Tagebuchbloggerei

Ob ich es wirklich wieder zum täglichen Bloggen schaffe, weiß ich nicht. Aber zumindest werde ich versuchen, in regelmäßig-unregelmäßigen Abständen ein paar Bemerknisse festzuhalten…

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Neulich durfte ich als Versuchskaninchen herhalten und ein neues Kommunikationsformat in unserer Firma ausprobieren – um der gefühlten Distanz durch das Homeoffice entgegenzuwirken und gleichzeitig Inklusion und Diversität zu stärken, wurden die Teilnehmenden einer Zoom-Konferenz per Zufallsgenerator in spontane Breakout-Sessions geschickt. 11 Minuten hatte man Zeit, um die Kolleg*innen kennenzulernen, als Icebreaker wurden ein paar Gesprächsthemen vorgeschlagen, von denen wir aber schnell abwichen. In der ersten Session traf ich dabei witzigerweise auf die Chefin der Chefin meiner Chefin, die in Nashville sitzt – und die ich durch monatliche Team-Meetings und natürlich E-Mails bereits ganz gut kannte. Zu uns gesellten sich dann aber noch eine Entwicklerin in Chicago und eine Projektmanagerin in Bristol. Nach kurzer Vorstellung sprachen wir über gendergerechte Sprache im Deutschen und Englischen im Vergleich – ergab sich ganz spontan. In der zweiten Session traf ich auf einen aus Indien stammenden Grafiker in Dublin, dem ich zwar bereits ein paar mal in riesigen Zoom-Konferenzen begegnet war, mit dem ich aber noch nie ein direktes Wort gewechselt hatte, und eine Recruiterin in San Francisco. Wir kamen kaum über die Vorstellungsrunde hinaus und sprachen sonst vor allem darüber, wie cool es ist, in so einer internationalen Firma zu arbeiten. Ich hoffe, dass das Feedback der anderen Teilnehmenden ähnlich gut war wie meines (ich hätte mir die Sessions einen Tick länger gewünscht und gerne noch eine dritte angeschlossen), und dass dieses Format dann auch bald für die gesamte Firma ausgerollt wird und regelmäßig stattfindet.

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Echtes Tagebuchbloggen von heute, 6. Oktober 2020:

  • Endlich endlich die Steuererklärung (die in diesem Jahr etwas komplizierter ausfiel als sonst immer) abgeschlossen
  • Gemeinsam mit der neuen Mitbewohnerin die Wohnung geputzt und andere Haushaltsdinge getan und uns auf einen Modus für die Zukunft geeinigt, der für uns beide passt – zum Glück haben wir sehr ähnliche Vorstellungen und Schmerzgrenzen
  • Endlich die Traditionsbäckerei hier um die Ecke ausprobiert, in der noch alles selbst gebacken wird und kurz vor Ladenschluss auch nur noch ein paar Reste da sind – es gab Pfannkuchen als Nachtisch fürs Abendbrot. Von der Bäckerei weiß ich seit ein paar Monaten, obwohl ich bereits seit fast sieben Jahren hier wohne – sie liegt in einer Nebenstraße, durch die ich nie komme und erst durch einen Zeitungsartikel wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es sie gibt. Ab jetzt werden Backwaren nur noch dort gekauft – zumindest für den Prenzlberger Haushalt.
  • Gemeinsam mit der Mitbewohnerin gekocht – individuelles Restgemüse auf den Tisch und los gehts – es entstanden ein Salat aus Rucola, Tomaten und Feta und eine Minestrone aus Kartoffeln, Süßkartoffeln, Petersilienwurzeln, Steckrübe, Spinat, Erbsen und Buchstabennudeln. Die angebrochene Flasche Pflaumenwein haben wir auch noch platt gemacht und zum Nachtisch gabs eben die Pfannkuchen.
  • Grund für das Verputzen der Gemüsereste war a) dass ich die nächsten Tage im Steglitzer Haushalt verbringen werde und b) dass wir ab Freitag eine wöchentliche Biokiste bestellt haben. Jetzt wo ich wieder viel zu Hause koche und auch noch eine zweite Person da ist, die beim Essen der vielen Dinge hilft, die der Liebste verschmäht, lohnt sich das wieder – und reduziert vielleicht die Gänge in den Supermarkt während der erhöhten Infektionszahlen.
  • Der Senat beschloss heute endlich ein paar zusätzliche Maßnahmen – von 23-6 Uhr Sperrstunde für Läden und Lokale, keine Treffen mit mehr als 5 Personen oder zwei Haushalten draußen und maximal 10 Personen drinnen – hoffen wir, dass es hilft
  • Besorgte Blicke hinüber in die USA, all day, every day.