18.12.2024 – Zeitlich verrutscht

Der Tag beginnt vor 6 Uhr, als eine Katzenkralle in meiner Nase herumfuhrwerkt. Die freundliche Interpretation des Liebsten ist ja, dass Noosa einfach sehr intensiv geträumt hat. Ich vermute eher, dass sie ganz sicher gehen wollte, dass ich wach werde, damit sie gucken kann, ob ich noch lebe, und dann mit ihr kuschele. Kuscheln ist dann erstmal nicht, ich bin ein bisschen sauer. Vor allem, als dann auch noch Blut aus der Nase kommt und ich gar nicht mehr einschlafen kann. Gegen 7 gebe ich auf und lege mich stattdessen mit heißer Schokolade (Vanille-Karamell) in die Badewanne und erledige die morgendliche Routine von da.

Zwischendurch schickt der Freund mit dem ich neulich im Theater war ein Bild von mir, dass er beim Sichten alter Fotos gefunden hat. Ich bin darauf nicht nur (natürlich) sehr jung, sondern auch (überraschend für mich) hübsch. Gleich mal ins Internet damit, es trudeln über den Tag Komplimente ein, so funktioniert das ja mit den sozialen Medien im Bestfall. Nebenbei überlegen wir, wann das Bild aufgenommen wurde und warum er es hat. Zeitlich kann man es gut eingrenzen, anhand der Klamotten und einer längeren Pause, in der wir uns damals nicht sahen, weil er zwei Jahre lang in einem Kinderheim in Rumänien gearbeitet hat. Vermutlich ist es also 1999 oder 2000 entstanden, aber der Hintergrund sagt uns beiden nichts und passt nicht zu gemeinsam erinnerten Aktivitäten. Hmmm.

Nach der Wanne gibt es Frühstück, mit einem Rest Ziegenkäse, Ahornsirup-Aufstrich, Pistaziencreme… Dazu und danach schaue ich den heutigen Politik-Event, die Ministerpräsidentenwahl im sächsischen Landtag. Die AfD versucht Kapriolen, scheitert aber an Linken, Grünen und BSW, die dann doch alle auch für Michael Kretschmer abstimmen, obwohl er lieber in einer Minderheitenregierung regiert als mit ihnen. Man muss sich wohl freuen, auch wenn man eigentlich nicht will bei dem Typen.

Danach ist eine Runde Hauselferei angesagt, mit weiter Merkel-Hörbuch auf den Ohren. Wahnsinn, wie viel sich in kurzer Zeit schon wieder angesammelt hat. Kurz nach halb 2 geht es dann eine Runde im Hellen nach Draußen – Katzenkacke wegbringen, Spazieren, Pfanddosen zurückbringen und direkt noch Mittagessen mitbringen. Es ist alles perfekt getimed, Punkt 14 Uhr stehe ich im Streetfood-Laden und kann meine chinesischen Chilinudeln mit Aubergine einsammeln.

Noch fix essen und dann klingelt Punkt 15 Uhr der heutige WG-Casting-Kandidat. Wir unterhalten uns nett, nur unterbrochen von der Lieferung der Crowdfarming-Kiste mit Orangen, Mandarinen und Grapefruits. Mittlerweile ist es so, dass der DHL-Mensch bei allen klingelt, die etwas bekommen und dann quasi das ganze Haus an den offenen Wohnungstüren steht und plaudert, bis alles verteilt ist. Wenn nur wenig oder nichts schweres dabei ist, geht ihm auch jemand entgegen und nimmt alles mit. Heute aber ist meine Obstkiste dabei, also ist unser Stockwerk der Nukleus für alle, die weiter oben wohnen und ich sehe mal wieder diverse Parteien wieder und erfahre Neues. (Der in meinem Kopf Teen von oben drüber hat gerade seine Bachelor-Arbeit geschrieben, ups. Neulich war ich noch erstaunt, dass er schon Auto fährt…)

Als mein Kandidat weg ist, packe ich das Obst aus, telefoniere nochmal mit dem Liebsten und falle dann recht spät in einen komatösen Mittagsschlaf. Danach will ich eigentlich nicht nochmal raus, muss es aber, weil noch der letzte Physio-Termin des Jahres ansteht. Wir stellen erfreut fest, dass der Arm sich positiv entwickelt, quatschen während der Behandlung über das Leben in Wagenburgen und hinterher liege ich noch 20 Minuten auf der Wärmeliege. Auf dem Heimweg schickt der Liebste ein Video vom engelsgleichen Teilzeitkind unter dem Weihnachtsbaum.

Ich bin nach 21 Uhr zuhause, es gibt also nur noch einen fixen Stullenteller mit Schinken, Käse und Radieschen. Ich höre das Merkel-Buch endgültig zu Ende und amüsiere mich, dass sie eine Skulptur von einem mir persönlich bekannten Bildhauer hat, von dem auch bei meinen Eltern eine steht. Dann höre ich noch Robert Habeck in der Lage der Nation und zum Abschluss des Tages schaue ich mir Josh Johnsons Special über Luigi Mangione an – mit wie immer interessanten anderen Perspektiven zwischen den Lachern. Gegen Mitternacht geht’s ins Bett aber wegen des Mittagsschlafs dauert das Einschlafen noch eine ganze Weile.

17.12.2024 – Fifty-fifty

Ein ausgewogener Tag, würde ich sagen. Ich wache zu früh auf – hallo Katzis! – und hänge dafür dann noch lange im Bett herum. Soweit, so erwartbar. Zum späten Frühstück gibt es Müsli mit Apfel und Filmjölk, Adventskalender-Heiße-Schokolade (heute schon wieder Irish Chocolate, aber diesmal ohne Marshmallows… Ich verstehe die Dramaturgie des Kalenders nicht ganz) und mit leichter Zeitverzögerung die Vorstellung des Wahlprogramms der Grünen im Fernsehen. Natürlich keine hundertprozentige Zustimmung, aber in seiner Gesamtheit immer noch das Schlauste, was derzeit auf dem Markt zu finden ist. Direkt hintendran folgt das der Union, da bin ich aber schon auf dem Weg ins Draußen und nehme es nur auf den Ohren mit.

Herrje was regen mich diese beiden Herren auf. So viel Populismus, so viele kaum versteckte Spitzen gegen alles was nicht schon seit den 50ern in der BRD schon immer so war. Die bösen Syrer, die bösen Bürgergeld-Empfänger, die bösen Feminist*innen mit ihrem Genderwahn, die bösen Grünen mit ihrem Tempolimit, das ja ein Affront gegen deutsche Pendler (ohne Sternchen) ist, die bösen Grünen mit ihrer Milliardärssteuer (Wie kann ein deutscher Politiker eine globale Steuer fordern (wo doch die Entwicklung einer effektiven Besteuerung Superreicher bereits Konsens bei den G20 ist?!!!), Stammtischparole, Stammtischparole, unser schönes Vaterland.

Vielleicht ist es ja gut für die Demokratie, wenn es wieder klarere Lager gibt, aber vielleicht denken die beiden halt auch wirklich so und eine Mehrheit der Deutschen auch? Vielleicht waren Politiker (ungegendert) schon immer so, nur haben wir es früher nicht so mitbekommen, weil wir nicht den direkten Zugang hatten und die armen Journalist*innen tapfer für uns vorgefiltert haben? Wie erhalten sich die Journalist*innen ihren Glauben an die Politik?

Mir fällt das Gespräch von neulich wieder ein, in dem eine liebe Bekannte und CDU-Stammwählerin sagte, jetzt wo der Merz signalisieren würde, dass er mit den Grünen koalieren würde, könne sie ihn nicht mehr wählen. Wäre Söder der Kandidat, würde die CDU ihre Stimme kriegen, so aber wählt sie die Linke. Und schade, dass sie keine Koalition aus CDU und Linke haben könnte, das wäre ihr Favorit. Und das ist eine herzensgute Frau, die sich sozial engagiert und die in ihr neu gebautes Haus selbstverständlich eine Solarheizung einbaut und alles so nachhaltig wie möglich plant, weil die EU da so schön Fördergelder gibt. Wo kommt diese Schere im Kopf her?

Daneben saß übrigens ein anderer lieber Bekannter, der halt auf Crypto und Leistung steht und deshalb weiter FDP wählen wird, auch nachdem, was die abgezogen haben. Ein anderer, der zwischen Merz und Habeck schwankt und einer, der weiter SPD wählen wird, weil die ihn zumindest bisher am wenigsten enttäuscht haben. Wahnsinn, wie viel Bauchgefühl über unsere Zukunft entscheidet – Risiko, aber eben auch Chance. Immer zuversichtlich bleiben. Und vielleicht doch links wählen, damit die Grünen in einer schwarz-grünen Koalition nicht vergessen, dass sie mal links waren? Es ist kompliziert…

Im Draußen erledige ich übrigens Weihnachtliches, über das hier geschwiegen werden muss. Unterwegs ein kurzer Zwischenstopp im Park.

Harmloses Illustrationsfoto
Warum?

Dort erreicht mich dann die doofe Nachricht, dass es mit der avisierten neuen Mitbewohnerin nichts wird. Wieder mehrere Wochen potenziell erfolgreicherer Suche verschenkt. Ich stelle seufzend das Inserat wieder online und habe bis zum Abend drei neue Termine für diese Woche ausgemacht. So viel zur Besinnlichkeit in der Weihnachtszeit.

Der nächste Zwischenstopp ist dann tatsächlich der Weihnachtsmarkt, tagsüber, im Hellen, mit weniger Andrang. Allerdings lacht mich vom kulinarischen Angebot nichts wirklich an. Entweder nicht weihnachtlich genug oder nicht besonders genug. Die Gänsebratwurst klingt interessant, aber nur pur im Brötchen ist mir dann doch zu wenig ausgewogen (und dafür teuer). Also greife ich stattdessen zu einem schnellen unweihnachtlichen Burrito abseits vom Markt und fahre mit der Bahn wieder nach Hause.

Es ist gegen 15 Uhr und wird bewölkungsbedingt schon dunkel, obwohl der Sonnenuntergang noch aussteht. Ich esse den Burrito, der gut schmeckt, aber ich hätte doch lieber zum richtigen Burrito-Laden gehen sollen, selbst die angesagte Guacamole fehlt… Dann ist mein Körper mit Verarbeiten beschäftigt, ich werde müde und friere. Ich lege mich auf die Couch, höre Geschichten aus Zeiten als in der CDU Menschlichkeit noch eine wahrnehmbare Führungsrolle hatte und schlafe ein.

Ein knappes Stündchen später gibt es kaltes Wasser ins Gesicht und dann den heutigen Videocall, der wieder sehr anregend ist und wach macht. Danach mache ich mir einen Naschiteller und gucke der Fairness halber noch die Vorstellung des SPD-Wahlprogramms, das aber zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus geht ohne, dass inhaltlich groß was hängen bleibt außer „Rentner und Rentner“, „kein Marschflugkörper“ und „Schöndank“.

Gähn. Die Müdigkeit kehrt zurück, jetzt nur noch (noch) Belanglose(re)s bitte. Achja, Weihnachtsfilme. „Eine Buchhandlung zu Weihnachten“ (Teil 1 und Teil 2!) erfüllt die Kriterien sehr gut. Vielversprechender Titel, dann aber höchst belanglos, furchtbar simple Dialoge, kitschig, weihnachtlich und mit gut aussehenden Menschen. Als das gegen Mitternacht vorbei ist, kann ich gut ins Bett gehen.

16.12.2024 – Aufhol-Montag

Nochmal schön länglich geschlafen und dann zum Wachwerden ausgiebig von zwei Miezen bekuschelt worden. Mit etwas mehr Elan aufgestanden als auch schon und eine eisig kalte Mate vom Balkon direkt auf das Gefühl gekippt, um es zu bestärken. Dazu gibt es Adventskalender-Heiße-Schokolade, heute mit Zimt, und Filmjölk mit Müsli. Dann fix Duschen, Anziehen und weiter Dinge tun, gar nicht erst nochmal hinsetzen! Der Biomüll verlangt schon wieder Aufmerksamkeit, eine Ladung Wäsche wird gewaschen, der Luftentfeuchter wird von Raum zu Raum getragen und rödelt vor sich hin.

Dann doch setzen, und zwar an den Laptop, Dinge tun. Wenn so ein Thema erstmal ewig im Kopf hin und her gepingpongt ist, geht das Runterschreiben erstaunlich schnell. So gucke ich genau zu dem Zeitpunkt wieder in die sozialen Medien, als der Kanzler im Bundestag seine Rede zur Vertrauensfrage hält. Ich mache schnell den Fernseher an und gucke mir dann live die Rede sowie die Redebeiträge von Merz, Habeck, Lindner an – sehr interessant aus Kommunikatorinnensicht und mit anglistisch-amerikanistisch-politikwissenschaftlichem Hintergrund.

Zwischendurch mache ich mir fix die Reste von gestern zum Mittagessen warm. Während Lindner sich dann argumentatorisch langsam aber sicher in die rechte, libertäre Crypto-Bro-Szene von überm Teich eingliedert muss ich – leider leider – los. Ich höre noch eine halbe Stunde weiter zu, nach Lindner folgt Mützenich, dann Weidel, aber bevor die richtig in Fahrt kommt bin ich zum Glück bei der Physio angekommen. Heute gibt es ein paar Übungen, ein bisschen Massage und dann aktiviere Mobilisierungsversuche für meine Schulter. Also, aktiv von der Therapeutin, meine Aufgabe ist es, dabei passiv zu bleiben, was nicht mein strong suit ist.

Hinterher laufe ich zurück und höre weiter Corinna Harfouch zu, die aus Merkels Leben vorliest – im Bundestag findet derweil die Auszählung statt, das ist akustisch eher wenig stimulierend. Als ich zuhause ankomme ist die Vertrauensfrage wunschgemäß verloren. Ich hänge schnell noch die Wäsche auf und habe dann den Videocall, auf den ich mich am Morgen vorbereitet hatte. Genau als ich mich einwähle und bevor mein Gegenüber beitritt, klingelt es an der Tür und ein weiteres Weihnachtsgeschenk (nicht für mich) trifft ein. Das lockert dann gleich den Call-Beginn auf, vielleicht sollte ich das öfter so timen?

Nach dem Call telefoniere ich mit dem Liebsten und treffe endgültig die Entscheidung, heute doch nicht noch auf einen Weihnachtsmarkt zu gehen um im Dunkeln und bei Gedränge Leute zu treffen, die ich gar nicht kenne. Stattdessen gehe ich nochmal fix in den Supermarkt und hole was fehlt, bzw. was ich möchte. Auf dem Rückweg ist das Schrittziel erreicht und es fängt an zu regnen. Sehr froh über meine Anti-Weihnachtsmarkt-Entscheidung mache ich mir zuhause Pasta – die Knoblauch-Zitronen-Öl-Reste vom gestrigen Lachs verlängert mit mehr Öl und Zitrone und verfeinert mit Peperoni, Oliven, Kapern und Tomatenmark zu Linguine und gerösteten Semmelbröseln plus Basilikum. Sehr lecker!

Das vorweihnachtliche Abendprogramm besteht heute statt hallmarkigen Netflix-Filmen aus dem moralisch fragwürdigen Nachgucken des gestrigen Hanson-Weihnachtskonzerts. Noch habe ich Zugang zum Bezahl-Content, auch wenn die Mitgliedschaft in der Community inzwischen gekündigt ist. Einige der Songs kriegen mich wieder, nicht umsonst habe ich das erste Weihnachtsalbum seit 1997 jedes Jahr gehört. Auch das zweite ist in meiner Weihnachtsplaylist komplett vertreten, aber emotional nicht ganz so nah an mir dran. Dazu aber wieder ambivalente Gefühle beim Ansehen der Drei und dem Zusammenbringen mit dem, was ich über ihre (politischen) Ansichten weiß. Nebenbei lese ich wieder im einschlägigen Reddit und schon macht das alles gleich weniger Spaß.

Dazu jedenfalls nasche ich weihnachtlich Quittenkonfekt, Dominosteine, Zimtsterne, Lebkuchen, Nougat, Clementinen und Litschis und kläre auch die letzten noch offenen Geschenke ab. Weihnachtsziel erreicht. Hinterher gucke ich noch eine Folge Only Connect und bereite mich dann kurz vorm Schlafengehen noch ein bisschen auf einen morgigen Call vor. Letzteres ist zwar gut für den Start in den Tag morgen, aber nicht so gut für das Ende heute – nach dem ins Bett gehen liege ich noch ewig wach und das Hörbuch hilft auch nicht durch besondere Fesselung und Ablenkung – Angie ist inzwischen Kanzlerin und wir in der Bankenkrise, das ist weniger spannend als die Zeit, an die ich mich nicht so aktiv aus eigener Beobachtung erinnere. Ich wechsle die Politikerin und höre Annalena Baerbock im Hotel Matze, das hilft dann im zweiten Anlauf irgendwann.

15.12.2024 – Häuslich AF

Dieser dritte Advent ist der Inbegriff der Häuslichkeit. Laaaange Ausschlafen mit immer wieder umdrehen, irgendwann nach 10 ein Telefonat mit dem Liebsten, der auch noch zu Bette liegt, dann Bloggen, Französisch, Italienisch usw. Aufstehen ist nach 11, wobei Aufstehen äußerst euphemistisch ist – Zähne putzen, Socken an und Jacke drüber, fertig ist das Sonntagsoutfit. Hier geht heute keiner raus – außer kurz auf den Balkon.

Zum Frühstück gibt es Käsestullen, Apfel und Filmjölk mit dem letzten Sanddorngelee. Der Filmjölk-Ansatz hatte definitiv noch ausreichend Wumms, das Glas kann wieder in den Kühlschrank. Die heutige heiße Schokolade heißt Vanille-Karamell und danach gibt es Kräutertee.

Wo ich gerade so lauschig in der Küche bin, verarbeite ich gleich noch den Rest Ingwer von der letzten Erkältung mit Salz und dem Saft zweier Zitronen zu einem ayurvedischen Mittelchen, das vor den Mahlzeiten den Verdauungsapparat vorheizen soll (und nebenbei sind Ingwer und Zitrone ja nie falsch). Mal gucken, wie sich das entwickelt, heute bleibt es erstmal einfach stehen.

Es folgt eine kleine Runde Hauselferei (Wäsche, Haushalt, Ver- und Entsorgung im Bereich Katzennahrung, Katzenbrunnen reinigen…).

Bei all dem läuft übrigens weiter das Angela-Merkel-Hörbuch. Ich bin ganz froh, dass es von Corinna Harfouch gelesen wird, da kann ich besser abstrahieren und unvoreingenommener sein, wenn es an die Punkte geht, wo die Kanzlerin a.D. und ich komplett unterschiedlicher Ansicht sind.

Als Nächstes rolle ich die Yoga-Matte aus und probiere mich mal wieder an einer Lektion. Ein paar Dinge gehen gut, ein paar Übungen muss ich weglassen und stattdessen Anderes machen (keine Planks, keine Hunde). Tut in jedem Fall gut. Hinterher wird noch die Matte mit Essigwasser gereinigt, das ist auch schon wieder eine Weile her.

Dann werde ich zum Weihnachtswichtel. Ein bisschen Logistik, ein bisschen Bestandsaufnahme, ein bisschen Verpackerei, ein bisschen weitere Planung. Insgesamt stehe ich schon ganz gut da, aber ein bisschen was muss noch passieren in der nächsten Woche.

Hinterher verdiente Pause mit Panettone und Clementine, dazu wieder Weihnachtsfilme auf Netflix. The Merry Gentlemen ist wie erwartet nicht sonderlich gut, sieht aber gut aus. Und Gilmore-Girls-Tristan spielt mit. A Royal Date for Christmas ist belanglos, aber Wunderbare-Jahre-Winnie spielt mit. Catering Christmas gefällt mir ein bisschen besser und außerdem spielt da gutes Essen mit.

Apropos gutes Essen – irgendwo zwischen Film 2 und Film 3 mache ich mir davon auch welches. Es gibt Kartoffelbrei, Lachs und Erbsen mit einer Honig-Senf-Dill-Sauce. Wie meistens ergibt sich die genaue Zubereitung erst während des Kochens (die Erbsen landen schließlich in der Sauce), schmecken tut es trotz merkwürdigem Äußeren aber sehr gut.

Ansonsten passiert dann nicht mehr viel und am Ende liege ich fast noch vor Mitternacht im Bett.

14.12.2024 – Stage Parents

Gemeinsames Aufwachen ohne Wecker, gegen 9 steht der Liebste auf und macht Kaffee. Das Bett wird dann erst nach 11 verlassen, wir können zu zweit noch viel besser liegen bleiben als alleine. Dann aber rasch aufstehen, griechische Reste von gestern frühstücken und raus ins regnerische Dezembergrau. Einmal im Jahr verbringen wir einen halben Sonnabend frierend in einer zugigen Turnhalle in Südberlin und feuern das Teilzeitkind beim Turnen an – pandemiebedingt heute allerdings erst zum dritten statt zum fünften Mal. 2019 waren wir zu viert plus Baby im Bauch, inzwischen sind wir zu viert plus gleich zwei wildgewordene Kleinkinder. Wir haben aber zumindest kältetechnisch vorgesagt, sind warm eingepackt und haben Filzpantoffeln und für die Kleinen eine Decke am Start.

Das Teilzeitkind trägt schickes Wettkampf-Outfit und ist GAR NICHT NERVÖS. Irgendwann wird aufgewärmt (die kleinen Geschwister machen im Hintergrund fleißig mit), dann geht es in vier Riegen durch vier Disziplinen (für die fünfte fehlt es dem Kindelein noch an Körpergröße, es gehört zum jüngsten Jahrgang, der heute mitturnt). Wir fiebern und jubeln und trinken zwischendurch mehr Kaffee und essen gegen Spenden Kuchen.

Ein Highlight sind die Bodenturnenküren der ganz Großen, die zu Beyoncé und Nirvana gewagte Choreografien abliefern. Ich hoffe auf in fünf Jahren, wenn das Teilzeitkind dann noch Lust hat, und sehe den Liebsten und ich mich schon Songs vorschlagen. Dann heißt es Warten, Zittern, Hoffen und Teilzeitkind beruhigen (die kleinen Geschwister machen Quatsch, das hilft und lenkt ab) während die Punkte ausgewertet und die Urkunden geschrieben werden. Schließlich Siegerehrung und dann ein doch überraschtes und glückliches Teilzeitkind feiern.

Der Liebste und ich machen uns dann auf den Rückweg, ich packe schnell meinen Kram zusammen und fahre zurück in den Pberg zu den hungrigen Miezekatzen. Der Adventskalender bietet heute wieder Pumpkin (oder Pumpkin Spice?) für den Schokoladentrinkgenuss. Außerdem gibt es schon wieder Päckchen auszupacken – und ein größeres Paket beiseite zu stellen, das ist tatsächlich ein Geschenk für mich.

Dann mache ich mir bald Abendbrot – einen Fenchel-Orangen-Salat mit Anchovis und Kapern, dazu Stulle.

Zum Nachtisch schneide ich den Pannetone an, der hier schon länger steht – sehr lecker! Dabei fällt mir ein, was ich in den nächsten Tagen noch alles kaufen und essen muss – Mince Pies, Dominosteine, gebrannte Mandeln, schokolierte Früchte… Man kommt ja zu nix!

Das Abendprogramm beginnt dann heute mit der englischen Verfilmung von Fever Pitch, leider hat die DVD keine englische Tonspur. Der Film ist nett, aber leider deutlich weniger witzig als der amerikanische (aber hat eine bessere IMDB-Bewertung). Danach sehe ich mir einen anderen Film an, den ich schon lange mal wieder sehen wollte, nämlich Harry und Sally. Beim Streaming-Anbieter ohne Aufpreis leider auch nur auf Deutsch und sogar mit Werbung zu sehen – da kann ich ja gleich linear gucken – what is the world coming to? Zur Beruhigung danach noch einen Weihnachtsfilm auf Englisch und ohne Werbung (auf Empfehlung der Freundin von Donnerstag): Twas The Text Before Christmas kann man durchaus machen, solide Unterhaltung, auch wenn die Figuren alle ein bisschen zu glatt sind.

Und weil es mir dann immer noch zu früh ist, um ins Bett zu gehen, gucke ich dann noch zwei Folgen The Bear (wird immer besser und angenehmer zu schauen) und lasse mir erst danach zum Einschlafen von Corinna Harfouch aus Angela Merkels Biographie vorlesen.

13.12.2024 – Wellness und Völlerei

Ich erwache nach halb 9 und habe ohne Unterbrechungen etwa acht Stunden durchgeschlafen, juhu! Der Morgen im Bett zieht sich dementsprechend länglich, erst kurz nach 11 ist endgültig Aufstehzeit. Es gibt Müsli mit leckerer Crowdfarming-Orange zum Frühstück, dazu heiße Schokolade mit Minze aus dem Adventskalender (gestern war wieder Toasted Marshmallow, das hatte ich unterschlagen). Ab 12 dann ein sehr spannendes und inspirierendes Webinar, das mich direkt zu weiteren Recherchen und Eintragen in einen Newsletter führte. Hinterher direkt noch den Webinar-Kalender für den Januar weiter gefüllt, es wird nicht langweilig.

Danach noch ein bisschen Hauselferei, bevor kurz vor 15 Uhr dann Aufbruch nach Südberlin ist. Ich treffe den Liebsten zu seinem Feierabend im Fitnessstudio. Erst geht es eine Runde Schwimmen. Ich mache zwei Bahnen einarmig, verbringe den Rest der Zeit dann mit Wassergymnastik für die Beine (Müsste ich ja eigentlich regelmäßig, aber da ich in den Kursen gerade nicht mitkommen würde, habe ich das vernachlässigt) und Mobilisierung für den wehen Arm. Das geht im Wasser erstaunlich gut und angstfreier als an der Luft. Nehme ich also wieder in meinen Wochenplan auf. Danach dann Dampfbad, Ausruhen, Bio-Sauna, Ausruhen, Finnische Sauna, Spaziergang auf der Dachterrasse, Duschen, Anziehen.

Eigentlich wollen wir dann zum Stammitaliener, der in diesen Wochen Gans mit allem Drum und Dran auf der Speisekarte stehen hat. Blöderweise haben die heute geschlossene Gesellschaft, die örtliche Sparkasse feiert Weihnachten. Man bedauert und bietet uns einen Glühwein to go an, aber den brauchen wir jetzt nicht unbedingt. Stattdessen gehen wir direkt nach Hause und bestellen uns ein gewaltiges Abendessen beim Griechen.

Gemischte Vorspeisen, Salat mit Calamari, Lammsteakspieß, Grillteller mit Beilagen

Dazu machen wir uns eine Flasche Primitivo auf und sind dann auch sehr zufrieden und kurz danach sehr satt. Der Liebste schaut sich die Realverfilmung von Mulan an. Das habe ich eigentlich auch vor, schlafe aber nach 20 Minuten tief und fest bis der Film zu Ende ist. Nachdem ich wieder einigermaßen hergestellt bin, gucken wir die US-Variante von Fever Pitch mit Jimmy Fallon und Drew Barrymore und mit Baseball statt Fußball. Den Fußball-Film mit Colin Firth habe ich auf DVD, den schaue ich mir demnächst auch nochmal an. Den Baseball-Film habe ich damals nur einmal gesehen und der Liebste kennt ihn gar nicht und lacht überraschend viel und oft. Hinterher fallen wir noch in ein kurzes Dropkick MurphysRabbit Hole und freuen uns auf das Konzert in zwei Monaten. Kurz nach Mitternacht ist dann Bettgehzeit.

12.12.2024 – Wieder Weihnachtsferienfeeling

Der Tag beginnt mit einem unverkennbaren Würgegeräusch direkt neben meinem Kopf. Ich schrecke hoch und das reicht Nimbin aus, um schnell noch aus dem Bett runter auf den Fußboden zu hüpfen und sein wohl kurz vorher zuviel verschlungenes Trockenfutter aufs Laminat zu kotzen statt auf mein Kopfkissen. Sehr gut. Ich gucke auf die Uhr (kurz vor halb 7) und drehe mich erleichtert nochmal um, trotz Geruch von warmem Hühnchen-Trockenfutter in der Nase. Kurz vor halb 8 dann steht mein Besuch auf und macht sich fürs Büro fertig – jetzt bin ich richtig wach. Ich verabschiede ihn noch schnell und dann kümmere ich mich um das Verräumen der Katzenkotze, bevor ich mich wieder ins Bett lege.

Nachdem doch ganz schön vollgepackten Tag gestern bin ich heute mal wieder extrem träge. Ich versuche es nochmal kurz mit Schlafen, aber das klappt schonmal nicht. Stattdessen verbringe ich den größten Teil des Tages damit, im Schlafanzug im Bett oder auf dem Sofa herumzuschlumpfen und neben den üblichen täglichen Dingen zusätzlich Medien zu konsumieren. Ich höre die „Hotel Matze“-Folgen mit Angela Merkel (unterhaltsam) und Christian Lindner (interessant bis im schlechten Sinne aufregend – er nahm diese Folge auf, direkt bevor/während er sein Papier veröffentlichte und betont mehrmals, dass er ja NOCH nichts getan hätte).

Zum Frühstück gibt es zwischendurch dann Porridge, verfeinert mit etwas Mandelmehl, Ahornsirup, Banane, Zimt und der vorletzten Portion Filmjölk. Mit der letzten setze ich direkt einen neuen Batch an, mal gucken, ob die noch genug Wumms hat.

Dann schaue ich die neue Martin-Scorcese-David-Tedeschi-Doku Beatles ‘64 und freue mich an den vielen unveröffentlichten Backstage-Aufnahmen. Jemand hatte dazu einen interessanten Take (finde es leider nicht mehr), dem ich mich nur anschließen kann: Wie krass ist es, dass diese lebenslustigen Jungs nur fünf Jahre später die müden, alten, bärtigen Männer aus der Get Back-Doku sind? Krass, was das für fünf Jahre waren. Und mir wird dabei noch bewusst, dass die ganze Beatles-Zeit für die Amis ja noch viel kürzer war (zumindest die live erlebte), als für die Leute in Europa.

Danach ist es Zeit für einen Weihnachtsfilm. Der, über den ich online interessantes gelesen habe, ist auf meinen deutschen Streaming-Seiten nicht ohne weiteres verfügbar, also schaue ich einen furchtbar kitschigen, der wahrscheinlich von der United States Army gesponsert wurde (Christian hat nach knapp drei Minuten aufgegeben, ich ziehe knallhart durch). Nebenbei packe ich schon wieder Pakete aus, hier trudeln jetzt ständig Weihnachtsgeschenke ein.

Irgendwann zwischendurch gibt es die zweite Mahlzeit des Tages, ich koche das letzte Ei, dazu gibt es vom Harzwochenende übrig gebliebene Datteln im Speckmantel (frisch aufgewärmt) und Frischkäsestullen mit Gurke.

Gegen 18 Uhr dann muss ich tatsächlich ernsthaft aufstehen und mich in Draußenklamotten werfen. Ich bin mit einer Freundin im Friedrichshain zum Weihnachtsmarkt verabredet. Trotz Thermoleggins, Stulpen, Thermoshirt, Wollrock, Wollpullover, dickem Mantel, Mütze und Handschuhen friere ich aber schon auf dem Hinweg (bei 2 Grad) und auch meine Freundin, die vom Glühweinausschank beim Weihnachtsmarkt der Schule ihres Kindes kommt, klagt über ihren „kalten Pöker“. Kurzfristig entscheiden wir uns um und landen statt auf dem Weihnachtsmarkt in einem Hot-Pot-Restaurant.

Wir werfen unsere Schüsseln mit diversen Zutaten voll (bei mir Rindfleisch, Hühnchen, Muscheln, Pak Choi, Brokkoli, Morcheln, Algen, Enoki-Pilze, Bohnen und Glasnudeln) und lassen uns das alles in leckerer würziger Brühe kochen und mit dem gewünschten Schärfegrad versehen. Jetzt wird mir sehr schnell sehr heiß, aber die Suppe ist echt lecker, das mache ich wieder! Dazu trinken wir Fassbrause und haben uns viel zu erzählen. Als deutlich später Lust auf Dessert aufkommt, laufen wir noch ein paar Ecken weiter und landen in einer familiengeführten Trattoria mit großem Holzofen in der Mitte. Wir bestellen gemischtes Dessert und trinken Saftschorlen (ich Pfirsich) und erzählen weiter.

Alles ist superlecker und auch in diese Trattoria muss ich wohl bald mal zurückkommen. Total relaxte Atmosphäre, unprätentiös eingerichtet und die Betreiber*innen scheinen alle entweder verwandt oder gut befreundet zu sein und sprechen ausschließlich italienisch miteinander. Die Karte sieht auch vielversprechend aus. Muss ich mir merken! Wir sitzen und erzählen bis kurz vor Mitternacht, dann laufen wir zur Bahn und ich fahre zurück in den Pberg. Halb 1 falle ich erschöpft ins Bett und falle in einen tiefen, langen Schlaf.

11.12.2024 – Busy Day

Das ist dann wieder ein vollgepackter Tag heute, aber erst fängt er ganz harmlos an. Irgendetwas weckt mich gegen 5 und dann kann ich nicht wieder einschlafen, also lese ich mein Buch aus, während der Liebste weiter schläft. Danach döse ich nochmal kurz weg, bis halb 8 sein Wecker klingelt. Dann Kaffee im Bett und übliche Morgenrunde durch die Weiten des Telefons, während der Liebste schon ab 8 in Meetings hängt – mit Leuten, die um die Zeit schon im Büro sitzen – verrückt. Irgendwann bin ich mit allem fertig, stehe auf, frühstücke ein bisschen Spekulatius und mehr Kaffee und fahre dann zurück in den Pberg. Die einstündige Bahnfahrt reicht genau für Duolingo und Babbel. Zuhause dann Katzen füttern, Adventskalender öffnen und erstmal kurz durchatmen.

Heute irische Schokolade mit Marshmallows

Dann geht es mit Podcasts auf den Ohren eine kleine Runde durch den Haushalt – Katzenklo säubern, Geschirrspüler anstellen, Wäsche abnehmen, Staub saugen, Gästebett beziehen, Päckchen auspacken, Schnittchenteller zum Mittag richten.

Danach sitze ich eine gute Stunde – solange ich eben noch Zeit habe – konzentriert am Laptop und arbeite völlig im Flow Sachen ab, die ich schon seit Tagen vor mich hinprokrastiniere und hake dabei gleich die Hälfte meiner To Dos für diese Woche ab. Immer wieder erstaunlich, wie das menschliche Hirn funktioniert.

Hinterher muss ich dann auch direkt wieder los zur Physiotherapie. Als ich da wieder rauskomme ist es schon längst dunkel. Ich besorge noch schnell etwas im Drogeriemarkt und laufe dann nicht wie sonst nach Hause, sondern nehme die Tram nach Mitte. Hier treffe ich den Freund aus Bad Kreisstadt zu Feierabendaktivitäten. Erst geht es in die ehemalige Stammbar in der Gegend, wo wir bei Chai und Eintopf bzw. Birnensaft und Salat von unseren letzten Wochen erzählen, außerdem viel über Politik und über die Unterschiede zwischen Wissenschaftsbetrieb und anderen Arbeitsumfeldern.

Knapp zwei Stunden später wechseln wir die Location und gehen um die Ecke ins Theater für „Der Schimmelreiter / Hauke Haiens Tod“ nach Theodor Storm, Andrea Paluch und Robert Habeck, mit einem gemischten Ensemble aus (noch) nichtbehinderten und behinderten Darsteller*innen sowie Puppen aus echten Tierüberresten, außerdem Live-Video und live von den Darstellenden gespieltem Soundtrack. Das Fazit hinterher: Völlig abgefahren, aber cool. Sehr meta daran ist auch, dass Hauke Haien zwischendurch einen Monolog hat, der 1:1 aus einem aktuellen Talkshow-Auftritt von Robert Habeck kommen könnte (in dieser Kritik steht, dass er aus einem aktuelleren Buch von Habeck zitiert). Das wirkt dann schon irgendwie befremdlich, wie sich hier die Ebenen vermischen. Der Abend endet dann nach dem Schlussapplaus mit einem fulminanten Appell gegen die vom schwarzroten Senat beschlossenen Kürzungen im Kulturbereich – hier die Petition dazu.

Auf dem Heimweg mit S-Bahn und Tram reden wir noch lange über das Stück und zuhause angekommen hole ich noch „Hauke Haiens Tod“ aus dem Regal. Das habe ich vor 23 Jahren gelesen, als es rauskam und ich ansonsten noch nie von Robert Habeck gehört hatte (und bevor er den Grünen beitrat).

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich es beim Stöbern zwischen den Leseexemplaren in der Buchhandlung meiner Tante entdeckt und durfte es dann mitnehmen, obwohl es kein Leseexemplar war – oder vielleicht habe ich es dann in das Regalfach gestellt, das meine Eltern dort hatten. Darin kamen bestellte Bücher und eben ab und zu auch mal Dinge, die wir haben wollten und die dann beim nächsten Besuch der Eltern im Laden mit nach Hause gebracht wurden. Vermutlich war es mir ins Auge gefallen, weil wir in der Schule kurz vorher den Schimmelreiter gelesen hatten? Ich erinnere mich jedenfalls nicht mehr im Detail an die Lektüre – war mir damals alles noch etwas zu absurd. Aber jetzt nach dem Stück und mit 23 Jahren mehr Leseerfahrung kann ich es ja nochmal probieren.

Autor*innenfoto

Wir blättern durch das Buch, trinken noch einen Tee und erzählen weiter bis Mitternacht. Dann verabschieden wir uns in die Betten. Ich lese noch die ersten paar Seiten, dann fallen mir gegen halb 1 die Augen zu.

10.12.2024 – Liegen und singen lassen

Wer weiß, was da gestern Abend in den Getränken war – mit ist nicht übel, ich habe keine Kopfschmerzen, ich bin einfach nur unendlich müde heute. Das erste Aufwachen findet schon kurz vor 6 statt, das schiebe ich tatsächlich auf den unruhigen Schlaf nach Alkohol. Dann bin ich irgendwann gegen halb 9 mit meiner Runde durchs Internet durch und drehe mich nochmal auf die Seite. Kurz nach 9 bin ich wieder wach, dann kriegen die Katzen Frühstück und ich mache mir heiße Schokolade (heute mit Karamell) und Banane zu meinem eigenen. Dann erstmal Badewanne auf die Anstrengung.

Nach der Badewanne lege ich mich nochmal kurz hin und schlafe schon wieder eine gute halbe Stunde. Dann endgültiges Aufstehen und Anziehen, ein paar Häuslichkeiten und weiter auf die Couch. Bei all dem höre ich übrigens den Alles gesagt-Podcast mit Lage der Nation. Zum Mittagessen gibt es die Reste von der Raclette-Pizza, Salat und Stullen, danach ratze ich direkt nochmal weg. Produktivität kann ich für heute abschreiben, also schaue ich noch eine Folge Only Connect und mache mich dann fertig zum Rausgehen.

Mit der S-Bahn geht es in den tiefen Süden Berlins. Hier hat das Teilzeitkind heute einen Auftritt mit seinem Chor (neben Turnen, Rettungsschwimmen und neuerdings auch Vloggen im WhatsApp-Status ist Singen jetzt ein neues Ding). Ich treffe den Liebsten, die Teilzeitkindmama, ihren Freund und die beiden Teilzeitkindgeschwister (2 und 4) und dann hören wir uns insgesamt drei Lieder mit Teilzeitkindbegleitung an (und dazwischen und danach noch einiges anderes). Hinterher Bejubelung und Verabschiedung des Teilzeitkinds, das heute bei Mama schläft.

Der Liebste und ich fahren mit Umweg zum Supermarkt zu ihm nach Hause, kochen uns eine Pasta mit Tomaten-Trüffel-Sauce, naschen dabei Mozzarella Sticks, Knoblauch-Oliven und Grissini und schauen dann zu den Nudeln noch einen empfehlenswerten und unterhaltsamen Film, nämlich Free Guy. Danach geht es ohne große Umschweife ins Bett, ich bin nämlich immer noch oder schon wieder müde.

09.12.2024 – Häuslich, physisch, kulinarisch

Ruhiger Morgen im Bett, die Dunkelheit in der Früh macht das Munter- und nicht nur Wachwerden im Moment zu einem ziemlich langsamen Prozess. Morgentelefonat mit dem Liebsten auf beiden Seiten noch mit Licht aus. Das Konzept Winterschlaf wirkt immer attraktiver für mich.

Irgendwann später ist Aufstehen, dann gibt es zum Frühstück Filmjölk mit Sanddorngelee, reingestipptem Apple Cinnamon Bread und eine Clementine. Der Adventskalender liefert dazu heiße Schokolade mit geröstetem Marshmallow. Dazu schaue ich seit langem mal wieder eine (OK, zwei) Folgen Only Connect und freue mich über die zwei Sachen, die ich weiß.

Danach dann Häuslichkeiten – Geschirr, Katzenklo, Paket aufmachen und den neuen Luftentfeuchter auspacken und im Betrieb nehmen. Das teste ich jetzt die nächsten Tage mal ein bisschen aus in dem Zimmer, das am feuchtesten wird und am stärksten Schimmel produziert. Erster Eindruck: Es scheint zu funktionieren, ist aber ganz schön laut. Ich setze mich lieber ins Zimmer nebenan, um am Laptop zu arbeiten.

Dann muss ich aber auch schon wieder los, der nächste Physio-Termin steht an. Ich laufe durch mehes Wetter, mit Podcast auf den Ohren, durch den Pberg, bringe unterwegs noch Klamotten in die Altkleidersammlung und bekomme dann gute 20 Minuten manuelle Therapie und 20 Minuten Wärme. Der Wellness-Aspekt ist trotz Schmerzen nicht zu unterschätzen. Auf dem Heimweg kehre ich im Supermarkt ein und hole ein bisschen Nachschub für den Kühlschrank und Mandelmehl.

Mit diesem bestäube ich dann die Quittenkonfekt-Würfel, die die letzten Tage über getrocknet sind (im offenen Ofen, teils bei 60 Grad, teils bei Zimmertemperatur) gegen Klebrigkeit und zum Ausgleich der Süße und esse dann direkt erstmal zwei davon, statt Mittagessen. So, so gut! Dann nochmal ein bisschen auf die Couch, bevor es schon wieder Zeit wird aufzubrechen.

Um 18 Uhr bin ich zum Essen verabredet, in dem Steakrestaurant über dem Pressecafé. Beeindruckendes Interieur, ein bisschen over the top für meinen Geschmack. Die Aussicht könnte spektakulär sein, wenn das Draußen spektakulärer wäre. Von da wo ich sitze sehe ich halt regennasse Straßenkreuzung im Dunkeln.

Anyway, die Gesellschaft ist gut, das Essen auch, die Getränke auch und da ich eingeladen bin, können mir die Preise zum Glück auch egal sein.

Red Berry Cocktail mit Vodka, Gin, Maracujasaft, Johannisbeeren und Soda
Ceviche aus Lachs und Thunfisch mit Süßkartoffel-Chili-Püree. Auf dem Bild fehlt noch der Riesling dazu.
Rinderfilet mit Pimientos de Padrón und Chimichurri, dazu ein deutscher Rotwein (Cuvée)
Drei Desserts zum Teilen
Espresso Martini. Danach gab es dann noch mehr Rotwein. Die Mojitos habe ich den anderen überlassen.

Am Ende verbringen wir knapp sechs Stunden dort. Zum Konzept gehört, dass ab 20 Uhr das Licht gedimmt wird, ein DJ auflegt und es zwei Cocktails zum Preis von einem gibt. Selbst nachdem wir (also die anderen) irgendwann bezahlt haben, bleiben wir immer noch eine gute halbe Stunde sitzen und erzählen weiter. Kurz vor Mitternacht dann Aufbruch, Verabschiedung, Heimweg mit der Tram. Halb 1 liege ich im Bett und mache das Licht aus.