29.11.2023 – Schneetag im Büro

Mein Bürorucksack ist ja noch von gestern gepackt und Frühstück habe ich dort auch noch von gestern, also geht der Morgen heute recht fix und ich komme schnell aus dem Haus. Ich stapfe durch den Schnee zur Tram und nehme dann aber erst die zweite, weil die erste so voll ist. In der zweiten habe ich sogar einen Sitzplatz und kann Italienisch üben. Im Büro dann erstmal Begrüßung diverser Kolleg*innen, inkl. Umarmungen und Gespräche über den verstorbenen Kollegen. Nebenbei Frühstück (Müsli mit Hafermilch und Apfel, Espresso mit Hafermilch).

Alle sind emotional ein wenig drüber und es prasseln lauter Anfragen und Kommentare auf mich ein, die mir heute Morgen gehörig auf den Zeiger gehen – zu Dingen, für die ich nicht zuständig bin oder Dinge, die nicht so laufen, wie sie laufen sollten (u. a. weil mein Team wie die meisten anderen auch unterbesetzt und überarbeitet ist) oder Meckereien zu Sachen, für die sich mein Team den Arsch aufgerissen hat, an denen man aber trotzdem etwas zu bemängeln hat. Ich werde teilweise laut und patzig und gucke dann erstmal lieber eine Weile aus dem Fenster und beobachte den Schnee.

Gegen Mittag wird das da draußen ein veritables Schneegestöber mit viel Wind, so dass ich keine Lust auf den eigentlich geplanten Weihnachtsmarktbesuch habe. Stattdessen esse ich herumliegendes Obst, Kekse und Schokolade und dann hole ich mir einem Kollegen Weihnachten aus dem Lagerraum.

Der Nachmittag wird dann entspannter – Dinge abarbeiten, mit Kolleg*innen aus aller Welt Sachen koordinieren, den Spotify-Jahresrückblick durchgucken. Nicht wahnsinnig überraschend, aber wenn man so viele verschiedene Sachen hört wie ich (5471 Songs von 2309 Künstler*innen), werden dann auch kurze Phasen, in denen man an einer Band hängenbleibt gleich zu „meistgespielte Künstler*innen. Es ist also eigentlich nicht repräsentativ – vier davon sind welche, bei denen ich dieses Jahr halt auf einem Konzert war. Die dazugehörige Playlist ist es dann schon eher, auch wenn der Top-Song wie im letzten Jahr der ist, den wir in Kanada immer beim Losfahren hören, weil der Liebste darauf besteht.)

Irgendwann gegen 18 Uhr verlasse ich als Letzte das Büro und laufe dann durch den Schnee, der inzwischen dicht, aber sanft und gemütlich fällt, an der Spree entlang zu meinen Eltern und schaue nach Pflanzen und Briefkasten. Danach geht es mit U-Bahn und Tram nach Hause.

Dort ein kurzer Plausch mit dem Mitbewohner, während ich mir den letzten Rest Suppe warm mache. Dazu soll es Käsebrot geben, aber das Brot hat sich einen dicken Pelz angezogen und wird entsorgt. Toastbrot ist aber noch da, es gibt also Gemüsesuppe, Käsetoast und eine überreife Birne, dazu Sanddornschorle. Ab 20 Uhr dann zwei Stunden Workshop in meinem Adulting-Projekt, ich liege dabei auf dem Bett und werde von stürmisch kuschelnden Katzen bedrängt. Diejenigen, die sich die Aufzeichnung angucken, werden sich freuen. Kurz nach 10 telefoniere ich dann zum dritten Mal heute mit dem Liebsten und dann geht es mit dem Buch unter die Decke. Ich lese wieder eine gute Stunde und könnte noch länger, wenn sich Noosa nicht ständig zwischen mich und das Buch legen würde. Halb 12 gebe ich auf, mache ein Hörbuch an und die Augen zu.

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