26.08.2024 – Vom Wandern und Trocknen – Nurregen Tag 5

Der Tag beginnt – wie sollte es anders sein – mit Regen. Leichter Regen, starker Regen, Sprühregen, kurz kein Regen, dann wieder Regen. Der See ist in den letzten zwei Nächten fünf Meter weiter an unsere Hütte herangekrochen, die Enten schwimmen über noch nähere Wiesen, einige Autos wurden umgepackt und einige Wege sind nicht mehr nutzbar. So ein Regen ist das. Wir aber packen heute unsere Sachen zusammen, frühstücken, waten zum Küchenhäuschen, um abzuwaschen und verlassen dann diesen Ort.

Erster Halt ist der Supermarkt gegenüber, weil der so ein tolles großes Süßigkeiten-Mix-Regal hat und das Kind und ich da unbedingt nochmal hin müssen – am Ende habe ich 400 g, das Kind fast 700 g. Upsi. Außerdem füllen wir noch Vorräte auf – Kulturmjølk und normale Milch, Brot, Salami, Bier/Cider. Neulich konnten wir kein Bier kaufen, weil es 18:24 war und der Verkauf nach 18 Uhr verboten ist. Morgens um 11 geht es.

Nicht gekaufte Salami: Bei Wal weigern wir uns alle, das Kind blockiert Hirsch, Elch und Rentier. Es wird dann also wieder Schwein.

Dann fahren wir los – einmal quer durch Bergen durch (11 Tunnels) – bis ganz nach Westen in den Bergenschen Schärengarten. Währenddessen hört der Regen auf und es kommt sogar ein bisschen die Sonne raus. Hier sieht es aus wie an der Lighthouse Route in Bova Scotia, kleine bunte Holzhäuschen, Felsen, Buchten… Schön. Leider gibt es kaum Gelegenheiten, um mal anzuhalten, also fahren wir an allem Schönen vorbei, immer weiter nach Norden an den nördlichsten Punkt unserer Reise. Bis dahin regnet es wieder, aber nur ein bisschen.

Wir laufen rum, machen ein paar Fotos und entdecken dann in der Nähe einen Geocache, am Ende eines Wanderwegs. Na denn los! Erst den Einstieg zum Wanderweg finden und dann geht es durch Heidekraut, Blaubeeren, Felsen, Grasbuckel und moorige Stellen Richtung Leuchtturm. Nach einer Weile hören die Holzbohlenwege auf, jetzt gibt es Steine und immer mehr Matsch, glitschige Holzwurzeln und allgemeines nasses Ungemach. Erinnerungen an unsere Schlammwanderung im letzten Sommer werden wach. Es ist echt anstrengend, zumal mir die anderen Beiden immer wieder über schwierige Stellen helfen müssen (wer nicht 3D gucken kann, hat es nicht immer leicht), dabei an meinem wehen Arm ziehen, nebenbei meine erkältete Nase immer voller wird und wir einfach alle immer dreckiger und nasser werden. Irgendwann haben wir es aber geschafft und sind am Leuchtturm angekommen, gerade als es wieder heftig regnet und dazu stürmt. Der Liebste und das Kind suchen kurz nach dem Cache, mir ist das schon zu gefährlich. Irgendwann verkündet der Liebste Abbruch wegen Lebensgefahr und das Kind ist sauer.

Der Rückweg wird nochmal genauso anstrengend, nur mit schlechterer Laune und am Ende kaputterem Schuh bei mir. Am Auto angekommen gibt es erstmal trockene Socken und trockenere Schuhe für alle. Dann fahren wir nochmal ein knappes Stündchen durch das Schöne bis zu unserem heutigen Campingplatz. Unsere Hütte hat besten Blick aufs Meer und in den Regenpausen ist das sehr idyllisch.

Erstmal gibt es Aufwärm-Ramen für alle, dann erkunden wir in der nächsten Regenpause das Gelände. Entlang einer Steilküste sind die diversen Aspekte des Campingplatzes verteilt – ein Häuschen mit Klos, Duschen, Wäsche- und Küchenräumen, ein gemütlicher Aufenthaltsraum mit Tischen, Sesseln, altertümlicher Einrichtung und WLAN, einen Minigolfplatz, eine Badestelle, ein Platz für Lagerfeuer und Grillen, einen Steg für Angeln, SUPen und Paddeln und Stellplätze für Zelte und Wohnmobile.

Einen kurzen Moment sitze ich im Sonnenschein unten am Wasser und die Welt ist nur schön.

Wir bringen unsere nassen Sachen (für jeden mindestens zwei Paar Schuhe und zwei Paar Socken) in den Gemeinschaftsraum zum Trocknen, nutzen dort das WLAN oder Lesen und spielen eine Runde „Halt mal kurz“ am großen Tisch, während um uns herum drei andere Familien herumwuseln und u. a. selbst geangelten Fisch essen. Als es uns zu trubelig wird, gehen wir wieder in unsere Hütte und ich koche Pasta mit Erbsen, Pesto und Chorizo. Danach bin ich platt und gehe schlafen (bzw. Lesen: Lars Mytting – Die Birken wissen‘s noch), die anderen beiden gucken nochmal beim WLAN vorbei.

25.08.2024 – Seelöwen, Rentiere und Trolle – Nurregen Tag 4

Ein gemütlicher Morgen in der Hütte, wir bleiben noch eine zweite Nacht hier, draußen regnet es und wir haben keinen Zeitdruck. Wir lesen im Bett und planen und buchen die nächsten Tage vor. Irgendwann gibt es Frühstück, irgendwann bereiten wir uns auf unseren Ausflug nach Bergen vor und irgendwann sitzen wir dann tatsächlich im Auto und fahren 30 Minuten bis ins Zentrum (Luftlinie sind es nur 9 km, aber es sind Seen, Berge und ein Fjord dazwischen). Da es immer noch regnet, ziehen wir den Programmpunkt Aquarium vor und gehen erstmal dort hinein.

Draußen haben sie Pinguine, Seelöwen und Otter, wir schauen bei allen dreien kurz vorbei und gehen dann rein ins Trockene. Es ist gibt ein 360-Grad-Tiefseekino, da erleben wir Wale „aus der Nähe“, dann die üblichen Aquariumsdinge, vom heimischen norwegischen Meer bis in die Tropen, außerdem auch Schlangen, Spinnen und allerlei anderes Getier.

Ein Findet-Nemo-Gedächtnis-Aquarium?

Als wir mit dem Rundgang durch sind, hat es aufgehört zu regnen, die Pinguine werden gerade gefüttert und dann startet die Seelöwenshow, die echt spektakulär ist.

Der nächste Programmpunkt ist das Mittagessen. Wenn wir schon mal in der Stadt sind, essen wir auch echt Norwegisch – man muss halt vorher einen kleinen Kredit aufnehmen, dann geht das schon mal. Wir kehren in ein gemütliches Gastropub ein, das im Reiseführer als gut, authentisch und vergleichsweise preiswert beschrieben wird. Es läuft Klassik Rock, wir bestellen Blaubeerbrause und Apfelsaft, ignorieren den Mann am Nebentisch, der sich das Walsteak schmecken lässt, und haben dann ein wirklich leckeres Festmahl vor uns.

Krabben- und Garnelensalat, mit Sellerie, viel Dill, Kaviar, Microgreens und mehr
Der Liebste und das Teilzeitkind bestellen beide die Aufschnittplatte – zwei Sorten Schinken (Schwein und Wild?), Salami, Tomatenchutney, Knoblauchpüree und Kräutermayo
Rentiergulasch mit Waldpilzen, Preiselbeeren, Kartoffelbrei und Brokkoli
Norwegische Kjøttbullar für die anderen Beiden, schmeckt anders als bei Ikea und das Erbsenpüree dazu ist superlecker
Weißer Schokopudding mit Kirschkompott für die Süßmäuler, der Liebste kriegt Kaffee

Nächster Programmpunkt ist dann die Standseilbahn, die muss sein, wenn man in Bergen ist, auch wenn es wie bei mir das vierte Mal ist. Wir fahren hoch, die Sonne kommt (ein bisschen) raus und dann stehen wir da und staunen über die Aussicht.

Oben gibt’s dann auch noch mehr zu tun, es warten Trolle im Trollwald, ein Kletterspielplatz und norwegische Natur ohne Regen. Das muss ausgenutzt und beklettert werden!

Wir nehmen ein glückliches, dreckiges Kind wieder mit nach unten und laufen noch ein wenig am Hafen und der Brygge entlang, bevor es über den Fischmarkt wieder zum Auto geht.

Hanse-Architektur, anyone?

Dann bezahlen wir das teure Parkhaus, fahren zurück in die Hütte (heute unter 10 Tunnel insgesamt, unspektakulär) und verbringen danach viel Zeit chillend und uns aufwärmend im Bett. Später am Abend gibt es Linsen- und Würstchenreste von gestern. Wir hören zu Ehren der in Berlin verpassten Ärzte-Konzerte eben jene und spielen vor dem Schlafengehen noch zwei sehr kompetitive Partien „Halt mal kurz“, von denen das Kind und ich jeweils eine für uns entscheiden können. Der Liebste ist einfach nicht so gut im Schnick Schnack Schnuck und es ist eben kein Glücksspiel…

24.08.2024 – Von den Bergen nach Bergen – Nurregen Tag 3

Am Morgen sind wir ganz aufgeregt, denn um 8 soll die Bäckerei auf dem Campingplatz aufmachen. Punkt um 8 werfen der Liebste und ich unsere Regenjacken über und laufen hin. Es gibt frisch gebackenes Brot, zwei Sorten Brötchen, Zimt- und Schokoladenschnecken. Wir decken uns ordentlich ein und können beobachten, wie hinter der Theke weitere Schnecken geformt werden.

Duft leider nicht fotografierbar

Dann mache ich das Katzenjammer-Livealbum an und tanze beim Frühstückstischdecken durch die Hütte. Es gibt Kulturmjølk mit Müsli und Moltebeerenmarmelade, es gibt warme Zimt- und Schokoschnecken, es gibt Brötchen mit Geitost und norwegischem Schokoaufstrich… wir sind zufrieden. Und gemütlich ist es auch.

Als ich danach abwaschen gehe, sehe ich ein merkwürdiges Phänomen am Himmel. Da ist irgendwo ein Feuerball und etwas leuchtet blau, dafür ist der Regen verschwunden. Ich bin verwirrt. Die anderen beiden auch. Sie ziehen sich direkt Badesachen an und laufen zum See. Ich räume weiter auf und setze mich dann mit einem Stuhl raus in die… Sonne?

Die beiden kommen zurück (und waren bis zum Knie, bzw. bis zur Hüfte drin, Außentemperatur immer noch 11 Grad) und gehen Duschen, dann packen wir schnell alles zusammen, putzen die Hütte und fahren los. Kurzer Stopp beim Supermarkt für Alleskleber – diverse Schuhe werden repariert – und dann geht es los Richtung Bergen.

Erster Stopp ist der Låtefoss, ein Zwillingswasserfall, an dem wir erst einmal vorbeifahren müssen, weil alle Parkplätze belegt sind, aber mit einmal Wenden und Zurückfahren klappt es dann. Ohrenbetäubender Lärm, durch die Gegend stiebendes Wasser, begeisterte und Felsen bekletternde Mitreisende.

Danach fahren wir noch eine ganze Weile bei schönem Wetter durch Berge, an Flüssen, Wasserfällen, Seen und Fjorden entlang. Wieder einmal fallen uns die vielen Obstplantagen auf, aktuell hängt alles voller Äpfel, aber es gibt auch Verkaufsstände für Pflaumen, Kirschen (aktuell Kirschsaft) und mehr.

Wir zählen natürlich auch wieder Tunnel, am Ende des Tages werden es 51 gewesen sein. Das verrückteste Fahrerlebnis kommt bei Tunnel 14. Mitten im Tunnel gibt es plötzlich einen Kreisverkehr, dann kommt man aus dem Tunnel raus und direkt über diese laaaaange Brücke über einen Fjord…

…und von der Brücke wieder in einen Tunnel, in dem es dann wieder einen Kreisverkehr gibt. Because why not?

Unser Campingplatz für die nächsten zwei Nächte (außerhalb von Bergen) ist idyllisch hinter einer Tankstelle gelegen (erste Sichtweise des Liebsten) oder auch idyllisch an einem See (spätere Sichtweise aller). Unsere Hütte hat zwei Fenster, eins auf einen kleinen Fluss, eins direkt auf den See. Bis die Heizung die Hütte erwärmt hat, kochen wir uns erstmal Ramen-Süppchen und liegen dann mit WLAN in unseren Schlafsäcken und chillen.

Als der Regen mal wieder Pause hat, erkunden wir den Campingplatz. Der Strand des Sees ist leider überflutet und ein Kanu wollen wir heute auch nicht mehr ausleihen. Dafür kann man Schafe und Puten angucken. In den Supermarkt gegenüber gehen wir auch nochmal kurz und holen unter anderem Grillpølse zu unserem Linseneintopf aus der Konserve. Wir sammeln noch den zweiten Geocache des Tages ein (der erste war auf einem Rastplatz am Fjord), dann sitzen der Liebste und ich in einer weiteren Regenpause kurz auf der Veranda, trinken Wein als Alubechern und gucken auf den See.

Der Abend endet mit Linsen und Würstchen und einer heißen Dusche für mich. Dann schlafen wir zu noch mehr Regen bald ein.

23.08.2024 – Aufwärts – Nurregen Tag 2

Ziemlich gut geschlafen im Schlafsack im Etagenbett in der kleinen Hütte. Der Morgen lässt sich gemütlich an, dann sind irgendwann alle wach und es gibt Frühstück – Müsli mit Hafermilch, einen Apfel (ein Viertel für das Kind, einen Haps von einem Viertel für den Liebsten, den Rest für mich – sehr anspruchslos, diese Beiden), Kaffee. Dann finalisieren wir unseren Plan für den Tag, buchen eine Hütte für den Abend – gezeltet wird hier wetterbedingt noch lange nicht, packen wieder alles zusammen und ins Auto, waschen ab und fahren los.

Es soll quasi den ganzen Tag und überall regnen, also haben wir uns zum Ausgleich eine interessante Fahrstrecke rausgesucht – am Abend wird der Tunnel-Zähler bei 14 liegen. Zunächst einmal geht es noch durch recht unspektakuläres „Flachland“ mit ein paar Felsen hier, ein bisschen Wasser da und schöner kultureller Andersartigkeit. Nach etwa einer Stunde gucke ich für etwas Unterhaltung in die Geocaching-App und dann sind wir erstmal beschäftigt. Zwei Caches suchen wir umsonst, der dritte, an einer der ältesten Kirchen des Landes, wird unser erster Cache in Norwegen.

Schon kurz danach gibt es die nächste Pause (Kind hat Hunger) und wir kehren zufällig in einem sehr tollen, instagrammable und leckeren Café ein, kurz bevor die Wildnis richtig losgeht. Das Kind bekommt Burger, Pommes und einen Smoothie, wir essen Club Sandwiches, ich trinke Rhabarbersaft und alles ist unglaublich lecker.

Hinterher verlangt es das Kind noch nach einem Eis und den Liebsten nach einem Cappuccino to go – auch das ist der beste Kaffee seit langem. Große Empfehlung für das Husly Kafé in Bø!

Kaum sind wir aus der Stadt raus, sagt das Navi, wir würden jetzt 143 km geradeaus fahren, bis wir nach links auf unseren heutigen Campingplatz abbiegen. Also rein in die Wildnis – und rauf auf die Berge! Es geht knapp südlich der Hardangervidda durchs Gebirge, steile Hänge, schroffe Felsen, überall Wasserfälle, Schafe auf der Straße, Gebirgsbäche, Stromschnellen, immer wieder große Seen und je höher wir kommen, desto weniger Bäume gibt es. Für mich sieht das jetzt so richtig nach Norwegen aus, der Liebste ist total begeistert – so etwas hat er noch nie gesehen, seine vielen Norwegenurlaube in der Kindheit und Jugend fanden alle in einem Haus am See im Süden statt. Selbst dem Kind kann man ab und zu ein „Oh“ oder „Ah“ entlocken.

Es regnet halt die ganze Zeit, deshalb fahren wir einfach durch und daher sind die Fotos nicht so richtig brauchbar, aber in echt sieht es schon spektakulär aus.

Gegen 16 Uhr schrauben wir uns dann den Berg wieder herunter auf nur noch 400 m Höhe, hier liegt an einem See zwischen Bergwänden mit Wasserfällen unser Campingplatz. Wir beziehen eine Hütte die ähnlich ist, wie die gestern, allerdings ohne fließendes Wasser. Wir füllen unseren Kanister auf und kochen dem Kind eine Ramen-Suppe und uns Tee. Der Liebste geht schonmal den See erkunden, trotz Regen.

Um 18 Uhr öffnet die Rezeption und wir gehen bezahlen, dann fahren wir in den Supermarkt, ergänzen unsere Vorräte um spezifisch Norwegisches (Dickmilch, Moltebeerenmarmelade, echten Geitost, der genau von hier kommt, den Schokoaufstrich vom Schiff), kaufen praktisches Zeug ein, das wir noch brauchen (Müllsäcke, Plastikclips, Schnur) und gönnen uns ein wenig Luxus (Süßigkeiten für das Kind und mich, ein Bier für den Liebsten). Der Mini-Einkauf passt in einen Beutel und kostet uns über 60 Euro, willkommen in Norwegen!

Wieder zurück auf dem Platz geht es dann nochmal eine Runde an den See (und für die anderen beiden mit den Füßen ein, die schnell taub werden vor Kälte). Die Luft hat noch 11 Grad, der See vermutlich weniger.

Wir hänge unsere nassen Sachen auf, mummeln uns so gut es geht warm ein (die Hütte hat zum Glück eine Heizung) und dann gibt es den Rest bunte Nudeln und Tomatensauce von gestern, ergänzt mit Salami und Oliven, und Wasser mit Holunderblütensirup.

Kurz nach 10 geht es ein letztes Mal raus in den Regen, für Klo und Zähneputzen, und dann gegen halb 11 für alle ins Bett.

22.08.2024 – Velkommen til Norge – Nurregen Tag 1

Ich wache mal wieder typisch zwischen 3 und 4 auf und brauche eine Weile, um wieder einzuschlafen – denke ich, denn ich schlafe dann gar nicht mehr ein. Besonders nicht, nachdem ich merke, dass der Liebste auch wach ist. Wir liegen also wach in unseren Kojen, hören auf die Schiffsmotoren und das leise Schnarchen des Kindeleins, lassen uns ein wenig vom Stampfen des Schiffes wiegen (der Liebste meint, zwischen 2 und 3 gab es bei Einfahrt ins Skagerrak richtig Seegang), lesen (ich beende die Kinder von Hoy von Grit Lemke), schicken uns interessante Links und gucken ab und an aus dem Bullauge, während draußen der Tag beginnt.

Irgendwann ist es dann spät genug, um ans Frühstück zu denken und wir wecken das Kind. Gegen 8 sitzen wir an unserem Tisch im Frühstücksrestaurant und machen diverse Gänge zum Buffet. Ich habe ja seit einem Urlaubserlebnis 1992 norwegische Frühstücksbuffets als meinen Goldstandard abgespeichert und auch dieses hier enttäuscht nicht.

Frühstückswürstchen, Bacon, Ei, Lachs, Krabbensalat, Senf-Sil, Eierkuchen mit Ahornsirup
Croissant mit Moltebeerenmarmelade, Plunderteilchen, Obst, Joghurt, grüner Smoothie
Hafergrütze mit Zimt-Malzzucker, noch mehr Moltebeerenmarmelade und eine erste Scheibe Geitost

Nach dem Essen packen wir unser Gepäck zusammen und gehen an Deck, um ein wenig die Einfahrt durch den Oslofjord und nach Oslo mitzuerleben.

Es ist aber recht ungemütlich draußen, deswegen bleiben wir nicht so lange, sondern gehen in der Kabine alle nochmal aufs Klo und machen uns dann nach Aufforderung auf den Weg nach unten zu unserem Auto. Heute können wir zum Glück recht früh rausfahren und sind dann, Zack, in Oslo. Es regnet ein wenig und sieht ansonsten ein bisschen aus wie Halifax. Ich recherchiere, dass Oslo knapp größer ist, dass Norwegen fünfmal so viel Einwohner wie Nova Scotia hat, aber aufgrund der riesigen Landmasse die Bevölkerungsdichte trotzdem geringer ist.

Oslo selbst heben wir uns für die Rückfahrt auf, wir fahren direkt weiter nach Drammen und sehen gleich mal die typischen norwegischen Berge, Felsen und daraus resultierend viele Tunnel. Das hatte ich schon wieder vergessen, wie viele Tunnel man durchquert (mein letztes Mal Norwegen ist auch 27 Jahre her, das vom Liebsten 24 Jahre). Unser erstes Ziel ist dann folgerichtig auch ein Tunnel, nämlich die Spirale von Drammen, die sich spiralförmig das Innere eines Berges hochwindet. Vier Minuten stur im Kreis fahren, dann ist man oben.

Oben gibt es Aussicht und ein Freiluftmuseum, das heute leider zu hat. Man kann die Gebäude von außen begucken, bekommt aber auf den wenigen Informationstafeln zu wenig Inhalte über das tatsächliche Leben der Menschen, als dass es spannend wäre. Wir gucken uns daher nur einen kleinen Teil an und fahren dann weiter – durch die Spirale zurück und dann weiter gen Süden.

Nächster Wegpunkt ist der Park in Borre, hier gibt es Königsgrabhügel und ein Wikingermuseum. Leider ist ein wichtiger Teil des Museums heute für den Publikumsverkehr geschlossen, also zahlen wir nicht den Eintritt, sondern laufen einfach nur so ein wenig herum. Vorher gibt es für das stets hungrige Kind ein Stück Oreo-Kuchen, für mich eine Waffel mit Sahne und Marmelade und für den Liebsten einen dringend benötigten Kaffee und Probierstückchen von beidem.

Im Teig der Waffel ist Kardamom verbacken – köstlich!
Hügelgräber
Schafe, die vor dem Regen Unterschlupf suchen
Eine Wikinger-Gildehalle (Nachbau)
Gildehalle von innen
Runenstein

Das Wetter deprimiert uns ein bisschen und wir suchen uns dann eine Hütte auf einem Campingplatz weiter westlich – an Zelten ist heute nicht zu denken. Sie ist recht komfortabel, mit Heizung, Strom und Küchenzeile, aber Gemeinschaftsklo 150 m weiter. Wir machen uns erstmal warmen Tee und Ramen-Suppen (Hühnchen für das Kind, japanisches Hühnchen für den Liebsten, Ente für mich).

Dann wird erstmal gelegen und gechillt. Eigentlich würde ich ganz gerne Mittagsschlaf halten, aber so ganz klappt es nicht mit dem Wegnicken. Der Liebste schläft auch nicht, sondern schmiedet Pläne für die nächsten Tage. Die Wunschroute ist nach einer Weile klar, aber die Aussicht auf Regen, Regen, Regen dämpft den Enthusiasmus gar sehr. Dann hat das Kind wieder Hunger (nach der Suppe gab es auch noch Chips, aber so ein wachsender Körper…) und der Liebste kocht uns ein paar Nudeln mit Salami und Tomatensauce – kein Foto, denn wir essen zeitversetzt und als ich dran bin, spielt das Kind gerade auf meinem Handy.

Dann aber nochmal etwas Aktivität, das Kind ist mutig und will baden. Da der Regen gerade etwas sanfter fällt, gehen wir also an den Strand, an dem dieser Campingplatz liegt. 16 Grad Außentemperatur, gefühlt 12, leichter Regen, beste Bedingungen.

Das Kindchen badet länger als uns lieb ist, schlägt dann noch Räder am Strand und wird dann von mir zum Duschhäuschen geleitet. Zehn Kronen kosten fünf Minuten heißes Wasser, dann geht es zurück in die Hütte, wo mehr Tee und warme Socken warten. Der Liebste liest, das Kind spielt auf meinem Handy, ich lege einige Patiencen, der Regen regnet. Irgendwann geht endlich eine Patience auf, dann spielen wir zusammen eine Runde „Halt mal kurz“, bei dem das Kind gewinnt. So nimmt der Abend ein versöhnliches Ende und kurz nach 10 liegen wir alle in unseren Schlafsäcken.

21.08.2024 – Boaty McBoatface

Ganz gute Nacht mit einem Stündchen Wachliegen zwischen 3 und 4, dann gemütlicher Morgen im Bett (außer, dass es keinen Kaffee für den Liebsten gibt) und schließlich schönes Frühstück in einem sehr rosanen Frühstücksraum. Hinterher packen wir unsere Sachen ins Auto, fahren nochmal Vorräte einkaufen (im Supermarkt und der Apotheke) und machen uns dann auf den Weg zum Norwegenkai.

Hier stehen wir dann ziemlich lange an, bis wir an Bord fahren können, eine Geduldsprobe für den Liebsten und das Teilzeitkind, die mir da in ihren Persönlichkeiten manchmal zu ähnlich sind (also zueinander, nicht zu mir, ich bin in solchen Situationen eine Zen-Meisterin). Und dann sind wir im Schiff und finden schnell unsere Kabine, die anders als die meisten Schiffskabinen meines bisherigen Lebens ein großes Bullauge, eine Minibar und einen Fernseher hat. Ist aber immer noch nur die zweitgünstigste Kabinenkategorie.

Wir richten uns kurz häuslich ein (u. a. Herabklappen des oberen Betts und Anbringen der Leiter), dann zieht es uns an Deck („Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Sonnendeck“). Gerade haben wir uns mit Kaffee und Eis versorgt („To kaffe og en Daim is, takk!“) und uns eine Sitzecke mit Blick gen Westen gebaut, da legt das Schiff auch schon ab und wir fahren erst ganz langsam und dann immer schneller die Kieler Förde entlang gen Ostsee.

Nebenbei schreibt die Cousine (Falls jemand durcheinander kommt: Macht nichts, ich habe zehn Cousinen – und acht Cousins), die in Kiel Skandinavistik studierte nachdem sie ein Schuljahr in Norwegen verbracht hatte, dass sie hier jetzt während des Urlaubs mitlesen würde. Ich schraube also meine Schreibansprüche gleich mal hoch und bitte sie außerdem um Lektüretipps, die sie bereitwillig schickt und mit denen sie mir „God tur!“ wünscht.

Nach einer Weile wird es dem Teilzeitkind zu langweilig und es geht das Schiff erkunden (und schickt uns lustige Videos), der Liebste und ich sitzen gemütlich in der Sonne und gucken aufs Wasser. Dann wird es Zeit, dass auch der Liebste aufbricht – die beiden wollen noch ins Aqualand – schwimmen, rutschen und mit Blick aufs Meer im Whirlpool liegen. Ich mit meiner Erkältung mache das lieber nicht, sondern bleibe an der guten Seeluft sitzen, bis es mir zu kalt wird und ich mich eine Runde aufs Bett lege – auch mit Meerblick schließlich.

Ab 17:30 gibt es dann ein frühes Abendessen – wir konnten nur für die zweitfrühste Schicht einen Tisch im Panorama-Restaurant buchen, ist mir aber gerade sehr Recht und außerdem haben wir seit dem Frühstück nichts gegessen.

Es gibt drei Gänge à la carte, dazu Apfelsaft, Weißwein und Wasser.

Fischsüppchen mit Fenchel und Dill-Öl, beim Teilzeitkind veganen Feta mit gelber Bete und Salat, beim Liebsten norwegische Ente
Gegrillter Heilbutt mit Graupenrisotto, Sellerie und Apfel, dazu Kaviar und Kartoffelgratin, beim Kind Burger mit Pommes, beim Liebsten Kalbsfilet
Erdbeeren mit Mascarpone und Pistazien
Brownie mit Himbeersorbet
Käseauswahl

Wir bleiben sitzen, so lange wir dürfen, bis der Tisch für die 20-Uhr-Schicht vorbereitet wird. Dann gehen wir zurück zur Kabine. Ich mache mich bettfertig und lese noch, die anderen drehen noch eine Runde an Deck und durch die Shopping Mall, dann bringt der Liebste das Kind zu Bett und geht noch auf ein Bier in die Bar. Gegen 22 Uhr schlafen alle.

20.08.2024 – Auf nach Norwegen

Ich habe wohl über acht Stunden geschlafen sagt das FitBit und so fühlt es sich an. Zwar gab es diverse Unterbrechungen, aber ich fühle mich deutlich erholter. Immer noch erkältet, natürlich, aber als ob die Nacht in der Hinsicht was gebracht hätte. Der COVID-Test ist weiter negativ, also stehen die Zeichen endlich endlich auf Norwegen. Beim Telefonat mit dem Liebsten beschließen wir, angesichts der Erkältung heute Abend noch nicht zu zelten und suchen uns – mit einigen Hürden die Ferienzeit und unsere Kontostände betreffend – eine Unterkunft in Kiel. Am Ende haben wir Superglück und landen in einem Hotel garni direkt am Strand.

Die nächsten Stunden sind dem Aufbruch gewidmet. Frühstück und Proviant schmieren für die Fahrt, duschen und anziehen, Katzen und Pflanzen versorgen, Fenster im Gästezimmer schließen, Sachen packen (ich danke Vergangenheitsloosy, die vor ein paar Tagen in einer schlaflosen Nacht die Packliste aktualisiert hat), Katzenklos säubern und Streu nachfüllen, Müll runterbringen. Dann bringe ich in zwei Schichten mein Gepäck nach unten (Arm und Erkältung!) und erwarte den Liebsten und das Teilzeitkind.

Wir spielen ein bisschen Koffertetris und dann geht es los Richtung Autobahn, knapp vier Stunden mit Känguru-Untermalung und dann sind wir auch schon da. Wir checken ein und gehen direkt an den Strand, wo alle kurz in die Kieler Förde „hüpfen“. Der Liebste genießt sein erstes Außenbad des Jahres und das erste, seit er wieder darf, ich mache mit meinem Arm nur vorsichtige Schwimmzüge und liege sonst viel im Wasser, das Teilzeitkind tobt gewohnt herum und macht Handstände im Flachen.

Nach einer halben Stunde ziehen wir uns wieder an, gehen nochmal kurz ins Zimmer zurück und brechen dann zu einem frühen Abendessen in einem italienischen Restaurant mitten im Olympia-Zentrum von Kiel auf.

Minestrone und Limoncello Spritz
Tagliatelle mit Steinpilzen und Bohnen

Beim Hauptgang meldet sich meine Erkältung wieder, also überlasse ich den Nachtisch den anderen und gehe schonmal zurück ins Hotel, dusche und lege mich ins Bett. Da ist es kurz nach 20 Uhr, eine Stunde später sind die beiden anderen auch bettfertig und lesen, während ich schon schlafe.

19.08.2024 – Kurze Urlaubspause, Tag 2/2

Nochmal leicht unruhige Nacht wegen des Arms, jetzt auch mit involvierten Katzen, die sich einfach mal drauflegen, dafür ohne Kopfhörerschwierigkeiten, weil ich als einziger Mensch im Raum (und in der Wohnung) einfach ohne hören kann. Der Morgen beginnt dann mit dem aufmerksamen Zu-Ende-Hören von Donna Leons „Ewige Jugend“ – nachts kamen mir natürlich immer wieder Handlungsstücke abhanden. Danach gemütlicher Morgen im Bett und irgendwann Telefonat mit dem Liebsten. Achja, negativer COVID-Test auch noch, mein die letzten zwei Tage anklingendes Halsunwohlsein hat sich inzwischen zu einer Erkältung gemausert.

Leider habe ich keine Zeit, die einfach im Bett auszukurieren, es gibt heute viel zu tun. Erstmal Frühstück mit Baguette, Quark und Marmelade, dazu Tee mit Ingwer, Minze und Limette. Dann wische ich einen Teil des Schimmels vom Fenster im Gästezimmer, der sich über Nacht lösen ließ. Dann kurzer Check, was noch besorgt werden muss und Ausflug zu Drogeriemarkt und Haustierbedarf. Wieder zuhause stelle ich neue Fallen für Lebensmittelmotten und Fruchtfliegen auf, ersetze verwelkte Katzengraspflanzen gegen frische und stelle den Katzen eine neue Kratzmöglichkeit zur Verfügung.

Und schon ist Mittagessenhunger – Restekartoffeln mit Restequark und Leinöl, außerdem Möhren. Während die Kartoffeln kochen, miste ich den Kühlschrank aus – u. a. nicht mehr Essbares, das der Ex-Mitbewohner hinterlassen hat. Dafür hat er aber auch noch voll funktionstüchtige Möhren hinterlassen, es ist ja nicht alles schlecht. Trotzdem interessant, wie ausziehende Mitbewohner*innen einfach Zeug hinterlassen (angebrochene Lebensmittel und Kosmetikartikel, selten und häufig benutzte Küchengerätschaften), anstatt sie zu entsorgen oder mitzunehmen. Habe das schon öfter beobachtet und jetzt die Entsorgungsarbeit für alles, was ich nicht gebrauchen kann.

Nach dem Essen auf dem Balkon erledige ich weiter Dinge – Müll wegbringen, Pflanzen gießen, Katzenstreu hochholen, das Bett im Gästezimmer beziehen, mit dem Liebsten das Packen besprechen, ein Visum für meinen anstehenden Kanada-Trip beantragen, mit dem Lieblingsnachbar über das Katzensitting der nächsten zwei Wochen sprechen… Und dann ist es dringend Zeit für ein Schläfchen. Gegen 17 Uhr erhebe ich mich wieder und sauge die Wohnung durch, dann mache ich mich bereit für den Abend. Eine Freundin feiert ihren 40. und da ich jetzt doch ungeplant in Berlin bin (eigentlich wären wir ja früher zurückgekommen und jetzt schon wieder unterwegs), fahre ich da auch noch vorbei – mit Umweg über den Supermarkt für Beiträge zum Buffet.

Ich bin ganz schön platt, aber Essen hilft. Fast zwei Stunden bleibe ich und folge den Gesprächen der anderen, dann gebe ich dem Lieblingsnachbar den Ersatzschlüsselbund für die Gäste und fahre nach Hause. Kurz nach halb 10 sage ich dem Liebsten „Gute Nacht“ und gehe hoffentlich meinen Infekt wegschlafen, denn morgen geht der Urlaub weiter!

18.08.2024 – Kurze Urlaubspause, Tag 1/2

Die Nacht ist wieder semigut, weil der Arm das bequeme Schlafen behindert. Insgesamt wird er aber besser, das geht alles in die richtige Richtung. Schlechter ist hingegen das Wetter, grau und regnerisch und so viel kühler als die letzten Tage, dass das Teilzeitkind sich sein Frühstück mit nach Drinnen nimmt, weil es ihm in Schlafsachen auf der Terrasse zu kalt ist. Nach dem Frühstück emsiges Packen, Abwaschen, Müll wegbringen, Hüttchen winterfest machen – noch ist nicht sicher, ob der Liebste es im Herbst nochmal herschafft – und dann von den lieben Nachbar*innen verabschieden. Kurz vor halb 11 sind wir auf der Autobahn Richtung Urlaubspause in Berlin.

Wir hören im Prinzip die ganze Zeit über Känguru, außer bei einer späten Fahrtunterbrechung für ein Mittag“essen“ in einem bekannten Fast-Food-Restaurant, auf besonderen Wunsch des Kindes, nachdem das Restaurant beim Känguru gerade vorkam (wobei das Känguru dort aber nicht aß, sondern Kapitalismuskritik anbrachte – wäre für uns wahrscheinlich auch besser gewesen. In Berlin dann ein kurzes Treffen mit der Teilzeitkindmama und den beiden Geschwisterchen – wir tauschen ein Ei aus dem Hühnerstall und Klebetattoos gegen einen Schlafsack, festes Schuhwerk und warme Jacken für Urlaub Teil 2. Dann fahren wir zum Liebsten nach Hause und entladen das Auto. Der Liebste und das Teilzeitkind bringen mich noch zur S-Bahn und dann geht es für mich zurück in den Pberg, wo mich die Katzen freudig begrüßen.

Die Katzen bekommen Streichelliebe, saubere Näpfe und Klos und frisches Futter. Dann kümmere ich mich um den schon wieder explodierenden Biomüll, den der Lieblingsnachbar strategisch auf dem Balkon platziert hatte, packe aus und stelle die Waschmaschine an. Nächster Programmpunkt ist das nun verlassene Zimmer des ehemaligen Mitbewohners, in das die Katzen jetzt endlich wieder dürfen – sie hatten in der Anfangsphase zweimal Spuren hinterlassen und durften danach nur noch unter Aufsicht rein. Ich lüfte ordentlich durch und beschäftige mich dann mit dem nächsten explodierenden Bio-Problem. Der/die nächste Mitbewohner*in muss unbedingt besser auf Lüften, Heizen und Schimmelbekämpfung achten, das Weltkulturerbehaus verzeiht nichts. Ich mache direkt Fotos und erinnere die Hausverwaltung, dass sie schon vor einem halben Jahr einen Handwerkertermin vereinbaren wollten, jetzt wo das Zimmer eine Weile leer stehen wird, ist der perfekte Zeitpunkt gekommen. Über das Thema Mietminderung belese ich mich in diesem Zusammenhang auch kurz.

Dann ist es Zeit für Abendbrot (ich bestelle Sushi), Abendunterhaltung (ich schaue die ersten Folgen der neuen Serie mit Anke Engelke und Bastian Pastewka, bis das Datenvolumen der Übergangslösung alle ist und ich wieder mit dem Provider telefonieren muss um das versprochene zusätzliche Datenvolumen einzufordern), Badewanne (das tut gut, der Seele und dem Arm!) und Bett.

17.08.2024 – Letzter Tag von Urlaubsteil 1

Der Arm macht, dass ich gerade wirklich nicht gut schlafen kann, weil erstens alle meine angestammten Schlafpositionen nicht funktionieren und zweitens auch alle alternativen Positionen irgendwann Schmerzen (im Arm oder woanders) produzieren, so dass ich ständig nachjustieren muss und nur in Etappen schlafe. Zudem wird das Kind von seinem Bienenstich gequält und der Liebste von seiner Hausstauballergie (er hat gestern Wolldecken bewegt…). Um 7 klingelt dann der Wecker vom Kind, weil es eigentlich früh aufstehen wollte um den Nachbardackel zu dressieren. Der Liebste und ich sind also endgültig wach, das Kind schläft noch eine Weile weiter.

Dann verlagern wir aber das Geschehen auf die Terrasse, wo es kühler ist und weniger Staub gibt und ich in meinem Buch lesen kann, während das Kind auf meinem Handy spielt und seinen Fuß mit Dingen aus dem Kühlschrank kühlt. Außerdem hat der Handyprovider von Kind und Liebstem Schwierigkeiten, so dass ich die einzige mit funktionierendem Internet bin – auch mal eine neue Erfahrung – was aber auch nicht nur für gute Laune sorgt. Der Liebste wagt die Flucht nach vorn und fährt nochmal Weißwürste kaufen. Außerdem holen die Nachbarskinder das Teilzeitkind ab, das dann auch plötzlich wieder laufen kann und dann wird alles besser.

Weißwurscht, Brezn, süßer Senf
Nach dem Frühstück besetzt Kater Rudi seinen Stuhl und ist niedlich.

Nach dem Essen habe ich endlich Zeit für Lesen, Bloggen, Sprachzeugs. Das Kind ist über alle Berge und der Liebste widmet sich heldenmutig weiteren Entrümpelungsaktionen. Als der Kofferraum voll ist, fahren wir gemeinsam zu einem Recyclinghof und entsorgen unter anderem ein Wählscheibentelefon, Kaffeefilter mit D-Mark-Preisen, nichtmontierte Rehgeweihe, und einen Sandwichmaker, der vom Design her auch schon an die 40 Jahre alt sein muss. Auf dem Rückweg besorgen wir dem Kind Flipflops mit denen es besser laufen kann (meine in einer Größe kleiner und einem anderen Design) und dann ist das auch happy.

Inzwischen ist es wieder heiß und ich lege mich eine Runde hin, mit Hörbuch döse ich weg und schlafe wohl insgesamt fast zwei Stunden. Danach geht es mir besser und ich kann mit dem kleinen Nachbarskind ausführlich sein neues Einhorn verarzten und ihm die Hufe verbinden (mit Blättern und Gras). Am Abend geht es dann nochmal ins Nachbarstädtchen zum obligatorischen Essen um lokalen Gasthof.

Pfannkuchensuppe
Schweinebraten für uns, der Liebste hat Lendchen mit Spätzle und Pfifferlingen

Wieder zuhause lasse ich die Beiden per Hotspot an meinem Internet partizipieren, bis es draußen zu mückig wird und wir uns zu einer Partie Cascadia zurückziehen. Heute gewinne ich, mit einem Punkt Vorsprung vor dem Kind, und so ist auch da der liebe Frieden wieder hergestellt. Bettzeit gegen 22 Uhr.