14.12.2024 – Stage Parents

Gemeinsames Aufwachen ohne Wecker, gegen 9 steht der Liebste auf und macht Kaffee. Das Bett wird dann erst nach 11 verlassen, wir können zu zweit noch viel besser liegen bleiben als alleine. Dann aber rasch aufstehen, griechische Reste von gestern frühstücken und raus ins regnerische Dezembergrau. Einmal im Jahr verbringen wir einen halben Sonnabend frierend in einer zugigen Turnhalle in Südberlin und feuern das Teilzeitkind beim Turnen an – pandemiebedingt heute allerdings erst zum dritten statt zum fünften Mal. 2019 waren wir zu viert plus Baby im Bauch, inzwischen sind wir zu viert plus gleich zwei wildgewordene Kleinkinder. Wir haben aber zumindest kältetechnisch vorgesagt, sind warm eingepackt und haben Filzpantoffeln und für die Kleinen eine Decke am Start.

Das Teilzeitkind trägt schickes Wettkampf-Outfit und ist GAR NICHT NERVÖS. Irgendwann wird aufgewärmt (die kleinen Geschwister machen im Hintergrund fleißig mit), dann geht es in vier Riegen durch vier Disziplinen (für die fünfte fehlt es dem Kindelein noch an Körpergröße, es gehört zum jüngsten Jahrgang, der heute mitturnt). Wir fiebern und jubeln und trinken zwischendurch mehr Kaffee und essen gegen Spenden Kuchen.

Ein Highlight sind die Bodenturnenküren der ganz Großen, die zu Beyoncé und Nirvana gewagte Choreografien abliefern. Ich hoffe auf in fünf Jahren, wenn das Teilzeitkind dann noch Lust hat, und sehe den Liebsten und ich mich schon Songs vorschlagen. Dann heißt es Warten, Zittern, Hoffen und Teilzeitkind beruhigen (die kleinen Geschwister machen Quatsch, das hilft und lenkt ab) während die Punkte ausgewertet und die Urkunden geschrieben werden. Schließlich Siegerehrung und dann ein doch überraschtes und glückliches Teilzeitkind feiern.

Der Liebste und ich machen uns dann auf den Rückweg, ich packe schnell meinen Kram zusammen und fahre zurück in den Pberg zu den hungrigen Miezekatzen. Der Adventskalender bietet heute wieder Pumpkin (oder Pumpkin Spice?) für den Schokoladentrinkgenuss. Außerdem gibt es schon wieder Päckchen auszupacken – und ein größeres Paket beiseite zu stellen, das ist tatsächlich ein Geschenk für mich.

Dann mache ich mir bald Abendbrot – einen Fenchel-Orangen-Salat mit Anchovis und Kapern, dazu Stulle.

Zum Nachtisch schneide ich den Pannetone an, der hier schon länger steht – sehr lecker! Dabei fällt mir ein, was ich in den nächsten Tagen noch alles kaufen und essen muss – Mince Pies, Dominosteine, gebrannte Mandeln, schokolierte Früchte… Man kommt ja zu nix!

Das Abendprogramm beginnt dann heute mit der englischen Verfilmung von Fever Pitch, leider hat die DVD keine englische Tonspur. Der Film ist nett, aber leider deutlich weniger witzig als der amerikanische (aber hat eine bessere IMDB-Bewertung). Danach sehe ich mir einen anderen Film an, den ich schon lange mal wieder sehen wollte, nämlich Harry und Sally. Beim Streaming-Anbieter ohne Aufpreis leider auch nur auf Deutsch und sogar mit Werbung zu sehen – da kann ich ja gleich linear gucken – what is the world coming to? Zur Beruhigung danach noch einen Weihnachtsfilm auf Englisch und ohne Werbung (auf Empfehlung der Freundin von Donnerstag): Twas The Text Before Christmas kann man durchaus machen, solide Unterhaltung, auch wenn die Figuren alle ein bisschen zu glatt sind.

Und weil es mir dann immer noch zu früh ist, um ins Bett zu gehen, gucke ich dann noch zwei Folgen The Bear (wird immer besser und angenehmer zu schauen) und lasse mir erst danach zum Einschlafen von Corinna Harfouch aus Angela Merkels Biographie vorlesen.

13.12.2024 – Wellness und Völlerei

Ich erwache nach halb 9 und habe ohne Unterbrechungen etwa acht Stunden durchgeschlafen, juhu! Der Morgen im Bett zieht sich dementsprechend länglich, erst kurz nach 11 ist endgültig Aufstehzeit. Es gibt Müsli mit leckerer Crowdfarming-Orange zum Frühstück, dazu heiße Schokolade mit Minze aus dem Adventskalender (gestern war wieder Toasted Marshmallow, das hatte ich unterschlagen). Ab 12 dann ein sehr spannendes und inspirierendes Webinar, das mich direkt zu weiteren Recherchen und Eintragen in einen Newsletter führte. Hinterher direkt noch den Webinar-Kalender für den Januar weiter gefüllt, es wird nicht langweilig.

Danach noch ein bisschen Hauselferei, bevor kurz vor 15 Uhr dann Aufbruch nach Südberlin ist. Ich treffe den Liebsten zu seinem Feierabend im Fitnessstudio. Erst geht es eine Runde Schwimmen. Ich mache zwei Bahnen einarmig, verbringe den Rest der Zeit dann mit Wassergymnastik für die Beine (Müsste ich ja eigentlich regelmäßig, aber da ich in den Kursen gerade nicht mitkommen würde, habe ich das vernachlässigt) und Mobilisierung für den wehen Arm. Das geht im Wasser erstaunlich gut und angstfreier als an der Luft. Nehme ich also wieder in meinen Wochenplan auf. Danach dann Dampfbad, Ausruhen, Bio-Sauna, Ausruhen, Finnische Sauna, Spaziergang auf der Dachterrasse, Duschen, Anziehen.

Eigentlich wollen wir dann zum Stammitaliener, der in diesen Wochen Gans mit allem Drum und Dran auf der Speisekarte stehen hat. Blöderweise haben die heute geschlossene Gesellschaft, die örtliche Sparkasse feiert Weihnachten. Man bedauert und bietet uns einen Glühwein to go an, aber den brauchen wir jetzt nicht unbedingt. Stattdessen gehen wir direkt nach Hause und bestellen uns ein gewaltiges Abendessen beim Griechen.

Gemischte Vorspeisen, Salat mit Calamari, Lammsteakspieß, Grillteller mit Beilagen

Dazu machen wir uns eine Flasche Primitivo auf und sind dann auch sehr zufrieden und kurz danach sehr satt. Der Liebste schaut sich die Realverfilmung von Mulan an. Das habe ich eigentlich auch vor, schlafe aber nach 20 Minuten tief und fest bis der Film zu Ende ist. Nachdem ich wieder einigermaßen hergestellt bin, gucken wir die US-Variante von Fever Pitch mit Jimmy Fallon und Drew Barrymore und mit Baseball statt Fußball. Den Fußball-Film mit Colin Firth habe ich auf DVD, den schaue ich mir demnächst auch nochmal an. Den Baseball-Film habe ich damals nur einmal gesehen und der Liebste kennt ihn gar nicht und lacht überraschend viel und oft. Hinterher fallen wir noch in ein kurzes Dropkick MurphysRabbit Hole und freuen uns auf das Konzert in zwei Monaten. Kurz nach Mitternacht ist dann Bettgehzeit.

12.12.2024 – Wieder Weihnachtsferienfeeling

Der Tag beginnt mit einem unverkennbaren Würgegeräusch direkt neben meinem Kopf. Ich schrecke hoch und das reicht Nimbin aus, um schnell noch aus dem Bett runter auf den Fußboden zu hüpfen und sein wohl kurz vorher zuviel verschlungenes Trockenfutter aufs Laminat zu kotzen statt auf mein Kopfkissen. Sehr gut. Ich gucke auf die Uhr (kurz vor halb 7) und drehe mich erleichtert nochmal um, trotz Geruch von warmem Hühnchen-Trockenfutter in der Nase. Kurz vor halb 8 dann steht mein Besuch auf und macht sich fürs Büro fertig – jetzt bin ich richtig wach. Ich verabschiede ihn noch schnell und dann kümmere ich mich um das Verräumen der Katzenkotze, bevor ich mich wieder ins Bett lege.

Nachdem doch ganz schön vollgepackten Tag gestern bin ich heute mal wieder extrem träge. Ich versuche es nochmal kurz mit Schlafen, aber das klappt schonmal nicht. Stattdessen verbringe ich den größten Teil des Tages damit, im Schlafanzug im Bett oder auf dem Sofa herumzuschlumpfen und neben den üblichen täglichen Dingen zusätzlich Medien zu konsumieren. Ich höre die „Hotel Matze“-Folgen mit Angela Merkel (unterhaltsam) und Christian Lindner (interessant bis im schlechten Sinne aufregend – er nahm diese Folge auf, direkt bevor/während er sein Papier veröffentlichte und betont mehrmals, dass er ja NOCH nichts getan hätte).

Zum Frühstück gibt es zwischendurch dann Porridge, verfeinert mit etwas Mandelmehl, Ahornsirup, Banane, Zimt und der vorletzten Portion Filmjölk. Mit der letzten setze ich direkt einen neuen Batch an, mal gucken, ob die noch genug Wumms hat.

Dann schaue ich die neue Martin-Scorcese-David-Tedeschi-Doku Beatles ‘64 und freue mich an den vielen unveröffentlichten Backstage-Aufnahmen. Jemand hatte dazu einen interessanten Take (finde es leider nicht mehr), dem ich mich nur anschließen kann: Wie krass ist es, dass diese lebenslustigen Jungs nur fünf Jahre später die müden, alten, bärtigen Männer aus der Get Back-Doku sind? Krass, was das für fünf Jahre waren. Und mir wird dabei noch bewusst, dass die ganze Beatles-Zeit für die Amis ja noch viel kürzer war (zumindest die live erlebte), als für die Leute in Europa.

Danach ist es Zeit für einen Weihnachtsfilm. Der, über den ich online interessantes gelesen habe, ist auf meinen deutschen Streaming-Seiten nicht ohne weiteres verfügbar, also schaue ich einen furchtbar kitschigen, der wahrscheinlich von der United States Army gesponsert wurde (Christian hat nach knapp drei Minuten aufgegeben, ich ziehe knallhart durch). Nebenbei packe ich schon wieder Pakete aus, hier trudeln jetzt ständig Weihnachtsgeschenke ein.

Irgendwann zwischendurch gibt es die zweite Mahlzeit des Tages, ich koche das letzte Ei, dazu gibt es vom Harzwochenende übrig gebliebene Datteln im Speckmantel (frisch aufgewärmt) und Frischkäsestullen mit Gurke.

Gegen 18 Uhr dann muss ich tatsächlich ernsthaft aufstehen und mich in Draußenklamotten werfen. Ich bin mit einer Freundin im Friedrichshain zum Weihnachtsmarkt verabredet. Trotz Thermoleggins, Stulpen, Thermoshirt, Wollrock, Wollpullover, dickem Mantel, Mütze und Handschuhen friere ich aber schon auf dem Hinweg (bei 2 Grad) und auch meine Freundin, die vom Glühweinausschank beim Weihnachtsmarkt der Schule ihres Kindes kommt, klagt über ihren „kalten Pöker“. Kurzfristig entscheiden wir uns um und landen statt auf dem Weihnachtsmarkt in einem Hot-Pot-Restaurant.

Wir werfen unsere Schüsseln mit diversen Zutaten voll (bei mir Rindfleisch, Hühnchen, Muscheln, Pak Choi, Brokkoli, Morcheln, Algen, Enoki-Pilze, Bohnen und Glasnudeln) und lassen uns das alles in leckerer würziger Brühe kochen und mit dem gewünschten Schärfegrad versehen. Jetzt wird mir sehr schnell sehr heiß, aber die Suppe ist echt lecker, das mache ich wieder! Dazu trinken wir Fassbrause und haben uns viel zu erzählen. Als deutlich später Lust auf Dessert aufkommt, laufen wir noch ein paar Ecken weiter und landen in einer familiengeführten Trattoria mit großem Holzofen in der Mitte. Wir bestellen gemischtes Dessert und trinken Saftschorlen (ich Pfirsich) und erzählen weiter.

Alles ist superlecker und auch in diese Trattoria muss ich wohl bald mal zurückkommen. Total relaxte Atmosphäre, unprätentiös eingerichtet und die Betreiber*innen scheinen alle entweder verwandt oder gut befreundet zu sein und sprechen ausschließlich italienisch miteinander. Die Karte sieht auch vielversprechend aus. Muss ich mir merken! Wir sitzen und erzählen bis kurz vor Mitternacht, dann laufen wir zur Bahn und ich fahre zurück in den Pberg. Halb 1 falle ich erschöpft ins Bett und falle in einen tiefen, langen Schlaf.

11.12.2024 – Busy Day

Das ist dann wieder ein vollgepackter Tag heute, aber erst fängt er ganz harmlos an. Irgendetwas weckt mich gegen 5 und dann kann ich nicht wieder einschlafen, also lese ich mein Buch aus, während der Liebste weiter schläft. Danach döse ich nochmal kurz weg, bis halb 8 sein Wecker klingelt. Dann Kaffee im Bett und übliche Morgenrunde durch die Weiten des Telefons, während der Liebste schon ab 8 in Meetings hängt – mit Leuten, die um die Zeit schon im Büro sitzen – verrückt. Irgendwann bin ich mit allem fertig, stehe auf, frühstücke ein bisschen Spekulatius und mehr Kaffee und fahre dann zurück in den Pberg. Die einstündige Bahnfahrt reicht genau für Duolingo und Babbel. Zuhause dann Katzen füttern, Adventskalender öffnen und erstmal kurz durchatmen.

Heute irische Schokolade mit Marshmallows

Dann geht es mit Podcasts auf den Ohren eine kleine Runde durch den Haushalt – Katzenklo säubern, Geschirrspüler anstellen, Wäsche abnehmen, Staub saugen, Gästebett beziehen, Päckchen auspacken, Schnittchenteller zum Mittag richten.

Danach sitze ich eine gute Stunde – solange ich eben noch Zeit habe – konzentriert am Laptop und arbeite völlig im Flow Sachen ab, die ich schon seit Tagen vor mich hinprokrastiniere und hake dabei gleich die Hälfte meiner To Dos für diese Woche ab. Immer wieder erstaunlich, wie das menschliche Hirn funktioniert.

Hinterher muss ich dann auch direkt wieder los zur Physiotherapie. Als ich da wieder rauskomme ist es schon längst dunkel. Ich besorge noch schnell etwas im Drogeriemarkt und laufe dann nicht wie sonst nach Hause, sondern nehme die Tram nach Mitte. Hier treffe ich den Freund aus Bad Kreisstadt zu Feierabendaktivitäten. Erst geht es in die ehemalige Stammbar in der Gegend, wo wir bei Chai und Eintopf bzw. Birnensaft und Salat von unseren letzten Wochen erzählen, außerdem viel über Politik und über die Unterschiede zwischen Wissenschaftsbetrieb und anderen Arbeitsumfeldern.

Knapp zwei Stunden später wechseln wir die Location und gehen um die Ecke ins Theater für „Der Schimmelreiter / Hauke Haiens Tod“ nach Theodor Storm, Andrea Paluch und Robert Habeck, mit einem gemischten Ensemble aus (noch) nichtbehinderten und behinderten Darsteller*innen sowie Puppen aus echten Tierüberresten, außerdem Live-Video und live von den Darstellenden gespieltem Soundtrack. Das Fazit hinterher: Völlig abgefahren, aber cool. Sehr meta daran ist auch, dass Hauke Haien zwischendurch einen Monolog hat, der 1:1 aus einem aktuellen Talkshow-Auftritt von Robert Habeck kommen könnte (in dieser Kritik steht, dass er aus einem aktuelleren Buch von Habeck zitiert). Das wirkt dann schon irgendwie befremdlich, wie sich hier die Ebenen vermischen. Der Abend endet dann nach dem Schlussapplaus mit einem fulminanten Appell gegen die vom schwarzroten Senat beschlossenen Kürzungen im Kulturbereich – hier die Petition dazu.

Auf dem Heimweg mit S-Bahn und Tram reden wir noch lange über das Stück und zuhause angekommen hole ich noch „Hauke Haiens Tod“ aus dem Regal. Das habe ich vor 23 Jahren gelesen, als es rauskam und ich ansonsten noch nie von Robert Habeck gehört hatte (und bevor er den Grünen beitrat).

Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich es beim Stöbern zwischen den Leseexemplaren in der Buchhandlung meiner Tante entdeckt und durfte es dann mitnehmen, obwohl es kein Leseexemplar war – oder vielleicht habe ich es dann in das Regalfach gestellt, das meine Eltern dort hatten. Darin kamen bestellte Bücher und eben ab und zu auch mal Dinge, die wir haben wollten und die dann beim nächsten Besuch der Eltern im Laden mit nach Hause gebracht wurden. Vermutlich war es mir ins Auge gefallen, weil wir in der Schule kurz vorher den Schimmelreiter gelesen hatten? Ich erinnere mich jedenfalls nicht mehr im Detail an die Lektüre – war mir damals alles noch etwas zu absurd. Aber jetzt nach dem Stück und mit 23 Jahren mehr Leseerfahrung kann ich es ja nochmal probieren.

Autor*innenfoto

Wir blättern durch das Buch, trinken noch einen Tee und erzählen weiter bis Mitternacht. Dann verabschieden wir uns in die Betten. Ich lese noch die ersten paar Seiten, dann fallen mir gegen halb 1 die Augen zu.

10.12.2024 – Liegen und singen lassen

Wer weiß, was da gestern Abend in den Getränken war – mit ist nicht übel, ich habe keine Kopfschmerzen, ich bin einfach nur unendlich müde heute. Das erste Aufwachen findet schon kurz vor 6 statt, das schiebe ich tatsächlich auf den unruhigen Schlaf nach Alkohol. Dann bin ich irgendwann gegen halb 9 mit meiner Runde durchs Internet durch und drehe mich nochmal auf die Seite. Kurz nach 9 bin ich wieder wach, dann kriegen die Katzen Frühstück und ich mache mir heiße Schokolade (heute mit Karamell) und Banane zu meinem eigenen. Dann erstmal Badewanne auf die Anstrengung.

Nach der Badewanne lege ich mich nochmal kurz hin und schlafe schon wieder eine gute halbe Stunde. Dann endgültiges Aufstehen und Anziehen, ein paar Häuslichkeiten und weiter auf die Couch. Bei all dem höre ich übrigens den Alles gesagt-Podcast mit Lage der Nation. Zum Mittagessen gibt es die Reste von der Raclette-Pizza, Salat und Stullen, danach ratze ich direkt nochmal weg. Produktivität kann ich für heute abschreiben, also schaue ich noch eine Folge Only Connect und mache mich dann fertig zum Rausgehen.

Mit der S-Bahn geht es in den tiefen Süden Berlins. Hier hat das Teilzeitkind heute einen Auftritt mit seinem Chor (neben Turnen, Rettungsschwimmen und neuerdings auch Vloggen im WhatsApp-Status ist Singen jetzt ein neues Ding). Ich treffe den Liebsten, die Teilzeitkindmama, ihren Freund und die beiden Teilzeitkindgeschwister (2 und 4) und dann hören wir uns insgesamt drei Lieder mit Teilzeitkindbegleitung an (und dazwischen und danach noch einiges anderes). Hinterher Bejubelung und Verabschiedung des Teilzeitkinds, das heute bei Mama schläft.

Der Liebste und ich fahren mit Umweg zum Supermarkt zu ihm nach Hause, kochen uns eine Pasta mit Tomaten-Trüffel-Sauce, naschen dabei Mozzarella Sticks, Knoblauch-Oliven und Grissini und schauen dann zu den Nudeln noch einen empfehlenswerten und unterhaltsamen Film, nämlich Free Guy. Danach geht es ohne große Umschweife ins Bett, ich bin nämlich immer noch oder schon wieder müde.

09.12.2024 – Häuslich, physisch, kulinarisch

Ruhiger Morgen im Bett, die Dunkelheit in der Früh macht das Munter- und nicht nur Wachwerden im Moment zu einem ziemlich langsamen Prozess. Morgentelefonat mit dem Liebsten auf beiden Seiten noch mit Licht aus. Das Konzept Winterschlaf wirkt immer attraktiver für mich.

Irgendwann später ist Aufstehen, dann gibt es zum Frühstück Filmjölk mit Sanddorngelee, reingestipptem Apple Cinnamon Bread und eine Clementine. Der Adventskalender liefert dazu heiße Schokolade mit geröstetem Marshmallow. Dazu schaue ich seit langem mal wieder eine (OK, zwei) Folgen Only Connect und freue mich über die zwei Sachen, die ich weiß.

Danach dann Häuslichkeiten – Geschirr, Katzenklo, Paket aufmachen und den neuen Luftentfeuchter auspacken und im Betrieb nehmen. Das teste ich jetzt die nächsten Tage mal ein bisschen aus in dem Zimmer, das am feuchtesten wird und am stärksten Schimmel produziert. Erster Eindruck: Es scheint zu funktionieren, ist aber ganz schön laut. Ich setze mich lieber ins Zimmer nebenan, um am Laptop zu arbeiten.

Dann muss ich aber auch schon wieder los, der nächste Physio-Termin steht an. Ich laufe durch mehes Wetter, mit Podcast auf den Ohren, durch den Pberg, bringe unterwegs noch Klamotten in die Altkleidersammlung und bekomme dann gute 20 Minuten manuelle Therapie und 20 Minuten Wärme. Der Wellness-Aspekt ist trotz Schmerzen nicht zu unterschätzen. Auf dem Heimweg kehre ich im Supermarkt ein und hole ein bisschen Nachschub für den Kühlschrank und Mandelmehl.

Mit diesem bestäube ich dann die Quittenkonfekt-Würfel, die die letzten Tage über getrocknet sind (im offenen Ofen, teils bei 60 Grad, teils bei Zimmertemperatur) gegen Klebrigkeit und zum Ausgleich der Süße und esse dann direkt erstmal zwei davon, statt Mittagessen. So, so gut! Dann nochmal ein bisschen auf die Couch, bevor es schon wieder Zeit wird aufzubrechen.

Um 18 Uhr bin ich zum Essen verabredet, in dem Steakrestaurant über dem Pressecafé. Beeindruckendes Interieur, ein bisschen over the top für meinen Geschmack. Die Aussicht könnte spektakulär sein, wenn das Draußen spektakulärer wäre. Von da wo ich sitze sehe ich halt regennasse Straßenkreuzung im Dunkeln.

Anyway, die Gesellschaft ist gut, das Essen auch, die Getränke auch und da ich eingeladen bin, können mir die Preise zum Glück auch egal sein.

Red Berry Cocktail mit Vodka, Gin, Maracujasaft, Johannisbeeren und Soda
Ceviche aus Lachs und Thunfisch mit Süßkartoffel-Chili-Püree. Auf dem Bild fehlt noch der Riesling dazu.
Rinderfilet mit Pimientos de Padrón und Chimichurri, dazu ein deutscher Rotwein (Cuvée)
Drei Desserts zum Teilen
Espresso Martini. Danach gab es dann noch mehr Rotwein. Die Mojitos habe ich den anderen überlassen.

Am Ende verbringen wir knapp sechs Stunden dort. Zum Konzept gehört, dass ab 20 Uhr das Licht gedimmt wird, ein DJ auflegt und es zwei Cocktails zum Preis von einem gibt. Selbst nachdem wir (also die anderen) irgendwann bezahlt haben, bleiben wir immer noch eine gute halbe Stunde sitzen und erzählen weiter. Kurz vor Mitternacht dann Aufbruch, Verabschiedung, Heimweg mit der Tram. Halb 1 liege ich im Bett und mache das Licht aus.

08.12.2024 – Erst wenig, dann viel Adventssonntag

Der Sonntag beginnt mit einem Weckerklingeln, das ist ja an sich schon ein Verbrechen an der Menschlichkeit. Allerdings klingelt der Wecker, damit ich genug Zeit für entspanntes im Bett Herumlümmeln, für Internet leer lesen, Bloggen, Französisch und Italienisch machen und mit dem Liebsten telefonieren habe, bevor ich dann ernsthafte Verpflichtungen habe. Es folgen Katzen füttern, Zähne putzen und Frühstück machen (Filmjölk, Müsli, Apfelsine. Heiße Schokolade mit Vanille aus dem Adventskalender. Mate.) und dann sitze ich nämlich kurz vor 10 am Schreibtisch und wähle mich in den heutigen Webinar-Workshop ein. Viereinhalb Stunden geht der. So.

Das fühlt sich ganz wenig sonntäglich oder adventlich an, sondern so richtig nach Arbeit, und ist es ja auch. Eine gute Gelegenheit mal auszuprobieren, wie so ein Leben ist, das nicht von Arbeitswoche und Wochenende geprägt ist, sondern in dem die Grenzen verschwimmen und beides nie ganz endet. Bin noch unschlüssig, aber es hat definitiv seinen Reiz. Danach jedenfalls muss dringend Adventssonntagsgefühl nachgeladen werden. Ich ziehe mich warm an und fahre mit der (viel zu vollen, es gibt Verzögerungen wegen „Personen im Gleis“) Ringbahn nach Neukölln und spaziere rund um den Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt. Schöne Gegend jedes Mal, man müsste mal wieder außerhalb des Weihnachtsmarkts hin. Der Weihnachtsmarkt ist auch schön, auch wenn er sich jetzt immer weiter füllt und ich träge Menschenmassen schwierig finde. Passenderweise bin ich in den nächsten Wochen schon zu mindestens zwei weiteren Weihnachtsmarktbesuchen verabredet. Uiuiui.

Meine Runde endet dann am Stand von Freund*innen, die hier Dinge verkaufen, um Gelder für ihr Projekt Afrika Rise zu sammeln, das mit Akteuren vor Ort Berufsschulen in Uganda aufbaut und so Vernetzung und Austausch zwischen Uganda und Deutschland fördert. Ich nasche Plätzchen, kaufe Kinderpunsch und gucke, ob ich etwas von den Produkten zu Weihnachten verschenken will. Die Kinderbücher wären vielleicht was, aber das Kind auf der Geschenkeliste, das altersmäßig in Frage kommt, ist bereits versorgt. Ich schwatze mit den Freund*innen und dann holen wir uns ein paar Stände weiter koreanisches Feuerfleisch im Brötchen.

Danach traue ich mich auch an den Glühwein, der genau wie der Kinderpunsch mit typischen ostafrikanischen Aromen verfeinert ist. Trinken für den guten Zweck und um weitere interessierte Besucher*innen anzulocken.

Irgendwann wird es dann trotz warmer Sachen und Glühwein ganz schön kalt. Ich verabschiede mich und mache mich auf den Heimweg. Diesmal ist die Ringbahn „nach einem Notarzteinsatz“ unregelmäßig und daher voll. Es läuft aber auch ein glücklicher kleiner Junge mit Syrienflagge durch die Gegend und die Stimmung ist allgemein auch besser als auf dem Hinweg.

Als ich wieder zuhause bin ist es gerade mal 18 Uhr, fühlt sich aber schon viel später an. Ich bleibe kulinarisch im Weihnachtsmarktthema und bestelle mir eine Raclette-Pizza und Apple Cinammon Bread und dazu einen Alibi-Salat. Davon esse ich jeweils die Hälfte, der Rest wird morgen mein Mittagessen.

Und dann heißt es ausgiebig Couchen und Weihnachtsfilme gucken. Erst das etwas merkwürdige Love The Coopers, das aber zumindest mit der Besetzung punkten kann und dann das jährliche Pflichtprogramm mit The Holiday. Kurz vor Mitternacht falle ich zufrieden ins Bett.

07.12.2024 – Schlemmen und Tanzen

Nach dem späten Einschlafen gestern wird es ein sehr langsamer und gemütlicher Morgen. Ich wache zwar schon gegen 9 auf, aber bis ich wirklich aufstehe ist es schon ordentlich spät – zumal ich mir das Frühstück ins Bett hole – die Filmjölk ist wirklich lecker geworden – und dann die Katzen auf mir liegen habe, so dass es am Ende schon nach 13 Uhr ist, als ich das Bett endgültig verlasse. Zwischendurch habe ich immerhin schon mal Wäsche gewaschen, die ich jetzt gleich aufhängen kann.

Noch ein bisschen Kram erledigen hier und da und dann sitze ich gegen 14 Uhr noch für zwei Stündchen fleißig am Schreibtisch. Denn 16 Uhr ist schon wieder Aufbruch, Termine, Termine! Durch die Dämmerung und bei kaltem Regen geht es zur S-Bahn und mit der nach Gesundbrunnen. Dort treffe ich den Liebsten, das Teilzeitkind und die beste Freundin des Liebsten in einem Fischrestaurant.

Für meine beiden picky eaters gibt es ausgezeichnete Fish & Chips, mit der besten Freundin des Liebsten hingegen teile ich mir die/den/das schon seit Monaten ersehnte Seafood Boil. Mit Handschuhen und später noch einer Zange bewaffnet machen wir uns konzentriert ans Werk und haben am Ende erstaunlich saubere Klamotten. Krabben, Garnelen, Muscheln, Calamari, Krebse, Kartoffeln, Mais und Cajun-Sauce mit den Händen verspeist… So lecker alles, große Empfehlung!

Hinterher geht es mit der U-Bahn weiter nach Kreuzberg. Weil wir noch ein bisschen Zeit haben, trinken wir in einem Café erst noch Tee und Kakao, dann wird es Zeit für den ersten Clubbesuch des Teilzeitkinds (11). Das SO36 ist dafür ein guter Ort, überall freundliche Menschen und sehr viel Awareness. Auf seiner ersten Club-Toilette entdeckt das Teilzeitkind einen „AfD-Verbot jetzt!“-Aufkleber und ist direkt begeistert.

Musikalisch bietet der Abend erst eine Ein-Mann-Muse-Coverband, was für einen Song lustig ist und danach bisschen nervt, und danach die Wallerts mit ihrer Humppa-Weihnachtsshow. Das macht schon mehr Spaß, auch dem Kind, das auf einer Erhöhung steht, Ohropax drinnen hat, und sich freut, wie die Erwachsenen abgehen. Allerdings ist es nach Chorprobe, Turntrainining, Fish & Chips und Co. sehr müde und so wird diese erste Kreuzberger Nacht eine eher kurze. Schon gegen halb 10 geht es zurück nach Südberlin für Vater und Kind. Wir anderen bleiben noch fast bis zum Schluss – Humppa ist nett, aber auf die Dauer auch nicht sooo mitreißend – und machen uns gegen 11 auf den Heimweg. Kurz vor Mitternacht liege ich bei den Katzen im Bett und bin sehr zufrieden mit dem Tag.

06.12.2024 – Freundinnen

Ich erwache zu keinem Nikolaus, hatte meine Stiefel nicht geputzt, an den Wanderstiefeln klebt noch Schlamm vom Harz dran und die Winterstiefel sind aus Wildleder. Dafür aber habe ich heute zwei Türchen zu öffnen, weil ich es gestern vergessen hatte, und mixe Double Chocolat und Hazelnut zu heißer Dreifachschokolade mit Haselnuss.

Dazu gibt es den Rest aus der Schwedenmilchflasche mit Crowdfarming-Orange und Müsli. Die selbst angesetzte Filmjölk ist inzwischen ordentlich dick und säuerlich, aber nicht so prickelnd wie die Schwedenmilch. Sie wandert dann jetzt also in den Kühlschrank.

Nach dem Frühstück weitere Häuslichkeiten. Geschirrspüler aus- und einräumen, zwei Pakete auspacken, neue Sportklamotten anprobieren und in die Wäsche tun, neues Laptop-Zubehör anschließen, Staubsaugen, weil ein Silikatgeltütchen aufgegangen ist, Geburtstagsgeschenk fertig basteln und verstauen usw. usw. Zum Mittag dann belegtes Brot, halb sizilianisch. Olivenöl statt Butter, letzter Käse, Anchovis, Oregano, Tomaten. Ich richte an und muss an die Kunstgeschichte als Brotbelag vom Fräulein denken, gucke dann nochmal durch ihren Instafeed, lese dort einen Kommentar von Journelle und schlucke für beide ein Tränchen runter.

Dann sitze ich noch eine gute Stunde fleißig am Schreibtisch, bevor es Zeit ist, nach Schlottenburg aufzubrechen. Die Freundin, mit der ich in meinem Leben vermutlich am meisten gemeinsame (Alltags-)Zeit verbracht habe – sechs Jahre Uni und dann nochmal zehn Jahre Arbeit im gleichen Team – hat Geburtstag. Wir feiern mit ihrer Mama, ihrem Partner und den beiden Kindern – zwei andere Freundinnen mit ihren Kindern mussten aus medizinischen Ursachen bei den Kindern absagen, der Rest der Familie kommt Montag, wenn das große Kind Geburtstag feiert. So ist Geburtstag in den 40ern, wenn man Kinder hat.

Es werden Geschenke geöffnet, es gibt Käsekuchen, Schokomuffins und Plätzchen, die Kinder (fast 4 und fast 2) werden bespielt und zwischendurch schaffen wir Erwachsenen sogar, uns zu unterhalten. Nach dem Abendbrot gibt es für das große Kind, mich und die Freundin noch eine Runde Uno (das dritte Spiel gewinnt natürlich das Kind) und zwei Vorlesegeschichten. Dann werden die Oma und ich verabschiedet und die Kinder gehen ins Bett. Beim Schuheanziehen finde ich doch noch einen Nikolaus im Stiefel. ❤

Zurück zuhause wandere ich schnurstracks mit einer Tasse Tee in die Badewanne und liege danach eigentlich früh im Bett. Nichts aufreibendes mehr gucken heute, denke ich. Und lese ein bisschen. Und schaue dann nochmal durch die Timelines und sehe da, dass es jetzt eine Doku über Jule Stinkesocke gibt und dass in der auch das Fräulein erwähnt wird. Zack, wieder hellwach. Ich denke an meine Zeit mit dem Fräulein und habe Angst, was in der Doku vorkommt und dann ggf. wieder durch die (sozialen) Medien geht. Also gucke ich noch die ersten anderthalb Folgen, bis zu dem Teil über das Fräulein. Weniger schlimm als ich befürchtet habe, aber ohne große Selbstkritik durch den SPIEGEL.

Dann bin ich natürlich weiter hellwach, aufgewühlt und nachdenklich. Erinnere mich an das erste Kennenlernen damals, beim Subbotnik im Schrebergarten einer Freundin. Da hatte ich schon hie und da vom Fräulein gehört, aber noch nicht intensiv ihr Blog und so gelesen, das kam danach. Der gemeinsame Heimweg mit ihr und dem Hasen, das viele Lachen. Später das Wiedersehen am Abend der Goldener-Blogger-Verleihung, wo ich ihren besten Freund seit Jahren kennenlernte und sich ihr Internetleben und ihr reales Leben vermischten. Die vielen Chats seitdem. Das Wiedersehen gemeinsam mit dem Hasen, vietnamesisches Essen, Eis und Reden auf dem Spielplatz. Das Reden nach Schicksalsschlägen, die fiktiven Geschichten über ihre Schwester und das ganz reale Angebot eines Schlüssels für Notfälle (ihrer für mich). Später noch ein Treffen in einem jüdischen Restaurant und dann wieder mit ihrem besten Freund. Und dann unser letztes Treffen zum Sushi-Essen, da wirkte sie etwas neben sich – der Stress im neuen Job dachte ich, nicht wissend, dass da womöglich schon die Recherchen anklopften.

Ein paar Wochen später die Enthüllungen, während ich mit wenig Empfang auf dem Immergut war. Der beste Freund schickte mir den Paywall-Artikel als PDF. Große Bestürzung, Ratlosigkeit und Sorge. Wieder zuhause schrieb ich nochmal mit ihr. Dann war große Stille. Nochmal ein paar Wochen später schrieb mir der beste Freund, dass sie tot ist. Wir verabredeten uns, fuhren gemeinsam zur Beerdigung und saßen hinterher mit ihren Eltern und alten Freund*innen bei Kaffee und Kuchen in der Wohnung, teilten schöne Erinnerungen und lernten nach und nach das Ausmaß und Realität von Fiktion zu trennen. Später kam noch ein Dankesbrief von den Eltern und einmal im Jahr schickt der beste Freund Fotos vom Grab.

Vieles davon vergraben unter all dem, was seitdem passiert ist, aber heute kommt das alles nochmal hervor.

Danach brauche ich gute zwei Stunden Berieselung und Ablenkung mit lustigen und kulinarischen TikTok-Videos und am Ende einen fachfremden Podcast, um irgendwann nach 3 doch noch einschlafen zu können.

05.12.2024 – Heute mal Tagebuch schreiben #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Erstaunlich gut geschlafen im „fremden“ Bett beim Liebsten. Der hat keine Krallen, sabbert mich nicht an und bewegt sich nachts erfreulich wenig. Sogar der Arm hat kaum wehgetan. Dafür verlässt aber des Liebsten Mitbewohnerin schon 6:30 das Haus und wir werden beide davon wach. Dafür gibt es dann Kaffee ans Bett und ganz langsames in den Tag schleichen, weil hier ja auch niemand laut schnurrt. Kuschelig ist es trotzdem und ab und an bekomme ich ein Handy vors Gesicht gehalten und soll was Lustiges angucken oder lesen.

Kurz vor 8:30 stehe ich selber auf und wechsle mit dem Laptop ins Wohnzimmer für ein anderthalbstündiges Webinar mit vielen spannenden Inputs. Dann geht es mit Frühstück nochmal zurück ins Bett, auch wenn der Liebste schon lange arbeitet. Jetzt sind auch die täglichen Rätsel und Sprachaufgaben dran. Um 12 dann wieder aufs Sofa für noch eine Stunde Webinar. So langsam muss ich mir Zeitslots in meine Tage einbauen für die vielen Vor- und Nacharbeiten zu den Inhalten der Webinare.

Ab 13 Uhr ziehe ich mich endgültig an, verabschiede mich vom Liebsten und laufe dann bei schönem Sonnenschein zur S-Bahn (unterwegs dem Stammitaliener winken, der gerade eine Lieferung zum Auto trägt). Mit S-Bahn und Tram geht es in den Pberg zurück. Weil ich noch eine Viertelstunde Wartezeit habe, erledige ich schnell ein paar Einkäufe, dann ist es Zeit für meinen Grippeimpftermin in der Apotheke mit dem besten Wartebereich ever. (Covid-Impf Nr. 7 war ja schon vor Kanada dran)

Der Impfmann macht klare Ansagen: Kein Sport, keine Sauna, nicht zu heiß duschen oder baden, Arsch auf die Couch. Das entspricht ungefähr meinen Plänen für den Rest des Tages, passt also gut. Ich mache mich zu Fuß auf den Heimweg und bestelle mir nebenbei ein spätes Mittagessen zum Mitnehmen beim Asia-Streetfood-Laden des Vertrauens. Zur Überbrückung der Wartezeit und weil es sich gerade gut ergibt noch mehr Einkäufe, für einen Geburtstag morgen. Dann schnell Essen fassen und auf nach Hause.

Die Katzen bekommen ihr Essen noch, bevor ich überhaupt abgelegt habe, dann aber mache ich es mir auf der Couch bequem und schlemme ein Bao Bun mit scharfer Aubergine, Pommes mit Mayo und Apfel-Dumplings mit dicker Vanillesauce. Dazu gibt es den Quittensirup von neulich mit Sprudelwasser. Meine Befürchtung, das zwei Sternanisdingsis zu viel sind (im Rezept stehen sogar drei) bestätigt sich. Der Anis overpowered nicht nur den Zimt, sondern auch die Quitten selbst ordentlich. Der Sirup eignet sich also weniger gut für Quittensaft-Imitation, dafür aber wahrscheinlich gut zum Verfeinern von (alkoholischen) Getränken.

Nach dem Essen werde ich wenig überraschend schläfrig und ratze direkt weg. Quasi im Halbschlaf telefoniere ich nochmal kurz mit dem Liebsten, der einen überraschenden Wasserschaden hat, weil die neu eingezogenen Nachbarn oben drüber ihre Waschmaschine nicht korrekt angeschlossen hatten, ist aber alles schon geregelt, so dass ich direkt weiterschlafen kann. Zwei Stunden komatös, ob nun von zu kurzem Nachtschlaf oder der guten Impfe sei dahingestellt. Spätestens nach dem Aufwachen jedenfalls tut die Gegend um den Einstich jedenfalls ordentlich weh. Praktischerweise nach dem Aufwachen klingelt auch der Paketbote und bringt zwei Pakete, die ich aber erst morgen auspacken werde.

Punkt 20 Uhr schaue ich die Tagesschau live, was ungefähr nie vorkommt, dann folgt um 20:15 ein banaler Weihnachtsfilm auf Netflix (der mit Lindsay Lohan) und hinterher gibt es noch ein paar Folgen The Bear. Ganz schön hektisch, diese Serie! Macht dann nochmal ordentlich wach, so dass ich später noch lange im Bett lesen muss, bis ich gegen 2 endlich wieder einschlafe.