Vom Wecker geweckt wurden und damit von Anfang an mit der Morgenroutine im Hintertreffen. Da aber morgens keine Meetings anstehen und mir meine Chefin ja letzte Woche bestätigt hat, dass ihr egal ist, wann und wo ich arbeite, solange das Ergebnis stimmt, muss ich mich nicht eilen und kann trotzdem entspannt in den Tag starten. (Ja, ich habe schon darüber nachgedacht, meinen Wecker grundsätzlich früher zu stellen, aber der ist eh mehr so ein last warning und ich wache meistens vorher von alleine auf. Also gönne ich mir die wenigen Male, die ich ihn brauche auch den zusätzlichen Schlaf.) Schon während des Bloggens jedenfalls ruft der Liebste an. Er hat weniger Schmerzen und ich auch, obwohl wir uns beide noch ordentlich etwas vorklagen können.
Gegen 9 stehe ich auf und mache mich und die Katzen für den Tag fertig. Es gibt Müsli mit Apfel und getrockneten Wildfeigen, Pfefferminztee und eine Mate, um den Kopf in Schwung zu bringen.
Es ist schon Februar? Wahnsinn, wie der Januar vorbeigerauscht ist, aber ist ja auch genug passiert, mit Ankündigung und Durchziehen des Büroumzugs, der Lehnitzsee-Konferenz und den folgenden Demonstrationen, Spaß mit Handwerkern und Behörden, einem Wellness-Wochenende, Vogelhochzeit und Weihnachten in Familie, Reiseplanungen, Zuspitzung der Stress-Situation und jetzt Arbeit an selbiger… Da kann man schonmal verpassen, wie die Kalenderblätter vorbeiflattern. (Alles individuelle Wahrnehmung jedenfalls, bei der Kaltmamsell sieht das z. B. ganz anders aus.)
Erst mache ich also Monatsanfangsdinge. Die Liste der Jubiläen im Intranet muss erneuert werden, das hatte ich die letzten Tage vorbereitet. Außerdem kann ich heute endlich vollständige Nutzungsdaten des Intranets für den Januar ziehen, aufbereiten und verteilen. Schön, dass Dinge, an denen ich und mein Team arbeiten, zu den meistangesehenen Seiten gehören! Dann bastle ich noch ein paar Änderungen in die neue Unterseite ein und widme mich dann verschiedenen Entwürfen, die die Chefin schickt und für die sie Input braucht.
Heute achte ich darauf, idealerweise immer nur eine Sache auf einmal zu machen und währenddessen Chat-Anfragen und eintrudelnde E-Mails zu ignorieren. Wieder so ein Ding, das man eigentlich weiß, ich mir aber über Jahre anders antrainiert habe. Ich werde auch meine Arbeitsapps vom Privathandy schmeißen (bis auf den Kalender und das Personalverwaltungssystem, damit ich weiter berufliche und private Termine koordinieren, Urlaub einreichen und Krankmeldungen machen kann). Dann kann ich abends oder in der Pause das Diensthandy einfach weglegen (und hoffentlich ignorieren) und bekomme nicht mehr so leicht etwas mit. Mit etwas Aufwand komme ich notfalls ja trotzdem ran, wenn ich es muss und wenn die Welt untergeht, haben meine wichtigsten Kolleg*innen eh meine Privatnummer und können mich erreichen. (Nach diesem Absatz direkt: erledigt.)
Halb 1 habe ich mein wöchentliches Meeting mit meiner Chefin. Wir gehen produktiv alle Punkte auf unserer Agenda durch, heute keine Zeit für Smalltalk. Wir überlegen aber, das Meeting zukünftig zu verlängern, damit immer auch Zeit für das Persönliche bleibt. Danach mache ich Mittagspause. Erst Wäsche aufhängen, dann raus in die Sonne. Die Katzen brauchen Katzengras und ich neue Hafermilch. Bei der Gelegenheit hole ich auch noch andere Dinge von meiner Drogeriemarkt-Einkaufsliste. Auf dem Heimweg fühle ich mich kurz gestresst, weil ich zu spät zum nächsten Meeting kommen werde. Ich sage dann aber einfach Bescheid, dass es später wird (machen die anderen dauernd) und bei der Gelegenheit stellt sich heraus, dass der eine Teilnehmer eh keine Zeit hat und wir außerdem auch keine dringenden Themen haben. Ich sage das Meeting also direkt ab und spaziere gelöster nach Hause. (Wieso nochmal fällt das den Leuten nicht früher ein?)

Wieder zuhause stelle ich also erst das neue Katzengras auf und das welkende auf den Balkon. Dann verräume ich die Einkäufe, mache mir eine Stulle und dann die Post auf. Ein Brief für den Ex-Mitbewohner, meine neue EC-Karte (Wird direkt aktiviert und außerdem dem Telefon zugefügt, genau wie die Kreditkarte, da mein 49-Euro-Ticket ebenfalls auf dem Telefon ist, könnte ich jetzt theoretisch oft auch ohne Portemonnaie unterwegs sein. Allerdings dann halt auch ohne Versicherungskarte, Personalausweis und Bargeld. Hmm.) und ein Schreiben vom Finanzamt. Mit dem muss sich am Wochenende weiter auseinandergesetzt werden, irgendwo ist ein Fehler.
Zurück am Schreibtisch passe ich unsere Büroadresse in meiner Signatur und unseren Briefbögen an und schicke dann eine E-Mail-Anleitung an die Belegschaft, wie sie ihre Signatur anpassen können. Ab heute arbeite ich also endlich an der Wall Street (nur die in Berlin, aber pssst). Dann setze ich die letzten Änderungen an der Intranetseite um, die ich mit meiner Chefin besprochen habe und bringe diese dann live. Wieder ein Meilenstein geschafft. Noch ein bisschen Kleinkram hier und da (und ein Telefonat mit dem Liebsten) und dann ist es schon wieder Zeit für Team-Meeting. Heute reines Arbeitsmeeting – wir gehen zusammen ein Projekt durch und brainstormen gemeinsam. Sehr schön! Am Ende hat die Chefin noch eine Überraschung für uns – wir werden es dieses Jahr wohl wirklich hinbekommen, uns alle in echt zu treffen. In Prag.
Der Zeitpunkt steht noch nicht fest, aber wir sind schonmal außer uns vor Freude. Das letzte Offsite war vor viereinhalb Jahren, als ich gerade frisch im Team war. Meine Chefin und die Kollegin in Südengland waren dabei. Die Kollegin in Paris gab es damals noch nicht und der Kollege in Chicago konnte damals nicht teilnehmen. Die beiden habe ich also noch nie live gesehen. Wir schmieden direkt Pläne und gleiten so sanft in den Feierabend. Whoop whoop!
Ich setze mich kurz mit einer Feierabendlimo (Blaubeer-Salbei) auf die Couch und mache mir dann Abendbrot. Hoch lebe das Internet, ich finde ein passendes Rezept zu meinen Zutaten (Süßkartoffel, Erbsen) und mache mir eine Art asiatischen Gemüseeintopf daraus, mit Dosentomaten, frischer Limette, einem Rest roter Thai-Curry-Paste und Kokosmilch. Eigentlich hätte es mehr so ein Curry werden sollen, wurde dann aber flüssiger als geahnt. Mit Dinkelbrot dazu wird das ganze sättigend und weniger scharf.

Zum und nach dem Essen schaue ich die nächste Folge der Joey-Kelly-&-Family-Panamericana-Doku, quer durch Kolumbien. Danach mache ich meine Italienisch-Aufgaben und spiele noch ein bisschen, telefoniere noch einmal mit dem Liebsten und lege mich dann in die Badewanne. Ich probiere seit langem mal wieder eine geführte Meditation aus, scheitere aber nach der Hälfte beim Durchziehen und höre den Rest weiter, während ich mir die Haare wasche. 15 Minuten war ein bisschen viel gewollt bei meinem derzeitigen Geisteszustand. Aber in kleineren Dosen sollte ich das wieder regelmäßiger machen. Ich hatte da vor Jahren mal eine gute Routine drin mit Morgenmeditation und einer zweiten kurzen Session in der Mittagspause, mit allen Kolleg*innen die gerade Zeit und Lust hatten. Da lagen wir dann immer in einem Meetingraum auf dem Boden herum und lauschten der Stimme aus meinem Handy. Das war auch vor 4,5 Jahren und endete dann mit Corona und der Homeoffice-Pflicht.