13.11.2023 – Tag mit Emotionen

Nicht wirklich ausgeschlafen in die Woche gestartet, zudem mit leichten Halsschmerzen – ich bin in einer komischen Zwischenwelt, in der ich mich zeitweise krank oder kränklich fühle und dann wieder vollkommen OK. Ich mache mir Tee aus frischem Ingwer mit Honig und Limette zum Müsli und setze mich nicht zu früh an den Schreibtisch. Die erste frische E-Mail des Tages weist auf den heutigen World Kindness Day hin und fordert uns auf, heute besonders darauf zu achten, zu uns selbst, unseren Mitmenschen und der Welt freundlich zu sein. Ein erster Call mit Dortmund um 10:30 findet in gewohnter Manier statt. Wir reden auch über das Wetter und in Berlin ist heute morgen strahlend blauer Himmel. Ich checke den Wetterbericht und sehe, dass es später ganz anders wird, also flitze ich nach dem Call erstmal direkt nach draußen und erledige meinen „was am Wochenende aufgebraucht wurde“-Einkauf.

Nach einer halben Stunde bin ich zurück am Schreibtisch und arbeite ab, was abzuarbeiten geht. Den zweiten Teil der Mittagspause verschiebe ich nach hinten, als sich herausstellt, dass die Kollegin in Warschau, mit der ich dringend etwas abklären muss, nur genau dann Zeit hat. Also eine halbe Stunde Call mit Warschau (Die Kollegin ist sichtlich sehr krank, arbeitet aber trotzdem, weil so viel zu tun ist…) und direkt im Anschluss Call mit Dortmund und Ostfriesland. Darin erfahre ich Neuigkeiten, die mich erstmal emotional aus der Bahn werfen. Gut, dass für danach Pause eingeplant ist.

Ich mache mir die letzten Tortellini warm, kuschele mit den Katzen und telefoniere nochmal mit dem Liebsten, der mir rät, die Emotionen erstmal sacken zu lassen und dass ich dann später immer noch und besser aktiv werden kann. Er hat natürlich Recht. Dann noch ein wenig abarbeiten vor dem nächsten Meeting mit Madrid und Chicago, direkt gefolgt vom wöchentlichen Team-Meeting und danach noch einen kurzen Call mit der Kollegin in Südengland. Als ich den Laptop zuklappe ist es fast 18:30.

Ich nehme mir ein alkoholfreies Radler vom Balkon, als Feierabenddrink und spürbare Zäsur für den Tagesablauf, mache mir aber vor dem Trinken auch noch einen heißen Sanddornsaft, weil es sich grad wieder kränklicher anfühlt. Dann gehe ich auf die Couch und schaue mir anderthalb Stunden Webinar aus meinem Adulting-Projekt an. Zwischendurch meldet sich der Ex-Mitbewohner und fragt, ob er kurz vorbeikommen kann. Er holt seine Post ab und wir sitzen eine halbe Stunde oder so in der Küche und er redet sich seinen Frust von der Seele – verständlichen Frust, er ist wirklich in einer beschissenen Situation gerade. Zwischendurch bedankt er sich bei mir für alles, entschuldigt sich, dass er mich immer so zulabert (und bedauert, dass er ausgezogen ist). Ich winke ab, nicht wegen des World Kindness Days, sondern weil sein Frust heute wirklich angemessen ist und ich bedauere, ihm nur mit Zuhören helfen zu können.

Als er geht, mache ich mir Feldsalat mit Birne, Gorgonzola und gerösteten Walnüssen zum Abendbrot, dazu gibt es getoastetes Brot mit Butter und den Rest vom Webinar. Danach komme ich direkt ins Tun (es ist halb 10 oder so) und fülle eine Excel-Tabelle soweit ich kann und heute schaffe aus. Nach zwei Stunden beschließe ich, dass es reicht und gehe mich bettfertig machen. Während das Elmex Gelee einwirkt, checke ich nochmal kurz das Internet und sehe, dass der Kollege, über dessen Neuigkeiten ich so betroffen bin, diese jetzt auch offiziell bei LinkedIn verkündet hat. Das Lesen und die vielen Antworten darauf machen dann auf eine gute Art emotional und ich kann ihm selbst ein paar Abschiedsworte schreiben. Er antwortet sogar noch sehr lieb, als ich schon im Bett liege. Ich leite die Info auch noch an den Hasen weiter, der gerade im Urlaub und nicht auf LinkedIn ist, aber letzte Woche auch an der Geld- und Gute-Worte-Sammelaktion beteiligt hat. Da hatten wir noch Hoffnung.

Ich versuche zu lesen, um runterzukommen und schlafe dann wohl irgendwann gegen 1 ein – eine unruhige Nacht, mit furchtbaren Träumen von todkranken Menschen in meinem Umfeld (nur der eine ist es wirklich) und mehreren Wachphasen, in denen ich mit den Gedanken bei diesem lieben Kollegen bin.

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