02.07.2023 – Laufen, Lesen, (Eis) Lecken

Nachdem wir gestern erst gegen 1 im Bett waren, bin ich ein wenig genervt davon, schon kurz nach 7 aufzuwachen. Ich schaffe es aber überraschenderweise, wieder einzuschlafen und als der Liebste aufsteht, um Kaffee und O-Saft zu holen ist es dann schon fast halb 10. Wir verbringen den Morgen gemütlich im Bett und stehen erst gegen 12 zum Frühstück auf. Während des Tischdeckens telefonieren wir mit den Liebsteneltern und dann noch kurz mit der Teilzeitkindmama und dann gibt es wieder Spiegelei, Baguette, Kräuterbutter und Aufstrich.

Wir räumen noch gemeinsam auf und gehen dann unseren unterschiedlichen Plänen für den Tag nach. Beim Liebsten steht Zocken und abends ESports gucken an, ich bin am Nachmittag mit einer Freundin und ihren Kindern zum Sonntagseis verabredet. Ich beschließe, die Zeit bis dahin für ein wenig Heimattourismus zu nutzen und spaziere entlang der Strecke, auf der ich während der Pandemie und vor meinen eigenen Covid-Infektionen einige Male mit dem Fahrrad zum Liebsten gefahren bin, Richtung Eisladen zu spazieren. Dabei lasse ich heute die Begleitmusik weg und mich ganz auf die Umgebung ein. Mit wachem, touristischen Blick laufe ich durch den Kiez des Liebsten und bleibe an jeder Gedenktafel stehen. Gründung der Wandervogel-Bewegung, Gründung der Freien Universität, Denkmal für Maueropfer…

Zum Glück ist Sonntag und die Einkaufsstraße ist einigermaßen leer. Spazierend ist sie viel weniger anstrengend, als wenn man halt durch muss und alles voller Shopper*innen ist. Und ich bin ja touristisch unterwegs und schaue mir das Ganze sozusagen als fremde, interessante Kulturlandschaft an. Der nächste erwähnenswerte Abschnitt ist dann eine sehr grüne, ruhige Straße in Friedenau mit vielen Bäumen, reich bepflanzten Vorgärten und villenartigen Gebäuden. In einem Paralleluniversum als Hausfrau und Mutter eines gut verdienenden Arztes oder Anwalts würde ich hier bestimmt gerne mit Kindern und Hund leben. Kurz dachte ich, so mit Mitte 50 könnte das auch in diesem Universum was für mich sein, aber das ist in 15 Jahren und wenn ich mir meine Entwicklung von vor 15 Jahren bis heute anschaue, ist es unrealistisch, dass ich in 15 Jahren so anders bin. Und bezahlbarer wird es bis dahin sicher auch nicht.

Dann geht es unter der A100 hindurch und nach Schöneberg hinein. Im Volkspark Wilmersdorf (sollte der nicht in Wilmersdorf sein?) suche ich vergeblich nach einer Trinkwassersäule, um meine Wasserflasche aufzufüllen. Aber dafür gibt es dann einen Teich und eine Wiese und ich lasse mich nieder und ruhe mich aus.

Bis zum Eisladen sind es nur noch 15 Minuten und ich habe noch anderthalb Stunden aus. Also mache ich es mir hier auf der Wiese bequem und fange mein nächstes Buch an – Fabrizia Lanzas neues Werk „L‘ultimo dei Monsù“. Es ist auf Italienisch, ich verstehe also nur in groben Zügen und bleibe immer wieder an unbekannten Worten und grammatikalischen Konstruktionen hängen. Oder an den Gedanken dahinter, Reiseerinnerungen, an Fabrizias Familienstammbaum und an neuen Reisegedanken. Als ich schließlich aufbreche, habe ich laut Kindle 10 % des Buches geschafft. Immerhin.

Ich laufe am Rathaus Schöneberg vorbei und dann durch einen weiteren Park zur Wohnung meiner Freundin. Sie und die Kinder (5 und 8) sind bereits unten, also können wir direkt weiter zum Eisladen und nebenbei erzählen – wir haben uns schon wieder ein gutes Jahr nicht live gesehen (die Kinder sogar mehr als drei Jahre), aber das macht für das Gespräch so gar nichts aus. Mit dem Eis (für mich gibt es Erdnuss mit Brownie und Orangenquark mit Schokostückchen und Rum-Cranberries) geht es wieder in den Park, auf einen Spielplatz. Die Kids toben herum und wir unterhalten uns, immer wieder von Kinderwünschen oder -tränen unterbrochen aber trotzdem alles soweit unterkriegend. Nach insgesamt anderthalb Stunden ist es Zeit für den Aufbruch.

Ich begleite die drei noch nach Hause und gehe dann zur S-Bahn und fahre zurück in den Prenzlauer Berg. Schnell noch mit dem Liebsten telefonieren, bevor das ESports-Turnier losgeht, dann beim Lieblingsnachbar Blumen gießen. Dann kümmere ich mich um die eigene Wohnung. Eskalierendes Katzenstreu eindämmen, einen Haarballenkotzefleck beseitigen, Katzen füttern, Wassernäpfe auffüllen, Pflanzen gießen… Dann nehme ich mir eine Limo (Pflaume-Kardamom) und ruhe mich auf dem Balkon aus.

Ich höre einen Podcast, in dem eine Bekannte zum kurzen Leben und Tod ihres dritten Kindes interviewt wird und nutze diese Ablenkung (das Adrenalin?), um schnell noch nebenbei die beiden Katzenklos durchzusieben und mir Abendbrot zu machen. Es gibt Brioche mit Hummus bzw. Paprika-Aufstrich und zwei Sorten Käse und dazu die Reste von eingelegten Artischocken, getrockneten Tomaten und Oliven und außerdem drei Radieschen. Damit lege ich mich aufs Bett und suche mir bei Netflix einen dänischen Film aus – „A beautiful life“. Das erinnert mich wieder daran, dass über 90 % Übereinstimmung auf Netflix nicht zwingend für einen guten Film spricht, sondern eben dafür, dass ich gerne Filme gucke in denen es um Musik geht und auch gerne Content aus Skandinavien sehe. Der Film ist mehr so mittel, aber die Protagonist*innen sind hübsch und es gibt natürlich ein Happy End.

Dann ist es halb 11 und ich gehe Zähneputzen, den Katzen noch einen Snack hinstellen und dann wieder ins Bett. Licht aus!

01.07.2023 – Einfach nichts vorhaben

Die erste Hälfte des Jahres ist abgeschlossen und ich finde, wir haben das insgesamt gut hinbekommen. Mögen einige Dinge (Arbeitsdrama, Gesundheitsdramen) in dieser ersten Hälfte verbleiben und die zweite entspannter aussehen! Bisher lässt es sich gut an: Schlafen bis gegen 8, gemütliches im Bett herumlungern im Bett zu zweit, Teilzeitkind nicht da, Mitbewohnerin nicht da, quasi sturmfrei. Es gibt Kaffee und O-Saft, gegenseitiges aus dem Internet vorlesen und keinerlei Zeitdruck, aufzustehen.

Irgendwann kommt dann der Hunger dazwischen, gehen 11 oder so. Wir stehen auf, decken den Frühstückstisch und essen, was da ist, denn niemand hat Lust, vorher noch einkaufen zu gehen. Für mich gibt es Aufbackbaguette mit Spiegelei, Kräuterbutter, einen Rest Nutella, einen Rest Erdbeeren und einen Kokospudding mit Honigmelonengeschmack, für den Liebsten statt dem Süßkram noch Salami und Gruyere. Alleine mit den Getränken und dem Frühstück habe ich schon gegen die Auflagen einer histaminarmen Ernährung verstoßen, die ich demnächst mal für 1-2 Wochen aufprobieren soll. (Thread dazu hier).

Nach dem wir beim Essen mal wieder sämtliche Probleme der Welt zumindest in der Theorie gelöst haben, geht der Liebste eine Runde zocken und ich beschäftige mich ausführlich mit meinen Sprachlernsachen-Apps, bevor ich in Fernando Aramburus „Patria“ weiterlese und dazu passend baskische Volkslieder höre.Am Nachmittag machen wir einen Spaziergang durch den Park und gehen dann einkaufen. Wieder zuhause wird für ein spätes Mittagessen/frühes Abendessen gekocht.

Es gibt Pfannengemüse aus Frühkartoffeln, Möhren und Paprika, dazu Halloumi und für den Liebsten noch Geflügel-Cevapcici (fertig, aber immerhin Bio) und Romana-Salat mit einer Vinaigrette plus süßem Senf und Limettensaft).

Nach dem Essen machen wir es uns auf dem Sofa bequem und schauen die ersten beiden Folgen „Ms. Marvel“ zusammen. Dann hat der Liebste wieder Live-ESports zu gucken und ich lese gemütlich „Patria“ aus – zur Jahreshalbzeit das 25. Buch, ein ganz guter Schnitt. Es ist dann schon so 23 Uhr, als wir beide fertig sind und noch zwei Folgen „Ms. Marvel“ schauen, bevor es endgültig Schlafenszeit ist.

30.06.2023 – Freitagsdinge, Spaß mit S-Bahnen und Trevor Noah live

Kurz vor dem Weckerklingeln aufgewacht und insgesamt noch etwas matschig, als ich mit dem Liebsten telefoniere, der mir schon eine Stunde Wachsein und einen Kaffee voraushat. Eigentlich habe ich Lust, sehr gemütlich in den Arbeitstag zu starten, aber dummerweise hat jemand (ich) ein deutschlandweites Meeting für 9:15 Uhr angesetzt. Ich schaffe es trotzdem noch, alle Punkte der Morgenroutine vorher abzuhaken und sogar zu duschen (mit Haarewaschen!) und dann zwei Minuten vor Beginn des Meetings mit Kaffee (vietnamesischer Instantkaffee von der Änderungsschneiderin) und Müsli (Blackberry Granola mit Apfel) am Schreibtisch zu sitzen. Da ich heute u. a. Pixel schieben werde, habe ich mich gegen das Balkon-Office und für den großen Monitor entschieden.

Nach dem ersten Call geht es beherzt mit dem zweiten (1:1 mit Potsdam) weiter. Danach nehme ich einen Kollegen am Telefon mit in die Küche, wo ich mir aus den vorletzten Maracujas eine große Schorle (1,7 l) bastle, die ich bis zum Feierabend austrinke. Zurück am Schreibtisch dann abarbeiten von Dingen, die im Laufe der Woche über die vielen Meetings und persönlichen Treffen liegen geblieben sind. Um 12 nochmal ein Meeting zu viert, dann ist Mittagspause. Ich packe meinen Rucksack fürs Wochenende und mache mir dann den Rest der Spaghetti von gestern Abend warm und setze mich mit dem Mitbewohner zum Essen auf den Balkon. Wir sprechen über Rassismus in Deutschland und wie die Umfrageergebnisse der AfD sich auf die Deutlichkeit auswirken, mit der er zum Tragen kommt. Der Mitbewohner hat in den letzten Tagen mehrfach Mikroaggressionen und rassistische Sprüche abbekommen und befürchtet, dass das jetzt nur schlimmer wird. Wir sprechen auch über die Unterschiede zwischen brandenburgischen und pakistanischen Dörfern, was Gastfreundschaft und die Integration von Zugezogenen angeht.

Dann mache ich mich wieder an die Arbeit und stelle im Austausch mit der Kollegin in Paris einige PDFs fertig. Dabei reden wir natürlich über Rassismus, Kolonialismus und Polizeigewalt und die Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich. Deutschland kommt überraschend gut weg und das will schon was Trauriges heißen. Ab gegen 15 Uhr stoßen unsere amerikanischen Kolleg*innen im Team-Chat dazu und die letzten Stunden des Arbeitstages (hauptsächlich Wochenbericht schreiben und Projektmanagement-Tool aufräumen) sind untermalt von Live-Kommentierung eines globalen Calls, Diskussionen über die Situation in Paris und den Vergleich zu Amerika, gegenseitigen Neckereien und viel Gelächter. Ich mag mein Team.

Punkt 17 Uhr lasse ich den Stift fallen, füttere die Katzen, schnappe mir meinen Rucksack und mache mich auf den Weg nach Südberlin. Dank dem typischen S-Bahn-Chaos (Personen im Gleis, Reparatur einer Weiche), verbringe ich unangenehm viel Zeit auf dem Bahnsteig in Gesundbrunnen und beobachte beunruhigt die Veränderungen auf Anzeigetafel und BVG-App. Schließlich fährt doch noch rechtzeitig eine Bahn und ich muss meine Pläne nicht komplett umstellen. Etwas abgehetzt komme ich gegen halb 7 beim Liebsten an, stelle meinen Rucksack ab, gehe nochmal aufs Klo, stecke die Tickets für Trevor Noah ein und dann laufen wir schon wieder los. Statt der S-Bahn, auf die heute kein Verlass mehr ist, fahren wir mit zwei U-Bahnen zum Tempodrom, nehmen dabei längere Fußwege in Kauf und sitzen dann mit Bier und Brezel bzw. Alster und Popcorn (unserem Abendbrot) um 19:50 Uhr auf unseren Plätzen.

Es wird ein großartiger Abend, der Support Act Wil Sylvince ist unterhaltsam, reißt mich aber noch nicht so vom Hocker. Er soll das Publikum anheizen, aber so richtig braucht es das nicht, denn die Stimmung kocht sowieso, sobald Trevor Noah auf der Bühne steht und noch bevor er irgendwas gesagt hat. Sein Act ist natürlich super gut, auch wenn ich einiges gefühlt schon kannte. Besonders schön sind die Teile, die sich konkret auf Berlin, Deutschland und aktuelle Entwicklungen wie eben die Ausschreitungen in Paris oder die Implosion der Titan beziehen und natürlich alles, was mit Stimm-Imitationen oder verschiedenen Sprachen und Dialekten zu tun hat. Viel zu schnell ist kurz nach 22 Uhr alles vorbei und anders als bei Konzerten gibt es dann auch keine Zugabe mehr. (Ich war glaube ich noch nie bei einer reinen Comedy-Show, bei Kabarett erwarte ich ja auch keine Zugaben und alles andere war immer irgendwie mit Musik versetzt, so dass Zugaben immer mit dabei waren).

Hinterher laufen wir zum BRŁO, wo wir gerne noch einkehren würden, aber da ist heute eine private Veranstaltung (an einem Freitagabend????). Also fahren wir zurück nach Südberlin, wieder mit zwei U-Bahnen. Der Liebste setzt sich an den Rechner und guckt die ESports-Geschehnisse des Tages nach, ich lege mich ins Bett, lese noch kurz im Internet herum und schlafe dann schnell ein.

29.06.2023 – Videokonferenzen, ein Film und viel Musik

Die zweite Nacht in Folge sehr sehr viel geschlafen und dösig aufgewacht, aber das scheint alles zu wirken – bis auf ein leichtes Halskratzen geht es mir soweit wieder gut, Erkältung wohl rechtzeitig niedergekämpft. Der Liebste fühlt sich auch ein ganzes Stück besser und ist weiterhin negativ. Ich beschließe, ob der angenehmen Temperaturen und ohne Gewitterwarnung einen kompletten Tag Balkonoffice einzulegen. Gegen die Halsschmerzen gibt es Ingwertee und zum Frühstück wieder Brioche – mit Johannisbeergelee und mit Pistaziencreme – und dazu Apfel.

Heute ist ein Tag mit insgesamt acht Videokonferenzen. Los geht es gleich um 9 mit einer globalen. Mein Highlight daraus ist die Musikempfehlung einer tschechischen Kollegin, die von einem Konzert der slowakischen Ska-Band Polemič berichtet. danach wird aus einem für 25 Minuten angesetzten Catch-up-Call mit einer Kollegin in Madrid eine gute Stunde. Dann schnell E-Mails abarbeiten vor dem nächsten Call – mit einem Kollegen in Lichtenberg. Auch den überziehen wir und ich nehme den Kollegen dann noch auf dem Telefon mit, als ich zu einer frühen Mittagspause in die Facharztpraxis spaziere, um etwas abzuholen. Den Rest des Spazierwegs höre ich Polemič.

Wieder zuhause mache ich mir ein Sandwich zum Mittag – dunkles Mischbrot, dänische Remoulade, vegane Schinkenspicker mit Schnittlauch, Spreewaldgurke, Schafskäse, Apfelmeerrettich. Ich lese, was ich abgeholt habe und dann ist es auch schon Zeit für die nächsten Meetings. Eine Stunde mit Lichtenberg, Potsdam und Nürnberg. Dreimal eine halbe Stunde global. Eine halbe Stunde Dinge abarbeiten. Nochmal eine halbe Stunde global. Danach ist mein Kopf gar und ich muss den Laptop zu klappen. Kurzes Nichtstun, dann gehe ich in die Küche und mache mir Spaghetti Aglio Olio e Peperoncino, mit zusätzlich viel Petersilie und Zitronensaft. Die esse ich auf dem Balkon.

Dann gehe ich rüber zum Lieblingsnachbarn und gieße seine Pflanzen. Ich öffne ein nachgeburtstagsliches Päckchen von einer Freundin aus Rostock und habe dann Lust auf einen Film. Auf Netflix finde ich „Lindenberg. Mach Dein Ding“ mit Charly Hübner und Detlev Buck, das kann so schlecht nicht sein und ist es dann natürlich auch nicht.

Hinterher höre ich „Bunte Republik Deutschland“, das einzige Lindenberg-Album, mit dem ich mich mal länger beschäftigt habe – als Kind war das die B-Seite auf meiner ersten Musikkassette. Einige Texte sind cringe bis bedenklich, aber ansonsten kann das immer noch was. Während des Hörens siebe ich das Katzenklo durch – bzw. beide, inzwischen wird das auf dem Balkon auch frequentiert. Dann ist es fast 23 Uhr, um die Zeit habe ich die letzten beiden Tage schon geschlafen. Eigentlich würde ich gerne noch ein bisschen lesen, aber mir fallen schon beim WhatsApp beantworten die Augen zu.

28.06.2023 – Neben der Zeit, im Büro und im Früher

Ich werde munter, gucke aufs FitBit und das sagt es ist 16:00. Kann gar nicht sein, sage ich mir und schließe die Augen wieder. Dann schrecke ich hoch, schaue auf das Handy, es ist 16:01 Uhr ein. Was? 17 Stunden geschlafen? Den ganzen Tag verschlafen? Ich muss mich bei Menschen melden, habe Meetings und Real Life Treffen verpasst – die Chefin, der Liebste, die Freundin, aber ich bin soooo müde und mir fallen die Augen schon wieder zu. Im Bett ist es gemütlich, vielleicht kann ich’s einfach ignorieren und weiter schlafen? Und außerdem wirkt das doch alles irreal. Ich zwinge mich, richtig wach zu werden, nochmal aufs Handy zu schauen und mich abzusichern. Und plötzlich ist es darauf 6:37 Uhr, eine knappe Stunde vor dem Weckerklingeln. Puh, spannend träumen kann ich! Jetzt bleibe ich aber sicherheitshalber gleich richtig wach und setze mich zum Internet leer lesen auf. Tatsächlich habe ich immerhin fast 9 Stunden geschlafen und fühle mich ziemlich matschig. Ich höre in mich rein ob ich mich auch krank fühle, aber das noch nicht so richtig. Ich mache den nächsten Covid-Schnelltest und bin weiter negativ. Gehen wir also erstmal davon aus, dass der Mittwoch wie geplant stattfindet.

Ich erledige Morgendliches und stehe irgendwann auf und mache mich fertig fürs Büro. Zwischendurch ruft der Liebste an – auch matschig aber negativ und bereit für den Arbeitstag im Homeoffice, mit viel Tee und zwischendurch Liegen. Also dann. Ich laufe zur Tram und fahre mit der Tram zum Alex. Nebenbei höre ich in der radioeins App das Konzert von Danger Dan nach – zwei 40jährige unter sich. Im Büro ist es heute voller, ich zähle um die 20 Leute, ganz sicher bin ich nicht, da ja immer irgendwer grad nicht am Platz ist oder später kommt. Zum Frühstück gibt es heute nicht Müsli, sondern Brioche mit Johannisbeergelee und einen Apfel, dazu Cappuccino mit Extrashot Espresso, weil ich auf die Mate verzichtet habe.

Ich arbeite Dinge ab und beantworte nebenbei Fragen von Kolleg*innen, dann habe ich ein Meeting mit meiner Chefin, bei dem wir ordentlich überziehen, so dass draußen schon meine liebe Freundin und Ex-Kollegin mit ihrem Baby wartet, mit der ich zum Mittag verabredet bin.

Wir drehen gemeinsam noch eine Runde durchs neue Büro, das sie noch nicht kennt – ihr Arbeitsverhältnis endete ziemlich genau mit dem Beginn des Umzugs – und sagen vielen Leuten „Hallo“, von denen einige noch gar nicht realisiert haben, dass sie nicht mehr da ist. Erst war Pandemie, dann bekam sie von vielen unbemerkt Kind 1, dann war Elternzeit und dann endete das Arbeitsverhältnis wenige Monate später und dann kam Kind 2, es hätte auch einfach sein können, dass sie einfach in die nächste Elternzeit gerutscht wäre, ohne je im Büro aufgetaucht zu sein.

Wir gehen in das vietnamesische Restaurant nebenan und ich bekomme ein tolles Geburtstagsgeschenk – ein Rostock-Puzzle und altersgerechten Süßkram, dekoriert mit der 40, die so ausgeschrieben auch nochmal ein bisschen anders aussieht, als sie sich in meinem Kopf anfühlt.

Nach dem Essen verabschieden wir uns bis nach unseren anstehenden Urlauben und ich gehe noch in den Supermarkt nebenan, bringe die Mehrwegdose von gestern zurück und besorge Macarons für die Büromannschaft.

Im Nachmittagsteil der Arbeit habe ich noch ein virtuelles Meeting mit Paris, nehme an einem globalen Meeting Teil und bespreche mich dann live vor Ort mit einem Kollegen zu einem anstehenden Projekt. Nebenbei horche ich weiter in mich hinein, ob ich nun krank werde oder nicht (Hals und Ohren melden Probleme, ob nun von zwei Tagen Klimaanlage oder Erkältung oder zu vielen Katzenhaaren in der Nacht, man weiß es nicht.) Ich mache noch einen negativen Schnelltest, der Liebste ist auch weiter negativ, aber so richtig fit fühle ich mich nicht. Da ich unbedingt vermeiden will, richtig krank zu werden, sage ich das AquaFitness für heute ab und mache früh Feierabend.

Zuhause gönne ich mir eine Ingwer-Estragon-Feierabendlimo, die gleich ein bisschen gegen die Halsschmerzen hilft, und esse zum Abendbrot ein Sandwich, Joghurt mit Maracuja und eine lila Möhre. Dann packe ich zwei Pakete mit Dingen aus, die ich mir von meiner Wunschliste gegönnt habe und außerdem meinen Rucksack richtig – das war es wieder mit Büro für eine Weile. Kurz vor 9 mache ich mich bettfertig, kurz nach 9 telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten, beide negativ, beide platt und im Bett. Dann wird gelesen und kurz vor 10 ist Schlafenszeit, während es draußen immer noch hell ist.

27.06.2023 – Büro, Schnelltests, Yoga

Der Morgen beginnt träge und daraus resultierend dann irgendwann gehetzt. Im Telefonat mit dem Liebsten ein Anachronismus: In der Klasse des Teilzeitkinds hat ein Kind Covid, eins von denen, mit denen es sich letzte Woche auf der Klassenfahrt ein Zimmer geteilt hat. Ach komm, darauf hat doch jetzt wirklich keiner mehr Lust. Wir fühlen direkt einmal in uns hinein, fühlen uns aber gut (und es liegen ja auch schon ein paar Tage zwischen der Klassenfahrt und jetzt). Dann stehe ich auf, mache mich bürofertig und ziehe los – so in Eile, dass ich irgendwie vergesse, den Katzen Frühstück zu geben. Erstaunlicherweise wird am Abend niemand verhungert sein, möglicherweise haben sie Reserven.

Ich nutze die Tramfahrt (und noch ein paar Schritte über den Alex) für Duolingo und wirke dabei bestimmt wie eine busy Businesswoman. Im Büro angekommen (kurz nach 9), baue ich meinen Laptop auf und unterhalte mich erst einmal mit einem Kollegen über die Entwicklungen in seiner Abteilung. Dann schnippele ich mir in der Küche meinen Apfel in mein Müsli und gieße Milch drüber, ziehe einen Cappuccino aus dem Vollautomat und drehe eine Runde durchs restliche Büro, um den anderen Kolleg*innen Hallo zu sagen. Heute sind wir zu acht, ungefähr ein Fünftel der höchsten theoretisch zu erwartenden Belegung am Berliner Standort.

Ich frühstücke am Laptop, lese E-Mails und beantworte Nachrichten. Dann nehme ich meinen Schlüssel und vergrabe mich ins Archiv, so richtig mit dicken Aktenordnern und Papier. Ich finde recht schnell was ich suche und fotografiere Dinge ab. Dann ist es Zeit für das erste Meeting des Tages – zu fünft und virtuell, die Teilnehmenden sitzen in Friedrichshain, Lichtenberg, Potsdam und in einem Meetingraum am anderen Ende des Büros (ja, wir sind bequem geworden in den letzten Jahren).

Danach geht es für mich im digitalen Archiv weiter. Um drei über 20-seitige Dokumente gut miteinander vergleichen zu können, beschließe ich, sie alle auszudrucken und weil es dabei technische Probleme gibt, muss ich auch insgesamt dreimal zum Drucker laufen und habe an diesem Punkt gefühlt mein Schrittziel schon erreicht. Außerdem muss ich Druckerpapier nachfüllen, bzw. neu auf die vorhandenen Fächer verteilen, weil das Gerät sonst meckert. Das 20. Jahrhundert hat angerufen und will seine Bürotätigkeiten zurück!

Dann sitze ich mit mehreren offenen Textdateien und drei ausgedruckten Dokumenten vorm Rechner, vergleiche und konsolidiere in einem neuen Dokument eine Fassung, versehen mit Anmerkungen und geschlechtergerecht umformuliert. Das ursprüngliche Pamphlet ist von 2017, damals hatte ich mich noch mit einer Fußnote zufriedengegeben, die beteuert, dass trotz des genetischen Maskulinums natürlich beide [sic] Geschlechter gemeint seien. 2023 nun also konsequent mit Sternchen,

Ich verschicke das neue Dokument an alle, die in den nächsten Tagen daran arbeiten werden und habe dann schon deutlich die Zeit bis zur Mittagspause überzogen. Gegen 14:30 Uhr gehe ich raus, mache Besorgungen in der Drogerie und stelle mir im Supermarkt daneben einen Salat zusammen – Bulgur, Mais, Kidneybohnen, bunte Tomaten, Gurkensalat und Mozzarella.

Damit setze ich mich in die Büroküche und fange an zu essen. Währenddessen ruft der Liebste an, der sich inzwischen nicht mehr so gesund fühlt und sich auch daran erinnert hat, wie das Teilzeitkind und er gestern Bauchschmerzen hatten, es aber auf den Nudelsalat von der Party geschoben hatten, der dann schon längere Zeit draußen gestanden hatte. Er fühle sich so, wie bei seiner letzten Covid-Erkrankung, sagt er, Tests seien aber noch negativ.

Hui, jetzt wird es spannend. Ich sage meiner Kollegin in Georgia, dass ich mich zu unserem Meeting gleich verspäten werde (sie zum Glück auch) und gehe nochmal zurück in die Drogerie, Schnelltests und FFP2-Masken kaufen. Nebenbei beginnt dann unser Meeting – ich noch auf dem Rückweg ins Büro, sie in ihrem Auto auf dem Parkplatz vor einer Arztpraxis. Auch mal spannend. Zurück am Platz mache ich noch während des Calls einen negativen Test und bin erstmal soweit beruhigt, dass ich den Bürotag weiter bestreiten kann.

Nach dem Call bereite ich das Videosystem dafür vor, gleich ein globales Meeting live zu streamen und dann sitzen wir gemeinsam auf der Couch und machen sozusagen Public Viewing. Danach ist es 17 Uhr, einige Kolleg*innen sind schon weg, andere sind nahtlos zum FIFA Zocken übergegangen. Ich habe noch ein wenig Zeit abzusitzen (und draußen geht grad schon wieder die Welt unter) und arbeite an einer Präsentation für nächste Woche.

Kurz nach 18 Uhr mache ich zur Sicherheit noch einen Schnelltest – immer noch negativ – und verlasse dann als Letzte das Büro und fahre mit U- und S-Bahn zum Yoga und erledige auf der Fahrt die heutigen Babbel-Aufgaben. Auf den Matten sind wir heute zu fünft und haben eine relativ meditative Stunde zusammen, bei deren Übungen ich erstaunlich gut mitkomme. Side Plank ist heute sehr anstrengend, alles andere bekomme ich gut hin. Auf dem Nachhauseweg erreiche ich dann auch faktisch mein Schrittziel und telefoniere außerdem mit dem Liebsten, der viel geschlafen hat, sich etwas besser fühlt und immer noch negativ testet. Dann gehe ich noch beim Lieblingsnachbar gießen und bin kurz nach 21 Uhr zuhause.

Als erstes bekommen verdienterweise die Katzen etwas zu essen, danach ich. Es gibt Butterstullen – eine mit veganer Schinkenspicker mit Schnittlauch, Gurken und Apfelmeerrettich, eine mit Gouda, Tomate und Oregano. Dazu eine Tannenwald-Feierabendlimo. Ich setze mich zum Essen auf den Balkon und habe nach wenigen Sekunden eine Kuschel-Noosa auf dem Schoß, während Nimbin noch mit Essen beschäftigt ist – alles wie immer.

Nach dem Essen dann nochmal emsige Geschäftigkeit. Ich packe ein Paket mit Haushaltsdingen aus, stecke die textilen Elemente in den Wäschekorb und wasche die Küchenutensilien ab. Dann packe ich meinen Rucksack aus – nicht zu weit, morgen gehts wieder ins Büro – und siebe das Katzenklo durch. Danach setze ich mich nochmal kurz auf den inzwischen dunklen Balkon, trinke die Limo aus und gucke ein paar TikToks. Dann schnell Zähneputzen und ins Bett. Kurz vor 23 Uhr fange ich an zu lesen, nach einer knappen Viertelstunde ist dann aber schon Schlafenszeit, wofür sich Noosa wieder an und auf mich kuschelt.

26.06.2023 – Atmen, Schwitzen, Gähnen

Hallo Montag! Trotz recht früher Bettgehzeit war die Nacht nicht so erholsam, wie man hätte denken können. Der gute Nimbin fand ungefähr alle anderthalb Stunden, er müsse mal schauen, ob ich noch lebe und ihn evtl. bespielen oder ihm wahlweise ein Leckerli geben könnte. Richtig nachhaltig wach werde ich aber erst kurz vor dem Weckerklingeln, als direkt wieder der Nahrungsmittelunverträglichkeitstestmarathon ansteht. Sehr verschlafen trinke ich warmes Wasser, spüle meinen Mund, beklebe und beschrifte alle Röhrchen, atme in das erste, stelle Fruktose-Lösung her und trinke sie, atme 30, 60, 120 und 180 Minuten später wieder in ein Röhrchen…

Dazwischen liegen Internet leer lesen, ein Telefonat mit dem Liebsten, Bloggen, Anziehen, erstes Arbeiten und ein erstes Meeting. Nach dem letzten Röhrchen um 11 dann endlich Frühstück (Müsli mit Apfel) und mehr trinken – es ist so heiß heute! So heiß, dass ich es nichtmal kurz auf dem Balkon aushalte, geschweige denn arbeitend, zumindest solange die Sonne drauf scheint. Also sitze ich drinnen und nutze die zwei Bildschirme für Text- und Bildarbeit. Zwischendurch gute Nachrichten aus dem Krankenhaus (nicht vom Lieblingsnachbarn, sondern von Papa, der seine heutige OP gut überstanden hat und hoffentlich nicht lange drin bleiben muss).

Um 13 Uhr mache ich Mittagspause und wage mich ins Draußen, Dinge erledigen. Ich bringe die Teströhrchen zum Briefkasten, vier Mehrwegdosen zurück in ein Restaurant und ein Kleid zur Reparatur, das mir beim aus der Maschine ziehen zerrissen ist. Da es wie gesagt heiß ist und ich langsam laufe, verschiebe ich den Rest meiner Draußanaktivitäten auf später. Wieder daheim habe ich das nächste Meeting. Danach fühle ich auf dem Balkon vor, denn die Sonne ist jetzt ums Haus herum. Mein Gefühl ist richtig, jetzt kann man da auch sitzen. Ich richte mir also mein Balkon-Office ein, trinke eine Mate zum Wachbleiben und habe anderthalb Stunden entspanntes Balkon-Office, bis das angekündigte Gewitter losgeht.

Dann muss ich meinen Liegestuhl parallel zur Hauswand stellen, damit Laptop und ich trocken bleiben und kann dann den strömenden Regen, die Blitze, den Wind und den Donner hautnah miterleben. Besonders schön, dass genau dann auch mein Team-Meeting stattfindet, aber mein Headset ist so gut, dass die anderen den Donner gar nicht hören. Wir sprechen 70 Minuten alles, was diese Woche so anstehen wird, dann klappe ich um 18:10 Uhr den Laptop zu. Kurz danach ist der Regen wie angekündigt vorbei und ich drehe die zweite Runde draußen.

Beim Lieblingsnachbar muss ich heute wohl nicht gießen, sein Balkon geht zur Wetterseite und selbst auf meinem muss ich nur die Pflanzen gießen, die direkt an der Hauswand stehen. Ich gehe neues Katzengras kaufen und dann in den Supermarkt. Wieder zuhause koche ich Pellkartoffeln, mache ein Bananen-Maracuja-Lassi (2 Bananen müssen weg und heute morgen konnte ich ja keine Pancakes machen) und rühre Kräuterquark an. Dazu gibt es Leinöl, saure Gurken und einen Rest Weißwein.

Ich esse auf dem Balkon, aber dann will ich es gemütlicher haben und lege mich aufs Bett, trinke Lassi und gucke TikTok. Gegen 20 Uhr schlafe ich das erste Mal ein, es folgt noch ein zweites Mal, aber ich muss bis 21 Uhr wachbleiben, weil ich mit dem Liebsten zum Telefonieren verabredet bin. Das Telefonat wird entsprechend kurz, dann mache ich mich bettfertig und kurz vor 22 Uhr geht das Licht aus.

25.06.2023 – Sonntags nach dem Fest

Um 3:07 lagen wir im Bett, gegen halb 8 gucke ich das nächste Mal aufs Handy und bleibe dann blöderweise auch direkt wach. Kurz nach 9 ist auch der Liebste am Start und bringt Kaffee, aus dem Zimmer des Teilzeitkinds hört man schon länger Hörspielklänge. Kann man wohl nix machen, die Nacht ist vorbei. Der Liebste und ich pflegen unsere Kater ein wenig im Bett, dann kommt das Kind dazu und möchte Handy spielen. Halb 10 stehen wir Erwachsenen auf und beseitigen das Party-Chaos in der Küche. Die Schwester des Liebsten wird davon ebenfalls wach und wird mit Kaffee versorgt. Nach 20 Minuten sieht die Küche schon wieder ganz OK aus und wir machen uns alle bereit, rauszugehen.

Kurz nach halb 11 sitzen wir im Frühstückslokal. Ich bestelle wie beim letzten Mal einen alkoholfreien Cocktail aus verschiedenen Säften und dazu das Räucherlachsfrühstück mit extra Ei und Crêpes mit süßem Quark. Wir speisen und erzählen gemütlich und haben am Ende (für uns drei Erwachsene überraschend) alles aufgegessen.

Dann laufen wir zurück Richtung Sofa. Die Schwester des Liebsten bricht bald auf in die Heimat, das Teilzeitkind ist mit dem Nachbarskind unterwegs und der Liebste und ich liegen, lesen, schlafen. Gegen 16:30 Uhr gibt es nochmal einen großen Teller Tom Kha Gung und danach beginnt meine Nahrungskarenz für den Nahrungsmittelunverträglichkeitstest morgen früh. Ich packe meine Sachen zusammen und fahre mit der S-Bahn zurück in den Prenzlauer Berg. Dort gehe ich zuerst die Pflanzen des Lieblingsnachbarn gießen und dann meine eigenen, die weniger gut aussehen. Dann heißt es, diverse Katzenkotzeflecken zu beseitigen (die Hitze und Haarballen machen Nimbin zu schaffen) und Futter und Wassernäpfe zu erneuern. Ich packe noch meinen Rucksack aus und dann sitze ich erstmal mit Melissenwasser im Liegestuhl.

Bei Duolingo sichere ich meinen Streak, die aktuelle Challenge mit der Freundin in Frankreich und den Ligenerhalt. Bei Babbel hole ich die ganzen noch zu wiederholenden Vokabeln der letzten Tage auf, als ich nie genug Muße hatte. Dann telefoniere ich nochmal mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind. Gegen 20 Uhr gehe ich rein, siebe das Katzenklo durch und lasse mir dann eine Badewanne voll lauwarmem Wasser ein (für heißes ist es zu warm) und probiere die Gratisbadekugel aus, die ich neulich im Seifenwarenladen geschenkt bekommen habe. Dazu lese ich auf dem Kindle. Ich beschließe den Abend gegen 22 Uhr mit Buch und Bett.

24.06.2023 – Noch a Geburtstag

Natürlich wache ich schon wieder 7:30 Uhr auf, statt einfach mal bisschen Schlaf aufzuholen, auch heute ist das aber schon wieder sinnvoll, denn wir haben viel vor. Als der Liebste gegen 8 aufwacht, stehe ich schnell auf und mache dem Geburtstagskind Kaffee und Orangensaft. Das Teilzeitkind wacht gegen halb 9 auf und vergnügt sich erst einmal einige Zeit in seinem Zimmer mit Turnübungen. Halb 10 heißt es dann aufstehen für alle. Der Liebste geht auf den Markt und besorgt Brot, Oliven, getrocknete Tomaten, Aufstriche und Quarkbällchen. Das Teilzeitkind gehen in den asiatischen Supermarkt und besorgen Galgant, Zitronengras, Koriander, Thai-Auberginen, Thai-Basilikum, Limetten, Chilis, Kokosmilch, Fischsauce, Kaffirlimettenblätter, Frühlingszwiebeln, Shrimps, koreanische Mandus und Kokospuddings – und auf dem Rückweg noch eine Blume für den Liebsten.

Zuhause decken wir den Tisch, stellen die Blume an des Liebsten Platz und das Teilzeitkind macht Rührei. Dann kommt der Liebste auch und wir frühstücken gemütlich zusammen. Hinterher dann wieder volle Aktivität – der Liebste beschäftigt sich mit Aufräumen und Putzen und das Teilzeitkind und ich ziehen nochmal los. Erst Altglas wegbringen, dann nochmal in den asiatischen Supermarkt, Erdbeer-Bobas und dicke Strohhalme (aus Papier) holen, dann weiter in den normalen Supermarkt. Das Teilzeitkind hat 20 Euro bekommen, von denen es Snacks kaufen soll, ich habe einen Einkaufszettel für alles, was sonst noch fehlt. Mit Snacks im Wert von 19,58 €, Sekt, Cola, Kaffee, Milch, Saft, Champignons, Rucola, Fusilli und einigem mehr beladen machen wir uns wieder auf den Heimweg.

Dort wird dann erstmal kurz ein bisschen ausgeruht und dann geht es los mit dem Kochen. Über den Tag entstehen ein Nudelsalat und eine Tom Kha Gung und nebenbei wird immer weiter aufgeräumt und geputzt. Dann ist irgendwann alles soweit fertig, der Liebste geht noch eine Runde zocken, ich liege auf dem Sofa und gucke TikTok und das Teilzeitkind geht draußen spielen. Kurz nach 18 Uhr kommen die ersten Gäste – des Liebsten Schwester, seine Cousine und deren Freund. Der Liebste bekommt Gratulationen und Geburtstagsgeschenke und mein Geburtstagsgeschenkbücherstapel wächst auch nochmal um zwei.

Wir essen und erzählen, dann kommt das Teilzeitkind nach Hause und kurz danach immer weitere Gäste. Immer wieder faszinierend ist ja das Thema Küche auf Parties. Der Liebste hat eine riesige Wohnküche mit großem Esstisch und Sofagarnitur. Trotzdem huddlen am Ende alle genau dort, wo die Küchenzeile ist – stehend, lehnend oder auf der Theke hockend. Das Teilzeitkind verschwindet gegen halb 11 ins Bett, kurz danach verabschieden sich die ersten Gäste… Der harte Kern bleibt aber noch und irgendwann wird sogar noch zu Johnny Cash getanzt. Um 3 fällt die Tür hinter den letzten Gästen zu, um 03:07 Uhr liegen der Liebste und ich im Bett.

23.06.2023 – Schreibtisch, Krankenhaus, Geburtstagsvorbereitungen

Wieder aufgewacht, bevor der Wecker klingelt, aber immerhin einigermaßen gut geschlafen nach dem verspäteten Start wegen des Gewitters. So habe ich genügend Zeit um alles morgendliche zu erledigen, bis ich pünktlich um 9 am Schreibtisch sitze. Könnte man ja auch mal wieder, denke ich ich mir. Der Tag beginnt mit einem Meeting, bei dem mein Gegenüber im Auto sitzt und der Regen laut aufs Dach pladdert, so dass ich erst denke, er tippt die ganze Zeit nebenbei. Danach administrative Aufgaben und Sichtung der heutigen To Dos bis zum nächsten Meeting, diesmal mit Dublin. Direkt hinterher Meeting mit Südengland und direkt danach Meeting mit Amsterdam. Das danach eigentlich direkt anschließende Meeting wird kurzfristig abgesagt, immerhin.

In der Mittagspause nehme ich mein neues Kleid entgegen und stecke es direkt in die Waschmaschine mit den restlichen Sommersachen der letzten Tage. Dann siebe ich die beiden Katzenklos durch – wie erwartet wird nur das frische neue frequentiert, das zweite alte auf dem Balkon steht nutzlos herum. Ich nehme noch die trockene Wäsche ab und verräume sie und dann mache ich mir zwei schnelle Stullen (Toastbrot, Hummus, Ziegengouda, Gurke) und den Rest Radieschen zum Essen am Schreibtisch. Mein Handy sagt mir, dass das Gehalt eingetroffen ist. Ich checke kurz den Kontostand, bin positiv überrascht und bestelle schnell noch die Haushaltsdinge, die auf meiner Wunschliste standen und die ich nicht zum Geburtstag bekommen habe.

Ich verbringe den Nachmittag mit kreativen Dingen – Schreiben, Übersetzen, Folien basteln und nutze dabei auch mal wieder die Fähigkeiten von ChatGPT zur Zuarbeit. Immer wieder beeindruckend, was das kann, wenn man weiß, wie man fragt. Um 16 Uhr gibt es das letzte Meeting des Tages und danach noch ein paar Diskussionen dazu im Team-Chat. Ich schreibe meinen Wochenbericht fertig und mache um 17 Uhr Feierabend. Dann heißt es Wäsche aufhängen, Müll zurecht stellen, Sachen packen (Habe ich alle Geschenke für den Liebsten? Wie verpacke ich das noch feuchte Kleid?). Kurze Katzenübergabe mit dem Mitbewohner und dann bin ich unterwegs, den Müll runterbringen, beim Lieblingsnachbarn nach den Pflanzen sehen und seinen Arbeitslaptop und einen frischen Zahnbürstenkopf einpacken – er muss noch mindestens eine Woche im Krankenhaus bleiben.

Ich spaziere mit Podcast auf den Ohren durch letzte Regenreste ins Krankenhaus und komme dort gegen halb 7 an. Außerhalb der Besuchszeit, aber ich habe inzwischen gelernt, dass das für kurz Dinge abgegeben OK ist. Ich bleibe auch wirklich nur zwei Minuten und laufe dann weiter zur Tram, die mich zur S-Bahn bringt, die mich zum Liebsten bringt. Unterwegs suche ich mir Abendbrot aus – Burger mit Feta und Aubergine, Pommes, Churros mit Schokolade), das der Liebste schonmal bestellt. Heute komme ich aber ganz ohne Bahnchaos pünktlich und vor dem Essen an. Dafür bekomme ich nachträgliche Gratulationen und ein schönes Bild vom Teilzeitkind.

Der Liebste und ich setzen uns an eine To-Do-Liste für den Abend und morgen und dann kommt das Essen. Wir futtern und lassen uns vom Teilzeitkind von der Klassenfahrt erzählen. Dann rödeln die Erwachsenen noch eine Weile herum, während das Kind erst liest und dann beim Hörspiel einschläft. Ich schlafe auch auf der Couch ein, zweimal, für länger, weil die Woche so anstrengend war. Rechtzeitig vor Mitternacht bin ich wieder wach und kann dem Liebsten pünktlich zum Geburtstag gratulieren und Geschenke überreichen, bevor es ins Bett geht.