Irgendetwas, vermutlich Noosa, weckt mich um 5 und nach einem Gang auf die Toilette habe ich Zweifel, ob ich wieder einschlafen werde. Es dauert eine ganze Weile, aber dann presse ich doch noch etwas Schlaf aus dieser Nacht und bin dann erst kurz nach 7 richtig wach. Heute wird wirklich wieder gearbeitet, direkt vom Bett aus. Da zwischen 9 und 11 jemand im Auftrag der Hausverwaltung vorbeikommen soll, drehe ich vorher noch eine kurze Runde und räume das Gröbste auf. Frühstückshunger habe ich keinen, es gibt einen Rest Früchtetee von gestern und frischen grünen Tee und dann lege ich kurz vor 9 mit der Arbeit los.
In den drei Tagen Krankheit haben sich etwas über 100 E-Mails angesammelt, die durchgesehen werden wollen, dazu ein paar Chat-Nachrichten und diverse Benachrichtigungen aus dem Projektmanagement-Tool. Damit bin ich die ersten zwei Stunden gut beschäftigt. Danach habe ich zumindest wieder einen Überblick und kann um 11 ins erste Meeting gehen – mit Kreuzberg, Moabit und Lichtenberg. (Kurz vor 11 kam die Dame von der Hausverwaltung und nahm Daten über die Ausstattung der Wohnung auf. Die Eigentümerfirma ist vor ein paar Jahren von einer größeren geschluckt worden und scheinbar wollte diese jetzt mal Inventur machen.) Danach finalisiere ich eine Mail an die deutsche Belegschaft und schicke sie raus, dann geht es um 12 weiter mit Paris, um 12:30 mit Ostfriesland.
Kurz nach 13 Uhr mache ich Mittagspause. Die besteht hauptsächlich aus Nichtarbeitskram lesen, Brudertelefonat, Liebstentelefonat und ganz am Ende dann doch noch aus Essen machen. Mal sehen, was mein Magen zu Brot, der letzten Crowdfarming-Avocado und Ziegengouda sagt. Kurz nach 14 Uhr mache ich dann weiter mit der Umsetzung der am Vormittag sortierten Dinge. Es werden Sachen übersetzt, andere lektoriert, andere gelesen, Projektstadien aktualisiert, Broken Links gefixt… um 15:30 dann Meeting mit Madrid und ab 16:00 dann mit Madrid, Chicago und Nordengland. Kurz nach 16:30 sind wir fertig. Ich mache noch etwas Nachbereitung und schreibe meinen (diesmal sehr kurzen) Wochenbericht fertig und dann mache ich um 17 Uhr Feierabend. Wochenende.
Allerdings noch nicht so ganz, denn ich habe wie immer den Teamchat noch bis 18 Uhr im Auge und bekomme dabei mit, dass auf LinkedIn gerade eine große Trollaktion abgeht. Das muss ich mir genauer ansehen. Ich schaue mir die Kommentarhistorie der betreffenden Person an und sehe, dass sie gezielt Personen rund um unser Unternehmen beschimpft und beleidigt – unter aktuellen Beiträgen genauso wie unter uralten. (Und das ist kein ehemaliger Kollege, der Frust wegen irgendetwas ablassen muss, sondern einfach ein random Dude, der mit der Welt und unserer Dienstleistung unzufrieden ist.) Ich melde 25 Kommentare als Belästigung (und einige nicht, in denen nur Unmut geäußert wird) und kann später nachverfolgen, dass von den 25 zwei gelöscht wurden. Die anderen entsprechen angeblich den Community-Regeln von LinkedIn. Allerdings ist irgendwann das komplette Profil des Typen weg – vielleicht hat man also doch durchgegriffen.
Zurück zu meinem Feierabend. Ich hadere damit, dass ich nicht einfach essen kann, worauf ich Lust habe und dass ich andererseits weder die Muße noch die Zutaten habe, um das zu kochen, was ich wohl essen sollte. Dann komme ich auf die Idee, die Vorteile von Internet und Großstadt zu nutzen und mir einfach Schonkost zu bestellen. Ein vietnamesisches Restaurant findet sich, das Congee mit Huhn liefert – also quasi Reisschleimsuppe mit Huhn, nicht scharf gewürzt, sondern nur mit etwas Zitronengras und Koriander. Bingo. Und halt dann noch schwarzen Klebreis mit Mango und Kokos, ein bisschen Spaß soll es ja auch machen. Ich esse die Hälfte der Suppe (den Rest gibt es morgen) und das Dessert und schaue eine BBC4-Doku über britischen Reggae, die mir der Liebste empfohlen hat.

Danach ist es wieder Zeit für RomCom. Diesmal gibt es „The Incredible Jessica James“ – erfrischend anders im Sinne davon, dass das Happy End nicht zwischen einem Paar stattfindet, sondern im beruflichen Erfolg der Frau – ob es ein romantisches Happy End gibt, bleibt etwas ungewiss. Außerdem sehr schöne Dialoge und Chris O‘Dowd ist sowieso oft ein Zeichen für gute Filme. Achja und ein interracial couple im Fokus einer RomCom, ohne, dass das thematisiert wird, ist natürlich auch erfrischend anders.
Nach dem Film hole ich ganz viele Italienischübungen dieser Woche nach und dann ist es auch schon fast Mitternacht. So ein Tag im Bett ist ja viel kürzer, wenn man dabei arbeitet.
Schön das es dir wieder besser geht.
Liebe Grüße
Trude