Öfter bloggen? Ha!

Anfang des Monats hatte ich gehofft, wieder mehr zu bloggen und jetzt ist der Monat schon fast wieder rum und gebloggt habe ich… nichts. Dabei hatte ich zwischendurch immer wieder Momente, in denen ich mir in der Rolle der Tagebuchbloggerin gefallen hätte. Ob ich es mal mit Monatsbuchbloggen versuche?

Nun will ich zumindest versuchen, ein paar Dinge festzuhalten, die in den letzten Wochen irgendwie (zumindest für mich) bemerkenswert waren.

  • Anders als erwartet war es noch vielfach deutlich heißer, so dass statt warm eingepackten Treffen mit Menschen wieder Flipflops und Sommerkleidchen angesagt waren, das scheint jetzt aber endgültig vorbei zu sein.
  • Am Geburtstag des Brüderchens konnten wir deswegen jedenfalls noch ganz entspannt bis spät abends vor einem sehr zu empfehlenden levantischen Lokal sitzen. Zum Merken fürs nächste Mal: 12 Mezze, 2 Hauptgerichte und 2 Desserts sind für fünf Personen schaffbar, aber mächtig. Lieber geht man zu sechst hin oder bestellt ein-zwei Dinge weniger. Den Halloumi zum Beispiel, den kann man weglassen, der schmeckt auch nicht besser als woanders, das Shawarma hingegen ist das Beste, das ich je hatte. Muss ja auch mal gesagt werden, auch wenn Artischocken- und Löwenzahnsalat die besondereren (?) Gerichte waren.
  • Zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie war ich in einem (nachmittaglich leeren) Restaurant drinnen essen (außer zweier Hotelfrühstücke) und nach einem gewissen Unwohlsein und vor einer “Jetzt-aber-schnell-raus”-Hektik am Ende fühlte es sich durchaus normal und OK an. Jetzt zum Herbst und Winter hin werde ich das wohl aber nicht mehr so leichtfüßig machen.
  • Wenn das Teilzeitkind verstimmt ist, helfen u. a.: in den Park gehen und Kastanien sammeln, gemeinsam backen, laute Kinderlieder und dazu singen und tanzen
  • Die Lieblingschefin und ihre Familie hatten Corona und haben es allem Anschein nach allesamt ohne größere Probleme überstanden – hoffentlich kommt es auch nicht zu Spätfolgen
  • Das neben der Pandemie größte Kummerthema der letzten Monate bäumte sich noch einmal kurz auf, wurde jetzt aber von mir – zumindest vorerst – mit Hilfe technischer Grenzen in seine Schranken verwiesen, gut für die seelische Gesundheit
  • Ich wurde zum ersten Mal für einen Podcast interviewt und es gelten ähnliche Regeln, wie bei allem öffentlichen Reden: Gute Vorbereitung ist gut, aber wenn es ernst wird, besser von den Notizen lösen und frei sprechen, dann klappts auch mit der Aufregung und Authentizität. Zu hören sein wird das Ganze nur für einen beschränkten Hörer*innenkreis.
  • Gestern legten der Liebste und ich einen faulen Sonntag ein, an dem wir größtenteils im Bett lagen und lasen, nur zu den Mahlzeiten auf die Couch wechselten und abends noch einen schönen Film sahen.
  • Bei der Gelegenheit vermissten wir unsere gemeinsam liebgewonnene Spa-Tradition, die wir zu Beginn unserer Beziehung (also Ende des letzten und Anfang des aktuellen Jahres) entwickelt hatten. Sauna und Co. fallen für uns momentan (noch) aus, aber zumindest den wichtigen Teil der Entspannung im Ruheraum haben wir gestern gut nachstellen können.
  • Die neue Mitbewohnerin zog ein und alles ist sehr schön. Nimbin hat sie noch am ersten Abend in die Familie aufgenommen und nach ein paar Tagen (und zweimaligem Füttern) geht jetzt auch Noosa zu ihr, wenn sie Hunger hat. Auch wenn es für Streicheln und Kuscheln noch zu früh ist, findet Noosa zumindest.
  • Die ehemalige Teeniecousine besuchte mich mit ihrem Ehemann (OMG) und nach einem ausgiebigen Frühstück haben sie sehr schön auf meinem Klavier musiziert und das war der erste Pandemie-Besuch in meiner Wohnung, bei dem nicht die ganze Zeit die Fenster und Balktontüren offen waren, weil es draußen einfach arschkalt war.
  • Es sieht so aus, als müsste ich für die nächsten Monate die Balance zwischen einer gewissen Gelassenheit/Unbeschwertheit und der Pandemie angemessener Vorsicht finden… Das Leben in zwei WGs, als Patchwork-Famile und mit einem Schulkind wird mir die Option der gemeinsamen Verpuppung mit dem Liebsten und rein virtuellen Kontakten nach außen nicht erlauben.
  • Auch deswegen gibt es direkt nächstes Wochenende ein Abenteuer: Ein Wochenende in einer anderen Stadt, mit Anreise im Auto, Hotelzimmer und (Distanz?)Treffen mit verschiedenen Freundinnen. Andere Leute machen viel schlimmere Sachen, muss ich mir immer wieder sagen.

Im September werde ich…

  • hoffentlich wieder etwas öfter bloggen
  • mich oft warm anziehen, um trotz Pandemie weiterhin Zeit mit Freund*innen und der Familie zu verbringen – langsames Eingrooven für Herbst und Winter
  • meine neue Mitbewohnerin willkommen heißen und zum ersten Mal seit 12 Jahren wieder mit “jemand Fremdem” zusammenleben – meine damalige Rostocker WG war ziemlich angenehm, ich bin also frohen Mutes, zumal sie auch von der Ostsee stammt, wenn auch von einer gänzlich anderen Küste 😉
  • weiterhin im Homeoffice arbeiten und nur zu dringend notwendigen Terminen ins Büro fahren
  • zum Beispiel zur Grippeschutzimpfung
  • meine Steuererklärung fertigstellen und abgeben, obwohl das Finanzamt in diesem Jahr noch gar nicht gedrängelt hat (wahrscheinlich auch #aufgrundderaktuellenSituation)
  • wenn das Wetter mitspielt, zu einem runden Geburtstag im Familienkreis fahren und das Teilzeitkind einem weiteren Zweig der Familie vorstellen (und andersherum natürlich – “Ich wusste gar nicht, dass ich soooo eine große Familie habe!”)

Die Liste ist ganz schön kurz, im Vergleich zu Vor-Pandemie-Zeiten. Die Abwesenheit von Terminen im Kalender ist immer noch verblüffend. Keine Konzerte, keine Dienstreisen, keine Wochenendtrips (der einzige geplante wurde wegen Terminkollisionen anderer Teilnehmender verschoben), keine von langer Hand geplanten Treffen im Freundeskreis, da alles wetterabhängig ist… Es ist ein ganz neues In-den-Tag-hinein-leben, mit allen Vor- und Nachteilen, die das so mit sich bringt.