17.01.2026 – Samstägliches

Neben dem Liebsten aufzuwachen ist grundsätzlich erstmal sehr super. Ich erledige still meine morgendlichen Dinge während er noch schläft und als er wach wird, gibt es Kaffee und den lauten Teil des Reboots (die Sprachstudien). Dann bleiben wir noch eine ganze Weile liegen, fühlen in uns und den Tag hinein und befinden, dass der Liebste wohl eine Erkältung ausbrütet. Das hatte ich schon so im Gefühl, während er schlief und wird jetzt von ihm bestätigt.

Wir lassen den Tag daher noch ruhiger angehen, als vorher gedacht, erledigen ein paar Dinge in meiner Wohnung und gehen dann erstmal frühstücken (meine Challenge lässt grad kein angemessenes Wochenendfrühstück zu zweit zu). Dafür probieren wir eine Location in der Gegend aus (also neu für Frühstück, ich hab da schon manchmal Gebäck zum Mitnehmen gekauft) und sind sehr überzeugt vom Rührei mit Sucuk. Ich habe mir extra etwas ausgesucht, was ich zuhause grad nicht nachbauen kann (es gibt nur noch ein Ei und Obst ist so gut wie alle, frisches Gemüse auch) und bin sehr zufrieden mit mir. Am Ende bleibt ein Brötchen über, das ich mit nach Hause nehme – zählt nicht als Einkauf, finde ich.

Einkaufen tun wir dann trotzdem noch, im Drogeriemarkt, keine Lebensmittel. Dann geht es wieder zurück ins Warme und vergleichsweise Trockene. Wir erledigen noch eine letzte Sache, dann bricht der Liebste auf nach Südberlin, um sich auszukurieren und ich koche mir eine große Kanne Kräutertee und lege mich zu den Katzen auf die Couch. Ich lese mich durch den Anfang von Samin Nosrats Good Things, bis der Mittagsschlaf überhandnimmt.

Nach diesem lese ich noch ein ganzes Stückchen weiter und snacke mich dabei weiter durch die Weihnachtssüßigkeiten (und die letzte karamellisierte gebackene Banane aus dem Restaurant gestern).

Nebenbei schreibe ich mit dem Freund in Pittsburgh, der sich bei mir für die Strafzölle seines Präsidenten entschuldigt und mit dem Indiejungen, der heute eine Umwälzpumpe repariert. Wir bekommen beide einen angemessenen Ohrwurm.

Zum Abend hin gibt es noch ein winziges Abendessen – den Rest Bohnen-Spinat-Süppchen von gestern, mit Zitrone, Olivenöl und Harissa, und einem Ginger Ale dazu.

Den Rest des Abends verbringe ich mit dem Rest der zweiten Staffel Sullivan‘s Crossing – heutige Kanadismen: Sweetgrass-Zeremonie als Glücksbringer vor einer wichtigen Zäsur, Lobsteressen beim ersten Date und die Kanadierin zeigt dem Amerikaner, wie man die Biester auf- und kleinkriegt. Apropos: Soeben hat der kanadische Premierminister Carney einen Deal mit China gemacht, nach dem China die Zölle auf Meeresgetier senkt – die Lobsterfischerei in Nova Scotia feiert. Und so zieht sich das Zollthema durch den Tag.

16.01.2026 – Gourmetfreitag

Adäquat geschlafen, dann gemütlich in den Tag gestartet und nach der Hälfte des morgendlichen Reboots erstmal ein schönes Frühstück gemacht.

Matcha (ohne Latte, ich muss Milch sparen), Kardamomschnecke, aufgebacken, letzte Kiwi, ein paar Walnüsse

Beim Frühstück mache ich den Rätsel-Teil vom Reboot, dann direkt schon wieder Yoga. Eine etwas anstrengendere Runde heute, aber ich kann nur die Sachen nicht, die ich auch vor meinen Stürzen schon nicht konnte und plötzlich Sachen wieder, die lange nicht gingen. Juhu! Danach Duschen und schick machen für einen Videocall, der länger geht als gedacht aber auch sehr angenehme ist.

Hinterher etwas Gewusel – Müll wegbringen, nach der Post gucken (noch nicht da) und dann erstmal Mittagessen kochen. Ich mische TK-Spinat und Dosenbohnen, koche beides in Acqua Faba mit Parmesanrinde und etwas Tomatenmark und gebe dann Zitrone, Pfeffer und Olivenöl oben drauf, dazu eine Scheibe Brot – sehr leckeres, gesundes, ausgewogenes Mittagessen und eine Portion für morgen bleibt auch übrig.

Danach weiter häusliches – ich sauge die Wohnung durch, hole ein Päckchen vom Späti ab, dass dort hingezögert wurde, obwohl ich definitiv zuhause war, ärgere mich, dass das Bestellte zu klein ist und ich also noch weitere To Dos auf der Liste habe und backe nebenbei den letzten Kürbis vor, um ihn dann zu pürieren und bei Bedarf schneller verwenden zu können.

Dann ruhe ich mich nochmal kurz ein wenig aus, bevor es Zeit ist, zur Abendverabredung aufzubrechen. Der Liebste und ich haben einer Freundin zum runden Geburtstag ein chinesisches Gourmetessen geschenkt. Ich fahre also mit Straßenbahn und U-Bahn nach Kreuzberg. Der Bus am Schluss fährt mir vor der Nase weg und so laufe ich am Schluss nochmal zwanzig Minuten, durch inzwischen wieder recht kaltes Berlin. Es folgt ein sehr toller Abend mit insgesamt vier Stunden Essen, dazu für mich zwei Yuzu Spritz und Wasser, die anderen trinken Tsingtao.

Thunfisch-Sashimi mit roter Bete, Wasabi und Sojabohnen | Konjakwurzel-Nudeln mit Knoblauch, Chili und Sesamöl | Gedämpfte marinierte Auberginen mit Ingwer | Roastbeef-Carpaccio mit Koriander und Chili
Pak Choi mit Chilifäden und Pilzsauce | Gedämpfte Edamame
Schweinerippchen in Honig-Senf-Sauce
Brokkoli mit Knoblauchstreuseln und Barbecue-Sauce
Frühlingsrollen mit Rindfleisch und Wasserkastanien (erst nach der Hälfte hastig fotografiert)
Jakobsmuscheln auf Tofu
Rosa Entenbrust Peking-Style mit Gemüse, Pfannkuchen und Hoisin-Sauce
Gedämpfte Dumplings mit Schweinefleisch und Ingwer | Gebratene Dumplings mit Garnelen, Wasserkastanie, Ei und Bambus
Warme Hefedumplings mit Schoko-Nougatfüllung und Vanillesauce | Heiße gebackene Banane in Zuckersirup, der dann in Eiswasser gehärtet wird

Am Anfang essen wir mit viel Elan alles auf, ab den Frühlingsrollen fällt das langsam schwerer. Bei den Jakobsmuscheln (ich esse zwei) fragt mich der Liebste, wie mein Histaminfüllstand ist. Erst da fällt mir auf, dass die Kombi aus viel fermentiertem, Meeresfrüchten, Zitrus, Alkohol, Kohlensäure und generell viel Essen vielleicht gar nicht so gut ist. Von der Peking-Ente und den Dumplings koste ich dann jeweils nur noch vorsichtig. Beim Dessert übernimmt dann allerdings der Zweitmagen und ich kann nochmal richtig zuschlagen.

Zum Abschluss bekommt der Liebste einen Bambusschnaps, von dem ich auch koste. Dann zahlen wir kurz vor Mitternacht die Zeche und wir zwei lassen uns luxuriös im Taxi zurück in den Pberg schaukeln, füttern die Katzen und fallen dann erschöpft und vollgefressen, aber glücklich, ins Bett. In dem Restaurant hatten wir übrigens vor über sechs Jahren unser zweites Date, gut möglich, dass das mit ein Grund für den Erfolg dieser Beziehung ist…

15.01.2025 – Gesundheitstag

Ich schlafe heute insgesamt sehr lange, mit Pausen zwar, aber das Defizit von gestern ist glaube ich wieder ausgeglichen. Weil ansonsten außer am Nachmittag keine Termine anstehen, beschließe ich, den Schwung auszunutzen und setze mir Yoga und einen Spaziergang auf den Tagesplan. Dass ich dann rund ums Frühstück herum noch einen Podcast zu Gesundheitsthemen höre, ist dann Zufall aber passt auch gut. Wie immer bei solchen Themen bleibe ich skeptisch, nehme mir aber ein paar Punkte mit, die mir schlüssig bzw. leicht umsetzbar erscheinen:

  • Wir atmen nachts einen halben Liter Wasser aus, es ist also klug, den Tag gleich mit Wassertrinken zu beginnen
  • In der Erkältungszeit für feuchte Schleimhäute und „nicht Frieren“ (besonders an den Füßen) sorgen, hilft Ansteckungen vorzubeugen
  • Richtiges Atmen (ruhig, tief und am besten durch die Nase) tut sehr viel für Entspannung und Gesundheit

Ansonsten noch interessant, dass es wohl eine gute Idee wäre, regelmäßig ein ausführliches Blutbild zu machen, um eventuelle Mängel oder stille Entzündungen feststellen zu können, die sich langfristig zu „richtigen“ Krankheiten auswachsen können. Und dass zum Beispiel Verletzungen sich langfristig auch auf andere Organe auswirken können. Aber das ist dann schon wieder alles mit mehr Aufwand (und dran Glauben) verbunden und wird also eher unwahrscheinlicher umgesetzt werden.

Achja, Frühstück ist heute Erdbeer-Müsli mit Ostfriesentee und Mandarine. Es kommt außerdem die Nachricht, dass sich die Obstkiste verspätet, ich werde also nicht mit Frischobst hinlangen, bis das soweit ist.

Nach dem Frühstück setze ich mich eine Runde an den Schreibtisch und erledige die täglichen Dinge, dann ist es Zeit für Yoga (zum zweiten Mal diese Woche, yay!) und trotz ein bisschen Schmerzen behindert mich die Arm-Schulter-Situation heute nicht, viel mehr eingeschränkt bin ich durch mangelnde Beweglichkeit und verkürzte Muskeln in Beinen und Rücken. Aber vielleicht ändert sich das ja jetzt, wenn ich wieder mehr Yoga machen kann, bald?

Dann Duschen, Anziehen, Wasserflasche schnappen (Schleimhäute!) und hinaus in den Wintertag. Der Großteil von Schnee und Eis scheint weggetaut, der Anschein trügt aber, sobald ich den dicht besiedelten Bereich verlasse. Warm ist es trotzdem ziemlich, ich brauche weder Mütze, Schal noch Handschuhe. Ich laufe durchs Neubaugebiet zu den Schrebergärten, wo es teilweise schon ordentlich schlittrig ist, dann ein Stück durch den Park, aber nur ebenerdig, die Wege sind Eis mit Wasser oben drauf.

Also nicht richtig durch Wald und Flur, sondern dann durch die nächsten Kleingartenanlagen. Noch keine Schneeglöckchen in Sicht, aber in manchen Beeten stehen Kohlsorten bereit zum Ernten und an einigen Bäumen hängen noch verfaulte Äpfel, ob die Vögel sich da bedienen?

Apropos Vögel, in der einen Anlage gibt es eine Voliere mit vielen bunten Vögeln, als Bildungsprojekt für die Großstadtkinder. Dort gibt es auch Infotafeln zur Historie der Anlage, von der Gründung um die Jahrhundertwende – neben einer städtischen Müllkippe – bis zur Schlacht um Berlin, bei der der „Hauptweg“ durch sowjetische Truppen entstanden ist.

Von der Kleingartenanlage geht es weiter um den Jüdischen Friedhof herum, schon interessant, was damals alles „vor den Toren der Stadt“ angelegt wurde. Gegenüber vom Friedhof ist die Brauerei, in der heute auf jeden Fall Betrieb ist, es riecht stark nach Hopfen und Malz, wie früher in Rostock, da wohnte ich auch nahe der Brauerei. Mek ist hier neulich auch langgefahren und hat über den Duft gebloggt, fällt mir ein. Und da komme ich auch schon an der Kneipe vorbei, in der er dann gelesen hat. Von dahin ist es nur noch ein kleines Stück bis zum Weißen See.

Der Park um den See ist eine einzige Eisbahn und ich bin mehrmals kurz davor, zu fallen, bleibe aber standhaft. Noch kein Sturz diesen Winter, yay! Ich laufe die Wasser-Route, vom Weißen See über die zwei anderen Teiche und dann durch den Rest von Weißensee wieder nach Hause.

Auf diesem Baum kletterte das Teilzeitkind vor jetzt fast 6 Jahren mit vielen anderen Kindern, während die Eltern besorgt drumherum standen und in regelmäßigen Abständen „Abstand!“ riefen…
Wasser Nummer 3

Pünktlich zum Webinar um 15 Uhr bin ich wieder zuhause und wähle mich ein. Nebenbei mache ich mir einen kleinen Snack-Teller, um die Zeit bis zum Abendbrot zu überbrücken.

Letzte Fenchelsamentaralli, letzte eingelegte Auberginen, Bergkäse, Grana Padano

Im Webinar geht es um UNESCO-Weltkulturerbestätten in indigenen Siedlungen in Kanada, ich hatte es so ähnlich schon letztes Jahr auf einer Konferenz gehört, aber diesmal waren die Fragen im Anschluss andere. Danach telefoniere ich erst mit dem Liebsten und dann mit den Ellis. Letztere waren auch mit im Webinar, so dass wir uns gleich noch dazu austauschen können.

Und dann ist quasi schon wieder Abendbrotzeit. Heute sind Pellkartoffeln dran, mit letztem Quark, auf die freue ich mich schon eine Weile und ich muss auch Kartoffelvorräte abbauen. Dieser Tage hole ich mir nämlich kostenlos welche von den 4000 Tonnen Kartoffeln für Berlin, schon aus Prinzip! Während die Kartoffeln kochen, knacke ich Walnüsse, auch der Vorrat muss angegangen werden, außerdem Omega-3!

Omega-3 hat auch das Leinöl zum Quark, außerdem esse ich die letzten Spreewaldgurken auf. Jetzt habe ich kein schnelles Snack-Gemüse mehr, alles was noch da ist, bedarf der Zubereitung. Aber ich habe ja auch immerhin schon seit 26 Tagen nicht eingekauft, da darf das auch so sein.

Nach dem Essen gucke ich weiter Sullivan‘s Crossing, auch hier mit vielen Gesundheits- (bzw. Krankheits-)Themen, aber dafür gibts auch wieder ein bisschen echtes Nova Scotia in einer Hurricane-Folge. So richtig mit Alert, Storm Chips und ausfallendem Telefonnetz…

Ruhe vor dem Sturm

14.01.2026 – Ein mittwochiger Tag

Irgendetwas weckt mich kurz nach 5 und dann ist es mit dem Schlafen auch schon vorbei, hmpf. Ich sehe das kurz nach 6 ein und beginne den morgendlichen Reboot so noch bevor die Mitbewohnerin aufsteht. Als sie weg ist, starte ich in den lauteren Teil des Reboots und dann hält mich irgendwann auch nix mehr im Bett. Als der Liebste anruft, sitze ich schon beim Frühstück.

TK-Breze mit Butter und Mandarine, italienischer Kakao, Weißer Tee mit Aloe Vera

Danach die obligatorische erste Einheit am Schreibtisch, bevor ich mich um das Katzenklo kümmere, bevor ich mich in die Badewanne lege. Mit nassen Haaren dann zweite Schreibtischrunde und ein Webinar. Zum Mittagessen gibt es dazu den Rest des Aloo Gobhi und einen letzten Pudding.

Danach lese ich weiter in The Rediscovery of America, heute geht es um New France, also das spätere Kanada, und die Dynamiken zwischen den Iroquois, den Algonquin und den Europäer*innen. Nebenbei knabbere ich ein bisschen Gesundes statt Süßkram: Pistazien, Walnüsse, Wildfeigen und Cranberries.

Ziemlich zu Ende der täglichen Dosis Lektüre ist dann doch noch Zeit für Mittagsschlaf, aus dem ich rechtzeitig erwache bevor die Mitbewohnerin zurück kommt. Sie packt heute einen großen Koffer mit Dingen für ihre Familie in der Ukraine, dessen Abholung sich leider vom Nachmittag bis tief in den Abend verzögert. Hoffentlich kommt trotzdem am Ende alles dort an, wo es hinsoll und gebraucht wird.

Mein heutiges Abendbrot wird wieder ein Spannenderes. Ich habe aus meinem präventiven Quarantäneweihnachtseinkauf so Fertigknödel im Beutel da, davon mache ich mir die Hälfte – interessanter Fertigungsprozess mit Quellen, Aufkochen, Simmern und Abschrecken. Ergebnis ist okayish. Dazu gibt es grüne TK-Bohnen und aus den letzten Weißwürsten (ebenfalls TK-) einen Weißwurstgulasch, mit Butterschmalz-Mehlschwitze, Zwiebeln und süßem Senf. Erstaunlich lecker!

Den Rest des Abends verbringe ich mit dem Rest der ersten Staffel Sullivan‘s Crossing, in dem es leider mehr um menschliches Drama und weniger um die schöne Landschaft und Kanadismen geht. Aber ich bleibe dran und werde berichten! Gegen 23 Uhr dann quasi früh ins Bett und erstmal ganz viel Schlafen!

13.01.2026 – Wasserpogo

Ich erwache vor dem Wetter und draußen hat das große Tauen eingesetzt. Es gibt eine Glatteiswarnung, aber bis ich los muss, hat sich die in Wohlgefallen und Schneematsch aufgelöst. Optisch ist das mit dem bald fehlenden Schnee ja schon schade, aber ist auch schön, dass jetzt morgens nicht mehr ganz so viel Wasser innen an den Fenstern hängt und weggesaugt werden muss. Dafür ist es ordentlich neblig heute Morgen.

Ich schaffe den Großteil des morgendlichen Reboots, bevor ich aufstehen muss und mache mir dann zum Frühstück fix ne Stulle mit Käse und Zitronenmarmelade, eine Mandarine und dazu einen vietnamesischen Kaffee, den ich meistenteils dann mit nach draußen nehme. Ohne Eis kann ich auch fehlerfrei im Gehen trinken ohne Angst vor Stürzen haben zu müssen.

Mit Tram und U-Bahn fahre ich nach Mitte (der Fernsehturm versteckt sich geisterhaft) und gehe zum Sport. Ich habe gerade noch genug Zeit, mich eine Viertelstunde lang von den Düsen im heißen Whirlpool massieren zu lassen, bevor mein Kurs losgeht. Der Pool ist weniger tropisch als letztes Mal, aber auch nicht so arktisch wie neulich. Die Trainerin ist sehr cool, macht schon wieder andere Übungen (Wer hätte gedacht, dass AquaFitness so vielseitig ist?) und singt lauthals bei der sehr gut ausgewählten Musik mit. Ich dann natürlich auch. Besonders angetan hat es mir ihre Choreo zu „Should I Stay Or Should I Go“, die genauso auch auf Tanzflächen ohne Wasser hätte stattfinden können. Aber auch Schattenboxen zu „…Baby One More Time“ passt wie die Faust aufs Auge.

Nach dem Kurs geht es erst ins Dampfbad und dann in die Sauna. Kurz kalt duschen, Kreislauf regulieren, warm duschen, eincremen, anziehen, Haare anföhnen (Ist ja nicht mehr so kalt!) und dann bin ich auch schon wieder auf dem Heimweg. Zuhause ist direkt Zeit fürs Mittagessen – eine große Portion vom gestrigen Aloo Gobhi am Schreibtisch, an dem ich meinen täglichen Verpflichtungen nachgehe. Heute gibt es dazu Pflaumen-Chutney, denn Abwechslung muss sein.

Sport und Essen sorgen dann doch recht nachdrücklich für Suppenkoma und ich lege mich bei erster Gelegenheit ein Stündchen hin und mache späten Mittagsschlaf.

Zum danach wieder Hochkommen gibt es leckeren Ostfriesentee (mit Hafermilch statt Kaffeesahne), den letzten Gin-Stollen und Lebkuchen. Dazu lese ich weiter in meinem Geschichtsbuch und lerne heute staunend darüber, wie viele Indigene als Sklaven gefangengenommen wurden und als solche auch nach Europa, Afrika und die Karibik gekommen sind. Es entstanden geradezu Diasporae (Diasporas?), etwa in London. Und wie stark die ersten Kontakte mit Europäer*innen schon vor der Besiedelung Amerikas durch diese die indigene Bevölkerung durch Epidemien reduziert hatten, so dass sie deutlich weniger widerstandsfähig waren, als es dann wirklich losging.

Ich schaffe wieder etwa 30 Seiten, bis es Zeit für die heutigen Webinare ist. Die beleuchten witzigerweise KI von zwei völlig verschiedenen Seiten. Im ersten geht es darum, was man tun kann, um technisch auf dem Laufenden zu bleiben und im Arbeitsleben auch langfristig mithalten zu können. Im zweiten wird das Thema eher politisch beleuchtet – von einer Wissenschaftlerin, einem CEO einer Tech-Firma und einer Europapolitikerin. Tenor: Wir kommen an KI nicht mehr vorbei, aber wir müssen sie anders gestalten, mehr Geld in die Forschung stecken, um Ressourcen zu schonen statt nur die Blase weiter zu füttern, ethischer handeln, regulieren und digital souveräner werden. Spannend!

Zum Abendbrot dann die letzte Süßkartoffel, gebacken, mit Kräuterfrischkäse, Bergkäse, Röstzwiebeln und TK-Petersilie, dazu Tee aus frischem Zitronengras.

Stand der Challenge übrigens: Seit 20. Dezember keine Lebensmittel nachgekauft, bisher noch keinen echten Mangel gespürt. Manchmal muss ich Dinge ersetzen, etwa Oliven mit Kapern oder Kaffeesahne mit Hafermilch. So langsam ist das Ende in Sicht was frisches Obst angeht (außer Zitronen), aber am Wochenende kommt schon die nächste Obstkiste. An Gemüse habe ich noch einen Kürbis, Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch und die Tage kann ich mir weitere Kartoffeln kostenlos abholen (schon aus Prinzip!). Gemüse habe ich außerdem noch im Tiefkühler (Bohnen und Spinat, dort auch Pflaumen und Himbeeren) und in der Konserve (Bohnen, Mais, Rotkohl und Tomaten). Ansonsten sehe ich noch keine größeren Engpässe auf mich zukommen, weil ich meine Ernährung entsprechend anpasse und zum Beispiel weniger Brot esse. Ich mache eine Liste mit Sachen, die mir fehlen und die ich irgendwann mit als erstes nachkaufen werde und eine gedankliche Liste mit Dingen, die ich essen will, bevor die Saison vorbei ist (Blutorangen und Artischocken, vor allem) – wenn mir die nicht außer Haus irgendwann unterkommen, werde ich sie mal cheatmäßig kaufen müssen. Ansonsten kommt die nächste Gemüsekiste Ende des Monats, mal sehen ob ich bis dahin noch durchhalte.

Abendunterhaltung dann wieder Sullivan‘s Crossing, nicht ganz so spannend wie gestern (mehr Telenovela, weniger Nova Scotia), aber jetzt bin ich hooked

12.01.2026 – Dots and Feathers

Mehrheitlich zufriedenstellende Nacht, dann ruhiger morgendlicher Reboot, der schließlich mit Müsli (Cranberry-Choco, dazu Kiwi) und Tee (weiß mit Rose) am Laptop endet.

Direkt zum Anfang ein Call, dann die übliche tägliche Erledigungsrunde und dann ist erstmal wieder zuklappen angesagt. Die Lektüre von gestern hat mir nämlich Lust auf Yoga gemacht und das muss ich ausnutzen, und zwar richtig mit Räucherstäbchen, warmen Kuschelklamotten und dann 45 Minuten Yin Yoga mit Handy auf „Nicht stören“ – klappt erstaunlich gut! Danach kurz Tee trinken und schauen, was ich in der Zeit verpasst habe und dann kleine Wuselrunde durch den Haushalt bis zum Mittagessen.

Restliche Reisbandnudelsuppe, hauptsächlich Brühe, Algen, Gemüse übrig

Nach dem etwas kargen Essen gibt es direkt noch einen großzügigen Nachtischteller mit lauter Dingen, die ich in der (Vor-)Weihnachtszeit geschenkt bekommen habe: Gin-Stollen vom Bäckerfreund, zwei Sorten Spekulatius von der Hasenmama, Schokoladenbruch von der Lichtenberger Freundin, Lebkuchen von der Liebstentante, Schokopralinen von der Liebstenschwester.

Mit diesem Foto gratuliere ich dann auch noch der Liebstenschwester und dem Neffen zweiten Grades zum Geburtstag. Die eine hat einen Schnapszahlgeburtstag, der andere seinen allerersten. Beide wirken ganz zufrieden mit dem Tag. Dann nehme ich mir die nächste Lektüre vor. Motiviert vom gestrigen Lesemarathon nehme ich mir ein spannendes Sachbuch vor, dass eine Historikerinnenfreundin der Ellis in Nova Scotia empfohlen hat: Ned Blackhawk – The Rediscovery of America. Native Peoples and the Unmaking of U.S. History beleuchtet die amerikanische Geschichte ganzheitlich, unter Einbeziehung der Geschichte und Perspektive der indigenen Bevölkerung, mit dem Fokus auf Kontakten zwischen Indigenen untereinander und mit Europäer*innen, nicht dem der Staatswerdung der USA. Erster mind blown Moment: New Mexico war insgesamt länger Teil des spanischen Königreichs als bislang der USA. Das wird sehr spannend werden, ich muss aber auch feststellen, dass Fachliteratur nicht so leicht wegzulesen ist, wie Belletristik, obwohl ich ja gerade nen Lauf habe. Das Gehirn nimmt zu viele Abzweigungen mit, ich schaffe insgesamt nur etwas über 30 Seiten.

Und dann ist irgendwie schon wieder Zeit für Abendbrotzubereitung. Ich bastle aus dem Rest Blumenkohl, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer, einer Dose Tomaten, Koriander, Kreuzkümmel, Currypulver (kein Kurkuma im Haus) und grünem Chili ein Aloo Gobhi zu Basmati-Reis und Pfirsich-Churney vom Brüderchen, dazu Zitronenwasser.

Zum Essen schaue ich The Road to Wellville, eine T.C.-Boyle-Verfilmung, die der Autor neulich im „Alles gesagt“-Podcast sehr gelobt hat und die abstrus und unterhaltsam ist. Hab ja noch nicht viel Boyle gelesen, die Basis für den Film hätte auch von John Irving kommen können, mit einem reichlichen Schuss Zauberberg.

Danach beginne ich mit Sullivan‘s Crossing eine weitere kanadische Serie, die in Nova Scotia spielt und gedreht wurde. Erinnert direkt an Virgin River (basieren beide auf Büchern der gleichen Autorin) aber eben auf Kanadisch, dafür mit Luke und Tristan aus Gilmore Girls in zwei der Hauptrollen. Sehr realistisch ist der schlechte Handyempfang in Teilen der Provinz. Der tolerante Umgang mit Queerness und die Repräsentanz von Indigenen (hier eine Métis und ein Cree, die aber anerkennen, dass sie in Mi‘kma‘ki zu Gast sind) sind zumindest exemplarisch für kanadische Popkultur, aber schon auch ein bisschen für die Leute vor Ort (siehe die neue Provinzverordnung gegen Hass und Ungleichbehandlung von 2SLGBTQIA+). „I‘ll catch you later at the Land Acknowledgement“ ist dann aber schon etwas sehr on the nose… Aber so lernen die amerikanischen Schauspieler*innen auch mal was dazu. 😉

Aerial shot der drei Kirchen in Mahone Bay

11.01.2026 – Sonntagsgefühl

Das ist doch mal schön, ein Tag an dem Kalender und Stimmung so richtig gut aufeinander passen. Ich wache nach etwa acht Stunden brutto Bettzeit auf (netto Schlaf etwas weniger) und beschäftige mich still mit dem morgendlichen Reboot, bis die Blase so drückt, dass ich beim Aufstehen den Liebsten leider mit wach mache. Da ist es aber auch schon fast 10 und er springt sofort in den Autopilot und macht uns Kaffee. Das Teilzeitkind sitzt da schon länger mit selbst zubereitetem Frühstück vor dem Fernseher, wie sich das in dem Alter gehört. (Erinnerung an die Zeiten, in denen ich mir sonntags für die Wiederholung vom Disney bzw. Tigerenten-Club extra den Wecker gestellt habe.) Irgendwann gegen 11 überzeuge ich den Liebsten, dass ich auch Frühstück brauche und dann stehen wir auch auf.

Nach dem Essen lerne ich mit dem Teilzeitkind Englisch-Vokabeln, bis der Liebste es zu einem Geburtstagstermin im Grunewald bringt. Die jungen Leute heutzutage gehen zum Geburtstag also Rodeln. Ist ja auch selten genug, dass das möglich ist, das muss man ausnutzen. Während er weg ist, mache ich mich tagfein und setze mich dann fleißig an den Laptop. Doch nicht ganz sonntäglich, aber dafür habe ich ja Freitag auch größtenteils frei gemacht. Als der Liebste zurück ist, gibt es erst Mittagsruhe und dann spätes Mittagessen.

Hinterher fange ich das erste neue Buch in diesem Jahr an: Isabel Bogdan – Wohnverwandtschaften. Habe ich ja neulich live von der Autorin vorgelesen bekommen, dann auf meinen Wunschzettel gesetzt, gestern ausgepackt und heute – Spoiler – durchgelesen. Große Empfehlung, besonders für Stil und Erzählweise, auch wenn das Thema mich bis zur Lesung eher abgeschreckt hatte.

Nach einer guten Stunde fahren der Liebste und ich nach Zehlendorf, das Kindelein wieder abholen. Auf dem Heimweg steigen die Beiden dann an ihrer Station aus und ich fahre weiter, zurück in den Norden. Im Pberg angekommen versorge ich die Katzen, mache mir Reisbandnudelsuppe von gestern warm und versenke mich dann wieder ins Buch, aber nicht, ohne vorher ein Foto aller meiner Weihnachtsbücher zu machen.

Kurz vor 23 Uhr ist das Buch vorbei, ich mache mich bettfertig und fange im Bett gleich das Nächste an: Volker Kutscher – Westend. Als ich das gegen halb 2 dann auch ausgelesen habe, mache ich ganz schnell das Licht aus, bevor mir noch ein weiteres Buch in die Hand fällt.

10.01.2026 – Action nach dem Sturm

Ein Sonnabend mit Wecker, wie unangenehm ist das denn? Ist aber für einen guten Zweck, nämlich den gemütlichen morgendlichen Reboot. Den schaffe ich komplett und sitze dann rechtzeitig am Schreibtisch, um mein Frühstück noch vor Beginn des heutigen Workshops zu beenden.

Bagel mit Ahornsirupaufstrich bzw. Zitronenmarmelade, Mandarine, vietnamesischer Kaffee

Der Workshop geht viereinhalb Stunden und in den Pausen mache ich mich und die Wohnung tagfein. Als er vorbei ist, ist es höchste Zeit fürs Mittagessen. Ich koche mir ein Süppchen und nehme das Steinpilzeinweichwasser von gestern als Grundlage. Außerdem Zwiebel, Knoblauch, Algen, Spinat, Reisnudeln, ein Ei, Sojasauce, Fischsauce, Chili und Limettensaft. Schmeckt hervorragend und Reste bleiben auch.

Dann kurz verschnaufen, Rucksack packen und das Katzenklo durchsieben, bevor es zum nächsten Programmpunkt geht. Ich treffe den Liebsten und das Teilzeitkind an der S-Bahn und wir stapfen zusammen zum schwedischen Süßigkeitenladen, wo der Liebste uns auf jeweils ein Tütchen Gemischtes einlädt. Es kommen Urlaubsgefühle auf!

Damit stapfen wir weiter zum Planetarium, ein Weihnachtsgeschenk für den Liebsten einlösen. Wir sitzen direkt am Projektor und lassen uns eine Stunde lang durchs All fliegen und erklären, warum es ziemlich sicher noch mehr Leben als uns gibt, es aber schwierig wird, das zu entdecken. Der Liebste nickt wissend und hat ein, zwei Korrekturen, mansplaint die aber nur uns und nicht der Vortragenden. Das Teilzeitkind und ich sind angemessen beeindruckt vom Neugelernten und alle drei sind wir geflasht vom Fliegen. Wird – mit anderen Inhalten – auf die Wiederholungsliste gesetzt!

Danach geht es mit Straßenbahn und U-Bahn weiter zu den Ellis, wo heute Teil 2 der familiären Bescherung stattfindet. Erstmal allerdings schließen wir die Essensbestellung fürs Abendbrot ab – es gibt wie meistens Arabisch.

Nach dem Essen dann Geschenke von den Ellis für uns Kinder, den Liebsten und das Teilzeitkind. Die Ellis bekommen noch zu spät Geliefertes vom Brüderchen und das Brüderchen von mir. Die Bruderfreundin sitzt schneesturmbedingt immer noch im Zug und bekommt ihre Geschenke nach ihrer Ankunft kurz nach 21 Uhr. Für mich gibt es neben Parfüm und Büchern – die meisten von meiner Wunschliste – noch Leckeres aus Nova Scotia: Mangokonfitüre vom Farmstand und zwei Sorten politische Schokolade von Peace by Chocolate.

Gegen 22 Uhr dann brechen wir auf und fahren mit Bus und S-Bahn nach Südberlin. Dort gibt es für alle noch Tee zum wieder Aufwärmen und dann geht es ab in die Heia.

09.01.2026 – Ruhe im Sturm

Da ich gestern vorsorglich den Sportkurs gecancelt hatte, klingelt heute kein Wecker und auch sonst stehen keine Termine an, also lasse ich den Morgen sehr ruhig angehen und warte auf Sturm, Schneechaos und Glättekatastrophenmeldungen. All das bleibt, wie von meinem Bruder gestern prognostiziert, aus, zumindest in Berlin. Das Teilzeitkind stapft etwas enttäuscht in die Schule, hört man, aber ist dann doch ganz zufrieden, weil nur ein Drittel der Klasse da ist und so kein normaler Unterricht stattfindet, sondern hauptamtlich Quatsch gemacht wird. Einzig echte Auswirkung im näheren Umfeld ist die Einstellung des Bahnverkehrs in Norddeutschland, die die Teilnahme der Bruderfreundin an unserer Familienbescherung morgen gefährdet.

Ich koche mir zum Frühszück einen Hirsebrei, mit Wasser, Rosinen und einem großzügigen Schluck Hafermilch. Dazu gibt es Kiwi, Zimt und Tee. Dann geht es an den Schreibtisch, aber nur für das Notwendigste und Dringendste, ansonsten ziehe ich wegen Workshop morgen heute einen Wochenendtag vor und kümmere mich um Dinge des Haushalts und des Geistes.

Zum Haushalt höre ich Podcasts, mit Florence Gaub, mit Patti Smith, mit Pepe Lienhard und mit T.C. Boyle. Sie begleiten Fensterwasserabsaugung, Katzenkotzebeseitigung, Bettbeziehung, Wäschezusammenlegung, Neuwäschewaschung (bunt und Wolle) und Wäscheaufhängung, Katzenkloputzung, Gabentischabräumung, Mittagessenzubereitung…

Fürs Mittag koche ich den letzten Blumenkohl und mache aus der Hälfte davon einen Insalata di Rinforzo, mit vorratsbedingten Abwandlungen – ohne Giardiniera, Paprika und Oliven, dafür mit getrockneten Tomaten, eingelegten marinierten Auberginen und eben Sardellen und Kapern. Insalata di Rinforzo aß ich zweimal in Italien – zu Weihnachten beim Papà von Il Professore, der den Salat nach traditionellem Brauch jeden Heiligabend auf den Tisch brachte, obwohl weder seine Frau noch seine Kinder ihn mochten. Ich habe natürlich brav mitgegessen und mache mir den auch heute noch manchmal selbst und denke dann an den Papà.

Apropos Papa, nach dem Essen gehe ich weiter die Plattensammlung der Liebsteneltern durch, die seit Weihnachten jetzt komplett bei mir steht. Passend zum Podcast mit Pepe Lienhard arbeite ich mich durch die 45s durch und entdecke wieder ein paar spannende Raritäten – Magical Mystery Tour als Doppel-EP, die berühmt-berüchtigte Charity-Single von Walter Scheel und Weihnachtsgrüße, die die Liebstenmama in den 50er Jahren im Austauschjahr in den USA ihrer Familie in Deutschland auf Vinyl aufgenommen hat – mit dem Hinweis, man müsse die Platte mit 78 rpm abspielen. Aktuell sortiere und katalogisiere ich nur, aber demnächst probiere ich das nochmal mit dem Plattenspieler…

Nach den 45s brauche ich aber eine Pause und hole mir, inspiriert von Herrn Boyle, mein aktuelles Buch (Stuart McLean – Revenge of the Vinyl Cafe) hervor, dass ich heute endlich auslesen werde, aber erst nach dem Mittagsschlaf, der mich nach wenigen Seiten übermannt.

Zum wieder Wachwerden gibt es dann letzte Dominosteine und Zimtsterne und zwei Scheiben vom Gin-Stollen, dazu schwarzen Tee mit Mango.

Das Buch ist eine Sammlung von Geschichten über eine fiktive Familie, teils aus dem „heutigen“ Alltag in Toronto, teils aus der Kindheit des Vaters auf Cape Breton, Nova Scotia. Einige Geschichten sind super, andere mehr so OK. Auf jeden Fall gut, um das Lesejahr 2026 einzuläuten.

Zum Abendessen gibt es Pappardelle mit Butter, Thymian und rehydrietrten getrockneten Steinpilzen und dazu und danach schaue ich Hope Springs.

In dem Film bringt eine unglücklich verheiratete Meryl Streep ihren widerspenstigen Mann Tommy Lee Jones dazu, eine Paartherapie bei Steve Carell zu machen und der Film ist besser, als es hier klingt, was sicherlich vor allem an den Schauspieler*innen liegt. Ich wollte den Film sehen, seit Carl und Jeff in Bunheads so verrückt nach dem Film waren und mich damit total verwirren, weil ich unter „Hope Springs“ einen ganz anderen Film kannte und mochte, der aber neun Jahre älter ist. Wieder was von der Bucket List gestrichen.

Der Abend endet dann mit Buch, Badewanne und Bett.

08.01.2026 – Ruhe vor dem Sturm

Den Tag über mehren sich die Meldungen zum Wintersturm, der Berlin ab Freitag beschäftigen soll. Auch heute gibt es schonmal ein schönes kleines Schneegestöber, aber angeblich braut sich da ja was Ernsthaftes zusammen. Zum Glück muss ich nicht raus, meinen Sportkurs habe ich vorausschauend abgesagt, weil zu kurzfristige Absagen Geld kosten. Aber heute ist ja erstmal heute und nach der sehr kurzen Nacht gestern schlafe ich im Vergleich ganz schön lange und starte dann sehr geruhsam in den Tag.

Darum geht es mit dem Frühstück – Erdbeer-Müsli und vietnamesischer Kaffee direkt an den Schreibtisch, an dem ich heute so einiges abarbeite. Zwischendurch gibt es immer wieder katzenbedingte Päuschen, denn schließlich hat meine Aufmerksamkeit immer und zuvorderst der Schönheit der beiden Royals hier in der Wohnung zu gelten, finden sie.

Zum Mittagessen gibt es Stullen – mit Frischkäse und letztem veganem Kochschinken bzw. Käse und Spreewaldgurken und hinterher ein Monte.

Zwischendurch bekomme ich Anfragen, ob meine Vorräte nicht langsam zur Neige gehen… Einige, ja. Aber das ändert nichts daran, dass ich hier immer noch wochenlang überleben kann, ohne einkaufen zu gehen. Mein letzter Einkauf war am 20. Dezember, die nächste Obstkiste kommt am 17. Januar. Mein Frischobst wird vermutlich vorher alle sein, aber das war früher im Winter ja auch so. Tatsächlich haushalte ich vor allem mit Eiern (noch zwei) und Milch, schaue ansonsten, dass ich Frisches verbrauche, bevor es schlecht wird und schiebe andere Mahlzeitsoptionen auf später, wenn der Frischkram alle sein wird. Ansonsten muss ich noch gar nicht groß improvisieren. Spannend!

Um 19 Uhr noch ein Webinar und dann ist es Zeit für Abendbrot. Ich zerstampfe die gebackene halbe Knoblauch-Zitronengras-Süßkartoffel von gestern, koche TK-Spinat mit frischem Ingwer auf und erhitzende den Rest Wildlachs von gestern mit Honig und Cayenne-Pfeffer. Schwer zu fotografieren, aber unheimlich lecker zu essen!

Abendunterhaltung ist zunächst der Rest von Ted Lasso. So eine schöne wholesome Serie, genau was es in diesen Zeiten braucht. Inzwischen ist eine vierte Staffel in Vorbereitung, ich bin sehr gespannt, ob und was das wird und wie lange wir noch so progressives Entertainment aus den USA bekommen werden… Und weil Ted mit seinem Team vor einem wichtigen Spiel You‘ve got Mail schaut, hänge ich den gleich auch noch dran. Vorher aber noch Sleepless in Seattle, der Chronologie wegen. Vom zweiten Film schaffe ich dann nur noch die erste Hälfte, bis mir die Augen zufallen…