23.02.2024 – Happy Friyay

Es ist Freitag und eine lange Woche neigt sich dem Ende zu. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, die Vögel singen – beste Voraussetzungen für einen guten Tag also. Nach Lesen, Bloggen, Telefonieren stehe ich auf und mache Frühstück für die Katzen und mich. Kurz nach 9 sitze ich am Schreibtisch, trinke Tee, löffle Müsli und beschäftige mich mit den ersten Arbeitsdingen – u.a. per Chat mit der Kollegin in Madrid, bei der ich bald ein paar Tage verbringen werde.

Es gibt außerdem die Rohfassung des Videos zum Anschauen und Anmerkungen hinterlassen, ein Fragebogen will ausgefüllt werden, mit dem ich anlässlich des anstehenden Frauentags gemeinsam mit anderen Kolleg*innen porträtiert werden soll, ein Post im globalen Chat-Raum muss abgesetzt werden… Und dann ist zwischendurch um 10 auch schon das erste Meeting, mit Ostfriesland. Um 11 folgt eines mit Moabit, Lichtenberg, Biesdorf und dem Büro. Danach schließe ich endlich den Fragebogen ab und bereite weiter Texte für einen Newsletter vor.

Um 13 Uhr ist es Zeit für die Mittagspause. Der Kasten, in dem Waschmittel und Co. aufbewahrt werden, muss ausgeräumt und gereinigt werden – irgendwas ist da ausgelaufen und hat die Verpackung des Spülmaschinensalzes aufgeweicht und eine unschöne Gemengelage hinterlassen. Der Kasten selbst ist aus Stoff und kommt dann in die Waschmaschine, gemeinsam mit dem Sofakissenbezug mit Katzekotzeflecken, dem Glitzershirt vom Mitbewohner (sorgsam auf links gedreht und in einem Wäschesack verstaut) und meiner normal anstehenden Buntwäsche. Dann mache ich mir die Kartoffelecken von gestern warm und die Guacamole und das Mojo Verde von gestern alle. Dann noch Wäsche zusammenlegen und schon ist es 14 Uhr und Zeit für das nächste Meeting – mit Ostfriesland, Charlottenburg und Nürnberg.

Direkt im Anschluss folgt ein Meeting mit einem Kollegen aus Chicago, der aber gerade in der Kaffeeanbaugegend von Kolumbien ist, in der Nähe von Medellín, und dort seine Famillie besucht. Wir brainstormen zu einer möglicherweise bald stattfindenden Veranstaltung in unserem Büro in Chicago. Ab 15:30 beschäftige ich mich mit dem Erstellen einer Präsentation für meine Chefin. Zusammensuchen von Informationen aus dem Projektmanagement-Tool und Aufzeichnungen von mir, sortieren, mit ChatGPT optimieren und dann in eine Folienform gießen. Danach ist es Zeit zum Wochenbericht schreiben und nebenbei noch mit meiner Chefin über verschiedene Punkte auszutauschen. Nebenbei noch ein bisschen Kleinkram, Koordination mit Kolleg*innen in Warschau, Dublin, Prag…

Gegen 17:30 klappe ich den Laptop zu, habe aber bis 18 Uhr noch ein Auge auf das Diensthandy. Der Mitbewohner und ich wirbeln kurz durch die Wohnung – Küche aufräumen, Katzenklo durchsieben, Staubsaugen… Denn heute kommt eine Freundin aus Italien an, die übers Wochenende in Berlin ist und bei ihm schlafen wird. Eine legendäre italienische Punkband hat innerhalb kürzester Zeit das Astra an drei aufeinanderfolgenden Tagen mit ihren Reunion-Konzerten ausverkauft und die Hälfte von Italien, die nicht bereits in Berlin wohnt, ist übers Wochenende da, um diesen Auftritten beizuwohnen, so auch die Freundin. Der Mitbewohner selbst hat kein Ticket ergattert und die, die es auf dem Schwarzmarkt gibt, sind ihm zu teuer. Er freut sich aber auf die After-Show-Party morgen und das Wiedersehen mit vielen alten Freund*innen und Bekannten. Nachdem die Freundin eingetroffen ist, gibt es Campari Spritz mit extra Tonic zum Anstoßen auf das Wochenende.

Ich überlasse den beiden das Feld in der Küche zum Ankommen und Erzählen, bevor sie rausgehen, um sich mit weiteren Freund*innen zu treffen, und ziehe mich mit den Katzen in mein Zimmer zurück. Mir ist auch etwas zum Feiern zumute und da heute Gehalt kam habe ich auch kein allzu schlechtes Gewissen, als ich mir schon wieder Essen bestelle – witzigerweise im Stammlokal des Mitbewohners. Es gibt Focaccia mit Provolone und Tagliatelle al limone.

Während ich warte erledige ich meine heutigen Italienisch-Aufgaben und zum und nach dem Essen schaue ich dann die fünfte Staffel „The West Wing“ zu Ende – sind ja nur noch sieben Folgen. Dann ist es fast halb 2 und ich mache mich bettfertig und schlafe dann tief und fest ein – bis irgendwann die beiden lautstark wieder nach Hause kommen, was mich aber zum Glück nur kurz und nicht nachhaltig wach macht, ich schaue nichtmal auf die Uhr.

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