17.03.2026 – Unorthodoxer St. Patrick‘s Day

Mit diesem Tag habe ich ja inzwischen auch so eine schwierige Beziehung. Eigentlich super Tag, der mit irischer Musik zu tun haben sollte, am besten live und im Pub. In der Realität wird’s dann oftmals ein bisschen anders. Ich erinnere mich an den, der auf ein Wochenende fiel und so mit einer dudelsackreichen Marching Band und irischem Whiskey auf dem RAW-Gelände begann und whiskeybedingt dann sehr schnell auf der Couch endete statt im Pub. Oder dem im letzten Jahr, der histaminüberschussbedingt schon nach dem ersten Pub endete, obwohl wir eigentlich noch ins Zweite wollten. Vor sieben Jahren machten mir Halsschmerzen einen Strich durch die Rechnung. Der vor drei Jahren erfüllte alle Bedingungen und war mein erstes Mal richtig Ausgehen nach meiner ersten, schwersten COVID-Runde. Allerdings stellte sich im Nachhinein raus, dass ich mir an dem Abend die zweite Infektion eingefangen hatte.

Für heute ist ein gemäßigter Pub-Besuch angesetzt, immerhin müssen wir morgen alle arbeiten. Dann hat aber gestern schon die eingeplante Freundin aus logistischen Gründen abgesagt und heute meldet sich der Liebste malad. Alleine habe ich keine Lust, außerdem schleppe ich ein Schlafdefizit mit mir rum und habe diese Woche noch so viel anderes vor. Es bleibt also beim grünen Kleid und der irischen Musik auf den Ohren heute. Schade.

Ansonsten dreht sich heute viel um den Koffeinpegel, des Schlafdefizits wegen. Ich starte noch im Bett mit Matcha Latte, trinke auf dem Weg ins Büro eine Mate und dort dann Sencha. (Um die Siebträgermaschine kümmere ich mich Donnerstag wieder, wenn weniger Andrang ist.)

Im Büro gibt es erst mitgebrachtes Müsli mit Hafermilch und dann nach den ersten Erledigungen Frühstücksbuffet mit Gebäck, Erdbeeren und witzigen Gesprächen, u. a. Erdbeer-Insights aus der Erdbeerheimat Rövershagen. Vielleicht sollten wir doch alle woanders kaufen.

Danach hat der Vormittag noch vier Meetings im Gepäck, von denen aber zwei spontan abgesagt werden, das macht es etwas entspannter. Zum Mittagessen in großer Runde habe ich mir morgens (nach Wegschmeißen des angeschimmelten Brotes) schnell einen Salat zusammengeschüttet. Die anderen essen Falafel und der Knoblauchgeruch verbessert auch mein Geschmackserlebnis.

Kichererbsen, letztes Stück Fenchel, letzte Karotte, letztes Stück Gurke, Petersilie, Koriander, Zitrone, Olivenöl, Salz, Pfeffer

Der Nachmittag hat noch drei Meetings, dazwischen Stillarbeit an verschiedenen Projekten, ein bisschen Orgakram und immer wieder Gespräche mit den vielen Menschen, die heute da sind.

Nach dem letzten Meeting (London und Mexiko City) mache ich mich dann auf den Weg nicht ins Pub sondern aufs Sofa. Kurz ausruhen, dann ist Abendbrotzeit.

Loaded Sweet Potato, einmal mit Frischkäse, und Schnittlauch, einmal mit letztem Gouda, Röstzwiebeln und Sriracha, dazu Erbsen mit Butter, noch was Grünes, anlassbedingt

Der Abend vergeht mit diversen Folgen Younger, das muss auch mal jemand weitergucken (jetzt Staffel 3 von 7). Nebenbei wartet Letterkenny auch wieder auf meine Aufmerksamkeit und dann gäbe es eigentlich auch noch die neue Staffel Virgin River, mein Puzzle, meinen Bücherstapel, mein Projekt und eine weiter zu katalogisierende Plattensammlung, ganz zu schweigen von der Nachrichtenlage, die auch verfolgt werden will und den entsprechenden Fernsehshows und Podcasts dazu und dann dem ganzen Draußen und den Menschen außerhalb des Internets. So viel zu tun, so wenig Zeit. Und keine KI kann dabei helfen.

Exkurs: In dem Zusammenhang „Zeitersparnis durch KI“ und Burnout wurde heute auf Arbeit in einer Diskussion übrigens das Känguru zitiert und dieser Marc-Uwe Kling ist wirklich ein Tausendsassa, aber das wisst Ihr ja. Die Antwort des Kängurus auf die Frage, warum die Leute immer wieder Lügner wählen, die offensichtlich nicht ihre Interessen vertreten, fasst alles sehr gut zusammen. In einem Satz:

„Progressive Politik, die sich für soziale Gerechtigkeit und den Erhalt unserer Lebensgrundlage einsetzt, muss zwingend Reichtum umverteilen und unsere Ökonomie umbauen, was eigentlich mehrheitsfähig sein sollte, da es dem Wohl der Mehrheit dient, aber die konkreten Maßnahmen kommen sehr häufig den Profitinteressen einiger sehr mächtiger Akteure im In- und Ausland in die Quere, die deshalb seit langer Zeit selbst und mit Hilfe ihrer Interessensvertreter – damit meine ich neoliberale oder rechte Parteien sowie entsprechend ausgerichtete Medienkonzerne, Social Media Plattformen, Think Tanks, Lobbyvereine und Astroturf-Bewegungen – Front gegen die erwähnte Politik machen und in diesem Kampf nicht davor zurückschrecken, mit Hilfe von Desinformationskampagnen, rassistische, sexistische und sozialdarwinistische Ressentiments zu schüren, um die Wählerinnen und Wähler auf Irrwege zu führen, die der Allgemeinheit schaden, aber die Profitinteressen der Wenigen schützen.“

Wird Zeit, dass der Liebste und das Teilzeitkind die Känguru-Rebellion durchgehört haben, damit ich auch endlich kann… Exkurs Ende. Blogpost auch.

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