08.02.2024 – Überraschung

Ich erwache ziemlich munter etwa eine Stunde vor dem Weckerklingeln. Ein kurzer Temperaturcheck sagt, dass mein Körper wieder im Normalbereich operiert und so fühle ich mich auch. Ich bin also ganz darauf eingestellt, heute wieder zu arbeiten und schwinge mich früher als sonst normal wäre aus dem Bett, um zu duschen und mich anzuziehen. Nach der Dusche denke ich: Hui, vielleicht aber besser noch Bett-Office heute. Ich gehe in die Küche, füttere die Katzen, mache mir Porridge und Tee und bringe ein Tablett zum Bett, außerdem den Dienstlaptop. Inzwischen denke ich: Ich versuche das heute mit dem Arbeiten mal, mal schauen, wie lange ich durchhalte. Als ich noch etwas aus der Küche hole, treffe ich auf den Mitbewohner und sage, dass ich heute versuche zu arbeiten. Er schaut mich völlig entgeistert an: „You do what??“ Ich frage, ob er das für keine gute Idee hält und er verneint energisch. Seiner Meinung nach sollte ich mich die ganze Woche rausnehmen. Ich wackle zum Bett, fahre den Dienstlaptop hoch, fange an E-Mails zu sichten und dann zieht sich alles wieder zu. Ich verschiebe nochmal Meetings, gebe dem Team Bescheid, melde mich einen weiteren Tag krank, lege den Dienstlaptop wieder weg und löffle mein Porridge.

Nebenbei telefoniere ich mit dem Liebsten, der mich zu meiner Entscheidung beglückwünscht. Als ich fertig gefrühstückt habe, bin ich so platt, dass ich wieder einschlafe. Soviel zu meinen tollen Plänen. Irgendwann nach 11 wache ich wieder auf und habe dann einen kleinen Energieschub, den ich nutze, um nach draußen zu gehen. Ein Paket wartet in einer Packstation auf mich und da es nicht sehr schwer ist, nutze ich die Gelegenheit für Bewegung an der frischen Luft. Müll nehme ich auch noch mit runter. Der kurze Spaziergang (hin und zurück vielleicht ein Kilometer) ist ganz schön anstrengend und ich bin froh, als ich wieder drinnen bin und lege mich erstmal hin.

Passend zum Thema Außenwelt öffne ich die Post der letzten zwei Tage (Muss schon wieder Dinge tun, mit Fristen, die Drucker involvieren, wah!) und rufe dann noch bei der Versicherung an, die mit der Auszahlung meines Guthabens wartet, bis ich eine beglaubigte Kopie meines Personalausweises eingeschickt habe. Das tat ich vergangenen Montag, zwei Tage später schickten sie mir eine Erinnerung, die nochmal zwei Tage später bei mir ankam und mich nervös machte. Ich muss mehrmals Dinge sagen, die von einer Maschinenstimme wiederholt werden, lande dann für mehrere Minuten in einer Warteschleife und habe dann endlich eine nette Dame am Apparat. Sie braucht noch mehr Infos von mir und kann mir dann aber sagen, dass die Kopie noch nicht im System hinterlegt ist.

Gemeinsam kommen wir darauf, dass ich meine Vertragsnummer nicht auf die Kopie geschrieben habe und auch das ursprüngliche Schreiben der Versicherung nicht beigelegt hatte. Nichts davon stand in dem Schreiben und ich bin davon ausgegangen, dass man anhand meiner Ausweisdaten die Kopie recht einfach meinem Kundenkonto zuordnen könnte. Wohl nicht. Ich soll in einer Woche nochmal anrufen und fragen, ob die Kopie inzwischen angekommen und zugeordnet werden konnte, wenn nicht müsse ich evtl. nochmal eine Kopie machen und die würde sie dann per E-Mail schicken. Auch von dieser Möglichkeit stand nix in dem ollen Schreiben. Ich bringe meinen Unmut über das ganze Verfahren zum Ausdruck und erwähne, wie schwierig es ist, in Berlin an einen Ämtertermin für so eine Kopie zu kommen. Sie meinte, die könne ich ja auch bei meiner Bank oder meinem „Vermittler“ ganz einfach machen lassen. Ich erkläre ihr dann, dass ich seit Jahren keine Bank mit Filiale mehr habe und dass meine Versicherungsagentin nicht in Berlin lebt. „Oh“, sagt sie.

Ich rufe dann also wohl nächste Woche wieder an und gucke solange entsetzt auf das Loch in meiner Barschaft, denn die neue Versicherung hat den genau dafür eingeplanten Betrag natürlich schon abgebucht – meine Versicherungsagentin und ich hatten extra einen Monat Puffer eingebaut, damit es da keine Probleme gibt. Well… Ich hasse alles mit Papier und möchte bitte zurück ins 21. Jahrhundert.

Dann verspüre ich langsam ein Hüngerchen und mache mir eine Art Pastina, kleingebrochene Capellini in Gemüsebrühe, mit Blattspinat und verquirltem Ei. Das esse ich langsam und vorsichtig und es bleibt alles drin und jetzt ist mir auch nicht mehr übel, wie nach dem Porridge vom Morgen.

Dann überlege ich, was ich mit dem Rest des ungeplanten dritten Krankheitstages anstelle und verlege mich wie gestern aufs Filme gucken. Heute samt und sonders leicht verdauliche Kost: Der Coming of Age-Film „Along for the Ride“, die Episoden-RomCom „Happy New Year“ und die eher klassischen RomComs „The Switch“ und „The Rebound“, alle vier Filme mit kitschig-schönen Happy Ends.

Zwischendurch schaue ich immer schon ein bisschen, was so auf Arbeit passiert und schreibe auch mit zwei Kolleg*innen kurz. Ich denke, morgen kann ich wieder arbeiten – Freitage sind ja tendenziell eh eher ruhig. Diesmal aber direkt vom Bett aus, bloß nicht zu weit aus dem Fenster lehnen! MKurz vor Mitternacht mache ich das Licht aus.

07.02.2024 – Regenerationstag an Filmmarathon

Ich erwache kurz vor dem üblichen Weckerklingeln und horche in mich hinein. Immer noch ein wenig platt und schwummrig, immer noch ganz schön müde, dafür, dass ich so viel geschlafen habe gestern und heute Nacht. Leicht erhöhte Temperatur habe ich auch noch, also tue ich das Vernünftige und melde mich für einen weiteren Tag krank. Dann drehe ich mich erstmal wieder um und schlafe weiter, bis der Liebste anruft, dem ich vergessen habe, Bescheid zu sagen. Das tue ich dann aber jetzt und dann schlafe ich nochmal ein bisschen. Irgendwann liege ich wach und blogge und denke, dass ich mal was essen könnte. Ich mache mir eine Stulle mit Butter und Honig und eine mit Butter und Käse und dazu einen Apfel und dann hoffe ich das Beste.

Das Essen weckt erstmal noch ungeahnte Lebensgeister – deshalb macht man das also ursprünglich, denke ich – und bleibt dann auch drin. Trotzdem ist mir weiterhin etwas flau im Magen, aber der ist ja auch immer noch sehr leer im Vergleich zu sonst. Eine ganze Kanne Pfefferminztee habe ich mir auch gemacht, die trinke ich über den Tag verteilt aus. Auf TikTok stoße ich auf einen Beitrag von Julia Roberts und der löst dann aus, dass ich Lust habe, sie in einem Film zu sehen und gucke, was die Streamingdienste mir bieten. Weil mein Kopf viel weniger neblig ist als gestern, versuche ich es zuerst mit „August: Osage County“, der hat auch so viele andere tolle Schauspieler*innen. Ich hatte den damals schonmal zur Oscar-Vorbereitung gesehen, aber das ist lange her und das Wiedersehen lohnt sich. Danach finde ich dann aber etwas seichter doch gut und starte direkt im Anschluss „Eat Pray Love“, den ich schon mehrfach gesehen habe, das erste Mal auf einem verspäteten Flug von Toronto nach Halifax, Weihnachten 2011. Irgendwo zwischen Indien und Indonesien schlafe ich nochmal länger ein, hole das fehlende Stück aber nach dem Aufwachen auf.

Als der Film vorbei ist, schlägt mir Netflix „The Guilt Trip“ vor, ein Mutter-Sohn-Roadmovie mit Seth Rogen und Barbra Streisand – warum nicht, ich habe ja Zeit. Vorher mache ich mir aber noch den Rest Pellkartoffeln und eine Möhre warm, würze mäßig und gieße Leinöl drüber. Auch dieses Essen tut gut und bleibt drin. Außerdem ruft zwischendurch jemand wegen der Heizungsanlage an, nach fast zwei Woche, seitdem es angekündigt wurde und nach fast drei Wochen, nachdem ich den Schaden gemeldet hatte. Gemeinsam machen wir durch Herausziehen und Wiedereinsetzen der Sicherung einen Hard Reset des Systems und plötzlich geht alles wieder. „Have you tried turning it off and on again” sozusagen, wenn anders weder off noch on gehen. Weiß ich dann jetzt auch, aber hätte man mir das nicht vor zwei Wochen sagen können, anstatt mich erst einen Tag umsonst an die Wohnung zu fesseln und dann ewig in der heißen Bude sitzen zu lassen? Anyway, endlich wieder Kontrolle über die Raumtemperatur und Heizzeiten!

Irgendwann während des Films telefoniere ich zum letzten Mal heute mit dem Liebsten. Als er vorbei ist, ist es kurz nach 20 Uhr. Ich esse vorsichtig etwas Schokolade gegen die Fläue im Magen, das klappt ganz gut, und bemerke, dass ich jetzt den zweiten Downton-Abbey-Film gucken kann, von dem ich schon wieder komplett vergessen hatte, dass es ihn gibt bzw. ich ihn noch nicht kenne. Das also auch nachgeholt – nett, viel Fan Service, wenig Substanz, aber nett halt. Hinterher ist es es nach 10. Ich mache mich schlaffertig, messe noch einmal Temperatur (immer noch leicht erhöht), nehme wieder eine Paracetamol und schlafe dann rasch ein.

06.02.2024 – Nebel

Nachdem ich ja mit leichtem Sodbrennen ins Bett gegangen war, wird dieses im Laufe der Nacht immer stärker und hält mich kurz nach 2 erfolgreich vom Schlafen ab. Es dauert eine Weile, bis ich auf den Gedanken komme, dass ich mich möglicherweise übergeben müsste, damit es mir besser geht. Also tapere ich ins Bad, hänge den Kopf über das Klo und Bingo – da kommt ne Menge raus. Kurz Mund ab- und ausspülen und dann geht es erstmal wieder ins Bett. Mit Schlafen ist aber nichts, bis ich die Prozedur wiederhole – und dabei wieder froh bin, dass Klo und Badewanne direkt nebeneinander stehen und man so aus zwei Löchern gleichzeitig… Aber ich schweife ab. Dafür putze ich kurz Klo und Wanne und nehme mir dann einen Eimer mit ans Bett. Die dritte Runde, wieder in der Doppelvariante, erfolgt kurz vor dem Weckerklingeln, dazwischen gibt es nur ein wenig Dösen, keinen Tiefschlaf mehr.

Danach bin ich leer, da kann jetzt nichts mehr kommen. Dafür habe ich Kopf- und Gliederschmerzen, bin neblig im Kopf und unglaublich müde. Ich melde mich auf der Arbeit krank, übergebe (Pun not intended) schnell ein paar Aufgaben, verschiebe ein paar Termine, sage dem Liebsten und dem Mitbewohner Bescheid und mache dann wieder die Augen zu.

Den ganzen Tag über drifte ich zwischen Schlaf und Wachen hin und her. In den Wachmomenten lese ich im Internet, gucke aber noch viel mehr TikTok und anderes Seichtes. Meine Konzentrationsfähigkeit ist unentschuldigt abwesend. Erst irgendwann mittags schaffe ich es mal, die Runde durch die Blogs zu drehen und selbst zu bloggen. Noch viel später mache ich eine Lektion Duolingo, um den Streak nicht abreißen zu lassen. Zweimal mache ich mir eine Tasse Pfefferminztee, ein paar Schlucke Wasser trinke ich auch und ab dem Nachmittag knabbere ich ab und an an einem Fenchelsamen-Tarallo.

Irgendwann komme ich auf die Idee, Fieber zu messen, weil mir so komisch kalt ist. Und ja, das Thermometer zeigt 38,7. Das erklärt dann also auch den Nebel im Kopf und sagt mir, dass ich wohl nichts Falsches gegessen, sondern mir irgendwas eingefangen habe. Am Nachmittag mache ich mir den Murmeltiertag auf Netflix an, schlafe aber immer wieder dabei ein und muss wieder die richtige Stelle suchen. Genau der richtige Film für meinen Zustand also. Am Abend steigt das Fieber auf 39,1 und nachdem ich mir nochmal ein paar Taralli runtergewürgt habe, nehme ich dann eine Paracetamol. Ab da geht es im Kopf langsam aufwärts und ich merke, wie ich munterer werde. Ich schaue auf Netflix die Doku über „We are the World“ und hinterher noch „Good Grief“ von und mit Daniel Levy.

Als der Film vorbei ist, ist es kurz vor 23 Uhr. Das Fieberthermometer sagt 38,3 und ich mache das Licht aus und schlafe direkt wieder ein.

05.02.2024 – Ein Montag #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Die Nacht fühlt sich eher nach Dösen als nach Schlafen an, so zwischen dem Liebsten und zwei Katzen, die immer mal wieder Aufmerksamkeit brauchen. Als ich dann kurz vor 7 – meinem Weckerklingeln heute – auf die Uhr schaue, stehe ich direkt auf und mache uns den rituellen Morgenkaffee. Damit wecke ich dann den Liebsten. Wir schlürfen uns langsam munter, kuscheln und lesen durchs Internet, dann muss er auch schon los, zurück ins Homeoffice nach Südberlin. Ich bleibe noch gemütlich liegen, blogge, spiele usw.

Dann stehe ich auch auf, koche mir Pfefferminztee und mache mir Müsli mit Apfel und Hafermilch. Montags ist mein erstes reguläres Meeting erst ziemlich spät, also eile ich mich heute nicht. Dafür habe ich Zeit, das Finanzamt anzurufen. Die Dame bestätigt unsere Vermutung, kann sich aber den Grund nicht erklären. Ich soll nächste Woche wieder anrufen, wenn die Kollegin zurück ist, die den Steuerbescheid erstellt hat. Nun gut. Entschleunigung by proxy. Ich mache ein paar Kleinigkeiten, auch Italienisch, und gehe dann halb 12 in mein erstes Meeting, mit Berlin und Dortmund. Daraus folgt eine Schreibaufgabe, der ich mich bis zur Mittagspause widme.

Kurz nach halb 1 gehe ich nach draußen, bringe Pfanddosen zurück (schön einfach mit Selbstscannen an der Theke), erledige meinen Wocheneinkauf und mache mir dann zuhause Avocadobrot mit Gouda und Spiegelei. Dann geht es ins nächste Meeting, mit Berlin, Dortmund, Ostfriesland und Hamburg. Das wird ordentlich überzogen und geht direkt in ein Meeting mit Paris über. Danach schicke ich den Newsletter raus, den ich letzte Woche vorbereitet habe und mit dem die neue Intranetseite gelauncht wird, die ich letzte Woche gebastelt habe.

Noch etwas Downtime (unter anderem mit Ausschnitten der Grammy-Verleihung) und dann ist um 17 Uhr Teammeeting. Mit Nachbereitung dauert das bis 18:30. Feierabend. Ich setze Pellkartoffeln auf, mache den Abwasch und rühre Leinölquark an.

Beim Essen telefoniere ich mit dem Liebsten, danach mit meinen Eltern und dann versinke ich in irgendwelchen Internetlöchern, bis ich mir gegen 22 Uhr ein Bad einlasse. Darin trinke ich ein Glas vom arktischen Wein und dann geht es mit leichtem Sodbrennen ab ins Bett. Heute passiert hier nichts Spannendes mehr.

04.02.2024 – Ausgewogener Sonntag

Ich folgte ja eine ganze Weile lang mehr oder weniger aktiv den Praktiken der FlyLady und habe davon über die Jahre einiges in meinen Alltag einsickern lassen (und relativ viel Geld für Produkte ausgegeben, das aber immerhin schon lange nicht mehr). Ab und zu gucke ich auch heute noch in die App, die aber ähnlich wie die Website ziemlich aus der Zeit gefallen scheint, ganz abgesehen davon, dass der Ton insgesamt sehr altbacken ist, mit zu viel Religion und patriarchalen/sexistischen Anklängen. Will nicht wissen, was die FlyLady so wählt. Aber worauf ich hinaus will, der Sonntag ist bei FlyLady der „Renew your Spirit Day“ und ich denke, das habe ich erfolgreich hinbekommen.

Noosa weckt mich wieder mit Spielvorschlägen. Ihr neustes Ding ist, mit niedlichem Gurren immer wieder über mich drüber zu springen und da sie inzwischen schon 10 und auch kein Fliegengewicht mehr ist, schafft sie den Sprung nicht immer fehlerfrei und Teile von ihr landen dann auf mir oder streifen mich und spätestens dann bin ich halt wach. Das ist heute kurz vor halb 8. Ich liege gemütlich im Bett, gebe mir auch ein bisschen mehr Zeit, nach interessantem Content abseits der üblichen Leseroutinen zu suchen – schließlich ist Sonntag. Als Kind hieß das immer, dass meine Eltern zum und nach dem Frühstück DIE ZEIT lasen und damit eigentlich erst zum Kuchen essen am Nachmittag fertig wurden.

Meine Highlight des Morgens kam dann sogar auch aus der Zeit, allerdings von einer Freundin in Leipzig abfotografiert. Ich kann bei den Punkten zu Rostock fast vollumfänglich zustimmen, besonders natürlich beim Stammcafé, das wohl durch die Mitwirkung eines Bekannten am Artikel den Weg in die Liste gefunden hat. Und nach Leipzig sollte ich auch mal wieder, vor allem auch die Freundin (und ihren Mann und ihr Baby, die ich beide noch nicht kenne) besuchen.

Da der Liebste und ich nachher zum Brunchen verabredet sind, gibt es erstmal kein Frühstück, sondern nur eine große Tasse Chai. Gegen 10 bekomme ich Hummeln im Hintern und stehe auf. Ich nutze die freien Stunden, um mich dem lange geplanten Aufräumen und Ausmisten meines Kleiderschranks zu widmen. Das ist ausführlich zuletzt vor knapp fünf Jahren passiert. Ich widme mich der Thematik Fach für Fach, lasse aber aus Zeitgründen das „Fach des Schreckens“ (Unterwäsche, Socken, Tücher, Mützen, Gürtel, Accessoires) noch aus. Das kommt demnächst dran und evtl. besorge ich vorher noch geeignetes Equipment, damit da nicht immer alles durcheinander rutscht. Aber alles an Hosen, Röcken, T-Shirts, langärmligen Oberteilen, Schlaf- und Sportsachen schaffe ich. Demnächst ist dann noch die andere Seite mit dem Hängeteil, Schuhen und Taschen dran.

Die obere Hälfte, darunter das Fach des Schreckens und noch zwei Fächer, die der oberen Hälfte gleichen

Ein paar Sachen, die nicht mehr passen (alles eingelaufen natürlich!) kommen in eine Tüte für die Altkleidersammlung, ein paar Sachen, die von Katzenkrallen durchlöchert sind, kommen in den Müll. Irgendwann während dieser Aktion klingelt es und der Hase steht (angekündigt) vor der Tür. Er kommt gerade aus dem Dorf zurück und hat mir ein Care-Paket von seiner Familie mitgebracht. Zehn Eier von den Hühnern, ein Glas Honig von den Bienen, eine selbstgemachte Blaubeer-Marmelade und drei Gläser Marmelade aus der Fabrik, in der die Ex-Freundin seines Bruders arbeitet (Schwarzkirsche und zweimal Feige). Nicht nur wir, auch sein Bruder und dessen Ex haben sich sehr vorbildlich getrennt. Als er wieder losfährt, schreibe ich seiner Mama noch schnell und bedanke mich, dann geht es zurück an den Schrank.

Kurz vor 13 Uhr ist der oben beschriebene Zustand erreicht, dann mache ich mich fertig für den Tag. Der Liebste schreibt, dass er jetzt unterwegs ist. Gegen halb 2 breche ich auf, bringe die Altkleider direkt weg und hole ihn dann von der S-Bahn ab. Gemeinsam spazieren wir zur avisierten Brunch-Location (langsam, wir haben beide noch Schmerzen), müssen aber feststellen, dass trotz fortgeschrittener Stunde immer noch eine lange Schlange draußen steht. Also spazieren wir noch ein Stück weiter, zu einem weniger gehypten Café mit sehr ähnlichem Angebot, in dem man uns direkt einen Tisch zuweist – für den Liebsten mit Blick auf ein Video eines flackernden Kaminfeuers.

Wir schlemmen uns durch Eggs Benedict mit Avocado, Tomatenmarmelade, sautiertem Spinat und Spinatschaum (ich) und Rührei-Avocado-Stulle mit Bacon (er) und teilen uns hausgebeizten Lachs. Dazu gibt es für beide Mimosa und einen speziellen Earl Grey, der angeblich Noten von Honig und Leder mit sich bringt. Alles sehr zu empfehlen. Und weil das natürlich nicht reicht, gibt es hinterher noch (vor allem für mich) den riesigen fluffigen Buttermilch-Pancake mit Mousse von weißer Schokolade, gerösteten Kürbiskernen, Kürbiskernöl und Erdbeeren (die hätte man aufgrund der Saison gerne gegen etwas anderes tauschen können, aber das ist wirklich der einzige Kritikpunkt).

Nach knapp zwei Stunden spazieren wir wieder nach Hause, der Rücken des Liebsten schmerzt dabei immer mehr, während es bei mir inzwischen besser geht. Zuhause angekommen nimmt er als erstes eine Allergietablette und bekommt einen Tee auf dem Balkon serviert, bis sie wirkt. Dann legen wir uns beide auf mein Bett und ich überlasse ihm den Platz auf der Heizdecke. Die Katzen gesellen sich zu uns und es wird sehr gemütlich. Wir lesen und dösen beide hin und wieder ein. Irgendwann gegen 19 Uhr gebe ich dem Klagen der Katzen (und weniger laut dem des des Liebsten) nach und mache Abendbrot für alle.

Für die Zweibeiner*innen gibt es Spaghetti aglio olio e peperoncino, dazu öffnen wir endlich die Flasche Capriano del Colle DOC, die mein Bruder vor einer ganzen Weile von einer Schiffsexpedition in der Arktis mitgebracht hatte. Passend dazu, dass seine Freundin morgen mal wieder auf das Schiff zur Antarktisexpedition steigt.

Dazu und danach gucken wir „The Sting“ (die DVD-Sammlung muss ja mal genutzt werden) und der Liebste liest zwischendurch immer wieder passende Trivia zum Film und anderen Dingen vor. Danach gibt es dann noch zwei Folgen „Young Sheldon“ und schon ist wieder Bettgehzeit.

03.02.2024 – Arbeit und Vergnügen

Nein, keine Erwerbsarbeit, „nur“ Hausarbeit, keine Sorge!

Mein Plan mit dem früh wach und munter sein geht auf. Also ich bin noch früher wach als munter, scheinbar hat Noosa jetzt morgens immer schreckliche Langeweile und Spieltrieb, aber so gegen 8 bin ich dann auch munter und mache die üblichen morgendlichen Dinge. Gegen 10 schwinge ich mich aus dem Bett und beginne mit unüblichen Dingen. Erstmal das Katzenklo ausleeren und säubern, dann das Bett ab- und neu beziehen. Dann mache ich mir eine Mate auf und die erste Pause das Tages, als der Liebste anruft. Wir sind uns einig, dass wir es heute nicht zur Demo schaffen: Wir haben beide noch Schmerzen und trauen uns kein langes Gehen und Stehen zu. Also lassen wir es heute nochmal ruhig angehen und treffen uns dann morgen zum Brunchen.

Als Nächstes schaffe ich rund ums Bett Platz, lege Wäsche zusammen und fummele die Sesselpolster zurück in den frisch gewaschenen Bezug. Kurz ausruhen. Dann trockne ich das Katzenklo ab und befülle es mit neuem Streu – es reicht nicht mehr für eine ganze Füllung, also muss ich hinunter in den Keller und neues hochholen. Als das Klo fertig ist, schnappe ich mir den Staubsauger und sauge die Wohnung gründlich durch – ich sage nicht, wann das das letzte Mal passiert ist, Teile der Antwort könnten meine Leserschaft verunsichern. Dann muss ich mich wirklich erstmal ausruhen. Inzwischen ist auch der Mitbewohner aufgestanden und wir treffen uns in der Küche beim Frühstück machen. Bei ihm gibt es Müsli, bei mir Toast mit Mandel-Tonka-Creme samt einem Apfel und Toast mit Gouda und Apfelmeerrettich samt einer Möhre, außerdem frisch gepressten Blutorangensaft und Sencha-Tee. Damit setze ich mich dann kurz nach 13 Uhr in den frisch bezogenen Sessel. Die Katzen sind verwirrt, da sitze ich doch sonst nie?? Es wird viel miaut und geguckt, aber keine setzt sich dazu, merkwürdig. Aber schön, dass ich zur Unterhaltung beitragen kann.

Erst als ich fertig mit Essen bin und mich noch etwas ausruhe, nimmt Noosa auf mir Platz und dann kann ich eine ganze Weile nicht aufstehen. Irgendwann aber raffe ich mich doch auf und putze das Bad. Auch das ist in dieser Gründlichkeit eine Weile nicht mehr vorgekommen (der Mitbewohner putzt öfter als ich, aber mehr so on the fly, ich seltener, dann aber ausführlich, das Ideal läge sicherlich dazwischen, oder in einer regelmäßig engagierten Putzkraft, aber dafür ist mein Leidensdruck noch nicht groß genug). Ich wische noch Bad und Küche und bringe denn Müll runter und dann reicht es für heute mit der Arbeit.

Während der anschließenden Ausruhphase gebe ich dann einer Werbung nach, die mich seit Tagen in den sozialen Medien verfolgt – ein Online-Sportkurs für „Vielsitzer“ (sic!). Man zahlt 99 € und bekommt dann zehn Wochen lang Infos und Übungen zu absolvieren. Nach erfolgreichem Abschluss bekommt man die 99 € von der Krankenkasse zurück. Das Konzept passt gut zu meinem aktuellen Zustand. Ich mache direkt den Theorieteil. Um 16 Uhr bin ich mit meinem Bruder zum Telefonat verabredet, es gibt mal wieder Bürokratisches zu klären. Danach reden wir aber auch noch über Avocados, Geburtstagsgeschenke und seine Freundin, die gerade irgendwo in der Luft zwischen Singapur und Sydney ist.

Etwas später hole ich auch noch die Yogamatte hervor (weil es auch Übungen am Boden gibt) und absolviere die 35 Minuten Praxisteil des Sportkurses dieser Woche. Abgehakt ist abgehakt. Hui, teilweise ganz schön anstrengend, teilweise nicht zu schaffen, aber angeblich lernt die App und passt den Schwierigkeitsgrad an. Der nächste Teil wird dann in einer Woche freigeschaltet. Ich ruhe mich wieder aus, mache Italienisch (und bestehe diesmal den „B2“-Test in Busuu) und suche nebenbei eine Brunch-Location für morgen aus. Dann dusche ich und ziehe mir einen frischen Schlafanzug an, mache mir Stullen (letzte Wildschwein-Leberwurst aus Hiddensee, nochmal Gouda, Cornichons) und lege mich mit Buch aufs Sofa, während es draußen in Strömen regnet.

Mit viel Mühe schaffe ich ein Kapitel, bevor mir die Augen zufallen und ich wegdöse, für ein Stündchen etwa. Danach mache ich mir stattdessen ein Hörbuch an und spiele nebenbei. Später lese ich noch etwas in einer Literaturzeitschrift. Dann ist Zeit für TikTok und Co. Langsam macht sich das viele Koffein und von Mate und Sencha (es gab eine große Kanne voll) bemerkbar und ich werde wirklich hellwach. Gegen Mitternacht wechsele ich ins Bett, muss aber noch lange Hörbuch hören, bis ich dann richtig einschlafen kann.

02.02.2024 – Mummeltiertag

Muss ich das Wortspiel erklären? Ich denke nicht.

Heute wieder wie üblich vor dem Weckerklingeln aufgewacht, womöglich weil eine kleine niedliche Katzen kuscheln und spielen wollte. (Auch zehnjährige Katzen können klein und niedlich sein) Also gekuschelt und gespielt und im Internet herumgeguckt, gebloggt, Italienisch gemacht und mit dem Liebsten telefoniert. Gegen halb 9 dann aufgestanden, Katzen gefüttert und Frühstück organisiert. Heute gibt es seit langem mal wieder einen Smoothie – zwei überreife Bananen müssen endlich weg und nachdem das mit den Pancakes neulich nicht so gut geklappt hat und mir gestern Abend Zutaten für Banana Bread fehlten, eben so. Saft zweier Blutorangen und einer halben Limette (dafür seit langem mal wieder die gute elektrische Zitruspresse rausgeholt), zwei Bananen, ein Stück Ingwer, ein Stück Curcuma, mit Hafermilch auf 0,4 l auffüllen, den Smoothiemodus des Mixers anstellen und während der ohrenbetäubenden Krach macht schnell noch etwas Gebäck und getrocknete Feigen auf einem Teller arrangieren – Zack, Frühstück fertig.

Damit sitze ich dann gegen 9 am Schreibtisch. Viertel 10 beginnt die monatliche virtuelle Kaffeerunde – ein Überbleibsel aus Pandemiezeiten, da wir viele Remote-Leute in Deutschland haben und gerade ja auch eh wieder alle im Homeoffice sitzen, passt es aber weiterhin gut. Alle stimmt nicht, ein Kollege ist gerade in Prag (mit meiner Kollegin aus Südengland und anderen) und hat sich vom Hotelfrühstück eingewählt, um uns vom Austausch mit den Kollegen aus den USA, Frankreich, UK und Tschechien zu berichten. Ziemlich cool.

Direkt im Anschluss Meeting mit Ostfriesland. Danach habe ich eine halbe Stunde Zeit und kann durch E-Mails und Nachrichten gehen, bis zum nächsten Meeting mit Dortmund, Biesdorf, Lichtenberg und Moabit. Danach ist es halb 12 und vorbei mit Meetings für diese Woche. Ich überarbeite einen Text und verschiedene andere Dateien den Ergebnissen des Gesprächs mit meiner Chefin entsprechend und erstelle dann ein extra Dokument für Übersetzungen. Ich übersetze den englischen Text danach ins Deutsche und bitte meine Kollegin in Paris um eine Übersetzung ins Französische.

Dann ist es erstmal Zeit für die Mittagspause. Ich mache mir die Reste von gestern warm und danach bringe ich erst den Müll weg und spaziere dann zu einem Restaurant in der Nähe, um eine Pfanddose zurückzubringen. Auf dem Hinweg denke ich, dass ich ja doch wieder erstaunlich fit und fast wieder schmerzfrei bin. Auf dem Rückweg werden mir die Beine schwer, der untere Rücken schmerzt und ich werde unheimlich müde. Tippe auf eine Mischung aus Überschätzung meines Zustands und Histamin, das durch die Chili im Curry freigesetzt wurde. Grummel.

Die Beschwerden halten den Rest des Tages an. Aber erstmal muss ich ja nur wieder sitzen und denken. Wieder zurück „esse ich den Frosch zuerst“ und erledige eine Recherche-Aufgabe, die heute fertig werden muss und schon eine Weile prokrastiniert wurde. Dann widme ich wieder den Übersetzungen und jage meinen Text durch Übersetzungsmaschinen, um Arbeitsversionen in Spanisch, Italienisch, Polnisch, Tschechisch und Niederländisch zu erstellen. (Bei den nicht-slawischen Sprachen erkenne ich sofort „diese Umfrage“, um sie zu verlinken, bei den slawischen brauche ich eine Extrarunde mit der Übersetzungssoftware, aber meine Grundkenntnisse im Sorbischen und in Grammatik im allgemeinen machen es mir zumindest leichter, als es dem Rest des Teams gefallen wäre. Den zu fettenden Textteil mit drei „drei“ vorne erkenne ich in allen Sprachen sofort.) Ich schicke die Übersetzungen jeweils zu Kolleg*innen aus den jeweiligen Ländern zur Korrektur und dann ist auch diese Aufgabe für diese Woche erledigt.

Noch ein paar kleinere Sachen von meiner Liste werden abgehakt und dann kommen wichtige Neuigkeiten aus Südberlin. Heute ist Zeugnisausgabe und ich sage mal so: Das Einzige, was dem Wechsel des Teilzeitkinds aufs Gymnasium noch in die Quere kommen könnte, ist, dass die Eltern vergessen, die Anmeldung rechtzeitig abzuschicken. Geforderter Notenschnitt mit Abstand übertroffen, über die „Informationen über Arbeits- und Sozialverhalten“ können alle nur wissend schmunzeln und die arme Liebstenmama, die dem Kind „fünf Euro für jede 1 und drei Euro für jede 2“ angekündigt hat, muss jetzt eine ganze Weile stricken.

Dann ist es schon kurz vor 17 Uhr und ich schreibe meinen Wochenbericht. Um 17 Uhr schicke ich ihn ab, wenige Minuten danach fahre ich den Laptop runter. Bis 18 Uhr behalte ich noch das Diensthandy im Auge und dann ist endgültig Wochenende. Alle Pläne, die ich für heute Abend gemacht hatte (nochmal rausgehen und/oder putzen und/oder Ordnung schaffen) sind aber erstmal auf Eis, mein Körper sagt: „Liegen will ich!“ Also lege ich mich aufs Bett und zocke eine Runde, während der Mitbewohner sich zum Ausgehen fertig macht. Er ist zwar total kaputt, will sich aber zwingen, weil er die ganze Woche noch nicht unterwegs war und Angst hat, in eine Routine des „Nichtstuns“ zu kommen. Ich lächle gequält und sage nichts, während ich mir überlege, was ich heute Abend zu Essen bestelle und der Kollegin und Freundin in Frankreich schreibe, dass ich heute zu erschöpft bin, um mit ihr zu telefonieren. Eine halbe Stunde kommt mein Burger mit Feta und Rucola samt Pommes an.

Ich gucke ein Comedy Special (Geoffrey Asmus – wilde Mischung aus hui und pfui), telefoniere noch zweimal mit dem Liebsten und gucke ansonsten bis kurz nach 23 Uhr „The West Wing“ weiter – bis zu der Folge, in der Armin Mueller-Stahl einen Gastauftritt als israelischer Premierminister hat. Danach mache ich mich bettfertig, in der Hoffnung, mich gesünder zu schlafen und außerdem morgen früh genug wach (und munter!) zu sein, um die Pläne von heute Abend nachholen zu können.

01.02.2024 – Hallo Februar

Vom Wecker geweckt wurden und damit von Anfang an mit der Morgenroutine im Hintertreffen. Da aber morgens keine Meetings anstehen und mir meine Chefin ja letzte Woche bestätigt hat, dass ihr egal ist, wann und wo ich arbeite, solange das Ergebnis stimmt, muss ich mich nicht eilen und kann trotzdem entspannt in den Tag starten. (Ja, ich habe schon darüber nachgedacht, meinen Wecker grundsätzlich früher zu stellen, aber der ist eh mehr so ein last warning und ich wache meistens vorher von alleine auf. Also gönne ich mir die wenigen Male, die ich ihn brauche auch den zusätzlichen Schlaf.) Schon während des Bloggens jedenfalls ruft der Liebste an. Er hat weniger Schmerzen und ich auch, obwohl wir uns beide noch ordentlich etwas vorklagen können.

Gegen 9 stehe ich auf und mache mich und die Katzen für den Tag fertig. Es gibt Müsli mit Apfel und getrockneten Wildfeigen, Pfefferminztee und eine Mate, um den Kopf in Schwung zu bringen.

Es ist schon Februar? Wahnsinn, wie der Januar vorbeigerauscht ist, aber ist ja auch genug passiert, mit Ankündigung und Durchziehen des Büroumzugs, der Lehnitzsee-Konferenz und den folgenden Demonstrationen, Spaß mit Handwerkern und Behörden, einem Wellness-Wochenende, Vogelhochzeit und Weihnachten in Familie, Reiseplanungen, Zuspitzung der Stress-Situation und jetzt Arbeit an selbiger… Da kann man schonmal verpassen, wie die Kalenderblätter vorbeiflattern. (Alles individuelle Wahrnehmung jedenfalls, bei der Kaltmamsell sieht das z. B. ganz anders aus.)

Erst mache ich also Monatsanfangsdinge. Die Liste der Jubiläen im Intranet muss erneuert werden, das hatte ich die letzten Tage vorbereitet. Außerdem kann ich heute endlich vollständige Nutzungsdaten des Intranets für den Januar ziehen, aufbereiten und verteilen. Schön, dass Dinge, an denen ich und mein Team arbeiten, zu den meistangesehenen Seiten gehören! Dann bastle ich noch ein paar Änderungen in die neue Unterseite ein und widme mich dann verschiedenen Entwürfen, die die Chefin schickt und für die sie Input braucht.

Heute achte ich darauf, idealerweise immer nur eine Sache auf einmal zu machen und währenddessen Chat-Anfragen und eintrudelnde E-Mails zu ignorieren. Wieder so ein Ding, das man eigentlich weiß, ich mir aber über Jahre anders antrainiert habe. Ich werde auch meine Arbeitsapps vom Privathandy schmeißen (bis auf den Kalender und das Personalverwaltungssystem, damit ich weiter berufliche und private Termine koordinieren, Urlaub einreichen und Krankmeldungen machen kann). Dann kann ich abends oder in der Pause das Diensthandy einfach weglegen (und hoffentlich ignorieren) und bekomme nicht mehr so leicht etwas mit. Mit etwas Aufwand komme ich notfalls ja trotzdem ran, wenn ich es muss und wenn die Welt untergeht, haben meine wichtigsten Kolleg*innen eh meine Privatnummer und können mich erreichen. (Nach diesem Absatz direkt: erledigt.)

Halb 1 habe ich mein wöchentliches Meeting mit meiner Chefin. Wir gehen produktiv alle Punkte auf unserer Agenda durch, heute keine Zeit für Smalltalk. Wir überlegen aber, das Meeting zukünftig zu verlängern, damit immer auch Zeit für das Persönliche bleibt. Danach mache ich Mittagspause. Erst Wäsche aufhängen, dann raus in die Sonne. Die Katzen brauchen Katzengras und ich neue Hafermilch. Bei der Gelegenheit hole ich auch noch andere Dinge von meiner Drogeriemarkt-Einkaufsliste. Auf dem Heimweg fühle ich mich kurz gestresst, weil ich zu spät zum nächsten Meeting kommen werde. Ich sage dann aber einfach Bescheid, dass es später wird (machen die anderen dauernd) und bei der Gelegenheit stellt sich heraus, dass der eine Teilnehmer eh keine Zeit hat und wir außerdem auch keine dringenden Themen haben. Ich sage das Meeting also direkt ab und spaziere gelöster nach Hause. (Wieso nochmal fällt das den Leuten nicht früher ein?)

Wieder zuhause stelle ich also erst das neue Katzengras auf und das welkende auf den Balkon. Dann verräume ich die Einkäufe, mache mir eine Stulle und dann die Post auf. Ein Brief für den Ex-Mitbewohner, meine neue EC-Karte (Wird direkt aktiviert und außerdem dem Telefon zugefügt, genau wie die Kreditkarte, da mein 49-Euro-Ticket ebenfalls auf dem Telefon ist, könnte ich jetzt theoretisch oft auch ohne Portemonnaie unterwegs sein. Allerdings dann halt auch ohne Versicherungskarte, Personalausweis und Bargeld. Hmm.) und ein Schreiben vom Finanzamt. Mit dem muss sich am Wochenende weiter auseinandergesetzt werden, irgendwo ist ein Fehler.

Zurück am Schreibtisch passe ich unsere Büroadresse in meiner Signatur und unseren Briefbögen an und schicke dann eine E-Mail-Anleitung an die Belegschaft, wie sie ihre Signatur anpassen können. Ab heute arbeite ich also endlich an der Wall Street (nur die in Berlin, aber pssst). Dann setze ich die letzten Änderungen an der Intranetseite um, die ich mit meiner Chefin besprochen habe und bringe diese dann live. Wieder ein Meilenstein geschafft. Noch ein bisschen Kleinkram hier und da (und ein Telefonat mit dem Liebsten) und dann ist es schon wieder Zeit für Team-Meeting. Heute reines Arbeitsmeeting – wir gehen zusammen ein Projekt durch und brainstormen gemeinsam. Sehr schön! Am Ende hat die Chefin noch eine Überraschung für uns – wir werden es dieses Jahr wohl wirklich hinbekommen, uns alle in echt zu treffen. In Prag.

Der Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber wir sind schonmal außer uns vor Freude. Das letzte Offsite war vor viereinhalb Jahren, als ich gerade frisch im Team war. Meine Chefin und die Kollegin in Südengland waren dabei. Die Kollegin in Paris gab es damals noch nicht und der Kollege in Chicago konnte damals nicht teilnehmen. Die beiden habe ich also noch nie live gesehen. Wir schmieden direkt Pläne und gleiten so sanft in den Feierabend. Whoop whoop!

Ich setze mich kurz mit einer Feierabendlimo (Blaubeer-Salbei) auf die Couch und mache mir dann Abendbrot. Hoch lebe das Internet, ich finde ein passendes Rezept zu meinen Zutaten (Süßkartoffel, Erbsen) und mache mir eine Art asiatischen Gemüseeintopf daraus, mit Dosentomaten, frischer Limette, einem Rest roter Thai-Curry-Paste und Kokosmilch. Eigentlich hätte es mehr so ein Curry werden sollen, wurde dann aber flüssiger als geahnt. Mit Dinkelbrot dazu wird das ganze sättigend und weniger scharf.

Das Rocher steht da nur präventiv

Zum und nach dem Essen schaue ich die nächste Folge der Joey-Kelly-&-Family-Panamericana-Doku, quer durch Kolumbien. Danach mache ich meine Italienisch-Aufgaben und spiele noch ein bisschen, telefoniere noch einmal mit dem Liebsten und lege mich dann in die Badewanne. Ich probiere seit langem mal wieder eine geführte Meditation aus, scheitere aber nach der Hälfte beim Durchziehen und höre den Rest weiter, während ich mir die Haare wasche. 15 Minuten war ein bisschen viel gewollt bei meinem derzeitigen Geisteszustand. Aber in kleineren Dosen sollte ich das wieder regelmäßiger machen. Ich hatte da vor Jahren mal eine gute Routine drin mit Morgenmeditation und einer zweiten kurzen Session in der Mittagspause, mit allen Kolleg*innen die gerade Zeit und Lust hatten. Da lagen wir dann immer in einem Meetingraum auf dem Boden herum und lauschten der Stimme aus meinem Handy. Das war auch vor 4,5 Jahren und endete dann mit Corona und der Homeoffice-Pflicht.

31.01.2024 – Focus Wednesday

So heißt der Mittwoch in meinem Arbeitskalender. Eigentlich(TM) sollen keine Meetings stattfinden und man soll Zeit haben, sich in komplexe oder kreative Projekte zu vertiefen. Das mit dem „keine Meetings“ hat schonmal geklappt, mal sehen, wie das mit dem Vertiefen wird. Ich bin zweimal nachts wach, schlafe dann aber bis zum Weckerklingeln. Der Morgen startet leicht benommen – das Schmerzmittel? – aber OK. Erst, als ich schon aufgestanden bin, ruft der Liebste an, der verschlafen hat. Und einen eingeklemmten Nerv und ebenfalls Schmerzen hat er auch. Sind wir nicht noch ein bisschen jung, um uns gegenseitig unsere Schmerzen zu klagen? (Nein, sind wir nicht, über Schmerzen klagen darf man in jedem Alter, besser als runterschlucken und darüber hinweg gehen!)

Zum Müsli mit Apfel, Chai und Maracujaschorle (frisch gemacht), gehe ich durch E-Mails und erledige die Aufgabe, die wir gestern Abend verschoben hatten. Dann vertiefe ich mich in Aufgaben, allerdings mehrere parallel – immer wenn ich nicht weiterkomme, mache ich mit etwas anderem weiter und springe dann wieder zurück. Ich schaffe erstaunlich viel heute – Konzeptionelles, Kreatives, Recherchereiches…

Dazwischen kommen natürlich aber auch einige curve balls. Erst telefoniere ich länger mit einer Kollegin, die meine Unterstützung braucht, dann daraufhin mit einem Kollegen, der dabei helfen kann. Dann braucht ein anderer Kollege Unterstützung und wir klären das mit einem Videocall – immerhin der einzige heute. Dann weist ein anderer Kollege darauf hin, dass wir an einer Stelle noch eine Schriftart verwenden, die wir nicht mehr verwenden dürfen, woraufhin ich noch andere Orte ausfindig mache, von ihm entsprechend abgeänderte Grafiken anfordere und dann auf die Jagd gehe – im Intranet Grafiken ersetzen, unter anderem auch in dem Video, das ich letzte Woche geschnitten habe – das dauert natürlich – und Grafiken mit der alten Schriftart aus unserem Archiv löschen, damit sie nicht wieder verwendet werden. Bei den beiden letzten curve balls kommt jeweils kurz Stress auf, sie sind dringend und umfangreich und unterbrechen die Arbeiten, die ich eigentlich mache. Wie so vieles in letzter Zeit.

Auf den ganzen Tag gerechnet ist das aber überschaubar und wird einigermaßen ausgeglichen. In der Mittagspause (Probierportion Champignonrisotto vom Mitbewohner und großer Salat aus Chicorée, Blutorange und Banane) setze ich mich nochmal ans Puzzle. Erst mit Hörbuch, dann nach offiziellem Pausenende mit strategischen Gedanken. Ich gehe mehrere „Probleme“ und Lösungsansätze im Kopf durch und als ich zufrieden bin, decke ich das Puzzle zu, gehe an den Schreibtisch und schreibe die entsprechende Antwort in den Chat. Hat ja keiner gesagt, dass Arbeiten immer am Schreibtisch stattfinden muss.

Um 18 Uhr bin ich gerade dabei, den Tag für heute abzuschließen (To Do‘s abhaken oder weiterschieben, so dass für heute nichts offen bleibt), als der ehemalige Mitbewohner vorbeikommt, um seine Post abzuholen. Heute hat er wenig Zeit mitgebracht, das ist für mich aber auch OK. Nach zehn Minuten bricht er wieder auf und ich mache mir die letzte Portion Pasta e fagioli warm und telefoniere mit dem Liebsten. Dann wieder: Hörbuch an und zurück ans Puzzle.

Gegen 22 Uhr – nach netto 8 Stunden – bin ich fertig und stolz auf mein Werk. Mal sehen, ob ich direkt mit dem Rostock-Puzzle weitermache, dass ich noch von meinem Geburtstag übrig habe, oder was mir sonst in den nächsten Tagen einfällt, um gegen den Stress anzugehen. Heute jedenfalls muss ich noch ein wenig der Revenge Bedtime Procrastination fröhnen und bewege mich durch die sozialen Netzwerke, bis es fast Mitternacht ist. 🤷‍♀️