Was heute schön war:
- Mehr re:publica streamen können, als ich vorher gedacht hatte
- Unverhoffte Yoga-Session
- Wie hell es abends ist (weniger schön der Gedanke, dass es ab in dreieinhalb Wochen abends wieder früher dunkel wird)
- Der Abendhimmel:

Was heute schön war:

Grad ist viel Unverblogbares los, daher bis auf Weiteres mal weg vom genuinen Tagebuchbloggen und hin zum Streak-Nicht-Brech-Behelf: Stichpunkte von Sachen, die schön waren.
Ich wache schon wieder früher auf als notwendig wäre – mein Unterbewusstsein wühlt sich durch To-Do-List-Koordinaten, das sollte dann nach dem nächsten Sonntag evtl. erstmal ein Ende haben, die Daumen sind gedrückt. So aber bin ich rechtzeitig wach, um den Liebsten zu wecken, der gestern Abend wohl vergessen hat, sich den Wecker zu stellen, um morgens wieder zurück zur Übernachtungsparty zu fahren und beim Frühstück, Aufräumen, etc. zu helfen. Das tut er dann nach dem üblichen Kaffee im Bett auch, während ich wieder den Dienst an der (seiner) Mama übernehme. Die muss nämlich genau wie ich am Vormittag zurück aus Südberlin „in die Stadt“, um sich mit einer langjährigen Soziologinnenfreundin zu treffen, die auf Geschlechterforschung spezialisiert ist. Die ihre wohnt in Mitte, die meinige wartet in meiner Wohnung auf mich.
Kurz nach 10 nehmen wir gemeinsam die S-Bahn, steigen dann in die Tram um und dann verabschieden wir uns, sie steigt aus und läuft zu ihrer Freundin und ich fahre weiter nach Hause zu meiner. Mit der sitze ich dann erstmal gemütlich im Liegestuhl unten vorm Stammcafé und frühstücke. Es gibt Iced Latte Macchiato bzw. Frappé, Avocado-Ziegenkäse-Bagels und hinterher Kokos-Kirschkuchen – vor lauter Reden ohne Fotos. Dann wechseln wir in meine Wohnung und in die Liegestühle auf dem Balkon. Mehr quatschen zu geeistem frisch gestressten Orangen- und Zitronensaft aus der CrowdFarming-Lieferung, mit Wasser aufgefüllt. Nach ungefähr drei Stunden insgesamt bricht die Freundin auf zum Zug, der sie zurück in den Westen bringt.
Ich bin hundemüde nach dem Wochenende und lege mich mit dem Laptop aufs Bett. Die Freundin hat mir einen USB-Stick mit Fotos mitgebracht. Vor etwa 12 Jahren ist meine externe Festplatte gecrasht, auf der ich alle digitalen Fotos aus den Jahren 2002-2012 hatte, bis auf ein paar wenige Kopien hier und da, auf Facebook und im Blog, fehlt mir da eine ganze Menge. Ab 2012 hatte ich erst ein iPad und dann ein iPhone und seitdem ist alles in der Cloud und vermeintlich sicher. Zehn Jahre fehlen mir aber und der USB-Stick kann heute eine ganze Menge Lücken schließen, auch wenn wir uns erst seit 2006 kennen.
Ich verbringe Ewigkeiten mit Erinnerungen. Chorfahrten, -proben und -konzerte, Kneipenabende, Geburtstage, WG- und Mottoparties, Festival- und Konzertbesuche, Reisen nach England, Paris und Köln. Auch einige Fotos von mir und den drei entscheidenden Herren aus diesem Zeitraum – der Hacker, der Indiejunge und Il Professore. Alles sehr spannend. Auch, wie wir alle damals so aussahen, Klamotten, an die ich mich kaum noch erinnere, vergangene Frisuren, Fotos von mir mit Brille – die hören irgendwann zwischen 2010 und 2011 auf. Ich sollte mir wirklich mal wieder eine machen lassen, das alte Modell geht zwar von der Stärke her noch, ist aber sowas von aus der Mode, das sähe ganz verkleidet aus.
Wo ich grad am Laptop bin, schaue ich mir noch die letzte Aufzeichnung aus dem Adulting-Projekt an, dann ist das auch rechtzeitig abgehakt. Nächster Tagesordnungspunkt ist dann, die letzten Donnerstag gepackte Camping-Ausrüstung nach unten zu tragen und ins Auto eines Freundes und ehemaligen Kollegen zu stellen, der sie am nächsten Donnerstag mit nach Neustrelitz nehmen wird, damit ich am Freitag mit nur leichtem Gepäck (Rucksack und Fressalien) nachreisen kann. Danach gibt es zum Ausklang des Wochenendes eine Brombeer-Rosmarin-Limonade und linguine al limone.



Ich esse auf dem Balkon und fange dabei die neue Staffel „Bridgerton“ an. Als es kühler wird, wechsle ich ins Bett. Nach allen vier Folgen mache ich mich bettfertig und dann ist irgendwann gegen Mitternacht Schlafenszeit. Schöner, entspannter Restsonntag war das.
Das Teilzeitkind ist 11, mein fünftes Mal Kindergeburtstag Mitorganisieren. Ein Wahnsinn, wie die Zeit vergeht. Vor vier Jahren feierten wir nur innerhalb der Infektionsgemeinschaft (hieß das so?), das einzige andere Kind war das Babygeschwisterchen. V
or drei Jahren Feier auf dem Spielplatz, jetzt wieder mit zumindest einer Oma und anderen Kindern, aber draußen und alle Kinder mit Masken an Handgelenken oder Bändern um den Hals.
Vor zwei Jahren Feier drinnen und draußen, mit einem mehr Familie, zwei Kleinkindern und einem Baby und viel Bedenken bei mir – es steckte sich aber niemand an.
Seit letztem Jahr gibt es normale Feiern, mit allen Zeit habenden Familienmitgliedern, drinnen und draußen. Dieses Jahr dann Übernachtungsparty, weil Kind ist ja jetzt groß.
Ich erwache unpraktischerweise schon gegen 6 und habe viel Zeit für die morgendlichen Verrichtungen, bis auch der Liebste wach ist. Das Kind schläft bei Mama, so dass die Aufregung für uns erst später beginnt. Kaffee im Bett, dann erstes Frühstück mit der Liebstenmama. Einkaufsrunde für letzte Partybedarfe und einen schönen Blumenstrauß, dann zweites Frühstück gegen 12.

Kurz nach 14 Uhr sammeln wir noch ein Nachbarskind ein und dann geht es mit dem Bus zum Geburtstagskind. Gratulationen, Geschenke auspacken, Kaffee und Kuchen… Ab 17 Uhr trudeln die Übernachtungsgäste ein. Es gibt noch mehr Geschenke, dann bin ich für die Anleitung des Kubb-Spiels zuständig, während die anderen Erwachsenen sich ums Abendessen kümmern.
Raubtierfüttrtung am Grill für elf große Kinder, zwei kleine Geschwister, die Mitbewohnerin samt einer Freundin und zwei kleine Zusatzgäste aus der Nachbarschaft. Ich „beaufsichtige“ während die Essens die Oma, die kleinen Geschwister und die WG, die anderen Elternteile kümmern sich um die Versorgung der Hauptparty.
Während draußen erste Regenwolken aufziehen, räumen wir dann alles nach drinnen, derweil sich die Party ins Kinderzimmer verlagert – Wahrheit oder Pflicht! Das Baby von der ersten Geburtstagsfeier ist vier und in einer ausgeprägten Warum-Phase. Wir sprechen über Spielregeln, Abwassersysteme, den Aufbau des Planeten und die menschliche Verdauung.
Rechtzeitig vor Aufbau des Matratzenlagers und Beginn des Gewitters geht es mit dem Bus zurück nach Südberlin, wir kommen gerade noch rechtzeitig wieder rein und erhalten später Fotos von der Partymeute. Noch ein Fläschchen Bellini durch drei geteilt und dann ist gegen 23 Uhr wieder allgemeine Schlafenszeit.
Ich habe ja nicht wenig Spaß daran, in Arbeitsmeetings wann immer möglich ein paar Brocken in der Erstsprache meines Gegenübers einzustreuen. Diese Woche zum Beispiel auf „Guten Tag, Frau X“ mit „Dzień dobry, pani Y“ geantwortet (wir duzen uns natürlich alle), die tschechischen Kolleg*innen bekommen immer ein „Ahoj“, die spanischen ein „Hola“, mit den Italiener*innen gibt es eine Runde Smalltalk (und manchmal sogar echte Arbeitsgespräche, weil mein Italienisch manchmal besser ist als deren aktives Englisch)… Seit ein paar Wochen komme ich regelmäßiger dazu, Niederländisch einzustreuen, heute also „gelukkige vrijdag“.
Dieser hat es meetingtechnisch allerdings nochmal in sich – vier vor der Mittagspause, eins danach. Erst mit Lichtenberg und Braunschweig, dann mit Lichtenberg und London, dann mit London, Paris und Ostfriesland, dann nur mit Ostfriesland und zum Schluss mit Südengland. Die Mittagspause reicht dann, um Bad und Küche ein once over zu geben (und wirklich genau das, irgendwann wäre hier mal deep cleaning angesagt. Der Mitbewohner und ich haben für übernächste Woche mal tentatively ein Meeting angesetzt, bei dem wir uns over dinner mal zu Prozessoptimierung, Aufgabenverteilung und Erwartungshaltungen alignen wollen. (Merkt man eigentlich, dass wir beide zu viel arbeiten?)
Nach dem letzten Meeting wird es dann ruhiger und ich kann letzte To Dos für die Woche erledigen, Planungen für nächste Woche finalisieren, meinen Wochenbericht schreiben und dann schon um 17 Uhr Feierabend machen. Dann geht es mit Wochenendrucksack, Geburtstagsgeschenk und Kubbspiel bewaffnet nach Südberlin. Zunächst in das Dorf wo die Bildungselite ansässig ist, da treffe ich eine Freundin nach ihrer Tagung, überreiche ihr meinen Wohnungsschlüssel und laufe mit ihr zur Bahn, die sie zu mir bringen wird. Am Sonntag sehen wir uns wieder, ich nehme erst einmal den Bus und fahre zum Liebsten.
Der erwartet mich mit seiner Mama, die anlässlich der morgigen Geburtstagsfeierlichkeiten des Teilzeitkinds angereist ist. Wir gehen zu dritt zum Stammitaliener und läuten das Wochenende mit Sarti Spritz, Bruschetta, Linguine con calamaretti und Zabaglione ein.



Wieder zuhause machen wir es uns mit einem australischen Weißwein gemütlich und landen irgendwann schnell bei Familiengeschichten. Die Liebstenmama ist doppelt so alt wie ich (quite literally), wir vergleichen aber trotzdem unsere Eltern- und Großelternhäuser und erzählen uns die schönen und weniger schönen Familienlegenden quer durch die deutsche Geschichte des 20. Jahrhunderts, die Viten von Chemikern im kapitalistischen und im sozialistischen System, Zugreisen durch die Sowjetunion als Ost- oder Westtourist*innen, Feminismus in den 20ern, den 60ern und heute… Bevor der Abend ausartet gehen wir gegen 23 Uhr ins Bett, morgen wird auch ein langer Tag.
Ja, Bürotage haben auch was für sich, der heute ist zum Beispiel echt schön. Nach einer Nacht mit vielen Unterbrechungen (das viele Essen, der Wein, der Chacha, die Katzen…) komme ich morgens nur schwer aus den Federn und bin dann etwas gestresst. Alles hausgemacht, denn ich habe keine Termine vor 10 und sowieso ein gut gefülltes Überstundenkonto und bin dann am Ende auch vor halb 10 im Büro, alles in Ordnung also.
Heute ist ein Kollege da, den ich schon echt lange nicht mehr live gesehen habe. In dem neuen Büro war er nur einmal, in dem davor vielleicht 2-3 Mal und alles davor war vor der Pandemie. Und er freut sich sichtlich und preist die Vorzüge vom Büro, guck an. Ich selbst war ja sogar während Hochpandemiezeiten ab und an mal im Büro, wenn es da was zu tun gab, und jetzt seit zwei Jahren immer so 1-2 mal pro Woche, für mich ist das schon wieder Alltag. Seit April haben wir jetzt zwei feste Tage am Dienstag und Donnerstag und auch das ist schon fast Routine.
Um 10 dann ein Meeting zu viert vor Ort, mit València, Hamburg und Katowice zugeschaltet. Um 11 geht es weiter mit Paris. Dazwischen und danach diverser Kleinkram. Ich recherchiere Dingen hinterher, denke mir Prozesse aus, arbeite an einer Präsentation… In der Mittagspause laufe ich erst zu meinen Eltern und hole Papas altes Fahrrad aus dem Keller, das demnächst aufgemotzt an den Liebsten übergehen soll. Es stand da jetzt zehn Jahre herum und ist noch etwas unwillig beim Schieben in den Fahrradladen. Der Fahrradladen ist auch unwillig, weil ich keinen Termin habe und sie keine Stellplätze haben. Also mache ich einen Termin für übernächste Woche und bringe das Fahrrad in den Fahrradkeller vom Büro. Dann gehe ich mit zwei Kollegen zum Bäcker und hole mir ein Tomate-Mozzarella-Brötchen und ein Stück Rhabarberkuchen (kostet zusammen 6,90 €, wtf).
Am Nachmittag geht es dann heiter weiter, unterbrochen von zwei weiteren Meetings – eins mit Dublin, eins mit Warschau – und einem spontanen vor Ort. Das letzte Meeting dann, mit Chicago, wird kurzfristig abgesagt und ich nutze die Gelegenheit für einen frühen Feierabend, das Überstundenkonto freut sich.
Zuhause angekommen ist noch viel zu tun, vor dem Wochenende muss geputzt werden – es kommt Besuch und danach bin ich eine Woche nicht da – und heute ist der einzige Abend, wo Zeit dafür ist. Zum Glück ist es lange hell, im Dunkeln könnte ich mich nicht überwinden. So aber ziehe ich zwei Stunden durch (unterbrochen von zwei Telefonaten) und beziehe mein Bett neu, wasche Wäsche, runderneuere beide Katzenklos, sauge die ganze Wohnung durch, hole frisches Katzenstreu aus dem Keller, bringe Müll weg… Außerdem hole ich bei der Gelegenheit gleich mein Zelt mit hoch fürs Immergut und das Kubb-Spiel für den Geburtstag des Teilzeitkinds am Samstag.
Als das Gröbste erledigt ist, ist die Luft raus, der Rest muss morgen irgendwie in die Mittagspause passen – ein Hoch aufs Homeoffice dann wieder. Ich bestelle mir mexikanisches Essen und sitze noch eine halbe Stunde auf dem Balkon, bis es da wegen eintretender Dunkelung zu kühl wird.

Nebenbei höre ich Podcast, entferne mir nach dem Essen alteingesessene unfreiwillige Dreadlocks aus den Haaren und stelle dann irgendwann fest, dass die Waschmaschine nicht ordentlich abpumpt. Auch beim zweiten Versuch nicht. Kurz vor Mitternacht übertrage ich das Problem – hoffentlich nur das Flusensieb – an Morgen-Loosy und erkläre den Donnerstag für beendet.
Ich bin ein wirklich großer Fan des Homeoffice. Gemütlicher Start am Morgen, Zeitersparnis durch fehlende Arbeitswege, die kulinarische Versorgung ist exzellent, es gibt deutlich weniger Unterbrechungen als im Büro, man kann zwischendurch schon mal Haushaltsdinge erledigen, zwischendurch legen sich einem Katzen auf den Schoß und wenn man Feierabend hat, klappt man einfach den Laptop zu und ist schon zuhause. Ein großartiges Konzept. So ein Tag ist also heute.
Zum Frühstück gibt es eine Johannisbeer-Streuselschnecke, die mir von der gestrigen Mittagsrunde übriggeblieben ist, dazu Hafercappuccino, Apfel und Mispeln. Mittags ein schnelles Brot mit veganer Salami und Gurke, außerdem den Tag über Holunderblütensirup mit Wasser und Zitrone.
Der meetingfreie Mittwoch hält heute drei Meetings für mich bereit – eins mit Paris, eins mit Madrid, Valencia und Atlanta und eins mit Paris, Chicago und Südengland. Das mittlere Meeting hätte eine E-Mail sein können, die anderen beiden sind wirklich hilfreich und notwendig. Ansonsten mache ich heute viel „was mit Medien“. Ich erstelle eine Playlist, mache aus einem 38-Seiten-Dokument durch gutes (im Rahmen meiner Möglichkeiten) Layout und ein paar grafische Elemente eins mit 17 Seiten, redigiere einen Text und mehrere Übersetzungen, recherchiere für und schreibe einen Text und finalisiere ein weiteres Dokument.
Auf der Haben-Seite in punkto Erledigungen steht Wäsche zusammenlegen, Wäsche waschen und aufhängen, einen Handwerker zum Wechseln der Wasserzähler empfangen, eine CrowdFarming-Lieferung mit Orangen, Zitronen und Avocados entgegennehmen und einer Kleinanzeigen-Kundin meinen Hula-Hoop-Reifen in die Hand drücken und dafür einen Zehner einstecken.
Nach der Arbeit räume ich noch kurz ein bisschen auf und bringe Müll weg und dann ist es auch schon Zeit, zum Abendbrot aufzubrechen. Mein Bruder und ich laden heute meine Eltern zum georgisch Essen ein – als Abrundung zu Geburtstagsfeierlichkeiten und letztes Mal alle vier zusammen, bevor die Herrschaften in zwei Wochen erst auf Reisen gehen und dann wieder ein halbes Jahr in Kanada sind.




Hinterher gibt es noch je einen Chacha (georgischer Grappa, in der leichten Variante mit nur 42 Umdrehungen) und dann spazieren die Eltern zur U-Bahn, der Bruder zur Tram und ich nach Hause. Schrittziel fast erreicht. Ich lümmele dann noch ein knappes Stündchen zufrieden auf der Couch herum und wechsle gegen 23 Uhr ins Bett.
Diese Nacht war unruhig, aber nicht wegen mir, sondern wegen zweier mittelalter Katzen, die mich augenscheinlich sehr vermisst hatten, dringend an oder auf mir schlafen und zwischendurch immer mal gucken mussten, ob ich noch atme und mich zu diesem Behufe liebevoll mit ihren Krallen anstupsten. Pausenreiche Nacht also, die dann auch gegen 7 schon endet. Das gibt mir genügend Zeit für ausgiebige Morgenroutine und trotzdem sehr zeitiges Verlassen der Wohnung Richtung Büro. 28 Grad sollen es heute werden, uiuiui. Ich laufe also mit Rucksack, Yogamatte, Mateflasche, Kopfhörer und Sonnenbrille los und habe einiges zu koordinieren zwischen Tram und U-Bahn.

Kurz vor 9 bin ich im Büro, kippe Milch ins Müsli, begrüße die schon anwesenden Kolleg*innen (samt Hund) und wühle mich dann erstmal durch die E-Mails der letzten vier Tage. Gestern Abend hatte ich einen ersten Check gemacht und schon einiges gelöscht oder als gelesen markiert, das hilft mir heute beim entspannten Start in den Tag. Neben diversen Gesprächen live vor Ort, die wir teilweise des Wetters wegen auch nach draußen verlagern, gibt es nur drei „echte“ Termine im Kalender, das hilft auch.
Daten aufbereiten, Textarbeit, Koordinieren von Dingen mit verschiedenen Leuten in verschiedenen Ländern… Das übliche, aber viel davon. Zwischendurch ein Meeting zu dritt mit Hund im Büro plus Lichtenberg und Ostfriesland zugeschaltet.

Mittags gehe ich nach draußen und hole mir einen Avocado-Frischkäse-Bagel, den ich dann im Gespräch mit einem Kollegen esse – das Café ist ein türkisches, der Bagel ist platt wie eine Flunder, als er aus dem Ofen kommt. Vielleicht bestelle ich ihn nächstes Mal einfach kalt, ansonsten schmeckt er nämlich gut.

Am Nachmittag dann ein Meeting mit London und noch später am Tag ein globales, bei dem ich nur zuhören muss. Danach beschäftige ich mich weiter mit Textarbeit, während sich das Büro um mich herum zusehends leert. Gegen 18 Uhr klappe ich den Laptop zu, wasche mein Geschirr ab, überprüfe ob alle Fenster und Türen zu sind und verlasse als letzte das Büro.
Mit der U-Bahn geht es zur letzten Yogastunde vor der Sommerpause – nächste Woche bin ich in Prag, danach ist die Lehrerin sechs Wochen nicht da. Schon auf dem Weg merke ich, dass mir von der Sporteinheit gestern noch diverse Muskeln wehtun – das wird ein Spaß. Noch einmal Baustellenyoga im kleinen Raum, Mitte Juli soll dann der große wieder nutzbar sein. Wir sind zu viert und machen relativ anstrengende (also für meinen Muskelkater zumindest) Asanas, haben dabei aber viel zu lachen. Das Shavasana bringt mich runter, aber nicht raus, es gibt jede Menge Sachen zu denken gerade.
In der Abenddämmerung laufe ich nach Hause, telefoniere zum dritten Mal heute mit dem Liebsten und höre dann Podcast. Meine Beine sind inzwischen wirklich, wirklich schwer und aua. Zukünftig wirklich 48 Stunden Zeit zwischen Sportkram lassen. Die nächsten Tage sind aber so vollgepackt und durchgeplant, dass ich gar nicht in Versuchung kommen werde, das anders zu halten.
Zuhause gibt es aufgewärmte Reste von gestern an Kräuterlimonade und dann geht es ab in die Latschenkiefer-Badewanne. Die tut den Muskeln dann ganz gut, bilde ich mir ein. Kurz vor 23 Uhr liege ich im Bett, lese noch ein bisschen im Zauberberg und döse dann zu venezianischem Krimi weg.
Dieser Tag beginnt dann also ein bisschen weniger entspannt – zum Einen müssen wir unser Zimmer bis 11 geräumt haben, zum Anderen setzt dem Liebsten die anstehende lange Autofahrt zu. Das Teilzeitkind ist auch nicht glücklich, dass wir schon abfahren müssen – alles etwas suboptimal. Um des lieben Friedens Willen stehen ich also etwas früher auf, als es in meiner Natur wäre, und dann geht es mit den Vorbereitungen los. Besitztümer werden von den verschiedenen anderen Terrassen eingesammelt, Geschirr, Besteck und Stühle werden sortiert. Sechs von jedem (vier von den Stühlen) gehören zu jedem Apartment, es dauert ein wenig. Drei kleine Teller stehen in der Spülmaschine? Dann dürfen nur drei im Schrank sein und der Rest wandert in ein anderes Apartment. Ein tiefer Teller mit dem Rest Jambalaya geht nach Draußen? Dann brauchen wir im Tausch einen sauberen für den Schrank. So in etwa.

Nebenbei formiert sich ein paar Terrassen weiter ein Frühstückstisch und ich gehe dann mit dem Teilzeitkind, der Liebstenschwester und den Nifftenkind nochmal zum Brötchenschiff für Backwerk und Heißgetränke. Wir frühstücken, planen unser nächstes Zusammentreffen (wohl im August) und dann wird es langsam hektisch. Alles muss ins Auto, die Wohnung durchgefegt, der Schlüssel abgegeben und die Rechnung bezahlt werden. Dann noch eine letzte Runde über die Terrassen und den Zeltplatz – von allen verabschieden. Die anderen (fünfzehn Erwachsene, zehn Kinder, zwei Hunde) bleiben nämlich noch einen weiteren Tag.
Kurz nach 11 rollen wir vom Hof und dann über Landstraßen, Brücke, noch mehr Landstraßen und am Ende stauige Autobahn zurück nach Berlin. Ich werde direkt zuhause abgesetzt und von zwei hungrigen Katzen begrüßt. Der Mitbewohner ist noch aushäusig. Es gibt also direkt Futter für die Tiere, Wasser für die Pflanzen, dann Futter und Wasser für die Waschmaschine. Kurze Verschnaufpause auf dem Balkon, in der der Liebste meldet, dass sie auch angekommen sind und ausgepackt haben.

Ich blogge, mache Tschechisch und Italienisch und lege dann gleich noch Sportrunde 6/10 ein. Dann nochmal ausruhen, bevor es mit Podcast auf den Ohren noch eine gute Stunde nach Draußen geht – das Schrittziel will erfüllt werden. Zwischendurch einzelne Tropfen vom Himmel, ansonsten bleibt es trocken. Die Pappelsamen fliegen tief und der Holunder steht in voller Blüte, ebenso Mohn und Kornblumen.

Wieder daheim gibt es Resteessen – Kartoffeln, Mais, Ananas, Knoblauch und grüne Chili kommen in den Ofen und werden mit Käse überbacken. Dazu und danach noch ein Film (Where the Crawdads Sing) und dann kurz nach 22 Uhr müde mit Buch ins Bett.
Gestern gab es ein bisschen viel verschiedene Alkoholika über den Tag verteilt, sagt mein stückeliger Nachtschlaf. Am Ende kommen aber insgesamt doch genügend Stunden zusammen und der Tag beginnt eh wieder zu dritt im Bett mit Kaffee und Handys und ohne Zeitdruck – passt. Dann irgendwann der erste Gang des Tages – Brötchen, Cappuccino und heiße Schokolade holen fürs gemütliche Frühstück zu sechst – enhanced noch von ein paar Eierkuchen von der Terrasse nebenan. Hinterher ergibt sich dann Gang für Gang ein Zeitplan.
Erst zum Zeltplatz, wo einige von uns mit ihren Bussen stehen und eine Slackline aufgehängt haben, die von der einen Hälfte Kinder ausgiebig benutzt wird, während die andere Hälfte sich auf Lego bauen und Musik raten aufteilt. Dann geht es mit der ganzen Horde zum Fischkutter am Hafen, für Fischbrötchen oder Backfisch mit Pommes (für mich Matjesbrötchen).

Nächster Programmpunkt ist dann irgendwann wieder die Eistruhe im Laden, für mich heute mit Rhabarbereis, und dann geht es direkt weiter an den Strand. Stand-up Paddling, Plantschen und/oder Musik raten.

Dort brechen wir erst wieder auf, als es Zeit zum Abendessen vorbereiten wird. Wir drei kochen Jambalaya nach dem Rezept aus dem Kochbuch, das ich dem Teilzeitkind zu Weihnachten geschenkt habe – kommt allerseits super an.

Danach wird dann wieder gegrillt, 28 Menschen sättigen ist ja kein Kinderspiel. Beim weiteren Schlemmen und Erzählen geht die Sonne spektakulär unter.

Dem Alter nach verschwinden die Kinder nach und nach im Bett, zuletzt die 10- und 11jährigen gegen 22 Uhr – ich schließe mich unauffällig an.