Laut Kalender ist Sonntag, aber die Sonne zeigt sich so explizit nicht, dass ich den Balkon nur kurz betrete, um Temperatur und Feuchtigkeit zu überprüfen und dann resigniert die Balkontüren schließe, damit es in der Wohnung nicht zu kalt wird. Die Katzen protestieren nur kurz. Die Eisheiligen sind ja eigentlich noch eine Weile hin, aber der Wetterbericht sagt etwas anderes – vermutlich kann man sich auf so jahrhundertealte Wettertraditionen eh nicht mehr verlassen.

Das Frühstück drinnen ist dann aber sonntäglicher, mit Ei. Und Käsebrot mit Kaviarcreme, Joghurt mit Feigenmarmelade, Apfel, Mispeln und Matcha Latte (aus Fertigpulver, als Übergangslösung OK, bis mir jemand zum Geburtstag the real deal schenkt – ich bitte die mitlesenden Probanden, sich da abzustimmen).
Heute habe ich zwei intellektuell anspruchsvolle Dinge auf meiner inneren To-Do-Liste, die beide an sich auch Spaß machen, aber durch den To-Do-Faktor irgendwie unattraktiv wirken. Ich behelfe mir mit beherzter gegenläufiger Prokrastination und beginne das Ding, das sich gut auf der Couch machen lässt und halte so lange durch, bis der innere Widerstand mich abbrechen lässt. Dann prokrastiniere ich das Ding eben mit dem anderen Ding, für das ich an den Schreibtisch gehen muss. Am Ende habe ich beides mehr oder weniger zufriedenstellend erledigt und freue mich über den erfolgreichen Hirn-Hack.
Als der Magen knurrt ist es zeitlich irgendwo zwischen spätem Mittag- und frühem Abendessen. Ich bastle mir aus dem Rest roter Zwiebel von gestern, einer Dose Kichererbsen, Rosmarin, Fenchelsamen, Zitrone und einem Rest Pasta eine Art Pasta e ceci, aber nicht als Eintopf, sondern als Pastaciutta. Schmeckt gut, macht satt und eine Portion bleibt noch für morgen.

Am Abend weiter Pørni, dazwischen auch mal ganz linear die Tagesschau. Ins Bett geht es spät und weil morgen die sechs Wochen um sind, mache ich zur Feier des Tages vor dem Schlafen die Schiene ab – der Fuß fühlt sich ungewohnt frei, aber es ist alles sehr aufregend und der Schlaf lässt auf sich warten.