Reisetagebuch Kanada 2013 – Teil 1

Man kann sowieso nie genug reisen. Die Welt ist viel zu groß und hat viel zu viel zu bieten, als dass man irgendwann einfach fertig sein könnte. Vor allem, wenn einem die eigene Familie in den Rücken fällt und einfach einen zweiten Familiensitz in einer so schönen Gegend aufmacht, dass man einfach immer wieder hinfahren muss. Keine Ahnung, was sie sich dabei gedacht haben und wann ich den ganzen riesigen Rest Welt angucken soll, aber jetzt jedenfalls sitze ich wieder im Paradies in der Wildnis, mit Blick auf eine stille Atlantikbucht und höre auf die Grillen. Der Mann muss ja schließlich mein Zuhause kennen und dieses Stück östlichstes Kanada mit Meer, Wald, Holzgeruch und WLAN gehört nun mal dazu.

Er hat das auch gleich eingesehen und ist seit unserer Ankunft – solange er nicht gerade kocht, isst, schläft oder liest, damit beschäftigt, zu gucken. Mit dem Fernglas auf Vögel zum Beispiel. Oder ohne Fernglas, vom Kanu aus auf die Robben draußen auf den Felsen. Oder auf die Buckelwale beim Whale Watching in der Bay of Fundy. Und er kann nach Herzenslust angeln. Neun Makrelen brachte er beim ersten Versuch, mit einem Nachbar vom Wharf im Hafen aus geangelt, heim. Mission 1 ist also erfüllt: Er liebt es hier und versteht, dass man immer wieder kommen muss.

Mission 2 ist Erholung und davon gibt es momentan nicht zu knapp. Die Arbeit ist ganz weit weg und bis auf das Planen der nächsten Reiseabschnitte beschränken sich unsere Tätigkeiten auf das Schöngeistige, Ruhige: essen, lesen, paddeln, die Küste entlangfahren, Tischtennis spielen, Musik hören, erzählen, Filme sehen. 

Heute Abend wird es dann etwas lauter – Konzertnacht in der Community Hall. Wer Gilmore Girls kennt, stellt sich einfach einen Raum in der Größe von Miss Patty’s vor, ein paar Snacks, Getränke, eine Bühne und ein bunt gemischtes Publikum. Ein Künstler reist aus der Provinzhauptstadt an, eine lokale Singer-/Songwriterin ist an Bord und eine deutsch-amerikanisch-kanadische Coverband aus (Teilzeit-)Locals gibt Ihr Können zum Besten. Der Höhepunkt der Saison sozusagen, wird bestimmt großartig.

Den heutigen Regentag verbringen wir mit den Vorbereitungen auf den Roadtrip, auf den wir uns am Montag begeben: Wäsche waschen, Übernachtungen buchen bzw. verabreden (größtenteils besuchen wir unterwegs Freunde) und einigen Besorgungen. Morgen sind wir dann in der Stadt beim Sightseeing und holen den Rest der Bände vom Flughafen ab. Dieses Wochenende wird es voll im Paradies.

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