Kurz nach 3 lag ich im Bett, kurz vor 9 bin ich wieder wach – immerhin nicht noch früher. Mich umfängt eine bleierne Müdigkeit, die Beine schmerzen vom vielen Tanzen, aber ansonsten bin ich zufrieden mit der Welt. Es gibt ein schnelles Frühstückchen für die Katzen, ein erstes Telefonat mit dem Liebsten und dann liege ich einfach wieder. Ich muss heute gar nichts, das habe ich klugerweise von Anfang an so eingeplant, auch wenn ich nicht erwartet hatte, WIE kaputt ich eigentlich bin nach der Feierei. Verkatert bin ich eher nicht, nach einem Grappa am Nachmittag und einem Gin Tonic am Abend und dazwischen viel Essen.

Deshalb kann ich auch irgendwann Frühstück machen und das fällt nicht besonders katerig aus. Es gibt Porridge mit Joghurt und der letzten Maracuja, ein Frühstücksei, zwei Blutorangen, eine Portion Flohsamen in Apfelsaft, einen Chai und für den Rest des Tages eine große Kanne Kräutertee. Damit lese ich gemütlich sonntäglich Zeitung – online natürlich. Ich habe mich von einem Angebot des Tagesspiegels locken lassen – vier Wochen Abo für sehr schmalen Taler und der Chance nebenbei diverse Kino-Tickets zu gewinnen. Der schmale Taler tut nicht weh, aber ich hoffe trotzdem auch auf das Losglück – und darf am Ende nicht vergessen, rechtzeitig wieder zu kündigen. Heute aber lese ich dann erstmal mehr Artikel als sonst normal. Mal gucken, ob das auch an Nicht-Sonntagen so sein wird.

Als ich soweit durch bin, gehe ich zum eigentlichen Plan für den Tag über. Inspiriert von der Rez-Dogs-Folge am Freitag wollte ich mal mein Ethan-Hawke-Wissen aus den letzten Jahren erweitern. Ich war ja früher großer Fan – „Club der toten Dichter“, „Wolfsblut“, „Reality Bites“, „Hamlet“, „Boyhood“ und natürlich die „Before“-Reihe, von denen der mittlere wahrscheinlich immer noch mein Lieblingsfilm ist. Daher wollte ich mal bei den mir zur Verfügung stehenden Streaming-Diensten gucken, was an neueren Sachen zur Verfügung steht. „Leave the World behind“ hatte ich ja neulich schon gesehen, ansonsten gibt es jede Menge Thriller und Horror und alles, was mich vage interessieren würde, würde Geld kosten. So dringend ist es dann auch wieder nicht.
Stattdessen nutze ich die Gelegenheit des freien Tages und gucke das Serien-Remake von „One Day“ von vorne bis hinten durch. Gut gemacht ist das auf jeden Fall. Ich wurde ja damals wie viele von dem Film eiskalt erwischt, las dann das Buch und jetzt halt die Serie. Komischerweise hat die gar nicht so viel mehr Handlung, obwohl sie viel mehr Zeit hat, als der Film. Oder vielleicht bringe ich im Kopf Buch- und Filmhandlung durcheinander, es ist mir jedenfalls nichts komplett neu, aber das muss es ja auch nicht. Gute Unterhaltung jedenfalls.
Zwischendurch habe ich nochmal was zu essen bestellt – keine unnötigen Energieverbräuche heute. Es gibt eine Arepa mit Kochbananen, schwarzen Bohnen und Avocado, Yuca Fries mit Kräuterdip und mit Teig umwickelten frittierten Käse (Tequeños) – sehr lecker, sehr sättigend, mit Resten für morgen und ein kleines Schläfchen induzierend.

Ansonsten passiert den Tag über nicht viel, anders als beim Liebsten, mit dem ich mehrfach telefoniere und der einen anstrengenden Tag hat. Bin ganz froh, dass das bei mir anders aussieht, auch wenn ich wirklich für nichts Energie habe. Nur das Katzenklo, das siebe ich abends noch durch. Und dann schaue ich noch einen britischen Dokumentarfilm über Albert Einstein und sein Verhältnis zur Atombombe, was schön Entspannendes vor dem Einschlafen also – nicht. Deswegen danach noch ein bisschen TikTok und dann kann ich gegen 23 Uhr gut schlafen.