicht heute. Dann geht es ins Draußen, inzwischen mit weniger Sonne.

Ich gehe in die Buchhandlung um die Ecke und suche noch ein Geschenk aus. Dabei entdecke ich das Buch, das eine Bekannte aus Chorzeiten über ihr jüngstes Kind geschrieben hat und nehme das auch gleich noch mit, fürs eigene Archiv. Seltsam, wie da zwei Menschen, die ich vom früheren gemeinsamen Singen und Feiern kenne, in Hummelform auf dem Titel sind.

Ich kehre noch kurz im Bioladen ein und mache mich dann wieder auf den Heimweg. Zuhause setze ich aus dem letzten Rest und einem frischen Liter Milch neue Filmjölk an und hoffe, dass es auch in der dritten Generation klappt. Dann koche ich mir einen Tee, mache mir einen Weihnachtsnaschi-Teller und lese das Buch. Große Empfehlung für alle, die schwerkranke kleine Kinder im Umfeld haben!

Dann heißt es auch schon Katzenklo durchsieben, Katzen füttern und Sachen packen – Zeit für den Aufbruch nach Südberlin. In der Bahn lese ich weiter im Paluch-Habeck-Buch, allerdings fallen mir zwischendurch immer wieder die Augen zu. Zum Glück verpasse ich meine Station nicht und sitze kurz danach mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind auf der Couch und bewundere den Weihnachtsbaum.

Später gehen wir nochmal zu dritt los ins inzwischen sehr kalte Draußen. Wir kaufen für das Weihnachtsessen ein (viel Convenience, da wir nicht viel Zeit für die Zubereitung haben werden), besorgen ein Weihnachtsgeschenk für die Mitbewohnerin der Beiden und gehen schließlich beim Stammitaliener vorbei, um uns Pizza zu holen. Während wir warten, bekommen wir Getränke aufs Haus, für mich gibt es den ersten Glühwein der Saison.

Abendessen gibt es dann getrennt – ich bei der letzten Webinar-Session im Adulting-Projekt, die beiden anderen vor dem Fernseher. Gegen 10 treffen wir uns wieder. Das müde Teilzeitkind verabschiedet sich direkt ins Bett, der Liebste und ich halten noch ein bisschen aus und beobachten besorgt die Weltlage. Faschistische Oligarchen, die sich Hübenbecker wie drüben in die Politik einmischen, sich daran anbiedernde deutsche Politiker*innen mitten im Wahlkampf und ein Attentat auf einen Weihnachtsmarkt, das sofort instrumentalisiert wird (Der nächste Tag wird zeigen, wie komplex das alles ist.)

Wir beschließen früh, ins Bett zu gehen, wo ich es gerade noch schaffe, das Paluch-Habeck-Buch auszulesen, bevor mich die Müdigkeit endgültig hinwegrafft.

19.12.2024 – Well…

…ness ist heute angesagt! Vor zwei Wochen spontan geplant und eingetütet, dafür muss dann auch mal wieder der Wecker klingeln, denn ich bin um 10 in Mitte verabredet und das heißt kurz nach 9 los und das heißt, dass genügend Zeit für morgendliche Gewohnheiten eingeplant werden muss und das heißt, dass der Wecker besser auf 7 steht. Allerdings habe ich dann wohl vergessen, ihn auch anzuschalten, so dass ich erst kurz nach halb 8 das erste Mal verschlafen auf die Uhr gucke. Reicht aber immer noch. Der Adventskalender spuckt heute Hot Double Chocolate aus, das entspricht dem Wellness-Gedanken schon sehr. Dazu Müsli mit Filmjölk und die erste Crowdfarming-Mandarine. Ich finde, dass die gelieferten Clementinen mandariniger waren und jetzt die Mandarinen clementiniger sind als erwartet. Habe ich mir jahrzehntelang ein X für ein U vormachen lassen, oder liegt der Fehler beim Crowdfarming?

Dann noch schnell Tasche packen – die Badesachen kommen aus der Schwimmtasche raus, dafür der Bademantel und ein Buch rein – und los. Mit Tram und Tram fahre ich zum beliebtesten Wellnesstempel der Stadt, treffe dort auf die Freundin, die neulich Geburtstag hatte und dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes raus aus dem Alltag.

Das Handy geht als erstes in den Flugmodus bzw. Spind, dann um- bzw. ausziehen, Bademantel und Flipflops an und schon kann es losgehen. Wir verschaffen uns einen Überblick am Aufgussplan und setzen uns dann erstmal zum Aufwärmen und Ankommen in die Kräutersauna, die heute nach Orange und Fenchel duftet. Die Freundin hat leider nur vier Stunden Zeit, bis sie die Kinder aus der Kita abholen muss, also gibt es für den ersten Teil des Tages ein straffes Programm. Fühlt sich aber trotzdem total entspannt an, dafür sorgen schon das Ambiente, die Ruhe, die Weitläufigkeit, die Düfte… Wir drehen ein paar Runden im Außenpool (der Arm gewöhnt sich langsam an die Bewegungen) und dann geht’s zur ersten Aufgusszeremonie. Wir bekommen kleine Schälchen mit Honig ausgeteilt, mit denen wir uns beim zweiten von drei Aufgüssen einschmieren. Nach dem dritten (ganz schön heiß jetzt) geht es zum Abduschen und dann spazieren wir ein bisschen übers Gelände und schwimmen kurz im Innenpool und bekommen jede ein Maracuja-Eis geschenkt, bevor wir uns Liegen zum Ausruhen suchen.

Bald danach geht es schon wieder weiter, jetzt ist ein Kaffeepeeling dran. Wieder drei Aufgüsse, beim zweiten reiben wir uns mit einer Kaffee-Zucker-Mischung ein. Dann nach dem dritten wieder Duschen, Spazieren und dann chillen – erst in einem kleinen Pavillon mit Sitzsäcken, dann im warmen Wasser. Wir müssen beim Quatschen aufpassen, dass wir die Uhr im Blick behalten, denn es steht noch ein Orangenpeeling an. Selbe Prozedur wie vorher, nur diesmal mit Orangenschale und Salz und wieder drei anderen Düften bei den Aufgüssen. Dann nochmal Duschen, Spazieren, auf der Liege liegen und dann muss die Freundin auch schon los – das warme effizient genutzte vier Stunden. Wir verabreden uns für nächstes Jahr nochmal für einen ganzen Tag.

Dann gehe ich ins Restaurant und esse ein leckeres in Birne und Chili mariniertes Bulgogi zum späten Mittagessen, dazu gibt es Aloe-Vera-Limonade mit Gurke und Minze. Danach suche ich mir eine gemütliche Liege, lese weiter in meinem Buch und schlafe dann wie geplant bald ein, für eine Stunde ungefähr. Als ich wieder wach werde, ist es genau die richtige Zeit, um für eine Klangmeditation in die Meditationssauna aufzubrechen. Danach dusche ich und lege mich eine Weile ins Solebecken, bevor ich mir ein gemütliches beheiztes Wasserbett suche und dort eine gute Stunde liege und lese.

Das nächste Abenteuer wird dann die Birkensauna, allerdings außerhalb der Aufgusszeiten – letztes Mal war mir hier sehr schnell zu heiß geworden, als mit den Birkenzweigen gewedelt wurde. Hinterher abduschen und nochmal eine längere Runde in den Pool – der Arm braucht Mobilisierung und kriegt sie auch – und danach zum Aufwärmen nochmal ins warme Wasser. Irgendwann raffe ich mich nochmal auf und setze mich in die 90 Grad heiße Gartensauna. Das geht aber dann nur so zehn Minuten, dann wird dort der nächste Aufguss vorbereitet und ich fliehe mich auf einen längeren Spaziergang übers Gelände und dann zum Abschluss nochmal ins Solebecken.

Dann wird es langsam Zeit für den gemütlichen (hihi) Teil des Abends. Ich hole mir einen Kräutertee (und bekomme einen großen Apfelsaft geschenkt) und suche mir einen Sessel am Kamin. Hier sitze ich nochmal knapp anderthalb Stunden, trinke, lese, starre in die Flammen und lasse meine Haare trocknen. Dann gehe ich mich anziehen, bezahle und kehre zurück in die wirkliche Welt.

Gegen 21 Uhr bin ich wieder im echten Berlin und schalte den Flugmodus aus. Nachschauen, was ich den Tag über alles verpasst habe – wie erwartet nicht wenig. Ich fahre mit Tram und Tram nach Hause, füttere die Katzen, mache mir Bagel mit Paprika-Frischkäse und veganer Teewurst zum Abendbrot, telefoniere mit dem Liebsten und beantworte diverse Nachrichten.

Dann gucke ich ein bisschen Only Connect, während ich meine Haare entwirre, gehe nochmal Duschen (der Schweiß muss aus den Haaren, die Sole von der Haut), creme mich gut ein und liege kurz nach 23 Uhr wieder mit Buch im Bett. So könnte jeder Tag sein.