Reisetagebuch Kanada 2013 – Teil 3

Eins vorab: Elche haben wir nicht mehr gesehen, ebensowenig wie Bären, obwohl Schilder uns vor beidem warnten. Dafür gab es unzählige Eichhörnchen (in Grau-Braun oder Schwarz), Stachelschweine sowie einige Stinktiere und Waschbären (Roadkill) und Chipmunks. Die wuseln genau so zu zweit herum, wie man es aus einschlägigen Trickfilmen kennt und ich hatte danach ewig das Chip & Chap-Lied als Ohrwurm.
Doch zurück zum Reiseverlauf. Vom Fjord aus ging es dann, entlang des klassischen Korridors um den St.-Lorenz-Strom Schlag auf Schlag: Innerhalb von drei Tagen besuchten wir Québec City, Montréal und Ottawa.

Québec ist hundertprozentig die europäischste Stadt in Nordamerika und dazu die einzige mit einer erhaltenen historischen Stadtmauern. Die meisten späteren Gründungen wurden ohnehin direkt ohne geplant.
In Montréal waren wir in China Town essen und ich konnte mit Freuden feststellen, dass der Bubble Tea (ebenso wie in Toronto) hier immernoch und wie schon seit Jahren ein ungestörtes Leben führen kann. Schön, dass es solche Reservate gibt, in Berlin zweifelt man ja immer mal.
In Ottawa hat es leider geregnet, aber wir wollten ja sowieso ins Museum of Civilization, hier im Bildmitte dem Parlamentsgebäude im Hintergrund. Am nächsten Tag trafen wir uns dann mit lieben Freunden im Tyendinaga Mohawk Territory am Ufer des Lake Ontario und bekamen eine persönliche historisch-soziale Führung durch eines der größten Reservate Nordamerikas.
Danach war es wieder Zeit für Wildnis – zwei Stunden nördlich von Tyendinaga beginnt der Algonquin-Nationalpark und hier hatte der Indian Summer tatsächlich voll eingesetzt. Die Blätter waren so knallebunt, dass es fast wehtat beim Hinsehen. Wenn man das nicht gewöhnt ist, weiß man tatsächlich kaum, wo man all die Emotionen hinstecken soll, die allein durch das Sehen der Farben aufwallen. Nach jeder Straßenbiegung kam ein neues “Nee, oder?! Noch mehr?” Man staunt fassungslos. Und nebenbei fühlt man sich wie in einem CGI-animierten Märchenfilm. Ist aber alles echt, glaube ich. (Fun Fact: Indian Summer bezeichnet tatsächlich nur das Phänomen von warmen Temperaturen tagsüber und Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Nacht. Dass sich gerade zu dieser Zeit die Blätter färben spielt für die Kanadier sprachlich keine Rolle, heißt einfach nur “The leafs are turning”…)
Der nächste Tag führte uns auf die Niagara Peninsula. Das heißt natürlich, zumindest beim für den Mann ersten Mal: Ab zu den Fällen.
Sind ja auch echt beeindruckend. Drumherum nieselt es übrigens die ganze Zeit, weil der nach oben steigende Wasserdampf abkühlt und wieder nach unten fällt. Bei Sonne macht das supi Regenbögen. Also: Niagarafälle bitte gerne, aber man sollte sich nicht umdrehen, alles, was dahinterliegt, möchte man nicht wissen. But you can’t unsee it 😦
Den Rest der Zeit, immerhin 3,5 Tage verbrachten wir im großartigen Toronto, das fast so toll wie Berlin ist, aber dabei ganz anders.
Ein Besuch bei den Beaches lässt einen dann auch vergessen, dass das Meer mehrere 1000 Kilometer entfernt ist – größer und welliger als der Lake Ontario ist die Ostsee auch nicht wirklich. Und so endete unser Urlaub wo er begann: Am Wasser…

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