25.09.2024 – New Hair Day

Der Tag beginnt vergleichsweise früh – für die anderen – weil schon um 9 ein Nachbar vorbeikommt, um die Dachrinnen zu reinigen. Ich muss trotzdem erst um 10 aufstehen und lese erst nach Alex Capus – Susanna zu Ende, dann gibt es Frühstück drinnen, draußen ist es zu kühl und außerdem grau und außerdem fallen in regelmäßigen Abständen Laubbatzen vom Dach. Zum Frühstück außerdem die Nachrichten vom Grünen-Parteivorstand samt innerfamiliärer Einordnung der Misere mit der deutschen Politik gerade. Danach erstmal dringend auf die Couch.

Ich mache Französisch, Italienisch und Sorbisch, bearbeite E-Mails, reserviere eine Unterkunft im Harz, mache Spiele und Rätsel und dann ist es plötzlich schon 13 Uhr oder so, als ich mich zum Yoga zurückziehe – die Eltern fahren indes zum Bäcker. Das Yoga ist heute lang und fordernd, zum Glück ist danach quasi schon Kuchenzeit, dazu grüner Tee mit Mangosaft an pittoresker Raupe. Für den Moment ist die Sonne da und wir können ein bisschen draußen sitzen.

Deshalb springe ich dann auch schnell unter die Dusche und komme dann mit nassen Haaren wieder raus, die dann von Mama geschnitten werden. Erster Haarschnitt seit zehn Jahren, es kommen etwa 15 splissige Zentimeter ab und dann fühle ich mich gleich leichter und agiler. Höhö.

So „erleichtert“ geht es zurück auf die Couch und dann bleibe ich irgendwie wieder bei Only Connect hängen und schaue im Laufe des Tages die komplette erste Staffel zu Ende, nach dem letzten Vorrundenspiel die Viertelfinale, die Halbfinale und das Finale – mit stetig ansteigender Schwierigkeitskurve. Halleluja, was für ein mindfuck. Großartig!

Zwischendurch gibt es dann zum Abendbrot noch die vor einer Weile virale Baked Feta Pasta (Beispiel hier), heute mit Bucatini. Ansonsten passiert wirklich nicht viel, aber ich sehe jetzt ein bisschen anders aus.

24.09.2024 – Ruhetag

Nach dem gestrigen Roadtrip lassen wir es heute ruhig angehen:

  • Gemütlicher Morgen im Bett, mit Internet leer lesen, Französisch und Italienisch
  • Frühstück mit warmen Brötchen (gekauft und aufgebacken)
  • 1. Telefonat mit dem Liebsten
  • Sorbisch, Spiele und Rätsel auf der Couch
  • 2. Telefonat mit dem Liebsten (und den Katzen, er ist grad in meiner Wohnung und die beiden Süßen sind erfreut über seine Anwesenheit und meine Stimme, aber verwirrt über meine Abwesenheit)
  • Kurze Yoga-Runde, dann anziehen und weiter auf dem Sofa liegen, Trudeau bei Colbert gucken (Teil 1, Teil 2, Teil 3) und über Trudeaus Bemerkung zu universal healthcare freuen
  • Frisch gebackene Kekse auf dem Deck – inzwischen ist es so warm, dass ich danach draußen bleibe und lese
  • 3. Telefonat mit dem Liebsten (wieder zuhause)
  • Weitere Unterkunftsrecherchen für einen Trip in den Harz
  • Telefonat mit der Freundin in Frankreich (heute nur etwas über eine Stunde)
  • Abendbrot drinnen mit Regenbogenforelle, Reis und Broccoli, dazu Pinot Grigio an spektakulärem Sonnenuntergang draußen
  • Mir ist nach RomCom und ich schaue „Marry Me“ mit Jennifer Lopez und Owen Wilson und das ist genau das Richtige für heute, dazu gibt es dunkle Schokolade mit Mango und Kardamom
  • Gegen 23 Uhr mit Buch ins Bett

23.09.2024 – Roadtrippin‘

Heute wachen wir zu schönem blauem Himmel auf, bestes Wetter für einen kleinen Roadtrip!

Frühstück gibt es wie immer gegen 10, danach noch ein Weilchen Chillen, Spielen und Rätseln auf der Couch und dann geht es gegen 12 los mit Ziel Annapolis Basin. Dazu geht es gute anderthalb Stunden einmal quer durch die Provinz, vorbei am Kejimkujik National Park. Dort sollten wir demnächst wahrscheinlich auch mal hin, denn so langsam intensiviert sich die Herbstfärbung, wenn auch noch auf kleiner Flamme.

Aus dem fahrenden Auto fotografiert

Unser erster Halt ist dann die Still Fired Distillery (unbezahlte Werbung), bei der es den in unserer Familie so beliebten Fundy Gin gibt. Wir kaufen Geburtstagsgeschenke und Mitbringsel ein.

Dann geht es weiter nach Annapolis Royal, ganz in der Nähe war die erste französische Siedlung Kanadas und Annapolis selbst war lange Zeit die Hauptstadt von Nova Scotia – heute ein eher verschlafenes Nest, aber mit vielen interessanten Läden und mit der ehemaligen Festungsanlage Fort Anne, die sehr beeindruckend ist. Vor zwei Jahren bin ich hier mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind herumgelaufen, aber heute ist das Wetter besser.

Vorher kehren wir aber noch in der deutschen Bäckerei des Ortes ein, dem Sachsen-Café (unbezahlte Werbung) – betrieben von einer Familie aus Sachsen/Sachsen-Anhalt, mit gutem Kuchen und mehr. Wir lassen uns Gebäck mit Blaubeeren, Himbeeren und Stachelbeeren schmecken, trinken Kaffee, sitzen im T-Shirt in der Sonne und bezahlen am Ende etwa so viel wie eine große Flasche Gin kostet – ups!

Nach der Festung bummeln wir noch die Hauptstraße herunter und über den Boardwalk am Ufer des Annapolis River zurück zum Auto.

Dann geht es weiter vom Annapolis River an den Bear River – Weinbaugebiet, Künstler- und Hippiedorf auf Stelzen und Mi‘kmaq-Reservat. Zunächst halten wir an den Bear River Vineyards (unbezahlte Werbung) bekommen eine kleine historische Einführung, verkosten vier Weine (und kaufen drei – je einen weißen, roten und einen Rosé, jeweils mit Trauben, die es so nur hier gibt) und laufen dann noch ein wenig über den Weinberg.

Der nächste Stop ist im Dorf selbst, wo wir die Flight of Fancy-Galerie (unbezahlte Werbung) besuchen.

Noch kurz einmal günstig tanken bei den Mi‘kmaq und dann fahren wir weiter. Nächster Stopp ist der Smith‘s Cove Leuchtturm, den meine Eltern noch nicht kennen und zu dem ein Schild am Straßenrand führt.

Und dann fahren wir nach Digby – Hauptstadt der Jakobsmuscheln – und essen im Fundy Restaurant (unbezahlte Werbung) zu Abend, kanadisch früh gegen 17 Uhr.

Lobster-Risotto für Mama
Lobster-Fettuccine für Papa
Frittierte Scallops und Clams mit Pommes, Coleslaw und Saucen für mich

Nach dem Essen geht es wieder zurück durch das Landesinnere an unsere Küste. Kurz nach halb 8 kehren wir noch im Supermarkt ein und holen unseren von Samstag verschobenen Wocheneinkauf nach. Als wir wieder rauskommen ist es bereits stockdunkel. Zuhause gibt es nach dem langen Tag nur noch Gin Tonic für alle und ein paar Folgen Only Connect für mich.

22.09.2024 – Wahl, Strand und Hirsch

Vergleichsweise gut geschlafen und dann die übliche Morgenroutine aus Internet leer lesen, Bloggen, Französisch-Italienisch-Sorbisch rechtzeitig vor dem Frühstück gegen 10 abgeschlossen. Frühstück wieder drinnen, heute sogar mit Kaminfeuer.

Nach dem Essen die zweite Runde Morgenroutine mit den täglichen Rätseln und Puzzlen und der ersten Runde Handyspiel. Danach mit dem Liebsten telefonieren, Yoga machen (heute nur etwa die Hälfte der vorgegebenen Asanas, von denen einige auch ohne den wehen Arm zu anspruchsvoll gewesen wären), anziehen und pünktlich zu den Wahlprognosen zurück auf der Couch. Zunächst Freude darüber, dass die AfD nicht stärkste Kraft geworden ist (und die FDP weniger Stimmen hat als es ungültige gibt), später dann aber Entsetzen darüber, dass die Grünen es nicht geschafft haben, es nicht für Rot-Schwarz reicht und die AfD eine Sperrminorität hat. Ich telefoniere nochmal mit dem Liebsten, dann gibt es schon wieder Kuchen – heute die Bienenstich-Cupcakes.

Danach wollen wir eigentlich nach draußen, aber genau in dem Moment gehen Regen und Sturm nieder und wir vertagen uns noch etwas. Ich recherchiere Unterkünfte und sichte Anfragen für mein WG-Zimmer. Dann kommt die Sonne raus, ein Nerz schwimmt durch die Bucht und läuft über die nassen Steine, bevor wir ein Foto machen können, und dann fahren wir los in einen anderen Provincial Park mit Strand.

Wieder zuhause machen wir uns auch schon bald an die Abendessenzubereitung. Es gibt Hirschbuletten (Hackfleisch von einer Venison Farm) mit Rotwein-Reduktion und Steinpilz-Sauce (den Steinpilz hat Mama beim Komposteimer leeren gefunden), Salzkartoffeln, Mischgemüse und Mais mit Kräuterbutter (Knoblauch, Frühlingszwiebel und frische Kräuter: Thymian, Oregano, Rosmarin, Petersilie draußen geerntet, Dill und Basilikum frisch gekauft), dazu einen Cabernet Sauvignon – sehr lecker!

Den Abend verbringe ich mit den ersten beiden Folgen der neuen Staffel Kleo, bevor es gegen halb 11 mit Buch ins Bett geht.

21.09.2024 – Dig-In

Der Morgen beginnt mit der Erkenntnis, dass das gestern Abend spät noch aufgetretene Problem mit in Dusche und Badewanne zurückgestautem Abwasser kein temporäres ist. So wird als erste Amtshandlung gleich erstmal der Klempner angerufen, der trotz Sonnabend sein Bestes gibt, um schnell vorbeizukommen. In der Zwischenzeit gibt es ein erstes Frühstück mit Müsli, Pfirsich und Hafermilch für mich, die Ellis begnügen sich mit Tee, treffen Vorbereitungen und schöpfen Abwasser, damit es nicht überläuft. Nach dem Essen mache ich die heutige Yoga-Runde, so komme ich wenigstens nicht auf die Idee, aufs Klo zu müssen oder zu duschen. Danach telefoniere ich mit dem Liebsten und dann ist der Klempner auch schon da.

Während die Ellis und der Klempner diagnostizieren, kümmere ich mich um meine Französisch-, Italienisch- und Sorbisch-Aufgaben, dann werde ich doch neugierig, ziehe mit ungeduscht etwas über und gehe auch nach Draußen. Der Klempner steht an der Garage auf eine Schaufel gestützt und wartet. Er erklärt mir, dass die Leitung verstopft ist, vermutlich hier an dieser Stelle, und dass man jetzt graben müsse, um an einen Deckel zu kommen, den man dann öffnen könne, um die Verstopfung zu beheben. Die Ellis sind zu den Nachbar*innen gegangen, die seit neustem einen kleinen Bagger haben, um zu fragen, ob sie helfen können. Kurz danach kommen sie mit Nachbar*innen und Bagger zurück und dann wird gebuddelt.

Eine Wulst aus Fett und Klopapier hat sich gebildet, wird mit dem Spaten zerteilt und dann sprudelt das Abwasser wieder fröhlich in den vorgesehenen Tank. Große Erleichterung und Dankbarkeit bei allen Beteiligten. Bevor die Grube wieder zugeschüttet wird, werden wir allerdings versuchen, den Deckel für die Zukunft leichter zugänglich zu machen.

Nach diesem spannenden Tagesbeginn gibt es ein zweites Frühstück, mit Rührei und Schinken und allem Drum und Dran. Danach fahren wir wie letzten Sonnabend zum Farm Stand im Nachbardorf und kaufen Eier, Riesenzucchini zum Füllen und zwei Sorten Cupcakes: Schwarzwälder Kirsch und Bienenstich (zur Erinnerung: die Farm gehört Deutschen). Wieder zuhause geht es dann auf die Couch.

Ich verbringe den Großteil des Nachmittag mit Rätseln – die Schwester des Liebsten hat mir Only Connect ans Herz gelegt, eine BBC-Quizshow in der jeweils zwei Teams gegeneinander antreten und wahnsinnig schwere Fragen vorgesetzt bekommen. Es ist faszinierend, schwer, ausgesprochen unterhaltsam und ein bisschen frustrierend, weil man quasi gar nichts weiß. Große Empfehlung! Ich schaue drei oder vier Folgen, dann ist es Zeit für Tee, Cupcakes und Obst.

Danach sitzen wir zu dritt mit unseren Laptops da, also mache ich weiter mit den Kreuzworträtseln im New York Times Archiv, statt weiter Videos zu gucken. Ich arbeite die ja nach und hänge immer noch fast ein Jahr hinterher, aber heute hole ich fast zwei Wochen auf. Dann gibt es Gemüsesuppe mit Hühnerklein, das vom Essen neulich übrig geblieben ist.

Der Abend geht dann ähnlich weiter, nebenbei läuft das ZDF Magazin Royale vom Freitag über die rechte Unterwanderung kostenloser Anzeigenblättchen in der ostdeutschen Provinz, dort wo es noch weniger echten Lokaljournalismus gibt als in Durchschnittsdeutschland. Es ist nicht überraschend, sowas kennen wir aus Bautzen, aber in der Ballung doch erschreckend – AfD-Sprachrohre verkleidet als neutrale Information, kostenlos in jedem Briefkasten.

20.09.2024 – Slow Day

Irgendwie wie erschlagen aufgewacht, müde und schlapp, ohne ersichtlichen Grund außer dem zuletzt üblichen (unruhiger Schlaf wegen Schmerzen im Arm und Schulter) – könnte auch den ganzen Tag im Bett liegen bleiben, zumal es draußen auch geregnet hat und jetzt windet und merklich kühler geworden ist. Aber ein bisschen was will ich ja doch haben vom Haus am Meer. Also stehe ich auf zum Frühstück – heute drinnen – und begebe mich dann für eine weitere Session Morgenroutine auf die Couch.

Irgendwann dann doch Yoga (auch drinnen) und Duschen und dann will ich mich dem nächsten Buch widmen, schlafe aber fast direkt ein und halte erstmal ein Stündchen Mittagsschlaf.

Als ich wieder wach bin, ist schon Kaffeezeit angesagt, heute mit Banana Pancakes, Blaubeeren und Ahornsirup.

Dann wieder Liegen und Lesen. Irgendwann zieht es mich auch nochmal nach draußen und ich laufe ein bisschen durch den Wald und gucke ein bisschen aufs Wasser.

Dann nochmal Liegen und schon ist es Zeit fürs Abendessen, heute klassisch deutsch:

Der Abend endet dann am Kamin.

19.09.2024 – Yoga und Dinner Party

Der Tag beginnt zu früh und mit einem Wunder, gegen dreiviertel 7 ruft ein Telekom-Techniker an und sagt, dass er jetzt auf dem Weg zu meiner Wohnung ist. Zum Glück ist der Liebste auch rechtzeitig vor Ort und eine Stunde später habe ich in meiner Wohnung Internet 🤯. Der Liebste und ich telefonieren dann gleich noch ein wenig länger und er lässt mich mit den Katzen sprechen, was extrem niedlich ist. Erst danach lese ich das Internet leer, blogge, mache Französisch, Italienisch und Sorbisch und dann heißt es gegen 10 aufstehen zum vielleicht letzten Frühstück auf dem Deck für dieses Jahr. Die Hitzewelle der letzten Tage (September-Jahrhunderthoch!) ist vorbei, heute ist es bewölkt und schon etwas kühler, ab morgen scheint sich der Herbst endgültig durchzusetzen.

Nach einer angemessenen Verdauungspause probiere ich die neue Yoga-Matte aus, heute auch noch draußen. Es läuft erstaunlich gut und ich kann trotz Arm wieder fast alles machen, Hund geht gut, Plank mehr so halbherzig kurz, am schwierigsten/schmerzhaftesten sind Sachen, wo ich den Arm seitwärts halten oder bewegen muss.

Hinterher sitze ich gemütlich da, gucke aufs Wasser, lausche dem Konzert von Vogelgezwitscher, Möwengeschrei, Loon-Gesang, Reiher-Ruf, Robben-Rülpserei und Getrappel von Eichhörnchen und Streifenhörnchen auf der Jagd nach Eicheln.

Zwischendurch gibt es noch Tee und Reste der gestrigen Quarktorte. Dann geht das große Kochen los, denn heute Abend kommen die Nachbarn vorbei – ein Hühnchen von der Farm im Nachbardorf soll im Ofen landen (Es liegt schon eine Weile im Tiefkühler).

Zwei Sorten Taralli, zwei Sorten Crackers, Dill-Hummus und Tabouleh
Hähnchen, Rosmarinkartoffeln, zwei Sorten Zucchini, Süßkartoffel, Stuffing und Gravy
Drei Sorten Eis und frische Beeren

Die Nibbles gibt es noch draußen auf dem Deck, den Hauptgang im Esszimmer, den Nachtisch in der Sofa-Ecke, dazu Wein, Bier, Cider und gute Gespräche, hauptsächlich über das Leben und die Leute hier, außerdem Reisen, Musik und natürlich auch wieder ein bisschen Weltpolitik, diesmal vor allem Kapitalismuskritik. Gegen 22 Uhr verabschieden sich die Gäste und ich gehe direkt danach hundemüde ins Bett.

18.09.2024 – Atlantik-Bad und Shopping-Trip

Am sehr frühen Morgen liege ich eine gute Stunde lesend wach, dann schlafe ich nochmal ein und starte dementsprechend später in die morgendliche Routine. Aufstehen dann erst nach 10, zum Frühstück auf dem Deck. Dann nutze ich die Gelegenheit des letzten richtig heißen Tages und gehe in der Bucht baden. Hui, das ist kälter als zuletzt in der Ostsee und viel kälter als in den Seen Brandenburgs und Frankens oder im Freibad. Aber es macht auch richtig wach und nachdem man eine Weile drin ist, geht es eigentlich (vor allem an der Oberfläche). Mama kommt auch noch dazu und dann schwimmen wir beide ein bisschen.

Hinterher lasse ich mich in der Sonne trocknen, dann gehe ich Duschen und setze mich mit Handy, Laptop und Buch aufs Deck. Am frühen Nachmittag dann ist es Zeit für eine kleine Einkaufsrunde. Zuerst fahren wir in die Mall der zweitnächstgelegenen Stadt. Hier kaufe ich mir eine einfache Yogamatte, Sonnencreme und eine neue Sonnenbrille – die alte habe ich vermutlich gestern irgendwo liegen lassen oder sie findet sich in den nächsten Tagen noch an – und dann eine Tüte Gummibonbons. Der Liebste und das Teilzeitkind bekommen ein Beweisfoto.

Währenddessen kaufen die Ellis Kalender mit Inuit-Kunst und versuchen, die Batterie an Mamas Uhr tauschen zu lassen – leider ohne Erfolg, weil die benötigten Batterien aktuell nicht vorrätig sind. Dann fahren wir auch schon wieder Richtung Heimat, halten aber unterwegs noch am Farm Market an und kaufen ordentlich Obst und Gemüse ein – lokale Trauben, Erdbeeren, Blaubeeren, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Tomaten, Dill, Mais… Es sieht alles schon ordentlich herbstlich aus hier – die ersten Bäume färben sich auch schon gelb und rot, aber überwiegend ist es noch grün.

Wieder zuhause gibt es dann erstmal Kaffee und Kuchen auf dem Deck, heute mit Quarktorte und Trauben.

Danach bleibe ich einfach wieder sitzen und lese mein Buch zu Ende. Wirklich tolles, sehr zu empfehlendes Kinder- und Jugendbuch darüber, dass nicht alle Eltern Kinder haben sollten und nicht alle ohne Kinder schlechte Eltern sind – alles vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs. Nebenbei zirpen die Grillen, der Heatbug macht Lärm, ein paar Möwen kreischen… Alles ganz gut soweit.

Zum Abendbrot gibt es heute Gnocchi-Reste, Salat und kaltes Abendbrot, auch immer noch draußen, während langsam die Sonne über der Bucht untergeht. Sobald die weg ist, wird es kühl und ich gehe – bei offener Tür (mit Fliegengitter) nach drinnen auf die die Couch und schaue die neue Staffel Emily in Paris zu Ende. Dann ist es auch schon fast Mitternacht und Zeit, schlafen zu gehen.

17.09.2024 – Chillen, Strampeln, Südafrikanisch essen

Heute wieder recht früh aufgewacht und dann erstmal knapp vier Stunden mehr oder weniger still im Bett beschäftigt (unter anderem diesen interessanten Interview-Podcast mit Hanson gehört, zur Einstimmung auf das baldige Konzert). Dann geht es zum Frühstück raus aufs Deck. Tischgespräche heute u. a. über Cancel Culture, Settler Culture und die CDU.

Danach setze ich mich eine Runde auf den hier vorhanden Hometrainer, bevor ich unter die Dusche gehe. Die nächsten Stunden dann Chillen und Lesen auf dem Deck, außerdem ein bisschen Kram und Korrespondenz am Laptop erledigen. Es ist wieder sehr heiß, aber im Schatten und mit Wind geht es. Auch hier kann man vom Ufer aus Robben beobachten, die es sich draußen auf den Steinen gemütlich machen und in der Sonne dösen.

Später gibt es Apfelkuchen von der Farm im Nachbarort, theoretisch deutsch aber an kanadischen Geschmack angepasst, mit viel Rührteig und wenig Äpfeln unter den leckeren Streuseln. Dazu mache ich mir eine Art Affogato, aus Espresso, Vanilleeis und Milch. Nach dem Essen ruft der Liebste an und berichtet vom so fern erscheinenden Alltag in Berlin.

Dann wird es auch schon bald Zeit, zu unserer Abendeinladung bei in Kanada lebenden Freunden südafrikanischer Herkunft ein paar Städte weiter. Wir werden mit Getränken und Knabbereien draußen empfangen und sitzen dort, bis es langsam kühler wird, als sich die Sonne hinter die Bäume verzieht. Dann geht die Konversation drinnen munter weiter – Weltpolitik, Klimawandel, kanadische Politik, Pandemie… Es gibt genug zu klagen.

Schließlich bittet die Gastgeberin zu Tisch, es gibt ein extrem leckeres Bobotie, das südafrikanische Nationalgericht, mit toll gewürztem Reis, selbst gemachtem Chutney und zwei Sorten Salat (Tomate-Zwiebel-Koriander und ein gemischter grüner mit u. a. Möhren und Dill), dazu Rotwein.

Bobotie

Zum Nachtisch hat meine Mama am Nachmittag eine Birnentarte mit Honig gemacht, die auch sehr, sehr gut ist.

Auch nach dem Essen erzählen wir noch eine ganze Weile, bis es dann gegen halb 10 wieder über den dunklen Highway nach Hause geht. Dort angekommen verziehe ich mich hundemüde direkt ins Bett und schlafe nach wenigen Buchseiten tief und fest ein.

16.09.2024 – Wildlife

Diese Nacht ist wieder kürzer, mehr wie das, was ich zuletzt von der anderen Seite des Teichs gewohnt bin, der Jetlag scheint langsam weg zu sein, nur dass ich abends noch recht früh müde werde, was aber auch am Rhythmus der Tage hier liegen kann, wo abends nicht mehr viel passiert, draußen die große Dunkelheit und Stille stattfindet und die Nachrichten und Benachrichtigungen aus Europa schon lange verstummt sind.

Die Millenials mit ihrem Avocado-Toast immer

Frühstück gibt es heute wieder draußen, aber auf einer anderen, windgeschützteren Stelle des Decks. Das Tischgespräch mäandert zwischen Essen, Alltäglichem und der großen Politik hin und her, wie fast immer. Danach noch ein kurzer Moment auf der Couch zum Beenden des Buches und Absolvieren all der täglichen Spiele und Puzzles, bevor ich mich für den Tag fertig mache und mit der am Bahnhof gekauften Zeitschrift wieder aufs Deck setze. Inzwischen ist es so warm, dass der Wind eher angenehm ist. Ich lese und schreibe nebenher allen Leuten zurück, die mich so anschreiben – Pläne schmieden, auf den neusten Stand bringen, zwischendrin noch die eine oder andere E-Mail und dann wieder lesen.

Am frühen Nachmittag gibt es dann Kaffee, Tee und Kuchen und einen gemeinsamen Videoanruf bei meinem Bruder, der heute Geburtstag feiert, ganz ohne uns. Danach brechen wir zu unserem heutigen Ausflug auf, an den Strand eines nahegelegenen Provinzparks. Diesmal gibt es mehr zu Laufen, inkl. durch einen kleinen Bach waten, so dass wir dem Schrittziel schon näher rücken. Vom Strand aus können wir mit bloßem Auge mehrere Robben beobachten, die ihrerseits uns zu beobachten scheinen. Und als ich gerade feststelle, dass es hier doch eigentlich ganz schön ist, fliegt noch ein Weißkopfseeadler über unsere Köpfe und setzt sich in der Nähe auf einen Baum.

Da hinten sitzt der Adler
Da hinten sonnt sich die Robbe

Auf dem Weg zurück zum Auto nehmen wir noch einige Birkenpilze vom Wegesrand mit. Zuhause dann erstmal kurze Aperitivo-Zeit mit regionalem Cider auf dem Deck.

Und dann wird gekocht – es gibt Birkenpilze, ergänzt mit Champignons, mit Knoblauch, Thymian und passierten Tomaten als Sauce zu Gnocchi, dazu Pecorino und Rucola.

Den Abend verbringe ich dann auf der Couch, u. a. mit den ersten Folgen der neuen Staffel Emily in Paris – ein Schauen mehr aus Pflichtgefühl, als dass es gut wäre, aber man will ja irgendwie mitreden können. Gegen 23 Uhr geht es mit dem nächsten Buch, einer Empfehlung von Susanne, ins Bett.