09.11.2023 – Durcheinandertag

Das mit dem Schlafen pendelt sich wieder ein, heute wache ich erst kurz vor 7 auf. Gemütlicher Morgen im Bett, ganz in Ruhe, da ich später mit der Arbeit anfange. Im Techniktagebuch lese ich über noch eine Sprach-App und lade sie mir direkt mal fürs kostenlose Ausprobieren herunter. Der Einstufungstest für Italienisch sagt B1, das war neulich bei Babbel genauso. Macht Spaß, aber ich weiß nicht, ob ich nach dem Ausprobieren dann dafür bezahlen möchte, für die Entscheidung habe ich ja noch Zeit. Ansonsten frühes Telefonat mit dem Liebsten, der dank anwesendem Teilzeitkind auch wieder früher wach sein muss. So auch der Mitbewohner, der hat heute Termine und steht deshalb schon vor 9 auf, so dass wir uns in der Küche zum gemeinsamen Kaffee, Porridge, Grapefruit und Quatschen treffen – auch nur, weil ich da nicht wie sonst schon am Schreibtisch sitze.

Als ich dann ins Bad gehe, stelle ich fest, dass die Toilette noch langsamer abläuft als in den letzten Tagen manchmal. Wir haben aber jetzt beide keine Zeit, uns darum zu kümmern – ich muss schnell noch duschen, bevor mein erstes Meeting startet, und der Mitbewohner muss los zum Termin. Von 10 bis 11 habe ich zwei Meetings – eins mit Paris, eins mit verschiedenen Standorten in Deutschland. Danach muss ich wieder aufs Klo und jetzt gibt es sogar einen Rückstau beim Ablaufen. Ich teste mal, ob Abflussreiniger noch was bringt.

Dann habe ich ein paar Dinge abzuarbeiten – Dokumente finalisieren und an die richtigen Stellen senden, Informationen aktualisieren, Einladungen entwerfen und verschicken… Zwischendurch bediene ich die Klospülung und stelle fest, dass der Reiniger wie erwartet nichts gebracht hat. Ich wühle mich durch den Service-Teil der App der Hausverwaltung und melde das Problem, in der Erwartung, dass sich schnell jemand meldet. Das passiert aber erstmal nicht. Also weiterarbeiten, bis ich Hunger bekomme. Dann esse ich Toast mit Käse, Möhren und einen Apfel. Eigentlich wollte ich ja mittags raus ins Tageslicht und zum Haustierbedarf, aber jetzt warte ich, ob sich nicht vielleicht ein Handwerker meldet oder vorbeikommt und arbeite noch ein bisschen weiter.

Am frühen Nachmittag kommt der Mitbewohner zurück und wir überdenken unsere Optionen. Er beschließt dann, nicht länger auf professionelle Hilfe zu warten und mit der Abflussspirale, die eigentlich mal für die schlecht abfließende Badewanne angeschafft wurde, sein Glück zu versuchen. Das klappt unerwartet gut. Nach etwa fünf Minuten höre ich Jubel, dann wird nach Desinfektionsmittel verlangt und dann ist alles wieder schön. Ich versuche, das Ticket bei der Hausverwaltung zu schließen, aber diese Funktion gibt es in der App nicht. Mal gucken, wann die sich melden.

Ich gehe dann jedenfalls doch noch raus, auch wenn von Licht bei dem Wetter und kurz vor 4 nicht mehr viel zu sehen ist. Beim Bäcker hole ich neues Brot und je ein Stück Pflaumenkuchen für den Mitbewohner und mich – da man dort nur bar zahlen kann, kann ich keine Kekse mehr mitnehmen. Dann Katzenstreu beim Haustierbedarf und zurück nach Hause.

Wir feiern den freien Abfluss mit Kuchen und Tee, da meldet sich der Liebste – das Teilzeitkind hat Covid. Doch nicht nur ein Schnupfen, Mist. Aber immerhin geht es ihm recht gut soweit und es freut sich auf ein paar Tage Isolation im Zimmer, mit angereichtem Essen und leidlich begrenzter Medienzeit. Damit sind dann auch die Wochenendpläne dahin und alle dürfen dem Liebsten jetzt die Daumen drücken, dass er sich nicht ansteckt, bzw. schon hat.

Letzte Schreibtisch-Arbeitsdinge, dann wechsle ich aufs Sofa. Mit Handy und Laptop griffbereit, denn der Arbeitsabend wird noch lang und ich muss mich bereit halten, falls ich helfen kann. Ich bestelle mir mexikanisches Essen – darauf habe ich schon eine Weile Lust und heute ist endlich der Tag. Es gibt Quesadilla mit Pico de Gallo und Salsa verde und einen Salat mit Süßkartoffeln, schwarzen Bohnen, Mais, Guacamole und Co. Seeehr lecker alles. Dabei schaue ich Nachrichten und bin ein bisschen traurig, dass ich es nicht zu einer Demo gegen Antisemitismus geschafft habe, aber heute ist einfach zu viel los, auch am Abend.

Ich verfolge die Arbeitsmails, muss aber nicht eingreifen. So kann ich an dem Workshop aus dem Adulting-Projekt teilnehmen, der von 20-21:30 geht. Danach noch eine halbe Stunde ausruhen und ab 22:00 werden die E-Mails dann interessant. Ab 23 Uhr verfolge ich einen Live-Call und kurz vor Mitternacht verabschiede ich mich vom Team und wünsche meiner Chefin in Nordengland noch schöne 65 Minuten Restgeburtstag. Bis ich selbst im Bett liege und das Licht ausmache, ist es 0:17.

08.11.2023 – Büro, Buch und Babendessen

…alles für die Alliteration!

Ich wache wieder vor 6 auf, aber diesmal nur ganz kurz davor, so dass es weniger ärgerlich ist. Da ich heute wieder ins Büro muss, nehme ich auch nicht erst das Buch zur Hand, sondern starte direkt in die übliche Morgenroutine, nur mit etwas mehr Ruhe als sonst. Weil mein Hals etwas kratzt und ich mir Entschleunigung wünsche, lasse ich die Sport- und Südberlinpläne für den Abend sausen und muss so auch weniger packen und vorbereiten als sonst am Mittwoch. Nach dem Telefonat mit dem Liebsten gehe ich los zur Tram – mit dem Doggy Bag von gestern Abend und einer Mate für den Weg.

Im Büro dann erstmal (Mandel-)Milch ins Müsli gießen und Apfel reinschneiden, dann setze ich mich an meinen Platz, frühstücke und checke meine E-Mails. Nach und nach trudeln weitere Kolleg*innen ein und wir haben uns zwischendurch immer wieder viel zu erzählen. Der Mittwoch ist ja der Tag, wo für fast alle Büropflicht gilt und weniger Produktivität zugunsten von Kollaboration und Miteinander quasi eingepreist ist. In der Mittagspause dann sitze ich mit zwei der drei Kolleg*innen von gestern Abend in der Küche und wir essen Reste. Der dritte sitzt schon wieder im Zug nach Hause nach Ostfriesland.

Nach der Paus nochmal letzte virtuelle Absprachen mit dem Team für heute, dann trifft der externe Dienstleister ein, den ich heute für einen Workshop eingeladen habe. Wir besprechen kurz den Ablauf und bereiten dann das Setting für den Workshop (hybrid, ganz einfach mit Laptop und Handy mit den Kolleg*innen außerhalb Berlins geteilt) vor.

Obwohl die Teilnahme freiwillig ist, machen erfreulich viele dann auch mit und wir haben anderthalb anregende Stunden zum Thema Stress und Energiehaushalt in fordernden Zeiten. Es gibt viel zu lachen, Achtsamkeitsübungen und sogar Schokolade. Sehr cool! Hinterher löst sich alles schnell auf, denn bei allen sind in der Zwischenzeit natürlich jede Menge E-Mails und Anrufe aufgelaufen – es gibt einen Grund, warum wir solche Workshops brauchen. Wir bauen noch den Raum zurück und sprechen über die nächsten Schritte, dann verabschiede ich den externen Besuch und gehe nochmal für eine halbe Stunde zurück an meinen Platz, aufgelaufenes abarbeiten.

Um 18 Uhr mache ich Feierabend und telefoniere auf dem Weg zur Tram zum zweiten Mal heute mit dem Liebsten, diesmal inklusive Teilzeitkind, das mich dann noch mit in sein Zimmer nimmt, um mir von einer Begebenheit in der Schule zu berichten. Ich erzähle ihm, dass ich gerade am Alexa vorbeilaufe, das kennt es, weil das Känguru da ja gerne fremde Fahrräder aneinanderschließt – ansonsten findet seine Kindheit vornehmlich in Südberlin und Brandenburg statt, weniger in Mitte.

Zuhause angekommen, schicke ich dem Ex-Mitbewohner ein Foto seiner Post und bespreche mit dem Mitbewohner den Abend. Dann lege ich mich mit Katzen und Erdbeersaft auf die Couch und lese Benno Pludras „Haik und Paul“ zu Ende. Eine schöne, atmosphärische Erzählung, mit viel toxischer Männlichkeit im inneren Monolog (Es sind die späten 50er – gleichzeitig erstaunlich, wie sehr ich das Hiddensee der 2020er wiedererkenne) und erstaunlich wenig Plot. Mittendrin ist sie gefühlt plötzlich vorbei.

Aber gut, denn das ist pünktlich zum Essen. Nach Joggen und Krafttraining hat der Mitbewohner gekocht. Von der Beschreibung her klang es vorher nach Shakshuka, aber die Eier werden nicht pochiert, sondern eher eingerührt. Er weiß auch nicht, wie es heißt, aber es schmeckt sehr gut. Leider nur mit Toastbrot, weil das andere sich einen grünen Pelz angezogen hat, aber so gehts auch. Dann noch ein letztes Telefonat mit dem Liebsten und gegen 11 liege ich im Bett und lese zum Einschlafen noch ein paar Seiten in „Beyond that, the sea“.

07.11.2023 – Langsamer Tag und gutes Essen

Als ich heute in der Nacht aufs Klo gehe, ist es irgendwas mit ner 5 vorne. Normalerweise schliefe ich dann wieder ein, aber diesmal springt mein Kopf direkt an und der Tag gleich mit. Ich beschließe, die unfreiwillig gewonnene Zeit zum Lesen zu nutzen und fange mit dem Buch an, für den sich der Buchclub auf Arbeit gestern entschieden hat und das ich daraufhin als E-Book kaufte: Laura Spence-Ash – Beyond that, the Sea. Schon bei der Abstimmung und jetzt bei den ersten Kapiteln muss ich die ganze Zeit an ein anderes Buch zum gleichen Thema lesen, dass ich als Kind mehrfach verschlungen habe. Mal schauen, ob das so bleibt.

Ich lese bis 7, dann beginne ich meine normale Morgenroutine, bin aber ob des fehlenden Schlafs dabei langsamer als sonst unterwegs. Kurz nach 9 sitze ich dann mit Porridge und Schwarztee mit Mango am Schreibtisch. Eigentlich war ja heute ein weiterer Schulungstag geplant, so dass mein Kalender jetzt angenehm leer ist. Ich beantworte E-Mails, organisiere ein paar Dinge, telefoniere mit einem externen Dienstleister und habe nur ein einziges, dafür 90-minütiges Meeting. Vor der Arbeit und in der Mittagspause höre ich die ersten Folgen des Tocotronic-Podcasts, während der Arbeit selbst und am Abend die Alben der Band in chronologischer Reihenfolge. Gestern Abend hatte mich jemand auf Mastodon mal wieder darauf gebracht und dann bin ich halt in ein Loch gefallen. Dabei auch endlich verstanden, dass der Look, mit dem die Indiejungs bei mir zu Uni-Zeiten Eindruck geschunden haben, ein paar Jahre vorher von Tocotronic geprägt wurde. I see what you did there, Jungs, nur 20 Jahre später („Hi, na?“)

In der Mittagspause drehe ich draußen eine Tageslichtrunde inkl. Drogeriemarkt und Haustierbedarf. Außerdem Wäsche zusammenlegen und neue aufhängen. Dummerweise hatte ich die Maschine zu voll geladen und die Wäsche ist nicht richtig geschleudert worden. So richtig kommt das erst in meinem Kopf an, als die Hälfte schon hängt und ich bin zu faul, alles wieder abzunehmen und nochmal ordentlich trocken zu schleudern. Das dauert dann jetzt also länger mit dem Trocknen, immerhin keine trockene Heizungsluft im Zimmer. Dann gibt es die Reste der Orecchiette mit Brokkoli und eine Satsuma, danach wieder Schreibtisch, während der Mitbewohner in seinem Zimmer mit Besuch aus Italien jammt. (Er spielt Bass und hat sich für den Besuch meine Gitarre ausgeliehen.)

Kurz vor Feierabend schaue ich mir den letzten Aufritt von Barack Obama bei einem Live-Auftritt von Pod Save America an. Die Macher des Podcasts gehörten zu seinem Wahlkampfteam und später zum White House Staff. Er spricht über die aktuelle Polarisierung in den USA, die Gefahr des Faschismus spätestens mit der Präsidentenwahl, die aktuelle Situation in Israel und Gaza und darüber, wie man trotz aller Unterschiede und Konflikte miteinander reden kann und muss, indem man das Menschliche ineinander sucht und erkennt. Menschen, die politisch gleich denken haben trotzdem viele andere Unterschiede und Menschen, die auf verschiedenen Seiten stehen haben trotzdem viele Gemeinsamkeiten. Den Verkürzungen auf Social Media widerstehen bzw. sie als solche erkennen und versuchen, den ganzen Menschen zu sehen. Durchaus inspirierend, denn damit struggle ich täglich, nicht nur auf Social Media. Das Gespräch kann man sich gut angucken und der Teil mit Obama ist auch nur die erste halbe Stunde.

Halb 6 klappe ich den Laptop zu und fahre zum Abendessen mit den Kolleg*innen, das eigentlich der Abschluss der Schulung hätte sein können. Wir gehen in ein arabisches Restaurant, das nach einer multiethnischen Ortschaft in Israel benannt ist und nach den Vorspeisen esse ich etwas, das auf der Karte als palästinensisches Nationalgericht bezeichnet wird. Dazu gibt es lauter Sachen aus meinem Berliner Essensalltag wie Fallafel, Hummus, Tabouleh, Halloumi… Es ist halt alles mit allem verbunden.

Die Hauptgerichte sind dann viel zu viel und reichhaltig, wir lassen uns einiges einpacken, das es dann morgen im Büro für uns zum Mittagessen geben wird. Während des Essens haben wir natürlich viel über Arbeit gesprochen und selbst auf dem Heimweg organisiere ich mit dem Team noch ein Geschenk für unsere Chefin, die am Donnerstag Geburtstag hat. Fällt also quasi alles unter Arbeitszeit. Auf dem Heimweg muss ich erst lange auf die U-Bahn und dann lange auf die S-Bahn warten, so dass ich erst halb 11 zuhause bin. Dann stoße ich mit einem Grappa noch virtuell mit der Familie auf Opa an, der heute vor 20 Jahren gestorben ist (20 Jahre! Das war die Zeit der Indiejungen an der Uni. Wie ist das schon 20 Jahre her?), nachdem wir gestern an seinen 95. „Geburtstag“ erinnert hatten.

Danach telefoniere ich noch mit dem Liebsten und trinke noch gemütlich das erste Erdbeerradler. Bin mäßig begeistert, es ist halt Bier mit Erdbeersaft, die Erdbeeren sind nicht mit fermentiert worden. Aber hey, es schmeckt nach echten Erdbeeren! Kurz nach 11 mache ich mich bettfertig und schlafe dann über den nächsten paar Buchseiten ein.

06.11.2023 – Schulung und Papiere

Der Wecker klingelt um 7, um 7:01 sitze ich auf dem Klo, um 7:02 stehe ich unter der Dusche und um 7:10 liege ich im Bademantel und mit Handtuchturban wieder im Bett. Es ist Zeit, sich mal wieder ausführlicher mit einer meiner chronischen Krankheiten zu befassen und das beinhaltet häufiges frühes Haarewaschen. Bis 8 kann ich dann noch im Bett liegenbleiben, Internet leer lesen und bloggen, dann wird es Zeit, wirklich aufzustehen. Haare föhnen, Zähne putzen, anziehen, Rucksack packen, Katzen füttern… Ich werfe mir zu den Vitamintabletten drei Mini-Schokoriegel von den Halloween-Süßigkeiten ein, knabbere auf dem Weg zur Tram einen Apfel und trinke in der Tram eine Mate, während ich Duolingo bediene. So much for Frühstück.

Auf dem Weg von der Tram ins Büro telefoniere ich mit dem Liebsten und erfreue mich eines strahlend blauen Himmels. Unter anderem braucht er Tipps für ein Geschenk für die Geburtstagsfeier, auf die er heute Abend geht und ich kann helfen. Drei Minuten vor 9 betrete ich mit einem Kaffee in der Hand den Schulungsraum im Büro, um 9 soll die Schulung starten und es wurde darum gebeten, dass wir vorher gefrühstückt haben und das nicht erst tun, wenn es losgeht. Außerdem hatte jemand versprochen, selbst gebackenen Quark-Mohn-Stollen mitzubringen. Jemand taucht dann aber erst kurz vor halb 10 auf – ohne Stollen – und dann kann die Schulung beginnen.

Die Schulung selbst ist dann sehr gut und kurzweilig, nebenbei kläre ich mit meinem Team einige Dinge per Chat und ignoriere ansonsten Arbeitsmails so gut wie möglich. Wir machen eine Kaffeepause, in der ich mir einen Chococcino bastle und dann ist es um 13 Uhr auch schon Zeit für die Mittagspause. Zu viert gehen wir zum Vietnamesen um die Ecke und ich entscheide mich heute für Bun Bo und Ginger Ale.

Pünktlich 14 Uhr geht es mit dem nächsten Getränk (Pfefferminztee) zurück in den Schulungsraum. Als die Frage aufkommt, welche Themen wir den morgen behandeln, kommt heraus, dass jemand vergessen hatte uns mitzuteilen, dass der Schulungstag morgen stattfindet. Kolleg*innen, die extra Termine verschoben hatten oder nach Berlin angereist sind, rollen mit den Augen. Ich auch, obwohl es für mich weniger dramatisch ist, aber man fühlt ja mit. Dann wieder Schulung und zwar bis kurz vor 17 Uhr.

Alles verabschiedet sich, ich trage noch zwei Fuhren Tassen und Becher in die Küche (nicht nur meine) und wähle mich dann Punkt 17 Uhr in mein Teammeeting ein. Jetzt wo ich morgen normal arbeite, ist das schon sehr sinnvoll, um auf dem neusten Stand zu sein. Das Meeting geht bis kurz nach halb und dann mache ich mich auf den Heimweg. Das Schrittziel ist bei weitem nicht erreicht, aber nach dem Gewaltmarsch gestern tut mir immer noch alles weh, so dass ich einfach wieder die Tram nehme, statt einen Teil des Wegs zu laufen.

Zuhause mache ich mir Orecchiette mit Brokkoli warm, mit ordentlich Pecorino romano, Basilikum und Olivenöl drauf – sehr köstlich – und esse zum Nachtisch noch eine Satsuma. Dazu gibt es Blutorangenlimo zur Feier des Abends. Nach dem Essen bearbeite ich die heutige Babbel-Lektion und danach schaffe ich es, mich noch einmal vom Sofa und den Katzen loszueisen und beschäftige mich sage und schreibe drei Stunden lang mit Papierkram. Ich nehme mir ja jedes Jahr rund um die Steuererklärung vor, mich mal ausführlich um meine Ablage und Ordner zu kümmern. Also, seit acht Jahren inzwischen. Heute fange ich an, nachdem mir zu Anfang meines Urlaubs das Kranksein einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte. Zuerst sortiere ich den Papierkram der letzten acht Jahre, der noch nicht wegsortiert war, thematisch in Stapel auf meinem Bett.

Dann brauche ich eine kurze Pause, bevor ich mich mit dem ersten Stapel und einem Ordner im Schneidersitz auf den Boden hocke – auf dem Bett ist ja kein Platz. Mit vielen Pausen habe ich kurz vor 10 einen Großteil der Stapel zumindest in den richtigen Ordner verpflanzt, dabei einige alte Sachen weggeschmissen und mir Sachen aufgeschrieben, um die ich mich kümmern will. Keine dringenden To Do‘s, dringendes erledige ich immer sofort, sondern mehr so: hier einen Überblick verschaffen, da mal herausfinden, was daraus geworden ist, das mal in Ruhe sortieren. Einige Stapel sind dann noch übrig und werden in verschiedene Hüllen gesteckt für einen anderen Tag. Bleiben Sie dran!

Danach brauchen Kopf und Seele dringend etwas Durchzug, den ich auf Mastodon und TikTok finde. Kurz vor 11 ist der Liebste von der Geburtstagsfeier zurück und wir telefonieren nochmal. Das Geschenk kam gut an und das Geburtstagskind möchte mich bald endlich mal kennenlernen, u. a. weil die beste Freundin des Liebsten so viel und gut von mir spricht. Damit kann ich umgehen. Gegen Mitternacht schaffe ich dann den Absprung ins Bett, heute ohne Umweg übers Buch direkt zum Hörbuch und in den Schlaf.

05.11.2023 – 20.000 Schritte #WMDEDGT

Es ist der 5. und wie jeden Monat ruft Frau Brüllen zum Tagebuchbloggen auf. Die anderen Beiträge zu “Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?” findet Ihr hier.

Heute wird nicht ganz so lange geschlafen, der Liebste steht kurz vor 9 auf und macht Kaffee und diesmal bleibe ich auch wach. Gemütliches Herumsandeln im Bett, bis der Liebste kurz nach 11 aufsteht, um Brötchen zu holen. Gegen 12 sind wir dann beide in der Küche und machen Frühstück. Dabei unterhalten wir uns über das Leben als und mit Teenager – ein bisschen Zeit ist ja noch. Nach dem Essen mache ich mich ausgehfertig, während der Liebste in der Küche herumwuselt. Ich nehme noch den Müll mit hinunter und dann bin ich auf dem Weg.

Ich laufe durch den Park beim Liebsten um die Ecke, dann am Kanal entlang, durch einen weiteren Park, über einen Friedhof, noch weiter bis zu einem Naturpark, für den man einen Euro Einritt zahlen soll, was ich auch tue. Nebenbei höre ich Podcasts und freue mich über das Herbstlaub.

In dem Naturpark geht es viel über ehemalige Bahngleise, die sich nach und nach der Wald zurück holt, und an einem Ort vorbei, wo man sich mit Graffiti austoben kann.

Am Südkreuz komme ich wieder raus, laufe dann ein Stück durch Schöneberg und irgendwann im nächsten Park.

Am Tempodrom schließlich tun mir die Füße weh und ich beschließe meinen Sonntagsspaziergang. Von hier aus nehme ich die S-Bahn nach Hause. Dort angekommen zieht es mich mit einem heißen Sanddornsaft zunächst aufs Sofa, ausruhen. Ich gucke auf dem Handy herum, spiele und lese dann endlich mein Buch aus: Kate Atkinson – A God in Ruins. Dann stapfe ich in die Küche und mache mir Orecchiette mit Broccoli zum Abendbrot, dazu gibt es Erdbeersaft aus der Lieferung neulich.

Zum und nach dem Essen schaue ich in der Mediathek „Werk ohne Autor“ – das NS-Thema lässt mich dieser Tage nicht los. Kurz vor Ende des Films kommt der Mitbewohner von seiner Bandprobe zurück und wir quatschen noch kurz. Als der Film vorbei ist und ich im Bett liege (gerade hat der Schrittzähler 20.000 gemeldet), ist es halb 12. Ich fange trotzdem noch ein neues Buch an und plötzlich ist es fast halb 1, als das Licht ausgeht.

04.11.2023 – Chilltag

Diesen Samstag (also Sonnabend, aber Verkehrssprache in meiner Beziehung ist zunehmend westdeutsch) hatten der Liebste und ich uns schon seit längerem fest als Chilltag vorgenommen und ich muss sagen, wir haben da einen guten Job gemacht.

Kurz nach 1 im Bett gewesen, kurz vor 8 das erste Mal aufgewacht, weil der Liebste Kaffee gemacht hat, dann nochmal umgedreht und das nächste Mal die Augen auf habe ich kurz vor 11. Da musste wohl jemand (ich) was nachholen. Danach dann typische morgendliche Bett-Aktivitäten und irgendwann gegen 1 stehen wir kurz auf, um zu frühstücken. Es gibt Spiegelei, Würstchen, vegane Bratlinge, Brot, Käse, Saft… Und keine Stunde später liege ich wieder und lese, während der Liebste eine Runde zockt.

Dann legt er sich auch irgendwann wieder zu mir und gegen 17 Uhr verspüren wir wieder ein Hüngerchen. Nach einigen Recherchen bestellen wir thailändisches Essen und als das da ist, wechseln wir auf die Couch und gucken fünf Folgen „Firefly“.

Glasnudelsuppe mit Hackfleischbällchen und Grünzeug
Auberginen-Mango-Ananas-Curry mit knusprig gebackenem Hähnchen und Reis
Kokospfannkuchen mit Nutella und Banane

Nach der fünften Folge will ich zurück zu meinem Buch (Das schaffe ich hoffentlich dieses Wochenende endlich.) und der Liebste geht bereitwillig nochmal zocken. Bevor ich mich völlig im Buch verliere, bestelle ich noch schnell Adventskalender für den Liebsten und das Teilzeitkind (meinen habe ich ja schon) und dann ist der Tag auch schon vorbei.

03.11.2023 – Freitagsfreuden

Gut geschlafen, aber dann von aufmerksamsbedürftigen Mietzen doch deutlich vor dem Weckerklingeln geweckt worden. Langsamer und gemütlicher Morgen im Bett, denn heute ist endlich wieder Homeoffice. Zwei Tage Büro hintereinander schlauchen schon, wie ging das denn bitte früher? Anyway, kurz nach 9 sitze ich mit Müsli und heißem Sanddornsaft vorm Laptop und gehe ins erste Meeting, das dann direkt noch in kleinerer Runde ins zweite übergeht. Vor dem dritten habe ich dann ein wenig Zeit, um Dinge von der To-Do-Liste abzuräumen. Dann noch das letzte offizielle Meeting der Woche und schon ist Mittagspause.

Ich halte mich an meine Tageslichtregel und drehe draußen eine Spazierrunde, bevor ich mir Stullen schmiere und Kaki aufschneide und mich wieder an den Schreibtisch setze. Weiteres Abarbeiten von Dingen, dann telefoniere ich mit einem ehemaligen Kollegen, von dem ich schon wieder eine Weile nichts gehört habe. Direkt danach ein Videocall mit der Freundin in Frankreich, die ja nebenbei auch eine Kollegin ist. Wir sprechen hauptsächlich über Arbeitsdinge und lassen dann den Call einfach weiterlaufen, während wir unsere Aufgaben für diese Woche abschließen – virtuelles Büro sozusagen. Dazu gehören bei mir u. a. letzte Absprachen mit der Kollegen, die heute in Mutterschutz geht, außerdem das Fertigstellen von Dokumenten, die heute noch live gehen müssen, das Vervollständigen der Schulungsunterlagen für mein Team sowie das Schreiben des Wochenberichts.

Kurz vor 18 Uhr verabschiede ich mich von der Freundin, der Mutterschutzkollegin und meinem Team und läute das Wochenende ein. Eigentlich hätte ich mich jetzt um das Katzenklo kümmern müssen, aber der Mitbewohner hat das schon am Nachmittag erledigt. Also nur noch Pflanzen gießen, Wassernäpfe auffüllen, Katzen füttern, Spülmaschine aus- und einräumen, Rucksack fürs Wochenende packen und dann bin ich nach einer Stunde schon wieder unterwegs. Mit der Ringbahn fahre ich nach Tempelhof zur besten Freundin des Liebsten, die gemeinsam mit dem Liebsten in ihrer Wohnung Dinge an Wänden anbringt. Die beiden leben in einer Welt, wo man freitags gegen 15 Uhr spätestens Feierabend macht und sind schon fast fertig, als ich ankomme.

Dann gibt es Sekt und Abendbrot und noch mehr Sekt und viele gute Gespräche bis kurz vor 1 Uhr. Unter anderem stellen wir fest, dass die beste Freundin des Liebsten und ich eine gemeinsame Bekannte haben – sie hat sogar mal mit ihr in einer WG gelebt – und jetzt beide keinen Kontakt mit der haben. Zufälle gibts. Kurz vor 1 wie gesagt ruft der Liebste dann ein Taxi und eine gute Viertelstunde später liegen wir in Südberlin im Bett.

02.11.2023 – Volle Kanne Herbst

Schritte zählen schön und gut, beim Schlaf dokumentieren ist mein FitBit nicht gut. Schon kurios, was es alles als Schlafen interpretiert. Morgens ewig im Bett herumliegen und sowas, ja. Jedenfalls tut es so als hätte ich ewig und einigermaßen gut geschlafen und beides ist nicht der Fall. Erst hilft das Hörspiel des Liebsten nicht beim Einschlafen, sondern hält wach, dann irgendwann unruhiges Hin- und Herwälzen, irgendwann leichtes Schnarchen neben mir, und als ich dann endlich mal etwas tiefer und länger am Stück schlafen kann, wird vor dem Haus Krach gemacht, so dass wir eine halbe Stunde vor Weckerklingeln beide wach sind und Kaffee im Bett trinken. Ich schaue mir dabei die Kurzdoku über die neue, letzte, Beatles-Single an, die morgen erscheint. KI macht eine ganze Menge möglich, auch das Auseinanderdividieren von Tonspuren von in den 70ern aufgenommenen Kassetten.

Um 8 dann steht der Liebste auf und fängt an zu arbeiten und ich gehe ins Bad, mache mich fertig und fahre dann los – heute mit U-Bahn und U-Bahn, immer noch wegen der Baustelle – ins Büro und blogge dabei. Das Donnerstagsbüro ist ein ganz anderes als das am Mittwoch. Also, die Räume sind die gleichen, aber ich begegne heute insgesamt nur vier Kollegen insgesamt, davon sind zwei vormittags da, einer nachmittags und nur einer den ganzen Tag wie ich. Der, der am Nachmittag kommt, ist eine Überraschung. Den habe ich seit viereinhalb Jahren nicht mehr im Büro arbeitend gesehen (ich glaube, er kam einmal kurz vorbei, als wir eine Impfaktion organisiert hatten, aber auch das ist jetzt über drei Jahre her). Beruflich haben wir auch nichts miteinander zu tun, so dass wir uns auch nie in irgendwelchen Meetings sehen. Trotzdem schön, dass es ihn noch „gibt“.

Ich esse Müsli mit Apfel und Kaki zum Frühstück und trinke dazu Earl Grey. E-Mails und Kram abarbeiten, dann gibt es einen ersten kleinen Call, um für meine Teamkollegin „Happy Birthday“ zu singen. Sie ist heute im Londoner Büro und hat ein karibisches Mittagsbüffet für alle organisiert. Allerdings sind UK und Frankreich beide noch in Sturmklauen, es gibt Internet- und Infrastrukturprobleme. Trotzdem wäre ich bei dem Büffet gerne in London gewesen, die Bilder sehen toll aus und versetzen mich zurück nach Jamaika.

Dann Meeting in gleicher Runde plus die Kollegin in Dublin, zur weiteren Übergabe während deren Mutterschutz und Elternzeit. Hinterher chatten wir noch ein wenig privat – sie hofft, dass ihr Sohn rote Haare bekommt wie sie und hat schon einen uralten irischen Namen ausgesucht, den außerhalb Irlands wohl niemand auf Anhieb richtig aussprechen kann, das war ihr wichtig.

Hinterher nutze ich die Gelegenheit aus, dass es meiner Chefin heute gesundheitlich nicht gut geht und sie unser Meeting verschiebt und mache eine frühe Mittagspause. Ich spaziere an der Spree entlang zu meinen Eltern (Post und Blumen) und freue mich unterwegs über die Herbstfärbung.

Es ist windig und die bunten Blätter schneien sozusagen von den Bäumen. Nach genau einer Stunde bin ich zurück im Büro und mache mir mein Mittagessen warm, das ich dann Schreibtisch esse – es trägt auch Herbstfarben.

Ich bin erstaunt, wie wenig mich der Porree im Essen stört. Jahrelang habe ich ihn in der Biokiste immer abgewählt, weil ich den eigentlich nicht mag – oder das glaubte – und ihn immer nur in kleinen Mengen ertrage. Dann dachte ich, jetzt wo der neue Mitbewohner da ist, lasse ich den Porree mal drin, vielleicht kocht er ja damit. Hat er dann nicht, also musste ich ran und siebe da, gar nicht schlimm. Wieder ein Gemüse von der Nicht-Essen-Liste geholt. So richtig drauf sind dann jetzt also nur noch weißer Spargel und Rosenkohl und selbst beim Rosenkohl hatte ich schon okaye Zubereitungen auf der Gabel.

Nach dem Essen hole ich mir einen Kakao mit Extra-Espresso-Shot und etwas Zimt aus der Küche und will mich damit ans Überarbeiten von Dokumenten machen. Da bleibe ich dann aber am Tisch des überraschenden Kollegen hängen und wir quatschten erstmal 20 Minuten darüber, wie es ihm und seinem Team so ergangen ist. Er kommt dann jetzt öfter und auf mein Anraten hin mittwochs, dann trifft er auch mal den Rest der Bande und kann bei der Gelegenheit auch wieder aktiver Deutsch üben – braucht er ja im Arbeitsalltag sonst nicht.

Dann aber wirklich Dokumentenarbeit, bis es Zeit ist, endlich die Schulung zu geben, die jetzt schon seit Wochen ansteht. Die Hälfte meines Teams ist live dabei, für die andere Hälfte zeichnen wir das Ganze auf. Ich muss also besonders professionell sein, wer weiß, wer das wann noch so guckt. Es läuft gut und nachdem die Aufzeichnung abgeschlossen ist, quatschen wir drei noch ein bisschen – in Paris ist Sturm, in Chicago liegt Schnee und die Arbeit nervt mitunter, aber zum Glück haben wir uns. Als der Call vorbei ist, ist es fast Feierabendzeit. Ich erinnere mich, dass es heute in der Gemeinschaftsküche unten Cocktails gibt und hole mir noch einen kleinen Schluck „Dark ‚n‘ stormy“, bevor ich mich auf den Heimweg durch den dunklen, windigen und regnerischen Herbstabend mache.

Auf dem Heimweg in der Tram mache ich Duolingo und Babbel und verpasse darüber meine Haltestelle, so dass ich dann etwas weiter laufen muss und noch ordentlich nass werde. Aber ist OK. Zuhause kurzes Abklatschen mit dem Mitbewohner, der zu einem Geburtstag los muss. Dann packe ich meine Sachen aus und das Paket mit dem Sanddornsaft. Den gibt es direkt in Heiß zum Abendbrot, dazu Stulle mit Käse und Apfelmeerrettich bzw. mit Hiddenseer Wildschweinleberpastete und eine Feierabendlimo.

Dazu höre ich Podcast. Nach dem Essen ab in die Badewanne und dann liege ich vor 22 Uhr im Bett und lese noch ein Stündchen, bevor ich in einen tiefen und ununterbrochenen Schlaf falle.

01.11.2023 – November, Büro, Sport

Deutlich besser geschlafen als gestern, aber dann trotzdem schon wieder deutlich vor dem Weckerklingeln wach. In Ruhe morgens alles fertig machen, inkl. Frühstück und Mittagessen für zwei Tage, Übernachtungskram, Laptop und Sportsachen einpacken. Mit Mate in der Hand und Podcast auf den Ohren laufe ich zur Tram und bin dann fast pünktlich im Büro. Die Uhrzeit spielt aber keine Rolle, weil mein erstes Meeting erst um 11 stattfindet. Im Büro ist es heute mal wieder so richtig voll, zeitweise sitzen wir zu sechst im Großraumbüro und alle reden gleichzeitig, am Telefon oder miteinander. Das ist zwar immer noch weniger als präpandemisch, aber wir sind auch deutlich weniger Leute als damals – einige haben die Firma verlassen, andere sind weggezogen, andere sind langzeitkrank und einige sitzen weiterhin nur im Homeoffice. Trotzdem fühlt es sich kurz wie früher an und hätte ich jetzt etwas Dringendes fertigzustellen, müsste ich mir Kopfhörer aufsetzen.

Um 11 dann Meeting – zu dritt im Raum, zwei aus Charlottenburg bzw. Ostfriesland zugeschaltet. Danach bleiben wir drei noch eine ganze Weile sitzen und reden weiter. War dringend nötig. Danach ist es Zeit für die Mittagspause und ich mache mir die Hälfte des gestern vorbereiteten Essens warm und setze mich damit in die Küche. Der Nachmittag ist dann auch größtenteils mit Kolleg*innengesprächen gefüllt, teils konstruktiv zu Arbeitsthemen, teils Beziehungspflege, die für meinen Job ebenso wichtig ist. Dazwischen gibt es noch zwei Meetings – eins mit Dublin und eins mit Dublin, Madrid, Dallas und Chicago. Die haben beide mit der Übergabe der Dubliner Kollegin vor ihrem Mutterschutz zu tun und sind bereichernd und motivierend.

Dazwischen arbeite ich weiter an den Materialien für die Schulung meines Teams – vor meinem Urlaub hatte ich die schonmal an einer Kollegin getestet und festgestellt, dass ich einiges noch ausführlicher erklären muss. Nach und nach verabschieden sich alle und um 18 Uhr verlasse ich als Vorletzte das Büro und fahre U-Bahn, S-Bahn und U-Bahn nach Südberlin zum Sport (so kompliziert, weil auf der Stadtbahn gebaut wird). Heute bin ich schon zehn Minuten vor Kursbeginn im Wasser und schwimme noch 250 m, bevor es losgeht. Der Kurs ist gut und teilweise anstrengend. Ein merkwürdiger Moment ist, als der Trainer sich direkt vor mich stellt und mich zu mehr Schnelligkeit antreiben will und sagt, ich soll aufhören zu lächeln. Das ist so das Gegenteil von der Yoga-Session gestern, dass ich laut loslachen muss und ihn nicht ernstnehmen kann. (Yoga: So gut machen, wie es heute eben geht. Nicht stressen, nicht vergleichen und sich zwischendurch immer wieder ein Lächeln schenken.) Vielleicht generell eine gute Lektion fürs Leben.

Da das Teilzeitkind diese Woche bei Mama ist und nicht mit dem Einschlafen wartet, bis ich da bin, lasse ich mir nach dem Kurs Zeit und mache direkt zwei Saunagänge. Dazwischen und danach liege ich nur in ein Handtuch gewickelt draußen auf einer Liege – auf der Dachterrasse eines Südberliner Einkaufszentrums – und gucke in den bewölkten Novemberhimmel. Nach dem zweiten Gang habe ich dann aber auch genug, gehe Duschen und laufe dann zum Liebsten – auf dem Weg das Schrittziel erreichend. Kurz nach 21 Uhr komme ich an und bekomme Abendessen serviert.

Halloumi, vegane Köttbullar, Couscous mit Tomate, Brot mit Tomaten-Mozzarella-Aufstrich, Oliven

Dabei erzählen wir uns von unserem Tag und von teils herausfordernden Gesprächen, die wir hatten. Schön, dass wenigstens wir die gleiche Meinung haben. Danach liegen wir auf der Couch und lassen uns von einer Folge „Feel Good“ und zwei Folgen „Young Sheldon“ berieseln, bevor es kurz nach 23 Uhr ins Bett geht.

31.10.2023 – Oktober vorbei

Ich habe unglaublich schlecht geschlafen – der Liebste hat zwar nur etwa ein Drittel des Bettes in Beschlag genommen, aber schon halt auch 50 % der Bettdecke, so dass ich ein wenig an ihn gebunden war und nicht einfach die anderen 2/3 flexibel nutzen konnte, um schmerzende Beine und anhängliche und aufmerksamkeitsbedürftige Katzen angemessen und flexibel Jonglieren zu können. Das Resultat war mindestens alle zwei Stunden richtig wach sein und zwischendurch auch eher Dämmern und Dösen als Tiefschlaf. Da war ich dann aber, als der Wecker klingelte und ich aufstehen musste, um uns Kaffee zu machen.

Die anstrengenden Katzen ziehen sich dann noch durch den ganzen Tag, belagern und behindern mich bei der Arbeit am Schreibtisch und verfolgen mich auch sonst auf Schritt und Tritt. Ist das eine neue Herbstkuscheligkeit oder haben sie mich wirklich so krass vermisst, als ich weg war? Immerhin hat Noosa in meiner Abwesenheit wohl endlich ihre Angst vorm neuen Mitbewohner abgelegt und sucht jetzt auch seine Nähe und lässt sich von ihm streicheln.

Der Arbeitstag verläuft ziemlich ruhig und mit viel Kaffee. Ich habe drei Meetings, über den Vormittag verteilt, und kann ansonsten sehr produktiv an einem meiner Projekte arbeiten, für das ich seit Wochen auf die entsprechenden Zuarbeiten gewartet hatte. Wegen der Vormittagsmeetings habe ich jedoch mein Frühstücksmüsli erst kurz vor 12 aufgegessen und lasse daher das Mittagessen ausfallen. Die Pause nutz ich wieder für Tageslicht draußen und gehe Katzenstreu und ein paar Süßigkeiten für etwaige Halloween-Kinder kaufen. Letztes Jahr haben sie nur einmal geklingelt (die Vorräte sind immer noch nicht komplett aufgebraucht, aber inzwischen zu alt zum Herausgeben), die Jahre davor teilweise bis zu fünfmal. Es ist etwas unberechenbar, aber ich kaufe wohlweislich nur wenig.

Am Nachmittag esse ich eine große Kaki, das reicht dann als spätes Mittagessen. Außerdem pausiere ich kurz und mache mit dem Mitbewohner das Unboxing eines Pakets, das während meines Urlaubs hier angekommen ist. Ich war am Magen vor meiner Darmspiegelung etwas eskaliert, hatte mir spontan einen Adventskalender bestellt und noch diverse andere Sachen, um Gratis-Versandkosten auszunutzen und weil einige Sachen so verrückt klangen, dass ich sie ausprobieren musste.

Demnächst also Erdbeerstollen und Erdbeer-Gewürzgurken
Nimbin freut sich auch

Nach der Arbeit breche ich auf zum Yoga und höre Kurt Krömer beim Podcasten mit Gästen zu, während ich mich durch marodierende Horden verkleideter Prenzlauer-Berg-Kinder auf Süßigkeitenjagd kämpfe. Beim Yoga sind wir heute erstmals zu sechst – mehr passen auch nicht in den Raum – und da eine absolute Anfängerin dabei ist, wird es heute etwas weniger anstrengend als sonst. Das sorgt für einige Erfolgserlebnisse für mich und insgesamt recht tiefe Entspannung, yay! Überhaupt bin ich trotz kurzer Stressmomente auch nach dem zweiten Tag noch tief in der Urlaubsentspannung drin. Gut, dass ich im Oktober so viel frei hatte (insgesamt fast die Hälfte der Arbeitstage, durch Urlaub, zwei lange Wochenenden und eben die Darmspiegelung), ab jetzt heißt es Durchhalten bis Weihnachten.

Auf dem Heimweg telefoniere ich zum zweiten Mal heute mit dem Liebsten, kurz danach ist das Schrittziel für heute erreicht. Wieder zuhause mache ich Meal Prep für die anstehenden beiden Tage im Büro. Dreiviertel eines Hokkaido, zwei Hände voll Kartoffeln und zwei Stangen Porree wandern mit dem Rest Guanciale, Olivenöl, Salz und Pfeffer in den Ofen. Als das erledigt ist, ist es schon 22 Uhr und statt mit dem Abendbrot zu warten, bis das Essen fertig ist, schmiere ich mir schnell Stullen und esse stattdessen die. Währenddessen kommt der Mitbewohner mit Besuch nach Hause. Zusammen essen wir noch etwas Walnusseis und quatschen in der Küche. Dann ist mein Essen fertig, ich schalte den Ofen aus, manche mich bettfertig und gehe direktemang Schlafen.