06.01.2026 – Privilegiendienstag

Heute weckt mich der Wecker, keine Katze. Auch mal schön. Der Wecker klingelt, weil ich am Vormittag einen Termin habe und trotzdem meinen morgendlichen Reboot in aller Ruhe und ohne Stress absolvieren möchte und das klappt auch sehr schön. Irgendwann ist dann Zeit fürs Frühstück und das besteht heute aus Blaubeer-Cassis-Müsli, Hafermilch, der letzten kanarischen Banane, einer Mandarine und einem Espresso Tonic (aufgrund der winterlichen Stimmung ohne Eis).

Die letzte Banane lässt mich daran denken, dass irgendwann in nicht allzuferner Zukunft das letzte Frischobst alle sein wird, ebenso wie das letzte frische Gemüse, das man roh verspeisen kann (Spoiler: heute Abend). Bevor ich dann leben muss wie die Menschen „früher“, also von Lagergemüse und haltbar Gemachtem, habe ich dann immer noch einiges aus dem Tiefkühler zur Verfügung danach halt immer noch: getrocknetes, eingekochtes, fermentiertes, konserviertes. Was für ein Wohlstand – solange der Strom nicht ausfällt, natürlich, solidarische Grüße in den Südwesten der Stadt.

Für den Termin am Vormittag sperre ich die Katzen aus dem Arbeitszimmer aus (auch dieses ein ganz schönes Privileg, ich weiß) und muss dann ganz schön viel lautes Gemaunze ignorieren (privilegierte Katzen sind das auch). Direkt hinterher werden sie erstmal ausführlich bekuschelt und dann haben sie mich wieder lieb.

Bis zum Mittagessenhunger vergeht noch etwas Zeit, aber als es soweit ist, gibt es den Rest Reis von gestern mit Zwiebeln, TK-Bohnen, Ei und Chilisauce.

Danach kümmere ich mich um ein paar Haushaltsdinge, traue mich aber nicht, den Müll rauszubringen, weil ich auf einen angekündigten Anruf von einem Dienstleister warte, für den ich in Schreibtischnähe sein will, um Sachen nachschauen zu können. Der Anruf kommt natürlich nicht, ich bringe den Müll dann erst raus, als das Tageslicht schon weg ist. Hmpf. Danach ist erkläre ich den aktiven Teil des Tages für beendet, mache es mir auf dem Sofa gemütlich und telefoniere.

Am Abend dann nehme ich mir einen großen Batzen Zeit (Privileg!) und gucke die kompletten drei bzw. sechs Teile Ku‘damm 77. Wir auch bei den vorherigen Iterationen habe ich jede Menge verschiedene Emotionen dazu. Historisch ist es spannend und es gibt schön viele starke Frauenfiguren. Man merkt, dass bewusst auf Diversität geachtet wird (Hautfarben, Herkünfte, Sexualitäten), manchmal zu offensichtlich bzw. ahistorisch (die Jugendliche in den 70ern, die allen erklärt, dass die Homosexualität ihres Vaters etwas völlig Normales ist), aber gleichzeitig wird eine Figur (schon in der ersten Staffel) komplett rehabilitiert, die eine Frau vergewaltigt hat und später wird sich sogar verliebt und geheiratet. Ja was denn jetzt, liebe Serie, guckt Ihr mit modernen Ansprüchen auf die Welt oder mit denen von „damals“? Ansonsten wird in den Kritiken bemängelt, dass es jetzt in dieser Staffel. komplett telenovela-artig wird mit unrealistischen Geschehnissen, Plot Twists und neu reingeschriebenen verschollenen Verwandten. Alles richtig, aber das war schon von Anfang an so: Was in den vier Staffeln in der Familie an Drama passiert könnte auch ein ganzes Jahr Marienhof/Verbotene Liebe füllen, mindestens. (Those were the days…)

Zwischendrin gibt’s irgendwann auch noch Abendbrot, nämlich die wirklich allerletzte Gurke als Salat, eine TK-Breze, veganen Kochschinken und Käsewürfel mit Pfirsich-Chutney, dazu letzten Apfelsaft als Schorle. Gaumen und Magen fühlen sich sehr privilegiert und gehen mit dem Rest von mir gegen Mitternacht zufrieden schlafen.

05.01.2026 – Jetzt so richtig Jahresanfang #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Die ganze Nacht immer mal wieder von Katzentatzen im Gesicht geweckt worden. Mir gefällt diese neue Angewohnheit der Biester so gar nicht, ich habe aber einen (unbelegbaren) Verdacht, woran es liegen könnte. Es gibt nämlich seit ungefähr einem guten halben Jahr in der Wohnung unter uns ein Baby, das auch öfter nachts wach ist. Möglicherweise finden die Katzen, ich solle das Geräusch abstellen? Anyway, kurz nach 7 beende ich die Nacht und widme mich dem morgendlichen Reboot.

Kleine Tour durch die sozialen Medien (Facebook, Instagram, Mastodon, BlueSky, Threads – in letzterem ist meine Timeline inzwischen fast ausschließlich kanadisch, inkl. sehr viel Nova Scotia), Feedreader leer lesen, selbst Bloggen, mit dem Liebsten telefonieren, Französisch-Lektionen, Italienisch-Streak nicht abreißen lassen, Wordle, Connections, Strands, Crossword Mini, Spelling Bee, Past Puzzle, Ciddle, FoodGuessr, Bandle und schon kann ich aufstehen. 😉

Die Katzen bekommen ihr Frühstück, dann auch ich. Es gibt einen Rest Quark mit einem Rest Johannisbeergelee, die vorletzte kanarische Banane, eine Kiwi und eine Handvoll getrocknete Wildfeigen, dazu schwarzen Tee mit Yuzu.

Damit geht es direkt an den Schreibtisch, wo heute erstmal richtiger Jahresanfang stattfindet. Ich hänge bzw. stelle die beiden neuen Kalender auf, melde mich für weitere Veranstaltungen an, beende die Buchhaltung fürs letzte Jahr und richte mir die für dieses Jahr ein, weihe meine neue Kreditkarte ein (die alte ist seit 31.12. nicht mehr aktiv) und ändere an verschiedenen Stellen mein Zahlungsmittel, bestelle mir eine neue Maus (die alte ist einem katzenbedingten Sturz zum Opfer gefallen, natürlich) und setze einen LinkedIn-Post zum neuen Jahr ab.

Dann ist auch schon Mittagszeit. Es gibt einen Bagel mit Kräuterfrischkäse, Räucherlachs und süßem Senf, dazu die vorletzte Gurke mit Dill und Wasser mit Holunderblütensirup.

Hinterher gehe ich ins Draußen, die Katzen brauchen Futternachschub – mein eigenes Futter reicht noch eine ganze Weile, kein Nachkauf nötig.

Wieder zurück mache ich mir einen weißen Tee mit Rosenblättern und gehe zurück an den Schreibtisch – Vorbereitung für einen Termin morgen. Zwischendurch ein kurzer Plausch mit der Mitbewohnerin, die ich heute auch das erste Mal dieses Jahr sehe (Sie war über Silvester weg und danach arbeiten, wenn ich wach war.)

Feierabend ist dann gegen 18 Uhr und der führt mich direkt wieder in die Küche. Heute gibt es die zweite Hälfte vom gestrigen Butternut-Kürbis – im ganzen geröstet, mit Öl, Knoblauch und Rosmarin, gefüllt mit Baked Beans und am Ende mit Käse überbacken, dazu Basmati- und Wildreis mit getrockneten Cranberries – ein insgesamt recht indigen amerikanisches Essen. Deshalb unterlege ich den dazugehörigen Insta-Post zu meiner #loosyisstdiekücheleer-Challenge (keine neuen Lebensmittel gekauft seit 20.12.) auch mit passender Musik von Northern Cree.

Bald nach dem Essen geht es mit dem gestern vom Nachbarn ertauschten Entspannungstee in die Badewanne und danach sehr früh mit Buch ins Bett.

04.01.2026 – So‘n Sonntag

Grad zum ersten Mal dieses Jahr beim Datum verschrieben, wieso das denn? Bisher lief es doch so gut…

Gemütliches Aufwachen mit dem Liebsten, bzw. neben dem Liebsten, denn er rührt sich erst, als ich schon blogge und steht auf, um Kaffee zu machen. Als wir irgendwann bereit sind, aufzustehen, fragen wir das Teilzeitkind im Scherz, ob es uns Eier braten und Frühstück ans Bett bringen würde. Es sagt sofort zu und ist dann empört, dass das nur ein Scherz war. Es würde es ja entspannter finden, wenn wir nicht auch noch in der Wohnung herumwuseln würden. Selbst hat es da schon sehr viel ferngesehen und Omelette gefrühstückt. Wir stehen dann aber trotzdem auf und essen halt alleine unser eigenes Frühstück.

Dann setze ich mir für ein Stündchen produktiv mit dem Laptop aufs Sofa, anfänglich noch unterstützt vom Liebsten für Rat und Tat. Währenddessen imprägnieren die nicht schneetauglichen Stiefel des Kindes auf dem Balkon vor sich hin. Hinterher wagen wir uns zu dritt hinaus in den Park. Schön ist das!

Auf unserer Runde kommen wir der Konditorei gefährlich nahe, der Liebste schlägt selbst vor uns einzuladen und da sagen wir natürlich nicht nein, sondern kaufen was zum Mitnehmen und für das Kindelein einen Kakao und to go.

Wieder zuhause mache ich zur Resteverwertung zwei Bratäpfel mit Butter, Ahornsirup, Mandeln und Zimt für das Kind und mich, dann gibt es Torte für alle, inkl. der neuen Mitbewohnerin samt Freund, die koreanischen Ingwertee beisteuern.

Eine sehr gemütliche Runde haben wir da, mit vielen guten Gesprächen. Schön, auch, wie das Teilzeitkind inzwischen fast alles versteht, was wir auf Englisch bereden und selbst auch fleißig mitredet – noch mit vielen deutschen Wörtern dazwischen, aber es wird, es wird. Nach dem Tischabräumen gehen alle wieder ihren Dingen nach. Die Mitbewohnerin richtet weiter ihr Zimmer ein, ihr Freund beendet eine Hausaufgabe für die Uni, das Teilzeitkind kümmert sich um Englisch und Latein, der Liebste macht ein Nickerchen und ich mache mich auf den Heimweg. Mit Umweg über Schöneberg – ich bringe einer Freundin und ihren Kindern etwas von unserer Dubai-Schokolade – brauche ich gute anderthalb Stunden nach Hause. Es schneit schon wieder auf das Gestreute und ist teilweise ordentlich glatt.

Zuhause füttere ich die Katzen und mache mich an die Abendbrotvorbereitung. Ein Nachbar bekommt meinen letzten Salbei zur Schmerzlinderung, ich erhalte dafür einen Entspannungstee und werfe stattdessen Thymian auf den Kürbis.

Letzter Blumenkohl-Linsen-Salat, gebackener Kürbis mit Knoblauch und Thymian, Leinölquark, eingelegte Aubergine

Zum und nach dem Essen noch ein paar Folgen Ted Lasso und dann ist auch schon wieder Schlafenszeit…

03.01.2026 – Alles voller Ereignisse

Der Tag beginnt mit Nachrichten. Die USA brechen das Völkerrecht, greifen Venezuela an und entführen den dortigen Präsidenten. Und in Südberlin gibt es einen riesigen Stromausfall aufgrund eines Kabelbrands, der wahrscheinlich kein Unfall war, der wohl bis Donnerstag anhalten wird. Die gute Nachricht dazu: Obwohl der Kabelbrand nicht weit vom Liebstenhaus stattfand, ist der Liebste selbst quasi nicht betroffen (kein Internet bis zum frühen Nachmittag, ansonsten läuft alles) und der Stromausfall endet auch wenige Meter vorm Haus der Teilzeitkindmama – familiär also alle nochmal so richtig schön Glück gehabt.

Außerdem: Schnee

Ich verbringe einen halben morgendlichen Reboot im Bett, packe dann meinen Kram zusammen, esse ein paar Plätzchen als Basis für die Tabletten und fahre dann mit einem vietnamesischen Kaffee nach Südberlin.

Die Bahnen fahren auch, ich nutze die Fahrtzeit für Französisch, Italienisch und Rätsel. Beim Liebsten warten schon er selbst, das Teilzeitkind, die neue Mitbewohnerin und deren Freund mit dem Brunch auf mich.

Es gibt Ei, Börek, Brot, Aufstriche, Käse, Wurst, Snickers Spread und auf meinen Wunsch Litschis, Mandarinen und eine riesige Blutorange, dazu O-Saft, Tee und Kaffee. Und es gibt jede Menge Kennenlerngespräche – das Leben in Berlin, in Dänemark, Estland und Südkorea, Serien, Politik und vieles mehr. Ein sehr internationales Mahl.

Nach dem Essen fahren die beiden Neuen zu IKEA, der Liebste macht Platz im Keller, das Teilzeitkind räumt sein Zimmer auf und ich gehe einkaufen (Lebensmittel für diesen Haushalt sind von meiner Challenge ja ausgenommen). Dann gehen das Teilzeitkind und ich ein Projekt an und lösen sein Geburtstagsgeschenk von vor sieben Monaten ein: Wir machen Dubai-Schokolade.

Zuerst schneiden wir Unmengen Kadayıf ein und braten es in Butter an. Einen Teil brauchen wir für die Schokolade, den Rest frieren wir für zukünftige Kunafa ein. Dann schmelzen wir weiße Schokolade und sind schon ein bisschen dekorativ mit den Formen, die danach kurz in den Tiefkühler wandern, während wir die erste Hälfte dunkle Schokolade (Zartbitter und Vollmilch im Verhältnis 1:3) schmelzen und das Pistazienmus (100 % Pistazie, wenn schon denn schon) mit dem Kadayıf und geben noch den Rest weiße Schokolade und ein Päckchen Vanillezucker dazu, weil das Teilzeitkind Sorge hat, dass es nicht süß genug werden könnte.

Als Nächstes kommt eine Schicht dunkle Schokolade in die Formen und wird gekühlt, dann kommt die Füllung drüber und eine zweite Schicht Schokolade oben drüber, bevor wieder gekühlt wird.

Mit der übrigen Schokolade dekoriere ich eine Mandarine, soll ja keiner sagen, wir würden uns nicht gesund ernähren.

Während dann alles kühlt, beseitigen wir das Chaos in der Küche und dann können wir die Schokolade auch schon aus den Formen holen.

Wir stellen fest, dass die kleinen Tafeln sich besser für ohne Füllung eignen, die großen aber ganz hervorragend geworden sind. Und wir stellen fest, dass das alles ganz schön süß und mächtig und lecker ist. Wir naschen nur ein bisschen und wickeln den Rest dann ein und lagern ihn im Kühlschrank.

Es folgt der zweite Versuch eines Geburtstagstelefonats mit dem Nifftenkind, beim ersten Mal war es umringt von Gastkindern und nicht aufnahmefähig. Jetzt ist die Party vorbei und es kann uns Zaubersand zeigen und das Abendbrot, es gibt norddeutsch schlicht „Gesichter und Seesterne“ aus Kartoffeln bzw. Fisch.

Danach brauchen wir auch dringend etwas herzhaftes und ich bereite alles für Tortilla Wraps vor – Mais-Weizen-Tortillas, Avocado-Creme, Salat, schwarze Bohnen, veganes Hähnchen mit Zitrone, Schmand, Mozzarella und Tabasco. Der Einkauf hier ist ja legal, aber ich kann ihn ja auch nutzen, um dann Dinge zu essen, die mir zuhause bald fehlen würden und mir so das Durchhalten erleichtern…

Den Rest des Abends verbringen wir mit einem Weihnachtsgeschenk des Liebsten an sich selbst: Valheim in der Deluxe-Brettspiel-Version. Mit dem Auspacken, Sortieren und Aufbauen ist der Liebste eine gute Stunde beschäftigt.

Und dann spielen wir die Tutorial-Kampagne durch, die nach den ersten Mühen der Ebene richtig Spaß macht, auch wenn sie das Ganze sehr verkürzt und Schritte auslässt. Ich habe ordentlich Respekt davor, demnächst mal eine normale Kampagne zu spielen und da alles zu bedenken, was es an Währungen, Fertigkeiten, Waffenarten, Gegenständen usw. gibt. Zum Glück habe ich den Liebsten dabei, der das Ganze in der Theorie (und von Hunderten PC-Stunden) schon kennt und sich so richtig reinnerden wird und das Teilzeitkind, das sich sehr schnell ins System eingefuchst hat und außerdem begnadet gut gewürfelt hat. Trotzdem sehe ich das Spiel langfristig eher in Wochenendrunden zwischen dem Liebsten und seinen Buddies.

Gegen 23 Uhr falle ich todeserschöpft ins Bett, der Liebste spielt noch ein bisschen die PC-Variante und das Teilzeitkind verschiebt seine Bettgehzeit durch Lateinlernen. Montag geht die Schule wieder los!

02.01.2026 – Same old, same old

War was? Hier ein ganz normaler Freitag. Der Liebste muss arbeiten, ich habe einen Wecker, wache aber vor dem Klingeln auf. Morgendlicher Reboot, dann Frühstück.

Müsli mit kanarischer Banane, Matcha Latte

Ein bisschen träge bin ich und hoffe fast, dass auch mein dritter Sportkurs in Folge kurzfristig abgesagt wird. Das passiert aber nicht – zum Glück für meine Schulter, die schon seit einer Weile jammert. Also los, mit Straßenbahn und U-Bahn durch den aufkommenden Schnee nach Mitte und dort rin ins (heute wieder warme) Wasser.

Der heutige Trainer muss mindestens Ende 70 sein (wirkt deutlich älter als mein Papa), ist aber fit und enthusiastisch wie zwei Turnschuhe (sonst würde er wohl auch keine Sportkurse im Fitnessstudio geben). Bisschen Typ Bernie Sanders, aber mit Berliner Schnauze. Irgendwo zwischen Bernie Sanders und Opa Hoppenstedt. Die Musik bewegt sich dann auch zwischen 60er Jahre Rock‘n‘Roll und 90er Jahre Techno. Wirklich gutes Training und abwechslungsreiche Übungen, gerne wieder.

Hinterher geht’s zum Aufwärmen in den Whirlpool, der aber heute gar nicht whirlt und deshalb schnell langweilig wird. Stattdessen früher ins Dampfbad, das sehr gut tut. Ich ruhe hinterher kurz im Ruheraum und entscheide mich dann gegen die zusätzliche Sauna, vor neun Tagen hatte ich noch Fieber, vor elf noch einen positiven COVID-Test… Immer langsam mit den jungen Pferden, sagt mein Kreislauf. Also geht es früher als gedacht wieder heim und ich mache mir gleich erstmal Mittagessen.

Es gibt Blumenkohlsalat vom Silvesterbuffet und dazu gekochte Zucchini mit Olivenöl, Zitrone und Basilikum.

Und dann ist Schreibtischzeit. Gegen 15:30 mache ich eine Pause, telefoniere mit dem Liebsten und drehe dann eine lange Neujahrsspaziergangsrunde mit dem Lieblingsnachbar. Danach nochmal Schreibtisch und dann gegen 18 Uhr Feierabend und Kochzeit.

Ich röste zwei Süßkartoffeln mit Salbei, Knoblauch und Butterschmalz im Ofen an. Als sie kurz vor weich sind, koche ich im Zucchiniwasser vorhin zwei Handvoll Muschelnudeln. Dann zerstampfe ich die Sükartoffeln, verrühre sie mit Nudelwasser, gebe die Nudeln dazu und zwei Sorten Käse (Grana Padano und Bergkäse) und Semmelbrösel darüber und lasse das Ganze nochmal überbacken. Voilà: Sweet Potatoe Mac‘n‘Cheese, festlich gewürzt und superlecker – könnte so auf amerikanischen Thanksgiving-Tischen stehen – ich esse zwei große Portionen und muss dann erstmal ein Verdauungsschläfchen halten.

Der Rest des Abends vergeht dann mit einer Mischung aus TikTok und Ted Lasso, Schlafenszeit wieder deutlich nach Mitternacht, aber jetzt ist ja auch Wochenende…

01.01.2026 – Na dann los

Unruhige Nacht im Sinne von öfter mal wach gewesen (in einem Haus mit zweistelliger Anzahl Menschen, die stark zeitversetzt schlafen gehen bzw. aufstehen und einer unzufriedenen Katze) aber dabei doch innerlich sehr ruhig gewesen und mit großer Freude neben dem Liebsten erwacht. Die Phase des Internet Leerlesens, Kuschelns, zwischendurch wieder Einschlafens, zieht sich bis etwa 11 Uhr, dann gehen wir leise nach unten und treffen erst auf eine weitere Person, die die Nacht bereits für beendet erklärt hat. Wir trinken Kaffee schaffen schon einmal Platz und Voraussetzungen für Frühstück. Nach und nach trudeln weitere Erwachsene ein, die Kinder kommen zum Schluss, waren aber auch am längsten wach.

Ab gegen 12:30 gibt es ein umfangreiches Neujahrsfrühstück mit Eiern, Lachs, Heringssalat usw. Als die Tafel irgendwann aufgehoben wird und überzähliges Essen verteilt wird, greife ich zwei Stücken Käse ab, was meine Durchhaltefähigkeiten für meine #loosyisstdiekücheleerchallenge auf jeden Fall ausbauen wird. Dann tagfein machen, Haus aufräumen, Abwasch machen usw. Wir sammeln unsere Siebensachen zusammen und fahren dann zurück nach Berlin (diesmal, ohne auf der Hälfte der Strecke nochmal umzukehren, weil jemand etwas vergessen hat – Premiere!). Der Liebste setzt mich zuhause ab und fährt dann weiter nach Südberlin.

Ich packe aus, versorge die Katzen, die die Nacht gut überstanden haben, und führe Neujahrstelefonate mit den Ellis und dem Brüderchen. Dann geht es gepflegt auf die Couch.

Der Rest des Tages ist geprägt vom Rest der zweiten Staffel Ted Lasso – hätte gar nicht erwartet, dass das so düster werden kann.

Gegen 18 Uhr bin ich bereit für die nächste Mahzeit – eine große Portion Blumenkohlsalat, ein überbackenes Brot und Spreewaldgurken, dazu Estragon-Ingwer-Limonade. Um 21 Uhr dann die letze Mahlzeit des Tages: Heiße TK-Pflaumen mit Vanilleeis und Zimt.

Gegen Mitternacht wechsle ich ins Bett, gucke dann aber auf YouTube noch Teile der Inauguration von Zohran Mamdani nach, im Besonderen die Reden von ihm, Bernie Sanders und AOC. Ist ja nicht falsch, sich ein bisschen Hoffnung fürs neue Jahr reinzutun, dann schläft es sich auch besser. Im September dann Berlin-Wahl! (Meine erste E-Mail des Jahres war 0:30 die Einladung zum Wahlhelfen vom Bezirksamt Pankow…)

31.12.2025 – Same Procedure

Dank spätem ins Bett Gehen heute mal ein bisschen länger geschlafen, respektive eigentlich nur später aufgewacht. Laaaaaangsamer morgendlicher Reboot und dann irgendwann Frühstück und auf die Couch.

Bagel mit Quark und Johannisbeergelee bzw. Honig, Kiwi, Pistazien, Wildfeigen, Gewürztee mit Zitrone UND Zitronengras

Nach dem Frühstück wird der Jahresrückblick gebloggt, danach geht es in die Küche. Heute Abend fahren wir wie jedes Silvester seit ich den Liebsten in meinem Leben habe, mit zwei Jahren Pause wegen Corona, wieder zur gleichen Silvesterparty. Diesmal bin ich für das Buffet-Mitbringsel zuständig, weil der Liebste noch arbeiten muss. Es gibt also was aus dem Vorrat, denn meine Challenge macht auch vor Silvester nicht halt. Ich bastle den Blumenkohlsalat nach, den es bei einem der Workshops in diesem Jahr gab, muss aber einige Zutaten mangels Vorrat austauschen. Statt Kichererbsen also rote Linsen, statt Mango-Chutney eine Mischung aus Pflaumen- und Pfirsich-Chutney, statt gemischten Nüssen Pistazien. Das Koriandergrün muss ich ganz weg lassen, das ist neulich alle geworden. Schmeckt aber so auch alles sehr gut, aber wird viel matschiger aufgrund der Linsen, die nicht bissfest bleiben wollen.

Dann ist auch schon Zeit fürs Mittagessen. Ich hole den Rest Kartoffelsalat aus dem Kühlschrank, der inzwischen richtig gut durchgezogen ist und brate den Rest Wiener nach alter Mama-Art an, diesmal gibt’s Curry-Ketchup statt Senf dazu. Auf eine verrückte Art ist das jetzt in der Kombination irgendwie ein Remix des alten Heiligabendessen-Konflikts zwischen meinem Bruder und mir. Ursprünglich gab es da nämlich bei uns immer Linsen, leicht indisch mit Kardamom und so, mit Tomatensauce und diesen Würstchen. Bis irgendwann Oma und Opa das erste Mal Weihnachten da waren und es eben Omas Kartoffelsalat mit ganzen Würstchen gab, den ich seither jedes Weihnachten haben wollte. Ich glaube, wir haben eine ganze Zeit lang beides machen müssen und essen heute ja Heiligabend normalerweise getrennt bzw. in den Traditionen der jeweiligen Schwiegerfamilien.

Nach dem Essen dann Bastelstunde: Ich stelle Mikrowellen-Popcorn her und fädele eine Schärpe daraus. Dann Mittagsschlaf zu einer Folge Ted Lasso, die ich mehrfach neu starten muss. Und dann ist auch schon Aufbruchzeit. Ich packe wie jedes Jahr einen kleinen Übernachtungsrucksack und mein Kostüm, außerdem den Schlafsack und was fürs Buffet. Wie jedes Jahr holt mich der Liebste mit einem Mietwagen ab, weil wir am Silvesterabend nicht voll bepackt mit den Öffis unterwegs sein wollen, um raus nach Brandenburg zu fahren. Jedes zweite Jahr ist das Teilzeitkind dabei, dieses Jahr nicht.

Wie jedes Jahr irren wir vor Ort ein bisschen herum, bis wir das richtige Haus bzw. die richtige Straße finden. Wie jedes Jahr weigern wir uns, uns die Adresse zu merken. Wie jedes Jahr werden wir freudig begrüßt und beziehen dann unser „Zimmer“, eine Nische im ersten Stock, die sonst zum Nähen bzw. Ankleiden verwendet wird und jedes Jahr mit einem Vorhang als unser Zimmer abgetrennt wird. Zu zweit schläft es sich da großzügig, zu dritt wird es alle zwei Jahre etwas enger, das Kind wächst ja. Heute aber alles easy. Wir ziehen uns um und posieren dann vor der Fotowand der Filmriss-Party.

Das Buffet ist gut gefüllt, die Musik läuft, nach und nach trudeln die Gäst*innen ein und werden die Verkleidungen bewundert. Wir unterhalten uns gut und vergessen für eine Weile die Welt da draußen. Kurz vor Mitternacht geht es warm eingepackt raus auf die Straße. Es gibt Sekt und Wunderkerzen und jede Menge Feuerwerk von anderen Partygäst*innen, der Nachbarschaft und der näheren Umgebung. Same Procedure und so… Vielleicht klappt es ja dann nächstes Jahr mit dem Böllerverbot. Schön anzusehen ist es trotzdem.

Ich denke an letztes Jahr zurück und gucke auch heute wieder mit gemischten Gefühlen auf den Jahreswechsel. Letztes Jahr sah die Weltlage schon düster aus, dieses Jahr noch mehr. Privat sah ich letztes Jahr mit leuchtenden Augen in die Zukunft, dieses Jahr ist es deutlich verzagter. Mal gucken, was da kommen mag…

Nach etwa einer halben Stunde gehen wir wieder rein und bald wird die Musik auch wieder aufgedreht. Zu später Stunde tanzen auch wir in einem Rock-Indie-Punk-Block ordentlich mit und ich muss ein bisschen grinsen, wie in einem Einfamilienhaus im Berliner Speckgürtel, wo mehr als ein Fünftel der Bevölkerung AfD wählt, ein bunter Haufen toller Menschen gemeinsam zu Antifascista von ZSK pogt.

Ich halte länger durch als letztes Jahr, aber als gegen halb 3 auch der Liebste schlapp macht, gehen wir einfach beide sehr früh (noch vor den Kindern) ins Bett. Der Liebste schläft sofort, ich wenig später. Irgendwann höre ich, wie auch der Rest der Party unerwartet früh die Segel streicht, da ist es irgendwas zwischen 3 und 4, glaube ich…

30.12.2025 – Strand statt Schreibtisch

Vorgestern auf die Idee gebracht worden, gestern beschlossen, heute umgesetzt: Die Lichtenberger Freundin und ich fahren ans Meer! Ich wache zehn Minuten vor dem Weckerklingeln auf, schaffe einen Teil des morgendlichen Reboots, ziehe mich warm an, backe zwei Kardamomschnecken aus dem Tiefkühlfach auf, koche Tee und dann geht’s los.

Mit der S-Bahn zum Bahnhof, dann rein in den RegionalExpress, wo die Freundin uns schon Plätze gesichert hat. Dann erstmal Frühstück.

Die Zugfahrt vergeht schnell, es gibt genügend zu erzählen und besprechen. Drei Stunden nach Hausverlassen sitzen wir in der S-Bahn vom Rostocker Bahnhof nach Warnemünde und dann sind wir plötzlich da und es ist ganz unwirklich, als hätte man uns in eine Kulisse versetzt.

Ich kenne Warnemünde ja nun wie meine Westentasche, von Kindheitsurlauben und Nachmittagsausflügen aus meiner Zeit in Rostock und als Programmpunkt jedes einzelnen Rostockwochenendes der letzten 17 Jahre (also seit ich in Berlin wohne), aber das ist das erste Mal, dass ich einfach morgens in Berlin in den Zug steige, in Warnemünde bin und abends wieder zurück fahre. Seit das nix mehr kostet (mein letztes Mal 58-Euro-Ticket fahren, bevor es nächsten Monat ein 63-Euro-Ticket wird), müsste ich das eigentlich viel viel öfter machen.

Wir spazieren ganz klassisch den Strom entlang und dann auf die Mole, laufen aber nicht bis zum Leuchtturm, sondern drehen vorher schon bei (der Wind!) und biegen auf den Strand ab. Nicht an der üblichen Stelle, denn dort gibt es heute einen See, über den man nicht trockenen Fußes kommt, sondern so richtig mit Umweg bis zum alten Leuchtturm. Dann aber!

Die Wetter-App bezeichnet den Wind als ruppig, das trifft auch auf die See zu. In der Sonne aber ist es trotzdem sehr angenehm. Es sind einige Kiter auf dem Wasser, die Menschen und das Hotel Neptun werfen lange Schatten. Als dann richtiger Schatten von Wolken aufkommt, geben wir unseren Plan auf, bis nach Wilhelmshöhe zu laufen und laufen stattdessen auf der Promenade zurück Richtung Zentrum.

Obligatorisches bei „Oma und Opa früher“ vorbeigucken.

Ich zeige der Freundin, wo ich meine Kindheitssommer verbracht habe, dann laufen wir den alten Weg zurück zum Strom und setzen uns in eins der Restaurants. Es gibt heißen Sanddornsaft und für mich Dorsch, für die Freundin Grünkohl.

Während das Dessert kommt (Cassis-Sorbet mit Sekt und Früchten), ruft die Bielefelder Freundin an, deswegen gibt es kein Dessertfoto. Sie ist gerade mit ihrem Freund bei ihren Eltern in Rostock und hat Lust, uns zu treffen. Wir spazieren nach dem Essen ein bisschen draußen herum, dann sind die Beiden auch schon da und wir drehen eine zweite Runde zum Strand, jetzt kurz vor Sonnenuntergang und nur bis zum Neptun.

Dann müssen sich die Lichtenberger Freundin und ich auch schon sputen, um zurück zum Bahnhof zu kommen. Im Sinne der Entspannung wollen wir nämlich nicht erst halb 10 wieder zuhause sein, sondern eben zwei Stunden früher. Zum zweiten Mal heute fahre ich durch Rostock durch, ohne es zu sehen (und ohne Törtchen!). Wir erwischen unseren Zug noch und gondeln gemütlich im Dunkeln zurück in die Hauptstadt.

Wir sind ja nämlich intellektuell!

Dort dann wieder S-Bahn und kurz danach bin ich zuhause. Die Katzen bekommen Futter, dann auch ich, und ich telefoniere mit dem Liebsten.

Letzte Crowdfarming-Tomaten, eingelegte Crowdfarming-Aubergine, Breze, zwei Sorten Stollen, Crowdfarming-Mandarine, Tee

Zum Essen schaue ich die erste Staffel Ted Lasso zu Ende und dann lege ich mich noch gemütlich in die Badewanne, nicht ohne vorher jede Menge Ostseeluft aus meinen Haaren zu kämmen.

29.12.2025 – Zwischendrin ein Montag

Heute ein Montag mit Wecker, wobei ich aber schon kurz vorher wach bin und so den gesamten morgendlichen Reboot schaffe. Grund für den Wecker ist ein Sportkurs. Ich stehe also früh auf, mache Kaffee und hole meine Matcha Overnight Oats (inspiriert von einem Rezept in NYT Cooking) aus dem Kühlschrank und werfe Kiwi und TK-Himbeeren drauf – schmeckt gut, ich werde mir demnächst auch mal warmes Porridge mit Matcha machen. Habe viel weniger Ahornsirup verwendet als im Rezept.

Dann ziehe ich mich schwimmbeckenfertig und darüber warm an, schnappe mir meine Sporttasche und verlasse das Haus… nur um an der Hausecke wieder umzukehren, der Kurs war (schon wieder!) abgesagt worden. Also wieder zurück umziehen und dann erledige ich noch ein bisschen Kram, wo ich schon auf den Beinen bin. Drogeriebesuch für Klopapier und Geschirrspülertabs. Haustierbedarfbesuch für Katzenstreu. Dann ist es spät genug, um in die „Innenstadt“ aufzubrechen – das Kostümgeschäft öffnet erst um 10.

Ich habe mich vorher schon online umgesehen und kann so recht zielsicher die Dinge zusammensuchen, die der Liebste und ich für die Filmriss-Mottoparty zu Silvester brauchen werden. Ein wenig zusätzliche Bastelei steht noch an, aber das schaffe ich am Silvestertag noch – Fotos werden wohl folgen.

Wieder zuhause verräume ich alle meine Einkäufe und bereite mir dann einen Kartoffelsalat nach Omas Rezept für später zu. Der ist Weihnachten ausgefallen, weil ich ja dann doch nicht alleine in Quarantäne war und es dann keine Gelegenheit mehr gab. Als der fertig ist und abkühlt, bin ich bereit für Mittagessen. Es gibt Stulle, eine mit veganem Kochschinken und Spreewaldgurke und eine mit wokem Käse, Tomate und Basilikum. Dazu eine große Kanne Minztee mit frischer Zitrone. Mit allem geht es an den Schreibtisch.

Auch heute arbeite ich wieder fleißig die lange To-Do-Liste ab und da kein Feiertag ist, telefoniere ich sogar zweimal mit Menschen, die auch arbeiten.

Nach dem frühen Feierabend dann endlich Kartoffelsalat, mit zwei Bio-Wienern und Dijon-Senf.

Dazu gibt es den letzten Downton-Abbey-Film. Ganz nett, aber auch OK, dass das jetzt vorbei ist. Besonders rührend die Montage am Ende und die Widmung an Dame Maggie Smith – von ihrem Tod im letzten Jahr ausgelöst hatte ich ja meinen Rewatch begonnen, eine runde Sache das.

Den Rest des Abends bestreite ich mit Plätzchen und einem beginnenden Ted-Lasso-Rewatch. Der Liebste hat die Serie in den letzten Tagen durchgebinget und da ich zwischendurch irgendwann aufgehört hatte, fange ich lieber nochmal ganz von vorne an, um mitreden zu können. Ist wirklich toll und legt sich sehr gut an Heated Rivalry von gestern an.

28.12.2025 – Fünfter Advent?

In weiten Teilen ähnlich wie gestern – wieder recht früh wach, wieder recht lange im Bett, wieder mit ordentlicher Schreibtisch-Session zum Aufholen der Dinge, die liegengeblieben sind.

Dazwischen aber nehme ich meine neue Challenge ernst, nennen sie #loosyisstdiekücheleer, esse mich mit Fantasie durch das, was da ist, und beginne, das auch auf Instagram zu dokumentieren. Wahrscheinlich sollte ich das auch direkt noch auf Pixelfed tun, aber das funktioniert ganz anders und so lässt sich das Format nicht 1:1 übertragen. Mal sehen.

Frühstück: Aufback-Breze, zwei Weißwürste, süßer Senf, alkoholfreies Weizen. Danach Obstteller und Sencha mit Ingwer und Zitronengras

Als ich am Schreibtisch eine Pause brauche, erledige ich Haushaltsdinge und gehe dabei auch zweimal raus zum Müllplatz, bei strahlend blauem Himmel. Der Müllplatz selbst hat etwas endzeitmäßiges – Biomüll und gelbe Tonne scheinen kurz vor Weihnachten nochmal geleert worden zu sein, Restmüll und Papiermüll eher nicht, die quellen beide mehr als über und breiten sich apokalyptisch über den Müllplatz aus. Ich kann meinen Teil nur möglichst platzsparend dazustellen und das Beste hoffen – wird leider eine harte erste Schicht für die Menschen von der BSR.

Der schöne Schein trügt

Früher als gestern mache ich Feierabend – ist ja Sonntag, schließlich, und gönne mir einen schönen Süßkramteller.

Gin-Stollen, Whisky-Stollen, Dominosteine, Zimtsterne, Vanillekipferl, Butterspekulatius, Gewürzspekulatius – interessant: Der Butterspekulatius schmeckt auch nach COVID noch vanilliger als die Vanillekipferl

Das Projekt für den Abend ist Heated Rivalry, eine kanadische Serie über Eishockey und queere Liebe, die gerade so richtig durch die Decke geht, Bewertungsrekorde bricht und in meinen Timelines und von Kritiker*innen gefeiert wird. Wirklich, wirklich gut, wobei ich am Anfang erstmal darüber hinwegkommen muss, wie explizit pornös die Sexszenen sind und dass das trotzdem alles große Kunst ist. Mit der Vertiefung der Geschichte wird die Schere im Kopf kleiner und am Ende passt, dass im Abspann die ganzen Förderungen von Québec, Ontario und Kanada an sich aufgeführt wurden. Jetzt ergeben plötzlich die ganzen Social-Media-Posts dazu auch in meinem Kopf Sinn und ich lese mich nochmal durch einiges durch und recherchiere hinterher. Ob ich die Bücher lesen werde, weiß ich nicht, aber wenn Staffel 2 dann irgendwann kommt, bin ich auf jeden Fall am Start. (Wann kommt eigentlich das deutsche Remake, das in der Fußball-Bundesliga spielt, fragt man sich die ganze Zeit. Dann Kettcar-Ohrwurm.)

Abendbrot: Reisnudel-Stirfry, Smashed Cucumber Salad und Mangopudding