02.03.2024 – Dreiviertel Programm am Samstag

Was für eine Nacht das war – das Teilzeitkind und ich vergleichen am Morgen unsere Wachzeiten und können uns erstaunlich gut erinnern, wann wer auf Klo war usw. Nach 23 Uhr einschlafen wachte ich gegen halb 3 kurz auf, schlief wieder ein, wachte kurz vor 5 wieder auf, weil das Teilzeitkind aufs Klo ging, dann ging ich aufs Klo und machte es wieder wach, dann kam um 5 die Mitbewohnerin nach Hause (und weckte es nochmal, ich hingegen war noch wach), dann wälzte ich mich ungefähr zwei Stunden herum, döste immer mal kurz weg, dann war wieder irgendwas – mal wusste ich nicht, wohin mit alle meinen langen Gliedmaßen, die nachts die merkwürdigsten Schmerzen auffahren, dann lagen der Liebste und ich so, dass er mich anatmete und ich wieder wach wurde und mich wegdrehen musste… Dann war das Teilzeitkind irgendwann endgültig wach und machte nebenan Kinderdinge und irgendwann muss ich dann nochmal eingeschlafen sein, bis der Liebste kurz vor 10 nach fast 11 Stunden ununterbrochenem Schlaf erwacht und Kaffee macht. Laut meinem FitBit sieht das ungefähr so aus:

Brutto 8:45h, Qualität „mäßig“

Ich hätte dann jetzt bitte danke mal wieder eine Nacht mit 7-8 Stunden einfach durchschlafen. Anyway… Da ich ja in den vielen Wachphasen schon den Großteil des Internets durchgelesen habe, reicht die Zeit bis zum Aufstehen für eine Tasse Kaffee und Bloggen locker aus, dann ist es Zeit, auf den Markt zu gehen.

Wir kaufen Obst, Brot, Aufstriche, Oliven, Tabouleh, Börek und Quarkbällchen. Am Eierstand ist eine ewige Schlange und da der Liebste eh nochmal in den Supermarkt muss, holen wir die Eier eben dort. Voll bepackt kommen wir nach Hause und decken kurz vor 12 den Frühstückstisch. Ich sage meinen AquaFitness um 13 Uhr ab – das wäre zu knapp und ich fühle mich auch nicht fit genug dafür, nach dieser Nacht Woche. Stattdessen essen wir gemütlich und überlegen, am Nachmittag irgendwann entspannt Schwimmen und in die Sauna zu gehen.

Nach dem Frühstück ist aber erstmal Zeit für Siesta. Der Liebste zockt am Schreibtisch, ich zocke im Bett, das Teilzeitkind macht über WhatsApp eine Challenge mit dem Nachbarskind, wer innerhalb von einer Stunde mehr Zimmer aufräumen kann – hat halt jede*r so seine Hobbies. Während der Siesta wird klar, dass hier heute niemand mehr Schwimmen geht. Ein längerer Spaziergang steht noch im Raum, aber je mehr der Tag fortschreitet, desto kürzer wird der gedanklich. Irgendwann wechselt der Liebste vom Spielen zum Aufräumen, ich halte hingegen weiter tapfer durch (und komme heute ordentlich weiter, nachdem ich die ganze Woche nur wenig dazu kam).

Dann kommt das Nachbarskind in persona vorbei und wir brechen alle gemeinsam auf zum Spazieren – zum Eisladen nämlich, der gestern die Saison eröffnet hat. Wir kommen unseren nachbarschaftlichen Pflichten selbstverständlich gerne nach und eröffnen unsererseits die Saison.

Nach dem Essen ziehen die Kinder ab Richtung Einkaufsstraße und der Liebste und ich gehen nochmal schnell etwas für heute Abend einkaufen. Wieder zuhause kocht der Liebste Abendessen und ich daddel weiter vor mich hin. Irgendwann kommt das Kindelein zurück – es hat einen Stift gekauft und Schleim gewonnen, ein guter Tag also – und ich packe so langsam meine Sachen zusammen. Schwer bepackt nehme ich die S-Bahn nach Schöneberg und bringe das gesammelte Kindheitslego von meinem Bruder und mir zu einer Freundin und ihren Kindern. Es lagerte die letzten Jahre bei meinem Bruder und kam jetzt beim Umzug wieder zum Vorschein. Das Teilzeitkind ist dem Lego-Alter schnell entwachsen und bei den Kindern meiner Freundin ist das alles gut aufgehoben.

Da dort alle krank sind, quatschen wir nur kurz ein paar Minuten an der Tür, dann fahre ich weiter mit der S-Bahn nach Mitte, steige um in die U-Bahn nach Friedrichshain (ärgere mich dabei über eine Schulklasse aus Spanien, wie so eine echte Berlinerin) und komme kurz nach 20 Uhr auf der Geburtstagsfeier meiner Cousine an.

Nach und nach trudeln die anderen Gäst*innen ein, darunter ihre beiden Schwestern und mein Bruder, und es wird ein schöner Abend mit interessanten Gesprächen. Wie jedes Jahr aus Gründen über die Berlinale, über Arktis- und Antarktisexpeditionen, über das Leben mit und ohne Kindern, die aktuelle Politik etc. Mein Bruder und ich erzählten uns lang und breit wie stressig unsere letzten Wochen waren (Einerseits ja schön, dass ich damit nicht alleine bin und es also nicht nur an meinen Entscheidungen liegt, andererseits erschreckend, dass das wohl ein gesamtgesellschaftliches Problem ist.) und stießen dann darauf an, dass seine unnötig spannende Krankheitsgeschichte vom letzten Jahr jetzt ein Jahr her ist und er immer noch und wieder gesund da ist (letztes Jahr hatte er die Party wegen Bauchschmerzen absagen müssen wurde und am nächsten Tag notoperiert).

Kurz nach 1 mache ich mich langsam aufbruchfertig, dann gehe ich zur U-Bahn, warte mitten im Szenekiez 13 Minuten auf den Zug, dafür kommt die S-Bahn beim Umsteigen direkt. Kurz nach 2 bin ich endlich zuhause, bereite den Katzen noch schnell eine Bestechungsmahlzeit für möglichst langen Schlaf zu, lasse sie schnell nochmal auf den Balkon und gegen halb 3 ist dann endlich Schlafenszeit. (Spoiler: Weniger als sieben Stunden und mit mehreren Unterbrechungen)