30.10.2025 – Kein Dampfbad, kein Burger, kein Licht…

…aber sonst ein guter (voller) Tag:

Vor dem Weckerklingeln aufgewacht, wird Zeit, dass ich die Serie durch habe und nicht mehr bis zum Einschlafen dänische Politik verfolge, dann klappt das auch wieder mit dem Schlafen… Dafür dann aber genügend Zeit, alles morgens anstehende zu erledigen, eine kanarische Banane zu frühstücken, vietnamesischen Kaffee im Becher mitzunehmen und rechtzeitig auf dem Weg zu sein.

Am Alex fällt mir wieder ein, dass auf der U2 ja Schienenersatzverkehr ist. Wie neulich schwenke ich dann spontan auf die U5 um, muss diesmal aber nicht nochmal umsteigen, sondern kann direkt von den Linden zum Fitnessstudio laufen – durch den Regen. Ich bin dann etwas später als geplant da, aber immer noch zwanzig Minuten vor Kursbeginn im Wasser. So bekomme ich noch 400 Meter Schwimmen unter, bevor es zu voll wird, die zeitlich schaffbaren 500 Meter vollzumachen. Dann eine Dreiviertelstunde recht forderndes Ganzkörpertraining, bei dem ich merke, dass ich eben schon geschwommen bin. Huiuiui.

Hinterher erstmal 15 Minuten in den heißen Whirlpool und von den Düsen massieren lassen. Da die Duschen endlich wieder gehen, will ich mir noch das komplette Wellnessprogramm gönnen, aber jetzt ist das Dampfbad außer Betrieb. Also geht es nur in die Sauna und dann in den Ruheraum, der leider deutlich weniger gemütlich und entspannend ist als der in Südberlin. (Bester Pool: Fhain, Whirlpool: Mitte, bester Wellnessbereich: Südberlin) Hier lese ich trotz Dämmerlicht ein paar Kapitel im Café ohne Namen weiter, bis sich mein Organismus wieder normalisiert hat.

Dann Duschen, Haare waschen, Föhnen, Kämmen, Eincremen, Anziehen (letzteres behindert von zwei jungen Studentinnen, die die Spinde neben mir haben und sich vor meinem ordentlich und langsam ausbreiten, während sie über die Vorzüge verschiedener Mensen reden und wie viel oder wenig Uni sie heute noch haben) und wieder hinaus in den Regen. Inzwischen habe ich richtig Hunger und laufe zu meinem liebsten veganen Burgerladen in der Innenstadt – nur um dann festzustellen, dass der dicht gemacht hat. Dabei war ich doch grad am St. Patrick‘s Day noch da! Hungrig durchforste ich Google Maps nach Alternativen. Die großen Burger-Ketten umgehend lande ich bei einem gut bewerteten Burgerladen etwas abseits. Dort bekomme ich erst einen Tisch und dann gesagt, dass es kein Burgerladen mehr ist. Hmpf. Jetzt ist aber auch weder Energie noch Lust übrig, nochmal durch den Regen zu latschen. Ich mache also das Beste daraus und esse gezwungenermaßen schon wieder was Gesundes.

Salat mit Falafel, Feigen, Aufstrichen und Brot, frischer Minztee

Immerhin ist das Essen sehr gut (wenn auch nicht die besten Falafel meines Lebens), dafür aber mittemäßig teuer. Für das Geld hätte ich gerne das große vegane Burgermenü mit bottomless Limonade gehabt, aber wie es aussieht, hat inzwischen die ganze Burger-Kette zugemacht, schnüff. Gemütlich ist es hier auch nicht und gegen 14 Uhr bin ich am Ende die letzte Gästin. Also bezahle ich und laufe ein Stück weiter zu meinem liebsten Café hier in der Gegend, denn ich habe noch ein Stündchen zu überbrücken. Der Regen hat übrigens während ich auf mein Essen wartete aufgehört, aber da waren meine Klamotten ja schon einigermaßen durch.

Im Café bestelle ich mir einen Golden Latte – Espresso mit Milch, Kurkuma und Gewürzen – und kann auch einem Stück Kirsch-Mohn-Kuchen nicht widerstehen. So bekomme ich die Stunde gut rum und laufe dann pünktlich hinüber zur anderen Spreeseite, wo ein Verbandskollege ins Bundespresseamt eingeladen hat.

Rechts das Rednerpult des Bundeskanzlers

In einem fensterlosen Raum gibt es von drei Mitarbeitenden (u. a. einem der stellvertretenden Regierungssprecher, der früher zusammen mit einem Freund von mir einen erfolgreichen Podcast hatte) kurze Einblicke in die verschiedenen Arbeitsbereiche des Amts und dann viele Fragen und Antworten, über die ich hier nicht schreiben darf. Nur soviel: Ich bin dankbar, dass a) scheinbar sehr vernünftige Menschen diese Jobs machen und b) die Frage nach dem Stadtbild gestellt wurde. Das Ganze dauert dann insgesamt zwei Stunden, so dass es draußen bereits dunkel wird, als wir wieder rauskommen.

Für den nächsten Tagesordnungspunkt laufe ich einmal die Spree entlang quer durch Mitte und lande in einer knappen Dreiviertelstunde wieder in der Wohnung der Ellis (das Schrittziel war schon mittags erreicht).

Dort dann Post, Pflanzen gießen, Bett für kommenden Übernachtungsbesuch beziehen, mit dem Liebsten telefonieren, bevor er zu einer Abendveranstaltung aufbricht. Dann laufe ich rüber nach fast Kreuzberg und nehme die U8 zum Alex, keine Lust auf SEV-Busse mehr! Vom Alex geht es mit der Tram nach Hause. Noch ein schweres Paket bei der Nachbarin abholen, die nassen Badesachen aufhängen, ein Süppchen „kochen“ und dann plumpse ich gegen 19:30 endgültig auf die Couch und befasse mich den Rest des Tages wieder mit dänischer (und grönländischer) Politik.

Curry Duck Ramen

29.10.2025 – Erfolgreich im Draußen

Irgendwas ist anders an diesem Mittwoch, das fällt spätestens auf, als ich vor dem noch heruntergelassenen Rollo stehe und mir warm wird. Die Heizung ist nicht an, also muss die Wärme von draußen kommen und richtig – da scheint die Sonne. Ich starte sofort etwas beschwingter in den Tag, verlege das Haarekämmen zum Licht und Sauerstoff tanken auf den Balkon und beschließe, dass ich auch draußen frühstücken kann, so warm ist es dort. Das Thermometer sagt 13 Grad, aber dank der direkten Sonneneinstrahlung – es ist zugegebenermaßen schon etwas später am Tag und der morgendliche Reboot schon komplett erledigt – reicht mir ein dünnes Jäckchen über dem Schlafanzug völlig aus.

Matcha Latte, Brot mit Johannisbeermarmelade, regionaler Bio-Apfel, Crowdfarming-Kaki (sie reifen seeeeeehr langsam nach)

Ich esse gemütlich und mit Katzenbegleitung, koste jede Minute Sonne aus und bin gleich in ganz anderer Gemütsverfassung.

Bei Nimbin ist auch Sommer

Ziemlich zeitgleich zum Beginn des mittäglichen Webinars ist die Sonne um die Hausecke rum. Dann Webinar und Nachbereitung, ein bisschen Laptop-Arbeit, Physio-Übungen, tagfein machen, noch mehr Laptop-Arbeit. Etwa vier Stunden nach dem Frühstück gibt es den letzten Rest Pasta zum Mittagessen und hinterher eine Spaziergangsrunde.

Ab ungefähr der Hälfte telefoniere ich nebenher sehr produktiv und kurz vor Zuhause setze ich mich hin, um das Telefonat in Ruhe und konzentriert zu Ende zu führen. Nach dem Auflegen stelle ich fest, dass ich auf einem bequemen, intakten Korbstuhl sitze, den jemand zum Verschenken rausgestellt hat. Ziviler Ungehorsam im Pberg, das ist doch jetzt verboten! Ich beende den Missstand der Illegalität, nehme den Stuhl mit nach oben und lege ihn in Kissen drauf.

Dann beschließe ich Dank meines heutigen Elans, den kaputten Schaukelstuhl, den sich mein Cousin irgendwann zum Reparieren abholen wird und der jetzt seit etwa 15 Monaten im Wohnzimmer herumliegt, in den Keller zu bringen und stattdessen den Korbstuhl ins Wohnzimmer zu stellen. Manchmal braucht es eben den richtigen Impuls.

Ich ruhe mich ein wenig aus und gucke im Internet herum, dann ist um 18 Uhr Zeit für das nächste Webinar, bei dem ich nur zuhören muss. Ich nehme es also mit in die Küche und koche nebenher Abendbrot.

Suppe aus restlichen Crowdfarming-Butternut mit dehydrierten und dann angebratenen getrockneten Steinpilzen

Nach dem Webinar schließt sich direkt noch ein anderes an, das fast bis 19:30 geht. Dann ist endgültig Feierabend. Ich telefoniere zum sechsten Mal heute mit dem Liebsten, plaudere mit der Mitbewohnerin und verschwinde dann wieder im politischen Kopenhagen.

28.10.2025 – Langsamer Dienstag

Nochmal ziemlich gut geschlafen und dann erst langsam in den Tag gefunden. Das frühe Liebstentelefonat hilft ein wenig. Der morgendliche Reboot im Bett ist früher beendet als gestern, so dass ich noch ohne Hetze die Physioübungen einbauen kann und trotzdem ein paar Minuten früher am Schreibtisch sitze als gestern.

Ganze Crowdfarming-Mango, Cranberry-Pistazien-Müsli, Mate, später Kräutertee

Ich arbeite fleißig vor mich hin, bis früher als erwartet die Mitbewohnerin samt Besuch nach Hause kommt. Da wollte ich eigentlich schon tagfein sein und das Katzenklo durchgesiebt haben, ups. Allerdings sind die Drei auch nur kurz da und gehen dann wieder raus, um Berlindinge zu machen, so dass ich das schnell nachholen kann. Dann gibt es ein nachmittägliches Mittagessen.

Bagel mit Dattel-Feige-Hummus, Kräuter-Bergkäse, Gurke und Aioli, Bagel mit veganem Kräuterfrischkäse, veganem Lachs und Ailoli, Wasser

Nach dem Essen noch ein paar Recherchen und dann Zwischenfeierabend in der Badewanne. Freie Zeiteinteilung ist ne gute Sache. Abends habe ich dann nochmal ein knapp zweistündiges Meeting, danach mehr Pastareste und ein paar Folgen Borgen.

Abgesehen davon beobachte ich den Tag über die Nachrichtenlage aus Jamaika, denke an den legendären Urlaub vor zehn Jahren zurück (nachzulesen hier, hier, hier und hier) und hoffe, dass die Menschen, die ich damals dort kennengelernt habe den Hurricane gut überstehen. Die Prognose ist eher nicht gut.

27.10.2025 – Another Monday

Obwohl es morgens – für kurze Zeit – wieder früher hell ist, schlafen die Katzen und ich besser und länger. Merkwürdig. Ausführlicher morgendlicher Reboot im Bett mit einer Tasse Fake-Ostfriesentee. Ich bin zu faul für losen Tee und benutze einfach einen normalen schwarzen Beuteltee, ein Kluntje und den Rest Sahne. Schmeckt trotzdem. Internet leer lesen, Bloggen, Liebstentelefonat, Französisch, Italienisch, Rätsel. Ich überlege kurz, den Laptop ans Bett zu holen, entscheide mich dann aber doch für Aufstehen, Anziehen und den Schreibtisch.

Blaubeer-Cassis-Müsli mit kanarischer Banane

Emsige Schreibtischarbeit nur unterbrochen von einem Webinar zur Mittagszeit. Dann gibt es gegen 15 Uhr eine späte Mittagspause, in der ich mehr Müll wegbringe (der Staubsauger ist seit gestern voll) und dann koche.

Da ich noch keine Lust auf den Rest Kürbis und Süßkartoffeln habe, gibt es heute Essen aus dem Vorratsschrank – Pasta mit Bohnen und Cherrytomaten, jeweils aus der Dose. Dazu eine halbe Crowdfarming-Zwiebel, Butter (in Anlehnung an Marcella Hazan) und diverse getrocknete Kräuter, Parmesan und ordentlich Pfeffer. Sehr lecker, herzhaft, wärmend. Ob das nun um die Uhrzeit (inzwischen ist es 16 Uhr) Mittag oder Abendbrot ist bleibt offen.

Ich telefoniere länger mit Nova Scotia und habe dann noch ein weiteres Webinar mit einigem an Nachbereitung. Dann mache ich mir einen Snack-Teller und lese in einem Rutsch Alison Bechdels Fun Home durch, bei einer Graphic Novel geht das. Sehr zu empfehlen!

Regionaler Bio-Apfel, Crowdfarming-Pistazien, Riegel aus dunkler Schokolade, Nüssen und Meersalz

Gegen 22 Uhr ist das Buch zu Ende und ich stelle fest, dass die Pasta doch nur Mittagessen und der Snack-Teller eben ein Snack-Teller und nicht Abendbrot war. Es gibt also nochmal eine kleine Portion Nudeln, bevor ich ins Bett gehe und das nächste Buch anfange, das mir die Liebstenmama neulich geschenkt hat und das mich kurz vor dem Einschlafen ins Wien der 60er Jahre entführt.

26.10.2025 – Aufräumen

Nachdem am Freitag das Immunsystem und gestern die To-Do-Liste aufgeräumt wurde, sind heute der Kopf und die Wohnung dran. Die Uhrzeit räumt sich größtenteils von alleine auf, bis auf die große Küchenuhr. Die letzte dort war eine Funkuhr, die an Zeitumstellungstagen nachts plötzlich 23 oder 25 Stunden vorstellte und zwar lautstark rödelnd. Und manchmal zwischendurch 24 Stunden, wenn sie den Funkkontakt verlor. Ich begann dann, an Zeitumstellungstagen die Batterie rauszunehmen und am Morgen manuell zu stellen. Irgendwann blieb sie stehen und seitdem habe ich eine neue analoge und überspringe den Zwischenschritt.

Der Rest vom Morgen sehr üblich, dann Frühstück auf dem Sofa und ausführliche digitale Zeitungslektüre, es ist schließlich Sonntag.

Iced Matcha ohne Latte, Crowdfarming-Mango mit Kokosjoghurt und Zimt, Bagel mit Käse und Johannisbeergelee, regionaler Bio-Apfel

Als alle interessanten Tabs geschlossen sind, also am späten Nachmittag, beginne ich mit feministischen Podcasts auf den Ohren mit dem Wohnungsputz – Müll weg, Bett neu beziehen, Wäsche waschen, Staub saugen, Bad und Küche putzen, Böden wischen. Dazwischen Pausen, es ist ja immer noch Sonntag. In einer der Pausen mache ich den Rest Ofengemüse warm, dazu mehr veganes Aioli.

Kurz nach 20 Uhr ist Feierabend, ich telefoniere nochmal mit dem Liebsten, mache mir einen Abendbrotteller und hole mein Buch hervor.

Brot mit veganem Frischkäse und veganem Lachs, dazu Gurke, Radieschen und zwei Hühnereier

Bis kurz nach Mitternacht lese ich The Salt Path von Raynor Winn zu Ende und habe zwischendurch immer mal wieder irrationale Lust, zu wandern, bzw. einfach unterwegs zu sein. Und am Meer. Und Flashbacks zu meinen Aufenthalten in Südengland. Zum Glück lese ich erst nach Ende des Buches nach, wie kontrovers die Authentizität der angeblich biografischen Geschichte diskutiert wird. Den Film würde ich trotzdem gerne sehen, schon wegen Gillian Anderson und Jason Isaacs.

25.10.2025 – Zurück im Game

Der gestrige Pausentag zur Produktion von Antikörpern stellt sich rückblickend als die genau richtige Entscheidung heraus. Der Arm schmerzt noch ein wenig, aber Matschkopf und Mattigkeit sind beim Aufwachen wie weggeblasen. Nach Beendigung des morgendlichen Reboots im Bett befeuere ich die neue Energie noch zusätzlich mit einem Espresso Tonic und fühle mich dann direkt wie ein neuer Mensch. Zum Kaffee gibt es selbst gemachtes Porridge (die nächste Stufe wäre dann selbst geflockter Hafer) mit kanarischer Banane, dem Rest Heidelbeeren und frisch geknackten Walnüssen aus Anhalt, dazu Ahornsirup und Zimt – alles übrigens nur fast vegan, ich verwende zwar Hafermilch, aber dann doch ein bisschen Butter zum Anrösten der Haferflocken.

So gestärkt geht es für eine außergewöhnlich produktive Session an den Schreibtisch, wo fleißig To-Do-Listenpunkte abgehakt werden. Nach einem längeren Telefonat mit dem Brüderchen finde ich dann noch im Hellen den Weg ins Draußen und mache ein paar Besorgungen in Drogerie- und Supermarkt.

Wieder zuhause direkt in die Abendessenvorbereitung. Es gibt Ofengemüse aus Butternut-Kürbis, Süßkartoffeln und Kartoffeln mit ordentlich Thymian und eine Art veganes Aioli. Weil ich das Rezept nicht richtig lese und die Reihenfolge nicht beachte wird die Emulsion aus Olivenöl und Hafermilch allerdings nicht richtig cremig. Ich helfe mit Kokosjoghurt nach, dann passts. Für den Geschmack kommt außer Knoblauch, Salz und Zitrone noch ein bisschen Estragon dazu.

Zur geistigen Erbauung tragen heute verschiedene Podcasts bei. Wie immer interessant ist Alles gesagt, diesmal mit Cem Özdemir, den ich dadurch etwas runder kennenlerne, mit Licht- und Schattenseiten. Karo Corneli spricht mit Matze Hielscher über Freundschaften und Kumpeleien von früher, was mich an meine eigene Begegnung mit Matze auf dem DJ-Pult einer Indie-Party und das Herumalbern und Beschreiben eines Booklets einer Virginia Jetzt!-CD erinnert (Ohrwurm von Dreifach schön incoming). Und sie spielen Du musst dahin, wo‘s wehtut an, das ich damals für den Soundtrack einer Doku vorgeschlagen habe, an deren Produktion ich beteiligt war. So viele Erinnerungen. Hrishikesh Hirway und Samin Nosrat sprechen in Home Cooking live unter anderem über indische und persische Einflüsse in ihrem Kochen, wie immer hörenswert und appetitanregend. Und dann gibt es noch die ersten zwei Folgen von Der Heimweg, in dem Militsa Tekelieva aus Bulgarien mit dem Zug zurück nach Berlin fährt und über Heimaten nachdenkt.

Außerdem lese ich im Salzpfad-Buch weiter und belese mich spät am Abend weiterhin in Familiengeschichte – immerhin stehe ich heute an hoher Position erstmals als Angehörige in einer Anzeige in einer überregionalen Tageszeitung und einer meiner To-Do-Listen-Punkte war es, eine Hotelbuchung eines Verstorbenen zu stornieren.

Für ein bisschen Seelenstreichelei gibt es eine halbe Tafel Gebrannte-Mandel-Schokolade, die mir vorhin in den Einkaufskorb gehüpft ist. Gut, aber nicht überragend.

24.10.2025 – Praktikum in der Produktion

Nach erstaunlich guter Nacht stellt sich bald heraus, dass ich den heutigen Tag hauptamtlich mit der Produktion von Antikörpern verbringen werde. Ein bisschen matschig im Kopf und vor allem sehr sehr matt im Rest vom Körper bin ich. Der Arm mit der Schulter, dem Ellenbogen und dem COVID-Impf erlaubt mir nicht, auf ihm zu liegen. Der latente Kopfschmerz erlaubt keine Konzentration auf komplexe Aufgaben und hatte ich die Mattigkeit schon erwähnt? Nach den letzten Tagen eh durchaus angemessen.

Ich sage also Sport und Besuch für heute ab und bleibe auch nach dem ausführlichen morgendlichen Reboot im Bett und widme meine Aufmerksamkeit Netflix. Die dritte Staffel The Diplomat geht genauso gut weiter und zu Ende, wie sie gestern angefangen hat und ist insgesamt witziger, als ich die ersten beiden Staffeln in Erinnerung habe. Das wird unter anderem auch an Bradley Whitford als unwilligem und ausfaserndem First Gentleman liegen, aber auch Allison Janney und Keri Russel haben großartige und slapstickhafte Momente.

Irgendwann dazwischen gibt es lauter Essen. Die erste Mahlzeit hat Müsli, Heidelbeeren, Sharon, Bagel, Käse und Kichererbsen-Feigen-Aufstrich, die zweite eine Art Omelette mit der Zucchini-Mischung von gestern, Oliven und Sriracha. Die dritte Vanilleeis und Granatapfelkerne.

Dank halb so langer Folgen kann ich direkt noch die neue Staffel Nobody Wants This anschließen, die weiter gute RomCom bietet.

Irgendwann sind die Serien durch, dann geht es noch in die Badewanne und gegen Mitternacht dann wieder zurück ins Bett. Hoffentlich sind jetzt ausreichend Antikörper da, morgen hätte ich durchaus wieder Dinge zu erledigen!

23.10.2025 – Protokollarischer Tagesablauf

Nach vielfachen k(r)atzigen Unterbrechungen wache ich gegen 8 endgültig auf und werfe mich mit Verve ins Leerlesen des Internets. Das erste Liebstentelefonat passiert noch vor der Bloggerei, die Situation ist danach. Nach dem Bloggen in Ruhe Französisch und Italienisch, dann die Rätsel. Und schon ist Aufstehzeit. Ich erledige ein paar Haushaltsdinge, füttere die Katzen, dusche und ziehe mich an und sitze dann mit Frühstück am Schreibtisch.

Erdbeermüsli mit Hafermilch und Heidelbeeren

Emsiges Arbeiten und ein Webinar, dann geht es mit To-Go-Tee hinaus in den herbstlichen Sprühregen. Ich habe mir gestern spontan noch einen Doppel-Impftermin gebucht. In der impfenden Apotheke wie immer amüsantes Personal – die eine trägt Spooktober-taugliche Teufelshörnchen, der andere hält ein ausführliches Schwätzchen mit mir und die impfende Dame selbst hat sowieso einen Clown gefrühstückt. Wir albern viel herum, während ich belehrt werde und einen Piks links und einen Piks rechts bekomme. Die für mich achte COVID-Impfung kommt in die Schulter, auf der ich nachts eh nicht gut liegen kann, die jährliche Grippe-Impfung in den anderen Arm, weil sie vermutlich weniger wehtun wird.

Durch noch mehr Regen geht es wieder nach Hause. Zum sehr späten Mittagessen brate ich eine halbe Crowdfarming-Zwiebel und zwei Crowdfarming-Zucchini lange an, während ich mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind telefoniere. Dann wird die Hälfte für morgen beiseite gelegt, aus der anderen Hälfte mache ich mit Nudelwasser, Peperoncini, Basilikum und Parmesan eine Sauce zu Pasta.

Zum und nach dem Essen schaue ich in die neue Staffel The Diplomat hinein, die wie erwartet sehr gut ist. Eigentlich wollte ich ja nochmal zurück an den Schreibtisch, aber manchmal muss man sich ja auch einfach ausruhen, also schaue ich noch eine zweite Folge und fange sogar noch die dritte an.

Die Katzen sind Fernseheulen!

Da aber ruft der Liebste wieder an und wir telefonieren noch einmal ausführlich. Hinterher bleibt gar nicht mehr so viel Zeit, bevor ich mich für den Abend fertig machen und wieder losgehen muss.

Mit Straßenbahn, U-Bahn und S-Bahn (Herbstferienbedingt ist der Berliner ÖPNV im Moment eine Großbaustelle mit viel SEV, auf den ich keine Lust habe), geht es zum Potsdamer Platz und hier ins gleichnamige Theater. In wenigen Wochen startet dort als Weltpremiere das neue Programm des Cirque du Soleil und ich besuche mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind heute die letzte Generalprobe.

Kurz bevor die Show beginnt kommt eine Eilmeldung aufs Handy, die auch Herrn Buddenbohm kurzzeitig aus der Fassung gebracht hat. Ich beschließe, dass ich diese Ereigniskarte jetzt erstmal ignoriere und stelle das Handy auf „Nicht stören“. Wenn die Welt dann untergeht, hatten wir immerhin noch ein tolles Erlebnis zum Schluss. Die Show ist großartig, atemberaubend und auf jeden Fall sehr zu empfehlen. Vor allem, wenn man mal so richtig die Welt (und die Ereigniskarten) da draußen vergessen und im Hier und Jetzt leben will. Vor, zwischen und nach der Show treffen wir auf bekannte Gesichter, die einen erwartbar, die anderen unerwartet aber es ergibt dann doch Sinn, dass sich quebecoise Artist*innen für quebecoise Artist*innen interessieren, wenn sie in der gleichen Stadt sind. Ein schönes Wiedertreffen!

Außerdem gibt es in der Pause Schorle und Berliner Popcorn (Butterkaramell und Tahitivanille) und ich verspreche dem Teilzeitkind einen Besuch in der Popcornmanufaktur, die bei mir um die Ecke ist. Nach dem Ende bringe ich den Liebsten und das Teilzeitkind zu dem Bus, der sie statt SEV und Umsteigen direkt zurück nach Südberlin bringt und steige dann in den, der mich zumindest bis zur Straßenbahn bringt. Gegen halb 12 bin ich zu Hause.

Während der Show fing der linke Arm an, zu schmerzen, der rechte ist zumindest um die Einstichstelle herum etwas empfindlich. Nach und nach kommt jetzt auch ein bisschen Kopfschmerz und Abgeschlagenheit hinzu. Ich nehme eine Tablette und krieche zu den Katzen ins Bett, auf einigermaßen guten Nachtschlaf hoffend.

22.10.2025 – Was schön war

  • Etwas ausführlicher ausschlafen und langsamer in den Tag kommen
  • Frühstück mit selbst gemachter Pflaumenmarmelade und Keksresten von gestern
  • Ein Stück Lyrik abtippen und mit sehr speziellem Flattersatz versorgen und damit jemanden sehr glücklich machen
  • Pasta- und Pizzareste zum Mittag
  • Wieder viel goldener Oktober mit buntem Herbstlaub
  • Eine große Flasche Orangina Blutorange
  • Ausgiebiges Katzenkuscheln und vor YouTube versacken am Abend
Girl Dinner?

Ab morgen dann erstmal wieder reguläre Berichterstattung…

21.10.2025 – Was schön war

  • Gemütliches Herbstferienfrühstück mit dem Liebsten und dem Teilzeitkind
  • Emsiges Abarbeiten von Dingen
  • Viele gute Gespräche
  • Cookie-Haul und Spaziergang mit dem Teilzeitkind
  • Sehr schmackofatzige Antipasti und Tagliolini mit Steinpilzen und Trüffeln
  • Nach zwei Folgen Wednesday zu dritt früh ins Bett
  • Dort noch in ein Rabbithole gefallen und alte Artikel gelesen bzw. Videos gesehen und viel gelernt