re:publica 17 – Love Out Loud #rp17 – Tag 1

Nur kurz, weil m├╝de:

Au├čerdem noch: Sch├Ân, so viele bekannte Gesichter zu sehen, auch wenn ich nur mit einem bisher unbekannten richtig geredet habe. Zweimal in Sessions aufgefordert worden, die Augen zu schlie├čen. Beide Male mit darauf folgendem Erkenntnisgewinn.

Vorsatz f├╝r morgen: 1. mehr mit Leuten reden, 2. mich nicht mit verk├╝rzten Urteilen im Vorbeigehen zwecks Smalltalk zum L├Âffel machen. 3. 15 Sessions besuchen. Und Karaoke. Mal gucken, wie das alles zusammenpasst…

Tagebuch-5 im Mai 2017 #WMDEDGT

Wie das immer so ist mit den hehren Vors├Ątzen zum regelm├Ą├čigen Bloggen: Es ist mal wieder ein ganzer Monat vergangen. Dabei habe ich einen Post ja schon eine ganze Weile im Hinterkopf und frickele in Gedanken auch immer mal wieder daran herum, aber noch fehlte die Mu├če des tats├Ąchlichen Aufschreibens. Nun jedenfalls erstmal wieder, und sogar noch um einen Tag versp├Ątet, der 5. des Monats und was ich so gemacht habe. Der Rest findet sich wie immer bei Frau Br├╝llen.

Die Fr├╝hlingsmorgen beginnen dieser Tage eigentlich immer damit, dass unser kleiner Nachbarsjunge, der sein Zimmer praktischerweise genau unter unserem Schlafzimmer zu haben scheint, aufwacht und lautstark nach Mama, Oma oder Papa ruft. Inzwischen baue ich das oft einfach schon in meine Tr├Ąume ein und werde gar nicht mehr richtig wach. Irgendwann kommt dann aber der Wecker des Hasen dazu und ich kann nicht mehr dagegen ank├Ąmpfen, dass die Nacht vorbei ist. Immerhin kann ich aber noch eine ganze Weile liegen bleiben. Der Hase steht auf und ich werfe erste verstohlene Blicke auf das Handy. Es ist kurz nach 7. Ich checke Mitteilungen, scrolle mich durch Timelines, lese Nachrichten und d├Âse dabei immer mal wieder weg, bis dann um 7:30 auch mein Wecker klingelt.  Ein paar Minuten unter der Bettdecke gebe ich mir noch, w├Ąhrend ich ├╝berschlage, was heute alles auf dem Programm steht und was ich daf├╝r brauche. Der Hase kommt noch einmal kurz rein, um sich ins B├╝ro zu verabschieden und dann ├Âffne ich die Headspace-App und meditiere. Momentan habe ich das Focus-Package am Start, was auch dringend n├Âtig ist. Immerhin schaffe ich es, mir die zehn Minuten t├Ąglich auch wirklich zu nehmen.

Kurz nach 8 stehe ich dann auf, gehe ins Bad, lasse mir von den Katzen bei den morgendlichen Verrichtungen zusehen und ziehe mich dann an. Zwischendurch bekommen die Miezen noch ein wenig extra Trockenfutter, weil sie momentan mit dem Nassfutter nur so semizufrieden sind und au├čerdem leichten Durchfall haben, der sich aber zum Gl├╝ck schon deutlich gebessert hat. Dann d├╝rfen sie noch einmal kurz auf den Balkon, w├Ąhrend ich meine Sachen f├╝rs B├╝ro zusammenpacke, l├╝fte und das Bett mache. Dann werden die Katzen wieder reingeholt und noch einmal ausgiebig bekuschelt, bevor ich kurz nach halb 8 die Wohnungst├╝r hinter mir zuziehe.

Ich laufe durchs k├╝hle, leicht regnerische aber fr├╝hlingsgr├╝ne Berlin voller bl├╝hender Blumen zur Tram. Dort erk├Ąmpfe ich mir relativ schnell einen Sitzplatz und kann dann in aller Ruhe im Ulysses weiterlesen. Am Alex wechsle ich in die U-Bahn, finde wieder direkt einen Sitzplatz (der Vorteil, wenn man nicht genau zu um 9 ins B├╝ro f├Ąhrt, sondern 1-2 Bahnen sp├Ąter dran ist) und lese weiter. Im B├╝ro angekommen schnappe ich mir direkt am Empfang ein paar Haribo-Fr├Âsche als Wegzehrung bis zu meinem Platz in der fast hintersten Ecke des verwinkelten Geb├Ąudes. Dort angekommen gibt es einen kurzen Plausch mit den Kollegen. Ich koche mir eine Kanne Earl Grey und bereite mir aus Haferflocken, Milch, Banane und Zimt in der Mikrowelle ein Porridge zu. Das esse ich dann am Platz, w├Ąhrend ich E-Mails beantworte und ein paar ├╝ber Nacht eingetroffene Aufgaben abarbeite.

Gegen 11 wechsle ich “nur mal kurz” hoch ins Betriebsratsb├╝ro und bereite die ├ťbergabe von einigen T├Ątigkeiten vor, die ich n├Ąchste Woche aufgrund meines Bildungsurlaubs re:publica-Besuchs nicht selbst wahrnehmen kann. Dazu bastele ich ein paar Vorlagen, ├╝berlege mir, wie ich meine Vertretung (die noch kaum Vorkenntnisse hat) am besten in die Thematik einarbeite und r├Ąume mein Archiv auf. Dabei fallen mir direkt noch ein paar Details auf, die uns in einem aktuellen Vorgang weiterhelfen k├Ânnen und stelle nochmal einige Fragen in der Personalabteilung. Aus “nur mal kurz” wird dann so doch schnell mal wieder eine Stunde, aber die war immerhin sehr produktiv. Zur├╝ck an meinem eigentlichen Arbeitsplatz (ich nenne es seit neuestem liebevoll meinen “day job“, gerade weil der andere in den letzten Wochen deutlich an Volumen zugenommen hat, widme ich wieder dem Tagesgesch├Ąft.

Um 13:15 gehe ich mit der besten Kolleginnenfreundin in die Pause. Wir holen uns einen Burrito bei Chupenga und erz├Ąhlen uns die neuesten Entwicklungen aus unserem Freundeskreis. Es tut gut, zwischendurch mal ├╝ber was ganz anderes reden zu k├Ânnen als immer nur ├╝ber die Arbeit. Ich kann jedem und jeder nur empfehlen, sich Freunde an den Arbeitsplatz zu holen…

14:00 bin ich dann mit den anderen wieder im Betriebsratsb├╝ro verabredet. Wir m├╝ssen lachen, weil drei von vier Leuten sich ihr Mittagessen (oder in meinem Fall die Reste davon) dazu mitgebracht haben. ├ťber Arbeitspausen und unsere Vorbildwirkung bei der Einhaltung derer m├╝ssen wir wohl nochmal ein ernstes W├Ârtchen reden. Immerhin hat jemand Muffins und Brownies mitgebracht, so dass wir gut durch den Nachmittag kommen. Wir haben einiges zu besprechen und planen, dann halten wir offiziell die heutige Sitzung des Personalausschusses ab. Danach f├╝hre ich meine Vertretung in die Geheimnisse der Protokollf├╝hrung bei Personalausschuss- und Betriebsratssitzungen ein. Drei Tage re:publica bedeuten auch, dass drei Protokolle ohne mich erstellt werden m├╝ssen. Am Ende ist es schon 16:45, als ich wieder an meinem Arbeitsplatz bin und nochmal eine Dreiviertelstunde an meinen t├Ąglichen Aufgaben sitze.

Zwischendurch schreibt der Hase und fragt, ob wir uns gleich kurz noch treffen k├Ânnen, mein Arbeitsplatz liegt genau auf seinem Weg von seinem neuen B├╝ro zum Ort der heutigen Betriebsfeier und er m├Âchte mir noch schnell K├Ąse und Brot ├╝bergeben, die er heute morgen gekauft hat und nicht mit zur Party nehmen will. Um 17:45 verlasse ich das B├╝ro und hole noch schnell Geld am Automaten und neues Duft├Âl zur Bek├Ąmpfung des Katzenklo-Dufts zuhause. Dann treffen wir uns am Alex kurz beim Umsteigen, erz├Ąhlen uns von unserem Tag und packen Dinge von seinem Rucksack in meinen. Auf dem Heimweg in der Tram lese ich ein wenig im Internet herum.

Kurz vor 19:00 bin ich dann zuhause. Als erstes wollen die Katzen ihr Abendbrot haben, dann mache ich es mir mit Laptop und Katzen auf der Couch bequem. Eigentlich wollte ich jetzt mit einer guten Freundin telefonieren, von der ich schon eine ganze Weile nichts mehr geh├Ârt hatte, aber irgendwie bin ich schon completely talked out heute. Hunger habe ich nach Burrito und Teilchen auch keinen mehr. Also lasse ich mich einfach von meinen Serien berieseln und schaue die in den letzten Wochen verpassten Folgen von The Americans, Modern Family, Speechless, The Big Bang Theory und Scandal (Madam Secretary und Jane the Virgin hatte ich gestern schon “abgearbeitet”). Dann wechsle ich von der Couch in die Badewanne und die Serie zu Crazy Ex-Girlfriend. Als ich schrumplig bin (und das Wasser zu kalt), steige ich aus, putze mir die Z├Ąhne, mache das Katzenklo sauber und gehe ins Bett. Ich versuche es noch einmal kurz mit Lesen, muss aber schnell aufgaben und schlafe kurz nach Mitternacht tief und fest.

Keine Fotos heute.