Heute dann seit langem mal wieder vom Wecker geweckt worden, nachdem es gestern ja etwas später wurde. Die Motivation ist irgendwo in den Urlaub geflogen, glaube ich, und insgesamt fühle ich mich ziemlich matt. Ob das nun an den vielen Viren liegt, gegen die mein Immunsystem nach den vielen Kontakten und Situationen diese Woche kämpft, an den diversen anderen Wehwehchen, die mein Körper so chronisch dabei hat, an allgemeiner Trägheit, der anstrengenden Woche oder doch am Novemberwetter vermag ich nicht zu sagen. Ich wäre jedenfalls bereit für einen mehrmonatigen Winterschlaf. Der Kompromiss ist dann, mir einfach einen Hoodie über den Schlafanzug zu ziehen und mich so an den Schreibtisch zu setzen.
Morgens gibt es erstmal vieles zu lesen – das E-Mail-Postfach ist voll und diesmal auch mit lauter Dingen, die ich verstehend und sinnerfassend lesen und idealerweise behalten muss. Als nächstes habe ich ein kurzes Meeting mit Ostfriesland, bevor ich anderthalb Stunden im Backend verschwinde um dringende Aktualisierungen durchzuführen. Das trägt mich zeitlich fast bis ins nächste Meeting, mit Südengland. Danach ist es schon Zeit für die Mittagspause. Entgegen meiner Vorsätze gehe ich nicht raus (ich bin ja im Schlafanzug), sondern setze ich mich nur ans Fenster beim Stullen essen. Gerade als es Zeit ist, an den Schreibtisch zurückzukehren, klart es draußen auf. Mist. Wäre das früher passiert, hätte ich mich vielleicht aufgerafft.

Am Nachmittag heißt es dann, letzte Dinge abzuarbeiten, die diese Woche noch erledigt sein müssen. Außerdem komme ich mit der Freundin (und Kollegin) in Frankreich ins Chatgespräch und wir verlegen das dann wieder in einen Videocall. Unter anderem gebe ich ihr Tipps für den Umgang mit unserem Projektmanagement-Tool, das für viele noch Neuland ist. Mein Team hingegen gehört zu den Early Adoptern und ich glaube, ich gehe ganz gut damit um. Um 17:30 habe ich meinen Wochenbericht abgeschickt und der Teil meines Teams diesseits des Atlantik verabschiedet sich ins Wochenende.
Ich telefoniere mit dem Teilzeitkind, das in seinen Zimmer isoliert ist, Comics liest und Fernsehen guckt und Corona gar nicht so schlimm findet. Dann koche ich mir Abendbrot. Das letzte Stück Kürbis muss ich leider wegtun, aber vom Sellerie ist noch genug gut, um daraus mit Kartoffeln, Zwiebeln und Brühe eine Suppe zu kochen. Dazu gibt es Fladenbrot und einen Salat mit Satsumas und Tahini-Dressing.

Der Mitbewohner und ich essen gemeinsam, bevor er sich nochmal „eine Stunde“ schlafenlegt. Er wird den Rest des Abends nicht mehr gesehen. Ich verbringe den Abend mit „The West Wing“, Schokolade und Katzen auf der Couch, nicke dann aber bei der vierten Folge mehrmals weg und gehe gegen 23 Uhr ebenfalls schlafen.