Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.
Wieder kurz vor dem Weckerklingeln erholt aufgewacht und erstmal durchgeschnauft: Es ist Mittwoch, also sowohl Homeoffice- als auch meetingfreier Tag. Da darf die Morgenroutine schonmal etwas länger dauern. Allerdings stelle ich dabei fest, dass es im Haus kein warmes Wasser gibt. Die App der Hausverwaltung sagt, dass schon mehrere Nachbar*innen die Störung gemeldet haben, dann muss ich ja nicht. Ich bleibe erstmal im Schlafanzug, ziehe mir was Wärmeres drüber und richte mir einen Arbeitsplatz auf dem Balkon ein – mit Müsli, Apfel und schwarzem Tee.
Allerdings ist es heute wirklich frisch draußen und es wird draußen viel handwerklicher Lärm gemacht, so dass die Gemütlichkeit sich nicht recht einstellen will und ich dann doch an den Schreibtisch wechsle. Hier gibt es heute zwei Videocalls (Meetings darf man die ja heute nicht nennen, es sind auch eher kurze Absprachen zu einem aktuellen Projekt), ein längeres Telefonat und dann eine ganze Menge anderes Zeug. Recherchieren, Texten, Materialien beschaffen, Organisieren, ein Video editieren… Der Arbeitstag ist reichlich gefüllt.
Zwischendurch Mittagspause auf dem Balkon (jetzt ruhiger und sonniger) mit Knoblauch-Naan und improvisierter Guacamole (Zitrone statt Limette, keine Tomaten, kein Koriander) und Plauderei mit dem Mitbewohner.

Auch nach Feierabend kommt es nur kalt aus dem Hahn. Der Mitbewohner beschließt, nicht laufen zu gehen und ich setze meine Sportrunde ebenfalls aus – kalt Duschen muss nicht sein. Stattdessen mache ich es mir auf dem Sofa bequem, trinke ein Feierabendradler, organisiere private Sachen, mache Norwegisch und Italienisch, telefoniere mit dem Liebsten… Irgendwann bekomme ich Abendbrothunger und mache mir ein schnelles „Girl Dinner“ – Brot mit Butter und Anchovis, Brot mit Apfel-Meerrettich-Aufstrich und Gurke, saure Gurke, getrocknete Tomaten, Oliven und Taralli.

Das esse ich dann wieder im Bett und schaue dazu und danach mehrere Folgen „The West Wing“ (bis zur Halbzeit der siebten und letzten Staffel), bis es plötzlich schon nach Mitternacht ist und ich schnell Zähneputzen gehe.












